My Girlfriend is a Boy [Nao & Dark.Wing]

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    • Eigentlich waren die Empfindungen, welche durch seinen Körper jagten schon fast zu viel für ihn. Wenn Noel nur ein klein wenig, weniger Selbstkontrolle hätte, wäre er wohl alleine von Jaydens Stöhnen schon fast lächerlich früh gekommen. Das Geräusch hatte er jedoch so unfassbar nah an seinem Ohr wahrnehmen können, dass das eigentlich schon fast als Entschuldigung gelten konnte, immerhin war sowas extrem heiß - fand Noel jedenfalls. Zum Glück besaß er Selbstkontrolle - in solchen Momenten vielleicht nicht unbedingt in der Masse, in der er sie gerne gehabt hätte, aber er besaß sie.

      Sanft zog er Jayden noch ein wenig näher an sich, zwischen ihren beiden Oberkörpern hätte wohl kaum noch ein Blatt platz gehabt, aber das war mehr als okay. Er genoss die Hitze, die von dem Körper des Studenten ausging und ließ sich von dieser komplett mitreißen. Mit sanften, schon fast federleichten Küssen liebkoste er Jaydens Halsseite, ehe er langsam anfing sich zu bewegen. Es war kein wildes rumgehüpfe, wie es in den ganzen schlechten Pornos immer der fall war, es hatte eher was von fast schon vorsichtigen, fließenden Bewegungen.

      Sein Atem zitterte leicht, als der Franzose nach einigem probieren allen Anschein nach den richtigen Winkel gefunden hatte.
      Das Verlangen den Jüngeren zu küssen war groß, aber er wusste, wenn er sich jetzt zu viel bewegen würde, zu ruckartig bewegen würde, würde das Problem mit dem viel zu frühen kommen wieder präsenter werden…obwohl hatte Jayden nicht eben schon was ähnliches gesagt? Im Grunde waren sie beide bis aufs äußerste gereizt und trotzdem hatte Noel das Verlangen, das was zwischen ihnen gerade passierte noch ein wenig genießen zu wollen.
    • Jay hatte irgendwann seinen Kopf in den Nacken gelegt und beschlossen, sich gehen zu lassen. Er hatte noch nie versucht, sich geräuschetechnisch beim Sex zurückzuhalten, immerhin würde sich hier kaum jemand beschweren, wenn er selbst manchmal Nachts von seinen Nachbarn wachgehalten wurde, und die meisten Leute fanden es sowieso heiß, wenn ihre Partner nicht stumm geschalten waren. Jay jedenfalls. Er genoss jedes kleinste Geräusch, das sich über Noels Lippen stahl, und hielt wie zur Antwort darauf seinen lauten Atem nicht zurück.

      Die Küsse an seinem Hals und die langsam beschleunigten Bewegungen brachten ihn nahe an seine Grenzen. Aus einer Eingebung heraus fand seine Hand wieder den Weg zu Noels Erektion und glitt im Takt seiner Hüften darüber. Gerade hatte er zumindest mal beide Hände frei und konnte sie nutzen, um Noels restlichen Körper zu liebkosen. Was ihm selbst vermutlich mindestens genauso viel Freude bereitete, wie Noel. Sein Körper hatte etwas elegantes an sich, das fiel Jay auch auf, wenn er bekleidet war, aber wenn er sich wie jetzt sanft bewegte und das Arbeiten seiner Muskeln unter der blassen Haut ganz dezent wahrnehmbar war, wollte Jay ihn am liebsten aufessen.

      Jay ließ seine freie Hand über Noels Rücken bis hinauf in seinen Nacken und anschließend in seine Haare hineingleiten, wo er sanft an den blondierten Strähnen zog, bevor er wieder von ihm abließ, als seine Konzentration wankte und das Auf und Ab seiner Hand simultan ebenfalls unregelmäßiger wurde.
      „Etwas schneller“, hauchte er Noels Schulter entgegen. Das Tempo quälte ihn ein wenig. Jay würde sich unheimlich gerne Bewegungsfreiheit verschaffen, sich zumindest etwas aufsetzen oder Noel gleich aufs Bett schmeißen, aber er betrachtete das einfach als Geduldsübung. Noel schien sich aber auch ziemlich zurückzuhalten, vielleicht einfach um alles etwas herauszuzögern, dabei hatte Jay heute ausnahmsweise mal noch nicht literweise Alkohol intus und konnte definitiv eine zweite Runde anbieten. Das brachte er nur gerade nicht über die Lippen, weil seine Stimmbänder schon völlig ausgelastet mit seinem irregulären, sanften Stöhnen waren.
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    • Noels Nägel gruben sich sanft in Jaydens Schulter, als er plötzlich die fremde Hand an seiner Erektion spürte. Hatte er gerade gedacht, dass die ganzen Empfindungen zu viel waren? Das war ein Witz zu den Gefühlen die ihn so urplötzlich übermannten. Fast noch schlimmer als die Hand an seiner Mitte, war Jays andere Hand, welche sanft über seinen Rücken fuhr, von dort aus in seine Haare glitt und ihn dazu brachte seinen Kopf langsam in seinen Nacken zu legen. Dem Studenten schon fast auf dem Silbertablett seinen Hals präsentierte.

      „…wenn ich jetzt schneller mache, komm ich…“ hauchte er leise als Antwort und trotzdem bewegte sich sein Körper fast wie von alleine etwas schneller. So als ob alleine Jaydens Worte seinen Körper dazu brachte, Dinge zu tun die sein Verstand eigentlich nicht tun wollte - was nicht hieß, dass er es nicht wollte. Er wollte. Am liebsten würde er dem Studenten das letzte bisschen Kontrolle, was er im Moment noch besaß - und selbst wenn es nur die Bestimmung des Tempos war - vor die Füße legen. Das Tempo brachte ihn selbst nahezu um den Verstand. Im Grunde brauchte er sich nur vorsichtig nach hinten auf die Matratze fallen lassen, den Jüngeren mitnehmen - was durch die eng angeschmiegte Position kaum ein Problem darstellen sollte - und alles weitere würde sicher von selbst passieren. Im besten Falle wusste Jayden was er von ihm wollte, im schlimmsten Falle könnet er dann immer noch seine Gedanken laut aussprechen und trotzdem schien sein Vorhaben gerade eine exorbitante Menge an Willenskraft zu erfordern. Noel sollte ganz dringend aufhören in solchen Momenten zu denken und einfach nur tun, was ihm gerade in den Sinn kam.

      Vielleicht war das am Ende der eine Gedanke, den er gebraucht hatte um genau das zu tun - okay vielleicht nicht genau das, ein spontaner, unabgesprochener Positionswechsel schien ihm dann trotz des watteähnlichen Zustandes in seinem Kopf ein wenig heikel aber mit einem durchdringenden Blick suchte er die Augen des Jüngeren.

      Wenn er nicht sitzen würde, wäre ihm sicher schwindelig geworden - zugegebenermaßen ihm wurde ein wenig schwindelig - als der Blick aus flüssigem Gold ihm traf. Jaydens Augen sprachen gerade so viele Empfindungen auf einmal aus, dass sich Noel nicht mal ganz sicher war alle erkennen zu können. Schlagartig hatte er vergessen, was er gerade tun wollte. Dann blieb er wohl doch bei seinem ersten Vorhaben, sich - leider nur halb so elegant wie er es sich in seinem Kopf ausgemalt hatte, aber immerhin relativ langsam und koordiniert (jedenfalls für seine Verhältnisse) - nach hinten auf die Matratze sinken zu lassen. Den Studenten zog er vorsichtig mit sich mit, so das dieser - ohne versehentlich eine plötzliche Bekanntsaft mit Noels Kopf zu machen, wie es sonst fast immer der fall war - nun über ihm war. Mit einer Hand in Jays Nacken zog Noel ihn dann doch etwas stürmisch in einen Kuss, welcher seine Gedanken und Wünsche deutlich besser aussprach, als er es wohl jemals gekonnt hätte.
    • Jay nutzte die Gelegenheit, zog Noel näher an sich und küsste über seinen Hals. Die Menge an Knutschflecken, die er an seinem Körper hinterlassen hatte, waren wie die Rache für seinen zerkratzten Rücken, den er unabsichtlich seinen Freunden präsentiert hatte. Noel würde sich auch erstmal nicht mehr vor anderen entkleiden können, wenn er nicht erklären wollte, was passiert war. Auf der anderen Seite spürte Jay auch heute schon wieder, wie Noel sanft seine Nägel über seine Schulterblätter zog, und er konnte sich ja garnicht beschweren. Es störte ihn nicht, er mochte das Gefühl sogar, wenn Noel sich an ihn klammerte, und in Kombination mit der Ekstase war der schwache Schmerz fast ein Bonus.

      "Das ist das Ziel", antwortete er schmunzelnd auf Noels Worte, aber es bedarf keiner weiteren Überredung, weil Noel dennoch tat, was er von ihm wollte. Jay sog scharf Luft ein und ließ den Kopf mit einem dumpfen Geräusch etwas zu ruckartig gegen die Wand fallen. Als Noel dann aufsah und seinen Blick traf, war die ganze Schärfe, die sonst in seinen Augen lag, verloren gegangen. Er sah ein wenig überfordert aus, und verdammt liebenswert.
      Jay war einen Moment lang verwirrt, als Noel sich auf einmal von ihm entfernte und sich wohl auf die Matratze kippen ließ, aber er versuchte Jay mit sich zu ziehen. Jay wollte kurz protestieren und ihn zurückhalten, weil es sich eben noch verdammt gut angefühlt hatte, aber dann fiel ihm ein, dass es ihm eigentlich zugute kam. Also zog er beide Beine an sich und drehte sich herum, um sich über Noel zu stützen. Er ließ sich in die begierigen Küsse ziehen und navigierte sich gleichzeitig in eine Position, um wieder in Noel einzudringen, was ihm ein Stöhnen entlockte, das aber sogleich in einem Kuss erstickt wurde.

      Das war allerdings nicht das einzige, das gerade im Keim erstickt wurde. Jay hatte eben noch seine Geduld verloren und das Tempo deutlich angezogen, den Kopf neben Noels sinken lassen und sich enthusiastisch den Geräuschen hingegeben, als er etwas hörte, das ihm das Herz eine Etage tiefer rutschen ließ. War das eben die Tür? Jay hob den Kopf. Oh, doch, das war definitiv das Geräusch der Wohnungstür, die aufgeschlossen wurde. Er fror sofort in seinen Bewegungen ein.
      "Oh, shit", rutschte es ihm ganz leise heraus und er sah kurz über die Schulter, unsicher, was er tun sollte. Er wollte nicht aufhören, aber dafür musste er Cyrus eben mal kurz zuschreien, dass er nicht hier rein kommen sollte, was normalerweise gut klappte, aber dann wusste er auch, dass jemand bei ihm war und... er konnte Noel nicht wirklich aus einem Fenster im dritten Stock klettern lassen.
      Oh, shit.
      Er sah zurück zu Noel, immernoch nicht sicher, was er tun sollte. Inmitten seines Gedankenstrudels beschloss er, sich aufzusetzen. Sie hatten bestimmt genug Zeit, um sich anzuziehen. Cyrus würde nicht ausgerechnet heute irgendetwas von ihm wollen-
      "Jay?"
      Der Ruf kam von der anderen Seite seiner Zimmertür und Jay war zum Weinen zumute. Er schnappte in einer kurzen klaren Sekunde seine Bettdecke und warf sie ungefragt über Noel, dann stand er selbst auf und zog sich seine halb heruntergezogenen Boxershorts und Jeans wieder über den Arsch.
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    • Sein ganzer Körper spannte sich so urplötzlich an, dass ihm fast ein wenig schwindelig wurde. Er spürte den warmen Atem des Jüngeren an seinem Hals, hörte jeden einzelnen Atemzug klar und deutlich und dann wurde es plötzlich unnatürlich still in dem kleinen Raum. So als ob jemand urplötzlich und ohne Vorwarnung einen Schalter umgelegt hatte. Fast schon wollte er sich beschweren, protestieren warum Jayden so kurz vor Ende innehielt und dann hörte Noel das Geräusch auch. Obwohl sein Verstand noch in Ekstase schwebe, hörte er das leise rascheln von Schlüsseln und dieses eine ganz charakteristische Geräusch, welches entstand wenn man eine oft benutzte Tür aufdrückte. Das leise ‚oh shit‘ des Studenten bestätigte nur noch einmal mehr Noels Vermutung. Die Erregung war schlagartig weg. Da war keine Panik oder Angst, aber ein Gefühl, welches sich wohl am besten mit Stress beschreiben ließ.

      Er ließ seinen Kopf nach hinten auf die Matratze sinken, schloss einen Moment lag die Augen um sich irgendwas sinnvolles zu überlegen. Irgendeine Lösung für die zugegebenermaßen sehr missliche Lage in der sie sich befanden, zu finden und vielleicht hätte er sogar eine Lösung gefunden - hätte sich irgendwas aus dem Ärmel geschüttelt - wenn Cyrus mit seinem Rufen nicht alles wieder zu nichte gemacht hätte. Wenn Noel ehrlich zu sich selbst war, wäre ihm wahrscheinlich eh keine sinnvolle Lösung auf die schnelle eingefallen, aber er hätte sich ja einbilden können, dass sein Verstand wieder nah genug an dessen Normalzustand war, dass es hätte klappen können - war er aber nicht.

      Und dann ging alles verflucht schnell. Jayden war anscheinend nicht der Meinung, dass sie sonderlich viel Zeit hatten sich eine passende Ausrede ausdenken zu können - wahrscheinlich wäre eh alles auf ein ‚das ist nicht so wie es aussieht‘ hinausgelaufen (es war immer genau so wie es aussah).
      Die Decke die sich plötzlich auf ihn warf, hielt ihn davon auf aufzustehen. Vom Bett aus beobachtete er den Studenten wie er sich schnell anzog, nur um wenige Sekunden seinem Beispiel zu folgen. Ob er jetzt in dem Zimmer blieb oder nicht, er sollte definitiv nicht unbekleidet im Bett liegen bleiben, sonst würde diese Situation wohlmöglich noch unangenehmer werden als sie eh schon war.
    • „Ja?“, fragte Jay gestresst und ging in Richtung Tür, um sie im schlimmsten Fall zuzudrücken, wenn Cyrus auf die Idee kam sie ungefragt zu öffnen.
      Es war einen Moment lang still. „Kannst du rauskommen, oder ich rein? Es ist weird, durch die Tür zu reden“, kam es dann dumpf von Cyrus zurück. Jay runzelte die Stirn. Jetzt? Jetzt wollte er reden? Worüber denn?!
      „Ähh, wieso? Ist es wichtig?“, fragte er zurück und kratzte sich am Kopf während er etwas verzweifelt einen Blick zurück aufs Bett warf und Noel dabei sah, wie er seine Kleidung vom Boden aufsammelte.
      „… Was zur Hölle? Ich wollte nur mal mit dir reden, willst du mich verarschen? Ich bin derjenige, der angepisst ist, nicht du“, beschwerte sich Cyrus.
      Jayden seufzte frustriert. „Ich bin- nicht alleine, Cy“, kam es nach kurzem Zögern stockend von Jay. Er hatte eben Besuch, na und? Völlig platonischen Besuch-
      „Ich weiß, ich hab die Schuhe beim Eingang gesehen, na und?“ Dann war ein beinahe wütendes Seufzen zu hören und die Türschnalle wurde herunter gedrückt. Jay war gerade schnell genug, sie auf halbem Wege wieder zuzudrücken.
      „Was zum- Was macht ihr da drin? Hat Eliot einen Joint mitgebracht? Denkst du, ich rauch ihn euch weg, oder was?“
      Jay wurde von einem zunehmend schlechten Gewissen gequält. „Okay, okay, warte kurz, ich komme raus“, sagte er letztendlich.

      Er ließ die Tür hinter sich und hob sein Shirt vom Boden auf. Er war nur eine Sekunde lang weggetreten, da öffnete Cyrus auf einmal erneut die Türe, ohne Jay daneben, der seine Schulter schnell dagegen werfen konnte. Er sah auf, wie ein Reh im Scheinwerferlicht, das Shirt noch in der Hand und Noel auf seinem Bett sitzend, gerademal halb bekleidet.
      In einem Panikschub stampfte Jay in Richtung Tür. „Alter! Ich hab gesagt, ich komme raus!“, brüllte er ihm entgegen und drückte Cyrus die Tür erneut ins Gesicht. Er stand einen Moment nur da und nahm die Szene in sich auf.
      „Fuck“, flüsterte er. Dafür konnte er keine Ausrede mehr finden. Keine verdammte Ausrede der Welt konnte das hier erklären. Er drehte sich zu Noel, wieder zur Tür, dann zurück zu Noel und versuchte das Glitchen auf ein Minimum zu beschränken. „Warte hier“, wies er ihn an, dann öffnete er die Tür und zog sie hinter sich wieder zu.
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    • Die ganze Situation war doch zum heulen! Wie wenig Respekt konnte man denn bitte vor der Privatsphäre eines anderen Menschens haben?! Wäre er an Jaydens stelle, hätte er Cyrus wohl erstmal einen ordentlichen verbalen Einlauf verpasst - aber wahrscheinlich wäre er im ersten Moment genau so wenig im Stande gewesen irgendetwas zu tun wie der Student selbst. Zum Glück hatte Noel zu dem Zeitpunkt als die Tür von außen aufgedrückt wurde seine Hose schon wieder so gut wie an, das Bild was sich jedoch ergab wäre das selbe gewesen, selbst wenn er kein einziges Kleidungsstück angehabt hätte. Seine Haare sahen lange nicht mehr so durcheinander aus, das ganze Zimmer schrie gerade zu danach, das vor wenigen Minuten zwei Menschen hier Sex gehabt hatten und selbst wenn man für all diese Kleinigkeiten bild gewesen wäre, allein die Knutschflecken an Noels Hals sagten alles weitere aus.

      Als die Tür hinter dem Studenten ins Schluss fiel seufzte Noel leise auf, griff nach seinem Pullover und zog sich diesen über den Kopf. Eigentlich hätte er Jayden gerne noch etwas gesagt. Ihm aufmunternde Worte zugeflüstert, ihm am liebsten noch einen sanften Kuss auf die Wange gehaucht, aber erstens fand er das gerade etwas unpassend und zweitens hatte es Jay recht eilig zu seinem Mitbewohner zu kommen, so blieb nur Zeit für einen kurzen, aufmunternden Blick seitens des Franzosen.

      Nachdem Noel wieder vollständig bekleidet war setzte er sich etwas resigniert auf Jays Bett und vergrub kurz sein Gesicht seinen Händen. Wie sollten sie diese Situation nur vernünftig regeln? Wahrscheinlich war das was zwischen ihnen entflammt war, jetzt auch schon wieder vorbei. Er wusste von Anfang an das Jayden ein kleines Problem damit hatte, das er ein Kerl war und genau das war auch eigentlich der Grund warum er eben nichts mit vermeintlich heterosexuellen Kerlen anfing. Über kurz oder lang endete es doch immer gleich.
      Sie waren immer paranoid, hatten Angst, dass irgendwer erkennen könnte was zwischen ihnen war und stritten pauschal immer ab auch nur ansatzweise bisexuell oder gar homosexuell zu sein…und trotzdem tat ihm der Gedanke seltsam weh, das was sich zwischen Jayden und ihm entwickelt hatte so schlagartig zu beenden. Das war nicht einfach nur Sex, einfach nur Sex hätte sich nicht bei weitem so gut angefühlt und selbst wenn sie nie eine funktionierende Beziehung führen könnten - was sich Noel zwar nicht vorstellen könnte, weil er sich wirklich wohl in Jaydens Nähe fühlte - war es immer noch anders als mit jedem anderen Menschen mit dem er je etwas hatte.
    • "Du hast keine zwei Sekunden warten können?", pflaumte er Cyrus an, der wie angewurzelt vor ihm stand und aussah, als wären in seinem Gehirn alle Sicherungen durchgebrannt. Aber das war Jay gerade egal, er sollte sein Gehirn lieber schnell wieder zum Laufen bringen, weil Jay jedes Recht dazu hatte, wütend zu sein. Einfach reinplatzen? Im Ernst? War das nicht die eine Regel, an die sie sich immer gehalten hatten? Selbst wenn Cyrus die Männerschuhe gesehen hatte und davon ausgegangen war, dass Eliot in seinem Zimmer hockte, war es trotzdem absolut unter aller Sau, ungebeten in sein Zimmer zu kommen. Jay hinterfragte gerade, wie sie es bisher miteinander ausgehalten hatten. Oder war er selbst bloß überempfindlich? Wenn wirklich Eliot bei ihm gewesen wäre, hätte er es wohl weggelacht, wenn Cyrus sich einmischte. Aber... das war eben nicht der Fall. Und wenn er schon sehen musste, dass Noel bei ihm war, dann konnte er ihn wenigstens angezogen sehen! Aus irgendeinem Grund machte ihn dieser Gedanke fast am wütendsten.

      Cyrus stand wie eingefroren da, fing sich erst nach einigen Sekunden und änderte seinen Gesichtsausdruck von Verwirrung zu absolutem Schock. Vermutlich, weil Jays Stimmung nochmal deutlicher machte, dass er richtig gesehen hatte.
      "Was- Sorry, aber-", kam es stockend. "Das ist doch- Ich weiß, dass er schwul ist. Monas Freund. Aber was zum- Was macht ihr?" Cyrus Hand schoss in Richtung Tür nach oben und er schien wirklich Schwierigkeiten zu haben, die Situation zu verstehen. "Hast du mir nicht vor ein paar Tagen erst erzählt, dass du eine Freundin hast? Was geht eigentlich ab bei dir?!" Cyrus wurde zunehmend lauter, was aber vermutlich eher als Fassungslosigkeit statt als Wut zu lesen war.

      "Ich hab klarerweise keine Freundin", zischte Jay zurück, dem es jetzt schon peinlich war, dass Noel jedes Wort ihrer Konversation hören konnte. "Ich date Noel. Kannst du dir mal seinen Namen merken, vielleicht? Auch zu viel verlangt?"
      Cyrus Kinnlade fiel herunter und er starrte Jay mit einem Blick an, der sich als 'Ist das dein scheiß Ernst?' deuten ließ. Er rieb sich einen Augenblick lang über die Stirn und versuchte wohl seine Gedanken zu ordnen. "Also, was, ihr habt was miteinander? Du und ein Kerl? Du schläfst mit einem Kerl? Hier? Soll ich die Rettung rufen, oder so?"

      Okay, eigentlich konnte Jay ihm die Skepsis nicht verübeln. Erschreckenderweise hatte Jay bis gerade eben auch weniger Angst verspürt, als Aggression. Wobei sein Hauptgrund für die Heimlichtuerei eigentlich gewesen war, dass Cyrus ihn irgendwie... verurteilen könnte. Er hatte ja aber auch nicht damit gerechnet, dass ihre Freundschaft schon vor der Offenbarung strapaziert sein würde. Und er wusste, wie seine Freunde tickten, und dass sie sich nichts dabei dachten, wenn sie Witze übers Schwul-sein rissen, weil sie eben absolut garnichts damit zu tun hatten. Es war schwer einzuschätzen, wie ernst diese Dinge gemeint waren. Aber jetzt gerade war Jay deutlich zu angepisst, um sich noch großartig Gedanken um Cyrus Meinung zu machen.
      "Halt die Luft an", murmelte Jay, fast schon gelangweilt, weil er sich diese Fragen selbst bereits zur Genüge gestellt hatte. "Ich weiß, es ist aus dem Nichts. Glaubst du nicht, dass ich nicht verwirrt genug bin von der Sache? Aber warum bist du so wütend? Genau deshalb hab ich dir nichts gesagt. Weil du immer so reagierst, wenn du irgendwas nicht nachvollziehen kannst"
      Cyrus zog irritiert die Augenbrauen zusammen. "Deshalb? Ich bin nicht wütend, weil du schwul bist, sondern weil du mir einfach nichts mehr erzählst! Wir wohnen zusammen und du tust so, als wär ich irgendein Fremder, der nichts über dein Leben weiß. Und jetzt gerade kommt es mir vor, als würde ich echt nichts darüber wissen"
      "Also erstens bin ich nicht schwul, eher... keine Ahnung, bi, oder so, nicht, dass es wirklich ne Rolle spielt. Und es tut mir leid, dass ich dir nichts erzählt hab, aber du hättest kein Stück anders reagiert als jetzt gerade", konterte Jay.
      "Weißt du was, Jay? Fick dich. Ich weiß auch nicht, wie ich reagiert hätte, aber du würdest das auch nicht einfach mit nem Kopfnicken hinnehmen. Ist mir egal, wen du datest, mach was du willst. Es juckt mich nicht mehr" Mit den Worten winkte Cyrus ab, schüttelte leicht den Kopf und verschwand in seinem eigenen Zimmer. Jay ließ er im Wohnzimmer zurück, der kurz nicht wusste, was er mit sich anfangen sollte. Cyrus hatte ihn eben in vollem Ernst beschimpft und stehen lassen. Ha. Klasse. War er seinen besten Freund jetzt wirklich los? Nichtmal, weil er ein homophobes Arschloch war, sondern weil Jay ein verdammt schlechter Freund war, der ihm Dinge unterstellte?

      Er schloss kurz die Augen, legte sich die Hände ins Gesicht und seufzte. Er brauchte einen Moment. Eigentlich brauchte er deutlich mehr, als einen Moment, aber Noel saß immernoch in seinem Zimmer, hatte vermutlich alles mitgehört und erlebte gerade ein echt beschissenes Ende für ein Date. Jay riss sich zusammen und kam zurück ins Zimmer. "Sorry", sagte er, weil er für eine sinnvolle Entschuldigung keine Gehirnkapazität hatte, und, wenn sie ehrlich waren, die letzten Minuten sowieso schwer entschuldbar waren. Er sah Noel einige Sekunden lang an, wie er da saß und seinen Pullover wieder trug, der alle Anzeichen versteckte, dass sie gerade noch eine gute Zeit gehabt hatten. Jay fühlte sich schuldig. Hätte Cyrus ihn wenigstens 'Schwuchtel' genannt oder so, dann könnte er ihm ja noch einen Teil der Schuld zuschieben. Aber im Endeffekt konnte nur Jay etwas dafür, dass ihr Streit so ausgeartet war, dass er sein Date ruiniert hatte.
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    • Die Minuten zogen sich wie zähes Gummi, es fühlte sich an als wäre es Stunden her, dass Jayden sein Zimmer verlassen und Noel somit alleine in dem Raum gelassen hatte. Noch schlimmer als die endlos wirkende Zeit war jedoch, dass Noel jedes Wort mitbekam, welches die beiden Studenten teilten mitbekam - jedes einzelne verfluchte schieß Wort! Und das schlimmste daran war, dass es in dem Streit offensichtlich um ihn ging…Nicht direkt um ihn, aber um das was zwischen Jayden und ihm war.
      Dieses taube Gefühl, dass er an dem Streit zwischen Jayden und seinem besten Freund eine signifikante Teilschuld hatte stumpfte ihn schon fast so sehr ab, dass er sich nicht mal ein klein wenig darüber freuen konnte, dass Jayden sich allen Anschein nach erstens: vor seinem besten Freund geoutet hatte und zweites offen dazu stand ihn zu daten.

      Als die Zimmertür wieder aufging schoss Noels Kopf nach oben. Er hatte mit den Augen irgednwann angefangen die Maserung des Parkettbodens nachzufahren um sein Gedankenkarusell irgendwie ein wenig zu entspannen. Jay sah fertig aus, so wie man es von einem erwartete nach so einem Gespräch. Mit einem sanften, aufmunternden Lächeln winkte er - eigentlich viel zu verständnisvoll für die allgemeine Situation - ab. „Mach dir keine Gedanken. Möchtest du her kommen?“ Er wollte den Studenten zu nichts drängen. Wenn Jayden das wollte, würde Noel jetzt sofort gehen, selbst wenn das dass letzte wäre, was Noel selbst wollte. Er ließ dem Jüngeren die Zeit von sich aus zu ihm zu kommen.

      Die Wut, die vor ein paar Minuten noch den Körper des Studenten eingenommen hatte, schien fast gänzlich verschwunden zu sein und wenn Noel es nicht besser wüsste, würde er sagen, dass der andere wie ein nervliches Wrack wirkte. Auch wenn er nichts lieber tun würde als aufzustehen, die paar wenigen Meter die zwischen ihnen lagen zu überbrücken und Jayden in den Arm zu nehmen ließ er das - fürs erste - bleiben. Die Situation war schon gereizt genug, er wollte mit einer unüberlegten Entscheidung nicht alles noch schlimmer machen.
    • Jay nahm das Angebot nach kurzem Zögern einfach wortlos an und trottete zu Noel herüber. Er ließ sich neben ihn aufs Bett sinken, den Blick auf den Boden und ihre beiden Füße gerichtet. Er war sich garnicht sicher, was er gerade fühlte, aber es war unangenehm. Vielleicht war peinlich das richtige Wort für die Situation. Noel hätte das echt nicht mitanhören müssen. Jay musste wie der größte Idiot dastehen. In dem Streit mit Cyrus ging es viel weniger um Noel als einfach Jays Problem damit, laut auszusprechen, oder überhaupt mal damit klarzukommen, dass er nicht hetero war. Jetzt, wo es zumindest einmal erledigt war, fühlte er sich jedenfalls noch deutlich beschissener als vorher. Aber es würde schon nicht immer so ablaufen, richtig?
      ... Richtig?

      "Ich hätte mich an deiner Stelle wahrscheinlich aus dem Fenster geworfen", murmelte Jay. "Props an dich, dass die Fremdscham dich nicht spontan zur Explosion getrieben hat" Er legte seine Hände wieder für einen Moment übers Gesicht und gab einen frustrierten, erschöpften Laut von sich, bevor er sich nach hinten fallen und zu guter Letzt auch seine Hände wieder neben sich sinken ließ.
      Er sah zu Noel hoch und fragte sich, womit er ihn eigentlich verdient hatte, ob er das überhaupt hatte (vermutlich nicht) und wie lange er das noch aushalten würde. Wie lange sie beide das noch aushalten würden. Es scheiterte wirklich jedes Mal an Jay. Entweder war er verflucht oder einfach nur ein schlechter Mensch, der sein überfälliges Karma einsammelte.

      "Ich will hier ausziehen", sprach er seinen impulsiven Gedanken aus. Flucht war nie eine Lösung, aber gerade wirkte es doch wie eine ganz sinnvolle Option. Er wollte nicht wissen, wie sehr es Cyrus wirklich egal war, was Jay mit seinem Leben anstellte. Gerade eben hatte er jedenfalls sehr ernst gewirkt. Das ganze Aus-dem-Weg-gehen und ignorieren würde vermutlich nochmal um einiges schlimmer werden. Vorher war er damit klargekommen, weil er gedacht hatte, dass er das früher oder später schon regeln würde. Aber er hatte heute garnichts geregelt. Wenn überhaupt hatte er eine Bombe fallen lassen, und dann noch eine, und dann noch eine, bis von ihrer Freundschaft nichts als blutige Fleischfetzen übrig geblieben waren.
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    • Noel schmunzelte ein wenig. Nicht weil er sich über Jayden und die Situation lustig machte, viel eher um die Situation zwischen ihnen ein wenig aufzulockern, er war zwar noch nie wirklich gut in sowas, aber schließlich gab es für viele Dinge ein erstes Mal.

      „Ich hänge an meinem Leben…und hab vielleicht ein klein wenig Höhenangst, also aus dem Fenster springen war keine Option.“ Er beobachtete wie sich der Student nach hinten fallen ließ und tat es ihm wenige Sekunden später gleich. Noel drehte sich von dem Rücken auf die Seite, was mit seiner Sitzposition zwar ein wenig umständlich war und auch nicht so wirklich richtig gut funktioniert aber er wollte Jayden anschauen. Sanft, fast schon ein wenig vorsichtig griff der Franzose nach Jays Hand, führte diese zu seinen Lippen und hauchte einen sanften Kuss auf die Haut.

      „Outings sind immer beschissen, es wird einfacher mit der Zeit, versprochen.“ er verschränkte ihre Finger miteinander, fuhr sanft immer wieder mit seinem Daumen über Jayden’s Handrücken um ihm das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein. Noel konnte nicht nachvollziehen wie sich der Jüngere fühlte, aber er kannte die Heimlichtuerei, er kannte dieses beschissene Versteckspiel weil man Angst hatte was andere von einem dachten und er kannte das Gefühl wenn die Bombe platzte. Vielleicht konnte er das nicht nachvollziehen, aber er konnte es verstehen.

      „Ich glaube nicht das du Cyrus egal bist.“ fing er nach einigen Minuten in welchen sich eine Stille in dem Raum ausgebreitet hatte wieder an. „Ich glaube er ist in erster Linie verletzt. Menschen sagen Dinge, wenn sie verletzt sind…Ich hab das Gefühl viele Leute versuchen dadurch ihrem Gegenüber einen Teil des Schmerz selbst fühlen zu lassen, den sie gerade fühlen. Ich bin mir aber sicher, dass sich das wieder klären lässt. Gib euch wenig Zeit. Die Situation muss für ihn mindestens genau so überfordernd sein wie für dich vor ein paar Wochen, immer hin hat er gerade auf die wohl schlechteste Weise herausgefunden, dass sein bester Freund und Mitbewohner wohl nur halb so hetero ist wie ihr es beide dachtet. Sowas ist immer schwerer zu verarbeiten wenn es so plötzlich und ohne Vorwarnung kommt.“ redete er weiter ohne den Blick von Jay zu nehmen. Als er mit seinen Worten fertig war, legte Noel seine freie Hand auf Jaydens Wange, drehte dessen Kopf sanft zu sich und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln. „Wenn du magst kannst du auch erstmal für eins, zwei Tage zu mir kommen und ein wenig Abstand zwischen euch zu bringen, aber ihr solltest auf jeden Fall nochmal miteinander reden…irgendwann, zeitnah, wenn sich alles ein wenig beruhigt hat.“
    • Eine sanfte Gänsehaut breitete sich über Jays Arme aus, als Noel ihm einen Kuss auf den Handrücken hauchte. Gerade als die Realität ein bisschen zu verschwinden drohte und Jay sich ruhiger fühlte, brachte Noel ihn allerdings zurück ins Hier und Jetzt.

      „Das war weniger ein Outing als ich, wie ich meinem besten Freund erkläre, dass ich ihn für ein Arschloch halte“, erwiderte er leise und wandte den Blick gen Decke. „Ich hätte es ihm wahrscheinlich einfach gleich sagen sollen, anstatt ihn die ganze Zeit anzulügen, aber ehrlich gesagt wäre es mir lieber, es wäre einfach nie zur Sprache gekommen. Ich meine, das war genau die Reaktion die ich erwartet hatte. Minus der Beleidigung. Ich hab jedenfalls damit gerechnet, dass Cyrus mir erstmal aus dem Weg geht, also… wäre es besser gewesen, einfach nie drüber zu reden“ Jay wusste, das Noel das vermutlich nicht hören wollte, aber das war die Wahrheit. Er wollte nicht, dass sich irgendetwas in seinem Leben änderte. Was zwar bereits in der Sekunde geschehen war, in der er mit Noel an Halloween geschlafen hatte, aber zumindest seine äußere Welt sollte gleich bleiben. Er hatte bereits genug, mit dem er klarkommen musste, und jetzt noch seine Sexualität zu verteidigen, wenn er nicht einmal wusste wie, war einfach zu viel.

      Jay zog seine Beine aufs Bett und drehte sich zu Noel. Er sah sein Lächeln und den sanften Blick und fühlte sich ein kleines bisschen besser. Jay schlang seine Arme um Noel, das Risiko eingehend, ihn unabsichtlich zu ersticken.
      „Ich will mit zu dir kommen, darf ich wirklich?“, fragte er tatsächlich.
      Wenn sich in den letzten Tagen eins geändert hatte, dann seine eigene innere Akzeptanz der Situation. Nur die Außenwelt war es, mit der er ein Problem hatte. Wenn er bei Noel war, konnte er diese aber mal komplett ausblenden. Klar, er musste trotzdem zur Uni und Cyrus in ihren gemeinsamen Kursen antreffen, aber vielleicht hatte er sich in zwei, drei Tagen dann auch eine sinnvolle Entschuldigung Slash Erklärung überlegt, um ihre Freundschaft wiederzubeleben. Und in der Zwischenzeit ignorierte Jay einfach die Panik, dass er Cyrus genug verärgert hatte, dass er etwas über ihn herumerzählen würde. Allerdings war das ausnahmsweise ein Punkt, den er Cyrus nicht zutraute. Also… einfach nicht darüber nachdenken.
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    • „Gib euch beide etwas Zeit, das wird sich mit Sicherheit wieder regeln.“ Am liebsten würde er dem Jüngern Tipps geben, die es leichter machten mit der Situation umzugehen, er hatte jedoch keine. Noel war selbst nie die Person gewesen, die mit seiner Homosexualität hausieren ging. In seinen Augen hatte es niemanden was angezogen was und vor allem mit wem er Dinge hinter verschlossenen Türen tat. Seine Handvoll Freunde und seine Eltern wussten, dass er auf Kerle stand und alle anderen mussten das nicht über ihn wissen.
      Wage erinnerte er sich daran, in der Schule unfreiwillig geoutet worden zu sein, das war eigentlich eine Zeit die er so gut es ging versuchte zu verdrängen. Urplötzlich, wie aus dem nichts, fingen die Leute plötzlich an sich für ihn zu interessieren - das jedoch nicht auf die positive Art und Weise. Er hatte sich damals immer gefragt wie ein Theo mit seiner Sexualität so offen umgehen konnte und dafür keine blöden Sprüche an den Kopf geworfen bekam und er durfte sich anhören, dass die Jungs in seiner Klasse ja nun nicht mehr neben ihm sitzen wollten, weil er sie ja anfassen könnte…glücklicherweise war er - allein durch seinen nicht sonderlich normativen Kleidungsstil - schon einiges gewohnt und dadurch abgehärtet.

      Alles weitere ließ er erstmal unkommentiert. Klar wusste er, dass Jayden das was zwischen ihnen war, am liebsten auf ewig geheim gehalten hätte und es war nicht so, dass Noel sich freute von Cyrus im Bett erwischt worden zu sein (wer tat das schon?) und trotzdem hinterließen die Worte einen leichten, bitteren Beigeschmack, den er jedoch runterschluckte. Wahrscheinlich hätte er in Jays Situation genau so gehandelt. Er hatte einfach nur das Glück diese ganze Geschichte schon vor Jahren mehr oder weniger erlebt zu haben und mittlerweile im reinen mit sich uns seiner Sexualität zu sein.

      „Klar, sonst hätte ich es nicht angeboten.“ lächelte er sanft. „Was hältst du davon, wenn wir einen Film schauen, ich könnte was backen, Essen bestellen? Einfach einen ruhigen Abend machen.“ schlug der Franzose vor. Er konnte selbst einen ruhigen Abend vertragen, das war definitiv genug Aufregung auf zu kurzer Zeit.
    • "Was backen?", schmunzelte Jay. "Nein, danke, ich will nicht, dass du in der Küche stehst, wenn du mit mir auf der Couch liegen könntest. Außer du hast kein Problem damit, wenn ich dir beim Backen über die Schulter schaue" Er zog Noel noch einmal enger an sie, drückte ihm dann einen Kuss auf die Haare und ließ ihn letztlich wieder los, um sich aufzusetzen. Noel war wirklich gut darin, Jay in ein Paralleluniversum zu versetzen, in dem er sich über nichts Sorgen machen musste. Genau deshalb mochte er die Idee, eine Weile bei ihm in der Wohnung zu bleiben. Es war doch okay, einmal kurz aus seinem eigenen Leben zu fliehen, oder? Er wusste sowieso nicht, wie er sich jetzt um Cyrus kümmern sollte. Das würde noch ein paar mehr Gedanken erfordern.

      Jay hob seinen Pullover vom Boden auf und zog ihn über den Kopf. Gut, dass er endlich sein Projekt abgegeben und jetzt ein paar Tage Ruhe hatte. Es wäre irgendwie peinlich, seine ganzen Materialien mit zu Noel nehmen zu müssen, aber so reichte sein Laptop absolut. Er stopfte ihn samt Ladekabel in seinen großen Rucksack, dann schnappte er sich aus seiner Kommode zwei paar Unterwäsche und zwei Shirts. "Hey, kann ich mir bei dir ne Jogginghose ausleihen, oder so?", fragte er nebenbei. Er wollte nicht zu viel mitnehmen und sich aufdringlich vorkommen. Schließlich war das kein Einzug.

      "Warte kurz hier", sagte er dann und verließ das Zimmer, um sich ins Badezimmer zu schleichen. Sobald er die Tür hinter sich anlehnte, erschlug ihn das Schuldbewusstsein. Was würde Cyrus denken, wenn Jay jetzt erstmal für ein paar Tage abhaute, direkt nach diesem Ausbruch? Würde es das schlimmer machen? Oder war Abstand wirklich gut, wie Noel gesagt hatte?
      Jay schnappte sich im Badezimmer seine Zahnbürste und... das wars. Mehr brauchte er nicht. So weit er gesehen hatte, war Noels Badezimmer sowieso eine halbe Drogerie.

      Er kam zurück, nahm einen zweiten Pullover aus der Kommode und steckte sein Handy-Ladekabel in den Rucksack, der alles andere als vor war, bevor dann der gigantische Pullover dazu gekommen war. Jetzt ging der Zippverschluss gerade so zu.
      "Gehen wir?", fragte er und lächelte leicht. Vielleicht war ihm anzusehen, dass er etwas eilig hatte, wegzukommen.
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    • „Du darfst mir bei allem über die Schulter gucken wenn du das möchtest.“ kam lächelnd von ihm, Noel ließ sich widerstandslos an den Jüngeren ziehen und schloss kurz seine Augen. Er genoss es wie sie miteinander umging. Dieser lockere Umgang wenn sie alleine waren obwohl Cyrus nur wenige Meter in seinem Zimmer war und vor allem genoss er es, dass Jayden sofort seinem Vorschlag zugestimmt hatte.

      Der Franzose setzte sich wieder etwas mehr auf, beobachtete den Studenten wie er schnell einige Dinge einpackte. Fühlte sich das hier gerade so an, als ob Jay bei ihm einzig? Nein, er blieb einfach nur eins/zwei Tage bei ihm, weil es gerade in seiner WG schwierig war. Sie überstürzen nichts, Noel hätte diesen Vorschlag bestimmt auch einem guten Freund gemacht (hätte er definitiv nicht, Noel genoss seine Privatsphäre dafür zu sehr). „Klar, ich hab sicher eine die dir passt.“ er hatte zwar nicht viele Jogginghosen aber irgendwo ganz tief in seinem Kleiderschrank würde er sicher was finden, er hatte Jayden ja schonmal eine ausgeliehen.

      Als Jayden wieder ins Zimmer kam wirkte er schon fast ein wenig gestresst…obwohl gestresst das falsche Wort war. Eher sah es so aus als hätte er es eilig, was Noel für gar nicht so negativ empfand. Vielleicht etwas zu übermotiviert stand er von dem Bett auf. „Ja, lass uns gehen.“ lächelte er, überbrückte die paar Meter die zwischen Jay und ihm lagen und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen, ehe er die Zimmertür öffnete.

      Im Flur zog er sich schnell seine Boots an, warf sich schon fast im gehen den Mantel über und warf Jayden dann einen auffordernden Blick zu, als ob er es plötzlich unglaublich eilig hätte raus zu kommen. Er konnte es kaum abwarten wieder aus der Studentenbude raus zu sein. Es war nicht so, dass die kleine Wohnung nicht gemütlich war, aber er konnte getrost auf einen zweiten Kontakt mit Cyrus verzichten.
    • Sie beeilten sich, um den Campus zu verlassen, bevor ein weiterer Zwischenfall mit einem von Jays Freunden die Stimmung des Tages endgültig ruinierte. Wobei die Leichtigkeit, mit der sie vor einer halben Stunde noch Gitarre gespielt hatten, weit und breit nicht mehr zu spüren war. Es hatte sich auch jegliche Wut in Jay verflüchtigt und einer unangenehmen Nachdenklichkeit Platz gemacht, die Jay den ganzen Weg bis zu Noels Wohnung begleitete. Es war eben genau das passiert, wovor Jay sich gefürchtet hatte. Und jetzt? Vielleicht sollte er Cyrus erstmal in einer Nachricht erklären, wo er war, damit seine Abwesenheit nicht alles verschlimmerte. Abstand war vermutlich auch nur dann gut, wenn sein Freund wusste, dass er nicht einfach aufgab, sondern etwas Freiraum brauchte und früher oder später wieder da sein würde. Zumindest deshalb, weil er die Hälfte der Miete zahlte. Ein Stipendium war immer ein unrealistischer Traum gewesen.

      Als sie in Noels Apartment ankamen, lösten Jays Sorgen sich wieder ein klein wenig auf. Er mochte es hier. Es fühlte sich an, wie eine andere Welt, abgeschnitten von den Problemen, die er zuhause gelassen hatte. Wenn auch nur für ein paar Stunden, bis er morgen früh in den Unterricht und sich eine Reaktion überlegen musste, wie er Cyrus begrüßen sollte (oder nicht).
      Jay ließ seinen Rucksack von der Schulter rutschen und legte ihn neben der Couch ab, dann ließ er sich mit einem, sogar ihn selbst überraschenden, lauten Seufzen fallen. Er legte den Kopf in den Nacken und ließ seine psychische Erschöpfung einen Moment lang frei und über ihn schwappen.

      Dann fiel ihm ein, dass sein kompletter Freundeskreis dachte, er hatte eine Freundin. Sogar seine Schwester dachte, dass er auf eine Frau stand, oder zumindest dass er ein paar komplizierte Gefühle gegenüber einer Person hegte. Musste er sich wirklich durcharbeiten, und allen erklären, dass er einen Mann datete? Sie waren noch nichtmal zusammen, auch wenn es sich irgendwie so anfühlte. Also wäre es doch bescheuert, jetzt etwas herumzuerzählen... Aber er würde es wahrscheinlich nicht nochmal ertragen, wenn sie jemand erwischte, wie heute. Und wenn Noel keine Lust mehr auf das Ganze hatte, dann stand Jay alleine mit diesem Problem da, und hatte keinen Zufluchtsort. Nur einen Haufen Leute, deren Reaktionen er sich nicht ausmalen wollte. Und, selbst wenn sie neutral reagierten, würde vermutlich nicht alles wieder so werden, wie vorher. Jay konnte auf jegliche Veränderung wirklich verzichten.
      Also... sollte er vermutlich erstmal vorsichtiger werden und mit dem unabsichtlichen Outen aufhören.
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    • Noel ließ Jayden die Zeit die er brauchte. Der Weg zu seiner Wohnung verbrachten sie fast stillschweigend, jeder in seinen eigenen Gedanken. In dem Wohnzimmer angekommen, schaute der Ältere Jay dabei zu wie er sich erschöpft auf das Sofa fallen lies und ging selbst als erste in die Küche um Teewasser anzusetzen.

      Ausnahmsweise stand mal keine große Leinwand in Noel’s Wohnzimmer, dafür jedoch eine Tischstaffelei auf seinem Esstisch, auf dem das provisorische Bild stand an dem er gerade arbeitete - alles andere wäre auch seltsam gewesen. Das Bild zeigte die Nahaufnahme eines Auges, die Iris strahlte wie flüssiges Gold den Betrachter entgegen. Man konnte zwar deutlich die einzelnen Pinselstriche sehen aber genau das gab es Bild seinen Charme. Eine Art semi-realismus aber so perfekt getroffen das es schon fast ausgestellt werden könnte.

      Mit dem Teeservice kam er ebenfalls zum Sofa, stellte die Kanne und die beiden Tassen ab ehe er sich zu Jayden auf das Sofa setzte. Seine Hand fand ihre Weg geradezu alleine in die braunen Strähnen des Studenten eher er den dazu gehören Kopf sanft an seine Schulter zog. „worüber denkst du nach?“ fragte er einfühlsam während er ihm weiter durch die Haare streichelte. Es interessiert Noel wirklich. Jayden wirkte seit dem sie den Campus schon fast fluchtartig verlassen hatten nachdenklich. Es war nicht so, dass Noel das nicht verstehen konnte - konnte er - aber Jays Gedankengänge interessierten ihn einfach. Er wollte wissen worüber sich der Jüngere sorgen machte und ihm vielleicht, wenn auch nur einen Teil seiner Sorgen nehmen.
    • Jay seuzfte erneut, als Noel sich zu ihm setzte und ihm eine Frage stellte. „Garnichts“, antwortete er nach kurzem Zögern. Es hatte keinen Sinn, Noel zu erklären, dass er sich in so eine dämliche Lüge verstrickt hatte, und das nicht nur bei Cyrus. Solange Noel nicht wieder auf seine Freunde traf, würde er hoffentlich nicht mehr damit konfrontiert werden, denn Jay hatte nicht vor, demnächst geradeheraus richtigzustellen, wie es eigentlich in seinem Liebesleben aussah. Nope, weitere Konflikte würde er erstmal vermeiden.

      Aber es gab da ein Feuer, das bereits ausgebrochen war und nun bestmöglich gelöscht werden muss. Jay zückte sein Handy aus der Hosentasche. „Ich schreibe Cyrus noch eine Nachricht, und dann… will ich nicht mehr drüber nachdenken“, erklärte er leise. Dann tippte er.

      > Ich bleibe eine Weile bei Noel, also wundere dich nicht, wenn ich nicht zuhause bin <

      Hm, reichte das? Das war zwar ein Heads-Up aber nicht direkt eine Erklärung.

      > Ich brauche Zeit für mich. Aber wenn ich zurück bin, sollten wir reden. <

      Eh, irgendwie klang das angepisster, als es sollte, aber Jay fiel nichts besseres ein. Er steckte sein Handy weg. Über die Entschuldigung würde er sich noch Gedanken machen, wenn er beschlossen hatte, zu welchem Prozentsatz er wütend war und zu welchem er sich tatsächlich schuldig fühlte.

      Jay hob den Blick, da fiel ihm auf, dass die Staffelei von letztem Mal nicht mehr zu sehen war. „Achja, wenn du an irgendetwas arbeiten musst, lass dich von mir nicht stören. Ich kann ja in der Zwischenzeit irgendetwas für meine Kurse vorbereiten“, meinte er. Noel hatte ihn zwar eingeladen, aber vermutlich auch nur aus Mitleid und dann sollte er seine eigene Arbeit bestenfalls nicht auch wegen Jay vernachlässigen. „Ich muss morgen Abend übrigens arbeiten und komme da immer ziemlich spät nachhause, ist das okay?“ Er legte den Kopf zurück und sah Noel an. „Ich will dich nicht aufwecken. Ich kann auf der Couch schlafen, oder so“
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    • Noel nickte verstehend. Er würde das Thema dann auch erstmal so stehen lassen, er würde Jayden zu nichts drängen. Als Jay seinem besten Freund schrieb sorgte Noels Handy dafür, dass das Sofa leicht vibrierte. Er hatte Theo geschrieben, als er eben in der Küche den Tee aufgesetzt hatte. Da der Student selbst gerade am Handy war, nahm Noel auch sein Smartphone in die Hand um die Nachricht schnell zu lesen.

      Noel: Hallo Theo, kennst du zufälligerweise jemanden der noch einen Gitarristen sucht? Nichts wildes, eher was als Hobby für zwischendurch, ich kenne jemanden der hervorragend an der E-Gitarre ist und was sucht. Wenn du dich diesbezüglich mal schlau machen würdest, könnte man nochmal über die Sache mit den Fotos reden, mit der du mich seit Monaten nervst.
      Liebe Grüße Noel

      Theo: hab ich heute Geburtstag?! Es ist ja eine Seltenheit das du mir mal schreibst XD
      Ich könnte mich auf jeden Fall mal umhören, aber bevor ich irgendwen hier vermitteln will ich mir deinen Gitarristen selbst anhören. Donnerstag 18 Uhr. Sorg dafür das er pünktlich ist und wenn er gut ist, schau ich mal was ich für deinen Lover tun kann.
      Ich freu mich mit dir Geschäfte machen zu können
      XOXO Küsschen Theo ;)

      Noel verdrehte bei der Nachricht die Augen, aber was hatte er auch anderes erwartet? So kurzfristig hatte er aber tatsächlich nicht erwartet, dass sich was ergibt. Ohne eine Antwort zu tippen legte er sein Handy wieder weg.

      „Ich muss auf jeden Fall noch ein bisschen was bearbeiten und Papierkram machen, wir können uns ja zusammen an unsere Sachen setzten.“ schlug er vor. „Musst du denn für irgendwas lernen? Ich hab zwar keine Ahnung von Architektur außer vielleicht wie man diese gut auf Fotos darstellt, aber vielleicht kann ich dir ja trotzdem helfen oder dich abfragen…irgendwie sowas.“ Noel hatte keine Ahnung wie Jaydens Exame aufgebaut waren, aber in seinem Kopf sahen die ähnlich aus wie die Klausuren die er damals in der Schule schreiben musste.

      Bei den nächsten Worten zog er kurz die Stirn in Falten. „Ich weiß nicht wie du auf die Idee kommst auf dem Sofa schlafen zu wollen, dass das gar nicht zu Debatte steht, sollte dir eigentlich klar sein.“ stellte er klar. „Ich kann dir meinen Ersatzschlüssel geben, dann kannst du dich morgen Abend selbst reinlassen und entweder bin ich noch wach oder du kommst mit ins Bett. Selbst wenn du mich wach machen solltest, dann ist das so. Ich werde lieber von dir wach gemacht als dass du auf dem Sofa schläfst.“ meinte er ernst. Er genoss es Jayden neben sich zu haben, da würde er den Teufel tun und Jayden auf der Couch schlafen lassen.

      „Aber mal was anderes, hast du Donnerstag Abend was vor? Musst du da arbeiten?“ er sollte am besten jetzt schon einmal in Erfahrung bringen ob der Termin den Theo für sie entschieden hatte überhaupt für Jayden möglich war, er wusste zwar nicht ob Theo dann doch auf die Barrikaden ging, aber da konnte er im Grunde auch nichts für.
    • Einen Ersatzschlüssel bekam man normalerweise nicht, wenn man gerademal auf einem Date war, oder? Jayden zögerte einen Moment. Es war nicht so, dass er die Idee schlecht fand, aber er fragte sich, ob Noel das durchdacht hatte, oder ob er vielleicht sogar mehr Gedanken hineinsteckte, als Jay dachte. War das… dann nicht irgendwie eine Beziehung? Obwohl nichtmal seine Exfreundinnen je Hausschlüssel von Jayden bekommen hatten. Vielleicht war es einfach kein großer Deal für Noel, andere in seine Wohnung zu lassen?

      Oder Jay überdachte das mit dem Schlüssel einfach zu sehr. Schließlich zog er ja nicht ein, und wahrscheinlich wollte Noel den Schlüssel nach morgen Abend auch wiederhaben.
      „Du kannst so gegen 23 Uhr mit mir rechnen, denke ich“, erwiderte er also erstmal. Er hatte keine Ahnung, was Noel normalerweise aufstehen musste, oder wann er ins Bett ging, aber die Uhrzeit war wenigstens nichts, wobei er ihn aus dem Tiefschlaf reißen konnte. „Dann… vergiss nicht, dass du mich eingeladen hast, bevor du einen Herzinfarkt kriegst, wenn du von der Dusche aufwachst, oder so“, schmunzelte er. Insgeheim freute es ihn ziemlich, dass Noel offenbar so an seiner Nähe hang wie umgekehrt. Wenigstens war Jay nicht der einzige, der langsam eine dezente Abhängigkeit entwickelte.

      „Donnerstag hab ich den ganzen Tag frei, wieso?“, fragte er. Jayden spürte ein Kribbeln unter Haut, bei dem Gedanken, dass Noel vielleicht nochmal ein Date planen wollte. Das hoffentlich anders endete.
      Normalerweise war Donnerstag außerdem der Tag, an dem seine Freunde sich irgendetwas überlegten. Pizza-Abend, eine Runde in Eliots Pool schwimmen oder in irgendeine Bar gehen, waren so die üblichen Pläne, aber immer ohne Frauen und zeitlich so, dass sie alle am nächsten Tag zwar wie Zombies zur Uni gehen konnten, aber naja… zumindest noch in der Lage waren, vom Tod aufzuerstehen. Darum war Freitag auch der Tag, der Jay Abends bei der Arbeit immer den absoluten Rest gab und, wenn er gerade nicht lernen musste, ihn bis zur nächsten Schicht am Samstagabend durchschlafen ließ.
      Er brauchte am Donnerstag jedenfalls definitiv eine Beschäftigung, wenn er Cyrus aus dem Weg gehen wollte. Auch, wenn die anderen dann vermutlich riechen würden, dass etwas nicht stimmte.
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