My Girlfriend is a Boy [Nao & Dark.Wing]

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    • „Men in black klingt auch gut.“ schmunzelte er ehe er den Film anmachte und sich kurz darauf wieder ein wenig mehr an Jayden lehnte.

      Es war erschreckend entspannt die Zeit mit Jayden zu verbringen. Zugegebenermaßen hockten sie aber auch nicht mehrere Tage oder Wochen aufeinander sondern nur nur knapp ein einhalb Tage seit dem sie sich Dienstag getroffen hatten und trotzdem war Noel ein wenig verwundert wie einfach er sich an Jaydens Gesellschaft gewöhnen konnte. Normalerweise war der Franzose eine Person die seine Zeit alleine sehr genoss. Man nicht mit Menschen reden oder anderweitig kommunizieren müssen war ein Ding was er in vollen Zügen auskostete und meistens schon fast mit Gewalt durchsetzte und trotzdem hatte er auch am Mittwoch Abend nicht das Gefühl Jay vor die Tür setzten zu wollen. Noel selbst hatte die Woche keine Termine und saß somit den größten Teil der Zeit in seiner Wohnung, vorzugsweise mit Jayden am Esstisch und jeder ging seinen Aufgaben nach. Er hatte erwartete, dass sie beide sich vielleicht ablenken würden und das er zu nichts kam, tatsächlich aber arbeiteten sie ruhig an ihren jeweiligen Sachen und obwohl Noel nie die Person war die gut arbeiten konnte wenn er nicht alleine war, hatte er das Gefühl lange nicht mehr so produktiv zu sein.

      Wie abgesprochen hatte der Franzose dem Studenten am Abend bevor dieser arbeiten musste seinen Ersatzschlüssel in die Hand gedrückt und war - zu seiner Überraschung- dann auch recht früh am Abend schlafen gegangen. Zwar hatte er überlegt wach zu bleiben bis Jay von der Arbeit kam, spontan hatte er sich dann jedoch umentschieden, immerhin hatte er Jayden gesagt, er solle einfach ins Bett kommen.
      Noel wurde tatsächlich kurz wach, zwar nicht wegen der Dusche - was Jays Sorge gewesen war - sondern eher weil er hörte wie der Student die Haustür aufschloss, aber das war in Ordnung. Als die Badezimmer Tür von innen
      geschlossen wurde war er schon fast wieder in einen leichten Halbschlaf gefallen und bekam auch nur so am Rande mit wie Jayden ins Bett kam. Was er jedoch klar und deutlich mitbekam war die angenehme Wärme die mit Jays Anwesenheit kam und an welche er sich leise seufzten kuschelte. „Wie war die Arbeit?“ murmelte er verschlafen. Der leichte Dämmerzustand hatte sich wieder gelöst als er merkte wie sich die Matratze neben ihm gesenkt hatte. Mit einer Hand zog er Jayden von hinten näher an seinen Rücken. Es war irgendwie zu ihrem Ding geworden eng umschlungen zu schlafen und obwohl Noel nie der Typ dafür gewesen war, genoss er das bei Jayden sehr, vor allem weil er dadurch den regelmäßigen Herzschlag des Studenten an seinem Rücken spüren konnte.

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    • > Ich bleibe eine Weile bei Noel, also wundere dich nicht, wenn ich nicht zuhause bin <
      > Ich brauche Zeit für mich. Aber wenn ich zurück bin, sollten wir reden. <

      Jay starrte eine Weile auf seine Nachrichten, bis das Rütteln im Bus ihn beinahe gegen eine ältere Frau warf und er beschloss, sein Handy wieder einzustecken und mit den Augen stattdessen den vorbeiziehenden Häusern zu folgen. Es hatte sowieso keinen Sinn, sich jetzt noch einen Plan zu überlegen, worüber er mit Cyrus reden wollte. Er hatte nicht einmal auf seine Nachrichten geantwortet und Jays Konflikt zwischen Wut und Schuld blieb auch bestehen. Er hatte eine ungefähre Idee, was er zu seinem besten Freund sagen wollte, aber wenn sie sich dann sahen, würde es sowieso anders kommen.

      Jay kam punktgenau im Seminarraum an und wartete... bis Cyrus dann zehn Minuten nach dem Professor eintrudelte. Der Rothaarige erkannte Jay, sah quasi durch ihn hindurch und setzte sich ans andere Ende der Reihe. Jay knirschte daraufhin eine Weile mit den Zähnen, während er den Blick auf ein leeres Dokument auf seinem Laptop gerichtet hielt. Es war frustrierender, als gedacht, dass Cyrus ihn nun so offensichtlich mied. Vorher hatte er ihn zumindest nur angeschwiegen.

      Nach dem unfassbar unproduktiven Seminar holte Jay Cyrus am Weg nach draußen ein. "Hey", sagte er. Er fing sich einen Blick über die Schulter ein, keine Antwort. Jay ließ sich nicht beirren und schnappte den Rothaarigen am Arm. "Fünf Minuten?", fragte er, verbitterter als beabsichtigt.
      Cyrus seufzte, vermutlich selbst schon etwas gelangweilt von ihrem kindischen Herumgezicke, zog seinen Arm aus Jaydens Griff und blieb mit ihm an der Tür zum leeren Seminarraum stehen. Er sah sich kurz um, dann fragte er skeptisch: "Hey, ich hoffe du ziehst keine Show ab, wenn hier dauernd Leute vorbeikommen"
      Jay bemühte sich, sein Gesicht nicht in einem Anflug von Ärger entgleisen zu lassen. Er atmete möglichst unbemerkt tief durch. "Es tut mir leid. Ich hätte dich nicht anlügen, und dir in erster Linie auch nicht aus dem Weg gehen sollen", brachte er endlich heraus. So, weiter hatte er eigentlich nicht geplant, was bedeutete, dass es ab jetzt nur bergab gehen konnte.
      Cyrus schien etwas perplex über die ehrliche Entschuldigung. Seine Mimik wurde etwas weicher, blieb aber dennoch irritiert. "Okay. Finde ich auch. Danke"
      Jay spürte schon wieder, wie er seinen Kiefer zusammenbiss, und musste sich aktiv zum auflockern zwingen. "Du hättest trotzdem nicht so ausrasten müssen" Mh, ja, da war es, das Signal, dass es nun bergab gehen würde.
      "Aus- Junge, hätte ich euch zulächeln und viel Spaß wünschen sollen?", fragte Cyrus, jetzt wieder in deutlich gereizterem Ton.
      Jay zögerte, überlegte, und versuchte dann bei der bizarren Vorstellung, die Cyrus eben in seinen Kopf gezaubert hatte, nicht zu kotzen. "Nein, du hättest einfach nicht ungefragt die Tür öffnen können", meinte er. Er wusste selbst nicht wirklich, was eine bessere Reaktion gewesen wäre, aber er wusste, dass es definitiv besser ging. Aber wenn er sich vorstellte, zum Beispiel seine Eltern zu erwischen, würde er wahrscheinlich auch erstmal irrational wütend werden. Von daher... Cyrus Reaktion war vielleicht berechtigter, als Jay es zugeben wollte.
      "Zu meiner Verteidigung, ich war mir 100% sicher, dass Eliot bei dir ist", sagte Cyrus.
      "Ich weiß. Die Schuhe"
      "Ich hätte nicht aufgemacht, wenn da irgendwelche winzigen Frauensneaker gestanden hätten"
      Jay und Cyrus starrten sich einige Sekunden lang an. War's das? Hatten sie das Problem beseitigt?
      Jay fiel noch etwas ein. "Also, es stört dich nicht, dass ich Noel date?", fragte er, etwas mutiger als zuvor.
      "Oh" Cyrus überlegte. "Es ist eigenartig. Ich meine, stehst du echt auf... ihn?", fragte er skeptisch.
      Jay nickte und zuckte mit den Schultern. Klar tat er das, sonst würde er sich kaum dieses Chaos antun.
      "Okay... Ich schätze, es stört mich nicht", murmelte Cyrus.
      "Es hat sich nichts geändert, weißt du?", stellte Jay klar. "Man ändert seine Sexualität nicht über Nacht, also... war ich wohl immer so, und wusste es halt nicht. Aber ich bin dieselbe Person und nichts ist wirklich anders"
      "Außer, dass ich drauf verzichten kann, mir bei Trinkspielen irgendwelche versauten Geschichten von dir anzuhören"
      "Huh? Du willst nicht wissen, wie wir unsere-", scherzte Jay, bevor Cyrus ihm seine Hand auf den Mund klatschte und sich etwas angewidert wegdrehte, woraufhin Jay ihm lachend folgte.


      Den Rest des Tages verbrachte Jay in einem fast unerträglichen Zustand der Müdigkeit. Was war das? Seit er mit Cyrus gesprochen hatte, war so ein Druck von ihm abgefallen, dass er sofort im Stehen einschlafen könnte. Seine Abendschicht in der Bar war ein Alptraum. Die laute, nervenaufreibende Musik hielt ihn zwar wach, aber eher wie eine Form der Folter. Noch dazu war heute niemand da, den er kannte, um die Zeit irgendwie mit Gesprächen totzuschlagen. Es war eine Kombination aus Drinks mixen, hoffen keine Fehler zu machen, und dann Fehler beim Zählen des Rückgelds zu machen. Immer und immer wieder. Irgendwann würde man ihn feuern. Er war wirklich nicht gut in diesem Job.
      Er stand kurz davor zu weinen, als er den Boden endlich fertig gewischt hatte, sich umziehen und nachhause gehen konnte. Und als er realisierte, dass er garnicht nachhause, sondern zu Noel fahren würde, war er noch näher an den Tränen. Die Busfahrt gab ihm beinahe den Rest, aber Jay zwang sich, wachzubleiben, weil er deutlich lieber bei Noel im Bett, statt auf einem Busbahnhof schlafen wollte.

      Er bemühte sich, möglichst leise zu sein, als er sich ins Badezimmer schlich, und kam schließlich in Boxershorts und Shirt zu Noel ins Bett gekrochen. Spätestens da hatte er den Franzosen wohl geweckt.
      Jay schob sich näher an ihn heran und legte einen Arm um ihn, gab ihm einen Kuss auf den Nacken und atmete tief ein. Frieden. Endlich.
      "Es war anstrengend", murmelte er zurück. "Ich bin müde" Er ließ den Kopf aufs Kissen fallen, war kurz still und fügte dann doch noch im Halbschlaf hinzu. "Oh, ich hab mit Cyrus geredet. Es ist alles wieder halbwegs okay" Das Ende seines Satzes ging ein wenig in einem Gähnen unter.
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    • Noel seufzte bei dem Kuss in seinem Nacken leise auf, legte seine Hand auf die des Jüngeren und streichelte sanft über die Haut. „Glaube ich dir, aber du kannst ja morgen ausschlafen.“ murmelte er zurück, eigentlich war er schon fast wieder dabei einzuschlafen als Jayden den Namen seines Mitbewohners erwähnte. Es war nicht so das er urplötzlich schlagartig wach wurde, aber er wurde auf jeden Fall ein wenig wacher. „Echt? Das freut mich. Wie hat er reagiert?“ Noel hatte sich in Jays Arm auf die andere Seite gedrehte um den Studenten anschauen zu können, nicht das er auf Grund der Dunkelheit sonderlich viel sehen konnte, aber seine Augen hatte sich relativ gut an die dunkle Finsternis gewöhnt, außerdem reichte der dünne Streifen Mondlicht der sich durch die geschlossenen Vorhänge schummelte aus um Jayden erkennen zu können.

      „Du wirkst auch viel entspannter als heute Morgen.“ stellte er fest nachdem er eine Hand unter Jays Oberteil geschoben hatte und ihm liebevoll über den Rücken fuhr. Als sie am Morgen noch ein wenig im Bett gelegen hatten, hatte Noel das Gefühl gehabt, dass der Student doch ganz schön verspannt war. Was kein Wunder war wenn man mal überlegte, dass er mit Cyrus zusammen studierte und sich wohl oder übel über den Weg laufen würden. Deswegen freute es Noel um so mehr, dass die beiden jungen Männer das klären konnten. Vielleicht sollte er vorschlagen, dass sie sich mal zu dritt trafen jetzt wo es anscheinend zwischen Jay und ihm ernster wurde, immerhin war die erste Begegnung zwischen dem anderen Studenten und dem Franzosen gelinde gesagt etwas bescheiden verlaufen. Aber das war eine Sache über die man auch noch am nächsten Morgen den Kopf zerbrechen konnte.
    • Jay öffnete die Augen ganz kurz, als Noel sich zu ihm herumdrehte, sah aber nichts und schloss sie wieder, weil ihn das ohnehin zu viel Energie kostete. Er stand an der Schwelle zu einem Tiefschlaf, den er dringend brauchte, und schaffte es gerade so, die Konzentration zustande zu bringen, um seine Worte nicht in eine undeutliche Anneinanderreihung von Lauten zu verwandeln.
      „Er kann damit leben, wenn ich ihm nicht grade von meinem Sexleben berichte“, raunte Jay. „Ich glaube, es ist ihm egal, solange ich es ihm nicht auf Nase binde, mh?“ Er zwang sich, erneut kurz zu blinzeln, aber er war einfach völlig übermüded. Heute würde kein sinnvolles Gespräch mehr stattfinden.

      Aber er hatte seinen Punkt wahrscheinlich rübergebracht. Sie waren immernoch Freunde, mehr hatte Jay eigentlich nicht gewollt und auch nicht erwartet. Es war ihm selbst zu viel, mit Cyrus über Noel zu reden, der Gedanke erschien ihm momentan völlig bizarr. Also würde er es nicht tun und ihr Leben konnte genauso weitergehen, wie vorher. Und wenn Noel und Cyrus sich mal zufällig trafen, konnten er hoffentlich einfach so tun, als hätte er nicht gesehen, dass Jay mit ihm schlief. Und alle waren glücklich. Jay hatte sowieso noch nie viel davon gehalten, über sein Sexleben mit seinen Freunden zu sprechen, auch wenn das Interesse eh nur bei Alkoholeinfluss geweckt wurde. Und jetzt hatte er wenigstens den Vorteil, dass Cyrus bei diesen Trinkspielen auch nicht nachfragen würde. Super. Damit hatte sich das Thema für Jay erledigt.

      „Reden wir morgen“, brachte Jay noch hervor, bevor er einfach aufgab und Noel nicht mehr antwortete. „Müde“, flüsterte er.
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    • Noel schmunzelte leicht bevor er leise gähnte, Jayden noch einen sanften Kuss auf die Wange hauchte und sich dann wieder zurück auf die Seite drehte, auf welcher er schon vor Jays Eintreffen geschlafen hatte. Kurze Zeit später war er dann auch wieder eingeschlafen.


      Noel hatte kein Wecker gestellt, warum sollte er auch, immerhin hatte er keine Termine an dem Tag und trotz dessen schien sein Handy das heute anders zu sehen. Um kurz vor acht hallte sein Handyklingelton unnatürlich laut durch sein Schlafzimmer - eigentlich war sein Handy gar nicht so laut, wenn man es genau nahm vibrierte es nur, brachte damit jedoch das kleine Nachttischschränkchen ebenfalls zum vibrierten und dadurch hatte man den Eindruck, dass sein Handy den halben Raum in Schwingungen versetzte. Noel ignorante das Gerät, er würde später zurückrufen oder die Person die seinen kostbaren Schlaf störte würde ihm hoffentlich einfach eine Mail schreiben. Nach der kurzen Störung durch sein Smartphone fiel er wieder in einem angenehmen Dämmerzustand in welchem er sich einfach noch einwenig mehr an den Studenten hinter ihm kuschelte und die angenehme Wärme unter der Decke genoss.

      Als er das zweite mal wach wurde - dieses Mal glücklicherweise nicht durch sein Handy - war es kurz nach neun. Nachdem er fast zehn weitere Minuten einfach im Bett liegen geblieben war, beschloss er doch aufzustehen, auch wenn er seine Entscheidung sofort bereute als ihm die Kälte außerhalb seines Bettes empfing, jetzt aber wieder zurück unter die decke zu schlüpfen war keine Option - jedenfalls nicht bevor er keinen Kaffee hatte. So führte sein erste Weg - als hätte man es anders gedacht - in die Küche und von dort aus direkt zu seiner heiß geliebten Kaffeemaschine. Jayden schien noch tief und fest zu schlafen, als Noel das Bett verlassen hatte - immerhin hatte er gestern auch noch lange gearbeitet. Mit der ersten Tasse Kaffee in der Hand stellte der Franzose den Backofen an. Bei Jaydens erstem Besuch hatte er sich - wohl eher aus einem Scherz hinaus - Croissants gewünscht, es war nicht so das Noel sich direkt in die Küche gestellt hatte, sobald Jayden seine Wohnung verlassen hatte, aber er hatte die letzten Wochen ein wenig Zeit gehabt und selbst gemachte Croissants ließen sich recht gut einfrieren und dann wie frisch zubereitet aufbacken und außerdem hatte er selbst Lust auf ein gutes Frühstück.

      Knapp eine halbe Stunde später roch es in der offnen Küche und im Wohnzimmer angenehm nach frisch gebackenem Plunderteig und frisch aufgebrühtem Kaffee. Während der Backofen seine Arbeit machte, hatte der Franzose den Esstisch soweit gedeckt und hatte dann zwei Tasse Kaffee vorbereitet - immerhin reichte eine Tasse ihm am Morgen wohl kaum. Mit beiden Tassen kehrte er - endlich - zurück ins Schlafzimmer, die Croissants hatte er im noch warmen Backofen gelassen, damit sie nicht zu schnell abkühlten. Irgendwie war es zu ihrer Routine geworden die erste Tasse - oder immerhin einer der ersten Tasse - Kaffee gemeinsam im Bett zu trinken und Noel würde diese Tradition definitiv nicht brechen , vor allem aber nicht weil er die Zeit morgens mit Jayden in seinem Bett mehr genoss als er freiwillig zugeben würde.
    • Als Jay wach wurde, brauchte er einige Sekunden um sich zu orientieren. Er hatte diesen Schlaf wirklich gebraucht. Er hatte keine Ahnung, wie spät es war, und er brauchte auch kurz, um sich daran zu erinnern, wo er war. Was nicht schwer war, weil er Noel sah, wie er sich zu ihm ins Bett setzte und eine Tasse Kaffee in der Hand hielt.
      Jay blinzelte, streckte sich, gähnte und wollte sich aufsetzen, aber sein Körper fühlte sich immernoch unglaublich schwer an. Als hätte man ihm gestern Abend ein Schlafmittel verabreicht. "Morgen", murmelte er undeutlich und rollte sich mit einem Brummen zur Seite, um sich halb über Noel zu drapieren. "Ugh, es fühlt sich an, als hätte ich hundert Stunden geschlafen und ich bin immernoch müde" Vielleicht war das einfach die generelle Erschöpfung, die er in den letzten vier Jahren angesammelt hatte und jetzt beschloss, sich zu zeigen.

      Jay lag einen Moment lang nur reglos auf Noel und schloss seine Augen wieder, merkte aber schnell, dass er nicht mehr richtig schlafen konnte. Wahrscheinlich musste er einfach aufstehen und mal richtig wach werden. Nach etwas Überwindung setzte er sich also auf und beugte sich über Noel um sich die zweite Tasse zu schnappen, denn anscheinend wurde Kaffee im Bett bei ihnen zur Routine.
      "Mh, wie war dein Tag gestern?", fragte er und nippte an seinem Kaffee. Er erinnerte sich nur langsam, dass er Noel gestern noch minimal von seinem Gespräch mit Cyrus berichtet hatte, aber dann war er ziemlich schnell weg gewesen.
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    • „Guten Morgen.“ Noel fuhr Jayden träge mit einer Hand durch die Haare, während er an seiner zweiten Tasse Kaffee nippte bis sich der Jüngere ebenfalls nach seiner Tasse streckte.

      „Entspannt. Ich hatte noch Fotos die ich bearbeiten musste, die hab ich fertig gemacht.“ der Franzose hatte beide Hände um seine Tasse gelegt und den Kopf beim sprechen auf Jays Schulter gelegt. Nach seinem ersten Kaffee hatte er das Gefühl so langsam wacher zu werden, jetzt wo er wieder im Bett lag könnte er auch direkt wieder einschlafen.

      Noel war froh die Fotos endlich fertig gemacht zu haben, er hatte besagte Fotos schon viel zu lange vor sich her geschoben. Im Grunde war es nur ein kleines, freundschaftliches Shooting gewesen bei dem er nicht bezahlt wurde, also war es okay sich ein wenig Zeit zu lassen, sein ‚ein wenig Zeit lassen‘ ging jetzt jedoch auch schon einige lange Wochen und so langsam wurde es wirklich mal Zeit. Wenn er sich noch länger Zeit gelassen hätte, hatte er den beiden jungen Männern die er fotografiert hatte die Bilder persönlich vorbei bringen können.

      „Was hältst du von Frühstück?“
    • Jay nickte. „Wenn ich jetzt nicht aufstehe, tue ich es nie“, erklärte er und schob die Beine aus dem Bett.
      Ihm fiel der Geruch von etwas frisch Gebackenem erst auf, als er durch die Schlafzimmertür kam. Noel gab sich deutlich zu viel Mühe, Jay wäre auch mit Müsli absolut zufrieden, aber… er konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen.

      Als er mit Noel in die Küche kam, setzte er sich mit seinem Kaffee an den Tisch und sah sich die kleine Staffelei an, die ihn seit zwei Tagen jedes Mal empfing. Er hatte bisher irgendwie nicht so darauf geachtet, weil Noels Wohnung randvoll mit Kunstwerken war, aber jetzt, wo er den Kopf etwas freier hatte, fiel es ihm endlich richtig auf.
      „Das ist hübsch, sieht fast wie ein Foto aus, wenn man nicht genau hinsieht“, meinte er und stützte den Kopf in eine Hand. Jay fragte sich ja bei jedem von Noels Bildern, was ihm beim Malen durch den Kopf ging. Wählte er die Motive ganz willkürlich und nach Ästhetik aus? Jay hätte sich wahrscheinlich nicht für eine braune Iris entschieden, wenn er sich schon die Mühe gab, so detailreich zu malen, aber Noel machte einen richtig guten Job. Es sah fast nach flüssigem Gold aus. Hm, man musste sich schon ziemlich gut mit Farben auskennen, um das so hinzubekommen und es noch realistischer aussehen zu lassen, vermutete Jay.

      „Bist du damit schon fertig oder kommt noch was dazu?“, fragte er und trank einen Schluck von seinem Kaffee. In Jays Augen sah es ziemlich fertig aus, aber nachdem die Staffelei noch hier stand, war es das vermutlich nicht.
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    • Noel lachte leise auf. „klingt nach einem Plan, ich könnte auch wieder einschlafen.“ stimmte er zu. Zu der Überraschung vieler, gehörte Noel zu den Leuten die sich regelmäßig aus dem Bett quälen musste. Vor allem weil er grundsätzlich mit offenem Fenster schlief und es dadurch - vor allem im Winter - recht kalt in seinem Zimmer war und wer verließ schon gerne das warme Bett um dann erstmal durch ein kaltes Zimmer gehen zu müssen bevor es im Wohnzimmer wieder angenehm warm war?

      Die Croissants dampften noch leicht als er sie vorsichtig aus dem Backofen nahm und auf den Esstisch stellte. Er war selbst ein wenig stolz auf das Gebäck. Als Jayden ihn auf das Bild, an dem er gerade arbeitete ansprach, wandt er sein Blick lächelnd zu ihm. „Danke. Ich bin so gut wie fertig. Irgendwas fehlt noch, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher was.“ Seine Augen fuhren das Bild ab, so als ob er nochmal von ein wenig Distanz schauen wollte ob ihm nun doch auffiel was ihn störte, ihm fiel es jedoch nicht auf. „Du kannst es gerne haben wenn ich fertig bin.“ bot er lächelnd an während er sich Jayden gegenüber setzte. Wenn man es genau nahm, hatte er sich immerhin bei Jaydens Augen - nicht nur ein wenig - inspirieren lassen. Und eigentlich hatte er genug Bilder in seiner Abstellkammer stehen, die langsam aber sicher enorm viel Platz einnahmen. Er hatte schon mal überlegt eine Ausstellung zu organisieren oder vielleicht das ein oder andere Werk zu verkaufen, über Instagram bekam er gelegentlich mal Angebote wenn er seine Kunst teilte, aber dafür liebte er jedes einzelne Bild viel zu sehr um es für immer weg zu geben. Bei Jayden würde er immerhin wissen, dass es in guten Händen war.
    • Jay sah auf. "Einfach so?", fragte er. "Solltest du es nicht lieber verkaufen, wenn du es nicht behalten willst?"
      Wobei Noel vermutlich tausende solcher Bilder hatte und sie jederzeit rekreieren konnte, also war wohl nichts dabei, es zu verschenken, oder? Trotzdem war Jay ein wenig zu ehrfürchtig, um es einfach anzunehmen. So viel Arbeit wie dar eingeflossen sein musste, konnte er sicher einen guten Preis verlangen. Noch dazu, wenn es etwas war, dass man sich wirklich ganz locker an die Wand hängen konnte.
      "Hm, ich finde, es sieht fertig aus", schmunzelte Jay, bevor er sich eines der Croissants nahm und es aufschnitt. Er stockte.

      "Sag mal, du hast die nicht selbst gemacht, oder? Waren das Aufback-Croissants? Gibt es sowas?" Noel hatte seine Bitte nach selbstgebackenen Croissants doch nicht ernst genommen? Wollte er jedes Mal backen, wenn Jay vorbeikam?
      Der Student nahm skeptisch ein Messer und schmierte etwas Marmelade auf das Croissant. "Du musst nicht alles machen, worum ich dich bitte, weißt du?", meinte er und zog eine Augenbraue hoch, als er Noel wieder ansah. Er biss in das Gebäck. Und, naja, natürlich war es verdammt gut, aber Jay hatte das Gefühl, dass die Mühe an ihm fast verschwendet war, weil er absolut alles essen würde, vor allem wenn Noel es ihm vor die Nase stellte.
      "Es ist echt gut, und ich hoffe, du hast damit gerechnet, dass ich vier oder fünf davon essen werde", erklärte er unter Kauen.
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    • „Klar, wenn du es haben möchtest.“ meinte er lächelnd und nahm sich dann eins von den Croissants. „Ich würde es lieber dir schenken als es zu verkaufen, dann weiß ich, dass es in guten Händen ist… und bei seiner Muse.“ den letzten Satz sagte er so beiläufig als würde er übers Wetter reden.

      Als Jayden ihm schon fast schockiert fragte ob die Croissants selbst gemacht sind stahl sich nur ein mysteriöses Lächeln auf seine Lippen ehe er sich einen Klecks Marmelade auf den Teller gab um dann mit seinem Messer etwas von besagter Marmelade auf das - nicht aufgeschnittenes - Croissant zu geben. „Ich hatte einen freien Nachmittag, also keine Sorge, die hab ich nicht heute morgen gebacken.“ versicherte er dem Studenten zwischen zwei Bissen und gab vor jedem weiteren immer ein wenig von der Marmelade auf den gebackenen Plunderteig.

      „Immerhin meintest du, du hättest gerne welche und es war im Grunde auch keine große Arbeit.“ Das war zwar eine fette Lüge, aber das musste Jayden nicht wissen. Allein die Zubereitung des Teigs ist nicht sonderlich einfach und beansprucht definitiv einiges an Zeit und Arbeit, aber erstens stand Noel gerne in der Küche und zweitens wollte er Jayden einfach eine kleine Freude mache und außerdem aß er selbst unfassbar gerne frische Croissants, die gekauften konnte man mit der traditionell französischen Version schließlich kaum vergleichen. Das Rezept hatte er - wie so viele - ebenfalls von seiner Mutter.

      „Im Backofen sind noch welche und falls es nicht reichen sollte, backe ich einfach nochmal was auf.“ grinste er.
    • Jayden brauchte einen Moment, um Noels Satz zu verarbeiten, und verschluckte sich dann beinahe. Er sah das Bild erneut an. Muse? Hatte Noel sich von seinen Augen inspirieren lassen?
      Jay konnte sich bei Gott nicht vorstellen, dass seine Augen auch nur ansatzweise so hypnotisch und schön aussahen, aber er bewunderte Noels Kreativität.
      „Wow, du hast ein krasses Vorstellungsvermögen“, murmelte Jay, halb belustigt, halb ernst. Er war unglaublich beeindruckt von dem Bild und konnte einfach nicht ganz verarbeiten, dass er die Inspiration gewesen sein sollte. Ihn hatte noch nie jemand gezeichnet. Gut, es war nur eine Iris, aber das war schon Kompliment genug, egal ob Jay es nachvollziehen konnte.

      Jay schluckte sein Croissant herunter, beugte sich über den Tisch und zwang Noel einen kleinen Kuss auf. Er musste lachen, weil es sich irgendwie witzig anfühlte, jemanden zu küssen, der gerade aß, und nicht damit rechnete. „Wenn das mein Auge ist, sollte es definitiv hier bleiben, damit du immer an mich denkst, wenn du dran vorbeigehst“, lächelte er. Ew, wann war er eigentlich so furchtbar kitschig geworden?
      „Und du kannst mir vielleicht bei den Croissants vorlügen, dass es keine große Arbeit war, weil ich nichts übers Backen weiß, aber definitiv nicht bei dem Bild. Ich kann mir schon vorstellen, dass das ein paar Stunden in Anspruch genommen hat. Du musst echt völlig verknallt in mich sein“ Er zuckte unschuldig mit den Schultern, bevor er ein kleines Grinsen nicht unterdrücken konnte.
      „Darum ist es nur fair, wenn du das Bild behältst. Du kannst ja noch ein Foto von meinem Auge machen, vielleicht findest du dann heraus, warum es für dich nicht fertig aussieht. Aber als jemand, der seit 24 Jahren zumindest einmal am Tag sein Spiegelbild sieht, kann ich dir sagen, dass das Bild ein absolutes Upgrade von meinen Augen ist“ Das Licht in seinem Badezimmer war zwar etwas düster, weil die Glühbirne noch nie getauscht wurde, aber das änderte ja nichts an der Realität.
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    • Es hatte was sehr interessantes wie Jayden auf die Information reagierte, dass Noel ihn - oder wohl eher sein Augen - gemalt hatte.
      „Ich hab ein sehr gutes Bildgedächnis.“ mit Vorstellungsvermögen hatte das nichts zu tun, er hatte das gemalt was vor seinem inneren Auge lag. Er würde mit Jay jedoch jetzt keine Grundsatzdiskussion anfangen wie großartig seine Augen waren und das er regelmäßig dachte, dass sie ihn an flüssiges Gold erinnern und ihm das Gefühl eines warmen Herbsttages gaben, erstens war es viel zu früh für solche Diskussionen und zweitens war das selbst für ihn ein wenig zu kitschig.

      Er wollte gerade von seinem Croissant abbeißen, da beugte sich Jay über den Tisch und hauchte ihm einen kleinen Kuss auf die Lippen. „Dann bleibt es hier, obwohl ein bisschen Kunst dein Studentenzimmer sicher aufgewertet hätte.“ grinste er. Vielleicht, ganz vielleicht hätte er den Gedanken, dass Jayden etwas von ihm im Zimmer hatte, genossen, genau so wie Jay wahrscheinlich genoss dass das Bild bei ihm blieben würde und Noel zwangsläufig tatsächlich jedesmal an Jayden dachte wenn er es sah.

      Noel hatte gerade einen Bissen von seinem Croissant genommen als der Student weiter sprach. Die Lüge mit den Croissants war offensichtlich gewesen, selbst für Leute die nicht backten, war sicher klar, dass französische Croissants nicht gerade das einfachste waren, an das man sich ran trauen konnte.

      „Vielleicht ein kleines bisschen.“ bestätigte er mit einem Zwinkern. Diese leicht provokative Spielchen zwischen ihnen, war auch etwas was er genoss. Er hatte was interessantes an sich. „aber eigentlich darfst du dazu gar nichts sagen. So nervös wie ich dich anscheinend nur durch meine Anwesenheit machen kann.“ kam es kokett von ihm zurück. Unter dem Tisch fuhr er sanft mit seinem Bein über das des Jüngeren.

      Dann stutzte er ein wenig und hielt kurz in der Bewegung inne. „Wenn du so über deine Augen denkst, dann solltest du das Bild vielleicht doch haben, ich glaube du siehst viel weniger als da eigentlich ist…Schade eigentlich. Wusstest du, dass deine Augen viel heller werden wenn die Sonne günstig fällt und dann aussehen wie Bernstein den man ins Licht hält? Oder wie viel Gefühl da eigentlich drin liegt? Wie einfach man deine Emotionen lesen kann? Oder dass sie dunkler werden wenn du kurz zum Orgasmus bist?“ bei dem letzten Satz konnte Noel sich ein leichtes, dreckiges Grinsen nicht verkneifen. Klar wollte er Jayden mit seinen Worten ein wenig aus der Reserve locken, was jedoch nicht hieß, dass nicht jedes Wort genau so gemeint war. Zu seiner Verteidigung, er hatte schon immer eine besondere Faszination für Augen gepflegt.
    • „Mach mein Studentenzimmer nicht so runter, ich hab mir Mühe gegeben“, erwiderte Jay und biss von seinem Croissant ab. Dabei hatte Noel eigentlich recht, ein Bild von ihm würde sein Zimmer definitiv aufwerten. Vielleicht sollte er sich doch mal etwas von Noel zeichnen lassen, extra für seine Wand. Irgendetwas weniger aufwendiges, allerdings, damit er kein schlechtes Gewissen bekam, wenn er so viel Energie hineinsteckte.

      Jay grinste ein kleines ‚Fuck you‘ Lächeln zurück, als Noel an seinem Bein entlang streifte, und erwiderte: „Es ist weniger deine Anwesenheit, als das
      Er deutete unter den Tisch. Noels kleine provokante Handlungen, vor allem Berührungen, waren es, die es für Jay beinahe unmöglich machten, sich in der Öffentlichkeit noch normal zu verhalten. Natürlich machte ihn das nervös. Und wenn Noel eine Frau wäre, würde es ihn trotzdem fertig machen. Wer verhielt sich denn absichtlich so suggestiv, wenn man unter Leuten war? So viel dazu, dass Noel nichts von PDA hielt. Dafür machte er sich einen Spaß daraus, Jay an seine Grenzen zu bringen.

      Jay schüttelte leicht den Kopf, als Noel auf einmal anfing, über seine Augen zu reden. Es war ihm irgendwie zu peinlich, ihm zuzuhören, und ihn dabei auch noch direkt anzusehen. Jetzt wirkte es beinahe, als hätte Jay es darauf angelegt, ein paar Komplimente von Noel einzusammeln. Er trank einen Schluck Kaffee, nur um etwas zu tun zu haben, bereute es aber sofort wieder. Diesmal verschluckte er sich wirklich. Er zwang den Kaffee seine Speiseröhre hinab und hustete anschließend ein paar Mal.
      „Du… Gib endlich zu, dass du das alles absichtlich machst, nur um mich später zu verarschen, dass ich wegen allem nervös werde. Ich bin hier nicht das Problem!“ Er lachte und stand auf, um sich ein Glas Wasser zu nehmen.

      „Du hast einfach keine Hemmungen, das ist es. Und, ich glaube dir nicht. Wahrscheinlich werden meine Pupillen größer, oder sowas. Verrückt, dass du das überhaupt merkst. Aber weißt du was? Mir fällt dafür auf, dass du mir immer den Rücken halb zerkratzt, wenn du versuchst, leiser zu sein. Was nebenbei bemerkt unnötig ist, du kannst meinetwegen beides machen. Stöhnen und meine Haut aufschlitzen, meine ich. Ist beides super heiß“ Jay lächelte und lehnte sich an die Küchentheke. Wenn Noel ihn unbedingt provozieren wollte, dann konnte er es ihm ja gleichtun. Genügend Material dazu hatte er mittlerweile jedenfalls.
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    • Als Jayden sich an seinem Kaffee verschluckte und anfing zu husten musste Noel sich echt zurückhalten nicht breit zu grinsen. Er wusste zwar, dass er Jay wunderbar aus der Fassung bringen konnte, aber damit hatte er nicht gerechnet - er hatte es sich vielleicht ein wenig erhofft aber nicht damit gerechnet. „Klar mach ich das absichtlich.“ gab er schamlos mit einem provokanten Grinsen zu, welches ihn definitiv einige Jahre jünger machte als er eigentlich war. Generell wirkte er gerade ein wenig jünger, allein durch die Art wie er redete und dieses kleine provokative Funkeln in seinen Augen. Es machte ihn Jugendlicher, weniger reif und man könnte fast denken, dass der Rest den Noel so mühselig mit seinen Klamotten, seiner Art wie er sich verhielt und mit der Weise wie er sprach auf gebaut hatte, eine kleine Show war, damit seine Mitmenschen mit mitbekamen wie er eigentlich war. Es war nicht so, dass er sich verstellte, aber er wusste wie man sich in welcher Gesellschaft wie verhielt und so wie er sich - gerade - gegenüber Jayden verhielt , mit einem schamlosen Grinsen auf den Lippen, dem provokanten Funkeln in den Augen und der hemmungslosen Art in seinen Worten, so verhielt man sich definitiv nicht unbedingt in der Öffentlichkeit und unter Menschen die einem den Lebensunterhalt sicherten.

      Als Jayden aufstand um sich ein Glas Wasser zu holen, drehte sich der Franzose auf seinen Stuhl mit, so dass er den Studenten weiterhin anschauen konnte, bis er tatsächlich selbst aufstand und die paar wenigen Schritte zur Küche überbrückte. „Ouh, deine Augen werden definitiv dunkler.“ bestätigte er nochmal. „Nicht viel und auch nicht lange. Man muss den richtigen Moment anpassen, weißt du?“ Noel stand nah bei Jayden, viel zu nah um das nur aus reiner Provokation zu machen. Mit seiner Hand fuhr er sanft unter das Shit seines Gegenübers, seine Taille entlang, nur um ihn dann sanft über die Rippen zu streicheln. Noel war schon immer fasziniert von dem menschlichen Körper, nicht auf eine kranke, psychopathische ‚Hannibal Lecter‘-Art und Weise, eher fasziniert weil der menschliche Körper unfassbar ästhetisch sein kann, deswegen hatte er auch ursprünglich mit der Fotografie angefangen, er wollte diese Ästhetik einfangen und zum Ausdruck seiner Kunst machen.

      „merke ich mir, das nächste Mal halte ich mich nicht zurück, versprochen.“ grinste er. „Auch wenn wir uns nochmal ganz dringend wegen den Knutschflecken unterhalten müssen, du hast Glück dass ich keine Termin hab und das es Winter ist.“
    • „Dann mache ich es eben, solange Winter ist und du deine Rollkragen tragen kannst“, erwiderte Jay. Seine Haut kribbelte, überall wo Noel ihn berührte. Dass er so eine Obsession damit hatte, ihm unter sein Shirt zu greifen, führte immer dazu, dass Jay deutlich zu angeturnt für die Situation war.
      Trotzdem zupfte er am Kragen von Noels T-Shirt und warf einen langen Blick auf sein Werk. Ja, vielleicht hatte er dezent übertrieben. Es war zwei Tage her und Noels Hals und Genick waren übersäht mit rötlich-violetten Hämatomen, die schon fast auf eine Krankheit hindeuteten, aber Jay konnte doch nichts dafür, dass er ihn am liebsten aufessen wollte. Dennoch tat es ihm ein bisschen leid.
      Er zog Noel an der Hüfte näher zu sich und küsste sanft und entschuldigend über Noels Hals. „Willst du, dass ich dir lieber woanders Knutschflecken verpasse, oder garnicht?“, murmelte er zwischen den Küssen gegen Noels Haut. „Zwischen deinen Beinen sieht es niemand, außer mir. Hoffe ich“

      Er lehnte sich wieder zurück und ließ seine Hände ebenfalls unter den Stoff und über Noels Rücken gleiten. Ihm fiel auf einmal etwas auf. „Bist du größer als ich?“, fragte er skeptisch. Nicht, dass es ihn störte, aber leicht irritierend war das schon kurz, wenn man es mit 1,80 Meter schaffte, jemanden zu daten, der größer war. Also, zumindest, wenn man vorher nur mit Frauen zusammen war. Jay war sich schon bewusst, dass er nicht grade weit über dem Durchschnitt lag. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass er gerade nicht aufrecht stand. Das war es vermutlich.
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    • Noel seufzte leise auf als Jayden ihn näher zu sich zog und anfing seinen Hals zu küssen. Er lehnte sich ein wenig näher an ihn und schloss seine Augen. „Solang man sie nicht sehen kann, ist mir das egal…“ summte er leise auf. Jayden machte definitiv was mit ihm und er wusste nicht ob dieses etwas gut für ihn war. Vor allem Knutschflecke waren bis dato ein absolutes No-Go für ihn, selbst obwohl das Gefühl seinen Körper zum kribbeln machte und seinen Verstand kurzzeitig fast gnadenlos ausknipste. Allein der Gedanke, dass irgendjemand anderes die Überbleibsel der vergangene Nächte sehen könnte, war für ihn schon ein Grund die andere Person mit aller Kraft daran abzuhalten seinen Hals mit Hämatomen zu schmücken.

      Er wollte sich gerade noch etwas näher an den Studenten lehnen als dieser ihn skeptisch anschaute. „müsste ich eigentlich…oder deine Kleidung erweckt den Anschein, du wärst kleiner.“ meinte er ebenfalls ein wenig irritiert. Allein das eine Mal als Noel Jayden eine seiner Jeanshosen geliehen hatte und ihn diese knapp fünf Zentimeter zu kurz war, ließ eigentlich darauf schließen. Er stellte sich gerade auf. Es waren nicht viele Zentimeter aber eigentlich müsste der Franzose einige wenige Zentimeter größer sein. „Wie groß bist du denn?“
    • "Eins achtzig", antwortete Jay blinzelnd. Seine Kleidung machte ihn kleiner? Aber gerade trug er garnichts seltsames, nur ein Shirt und eine kurze Stoffhose. Es war vielleicht kindisch, aber er nahm als Zeichen, sich gerade aufzustellen und nicht mehr an die Theke zu lehnen. Aber auch, wenn er nun genau darauf achtete, fiel ihm auf, dass Noel tatsächlich etwas größer sein musste. Jay schmunzelte, was schnell in ein Lachen kippte, und er brauchte einige Sekunden, um sich einzukriegen. Er ließ den Kopf fallen, um Noel nicht direkt ins Gesicht zu lachen.
      "Sorry, aber... das fällt mir zum ersten Mal auf. In meinem Kopf bist du immer so klein. Keine Ahnung, wieso", erklärte er lachend und ließ mit den Händen von Noel ab, um sich über die Augen zu wischen. Er lachte erneut kurz, bevor er sich wieder anlehnte und Noel völlig erheitert entgegen lächelte. "Eigentlich ist das so paradox. Du verhältst dich ja andauernd, als wärst du zwei Meter groß. Vielleicht hab ich das im Kopf schon genau deshalb umgedreht. Aber wenn ich dir mal genau gegenüber stehe, ist es total offensichtlich. Wahrscheinlich liegen wir einfach zu oft" Er grinste.

      Er hatte kein Problem damit, dass Noel größer war, als er. Er verhielt sich ja sowieso in jedem Aspekt erwachsener als er, da machte es keinen großen Unterschied mehr, wer von ihnen beiden buchstäblich auf den anderen herab schaute, vor allem wenn es kaum mehr als ein paar Zentimeter waren. Jay fand es bloß witzig, weil er nicht damit gerechnet hatte. Sein Typ war undefinierbar. Er war immer mit Frauen zusammen gewesen, die logischerweise kleiner waren, als er. Allerdings hatten sie sich alle kein Stück ähnlich gesehen. Und, naja, vermutlich war sein Geschmack in Männer auch einfach allgemein anders. Was auch sonst. Auch, wenn er garnicht wusste, was sein Geschmack war, oder ob er überhaupt einen hatte, weil Noel der einzige Typ war, der sein Interesse geweckt hatte. Und das ursprünglich nur, weil er betrunken genug gewesen war, das hübsche Gesicht für das einer Frau zu halten. Aber... langsam war Jay sich nicht mehr sicher, ob der Alkohol ihn blind gemacht oder einfach seine Hemmungen unglaublich gelockert hatte. Denn Noel für eine Frau zu halten war schon eine Meisterleistung.
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    • Noel war sich nicht ganz sicher ob er beleidigt sein sollte, da Jayden ihn so offensichtlich…auslachte? Anlachte? So ganz sicher war er sich da nicht. Er hatte ihn für kleiner gehalten? Sollte er beleidigt sein? Noel war schon immer recht groß gewesen, er hatte wohl einfach Glück mit der Verteilung seiner Körperproportionen gehabt. Seine Beine waren lang, aber nicht so lang das es seltsam in Kombination mit seinem Oberkörper aussah, er hatte nie Probleme mit seiner Körpergröße gehabt oder sich Gedanken drum gemacht und trotzdem kratzten Jaydens Worte ein wenig an seinem Stolz. Er wusste dass er gut aussah - woher auch teilweise seine doch recht große Arroganz kam - und das nicht nur weil er in der Vergangenheit mit der ein oder anderen Modelagentur zusammen gearbeitet hatte - zwar nicht als Model aber gefragt wurde er trotzdem das ein oder andere Mal.

      „Was soll das denn jetzt heißen? Ich verhalte mich als wäre ich zwei Meter groß?“ die Worte kamen beleidigter aus seinem Mund als es eigentlich von ihm beabsichtigt war. Er sollte eigentlich nicht so beleidigt sein, Jay meinte das schließlich nicht böse, er benahm sich tatsächlich regelmäßig so als wäre er die einzige Person auf dem Planeten. Sein Ego reichte teilweise mindestens für zwei weitere Personen und das war ihm bewusst und trotzdem störte ihn das gerade ein wenig.

      Eigentlich hatte Noel eine exorbitante Zeit seines Lebens damit verbracht zu lernen, seine Emotionen so zu verstecken, dass man ihm nicht direkt an sah was er fühlte und trotzdem versagte er dabei gerade gnadenlos.
    • "Huh?", machte Jay, noch grinsend, aber langsam wieder etwas auf den Boden der Tatsachen geholt, als Noel auf einmal beleidigt aussah. Jays Grinsen schwand ein wenig, aber nicht ganz, weil er sogar das irgendwie witzig fand. "Das war nicht böse gemeint", lachte er leicht. "Wirklich. Du kannst es eher als Kompliment sehen, ich meine, nicht viele Menschen haben das Selbstbewusstsein"
      Er zögerte, bevor er zu seiner Geheimwaffe griff, die ihn in Streits mit seiner Schwester immer gerettet hatte. Sich selbst fertigmachen. "Ich zum Beispiel nicht, mir ist immer total bewusst, wenn andere Menschen da sind, die sich ein Bild von mir machen. Da hilft nur Alkohol" Er lächelte und griff nach Noels Handgelenken, um ihn zu sich zu ziehen.
      "Außerdem mag ich das an dir, hab ich dir doch schon gesagt. Ich mag es, wenn du ein bisschen gemein und deutlich zu direkt bist. Zu mir bist du sowieso viel zu nett" Der Kontrast, wie Noel sich ihm und Fremden gegenüber verhielt, erschrak ihn jedes Mal ein wenig. Vielleicht hatte Jay sich zu schnell daran gewöhnt, wie sanft Noel sein konnte. Die Betonung lag auf konnte, weil er es offensichtlich noch mehr genoss, ihn zu provozieren. Dafür schien er ziemlich wenig einstecken zu können.

      Jay grinste wieder leicht. "Du bist nicht beleidigt, weil ich dich klein genannt hab, oder?", fragte er neckend. "Dein Ego kannst du auf deutlich besseren Sachen aufbauen, als deiner Körpergröße"
      Zum Beispiel auf den Rest seines Körpers, vor allem sein Gesicht, aber der bessere Vorschlag wären wohl Noels Talente. Er hatte genug zu bieten, um sich nicht auf seine Körpergröße stützen zu müssen. Das wäre überraschend, aber nicht so überraschend, wie wenn Noel tatsächlich nicht bewusst wäre, mit welcher Ausstrahlung er einen Raum betrat. Jays Worte dürften doch nichts neues für ihn sein.
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