The Red Storm [yuyuumyn & Concorde]

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    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Nach einer Weile verließ auch Azareth das Bad und legte sich schlafen. Die Worte des Vampirs hatten ihm zugesetzt, doch das würde er nie zugeben. Was sollte er überhaupt zugeben? Es stimmte alles und dennoch war .. war er ... Was war er eigentlich? Er fühlte sich wie der elfische Held, der er einst war und dennoch fühlte er sich so fremd und anders. Impulsiv und von Emotionen und Lust getrieben. Sein Körper hörte nicht mehr auf ihn und sah auch anders aus als früher. Er ließ sich so erschlagen ins Bett fallen und verbrachte die halbe Nacht damit aus dem Fenster des Raums in den Graumoor zu starren. Ab und zu hörte er die Ghule im Mondlicht jaulen. Sie hatten ihren Platz ähnlich wie die Vampire und Gefäße wie dieser Fuchsmischling. Doch er? Wo war Azareths Platz? Er seufzte und schüttelte den Kopf ...

      Mit einer großen Genugtuung legte sich auch Lucius zu Bett. Doch dies war eher eine antrainierte Angewohnheit als ein wirkliches Schlafenlegen. Vampire schliefen oft in Särgen oder Grüften, aber nicht auf Betten. Daneben war Schlaf für sie sehr unwichtig. Wenige Stunden im Monat reichten. Blut hielt sie am Leben und das Meiden der Sonne verzögerte ihren Schlafbedarf und doch spürte der Vampir die Anstrengungen des Tages. Er hatte gekämpft und gezaubert und nicht gerade wenig. Sylvas Blut stärkte ihn und bereits jetzt beim zweiten Mal, war es so voll ... voll mit Emotionen, dass es ihn beseelte und er zufrieden mit einem breiten Grinsen hinüber zu dem Fuchswesen sah. Erst jetzt fiel ihm sein Lächeln auf. Was soll das, Lucius?, fragte er sich selber und schürzte die Lippen. Er fand doch etwas nicht Gefallen an diesem Gefäß? Er hatte diesen Fehler einmal begangen und würde ihn doch kein zweites Mal machen. Doch er war eben nur ein Vampir und hatte auch Gefühle und so streckte sich seine Hand fast automatisch nach Sylva aus. Erst im letzten Moment stockte er und zog sie zurück. Es reicht, mahnte er sich selbst und rutschte auf dem großen, gemütlichen Bett tiefer. Er ließ den Kopf schwer im Kissen einfallen und starrte gegen die Decke. Er seufzte und schloss die Augen. Sein Körper würde ihm die paar Stunden Schlaf tanken, denn mit Azareth im Schlepptau würde er jede Stärke brauchen. Der Zauber kostete ihn Kraft, diesen aufrechtzuerhalten und Azareth würde nicht zögern zuzuschlagen, wenn der Zeitpunkt reif war.

      Nach einigen weiten Gedanken, beschloss der Vampirprinz endlich zu schlafen und wurde dann doch nach einer gewissen Zeit wieder wach als er etwas auf seinen Lippen spürte. Er genoß die weichen Lippen und ließ die Augen geschlossen. Intuitiv griff er nach unten und spürte einen Körper. Es war kein Traum? Es fühlte sich doch so an. Die feinen Lippen auf seinen. Ein bekannter Geruch und diese sanfte Wärme. Aber es war kein Traum, keine Illsusion oder was auch immer. Er hatte ja auch noch nie geträumt! Es musste echt sein. Also öffnete der Vampir neugierig die Augen und erspähte Sylva, der ihn scheinbar küsste? Mit einem breiten Grinsen, legte er den Arm um den Vulthera und zog ihn zu sich. Sein Gefäß sah ihn mit großen Augen an. "Gefällt mir schon ziemlich gut", flüsterte er ihm auf die Lippen und gab ihm dann ebenfalls einen Kuss. Es kamen so viele Gedanken auf einmal in ihm auf und dennoch schob er sie zur Seite und genoss den Moment. Er spürte das Zittern seines Gegenübers und gleichzeitig, die Wärme und den Duft, den Sylva abgab. Vorsichtig löste Lucius sich von seinen Lippen und blickte in die violetten Augen, die ihn aus der Dunkelheit des Raumes heraus ansahen. "Du bist ...", er sah an sich hinunter. Beide trugen nur noch ihre Nachtkleidung und doch hatte sich der Vulthera an ihn herangekuschelt und ihn dann noch geküsst. "ziemlich mutig." Ergänzte er etwas zögernd und ließ seine Fingerkuppen sanft über den unbekleideten Rücken des Fuchswesens fahren.
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Gerade konzentrierte sich Sylva noch voll und ganz auf das Gefühl von Lucius’ Lippen, die nun auf seinen lagen. Er musste es einfach wissen... er musste einfach wissen, ob er seinen eigenen Gefühlen vertrauen konnte oder nicht.
      Auch wenn er seine Gefühle selbst nicht mehr verstand... oder sein ganzes Verhalten in der vergangenen Zeit.
      Lucius’ Lippen... sie fühlten sich so gut an. Als wären sie genau dort, wo sie auch hingehörten. Aber wie konnten sie sich nur so gut anfühlen? Er sollte Lucius hassen! Genauso wie er alle anderen Vampire in diesem gottverdammten Reich der Vampire hasste. Vampire brachten nichts als Ärger mit sich. Sie alle waren arrogant und hielten sich für etwas Besseres. Sie brachten nur Unglück, Leid und Tod über andere Völker. Sie sind schlimmer als die Blutghule selbst.

      Sylva bemerkte kaum, wie er trotz seiner Gedanken seine Lippen immer weiter über Lucius’ bewegte. Und dann plötzlich... öffnete Lucius die Augen.
      Der Vulthera weitete erschrocken seine eigenen Augen und wollte sich instinktiv von dem Vampirprinzen zurückziehen. Doch dieser hatte bereits seinen Arm um ihn gelegt, zog ihn dichter an sich heran – und... küsste ihn zurück?!
      Die Wangen des Fuchses liefen rot an und er bekam kaum mit, was der Vampir zu ihm sagte. Zu groß war die Scharm, dass er ihn erwischt hatte.
      „H-huh?“, murmelte er und schauderte, als der Prinz seine Fingerkuppen sanft über seinen nackten Rücken fahren ließ.
      Sein Herz begann nur noch schneller zu schlagen und seine Gedanken wirbelten noch stärker durcheinander. Anstatt Klarheit zu erlangen, war er jetzt nur noch verwirrter und wusste gar nicht mehr was er wirklich fühlte.


      Nach einem kurzen Moment, verengte er schließlich die Augen und funkelte auf Lucius herab. „Du... du... halt einfach deine Klappe!“, zischte er, bewegte sich so, dass er nun auf Lucius’ Hüfte saß. Seine Hände wanderten an die breiten Schultern und drückten ihn fester in die Matratze, bevor er seine Lippen wieder auf die des anderen drückte.
      Er musste es noch einmal versuchen. Er musste sich einfach beweisen, dass da nichts war: Keine Gefühle. Keine Anziehung. Nichts.
      Auch wenn es die ganze Nacht dauern würde...


      ~~~


      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Die Flammen des Lagerfeuers knisterten leise, während einzelne Funken langsam in den dämmernden Himmel aufstiegen.
      Hiro lehnte sich müde mit dem Rücken gegen den alten Baum hinter sich und kaute auf einem Stück Brot herum, das er noch bei sich hatte. Seine Vorräte würden nicht mehr lange ausreichen. Er musste so schnell wie möglich in ein Dorf, um neue Vorräte zu kaufen – oder etwas Essbares hier im Wald finden.

      Auch wenn er sich nicht mehr im Reich der Vampire befand... war er noch immer nicht in Sicherheit. Er hatte die Steckbriefe gesehen. Die Steckbriefe, die unzählige Verhandlungstafeln schmücken.

      Mit einem Seufzen wandte er den Blick dem Nachthimmel zu und beobachtete die einzelnen Sterne. Auch wenn er jetzt auf der Flucht lebte und keinen Ort hatte, den er sein Zuhause nennen konnte... er hatte sich noch nie so frei gefühlt. Und er würde alles daran setzen, frei zu bleiben.
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire


      Für einen Moment genoß der Prinz die Verwunderung seines Gefäßes, ehe dieses protestierte und ihn anwies die Klappe zu halten. 'Ganz schön aufmüpfig nach all dem', dachte sich der Vampir und war verwundert, wie schnell der Vulthera scheinbar zu alter Kraft fand. Oder war es nur das Adrenalin? Denn er spürte nun umso mehr als sonst schon Sylvas Herzschlag und seine Gefühlwelt. Es war wie eine dumpfe Melodie, die jedes Gefäß zu jeder Zeit in Abhängigkeit seiner Laune ausstrahlte. Es fühlte sich überrascht an und irgendwie ablehnend aber auch hinterfragend und fordernd?
      Doch in diesem Moment folgte etwas, dass selbst Lucius nicht für möglich gehalten hatte. Der zischende Vulthera schob sich auf seine Hüfte, legte seine kleinen, zarten Hände auf Lucius breite Schulter und drückte ihn ins Bett. Zufrieden schnurrte der Vampir und grinste gefällig. Ehe er einen lässigen Kommentar loswerden konnte, küsste ihn Sylva erneut. Kurz verwirrt doch dann hingebungsvoll, erwiderte der Vampir den Kuss. Er legte seine Hände um Sylvas schmale Hüften und drückte ihn etwas mehr auf seinen Schoß. Er genoß den nun mehr längeren Kuss, ehe er sich löste.

      Er blickte Sylva in die tief violetten Augen, die ihn anfunkelten. "Und?", grinste er noch immer und leckte sich dabei über die Lippen. Der Vampir wusste um seine Wirkung und fast alle Vampirhäuser - bis auf wenige Ausnahmen - vermochten es ihren Charme zu verstärken sei es durch ihre Optik, ihre Art oder durch Hormone, die sie abgaben und die andere bedeutend ... neugieriger an Vampiren machten. Einige Gefäße suchten gerade deswegen die Vampire auf, sie wollten begehrt werden und andere einfach überhaupt einen Sinn im Leben spüren.

      Lucius riß aus seinen Gedanken als er wieder Sylvas Gewicht in seinem Schoß spürte. Er verschränkte die Arme hinter seinen Kopf und spannte seine Oberarmmuskeln an, um zu sehen, wie das junge Fuchswesen reagieren würde. "Es muss nicht immer nur ein Nehmen sein", sprach Lucius mit leiser und dennoch verführerischer Stimme. "Ich kann dir auch Dinge bieten" Er grinste schelmisch und spürte den musternden Blick auf seinem freien Oberkörper.

      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Wie lange war er wohl schon auf den Beinen? Wie weit war er gekommen? Kharven drängten sich viele Fragen auf. Er müsste nun seit gut einem Moment unterwegs sein. Das Refugium der Zwerge hatte er bereits hinter sich gelassen und er müsste, wenn er richtig auf seine improvisierte Karte auf einem vergilbten Pergament sah, im Reich der Menschen sein. Vermutlich irgendeins ihrer dutzend Königreiche? Kharven hielt inne. Er roch etwas ... es roch nach verbrannten Holz. Neugierig sah er auf. Wenn er doch nur nicht so klein wäre. Alleine seine Schrittgröße war so klein, dass er länger brauchte als die Standardwegesangaben in Fuß. Er raunte, denn er wusste nicht, wer das Feuer legte und wo es war. Es könnte sich um einen Pirschtrupp der Zwergen handeln. Sie würden vermutlich immer noch nach ihm suchen ... andererseits könnte es auch jemand ganz anderes sein. Eine Chance für Kharven sich zumindest zu orientieren und Neues zu erfahren, denn er hatte noch keinen Plan, wo er mit sich hin sollte.

      Er müsste herausfinden, wer das war. Also folgte er dem intensiven Geruch von verbrannten Holz. Er hatte in den vier Wochen hier draußen bereits einiges gelernt und konnte oder musste zugeben, dass die 42 Jahre unter der Erde vor allem seinen Geruchs- und Hörsinn bedeutend verbessert hatten. Und so kam er nach wenigen Minuten auf eine einsame Lichtung mit einem Lagerfeuer. Seine Augen spähten nach Lebewesen, doch er war zu weit weg. "Verdammte Axt", murmelte er und näherte sich aus dem Schatten den das Mondlicht warf, dem Lagerfeuer. Es knisterte laut und strahlte eine schöne Wärme und ein sattes Licht aus. Und als Kharven so ins Licht starrte - beinahe gebannt - entdeckte er eine Person. Es war ein ... Elf? Er atmete erleichtert aus. Kharven war sicherlich nicht der beste Redner oder jemand, den man diesen Abends an einer Lichtung erwartete und dennoch wollte, er zumindest prüfen, um was für einen Zeitgenossen es sich dabei handelte. Er trat also vorsichtig ans Feuer. "Ganz schön auffällig dein Feuer", erklärte er dann und sah die sich weiteten Augen des Elfen, der an einem Baum saß. Er würde wohl bei weitem größer sein als der Halb-Zwerg. Doch das Feuer in der Mitte ist für ihn - falls der Zeitgenosse nicht freundlich gesinnt ist - das größte Potenzial.
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Wieder durchfuhr etwas den Körper des jungen Vulthera, als seine Lippen erneut auf die des Vampirprinzen trafen. Ein Schaudern... oder war es, als würde man von einem Blitz getroffen? Nicht, dass Sylva wusste, wie sich das anfühlte – und doch kam es ihm genau so vor.
      Aber inzwischen war er sich sicher: Er konnte seinen eigenen Gefühlen nicht mehr trauen. Er hasste Vampire. Und Lucius durfte keine Ausnahme sein. Sie hatten nur einen Deal. Und wenn beide Seiten ihn erfüllt hatten, würden sich ihre Wege sowieso wieder trennen. Für immer. Sie würden einander nie wiedersehen.

      Als sich der Vampir schließlich von seinen Lippen löste, funkelte Sylva mit seinen violetten Augen auf den Prinzen herab. Er beobachtete, wie dieser die Arme hinter dem Kopf verschränkte und dabei seine Muskeln zur Schau stellte. Als er seine Worte hörte – und dieses schelmische Grinsen dazu –, presste Sylva die Zähne so fest aufeinander, dass man das Arbeiten seines Kiefers sehen konnte.
      Im Kontrast dazu nahm sein Gesicht nur noch mehr Farbe an. Ein leuchtendes Rot. Sein Herz raste inzwischen so sehr, dass er es bis in den Ohren klopfen hören konnte.

      „Huh?! Was sagst du da?!“, fragte er und schien die tiefere Bedeutung hinter Lucius’ Worten noch nicht ganz erfasst zu haben. Seine Finger gruben sich fester in die Schultern des Prinzen, während er ihn mit noch mehr Nachdruck in die weiche Matratze drückte.
      „Was meinst du damit? Spuck’s schon aus, Prinzessin!“


      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Eine Stimme, die plötzlich über die Lichtung hallte, riss Hiro aus seinen tiefen Gedanken. Seine Augen huschten zu der fremden Gestalt, die unvermittelt an seinem Lagerfeuer stand.
      Seine Augen weiteten sich und im nächsten Moment war er bereits auf den Beinen. Instinktiv griff er nach Pfeil und Bogen, spannte die Sehne bis zum Anschlag und richtete die Pfeilspitze auf den Eindringling.
      „Bleib, wo du bist.“, sprach er mit ruhiger, aber fester Stimme.
      Sein Blick wanderte umher, tastete jeden Schatten ab, suchte nach weiteren Präsenzspuren – doch da war nichts. Der Fremde – ein Zwerg? – schien tatsächlich allein zu sein. Aber warum?
      Natürlich gab es Kopfgeldjäger, die allein arbeiteten, aber das war selten. Und weshalb hatte der Zwerg noch nicht angegriffen oder eine Waffe gezogen? War das eine Falle? Ein Trick, um ihn in Sicherheit zu wiegen?

      „Warum bist du hier? Was willst du?“, fragte Hiro schließlich – und in diesem Moment bemerkte er in den Baumkronen einen kleinen Schatten, der sich elegant von Ast zu Ast bewegte.
      Dann, ganz plötzlich, sprang ein kleines, flauschiges Wesen auf den Kopf des Halb-Zwergen. Wieder weiteten sich Hiros Augen leicht – doch kurz darauf seufzte er und ließ Pfeil und Bogen langsam sinken.
      „Halt still.“, sagte er, während er sich, noch immer vorsichtig und wachsam, auf den Fremden zubewegte. Als er ihn erreichte, hob er vorsichtig das Feuerfrettchen von dessen Kopf – das gerade erfolglos versuchte, dem Halb-Zwerg in den Schädel zu beißen, was jedoch eher darin endete, dass es ihn ansabberte.

      Mit beiden Händen hielt Hiro das kleine Wesen nun vor sein Gesicht und blickte ihm direkt in die kugelrunden, schwarzen Augen.
      „Du schon wieder?“, murmelte er leise, beinahe zärtlich.
      Das Feuerfrettchen starrte mit großen Augen und leicht herausgestreckter Zunge zurück.
      Hiro seufzte erneut, legte das Tier vorsichtig in seinen Arm und wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Fremden zu.
      Er musterte ihn: Kleidung, Haltung, Mimik.
      „Du bist keiner von ihnen...“, murmelte er schließlich – mehr zu sich selbst als zum Anderen. „Wer bist du – und was willst du hier?“
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Nicht unbemerkt blieb Sylvas Reaktion, die ganz im Gegenteil zu seinem Gesagten stand und so grinste Lucius weiterhin zufrieden. Er genoss den Moment der Überlegenheit und begutachtete zufrieden die Röte in Sylvas Gesicht. Es durfte ruhig noch einen Moment andauern, dachte er sich auskostend, ehe er sich unter Sylva räkelte. Er mochte den festen Griff an seinen Schultern, doch scheinbar musste er ihm eine Gedächtnisstütze geben. "Na ja ich werde vermutlich noch das ein oder andere Mal von dir trinken dürfen", seine spitzen Zähne blickten unter der Lippe hervor, "aber das Ganze muss ja keine Sackgasse sein. Du könntest das auch etwas genießen." Mit diesen Worten richtete Lucius seinen Oberkörper gegen Sylvas Drücken auf. Er drückte sich mit den Unterarmen im Bett ab und war nun seinem Gesicht einiges näher. Er spürte die Hitze, die Sylvas rotes Gesicht ausstrahlte und flüsterte ihm nun hauchend entgegen: "Wir sind beide nur Lebewesen und ich kann dir auch noch ein paar schöne Dinge zeigen." Er grinste verführerisch und sah an ihnen beiden hinunter. Er streckte seine Hand aus und strich sanft mit den Fingern über Sylvas Hals entlang Richtung Brust und sah ihm dabei in die Augen. "Du gefällst mir schließlich", er machte eine kurze Pause und stoppte mit seiner Hand an Sylvas bebender Brust; er spürte dessen noch immer heftig schlagendes Herz. "Und ich gefalle scheinbar auch dir. Also könnten wir unsere kleine Abmachung doch auch etwas erweitern." Lucius grinste schelmisch und ließ seine Hand zart weiter über die Haut des Vulthera fahren.

      Er biss sich auf seine Unterlippe und zögerte, ehe er den günstigen Zeitpunkt nutzte und sich sowie den Vulthera nach links im Bett drehte. Mit einmal lag Sylva unter ihm und er über ihm. Es trennten die beiden nur Millimeter. Haut an Haut. Die beiden schauten sich ins Gesicht mit großen Augen. Selbst Lucius war verwundert, nicht von seinem Können sondern seinem Gefühl dabei. Es beschlich ihn das seltene Gefühl, dass er Sylva haben wollte. Erneut biss er sich auf die Lippen und sah an sich hinunter. Sylvas Beine gingen nun rechts und links an ihm vorbei und sein Schoß schmiegte sich nah an den Unterkörper des Vulthera. "Ich mag es, wenn du das so einforderst, aber ich glaube du hast keine Ahnung worauf du dich einlässt." Der Ton war nun bedeutend dominanter und Lucius drückte seinen Unterkörper umso fordernder gegen Sylva. Er beobachtete das feine Gesicht des Vulthera, der ihn mit einer Mischung aus verschiedenen Gefühlen ansah. Er streichelte über Sylvas nackten Oberkörper. "Deine Augen verraten dich", grinste der Vampir, ehe er zugab "aber meine Augen werden vermutlich auch nicht lügen und dir zeigen, was ich will." Lucius setzte seinen Lippen erneut auf die von Sylva und küsste ihn, während seine großen Händen sanft aber dennoch bestimmt über den Oberkörper des Vulthera fuhren. Seine Haut war weich und so schön warm. Lucius musste zugeben er hatte eine viel zu große Schwäche für Lebewesen, die keine Vampire waren. Diese machten einen viel größeren Reiz aus als der Zeitvertreib mit Vampiren.

      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Nun Kharven hätte sich wohl die Reaktion des Gegenübers ausmalen können und dennoch war erneut wie so oft so unvorsichtig. Da er nie wirklich mit anderen Lebewesen interagiert hatte und nur in Isolation aufwuchs, neigte er dazu nie das Problem darin zu sehen einfach andere Lebewesen anzusprechen. Doch nun hatte er seinen Gegenüber aufgejagt und dieser hielt ihm recht dreist auch schon den Pfeil ins Gesicht. "Hey! hey! Hey", wedelte der Halb-Zwerg mit den Händen. "Ich habe keine Lust auf Stress. Ich bin hier selbst auf der ..." er zögerte "Durchreise?" Für einen Moment schon wollte Kharven eine Feuerglut aus dem kleinen Lagerfeuer entstehen lassen, ehe das Geräusch über ihm und das darauffolgende Gewicht aus dem Konzept brachte. "Uaah", rief er erschrocken und spürte etwas Feuchtes. Dies schien gleichzeitig den Elfen von seiner aggressiven Art abzubringen, er ging auf ihn zu und entfernte dieses etwas. Von hinten sah es aus wie ein großer Mader, doch beim genaueren Hinsehen erkannte der Halb-Zwerg dass es eine Art Frettchen war. "Bei Thors Bart! Was ist das für ein Tier?", fragte er sich und griff sich in die Haare. Er raunte. "Hmm lecker Frettchensabber. Wirklich tollte Trick hast du drauf, Elf", murmelte der Halb-Zwerg mürrisch und schob sich seine langen Seitensträhnen aus dem Gesicht.

      Der Elf legte das Frettchen in seinen Arm und musterte den Zwerg. Das war diesem etwas unangenehm. Er war seit Wochen auf der Durchreise und roch wie dieses Fellknäuel in seinen Armen. Doch jetzt war keine Zeit für Körperpflege. Er wollte wissen, auf wen der Elf hier lauerte. "Keiner von ihnen? Was sagst du das? Ich bin natürlich kein Zwerg, das siehst du ja wohl, hm?", stellte er etwas eingeschnappt fest, ehe er spürte, dass der Elf wohl etwas anderes meinte. Er hob fragend die Augenbraue und musterte das feine Geschöpf. Es war bei weitem größer als er und dünner, dafür jedoch - in Anbetracht der Umstände - recht anmutig, was ihn kurz schwach lächeln ließ, ehe er den Kopf schüttelte und wieder eine ernste Miene aufsetzte. "Bist du Jäger oder sowas mit deinem Frettchen da?"
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Mit jedem Wort, das der Vampirprinz sprach, weiteten sich Sylvas Augen ein klein wenig mehr. Sein Gesicht würde diese Nacht wohl keine normale Farbe mehr annehmen. Dem war sich Sylva sicher.
      Er starrte auf ihn herab, versuchte erneut zu protestieren – ihn anzumotzen, irgendetwas zu finden, um den Vampirprinzen zurechtzuweisen.
      Er öffnete den Mund... doch keine Worte kamen heraus. Stattdessen entwich ihm nur ein zittriger Atemzug. Wie hatte Lucius es geschafft, in so kurzer Zeit so viel Macht über ihn zu gewinnen? Sylva war sonst unabhängig. Selbstgenügsam. Abgesehen von seiner Schwester brauchte er niemanden in seinem Leben.
      Doch je mehr Zeit er mit dem Vampirprinzen verbrachte, desto stärker fühlte er sich zu ihm hingezogen. Desto mehr sehnte er sich nach jeder kleinsten Berührung. Nach dem Klang seiner Stimme.

      Ein Schauer lief ihm über den Rücken, als Lucius ihn berührte. Sylva biss sich fest auf die Unterlippe, um ein Wimmern – oder etwas noch Verräterischeres – zu unterdrücken.
      Ein überraschtes Quietschen entfuhr ihm dann doch, als plötzlich er unter dem Vampir lag. Seine violetten Augen starrten ihn erschrocken an – doch er machte keine Anstalten, sich aus der Situation zu befreien.
      Er wollte etwas sagen. Irgendetwas – Hauptsache, er konnte seine sonst so vorlaute Fassade aufrechterhalten. Aber egal, wie sehr er sich bemühte oder dagegen ankämpfte – sein Körper gehorchte ihm nicht. Oder besser gesagt: Sein Körper verlangte nach dem, was vielleicht als Nächstes kommen würde.

      Als die Lippen des Vampirprinzen wieder auf seine trafen, entspannte sich Sylvas Körper sichtlich.
      Er erwiderte den Kuss – schon fast zu gierig – und seine Hände griffen in Lucius’ blaue Haare, um ihn noch näher an sich heranzuziehen.
      „Ab morgen...sobald die Sonne aufgeht...werde ich dich wieder hassen, verstanden?“, grummelte er leise gegen seine Lippen – nur um den Kuss im nächsten Moment selbst noch tiefer werden zu lassen.




      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Hiro starrte den Zwerg einen langen Moment lang einfach nur ungläubig an.
      „Er scheint nicht gerade der hellste Stern am Firmament zu sein…“, dachte er und schüttelte leicht den Kopf.
      „Ein Jäger?“, wiederholte er, nun mit sichtbar zusammengezogenen Brauen – fast schon beleidigt. „Ich bin kein Jäger. Ich töte nicht. Und schon gar keine wehrlosen Geschöpfe.“
      Sein Blick glitt hinab auf das Feuerfrettchen, das noch immer mit heraushängender Zunge in seinem Arm lag. „Außerdem ist das nicht mein Frettchen.“, murmelte er. „Ich hab mich vor ein paar Wochen mal um seine verletzte Pfote gekümmert... seitdem folgt es mir überall hin.“

      Er streichelte dem besagten Frettchen sanft über den Bauch, bevor er sich wieder dem Zwerg zuwandte. Seine ruhigen Augen ruhten mit einem gewissen, unterschwelligen Misstrauen auf seinem Gegenüber. Es sah ganz so aus, als hätte der Zwerg seit Längerem weder ein Bad noch einen Bach gesehen… doch Hiro war nicht der Typ, der über andere urteilte – also schwieg er dazu.

      „Du hast meine Frage immer noch nicht richtig beantwortet.“, sagte er schließlich, den Blick unverwandt auf den Fremden gerichtet. „Wer bist du? Und was machst du hier? Wenn du wirklich auf der Durchreise bist – warum hast du dann mein Lager aufgesucht?"
      Seine Stimme blieb ruhig, doch er hob dabei leicht das Kinn – ein leiser Hauch von Stolz in seiner Haltung.

      Doch im nächsten Moment verschwamm Hiros Sicht. Er stolperte zwei taumelnde Schritte rückwärts, ehe er sich gerade noch rechtzeitig fing und sich mit der freien Hand an einem nahen Baumstamm abstützte.
      „Nicht schon wieder… das ist nicht gut. Warum muss das ausgerechnet jetzt passieren?“, schoss es ihm durch den Kopf.
      Aber noch bevor er sich tiefer in diese Gedanken verlieren konnte, zwang er sich, wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren – auch wenn es nur eine Illusion war. Mehr Schein als Sein.

      „Wenn du hier bist, um mich zu überfallen: Ich habe nichts von Wert – außer altem Brot.“
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Dem Vampir war die Stille seines Gegenübers nicht entgangen. War er sonst so vorlaut, so frech, so aufrührerisch, lag nun ein seltsames Schweigen zwischen ihnen – schwer, gespannt, voller unausgesprochener Gedanken. Doch Sylvas Lippen suchten seine wie aus tiefem Hunger, und Lucius erwiderte die Küsse mit derselben verlangenden Inbrunst. Fordernd, bestimmend, wie ein Herrscher, der nahm, was ihm zustand – und doch war da in seinen Bewegungen etwas Sanftes, eine Sorgfalt, die nicht zum Bild des kalten Vampirprinzen passen wollte.
      Nur für einen Moment löste sich das Fuchswesen, um ihm leise ins Ohr zu flüstern, dass er ihn morgen wieder hassen würde. Lucius grinste in den Kuss hinein, seine Fangzähne blitzten kurz auf. „Aber natürlich“, hauchte er und zog Sylva mit einem leichten Ruck noch näher an sich, als wollte er ihm das Gegenteil beweisen – mit seinem Körper, nicht mit Worten.

      Seine Hände glitten über die warme Haut des Vulthera, zogen ihm das letzte Stück Stoff mit geübtem Griff über die Hüften. Dann löste sich Lucius aus der Umarmung, nur um sich selbst von dem störenden Rest Stoff zu befreien. Das Leinen fiel achtlos zu Boden. Einen Moment später war ihre Haut wieder aneinander – warm, glatt, fremdvertraut. Der Vampir legte sein Bein zwischen Sylvas, rieb sich kaum merklich gegen ihn, spürte die aufsteigende Hitze, das verlangende Pochen unter der Haut.
      Sein Blick wanderte über Sylvas Körper, langsam, unverschämt offen. Kein Zweifel lag in seinen Augen – nur dieses leise, gefährliche Funkeln von Besitzanspruch und ehrlichem Interesse. „Du bist wirklich hübsch, wenn du nicht widersprichst“, murmelte er amüsiert, ehe er sich vorbeugte und seine Lippen an Sylvas Hals legte. Er küsste ihn sanft dort, wo die Haut dünn und empfindlich war – wo das Blut dicht unter der Oberfläche pulsierte. Seine Küsse folgten der Linie der Halsschlagader, wanderten über das Schlüsselbein zur Brust. Lucius ließ sich Zeit. Seine Lippen waren warm, feucht – seine Zunge tanzte über die Brustwarze des Gefäßes, neckend, fordernd, bis sich der Körper unter ihm spannte.

      Mit einem zufriedenen Laut ließ er die Hand über Sylvas Flanke wandern, erkundete jeden Muskel, jede Linie. Dann glitt sie tiefer, zwischen die Beine, streifte spielerisch über die empfindlichsten Stellen, ehe sie sich fester darum schloss. Er hob den Kopf leicht, sah Sylva ins Gesicht – seine violetten Augen glänzten im dämmrigen Licht des Raumes. Er presste sich enger an Sylva, ließ ihre Glieder sich aneinander reiben, Haut auf Haut, heiß und hungrig. Sein Griff wurde fester, entschlossener. Ein leiser Laut entrang sich der vampirischen Kehle – ein tiefes, kehliges Knurren, halb Lust, halb Kontrolle, die langsam bröckelte. Lucius ließ von Sylvas Brust ab und küsste sich wieder nach oben, bis ihre Lippen erneut aufeinandertrafen. Diesmal tiefer. Gieriger. Seine Hüften begannen sich zu bewegen, suchten Kontakt, mehr Nähe, mehr Reibung – das Spiel hatte begonnen, und er war bereit, es bis zum bitteren Ende zu spielen.

      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Kharven konnte trotz der ehe angespannten Situation nicht anders als kurz zu grinsen. Die Art wie dieser Elf sich rechtfertigte, belustigte ihn und vermutlich fand er irgendwie Gefallen daran, dass sein Gegenüber ihn nicht sofort abstempelte oder überhaupt mit ihm redete! Die Zwerge hatten ihm diese Interaktion stets verweigert und so war dieses Aufeinandertreffen für ihn schon irgendwie positiv, wenngleich er die Skepsis seines Gegenübers spürte und er selbst sich immer noch fragte, was dieser Elf hier so alleine im Wald machte und wieso er so schreckhaft reagierte. Vor wem war er auf der Flucht? Auch wenn er Fremden nicht zu weit trauen würde, schien dieser Elf recht besonnen, wie er erzählte, dass er dem Frettchen die Pfote behandelte und dieses ihm seitdem folgt, bestätigte die Einschätzung des Halb-Zwergs.

      Der Elf war jedoch - wie es für ihr Volk typisch war - nicht auf den Kopf gefallen und fragte ihn erneut, wer er ist, was er hier macht und wieso er sein Lager aufsuchte. "Nun", erklärte Kharven mit ruhiger Stimme, "ich bin Kharven Dûrthal, Halb-Zwerg aus dem Tiefenreich von Thôrd-Khazrak. Meine Dienste dort sind erledigt und ich bin nun auf der Suche nach ... etwas Neuem" Er zögerte, wusste er doch selbst noch nicht, was er hier genau suchte. "Und du bist?", fragte er ohne das Offensichtliche auszusprechen: ein Elf auf der Flucht? Aber wovor?

      Ehe er jedoch weitere Antworten vom Elf erwarten konnte, schien dieser eine Art Schwächeanfall zu kriegen. Kharven ging auf ihn zu, ehe der Elf sich an einem Baumstamm abstütze. "Hey hör zu, ich will dir nichts klauen! Ich suche einfach einen Weg durch diese Welt mehr nicht!", seine Stimme wurde kräftiger, da er sich angegriffen fühlte. Doch der Elf tat ihm leid und so stütze er diesen (man durfte nie die Kraft der Zwerge unterschätzen, sahen sie zwar klein aus, hatten sie doch für ihre Größe enorme Tragkraft.) Er legte den Elf gegen den Baumstamm, an dem er sich abstützte. "Ist alles in Ordnung mit dir?" Das Frettchen schien aufgewühlt um die beiden herumzuspringen. Kharven breitete seine Hand über dem Elf auf und ließ sie schwach in einem hellen, blauen Licht aufleuchten. "Ich schaue nur, ob du unter einem Zauber stehst." Er stockte. "Bei Thors Bart! Du stehst unter einem mächtigen Bannzauber." Er runzelte die Stirn. Was hatte das zu bedeuten? Das Licht erlosch und er senkte seine Hand wieder.
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Sylva sog scharf die Luft ein, als der Vampirprinz ihm und danach sich selbst die Kleidung vom Leib streifte. Das alles ging viel zu schnell, oder? Oder war das… normal? - verdammt… wenn er das nur wüsste...
      Die violetten Augen des Vulthera glitten langsam über den muskulösen Körper des Vampirprinzen. Fast wie in Trance beobachtete er, wie Lucius’ Muskeln im flackernden Licht der Kerzen tanzten.
      Unaufhaltsam wanderten seine Blicke weiter nach unten – und erst, als sie an einem gewissen Punkt innehielten, kehrte plötzlich das Bewusstsein zurück.
      Seine Augen weiteten sich schockiert, und er suchte hastig wieder den Blick des Vampirprinzen. Natürlich bemerkte er in diesem Moment, dass Lucius ihn ebenso aufmerksam musterte.
      Sylva spürte, wie ihm die Hitze in den Körper schoss. Eine Mischung aus Scham und… etwas anderem. Etwas, das er nicht in Worte fassen konnte.
      Er wollte sich verdecken. Irgendetwas tun. Doch bevor er auch nur einen klaren Gedanken fassen konnte, lag Lucius schon wieder über ihm.

      „Halt die Klappe…“, zischte Sylva leise, als er Lucius’ Worte hörte. Er war sich nicht sicher, ob das gerade ein Kompliment gewesen war oder doch eher eine Provokation. „Gib’s zu… du magst es, wenn ich dir widerspreche.“
      Als er im nächsten Moment die Lippen des Vampirprinzen an seinem Hals spürte, legte Sylva – als wäre es das Natürlichste der Welt – seinen Kopf in den Nacken, um ihm mehr Platz zu bieten.
      Während Lucius’ Lippen über seinen Körper wanderten, entkamen Sylva immer wieder leise, unterdrückte Laute. Sein Atem ging schneller, seine Sinne verschwammen.
      In dem Moment, in dem sich Lucius' Hand schließlich um seine empfindlichste Stelle schloss, entwich Sylva ein überraschter Laut – eine Mischung aus Stöhnen und einem leisen Quietschen.
      Das pochende Gefühl in seinem Körper wurde immer stärker, immer fordernder. Doch erneut ließ der Vampir ihm keine Chance zu reagieren. Lucius machte einfach weiter, forderte seinen Körper, bis sich ihre Lippen schließlich wieder in einem heißen, leidenschaftlichen, feuchten Kuss trafen.

      Sylvas Gedanken waren ein einziges Durcheinander. Kaum glaubte er, einen klaren Gedanken gefasst zu haben, wurde dieser auch schon im nächsten Moment von Lucius’ Berührungen zerschmettert.
      Er drehte den Kopf zur Seite, schnappte nach Luft. „E-Ey!... Jetzt warte doch mal!... Warum bist du eigentlich oben?!“
      Seine Stimme war heiser und bei Weitem nicht so laut und bestimmt, wie er es sich gewünscht hätte. Doch bevor er noch mehr sagen konnte, drohte ihm erneut ein unkontrolliertes Geräusch zu entweichen. Hastig presste er sich die Hand auf den Mund, als wolle er damit wenigstens einen Hauch von Kontrolle bewahren.



      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Hiros Atmung war flach, und alles um ihn herum schien sich zu drehen. Er versuchte, vor dem Fremden – der sich als Kharven Dûrthal vorgestellt hatte – seine Fassung zu bewahren, nicht schwach zu wirken.
      Doch bevor er etwas tun oder sich dagegen wehren konnte, stützte ihn der Halb-Zwerg überraschend kräftig, setzte ihn sanft, aber bestimmt an den Baum, an den er sich zuvor gestützt hatte, und lehnte ihn dagegen.
      „Ja, alles in Ordnung. Mir geht es gut.“, rechtfertigte sich der Elf mit schwacher Stimme, auch wenn er insgeheim dankbar war, sich gegen den Baumstamm lehnen zu können.

      Als Kharven dann plötzlich seine Hand über ihn ausbreitete und ein schwaches, bläuliches Licht aufleuchtete, weiteten sich Hiros Augen leicht. Ein Zwerg – nein, ein Halb-Zwerg – der Magie wirkte. Das… das hatte er noch nie gesehen. Zwerge konnten keine Magie wirken. Es musste an seinem menschlichen Erbe liegen.
      Das Feuerfrettchen – das immer noch keinen eigenen Namen trug – sah fast panisch zwischen dem Halb-Zwerg und dem Elf hin und her.
      Sein kleiner Körper bebte, als könne es die angespannte Atmosphäre spüren.

      Als der Halb-Zwerg schließlich die Hand wieder sinken ließ, schüttelte Hiro nur leicht den Kopf auf dessen Feststellung hin.
      „Nein. Das ist nicht ganz richtig.“, antwortete er leise und hob sein Kinn, um seine Fassung zurückzugewinnen.
      „Ich stand unter einem mächtigen Bannzauber, das stimmt… aber ich habe die Verbindung gebrochen. Das eben war nur eine der Nachwirkungen. Mir geht es gleich wieder gut.“, versicherte er und versuchte nicht zu viel zu verraten.

      Dann erinnerte er sich an die Gegenfrage des Halb-Zwerges. Er zögerte. Unsicher, ob er Kharven wirklich seinen Namen verraten sollte oder nicht. Aber… der Halb-Zwerg hatte ihn nicht angegriffen. Im Gegenteil – er hatte ihm geholfen.
      Und je länger Hiro ihn betrachtete, desto mehr hatte er das Gefühl, dass auch Kharven seinen Platz in dieser Welt nicht wirklich gefunden hatte. Warum war er nicht mehr bei den anderen Zwergen? Was war seine Geschichte?
      Schließlich atmete Hiro leise aus. „Mein Name ist Hiro.“, sagte er schließlich und musterte Kharvens Reaktion aufmerksam.
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Der Vampir lächelte süffisant, als sein Gefäß versuchte zu protestieren – oder es zumindest so aussehen ließ, als hätte es noch irgendeine Kontrolle. Diese Art von Trotz… sie war wie ein Gewürz im Blut. Scharf. Verwegen. Und letztlich doch nutzlos.
      „Du bist süß, wenn du mir widersprichst, Sylva“, raunte Lucius mit einem dunklen Timbre in der Stimme, das jedes Wort auflud wie eine Drohung, die süßer klang, als sie sein sollte. Er beugte sich wieder vor, ließ kaum einen Spalt Luft zwischen ihnen. Ihr heißer Atem vermischte sich. Die Spannung vibrierte wie ein gespannter Bogen. „Pass aber auf, dass du mir nicht zu oft widersprichst…“ Seine Stimme war nur noch ein gehauchtes Versprechen. „…ansonsten muss ich dafür sorgen, dass du die Klappe hältst.“ Lucius leckte sich langsam, genussvoll über die Lippen. Dann legte er die Hand fordernd um Sylvas Erregung. Fest. Besitzergreifend. Ein Spiel von Reibung und Druck begann, während sein Blick sich in Sylvas verengte Augen bohrte.

      Lucius hätte gelacht – hätte Sylvas halb heiserer Protest, sein erschrockenes Quietschen und die überstürzte Beschwerde nicht einen derart entzückenden Kontrast zu dem geboten, was sein Körper so deutlich verriet. Diese Auflehnung, dieses Zucken zwischen Stolz und unterdrücktem Verlangen – es reizte ihn auf eine Weise, die längst über Spiel oder Gewohnheit hinausging.
      „Weil ich derjenige bin, der dich gerade dazu bringt, an nichts anderes mehr zu denken“, flüsterte Lucius direkt an Sylvas Ohr und biss ihm dann leicht in das weiche Fleisch am Hals, ohne seine Reißzähne einzusetzen. Nur ein markierender Druck, ein stummes Ich bin hier. Die Hand an Sylvas Glied bewegte sich in einem langsamen, quälenden Rhythmus. Der Vampir beobachtete jede Reaktion, jede flüchtige Regung auf dem hübschen Gesicht unter ihm. Sein anderer Arm glitt um Sylvas Taille, zog ihn näher zu sich, presste Haut an Haut. Ihr beider Erregung rieb sich aneinander, heiß und drängend.

      Lucius' Küsse wanderten erneut an Sylvas Hals entlang, diesmal tiefer, über die zitternde Brust, über den weichen Bauch. Seine Lippen brannten Spuren aus Hitze und Anspannung, ehe er sich wieder nach oben bewegte, über Sylvas Kiefer, bis ihre Münder wieder aufeinandertrafen. Der Kuss war nun roh, verlangend, ein süßer, zähneknappernder Krieg um die Vorherrschaft.
      Und Lucius gewann. Er stieß Sylvas Beine mit den Knien sanft auseinander, schob sich zwischen sie und ließ sein Gewicht mit Bedacht auf ihn sinken. Seine Finger fuhren tastend an Sylvas Schenkel entlang, bis sie ihn vorbereiteten – mit Nachsicht, aber auch mit Absicht. Er wollte, dass Sylva es spürte. Jeden Moment. Jede Dehnung. Jeden Zentimeter. „Atme…“, flüsterte er, während er sich ansetzte – und dann langsam in ihn eindrang.

      Das erste Ziehen war fordernd, dehnend, fast zu viel. Doch Lucius gab ihm Zeit. Immer wieder pausierte er, küsste Sylva, lenkte ihn ab, streichelte ihn dort, wo er am empfindlichsten war. Nur um dann tiefer zu gleiten. Weiter. Ein kehliges Stöhnen verließ den Prinzen, als er ganz in ihm war. Seine Hüfte ruhte gegen Sylvas Oberschenkel, seine Finger drückten sich in dessen Hüfte. Sein Blick war dunkel, tief, beinahe… ehrfürchtig. „Du bist perfekt, Sylva…“, flüsterte er. „Und jetzt gehörst du mir.“ Dann begann er sich zu bewegen – langsam, kontrolliert, mit einer flüssigen, fast tänzerischen Kraft. Jeder Stoß war ein Bekenntnis. Jede Bewegung ein Besitzanspruch. Und jeder Kuss, den er ihm stahl, schmeckte nach etwas, das gefährlich nah an Zuneigung grenzte.



      Zwei Jahre zuvor, Lichtung im Reich der Menschen

      Kharven blinzelte irritiert, als das helle, fast durchscheinende Blau seiner Magie auf Hiros Haut abebbte und der Elf ihm erklärte, dass die Verbindung bereits gebrochen sei. Dennoch: Dieser Blick, der Schmerz hinter der Stirnfalte, der Schweiß auf der Haut – etwas stimmte nicht. Der Halb-Zwerg runzelte die Stirn, knurrte leise vor sich hin und musterte Hiro noch intensiver. „Hm. Dann war das, was ich gesehen habe… eine Nachwirkung?“, murmelte er nachdenklich und ließ die Hand sinken. Für einen Moment war er still – der Ernst in Hiros Augen hatte etwas an sich, das selbst ihn verstummen ließ. „Ich bin kein Heiler. Ich bin kein Gelehrter. Aber selbst ich weiß, dass sowas selten spurlos vergeht.“ Er legte das Kinn in die Hand, sah zum Feuer. „Und ich habe noch nie jemanden getroffen, der einen Bann alleine bricht…“ Er ließ den Satz offen, neugierig, aber nicht anklagend.

      Als Hiro ihm schließlich seinen Namen offenbarte, hob Kharven den Blick. Einen Moment lang herrschte eine seltsame Stille zwischen den beiden – nur das Knistern des Feuers und das unaufhörliche Trappeln des Frettchens waren zu hören. Dann zog sich ein schiefes, fast freundliches Lächeln über Kharvens Gesicht. „Hiro also.“ Er nickte. „Du bist mutig, das zu sagen. Ich weiß das zu schätzen.“ Und dann – fast schon überraschend sanft – reichte er dem Elfen die Hand. „Ich bin kein Feind. Ich will auch nichts von dir. Aber vielleicht… hast du genauso wenig ein Ziel wie ich. Vielleicht können wir uns wenigstens bis zur nächsten Weggabelung den Rücken freihalten.“
      Sein Blick wurde ernster, tiefer. „Es ist eine dunkle Welt da draußen. Und sie wird noch dunkler werden. Und wenn du etwas suchst – so wie ich – dann ist es vielleicht ganz gut, nicht ganz allein zu sein.“

      Wieso sagte er das eigentlich? Hatte er nicht genug eigene Probleme? Eigentlich schon, doch wäre da nicht dieses eigentlich. Denn irgendetwas an dem Elfen reizte den Halb-Zwerg. Er ließ immer wieder seinen neugierigen Blick über das hochgewachsene Wesen gleiten. Was reizte ihn? Die Fremdartigkeit dieses Elfens? Der magische Fluch, den er auf sich trug? Oder einfach, dass dieser Elf scheinbar auch auf der Flucht war - so wie Kharven. Er schürzte die trockenen Lippen und versuchte nicht zu sehr auf den Elf zu starren, und dennoch hatte er viele Fragen an ihn und an sich.
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Sylvas Gedanken waren mittlerweile nur noch ein einziges, riesiges Durcheinander. Er schaffte es nicht mehr, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. All seine – fast schon erbärmlichen – Versuche endeten wieder bei einer einzigen Sache: Lucius. Und bei dem, was sie gerade taten.
      Vor wenigen Augenblicken hatte er noch den Mund aufreißen wollen, um Lucius zu fragen, wie er ihm wohl den Mund stopfen wollte. Aber diese Frage war ihm längst im Hals stecken geblieben – ersetzt durch ein Murmeln aus undefinierbaren Worten, Wimmern und Stöhnen.
      Und obwohl er versuchte, ruhig zu atmen, gelang es ihm nicht wirklich.

      Die Situation war für den jungen Vulthera eine vollkommen neue Erfahrung. Unbekannt – und dennoch fühlte sie sich erschreckend richtig an. Immer wieder reagierte sein Körper fast automatisch auf Lucius’ Berührungen und Bewegungen, lange bevor sein Kopf überhaupt verstand, was genau gerade mit ihm geschah.
      Jeder einzelne Stoß, jede Berührung, wurde von Sylva entweder mit einer körperlichen Reaktion oder einem leisen Laut – Wimmern, Stöhnen – beantwortet.

      Seine violetten, glasigen Augen suchten die des Vampirprinzen. Sylva öffnete den Mund, doch das Einzige, das seinen feuchten Lippen entwich, war ein leises, fast schon verzweifeltes Betteln.
      Ob er nach mehr oder nach Gnade flehte, ließ sich in diesem Moment wohl nur von seinem Gegenüber mit Sicherheit deuten.

      Mürrisch – und vielleicht auch ein wenig beschämt – drehte Sylva den Kopf zur Seite und presste sein Gesicht tief in das weiche Kissen, um all die Laute zu dämpfen, die sich gefährlich nah an die Oberfläche kämpften.
      Sein ganzer Körper kribbelte, das Verlangen brannte heiß in jeder Faser. Ein drängendes Ziehen breitete sich aus, während sich sein Unterleib unkontrolliert anspannte. Er wölbte den Rücken, reckte sich Lucius instinktiv entgegen – als würde sein Körper längst entscheiden, was sein Verstand noch immer zu fassen versuchte.

      Eines war dem jungen Vulthera dabei jedoch klar: lange würde er das hier nicht mehr aushalten.


      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Hiro weitete überrascht die Augen, als der Halb-Zwerg ihm im nächsten Moment die Hand reichte und mit ruhiger Stimme erklärte, dass er kein Feind sei.
      Der Elf zögerte. Er lauschte den Worten seines Gegenübers, der – offenherzig und ohne Umwege – gestand, selbst kein klares Ziel zu haben. So wie er.
      Hiro senkte den Blick auf die ausgestreckte Hand. Die Worte des Halb-Zwergen hallten in seinem Kopf nach. Noch war er sich nicht sicher, ob es klug war, seine Reise ausgerechnet mit einem Fremden fortzusetzen. Und doch… in diesem kurzen Moment hatte dieser Mann ihm mehr Freundlichkeit gezeigt, als er sie seit Langem erfahren hatte. Sogar ein leichtes Lächeln. Vielleicht...vertraute er dem Fremden bereits mehr, als er eigentlich sollte.

      Langsam hob Hiro seine Hand. Doch bevor er die von Kharven wirklich ergriff, hielt er inne. Ihre Blicke trafen sich – und Hiros Miene wurde schlagartig wieder ernst.
      Er wollte, dass Kharven verstand, worauf er sich einließ. Dass es kein harmloser Weg sein würde.
      „Wenn du diesen Weg wirklich gemeinsam gehen willst… dann solltest du wissen, dass es gefährlich ist, mit mir zu reisen. Ich werde gesucht. Und sie machen nicht halt, jeden zu töten, der sich ihnen in den Weg stellt.“

      Seine Stimme war ruhig, aber bestimmt, während seine Hand noch zögernd über der des Halb-Zwergen schwebte.
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Genüsslich auskostend verweilte Lucius immer wieder in Sylva. Eng an eng rieb sich ihre warme Haut aneinander, jeder Stoß tief, kontrolliert, doch von wachsender Gier getrieben. Er selbst musste nun immer öfter aufstöhnen, biss sich ab und zu auf die Lippe, um dem Gefühl nicht ganz zu erliegen. Es war ein Rausch, der ihn flutete – keine bloße Lust, sondern eine Verbindung aus Macht, Hunger und... etwas, das er nicht benennen wollte. Er hatte das schon lange nicht mehr so empfunden. Sicher, es gab in seinem Leben viele Gefäße, viele Betten, viele Körper, die ihm gehörten – zumindest für eine Nacht. Aber das hier? Das fühlte sich gefährlich echt an.
      Seine Bewegungen wurden von Minute zu Minute begieriger, tiefer, fordernder. Mit jedem weiteren Stoß presste er sich stärker an den jungen Vulthera, ließ seine Zähne immer wieder Sylvas Hals streifen, als wollte er ihn an jedem Zentimeter schmecken. Seine dunklen, blauen Augen ruhten auf dem Gesicht unter ihm, sahen das Zittern der Lider, das feuchte Glänzen in den violetten Augen, die nicht wussten, ob sie bitten oder verfluchen sollten.

      Und dann drehte Sylva den Kopf weg, verbarg sein Gesicht im Kissen – mürrisch, vielleicht auch beschämt. Als wolle er sich selbst nicht eingestehen, wie laut seine Wimmern geworden waren. Lucius grinste. Neckisch. Herausfordernd. Er liebte es, Sylva so zu sehen – zerrissen zwischen Würde und Hingabe, zwischen Trotz und dem verzweifelten Wunsch, einfach fallen zu dürfen. „So still plötzlich?“, raunte er leise und ließ seine Lippen über das freigelegte Ohr des Vulthera gleiten. „Schäm dich nicht. Du bist wunderschön, wenn du dich verlierst.“ Dann packte er Sylvas Hüfte fester, zog ihn noch einmal mit einem tiefen Stoß an sich – ein durchdringender, beinahe zitternder Rhythmus, der sich nun stetig aufbaute. Die Spannung in ihm wuchs. Seine Bewegungen wurden unregelmäßiger, seine Atmung schwer. Er senkte sich tiefer über Sylva, presste seine Stirn gegen dessen Schulter, stöhnte rau auf – ein dunkler Laut, voll von unterdrückter Ekstase.

      Die letzte Welle kam mit einem grollenden Laut aus seiner Brust. Lucius grub die Finger in Sylvas Hüften, zog ihn gegen sich, tief, ganz – bis er in ihm kam. Heiß, bebend, zuckend. Sein gesamter Körper spannte sich an, dann folgte die wohlige Erschlaffung – wie das letzte Aufglimmen einer Flamme, ehe sie im goldenen Schein verglüht. Er blieb einen Moment so – tief in Sylva, beide atmend, dampfend, verschwitzt, die Glieder eng verschlungen. Dann löste er sich langsam, stützte sich auf den Ellbogen und sah auf das zerzauste Haar des Fuchswesens.



      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Dem Halb-Zwerg entging die Skepsis im Blick des Elfen nicht – und auch nicht das Zögern in dessen ausgestreckter, noch schwebender Hand. Und wenn er ehrlich war, fragte auch er sich in diesem Moment, warum er dieses Angebot überhaupt gemacht hatte. Es war nicht seine Art, sich in fremde Angelegenheiten einzumischen – schon gar nicht bei jenen, die offenbar eine Schneise aus Blut und Gefahr hinter sich herzogen. Aber irgendetwas an Hiro hatte ihn innehalten lassen. Vielleicht war es die Stille in seinen Bewegungen, der Schmerz, den er so gut versteckte und den Kharven dennoch erkannte. Vielleicht war es auch nur das Gefühl, dass keiner von ihnen alleine wirklich weit kommen würde. Er hatte selbst kaum mehr etwas zu verlieren.

      Kharven sah die zögernde Hand. Sah, wie der Blick des Elfen sich verhärtete, wie seine Worte sachlich, ruhig und dennoch unausweichlich fielen: „Ich werde gesucht. Und sie machen nicht halt, jeden zu töten, der sich ihnen in den Weg stellt.“ Der Halb-Zwerg schwieg einen Moment, nicht aus Angst – sondern weil ihn die Ehrlichkeit des Elfen überraschte. Es war kein Dramatisieren. Keine Prahlerei. Nur eine schlichte Tatsache. Und Kharven konnte das mehr respektieren als jedes höfliche Versteckspiel. „Nun...“, begann er schließlich, seine Stimme rau, aber mit einem Hauch Schwere darin. „Meine Dienste bei den Zwergen von Thôrd-Khazrak habe ich… einseitig beendet.“ Er machte eine Pause, und sein Blick wanderte für einen Moment in die Ferne – dorthin, wo der Rauch der Vergangenheit noch immer zwischen den Bäumen hing. „Sie werden wohl auch weiterhin nach mir suchen. Vielleicht nicht so gnadenlos wie deine Verfolger. Aber mit ähnlich wenig Humor.“

      Er sah auf die beiden Äxte an seinem Gürtel. Für einen Herzschlag lag da Wehmut in seinem Blick – dann ein leises Schnauben. „Insofern... sitzen wir wohl im gleichen Boot“, murmelte er mit einem schiefen Grinsen und hob leicht die Schultern. „Zwei Verlorene mit zu vielen Schatten im Rücken. Warum nicht gemeinsam gehen?“ Er streckte die Hand erneut aus – fester nun, nicht zögerlich. „Ich bin kein Held. Und auch kein Narr. Aber ich schlage mich durch. Und wenn du fällst, Elf, dann fällst du wenigstens nicht allein.“ Sein Blick war fest. Nicht ohne Misstrauen – das war er sich selbst schuldig. Aber ehrlich. Vielleicht war das, was sich hier in dieser Lichtung formte, kein Bündnis. Noch keine Freundschaft. Aber es war ein Anfang. Und das war mehr, als die meisten in dieser Welt je bekamen.
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Sylva schauderte jedes einzelne Mal, wenn Lucius’ dunkles, kehliges Stöhnen seine Ohren erreichte. War es normal, so etwas gut zu finden? Zu wissen, dass es an einem selbst lag?
      Je mehr er die Zähne des Vampirs an seinem Hals spürte, desto weiter legte er den Kopf in den Nacken – eine stumme Aufforderung, weiterzumachen.
      Sein Schaudern, sein Wimmern, all das wurde immer intensiver. Besonders als er die geflüsterten Worte des Vampirs hörte, dessen Lippen nun so nah an seinem Ohr lagen.

      „Wunderschön…?“

      Sylva konnte sich nicht erinnern, jemals als „wunderschön“ bezeichnet worden zu sein. Schon gar nicht in einem solchen Zusammenhang. Er wollte sich dem Kompliment nicht hingeben… und doch hoffte er insgeheim auf mehr. Mehr Worte. Mehr Anerkennung. Mehr Lob.
      Die Hitze in seinem Körper war unkontrollierbar geworden – sie zog durch seine Glieder, sein Gesicht, seinen gesamten Unterleib.
      Ganz unfreiwillig entwich ihm ein leises Quietschen, als Lucius plötzlich fester seine Hüften umfasste und sich mit zunehmend unregelmäßigen Bewegungen bewegte.

      Jetzt war Sylvas Atmung vollkommen außer Kontrolle. Er klammerte sich mit beiden Händen an Kissen und Bettlaken – irgendetwas, an dem er sich festhalten konnte.
      Und dann… spürte er es. Wie Lucius zuerst die ersehnte Erlösung fand. Sylvas Beine begannen unkontrollierbar zu zittern. Der Druck in seinem Unterleib wuchs ins Unerträgliche – bis auch er endlich die Erlösung fand, nach der sich sein ganzer Körper gesehnt...nein, nach der sein ganzer Körper geschrien, hatte.

      Dieser erschlaffte nun, doch seine schwere, unkontrollierte Atmung blieb. Seine Augen waren glasig… vielleicht sogar ein wenig tränenfeucht, während sie wieder nach dem Vampirprinzen suchten.

      Er öffnete den Mund. Doch die Worte kamen nicht sofort. Seine Stimme war rau – vermutlich, weil er nicht daran gewöhnt war, sie auf diese Weise zu benutzen.
      „Ab morgen… werde ich dich wieder hassen, Lucy…“, griff er seine Drohung von vorhin noch einmal auf. Seine Lider wurden schwerer, doch er weigerte sich stur, der Müdigkeit nachzugeben.
      Wieder stellte er sich die Frage, die ihn schon gequält hatte, bevor es so weit gekommen war: was war es, das er für den Vampirprinzen empfand? Selbst jetzt – nach alldem – konnte er die Antwort noch immer nicht greifen. Und doch wusste er eines mit bedrückender Klarheit: was auch immer es war, es zog ihn mit jeder Berührung, jedem Blick, jeder Silbe tiefer zu Lucius hin. Immer weiter. Immer gefährlicher. Und es gab kein Zurück mehr...


      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Hiro beobachtete aufmerksam die Reaktion des Halb-Zwergen. Sie war ruhig und sachlich – ganz anders, als man es vielleicht von jemandem erwarten würde, der gerade erfahren hatte, dass sein Gegenüber gesucht wurde.
      Andere hätten wahrscheinlich sofort das Weite gesucht. Oder schlimmer: Hiro direkt verraten. Doch nicht Kharven.
      In seinen Augen lag nichts Heimtückisches. Kein Ausdruck einer Schlange, die nur darauf wartete zuzubeißen. Stattdessen spiegelte sich dort etwas aufrichtig Menschliches. Ehrlichkeit. Vielleicht sogar Verständnis.

      Was Hiros Eindruck zusätzlich bestätigte, war die Aussage, die Kharven als Nächstes machte: Dass er seine Dienste bei den Zwergen von Thôrd-Khazrak einseitig beendet hatte.
      „Du bist auch geflüchtet…“, dachte Hiro. Doch er sprach es nicht aus – aus Respekt. Wenn sie beide verfolgt wurden, wenn sie beide keinen Platz mehr in ihren alten Welten hatten… dann war das mehr als ein Zufall. Es war eine Art von Schicksal – so tragisch, dass man darüber lachen könnte. Aber auch nur fast.

      Als Kharven schließlich sagte, dass sie im selben Boot säßen, nickte Hiro langsam. Der Satz hallte in ihm nach. Und mit ihm die letzten Spuren von Misstrauen. Seine harte Schale begann zu bröckeln.
      Nach einem kurzen Moment des Schweigens streckte er endlich die Hand aus – und ergriff Kharvens. „Also gut.“, sagte er und drückte die Hand des Halb-Zwergen fester. „Dann ziehen wir gemeinsam weiter, Kharven. Und wir halten uns gegenseitig den Rücken frei.“

      Genau in diesem Moment landete das kleine Feuerfrettchen mit einem energischen Quietschen bäuchlings auf ihren verschränkten Händen – als wolle es seinen Platz im neuen Bündnis ebenfalls geltend machen. Es wollte nicht mehr allein sein. Ebenso wenig wie sie.
    • Burg Schwarzer Stern, Graumoor, Reich der Vampire

      Lucius lag noch immer halb auf der Seite, gestützt auf seinen Unterarm, während seine Finger langsam durch Sylvas verschwitztes Haar glitten. Sein Blick ruhte auf dem Gesicht des jungen Vulthera – halb erschöpft, halb trotzig – und das vertraute Gefühl von Besitz und Macht vibrierte leise in seiner Brust. Doch etwas war anders. Noch immer. Dieses Wesen an seiner Seite weckte etwas in ihm, das über bloßes Verlangen hinausging – etwas, das ihn irritierte, fast wütend machte. Aber auch das konnte warten. Stattdessen riss ihn der Vulthera mit seinen Worten aus den Gedanken. Ab morgen werde ich dich wieder hassen. Der Vampirprinz grinste amüsiert. „Das macht das“, seine Hand glitt über die immer noch zitternde, blasse Haut des Fuchswesens, „das alles hier… so viel intensiver.“ Sein Grinsen wurde breiter und zeigte seine spitzen Eckzähne, während seine Finger noch einen Moment länger auf Sylvas Brust verweilten – als würde er diese Form, dieses lebendige, atmende Wesen unter seinen Händen in sich einprägen wollen.

      „Du solltest nun schlafen. Morgen wird kein angenehmer Tag“, murmelte er und streckte sich. Dann stützte er sich ab und stand langsam auf, nackt, reglos für einen Moment. Das Mondlicht zeichnete kalte Schatten auf seinen bleichen Körper, der im dämmrigen Licht fast wie eine Statue wirkte. Dann ging er zum Tisch, lehnte sich dagegen und starrte Sylva an, der noch immer im Bett lag. Ihre Blicke trafen sich – musternd, tastend, stumm.
      Lucius griff nach einer Weintraube aus der Obstschale und warf sie sich gekonnt in den Mund. Der süße Geschmack war kaum mehr als ein Schatten gegen das, was er gerade gekostet hatte. Dann griff er nach einem seidenen Umhang, den er sich halb um die Hüften warf, mehr aus Geste denn aus Scham. Er trat zurück ans Bett, beugte sich langsam hinunter – seine Finger nahmen eine Strähne von Sylvas Haar und strichen sie ihm aus der Stirn. Einen Moment lang verharrte er so, beinahe sanft, beinahe... zärtlich. Er wollte etwas sagen ... vielleicht etwas Nettes wie Schlaf gut oder bis später. Doch sein Körper wehrte sich. Er schwieg und schaute Sylva nur für einen Moment verträumt an - verlor sich in den Erinnerungen an das, was vorhin geschehen war.

      Lucius ließ den Blick noch ein letztes Mal über den schlaftrunkenen Körper gleiten, ehe er zur schweren Holztür ging. Dort blieb er stehen, die Hand bereits am Griff, als wäre ihm plötzlich eingefallen, dass noch etwas fehlte. „Träum nicht von mir. Ich mag’s nicht, wenn du dabei weich wirst“, sagte er über die Schulter hinweg, ohne sich umzudrehen. Die Tür schloss sich leise – und ließ Sylva in der Dunkelheit zurück. Lucius verschwand in das gegenüberliegende Bad, um sich zu reinigen und einen kurzen Moment Ruhe zu finden. Doch das Bild des Fuchswesens brannte sich weiter in seine Gedanken. Und er wusste – diese Nacht würde ihm nicht so schnell entgleiten wie andere.

      zwei Jahre zuvor, eine einsame Lichtung im Wald, Reich der Menschen

      Kharven spürte den prüfenden Blick des Elfen auf sich. Hiro schwieg – und doch war da ein spürbares Ringen in dessen Augen. Der Halb-Zwerg konnte ihm seine Skepsis nicht verübeln. Die Geschichte des Elfen war zweifellos gefährlicher und tragischer, als Hiro sie bis jetzt offenbart hatte. Und vermutlich war es töricht, sich so unbedacht auf jemanden einzulassen, der von seinen Verfolgern gejagt wurde. Doch dann fragte sich Kharven, ob er selbst überhaupt in einer besseren Position war. Eher im Gegenteil. Die Zwerge würden ihn suchen – Späher, Söldner, vielleicht sogar Sklavenfänger, die es auf Abtrünnige wie ihn abgesehen hatten. Allein war für sie beide keine Zukunft. Aber gemeinsam...
      Wir müssen uns ergänzen, dachte er. Ob wir wollen oder nicht.

      Und als hätte Hiro denselben Gedanken gefasst, griff der Elf in diesem Moment endlich nach seiner ausgestreckten Hand. Kharven spürte den festen Griff, sah das Zögern schwinden – und ein Hauch von Erleichterung durchfuhr ihn. Ein schwaches, aber ehrliches Lächeln legte sich auf seine Lippen. Die elfische Hand war elegant, fast fein, und dennoch kräftiger, als er erwartet hatte. Schwerer auch. Überraschend. Vielleicht war dieser Hiro doch zäher, als er aussah. Doch ehe er weiter darüber nachdenken konnte, landete mit einem leisen Plumps das Feuerfrettchen in seinen Armen – bäuchlings, als hätte es keinen Zweifel, dass genau hier sein Platz war. „Ach, nicht du schon wieder“, grummelte Kharven und verdrehte kurz die Augen. Die Erinnerung daran, wie das hitzige Biest vorhin beinahe versucht hatte, ihm in den Kopf zu beißen, war noch zu frisch. Doch jetzt schien das kleine Wesen ganz zufrieden – vielleicht sogar stolz.

      „Ich hoffe, du schnarchst nicht“, murmelte Kharven missmutig, mehr zum Tier als zu Hiro, doch ein sachter, fast verschmitzter Ausdruck lag nun auf seinem Gesicht. Er sah wieder zu dem Elfen – etwas an seiner Haltung war weicher geworden. „Na gut. Dann sind wir wohl... eine Art Zweckgemeinschaft. Oder zwei arme Seelen auf der Flucht.“ Sein Blick wanderte in die Ferne, wo der Wald sich dicht und düster in den Himmel reckte. Es waren noch ein paar Stunden bis zum Sonnenaufgang.