Ein gefährlicher Glanz der Irritation schlich sich in das Augenmerk der jungen Frau, welche die Wörter ihres Gegenübers mit perfektioniert verschleierter Überraschung in sich aufnahm. Unerreicht war dabei das hauchzarte Zucken ihrer Augen, welche es sich verhielten, sich geschärft zu verengen und die verdunkelten Meerfarben in noch düsterere Schatten zu tauchen, wie jene die ihre Wimper schon für sie bereithielten. Erstarrt, sich kaum einer Regung hingeben wollend, lagen die ausdruckslosen Züge der Dame wie ein Spiegel dem Weißhaarigen gegenüber. Ein fernes Echo seiner eigenen Abgekapseltheit in Sprache und Ausdruck, versuchte zu imitieren, darzustellen wie ein Schauspieler auf der Bühne eines Lebens, welches nicht das ihre war und vielleicht auch gar nie das ihre werden hätte sollen. Und doch hatte sie einen Fuß auf das Schachbrett dieses Spieles gesetzt, in welchem sie eine Figur geworden war, die sich mit Aktion und Reaktion abfinden musste.
Ferner dem Bauer die Rochade dieser Bitterkeit in gewählter Partie nicht sein konnte, schlug Audra mit einem leichten Mahlen ihres Kiefers die Augen hinab auf die Teetasse, welche zur Hälfte leer vor ihr auf dem hölzernen Tisch verweilte, wie eine stumme Einladung, doch auch den Rest zu leeren und zu sehen, wo die Einsamkeit des zarten Porzellans sie noch hinführen würde. Einen Moment länger herrschte Stille zwischen ihnen. Eine unbeantwortete Stille, Ruhe, in der nur geladene Luft eine Vorahnung aussprach zu jenem Sturm der sich wie eine Lawine über Land und See ziehen würde um Vernichtung zu bringen, die weder Vernunft noch Gnade kannte. Eine ferne Entschlossenheit festigte sich irgendwo zwischen Brustbein und Herzen der Braunhaarigen, welche mit stoischer Eleganz das Haupt wieder hob, um dem Mahagonibraun Einhalt zu gebieten. Lasset die Spiele also beginnen...
"Ich würde dich ja der Lüge bezichtigen, wenn ich denn nur könnte.", scharf wie ein Blitzschlag, wie das Beil des Fleischers spulten sich die Wörter der Inspektorin durch den Wohnraum des Antiquars. "Das Naturell meiner Profession versagt hierbei nur leider und lacht spöttisch über mich... denn sehe ich nichts als... Wahrheit in deinen Augen." - und das lädt mir zum ersten Mal richtige Angst in mein Herz ein... Kühl schlugen sich die Töne in ihrem Augenlicht auf Gabriel nun darnieder. "... und das schätze ich. Trotz alledem." Ein schneidender Klang, fast wie Winterwind, welcher sich ungefragt rüttelnd zwischen zersprungenen Fensterscheiben ins Innere wärmender Hausmauern schlich. Warum sich jetzt noch hinter Masken verstecken, wenn sowieso eine Offenbarung der Nächsten folgte, das Chaos sich vervielfältigte wie eine Hydra und Audra Gabriels unsichtbaren Fädenspinnereien wie ein dummer, leichtgläubiger Hund gefolgt war, mit der Aussicht auf was genau? Töricht. TÖRICHT. Verhärtet biss sich die Braunhaarige ihre Zähne aufeinander, brachte einen harten Muskel an ihrem Kiefer zum zucken. Und doch rang sich die Inspektorin zu einem verbissenen Lächeln durch, die Wut die sich dahinter versteckte nicht ihm gewidmet. Nur sich selbst... und ihrer hageren Erkenntnis, die Professionalität irgendwo zwischen Tänzen beflügelt von Wein so rot wie Blut, Seitengassenschlägereien und gesetzten Nähten auf elfenbeinweiser Haut verloren zu haben.
Elegant ergriff Audra ihre verbliebene Einladung zum Gespräch in Form von erkaltetem Getränk und leerte die Tasse in einer für sie nicht stimmigen, übereilten Motion. Ein zartes Klirren zeugte vom Abstellen gepaarter Serviceteile, ein Verschub von Wind und Energien, als Audra sich auf die Beine erhob, die Hose glatt strich und Gabriel einen kurzen Blick würdigte. Die Augen bewacht von Gleichgültigkeit und Ferne, die wohl nur allzu gerne in Unaussprechliches umschlagen würden. "Ich danke dir für den Tee. Delikat, wohl wahr.", einen gewählten Schritt nach hinten setzend, empfing den Antiquar ein finales Nicken, umrahmt von verbissenem Feuer, welches sich wie eine Sinfonie der Überzeugung und Rastlosigkeit um die Aura der Inspektorin legte. Und so - Spiele.
Kein... Und du bist jener, der den Ripper aufhalten kann? ... Kein - ich könnte dabei deine Hilfe gebrauchen... Nein. Und vielleicht - und nur um ihren eigenen Stolz zu bewahren - sagte diese Stille ihrerseits bereits alle Worte, die verhüllt hinter intelligenten Augen wüteten. Würde sie nicht noch einmal betteln. Stumm oder schreiend. Hatte er ihr doch alles an Information gegeben, die sie brauchte... wer also... wer nur, hatte die Situation, die Momente so verdreht, dass sie von Nutzen waren? Töricht? Wirklich? Nein... berechnend. Sich auf den Haken ihrer Schnürschuhe nun umkehrend, fanden die langen, aber nicht übereilten Schritte Audras den Weg zur Wendeltreppe, auf deren rosigen Lippen ein Lächeln lungerte. Gar bösartig, gar beflügelt.
Ferner dem Bauer die Rochade dieser Bitterkeit in gewählter Partie nicht sein konnte, schlug Audra mit einem leichten Mahlen ihres Kiefers die Augen hinab auf die Teetasse, welche zur Hälfte leer vor ihr auf dem hölzernen Tisch verweilte, wie eine stumme Einladung, doch auch den Rest zu leeren und zu sehen, wo die Einsamkeit des zarten Porzellans sie noch hinführen würde. Einen Moment länger herrschte Stille zwischen ihnen. Eine unbeantwortete Stille, Ruhe, in der nur geladene Luft eine Vorahnung aussprach zu jenem Sturm der sich wie eine Lawine über Land und See ziehen würde um Vernichtung zu bringen, die weder Vernunft noch Gnade kannte. Eine ferne Entschlossenheit festigte sich irgendwo zwischen Brustbein und Herzen der Braunhaarigen, welche mit stoischer Eleganz das Haupt wieder hob, um dem Mahagonibraun Einhalt zu gebieten. Lasset die Spiele also beginnen...
"Ich würde dich ja der Lüge bezichtigen, wenn ich denn nur könnte.", scharf wie ein Blitzschlag, wie das Beil des Fleischers spulten sich die Wörter der Inspektorin durch den Wohnraum des Antiquars. "Das Naturell meiner Profession versagt hierbei nur leider und lacht spöttisch über mich... denn sehe ich nichts als... Wahrheit in deinen Augen." - und das lädt mir zum ersten Mal richtige Angst in mein Herz ein... Kühl schlugen sich die Töne in ihrem Augenlicht auf Gabriel nun darnieder. "... und das schätze ich. Trotz alledem." Ein schneidender Klang, fast wie Winterwind, welcher sich ungefragt rüttelnd zwischen zersprungenen Fensterscheiben ins Innere wärmender Hausmauern schlich. Warum sich jetzt noch hinter Masken verstecken, wenn sowieso eine Offenbarung der Nächsten folgte, das Chaos sich vervielfältigte wie eine Hydra und Audra Gabriels unsichtbaren Fädenspinnereien wie ein dummer, leichtgläubiger Hund gefolgt war, mit der Aussicht auf was genau? Töricht. TÖRICHT. Verhärtet biss sich die Braunhaarige ihre Zähne aufeinander, brachte einen harten Muskel an ihrem Kiefer zum zucken. Und doch rang sich die Inspektorin zu einem verbissenen Lächeln durch, die Wut die sich dahinter versteckte nicht ihm gewidmet. Nur sich selbst... und ihrer hageren Erkenntnis, die Professionalität irgendwo zwischen Tänzen beflügelt von Wein so rot wie Blut, Seitengassenschlägereien und gesetzten Nähten auf elfenbeinweiser Haut verloren zu haben.
Elegant ergriff Audra ihre verbliebene Einladung zum Gespräch in Form von erkaltetem Getränk und leerte die Tasse in einer für sie nicht stimmigen, übereilten Motion. Ein zartes Klirren zeugte vom Abstellen gepaarter Serviceteile, ein Verschub von Wind und Energien, als Audra sich auf die Beine erhob, die Hose glatt strich und Gabriel einen kurzen Blick würdigte. Die Augen bewacht von Gleichgültigkeit und Ferne, die wohl nur allzu gerne in Unaussprechliches umschlagen würden. "Ich danke dir für den Tee. Delikat, wohl wahr.", einen gewählten Schritt nach hinten setzend, empfing den Antiquar ein finales Nicken, umrahmt von verbissenem Feuer, welches sich wie eine Sinfonie der Überzeugung und Rastlosigkeit um die Aura der Inspektorin legte. Und so - Spiele.
Kein... Und du bist jener, der den Ripper aufhalten kann? ... Kein - ich könnte dabei deine Hilfe gebrauchen... Nein. Und vielleicht - und nur um ihren eigenen Stolz zu bewahren - sagte diese Stille ihrerseits bereits alle Worte, die verhüllt hinter intelligenten Augen wüteten. Würde sie nicht noch einmal betteln. Stumm oder schreiend. Hatte er ihr doch alles an Information gegeben, die sie brauchte... wer also... wer nur, hatte die Situation, die Momente so verdreht, dass sie von Nutzen waren? Töricht? Wirklich? Nein... berechnend. Sich auf den Haken ihrer Schnürschuhe nun umkehrend, fanden die langen, aber nicht übereilten Schritte Audras den Weg zur Wendeltreppe, auf deren rosigen Lippen ein Lächeln lungerte. Gar bösartig, gar beflügelt.
