Shared Spaces - [Nao.Dark.Kii]

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    • Als Ethan mit seinem Roller auf die Mitarbeiterparkplätze fuhr, sah er seine Kollegin bereits vor der Tür stehen. Sie winkte ihm lächelnd zu und wartete dann darauf, dass er zu ihr rüber kam. "Hey!", begrüßte sie ihn euphorisch und trug ein noch breiteres Lächeln im Gesicht. "Hey", erwiderte Ethan ihn gewohnter Stimmlage - freundlich, aber distanziert.
      Nachdem er die Tür aufgeschlossen hatte, stellte er seinen Rucksack im Pausenraum auf den Tisch und holte die Schachtel mit den Biskuitröllchen heraus. Beim Anblick der süßen Küchlein funkelten die Augen der Blondine, dessen langes Haar in einen Zopf geflochten war. "Wow! Du kannst echt alles, oder?", fragte sie, wobei ein Hauch von Neid in ihrer Stimme mitschwang. Nun machte er ihr als Pâtissier auch noch Konkurrenz. Wenn sie nicht aufpasste, würde der Chef ihr die Schürze in die Hand drücken und sagen, dass Ethan sich nun auch noch darum kümmerte! "Wir müssen unbedingt mal zusammen backen!", merkte sie an und sah zu ihm auf. "Deswegen sind wir doch jetzt hier", meinte Ethan und ließ sie wie selbstverständlich stehen, um in die Umkleide zu gehen und sich umzuziehen.
      Blinzelnd sah sie ihm nach, aber so kannte man ihn. Deshalb huschte auch sie schnell in die Damenumkleide, um sich ebenfalls umzuziehen. Anschließend standen sie gemeinsam in der Küche. Während sie backten - so ziemlich genau die ganze Zeit über; also beim Zutaten abwiegen, zusammenmischen und in den Ofen schieben, was sich beim nächsten Rezept wiederholte - hielt Ethan einen seiner Monologe. Allerdings wusste Kathrin das meiste als gelernte Konditorin natürlich schon und hörte ihm deshalb auch nicht wirklich zu. Stattdessen beobachtete sie ihn oder viel mehr sein Gesicht. Er strahlte immer diese Ruhe aus und dennoch wirkte er nicht kalt, sondern feinfühlig. Deshalb war Kathrin auch hin und weg von ihm, kaum als sie ein paar Tage hier gearbeitet hatte. Wenn immer jemand Hilfe brauchte, war er da. Als könnte er einfach alles. Vor allem konnte er die Truppe runterbringen, wenn es stressiger wurde. Kathrin hatte anfangs dazu geneigt nervös zu werden und Flüchtigkeitsfehler zu machen, bis Ethan ihr ungefragt half. Neben seinen Aufgaben! Und da war es um sie geschehen. Wenn das kein Traummann war, dann wusste sie auch nicht.

      Plötzlich sah Ethan sie erwartungsvoll an und riss sie damit aus ihren Gedanken. Ihr Blick fiel auf seine offene Handfläche. Also hatte er vermutlich gerade nach irgendetwas gefragt. "Tut mir leid... Ich war in Gedanken... was möchtest du?" Doch Ethan bewegte sich bereits während sie sprach und kam ihr näher. Er kam so nahe, das Kathrin ihren Rücken nach hinten beugte und ihn anstarrte. Aber er sah sie nicht an, er stand einfach wenige Zentimenter vor ihr und streckte seinen Arm über sie hinweg, um sich die Pfanne, die schräg hinter ihr auf dem Haken hing, selbst zu holen. Danach drehte er sich um, als wäre nichts gewesen und stellte die Pfanne auf den Gasherd. Kathrin's Herz spielte vollkommen verrückt und Ethan gab einfach den Teig in die Pfanne, um weiterzumachen. Leise seufzend legte sie ihren Kopf schief und versuchte sich deshalb auf das zu konzentrieren, weshalb sie hier waren.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Ash stützte den Kopf in die Hand und sah Nik kurz nachdenklich an. Er wirkte so glatt. Vielleicht war er wirklich einfach so simpel, dass Ash auch mit einem Geist zusammenleben konnte. Bei dem Attraktivitätslevel war das dann aber auch wieder unmöglich. Er würde wahrscheinlich erstmal unentspannt bleiben, auch wenn Nik ihm keinen richtigen Grund dazu gab. "Hm, na schön", antwortete er also letztlich. Dann blitzten seine Augen ein wenig auf. "Ich nehm dich beim Wort. Du bist besser genauso unkompliziert wie du tust", grinste er und streckte den Arm aus um das Handy entgegen zu nehmen und seine Nummer einzutippen. Ash sollte man dagegen nicht beim Wort nehmen, er hatte nämlich keinen Grund davon auszugehen, dass irgendetwas von dem, was er tat, Nik stören konnte, abgesehen von der Musik Sache. Aber das schien geklärt zu sein. Trotzdem konnte er ein bisschen mit seinem Gegenüber spielen, oder? Das lag eben in seiner Art. Besser, man nahm ihn nicht allzu ernst.
      Das Grinsen wurde Ash aber recht schnell aus dem Gesicht gewischt, als er unabsichtlich einen Blick auf die aufgeploppte Textnachricht erhaschte. Das Wort 'Love' war ihm im Augenwinkel regelrecht entgegen gesprungen. Unbemerkt schielte er also nach oben, während er seinen Namen und seine Nummer angab. Isaac? My love? Entweder hatte Nik einen sehr engen Freund, der gerne witzelte, oder…
      Ash blinzelte. Er schloss die Kontakteingabe ab und gab Nik das Handy zurück.

      Isaac, Isaac, Isaac.

      Der Name tauchte in allen möglichen Schriftzügen vor seinem inneren Auge auf, bis er das Gefühl hatte, nichts anderes sehen zu können. Was wäre es bitte für ein Zufall, wenn Nik tatsächlich… Aber selbst wenn er an Männern interessiert war, schien er wohl vergeben zu sein. Urgh. Machte das die Gesamtsituation jetzt besser oder schlechter?
      Schlechter, definitiv schlechter. Ash wollte doch garnicht wissen, ob er bei seinem verdammten Mitbewohner eine reale Chance hatte! Musste er jetzt hoffen, dass die Beziehung zu diesem Isaac ewig hielt, um Ash zurückzuhalten?! Verdammt. Allerdings… könnten etwaige Missverständnisse sich ja klären, wenn dieser Typ wirklich mal zu Besuch kam. Ash war zu neugierig für sein eigenes Wohl, aber-

      "Dir hat jemand geschrieben", sagte er neutral. Er würde nicht erwähnen, dass er die Nachricht gelesen hatte (schon garnicht wenn Nik ständig Privatsphäre erwähnte), aber vielleicht sagte Nik ja selbst noch etwas dazu. "Übrigens, nächstes Wochenende kommen vermutlich unsere alte Mitbewohnerin und ihre Freundin vorbei, zum Essen. Du musst nicht dabei sein, aber es wäre sicher ganz lustig. Falls du mal jemanden einladen willst, geht das übrigens auch immer klar. Ethan ist mit Besuch ziemlich locker. Und ich auch" Zumindest musste Ethan die letzen Jahre andauernd die Gesellschaft Ashs grauenhafter Exfreunde ertragen und hatte nie ein Wort darüber verloren.
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    • „Ich werde mir Mühe geben.“ lachte Nik auf.
      Seine Stimme klang nicht mehr so tief und rau wie sie es tat kurz nachdem er aufstand, immerhin war er auch schon einige Zeit wach. Rox hatte diesen dunklen Ton immer geliebt, genau so wie Isaac ihn immer als ‚äußerst attraktiv‘ betitelte. Diese Beschreibung war wohl sehr passend auch wenn Nik immer schmunzeln musste wenn der andere junge Mann das sagte.

      Als der Grieche sein Handy zurück bekam, rief er Ash an, nur um den Anruf nach dem zweiten Klingen wieder zu beenden. Als der Jüngere dann meinte, dass wohl eine Nachricht bei ihm eingegangen war zog er kurz eine Augenbraue hoch. Den Blick auf dem Bildschirm in seiner Hand gerichtet, musste er beim lesen kurz schmunzeln. Es war so typisch Isaac, dass er sofort mit der Tür ins Haus fiel. Jegliche Umzugshilfe geschickt aus dem Weg gehen und dann aber für ein Kaffee vorbei kommen wollen…

      Nik nickte leicht bei der Erwähnung der ehemaligen Mitbewohnerin, seine Augen hingen jedoch immer noch bei seinem Handy während seine Finger flink über den Bildschirm huschten. „Klar auf jeden fall…ich bin da auch relativ locker…sag du mal, würde es dir was ausmachen wenn spontan ein Freund zum Kaffee vorbei kommt?“ Isaac schien einen schlechten Einfluss auf ihn zu haben, normalerweise würde er erstens: nicht so brutal mit der Tür ins Haus fallen und zweitens: nicht so frech sein und an seinem ersten ‚richtigen‘ Tag den er in der neuen Wohnung wohne schon wen einladen, aber er kannte Isaac. Wenn er ihn nicht von sich aus einlud würde der Vogel sicher irgendwann bei ihnen auf der Matte stehen, da war das doch die sicherste Vorgehensweise. „Nur wenns dir nichts ausmacht.“ hing er nochmals hinten dran. Sein Finger schwebte schon fast über den Sendebutton seiner Nachrichtenapp und wartete sozusagen nur noch darauf was Asher sagte.
    • Ein Freund? Dann hatte sich das wohl auch geklärt. Außer, Nik wollte seine Beziehung geheimhalten, aus irgendwelchen Gründen. Dabei war Ash sich ziemlich sicher, dass Vicky diesbezüglich irgendetwas über ihn gesagt hatte, nachdem sie später aus Niks Zimmer mit der Aussage zurückgekehrt war, dass Nik 'kein Problem mit Schwulen' hatte. Also wieso sollte er etwas verheimlichen? Oder hatte er ein Problem mit sich selbst? Nein, bestimmt meinte er einfach, was er sagte. Er wollte einen Freund einladen, nichts weiter. Aber heute? Das war wirklich spontan.
      "Nein, macht ruhig", antwortete Ash. Schließlich hatte er gerade eben erst gesagt, dass er kein Problem mit Besuch hatte. Klar, das war ziemlich kurzfristig, aber er hatte ohnehin nichts besonderes vor und außerdem stand Vicky beispielsweise auch oft genug plötzlich bei ihnen vor der Tür, also konnte man Nik kaum verbieten, auch spontan jemanden einzuladen. Dennoch… Ash war vielleicht der Typ, der zuhause nichts anderes als Jogginghosen trug, aber wenn Fremde zu Besuch kamen, machte er durchaus eine Ausnahme. Er aß also noch die letzten Bissen seines Frühstücks, bevor er aufstand und den Geschirrspüler einräumte. Er schnappte sich die halbvolle Kaffeetasse.
      "Dann zieh ich mich mal um. Falls du doch noch Hilfe beim Aufbauen brauchst, sag Bescheid", kündigte er an und verließ damit die Küche, um zurück in sein Zimmer zu gehen und die rote Jogginghose mit einer schwarzen Cargo auszutauschen, und dank des schwarzen Pullovers wieder auszusehen, als wüsste er nicht, was Farbe war.
      Dann setzte er sich an seinen Schreibtisch, setzte die Kopfhörer auf und machte sich an die Arbeit, auch wenn seine Konzentration etwas zu wünschen übrig ließ. Dabei war doch jetzt ziemlich klar, dass Nik nur von einem guten Freund gesprochen hatte… Wieso hing dieses 'My love' immernoch in Ashs Kopf herum?
      Man könnte meinen, er war völlig wahnsinnig geworden, als er irgendwann aufstand, um sich all seine Ohrringe wieder in die Ohren zu hängen, als müsste er irgendjemanden beeindrucken. Er war ja langsam ein bisschen sauer auf sich selbst, dass er sich so leicht beeinflussen ließ. Eigentlich war ihm doch völlig egal, was Leute von ihm dachten, die er nicht einmal kannte.
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    • Mit der Antwort zufrieden nickte er lächelnd und sendete die getippte Nachricht ab. „Super, ich danke dir. Ich nehme mal an, dass er so gegen Mittag kommt.“ Oder früher, oder später, mit Isaac konnte man im Grunde nie sonderlich fest rechnen, das wusste Nik mittlerweile. Irgendwann stand er einfach vor der Tür.
      Als Ash Nik dann nochmal seine Hilfe mit den Möbeln anbot winkte er lächelnd ab. Nach dem schnellen Frühstück verschwand der Grieche wieder in seinem Zimmer, wenn er später noch Besuch bekommen sollte, sollte er bis dahin das Zimmer so fertig gemacht haben, dass es nicht mehr wie eine Baustelle aussah.

      Niks ungefähre Zeitangabe passte ausnahmsweise relativ gut, kurz nach zwölf klingelte es an der Tür. Als ob Nik es erwartet hatte, hatte er gerade das letzte Buch in sein Regal geräumt und schaute sich nochmal kurz in den Raum um. Die paar wenigen Sachen die er besaß waren alle ordentlich verstaut, das eine Regal war fast nur mit Büchern und Ordnen gefüllt. Seine Klamotten lagen alle gefaltet in seinem Kleiderschrank und sein Bett war ordentlich - Kante auf Kante - gemacht. Der Raum wirkte sehr minimalistisch, aber wie schon gesagt, Nik hatte nicht sonderlich viel.

      Mit einem tiefen Durchatmen öffnete er die Eingangstür und wartete bis sein Besuch die wenigen Treppen zu der Wohnungstür erklommen hatte. Isaac war ein herzensguter Mensch, aber leider auch sehr chaotisch, sehr laut und sehr präsent.
      Wenige Sekunden später stand ein junger Mann - etwa in Niks Alter - mit Petrol gefärbten Haaren vor ihm und grinste Nik breit an.

      Das erste was einem ins Gesicht sprang wenn man Isaac sah, waren neben der Menge an Piercings die sich an seinen Ohren und in seinem Gesicht befanden und den gefärbten Haaren, ein Halstattoo welches unter den Krangen seines Pullovers verschwand. Der Ring in seiner Unterlippe drückte sich sanft gegen Niks Wange als er dem Griechen zur Begrüßung einen Kuss auf diese hauchte. „Du siehst Müde aus Love, vielleicht solltest du mal länger schlafen als dauernd durch die Weltgeschichte zu joggen.“ Die Stimme des jungen Mannes war ein wenig dunkler und rauer als man bei der schlanken Gestalt erwartet hatte. „ich hoffe du hast Kaffee, ich würde sterben für eine Tasse.“ Als ob die Wohnung Isaac selbst gehören würde, ging er an Nik vorbei, zog die schwarzen Stiefel aus die er trug und machte es sich in dem Wohnzimmer bequem.

      „Dir auch einen guten Tag, freundlich wie immer Isaac.“ Nik verdrehte die Augen, konnte aber nicht anders als ebenfalls zu grinsen. So war der Engländer einfach, von englischer Höflichkeit keine Spur. „Ja ja, du mich auch.“ winkte Isaac lachend ab. Die Ringe die er an seinen Fingern trug - welche für die meisten wahrscheinlich schon zu viel wären - klimperten leise bei der Bewegung. Nik fixierte mit seinen Augen das Tattoo auf dem Handrücken seines Besuchs. das war neu und das unterstrich auch nochmal die durchsichtige Folie auf der Haut, war ja klar, dass Isaac es nicht lange aushalten würde ohne sich wieder unter die Nadel zu legen…
    • Bis es an der Tür klingelte hatte Ash seine Gedanken endlich auf seine Hausarbeit lenken können, sodass er kurz zögerte, bevor er aufstand. Er musste nicht unbedingt nach draußen gehen, Isaac war schließlich nicht sein Gast und er hatte genug zu tun. Er musste jetzt… nicht unbedingt… seiner Neugierde nachgeben. Okay, vielleicht doch.
      Aber gerade als er sich von seinem PC trennte und die Tür öffnete, erhaschte er bereits einen Blick zum Eingang und zu dem Mann mit knallblau gefärbten Haaren, der seinem Mitbewohner einen Kuss auf die Wange drückte und Ash wieder das Wort Love ins Gehirn brannte, wo es so schnell nicht mehr verschwinden würde. Er schloss seine Tür wieder bevor er denken konnte und musste anschließend hoffen, dass Isaac ihn noch nicht gesehen hatte. Dann stand er da, eine Nasenlänge von seiner eigenen Zimmertüre entfernt, leicht im Schock.
      Hatte er sich geirrt? Nein, Moment, hatte er von Anfang an recht gehabt? Hey, aber… das war doch super! Was auch immer zwischen den beiden lief, es gab Ash genug Grund, Nik einfach schnell abzuschreiben. Das tat er mit Ethan ja auch schon seit Jahren, garkein Problem. Sowas ließ sich ganz leicht unterdrücken, vor allem wenn nie etwas passiert war.

      Mit neu gefundener Energie trat Ash also aus seinem Schlafzimmer und gab seiner Neugierde ganz schamlos nach, als er ins Wohnzimmer spazierte und sich in den Türrahmen lehnte, ein kleines Grinsen auf den Lippen. "Hi, ich bin Ash", stellte er sich schnell vor. "Isaac, richtig?" War das nicht die ideale Chance, etwas über sein Mysterium an Mitbewohner herauszufinden? "Kennt ihr beiden euch schon lange?", fragte er und schwenkte kurz den Zeigefinger zwischen Nik und Isaac.
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    • Als Isaac Ash sah schlich sich ein breites Grinsen auf seine Lippen und etwas flackerte in seinen Augen auf. „Darling, hättest du mir gesagt, dass dein Mitbewohner so heiß ist, wäre ich gestern doch gekommen.“ meinte er in einem flirtenden Ton, bevor er elegant aufstand, zu Ash rüber schlenderte und ihm seine Hand hinhielt. „Isaac ist richtig.“

      Nik verdrehte bei der Show nur die Augen, konnte sich ein Grinsen jedoch nicht verkneifen. „Genau deswegen hab ich es dir ja auch nicht gesagt, ich würde hier gerne noch eine Weile wohnen und das am liebsten ohne dass du dich durch meine WG flirtest.“ - „Hör nicht auf ihn, er ist nur eifersüchtig.“ wirkte Isaac lachend ab und zwinkerte dem Griechen über seine Schulter aus an bevor er seine Aufmerksamkeit wieder auf Ash richtete.

      „Seit wann wir uns kennen? Fast zwei Jahren, würde ich sagen.“ überlegte der Blauhaarige laut. „Achtzehn Monate.“ warf Nik von hinten ein bevor er sich auf den Weg in die Küche machte. „Darling du hast dir unseren Jahrestag gemerkt? Wie süß von dir.“ kam es überspitzt entzückend von dem Engländer, wofür er nur einen erhobenen Mittelfinger von dem Älteren erntete. „Isaac tue uns allen doch mal den gefallen und halt den Mund.“ lachte er bevor er sich an seinen Mitbewohner richtete. „Ash will du auch Kaffee?“ wechselte Nik prompt das Thema. Er hatte beim ausräumen seiner Kartons seine French Press und noch vorgemahlene Bohnen gefunden und außerdem hatte er so eine mehr oder weniger funktionierende Ausrede kurz aus dem Gespräch zu verschwinden. Er mochte Isaac - das tat er wirklich - und trotzdem ging er bei weitem nicht so offen mit seiner Sexualität um wie dieser es tat und irgendwie störte es Nik ein wenig, dass Isaac durch seine offnen Art ihn indirekte gleich mit outete, vielleicht war er da aber auch einfach nur ein wenig zu empfindlich.

      „Normalerweise stehst du doch drauf wenn ich meinen Mund öffne.“ kam es in einem dreckigen Ton von dem Besucher und trotz des vernichtenden Blickes, welchen er von Nik kam, war Isaacs einzige Reaktion ein herzhaftes Lachen. Es war eine seltsame Dynamik zwischen den beiden. Eine Mischung aus Mobbing und Flirten, welche man wohl nicht so ganz hundertprozentig zuordnen konnte.
    • Okay, er hatte definitiv daneben gelegen. Mit jeder Möglichkeit, die ihm in den Sinn gekommen war, denn das hier… Ja, was war das hier? Ashs Lächeln war auf seinen Lippen festgefroren, während er mit den Augen der leicht irritierenden Konversation von Isaac zu Nikita folgte. Er hatte kein Problem damit, dass Isaac so offensichtlich mit ihm flirtete, er hätte auch kein Problem damit, wenn Nik und er ein Paar waren, aber… beides zusammen war es, das ihn stutzig machte. Hatten die irgendwie… eine Freundschaft Plus Sache am laufen und scherten sich so wenig darum, wer mit wem etwas anfing, dass sie voreinander mit anderen flirteten? Sowas war Ash noch nie untergekommen. Außerdem sprach auch der Jahrestag-Hinweis dagegen, oder nicht?
      Allerdings hing Ash gerade viel mehr an etwas fest, das er zwischen den Zeilen hatte herauslesen müssen. Nik fand ihn also heiß? Das sollte nichts zur Sache tun, aber… Naja, kombiniert mit Isaacs Aufreten war jetzt auch Niks Sexualität kein Rätsel mehr und Ash schaffte es nicht so richtig, darüber hinwegzusehen. Obwohl er auf keinen Fall involviert werden wollte in… was auch immer hier abging. Das alles fühlte sich an, als würde er sich einen Witz ansehen, den er nicht verstand. Einen Insider Joke und er war der Kerl, der von außen zusah und maximal verwirrt war.
      Darum ging er auf Isaacs Flirt auch nicht ein, auch wenn er langsam wirklich mal wieder bereit für ein paar Dates wäre. Oder auch was mit noch weniger Commitment. "Ähh, Kaffee klingt gut", sagte er endlich nach einem Räuspern, um seine Stimme wiederzufinden. Er würde wahrscheinlich noch eine Weile brauchen, um das hier zu verarbeiten. Oder in erster Linie mal zu verstehen. Wenn er noch ein bisschen mit den beiden sprach, würde sich bestimmt alles klären.
      Ash folgte Nik in die Küche und ließ sich an der Kücheninsel nieder. "Also seid ihr ja schon eine ganze Weile zusammen, hm?", schoss Ash ins Blaue, einfach um mal irgendwo zu Starten. Wobei, war es dann nicht irgendwie seltsam, dass Nik in eine Wohngemeinschaft zog? Konnte er nicht bei Isaac wohnen?
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    • Nik warf Ash einen kurzen verwirrten Blick zu bevor er den Wasserkocher mit Wasser füllte. „Wir sind nicht zusammen.“ stellte er klar. „Isaac ist mein Tattoowierer und irgendwann sind wir so was wie Freunde geworden und haben uns auch außerhalb von Terminen getroffen.“ erklärte der Grieche knapp welche Vergangenheit die beiden teilten. Das sie auch gelegentlich mit einander schliefen ließ er erstmal aus, wenn sich das Ash nicht schon längst denken konnte. Das würde noch witzig werden zu erklären, wenn irgendwann mal rauskommen sollte, dass er erst seit einigen Wochen von seiner Freundin getrennt war. Wie erklärte man seinem Mitbewohner am besten, dass man in einer offenen Beziehung war und das besagte Beziehung nicht zerbrochen ist weil man mit seinem Tattoowierer fremd gegangen ist? Das war wohl einer dieser Fragen, dessen Antwort man nicht im Internet fand.

      Während das Wasser aufkochte, hatte Nik schon einige Löffel von dem Kaffee in die French Press getan und schüttete dann das Wasser in leicht kreisenden Bewegungen über die gemahlenen Bohnen. „Nik-Darling, habt ihr Hafer- oder Mandelmilch?“ kam es von Isaac, welcher in den Wohnzimmer geblieben war und sich auf der Couch - mit seinem Handy in der Hand - breit gemacht hatte als wäre es seine eigene. Die Hand mit der durchsichtigen Folie lag entspannt und ruhig auf seinem Bauch. Das neuste Tattoo war gerade mal zwei Tage alt und hatte seit dem Morgen angefangen zu jucken, was das störend Spannungsgefühl durch die Folie auch nicht gerade besser machte.

      „Wollen Sie noch Kekse, eure Majestät?“ kam es prompt von Nik. „Nein danke, erstmal nicht. Milch reicht, aber du kannst mich gerne weiterhin ‚eure Majestät‘ nennen.“ obwohl man das breite Grinsen auf Isaacs Lippen nicht sehen konnte, man konnte es ganz deutlich hören.
    • Ash blinzelte verwirrt Niks Rücken entgegen. „Ah, sorry“, entschuldigte er sich, da er dann offenbar etwas falsch verstanden hatte, oder auch nicht. Entweder war es Nik einfach zu peinlich, die Fuckbuddy Sache zuzugeben, oder Isaac schwafelte gern vor sich hin und verbreitete Missverständnisse. Wenn die beiden wirklich nur Freunde waren… dann konnte Nik immernoch hetero sein. Das war alles grauenvoll, konnte hier nicht mal jemand Klartext reden?! Ash konnte sich doch sowieso mit allem abfinden! Nur hätte er gerne mal etwas, mit dem es sich abzufinden gab.
      „Mandel und Hafer im Kühlschrank, Tür rechts unten“, murmelte Ash leicht in Gedanken, aber Coffee Talk bekam er immer mit. Als Nik dann aber Kekse erwähnte, riss das Ash aus seiner Trance. „Oh, verdammt, die Biskuit Rolle“
      Er sprang auf und ging rüber zum Ofen, nahm die noch leicht warme Rolle heraus und begann, ein Stückchen abzuschneiden. „Isaac, willst du ein Stück Erdbeer-Biskuit-Rolle? Unser Mitbewohner kocht und backt professionell, du wirst also nicht vergiftet“, rief er ihm nach einem großen Schritt zurück ins Wohnzimmer zu. „Und du?“, fragte er Nik anschließend leiser. „Wir sollten Ethan ja noch Feedback geben“ Er lächelte leicht. Irgendwie schien er mit Nik ständig auf die ein oder andere Art in Missverständnisse zu geraten, und ja, das mochte an Ashs hyperneugieriger Art liegen, aber im Endeffekt wollte er ja nur, dass alles hier wie geschmiert lief und sie sich gut verstanden. Alles andere… waren nur unterbewusste Wünsche, die er mit aller Kraft abzutöten versuchte. Aber war eine Biskuitrolle nicht ein ideales freundschaftliches Friedenszeichen? Ja, absolut. Von nun an würde Ash die Beziehungen seiner Mitbewohner nie wieder hinterfragen und bloß mit ihnen Biskuitrollen essen und über oberflächliche, freundschaftliche Themen reden, die nicht in irgendjemandes Privatsphäre einschnitten oder jemanden irritieren konnten oder irgendeine Form von Missverständnis zuließen, und alles war super. Einfach super.
      Es wäre auch alles noch besser, wenn Nik ihm nicht so verdammt viele Gründe geben würde, neugierig sein zu wollen, aber er musste sich jetzt eben selbst disziplinieren. Nur Leute, deren eigenes Leben langweilig war, kümmerten sich so sehr um andere. Und… Ashs Leben war derzeit ziemlich langweilig, also wusste er ja schon, wie er das Problem demnächst beheben konnte. Erstmal an sich selbst arbeiten! Vielleicht konnte er das nächste miese Date schon links um die Ecke aufgabeln.
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    • Wer sollte das alles eigentlich essen? Die Besatzung natürlich. Einen Teil konnten sie auch ihren Gästen anbieten, aber da es sich um 'Experimente' handelte - auch wenn diese sehr gelungen waren - waren sie etwas fehl am Platz. Ethan hatte die Zutaten dafür auch aus eigener Tasche bezahlt, wobei Kathrin sich unbedingt beteiligen wollte, schließlich hatte sie ihn um Hilfe gebeten. So bekämen sie aber auch Feedback von ihren Kollegen, die bald ebenfalls eintreffen würden, weshalb die beiden gerade dabei waren alles wieder in seinen Ursprungszustand zu versetzen.
      Danach sah Ethan, der eigentlich nie während der Arbeit oder ähnlichem am Handy war, auf eben dieses, um nachzusehen, ob Ash ihm schon geschrieben hatte. Für ihn war das eben wichtig. Aber noch hatte er keine Nachricht. Allerdings wollte er Ash Bescheid geben, dass er heute Abend nicht nach Hause käme.
      Ich fahre nach der Arbeit mit zu Kathrin. Abendessen ist im Kühlschrank.

      Obwohl Ethan eher der sparsame Texter war und immer etwas zu essen da war, musste Ethan das dennoch immer wieder erwähnen. Was er typischerweise nicht erwähnte war, warum er zu Kathrin fuhr. Für ihn lag das klar auf der Hand: Um ihr zu helfen. Warum sollte er das also dazu schreiben? Der Kerl war schon ein seltsamer Genosse.
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    • Nik winkte lächelnd ab. „Ach was, kein Stress, konntest du ja nicht wissen.“ meinte der Grieche bevor er sich die Milch aus dem Kühlschrank nahm und erst den Kaffee und die Milch und dann Tassen ins Wohnzimmer brachte. Isaac hatte sich extrem breit auf dem Sofa gemacht, setzte sich jedoch wieder auf als Nik aus der Küche kam. „Wenn die Erdbeer-Biskuit-Rolle vegan ist gerne, sonst muss ich leider passen.“ grinste der Engländer und war schon dabei eine der drei Tassen mit Kaffee und Milch zu füllen. Nik lächelte Ash dankend an, schüttelte dann jedoch leicht den Kopf. „Gerade nicht danke, aber vielleicht später.“ meinte er höflich worauf hin Isaac nur theatralisch aufstöhnte. „Pack ihm einfach ein kleines Stück auf einen Teller, der Idiot ist einfach zu höflich, aber wenn du ihm was hinstellst wird er es früher oder später essen, versprochen.“ zwinkerte Isaac dem Mitbewohner seines Freundes verschwörerisch zu. Nachdem sich Nik seine Tasse ebenfalls mit Kaffee voll gemacht hatte, setzte er sich neben Isaac auf die Couch. Der Engländer setzte sich daraufhin so hin, dass er seine Beine auf Niks Schoß legen konnte.

      „Sag du mal Ash, hast du eigentlich einen Freund?“ kam es nach einigen Minuten zusammenhanglos von Isaac. Irgendwie hatte er einfach angenommen, dass Ash schwul war, ohne es genau zu wissen. Vielleicht war an dieser ganzen Sache, dass queere Menschen, andere queere Menschen erkannten tatsächlich was dran, oder Isaac hatte einfach eine gute Beobachtungsgabe und konnte hervorragend zwischen den Zeilen lesen. Nik hatte irgendwann - mehr unbewusst - angefangen wirre Muster mit seinem Finger auf Isaacs Bein zu malen. Sanft fuhr er die tattoowierten Linien nach die unter dem Stoff der Hose hervorlugten. Irgendwie war es verständlich, dass Ash dachte, dass die beiden zusammen waren, so wie sie sich verhielten, machten sie gelegentlich schon den Eindruck als wären sie ein altes verheiratetes Ehepaar.
    • "Hm, denke nicht, sorry. Vielleicht bringe ich den Vorschlag mal, Ethan mag Challenges sowieso", antwortete Ash und kam zu den beiden ins Wohnzimmer, wo er sich mit seinem Stück Biskuitrolle ans kürzere Ende des Sofas setzte. "Sorry, mir bleibt garnichts übrig, als vor euch zu essen. Mein Mitbewohner erwartet noch Feedback" Er lächelte entschuldigend, stach mit der Gabel in den Kuchen und im selben Moment ertönte ein Nachrichtenton aus seinem Handy. "Und… das ist er", murmelte Ash mit einem Blick auf das Display, schob sich erst die Gabel in den Mund und öffnete dann die Nachricht während er innerlich bereits dank des süß-fruchtigen Geschmacks dahinschmolz. Und das war nur ein Experiment? Ash würde Ethan gleich schreiben, dass er die Biskuitrolle zu einer Tradition machen musste. Obwohl er sich ja in allem eingraben könnte, das sein bester Freund backte. Aber bevor er etwas tippen konnte, las er natürlich Ethans Nachricht und… er vergaß die Biskuitrolle völlig. Was zum Teufel sollte das heißen, er fuhr zu Kathrin? Das war doch die Kollegin, die ganz offensichtlich was von Ethan wollte, nur dass er deutlich zu unschuldig war um das mitzubekommen! Aber man musste sich ja nur mal daran orientieren, wie unfassbar oft die Frau seine Hilfe bei irgendetwas brauchte. Ash hatte nichts gesagt, weil Ethan sowieso zu nett war, um so etwas auszuschlagen, ganz egal welche Hintergründe die Bitten hatten. Aber… was sollte das denn jetzt?
      Hilfst du ihr zuhause auch schon beim Backen? Mach keine unbezahlten Überstunden, wenn es nicht sein muss… Die Biskuitrolle ist übrigens super.

      Das war jetzt vielleicht etwas direkt, aber Ash machte sich wirklich Sorgen, dass Ethan sich ausnutzen ließ. Dass er vielleicht aus anderen Gründen zu seiner Kollegin wollte, kam Ash garnicht in den Sinn. Er kannte seinen Freund ja.
      Die Nachricht nahm ihn so ein, dass er das Handy starr vor seine Augen hielt und beinahe die Sekunden zählte, bis Ethan ihm antworten würde. Dabei überhörte er Isaac fast.

      Ashs Kopf schoss hoch, unsicher ob er richtig gehört hatte. "Huh? Sorry. Nein, hab ich nicht", antwortete er, als er sich sicher war. War es so offensichtlich, dass er schwul war? Obwohl, nein, war es vermutlich nicht, aber Isaac machte selbst nicht den Anschein hetero zu sein, nicht nach den Sprüchen. Und das hieß wohl, dass er ein Klubmitglied schon aus drei Kilometer Entfernung riechen konnte. Ash kannte das ja. Nur lebte er genau mit den zwei Personen zusammen, die ihm ein Rätsel blieben. Aber- Moment. Flirtete Isaac schon wieder mit ihm?
      Ash konnte sich einfach nicht entscheiden, wie er darüber denken sollte. Auf keinen Fall würde er etwas anfangen mit jemandem, der seinen Mitbewohner… datete? Nie im Leben, egal wie offen die zwei damit waren. Sowas sorgte nur für Probleme! Eifersucht und so ein Zeug. Mit ganz so viel Spannung wollte Ash sein Leben auch nicht aufpeppen.
      Und, naja, wenn die beiden wirklich nur Freunde waren, dann war das vielleicht auch komisch. Isaac sah zwar ganz gut aus (Ash hatte irgendwie viel für Tattoos übrig), aber abgesehen davon, dass er ihm ein wenig zu aufgedreht war, sollte er lieber nicht auf ihn eingehen. Und… diese Vernunft war es wohl, die sein Leben so langweilig werden hatte lassen.
      "Ich hab irgendwie kein Händchen für Beziehungen. Oder… für Menschen, besser gesagt. Darum mach ich gerade eine Pause vom Dating", wehrte er den Flirt nun also unschuldig lächelnd ab. Das war wenigstens halb-wahr. Für mindestens eine Person in diesem Raum würde er die 'Pause' wohl mal unterbrechen… Aber er wollte ja auch weniger impulsiv werden. Und irgendwie hatte er Nik wohl gerade auch mitgeteilt, dass er Single bleiben wollte.
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    • „Enttäuschend.“ meinte Isaac trotz des Wortes mit einem lächeln und zugegebenermaßen sehr sarkastischen Unterton. „Niki hier kommt gerade nämlich aus einer sehr langen Beziehung und du bist genau sein Typ.“ grinst er Ash an und legte Nik - als ob er ein alte Kumpel wär den er versuchte zu verkuppeln - einen Arm um die Schulter. Der Blick, den Nik dem Tattoowierer daraufhin zuwarf hätte wohl jedem das Blut in den Adern gefrieren lassen können. „Isaac.“ murmelte der Grieche in einem drohenden Ton. „Also wenn Nikis Typ Mann eine Person wäre, würde sie dir sicher verflucht ähnlich sehen…was man ihm wohl nicht verübeln kann. Du hattest schon immer einen ausgezeichneten Geschmack Love, ich meine Roxy war auch eine echte Schönheit…“ - „Isaac.“ wiederholte Nik sich, dieses Mal nur noch nachdrücklicher. „Was? Ich sag doch nur die Wahrheit. Rox war wirklich bildschön, ich bin zwar ein wenig beleidigt, dass ich eher ihr ähnlich sehe als Ash aber das ich ein Faktum mit dem ich zurecht komme.“ grinste Isaac seinen Freund frech an. Der Engländer schien allen Anschein nach überhaupt kein Gespür zu haben, wann er eine Grenze überstreitet. „Kannst du auch einfachmal die Klappe halten?!“ Nik wollte eigentlich ein anderes Wort verwenden. Ein etwas aggressiveres Wort, hatte sich dann jedoch spontan doch unentschieden. Mit mehr Schwung als nötig schob er Isaacs Beine von seinen Oberschenkeln und griff dann nach dem Teller mit den Stück Biskuit-Rolle, er brauchte gerade einfach was zu tun.“Och jetzt sei doch nicht so! Ist ja nicht so als wären das Geheimnisse die du versuchst zu verstecken.“ verdrehte Isaac die Augen. Nein das waren sie wirklich nicht, aber das hieß auch nicht, dass Isaac ihn einfach gegenüber seinem neuen Mitbewohner outen durfte.

      Die Biskuit-Rolle war gut, auch wenn sie ihm definitiv zu süß war. Nik war nich nie die Person die gerne und oft süße Sachen aß. Wenn er mal snackte, dann bevorzugte er eher Chips oder Obst. Auch Schokolade oder Gummibärchen waren ihm da einfach zu zuckerhaltig, das höchste der Gefühle war eine Tafel hochprozentige Bitterschokolade. „Die ist gut.“ wechselte er mehr oder minder elegant das Thema weg von seiner Ex-Freundin und seinem - ganz offensichtlich - eingeschränkten Typ.
    • Ash hatte das Gefühl, immer tiefer in seinen Sitz zu sinken, bis er irgendwann von der Couch verschlungen werden würde, aber aufstehen konnte er gerade einfach nicht. Was genau war in Niks Freund gefahren? Irgendwie schien er den Raum nicht lesen zu können. Nik sah aus, als würde er gleich explodieren, und Ash störten die neuen Informationen zwar nicht, aber es war nicht richtig, sie aus Isaacs Mund zu hören. Sie waren keine Grundschüler, die gegenseitig ihre Crushes voreinander outeten. Und Ash fand es irgendwie schrecklich unangenehm, so viel über Nik zu erfahren, wenn dieser ganz offensichtlich der eher verschlossenere Typ war, dem viel an Privatsphäre lag. Gerade wollte Ash unbedingt irgendetwas sagen, das ihn wissen ließ, dass er kein Problem damit hatte, über seine Sexualität oder Exbeziehungen zu erfahren, immerhin wäre es ja schön, wenn sie Freunde sein könnten, anstatt nur Mitbewohner, und über solche Dinge frei redeten. Aber… das mit seinem ‚Typ‘… das hatte ihn ein bisschen zu sehr aus dem Konzept gebracht und ihm fiel einfach nichts aufmunterndes ein. Nein, er fühlte sich ein bisschen erdrückt von der Stimmung und dem prompten, unglatten Themenwechsel.

      Er stand auf. Endlich. Die Couch war dabei gewesen, ihn aufzufressen.
      „Mir ist gerade eingefallen, dass ich ja meine Hausarbeit nicht vernachlässigen sollte. M-man sieht sich, Isaac. Und ich richte aus, dass dir die Biskuitrolle schmeckt“ In Niks Richtung sprechend, versuchte er irgendwie nochmal sympathisch zu lächeln, aber alles was dabei herauskam war vermutlich ein leicht nervös verzogenes Gesicht, bevor er umdrehte und ohne eine Verabschiedung abzuwarten aus dem Wohnzimmer lief.

      Als er in sein Zimmer verschwunden war, stand er kurz verloren im Raum, weil er bereits vergessen hatte, was er wollte. Dann setzte er sich an seinen Schreibtisch. Es war garkeine schlechte Idee, sich mit seiner Hausarbeit zu beschäftigen, bevor er in das Gespräch eben zu viel hinein interpretierte… Er kannte sich selbst ja… Seine Gedanken würden sich in seiner Spirale verfangen, die ihm immer mehr ins Gewissen redete, dass Nik auf ihn stehen musste. Wenn er doch sein Typ war? Und sie waren beide single, abgesehen von was auch immer für eine Rolle Isaac in Niks Leben spielte. Ehrlich gesagt wollte Ash es garnicht mehr genau wissen. Hoffentlich war er bloß ein Freund, der keine Grenzen kannte — so einen hatte ja jeder.
      Endlich kam ein relativ lautes, frustriertes (über alles und jeden aber vor allem sich selbst) Seufzen aus Ashs Mund, das seine Schultern wieder entspannen ließ. Mann, auf diese Begegnung eben hätte er echt verzichten können. Warum war Nik überhaupt so irritiert gewesen? Ash hätte sowas wohl einfach mit einem Lachen überspielt. Das war es irgendwie, das die Situation so merkwürdig gemacht hatte. War es wirklich so schlimm, wenn Ash ein oder zwei private Dinge über ihn wusste? Dass er sein Typ war… das hieß ja nicht einmal, dass er an ihm interessiert war.
      Ash senkte den Kopf sanft auf seinen Tisch. Von wegen, die Hausarbeit würde ihn vom Spiraling abhalten.
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    • „Du kannst auch nicht einfachmal die Fresse halten, oder?“ schnauzte Nik seinen Freund genervt an bevor er aufstand und Ash langsam folgte. Vor dessen Tür blieb er stehen bevor er zaghaft an dem Holz klopfte. „Hey. Ich komm rein, okay?“ fragte er, eher er die Tür ein wenig öffnete und Ash durch den Spalt entschuldigend anlächelte. „Isaac kann manchmal echt ein Arschloch sein. Er hat keinen moralischen Filter und labbert manchmal einfach nur scheiße.“ versuchte er sich für den Engländer zu rechtfertigen. Das war nicht die erste Situation diese Art die er dank Isaac hatte. Isaac war ein herzensguter Mensch, sagte aber immer genau das was ihm in den Kopf kam und dass das manchmal nicht von Vorteil war, sah man an dieser Situation sehr gut. Isaac hatte auch nie verstanden warum Nik so ein Drama um seine Sexualität machte. Was war schon dabei wenn man Bisexuell war? An sich gar nichts, aber in der Army hatte Nik gelernt, dass Thema Sexualität nicht zu breit zu streuen und das hatte sich in seinem zivilen Leben ebenfalls so durchgesetzt.

      Vorsichtig trat er einen Schritt näher an Ash ran. Die Tür hatte er hinter sich geschlossen, nicht das Isaac auch noch auf die Idee kam ihm zu folgen und alles nur noch schlimmer zu machen. „Hast du irgendwelche Fragen? Ich nehme an Isaac hat die ein oder andere Verwirrung hinterlassen.“
    • Ash hob den Kopf ruckartig, als er vom Klopfen an seiner Tür überrascht wurde. Verdammt, war sein Abgang zu dramatisch gewesen? Er wollte sich doch nur aus der unangenehmen Situation befreien! Irgendwie war er ja wohl auch der Auslöser gewesen. Hätte er mal nicht so viele Fragen gestellt…
      Als er Nik durch den Türspalt sah, wusste Ash sofort, dass es ab sofort eine noch größere Herausforderung sein würde, ihm in die Augen zu sehen. "Fragen…?", wiederholte er und war sich nicht sicher, wie er das beantworten sollte. Klar hatte er die, im Millionen-Bereich. Aber Nik schien über diese Dinge nicht reden zu wollen und Ash hatte auch nicht das Gefühl, dass es ihre Beziehung verbessern würde, sich auf Zwang über private Themen zu unterhalten. Auf der anderen Seite wäre Nik kaum zu ihm gekommen und würde ihm anbieten, alles zu erklären, wenn er es nicht wollte, oder? Eigentlich hatte er da draußen ja noch seinen Gast sitzen. Verdammt, das war alles wirklich etwas ins Drama gekippt. Manchmal sollte man sich einfach aus den Angelegenheiten anderer raushalten! So viel hatte Ash gerade gelernt.
      "Du musst mir überhaupt nichts erzählen, das du nichts willst", antwortete er gespielt locker und drehte sich im Schreibtischsessel zu ihm herum. "Aber, nur damit du es weißt, weder Ethan noch ich würden dich wegen irgendetwas verurteilen" Was doch irgendwie klar war, oder? "Und, äh… was auch immer ich da gerade miterlebt hab, geht mich auch garnichts an, wenn wir ehrlich sind" Ja, das stimmte, das hatte er auch von Anfang an gewusst und trotzdem hatte es ihn brennend interessiert, was zwischen Isaac und Nik lief und was seine Sexualität war und ob er eine Chance bei ihm hatte, obwohl er ganz genau wusste, dass man seine Mitbewohner nicht datete. Und jetzt… hatte er mehr Information als vorher und war auch weitaus verwirrter.
      Er schwieg einen Moment und verschränkte die Arme. Man sah ihm vermutlich an, das ihm noch etwas auf der Zunge lag, denn eigentlich gab es ja nur eine einzige Sache, die er Nik fragen wollte, aber das konnte er unmöglich so direkt ansprechen.
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    • Nik nickte bei Ashs Worten leicht. „Stimmt, es geht dich eigentlich nichts an, und trotzdem biete ich es dir an. Wir sind Mitbewohner und ich hab es lieber, wenn du die Dinge direkt von mir erfährst als irgendwie über fünf Ecken von wem anders. Ich möchte eine entspannte Atmosphäre, eine in der sich alle wohlfühlen können. Ich werde dir nicht alle meine Geheimnisse erzählen aber wie gesagt wenn du irgendwelche Fragen haben solltest, sag gerne Bescheid.“ Nik merkte, dass der Kleinere ihn eigentlich was fragen wollte, jeder Blinde hätte das gemerkt, aber er würde Ash nicht dazu drängen ihn zu fragen, was er ihn fragen wollte.

      Der Grieche ließ sich auf Ashs Bett fallen, irgendwie fand er es komisch, wie bestellt und nicht abgeholt im Raum rumzustehen, anscheinend würde das ja nun ein etwas längeres Gespräch werden. Isaac war wie vergessen, der hatte ihm schließlich die Situation eingebrockt, dann konnte er jetzt auch warten und außerdem war er immer noch ein wenig sauer auf den Engländer.
    • Manchmal fragte Ash sich wirklich, ob er irgendwelche unterbewussten Probleme hatte, deren Aufarbeitung fällig war, aber Niks direkte, recht trockene Art machte irgendetwas mit ihm, auf dieselbe Art, wie Ethans unschuldigere Direktheit ihn ebenfalls in den Bann zog. Es gefiel ihm, dass er wohl wusste, was er wollte. Jetzt musste nur noch Ash herausfinden, was das war.
      "Mhm, das will ich auch", stimmte er nur zu, unfähig sich mehr zu überlegen, weil er gedanklich noch bei der Formulierung seiner Frage feststeckte, die wohl eh nicht so unwillkommen war, wie gedacht. Es war doch viel angenehmer, wenn nichts zwischen ihnen stand, also musste man die Dinge auch beim Namen nennen, richtig? Unangenehmer konnte es kaum werden, also gab es nur Luft nach oben.
      Dennoch blinzelte Ash erstmal etwas irritiert, als Nik sich auf sein Bett fallen ließ. Was, die Grenze durfte also überschritten werden? Ob Nik auch okay damit wäre, wenn er sich mal eben auf seinem Bett breit machte?
      … Dabei hatte Ash ja garkein Problem damit. Eher… das Gegenteil von einem Problem. Weshalb er wirklich definitiv unbedingt endlich aussprechen sollte, was er dachte, bevor es immer seltsamer wurde.
      Er rollte sich im Schreibtischsessel zu Nik herum und sah ihn kurz über seine verschränkten Arme hinweg an. "Du findest also, ich bin heiß?", fragte er leise und wiederholte damit Isaacs Worte, deutlich zu flirtiv, wie ihm auffiel, als er sich selbst sprechen hörte. Das war wohl wieder sein Unterbewusstsein, das da durchdrang. "Nicht, dass das was heißen muss. Außerdem versteh ich nicht, was zwischen Isaac und dir läuft, weil nichts ist es definitiv nicht" Vielleicht hätte er die Sache mit Isaac als erstes fragen sollen. Jetzt klang es irgendwie, als wäre er völlig verzweifelt, was mit Nik anzufangen. Ugh. "Naja, nicht dass irgendwelche Missverständnisse aufkommen, weißt du?", murmelte er und versuchte sich zu retten.
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    • Eigentlich hätte er sich wohl nicht einfach so auf das fremde Bett fallen gelassen, jedenfalls nicht ohne vorher zu fragen, aber der Phantomschmerz von gestern Abend schoss plötzlich durch sein Bein und sitzen war dann definitiv angenehmer. Er sollte die neue-alte Problematik dringend mal wieder bei seinem Physiotherapeuten ansprechen und vielleicht auch bei seiner Psychotherapeutin, das war ganz offensichtlich ein psychosomatisches Problem.

      Nik bestätige die Frage von Ash mit einem Nicken. „Ich finde nicht nur, dass du heiß bist, du bist heiß. Sowohl ganz objektiv betrachtet als auch subjektiv. Ich hätte eigentlich damit gerechnet, dass du das weißt, oder das man dir das regelmäßig sagt.“ meinte er ungeniert wie er nun mal war. Er beschönigte nichts, sprach nicht seltsam durch die Blume oder in komischen, nicht identifizierbaren Hieroglyphen. Direkt, stumpf und offen.

      Den flirtenden Ton ließ ihn Grinsen. Nik hatte schon immer was für Leute übrig gehabt die genau so ungeniert mit ihm flirteten wie anders rum. Wahrscheinlich war das auch der Grund gewesen, warum er und Isaac ein Item wurden. Isaac flirtete gerne und viel, das pushte Niks Ego manchmal ein wenig zu sehr, aber wer stand nicht drauf, regelmäßig zu hören wie attraktiv man war?

      Als Ash weiter sprach, zog er etwas irrigere eine Augenbraue hoch. „Klar muss das nichts heißen, tut es aber in den meisten fällen. ich würde mit keiner Person ausgehen, geschweige denn eine Beziehung anfangen die ich nicht anziehend finde, und das solltest du auch nicht. Körperliche Anziehungskraft ist vielleicht nicht unbedingt so wichtig wie charakterliche Anziehungskraft, macht aber einen nicht ganz unbedeutenden Prozentsatz in einer zwischenmenschlichen Beziehung aus.“ er klang gerade viel zu wissenschaftlich dafür, dass er ‚nur‘ an Autos schraubte. Dann machte er eine eine kurze Pause und räusperte sich.

      „Isaac und ich haben…sagen wir mal mehr oder weniger regelmäßig Sex. Im Moment wieder weniger, weil er mir ein wenig zu sehr auf die Nerven geht. Wir waren nie zusammen und werden auch definitiv nie zusammen kommen, aber so sieht unsere Beziehung aus. Er tattoowiert mich und wir schlafen miteinander, beides unabhängig von einander. Was nicht heißt, dass diese Beziehung nicht beendet wird, wenn einer von uns in eine geschlossene Beziehung ist. Ich hoffe, das beantwortet dir eine Frage ein wenig.“