Der Atem stockte ihr in der Kehle, als Audra das Schauspiel mehr unfreiwillig als aufgebürtet beobachten musste. Blutend, dem Tode nahe, unmenschlich noch am Leben seiend, warf sich der schwerst verwundete Antiquar auf das tobende Biest und... zähmte jene Furie, welche sich ihnen beiden entgegenstellte. Die Dunkelhaarige fühlte, wie sich ihr Kiefer bebend hinabbewegte, wie die Kraft langsam ihren Gliedern entglitt und sie der... Verwandlung entweichen wollte. Dem Schauplatz jenes Momentes, der die Unwirklichkeit mit der Realität nur noch mehr verwischte. Zart legte sich ein Tropfen ihres roten Blutes auf die Kuppe ihrer Unterlippe, entschwand über die sanft rosa gefärbte Wölbung, hinab zu Boden. Liebkoste sie verheißerisch, kitzelte sie zärtlich. Mit einer schnellen, zitternden Bewegung hatte die Inspektorin jenen Beweis ihres Mutes von ihrem Gesicht gewischt... schmierte die rote Substanz nur noch verstohlener über die Seite ihres Hauptes, während Gabriel vor ihr sich aufrichtete. Irritiert hatte sie dieser... Wandlung zugesehen, irritierter war nur ihr Blick, der sich in das zerfranste, von Blut und Dreck getränkte Haupt des Mannes fraß. Was sollte sie sagen? Konnte sie überhaupt in Worte fassen, was sie gesehen hatte, was in ihrem analytischen Kopf Saltos und Haken schlug, auch nur ansatzweise versuchend zu verarbeiten was an Bild und Wort in ihren Erinnerungen wohlmöglich … für immer... hängen bleiben würde?
Das Kiefer klappte der Inspektorin hinab. Forsch und ungezwungen drängte sich ihre Atem, tief und unstet in ihre Lungen hinab. Die Kehle am Rande davon, gesprochenes Wort erklingen zu lassen. Aber wurde sie davon abgehalten. Er hatte ihn also gesehen... den Glanz ihrer Neugier, der sich dieses Mal mit unzähmbarem Schock mischte. Gabriel packte sie am Ellbogen, zerrte sie weg von dem Schauplatz des Geschehens, welcher nur Tod und Elend hinterließ und führte sie – unter protestierendem Gestammel und Gezeter – weg aus jener Seitengasse, der für beide den furchtbar knappen Tod bedeutet hatte. Oder noch bedeuteten würde... es dauerte nicht lange, da sank ihr der groß gebaute, hoch gewachsene und doch relativ schwere Körper des Mannes entgegen. Audra, die aus diesem Handgemenge – hm, so ganz traf diese Bezeichnung auf jenen eisernen Kampf um Leben und Verscheiden dann noch nicht zu – um einiges umbeschadeter hinausschritt wie der weißhaarige Antiquar, tat das aller höchste, was in ihrer Macht stand um Gabriel voranschreiten zu lassen. Er führte sie weiter, weiter und weiter durch die Gassen Londons, bis das ungleiche Paar letztendlich bei einer Hintertür zum Antiquariat, dem heiligen Tempel des Mannes, ankam.
Viel Zeit um die Umgebung in sich aufzusagen, bekam die talentierte Inspektorin nicht. Immer wieder war ihr Blick in das Haupt des sichtlich scheidenden Herren hinaufgefahren. Erkannte die gequälten Züge seinerseits, das angespannte Kiefer und die aufeinanderreibenden Zähne, die den Schmerz, die Folter, die sich wie heißes Blei durch seinen Körper zu ziehen schien, zeigten. Sie kam nicht darum herum, immer wieder ihre Zähne in der Unterseite ihrer Unterlippe zu verziehen... etwas rührte sich in ihr, denn die Erkenntniss, den weißhaarigen Mann in ihrer festen Umklammerung, konnte, nein wollte sie einfach nicht dem drohenden Tod überlassen. Erst erkannt, was dieser Gedanke über sie selbst aussagte, bohrten sich die Atemzüge Audras ein Stück tiefer in ihre Lungen hinab und mit festerem Schritt, eisernerem Griff um die Taille Gabriels, schaffte sie es dann doch, den maltretierten Körper seinerseits dorthin zu schleppen, wo er sich selbst haben wollte.
Sie waren in einem Hinterzimmer angekommen und für den Moment konnte Audra nur zusehen, wie der Mann herumfuhr. Allzufein lag der Griff ihrer schlanken Finger noch einen Moment länger an seiner Seite, während der in Besorgnis, gar an Angst grenzende Blick ihrerseits an den Bewegungen des Mannes haftete. Gabriel griff nach einer kleinen Truhe auf einem Arbeitstisch und zog … schier unwirklich scheinendes Garn aus jenem heraus. Es strahlte ihr entgegen wie ein einzelnes, weißes Haar, wie ein dünner, flüssiger Faden aus Rauch und Nebel und glänzte anmutig im Schein des dumpfen Lichtes. Fasziniert lag der instinktiv neugierige Blick der Inspektorin darauf, ehe die forsche Stimme des Antiquars wieder an sie drang... ob sie denn nähen konnte.
Beinahe wäre ihr ein empörtes Schnauben aus der Nase gefahren, ein verlautbarter Ton des … Entsetztens. Bah, wieviele vorwurfsvolle Wörter und Sätze wären der Dame auf der Zunge gelegen. Sie war immerhin die Tochter der angesehen Margret Dayton, Englands berühmteste Schneiderin und diese tat gut daran, ihre Jüngste zumindest ein wenig in die Kunst ihrer Gunst einzuweihen. Doch nahm sie jene angebotene Nadel, bestückt mit dem Faden, der sich herumschlängelte wie eine sattgefressene Schlange im Mondschein, an. Irritiert darüber, wie grob und unglaublich ungestüm der Antiquar die Dinge gen Boden schleuderte und sich im selben Moment seines Hemdes entledigte, ließen Audra, wohl erzogen wie die junge Frau dann doch war, den Blick in Bescheidenheit abwenden, auf ihre Hände hinabblicken, die diese zauberhaften Komponenten zwischen den Fingern wogen. Dieser Faden, der sich wie ein Silberstreif um ihr Handgelenk gewunden hatte.
Stattdessen blickte die Inspektorin nochmals auf, traf den gebeutelten Blick des Mannes, welcher sich vor ihr in dem düsteren Licht des Hinterzimmers ausgezogen hatte, blutverschmiert, elendigst zugerichtet. Kurz, schnell, wiederholend, zuckte ihr Kopf in ein Nicken aus. Beiläufig das Tuch für ihre Nase annehmend, verarbeitete ihr Kopf nun auch jene gesprochenen Worte Gabriels... etwas sträubte sich, als sie die Sätze zumindest versuchte, logisch erklingen zu lassen... aber... musste sie ihm für den Moment einfach Glauben schenken... nach all dem was passiert war... Ein tiefes Seufzen drang aus ihrem Körper, nachdem ein verdammt tiefes Schnaufen durch ihren Mund erfolgte.
Die Lippen zusammenpressend, all das Schwarze und Verständnislose in ihrem Kopf zur Seite schiebend, trat Audra eien Schritt näher... und noch einen, die Augen dabei für einen Moment schließend. „Lehn dich ein wenig weiter zur Seite...“, erklang das beinahe gehauchte Wort ihrerseits, die Worte der Frau kaum mehr einem Wispern gleichend. Sie wartete darauf, dass Gabriel ihr die verwundete Seite seinerseits ein wenig mehr entgegenstreckte, bevor sie ihre Fingerspitzen senkte und diese nur einen Moment länger über der Haut seinerseits schweben ließ, ehe sich der warme Griff ihrer auf der erkalteten Haut seinerseits niederließ. Wie die kleinste Decke der Welt umhüllte die linke Hand der Inspektorin jene zerfetzte Stelle seiner Rippenbögen. Mit geschultem, gar glänzend fixierenden Blick huschten die von der Dusterheit geschwärzten Augen Audras über die Wunden, die Einstiche, die diese Klauen hinterlassen hatte, ehe sie den ersten Stich ansetzte.
Einen Moment länger haderte sie dann doch mit sich selbst. Das nächste Ächzen des Antiquars aber war es, dass es brauchte um sie über die Klippe ihrer Vorbehalte zu stoßen und mit einer vorsichtigen, aber zielgeführten Bewegung versenkte sie die Nadel in seinem Fleisch und begann den klaffenden Riss zu nähen. Weiter und weiter führte sie das Werkzeug, hinein und hinaus, zog vorsichtig, gar zart an dem Nebelschleier eines Fadens und zog die Wunde somit zu. Flink war sie... und schnell. Aber nicht schludrig oder gar vernachlässigend. Jeder weitere Stich konzentrierte sich darauf, der nächstbeste zu sein. In ihrer Trance, schoben sich die Augenbrauen Audras hinab, zerfurchten die glatte Stirn der Frau... die rosigen Lippen pressten aufeinander, ihr Atem war in der erdrückenden Stille der Gemächer kaum zu vernehmen.
Nach... Gott wer weiß wievielen Minuten, hielt sie Inne. Der Faden verbraucht, die Wunde geschlossen, die Blutung … gestoppt. Einen Augenblick länger begutachtete die geschundene Frau ihr Werk, ehe sie sich aufrichtete. „Fertig...“, stieß sie als halbes Seufzen aus und trat einen Schritt von Gabriel zurück, die Nadel in ihren Händen haltend, wie einen Pokal, der ihr die Errettung seines Lebens betiteln würde. Schwer war die Atmosphähre geworden... die Luft so dick, dass man sie wohlmöglich hätte schneiden können. Einen Moment länger lungerten die Gestalten der beiden in diesem... gar intimen Momentum, bevor sich Audra an das Tuch erinnerte. Die Blutung ihrer Nase hatte zwar bereits gestoppt... und doch umsäumte ihre Nasenflügel ein glänzendes, sattes Rot, welches sich frech über ihre Lippen, hinab bis auf ihr Kinn gestohlen hatte.
Vornehmlichkeiten über Bord werfen wollend, ertappte sich die Inspektorin, die den Blick für einen Moment von dem halbnackten Körper des Mannes abwandte, wie sie sich dennoch mit allergrößter Sorgfalt mit dem Tüchlein um die Nase strich. „Wie...“, heiser, gar viel zu überfordert um großartige Reden schwingen zu können, brach jenes kleine Wörtchen die Stille. Ein Räuspern ihrerseits. „Wie... fühlst du dich?“... Lächerlich. Töricht. Wie... furchtbar absonderlich und dumm diese Frage doch war, sah man auf jene Geschehnisse von vor einer knappen halben Stunde zurück. Er... sollte... nein musste eigentlich tot sein. Und doch trugen sie ehrliche Sorge in sich, versuchte die von Unverständnis getränkte Stimme der Inspektorin eines... zu verstehen.
Das Kiefer klappte der Inspektorin hinab. Forsch und ungezwungen drängte sich ihre Atem, tief und unstet in ihre Lungen hinab. Die Kehle am Rande davon, gesprochenes Wort erklingen zu lassen. Aber wurde sie davon abgehalten. Er hatte ihn also gesehen... den Glanz ihrer Neugier, der sich dieses Mal mit unzähmbarem Schock mischte. Gabriel packte sie am Ellbogen, zerrte sie weg von dem Schauplatz des Geschehens, welcher nur Tod und Elend hinterließ und führte sie – unter protestierendem Gestammel und Gezeter – weg aus jener Seitengasse, der für beide den furchtbar knappen Tod bedeutet hatte. Oder noch bedeuteten würde... es dauerte nicht lange, da sank ihr der groß gebaute, hoch gewachsene und doch relativ schwere Körper des Mannes entgegen. Audra, die aus diesem Handgemenge – hm, so ganz traf diese Bezeichnung auf jenen eisernen Kampf um Leben und Verscheiden dann noch nicht zu – um einiges umbeschadeter hinausschritt wie der weißhaarige Antiquar, tat das aller höchste, was in ihrer Macht stand um Gabriel voranschreiten zu lassen. Er führte sie weiter, weiter und weiter durch die Gassen Londons, bis das ungleiche Paar letztendlich bei einer Hintertür zum Antiquariat, dem heiligen Tempel des Mannes, ankam.
Viel Zeit um die Umgebung in sich aufzusagen, bekam die talentierte Inspektorin nicht. Immer wieder war ihr Blick in das Haupt des sichtlich scheidenden Herren hinaufgefahren. Erkannte die gequälten Züge seinerseits, das angespannte Kiefer und die aufeinanderreibenden Zähne, die den Schmerz, die Folter, die sich wie heißes Blei durch seinen Körper zu ziehen schien, zeigten. Sie kam nicht darum herum, immer wieder ihre Zähne in der Unterseite ihrer Unterlippe zu verziehen... etwas rührte sich in ihr, denn die Erkenntniss, den weißhaarigen Mann in ihrer festen Umklammerung, konnte, nein wollte sie einfach nicht dem drohenden Tod überlassen. Erst erkannt, was dieser Gedanke über sie selbst aussagte, bohrten sich die Atemzüge Audras ein Stück tiefer in ihre Lungen hinab und mit festerem Schritt, eisernerem Griff um die Taille Gabriels, schaffte sie es dann doch, den maltretierten Körper seinerseits dorthin zu schleppen, wo er sich selbst haben wollte.
Sie waren in einem Hinterzimmer angekommen und für den Moment konnte Audra nur zusehen, wie der Mann herumfuhr. Allzufein lag der Griff ihrer schlanken Finger noch einen Moment länger an seiner Seite, während der in Besorgnis, gar an Angst grenzende Blick ihrerseits an den Bewegungen des Mannes haftete. Gabriel griff nach einer kleinen Truhe auf einem Arbeitstisch und zog … schier unwirklich scheinendes Garn aus jenem heraus. Es strahlte ihr entgegen wie ein einzelnes, weißes Haar, wie ein dünner, flüssiger Faden aus Rauch und Nebel und glänzte anmutig im Schein des dumpfen Lichtes. Fasziniert lag der instinktiv neugierige Blick der Inspektorin darauf, ehe die forsche Stimme des Antiquars wieder an sie drang... ob sie denn nähen konnte.
Beinahe wäre ihr ein empörtes Schnauben aus der Nase gefahren, ein verlautbarter Ton des … Entsetztens. Bah, wieviele vorwurfsvolle Wörter und Sätze wären der Dame auf der Zunge gelegen. Sie war immerhin die Tochter der angesehen Margret Dayton, Englands berühmteste Schneiderin und diese tat gut daran, ihre Jüngste zumindest ein wenig in die Kunst ihrer Gunst einzuweihen. Doch nahm sie jene angebotene Nadel, bestückt mit dem Faden, der sich herumschlängelte wie eine sattgefressene Schlange im Mondschein, an. Irritiert darüber, wie grob und unglaublich ungestüm der Antiquar die Dinge gen Boden schleuderte und sich im selben Moment seines Hemdes entledigte, ließen Audra, wohl erzogen wie die junge Frau dann doch war, den Blick in Bescheidenheit abwenden, auf ihre Hände hinabblicken, die diese zauberhaften Komponenten zwischen den Fingern wogen. Dieser Faden, der sich wie ein Silberstreif um ihr Handgelenk gewunden hatte.
Stattdessen blickte die Inspektorin nochmals auf, traf den gebeutelten Blick des Mannes, welcher sich vor ihr in dem düsteren Licht des Hinterzimmers ausgezogen hatte, blutverschmiert, elendigst zugerichtet. Kurz, schnell, wiederholend, zuckte ihr Kopf in ein Nicken aus. Beiläufig das Tuch für ihre Nase annehmend, verarbeitete ihr Kopf nun auch jene gesprochenen Worte Gabriels... etwas sträubte sich, als sie die Sätze zumindest versuchte, logisch erklingen zu lassen... aber... musste sie ihm für den Moment einfach Glauben schenken... nach all dem was passiert war... Ein tiefes Seufzen drang aus ihrem Körper, nachdem ein verdammt tiefes Schnaufen durch ihren Mund erfolgte.
Die Lippen zusammenpressend, all das Schwarze und Verständnislose in ihrem Kopf zur Seite schiebend, trat Audra eien Schritt näher... und noch einen, die Augen dabei für einen Moment schließend. „Lehn dich ein wenig weiter zur Seite...“, erklang das beinahe gehauchte Wort ihrerseits, die Worte der Frau kaum mehr einem Wispern gleichend. Sie wartete darauf, dass Gabriel ihr die verwundete Seite seinerseits ein wenig mehr entgegenstreckte, bevor sie ihre Fingerspitzen senkte und diese nur einen Moment länger über der Haut seinerseits schweben ließ, ehe sich der warme Griff ihrer auf der erkalteten Haut seinerseits niederließ. Wie die kleinste Decke der Welt umhüllte die linke Hand der Inspektorin jene zerfetzte Stelle seiner Rippenbögen. Mit geschultem, gar glänzend fixierenden Blick huschten die von der Dusterheit geschwärzten Augen Audras über die Wunden, die Einstiche, die diese Klauen hinterlassen hatte, ehe sie den ersten Stich ansetzte.
Einen Moment länger haderte sie dann doch mit sich selbst. Das nächste Ächzen des Antiquars aber war es, dass es brauchte um sie über die Klippe ihrer Vorbehalte zu stoßen und mit einer vorsichtigen, aber zielgeführten Bewegung versenkte sie die Nadel in seinem Fleisch und begann den klaffenden Riss zu nähen. Weiter und weiter führte sie das Werkzeug, hinein und hinaus, zog vorsichtig, gar zart an dem Nebelschleier eines Fadens und zog die Wunde somit zu. Flink war sie... und schnell. Aber nicht schludrig oder gar vernachlässigend. Jeder weitere Stich konzentrierte sich darauf, der nächstbeste zu sein. In ihrer Trance, schoben sich die Augenbrauen Audras hinab, zerfurchten die glatte Stirn der Frau... die rosigen Lippen pressten aufeinander, ihr Atem war in der erdrückenden Stille der Gemächer kaum zu vernehmen.
Nach... Gott wer weiß wievielen Minuten, hielt sie Inne. Der Faden verbraucht, die Wunde geschlossen, die Blutung … gestoppt. Einen Augenblick länger begutachtete die geschundene Frau ihr Werk, ehe sie sich aufrichtete. „Fertig...“, stieß sie als halbes Seufzen aus und trat einen Schritt von Gabriel zurück, die Nadel in ihren Händen haltend, wie einen Pokal, der ihr die Errettung seines Lebens betiteln würde. Schwer war die Atmosphähre geworden... die Luft so dick, dass man sie wohlmöglich hätte schneiden können. Einen Moment länger lungerten die Gestalten der beiden in diesem... gar intimen Momentum, bevor sich Audra an das Tuch erinnerte. Die Blutung ihrer Nase hatte zwar bereits gestoppt... und doch umsäumte ihre Nasenflügel ein glänzendes, sattes Rot, welches sich frech über ihre Lippen, hinab bis auf ihr Kinn gestohlen hatte.
Vornehmlichkeiten über Bord werfen wollend, ertappte sich die Inspektorin, die den Blick für einen Moment von dem halbnackten Körper des Mannes abwandte, wie sie sich dennoch mit allergrößter Sorgfalt mit dem Tüchlein um die Nase strich. „Wie...“, heiser, gar viel zu überfordert um großartige Reden schwingen zu können, brach jenes kleine Wörtchen die Stille. Ein Räuspern ihrerseits. „Wie... fühlst du dich?“... Lächerlich. Töricht. Wie... furchtbar absonderlich und dumm diese Frage doch war, sah man auf jene Geschehnisse von vor einer knappen halben Stunde zurück. Er... sollte... nein musste eigentlich tot sein. Und doch trugen sie ehrliche Sorge in sich, versuchte die von Unverständnis getränkte Stimme der Inspektorin eines... zu verstehen.
