My Girlfriend is a Boy [Nao & Dark.Wing]

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    • Es dauerte einen Moment bis Noel wirklich realisierte was hier gerade passiert. Die ganze Situation geschah so plötzlich und ohne Vorwarnung, dass sein Verstand noch nicht wirklich hintergekommen war. Er tat einfach nur genau das, was Jayden von ihm verlangte.

      Die Hand die sich vorsichtig unter das lockere Shirt schlich schien Noel ein wenig aus seinen Gedanken zu ziehen, denn er schüttelte - leicht verspätet - den Kopf. „Bis jetzt noch nicht.“ hauchte er leise und schloss dann kurz seine Augen. Das Gefühl der fremden Finger auf seiner Haut tat gut. Kühlten seine Gedanken ein wenig ab. Als Jayden ihn dann an seiner Hüfte zu sich zog, schien Noel wieder etwas besser mit der Situation umgehen zu können, auf jeden fall fand er seine Stimme wieder, die ihm irgendwann abhanden gekommen war.

      Er spürte Jays Atem auf seinen Lippen, die Wärme seiner Hand an seiner Hüfte und das gleichmäßige Schlagen seines Herzens durch die Schichten von Muskulatur, Knochen und Stoff welche zwischen ihnen lag. „Du bist die Person die kein Sex wollte.“ erweitert er mit einem frechen Grinsen. Was das zu viel? Hatte er gerade riskiert, dass das alles hier von dem Studenten beendet wurde? Hätte er vielleicht einfach den Mund halten sollen? Gott, seit wann machte er sich eigentlich so viele Gedanken über solche Kleinigkeiten? „…kuscheln klingt fantastisch…“ hing er etwas leiser hinten dran bevor er Jaydens Lippen vorsichtig entgegen kam. Das war besser. Keine Möglichkeit irgendwelche dummen und / oder unüberlegten Worte von sich zu geben. Dieses ganze unüberlegte Teenager-Getue hatte er doch eigentlich schon vor Jahren abgelegt…was machte Jayden nur mit seinem Kopf?

      Egal was dieser tat, er tat es wirklich verflucht gut. Noel wusste nicht, wann er dass letzte mal so süchtig nach Berührungen war, geschweige denn, wann er es das letzte mal so genossen hatte, berührt zu werden. Als Jayden sich sein Shirt auszog, glitt Noels Blick kurz zu dessen Brust. Fuhr mit den Augen die Muskulatur nach und lächelte den Jüngeren dann sanft an. Er kannte seinen Körper, hatte ihn vor knapp einer Woche in einem deutlich betrunkeneren Zustand noch an unzähligen Stellen berührt und trotzdem wirkte er für Noel neu, fast schon spannend. Kurz öffnete er den Mund, hielt einen Augenblick inne und schloss ihn wieder. Egal was er sagen wollte, er sollte es lieber lassen. Noel hatte das Gefühl, das im Moment nur Müll seinen Mund verließ, da war es sicherer einfach die Klappe zu halten.

      Er strich sanft mit seinen Finger über die nun freigelegte Haut. Da lag kein Druck in seiner Berührung, seine Fingerspitzen tanzten nur hauchzart über Jaydens Brust, fuhren hoch zu dessen Schlüsselbein, ertasteten den Knochen nur um sich dann auf direktem Weg in Jays Nacken zu legen und die letzten Zentimeter die zwischen ihnen lagen überbrücken zu können. Der darauffolgende Kuss war sanft, nicht so leidenschaftlich wie die, die sie an Halloween geteilt hatten. Es steckte kein Verlangen in dem Kuss, eher Zuneigung, sanfte fast schon vorsichtige Zuneigung, die noch nicht so ganz wusste wie gezeigt werden musste.
    • Da war kurz ein Funken von Noels Widerspenstigkeit durchgekommen, wie es schien. Aber Jay ignorierte ihn. Klar, er war derjenige, der sein Wort brechen würde, nicht Noel. Im Nachhinein betrachtet hatte der Ältere wohl kein einziges Mal laut ausgesprochen, dass er nicht mit ihm schlafen wollte. Und jetzt klang es verdammt danach, als würde er es tatsächlich wollen. Aber auch wenn Jay sowieso seine Hemmungen verloren hatte und ihm jetzt auch total egal sein konnte, was er vor einer Stunde verkündet hatte, hatte er jetzt auch einfach keine Lust. Nicht, weil er besonders müde war oder seine Meinung zum dreißigsten Mal heute geändert hatte, sondern einfach so. Das hier war total in Ordnung, wie es war. Es war beinahe… besser. Fast fühlte er sich schuldig, das zu denken, nachdem sich in seiner Freundesgruppe doch irgendwie alles darum drehte, flachzulegen und flachgelegt zu werden. So poetisch waren ihre Gespräche in der Regel dann aber nicht.
      Genauso schuldig müsste er sich in dem Fall allerdings fühlen, weil er in Noels Bett lag, doch ihm konnten die Meinungen anderer gerade kaum egaler sein, während die Finger des Künstlers langsam über seine Brust strichen und scheinbar versuchten, jeden Muskel nachzuzeichnen. Gott, Jay würden so viele Dinge einfallen, die er sagen könnte, um den Moment zu ruinieren. Bei einem One Night Stand hätte er die auch sicher ohne Rücksicht eins nach dem anderem rausgehauen. Aber das hier fühlte sich anders an. Er konnte nicht mehr garantieren, dass er Noel morgen Früh zurückließ und nie wieder sehen wollte. Dafür machte es ihm viel zu viel Spaß, mit ihm zu reden, mit ihm zu flirten und zu sehen, wie weit er selbst gehen würde. Für ihn war das hier eine weitaus größere Überwindung, als mit jemandem zu schlafen. Es brauchte eine ganz andere Form von Intimität.

      Jay erwiderte die Küsse und ließ sich tiefer in das Bett sinken. Er legte einen Arm um Noel und zog ihn näher an sich, er streichelte über seinen Oberarm, strich ein paar der nassen Strähnen aus seinem Gesicht und fragte sich, warum sich das alles so verdammt leicht anfühlte. Er klickte oft mit Menschen und es dauerte auch nie sonderlich lang, also gab es natürlich immer wieder die Gelegenheit, jemanden zu daten. Er wollte es bloß nicht. Er war ungern festgebunden, weil er das Gefühl hatte, dadurch irgendetwas zu verpassen. Gerade fragte er sich aber, ob es nicht das hier war, vor dem er immer Angst gehabt hatte, es zu verpassen. Er fühlte sich zumindest untypisch entspannt. Nicht, als würde da draußen vielleicht noch seine Traumfrau herumlaufen, und er musste sie auf jeden Fall kennenlernen. Die kindische Fantasie einer perfekten Beziehung sollte er sowieso irgendwann mal gehen lassen. Eigentlich war er ja selbst schuld daran, dass sie sich nie vollkommen anfühlten, wenn er dauerhaft mit einem Fuß vor der Tür stand.

      Jetzt gerade hatte er aber beide Füße unter dieser Bettdecke und machte keine Anstalten, das demnächst zu ändern. Da war keine Erleichterung in dem Gedanken, dass er morgen Früh wieder frei war. Eher fragte er sich jetzt schon, wie er Noel zu einem Treffen locken könnte.
      'Rummachen bis du einschläfst' war jedenfalls nicht gelogen gewesen, aber war selbst derjenige, der knapp vorm Einschlafen lag. Die Küsse wurden von Jaydens Seite immer seltener, sanfter und langsamer, bis er es kaum mehr mitbekam. Er war todmüde. Daran waren die ganzen Glückshormone schuld. Jede Spannung hatte in den letzten Minuten seinen Körper verlassen.
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    • Er wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, sie schien still zu stehen oder in doppelter Geschwindigkeit heran zu streiten, so ganz war sich Noel da nicht sicher, auf jeden fall hatte er in den letzten Minuten…oder Stunden jegliches Zeitgefühl verloren. Trotz seines Kommentars machte er keine Anstellten das was sie taten zu intensivieren. Er blieb bei den sanften Berührungen, fuhr mit seinen Fingern die Schlüsselbeine des Jüngeren nach, ging runter zu den Rippen und ertastete diese nach und nach ohne viel Druck. Legte dann seine Hand auf Jaydens Brust, konzentrierte sich auf die Herzschläge des Studenten. Immer mal wieder leitete er einen weiteren Kuss ein oder erwiderte die, in die Jayden ihn verwickelte, dann entstand eine kleine Pause in der sie den Körper des anderen mit sanften Streicheleinheiten verhöhnten bis sie sich wieder küssten. Es war ein angenehmes Spiel bei dem nur sie beide die Regeln kannten und Noel genoss es sichtlich.

      Irgendwann nach endlosen Momenten der Zärtlichkeit legte Noel seinen Kopf auf Jaydens Brust und seufzte leise auf. Er merkte wie der Körper unter ihm immer mehr an Körperspannung verlor und auch sein eigener lag nur noch träge unter der Decke. „Lass uns schlafen.“ murmelte Noel ein wenig schläfrig und lächelte sanft zu Jay hoch, bevor er sich von dessen Brust rollte und ihm dann den Rücken zu drehte. Wenn er morgen nicht brutale Nackenschmerzen haben wollte, sollte er definitiv lieber auf der Matratze schlafen, auch wenn Jaydens Brust definitiv angenehm warm war und das gleismäßig Schlagen seines Herzes eine sehr beruhigende Wirkung auf den jungen Franzosen hatte. Als ob es selbst verständlich war, griff Noel mit einem Arm über seinen eigenen Körper nach hinten und zog Jayden an dem Handgelenk, welches er gegriffen hatte, sanft aber bestimmt zu sich. Nach den letzten Minuten Zweisamkeit würde er definitiv nicht ohne Körperkontakt einschlafen, da ließ er nicht mit sich diskutieren.

      Als Jay sich hinter ihm bequem gemacht hatte schloss er seine Augen, nur um sie wenige Sekunden später wieder zu öffneten, sich ein wenig aufzusetzen um sich sein Shirt über den Kopf zu ziehen. Das Kleidungsstück landete einfach unbeachtete auf dem Boden. Ohne Oberteil schmiegte Noel sich wieder an die Brust des Jüngeren und seufzte leise auf. Das war definitiv besser. Die entspannte Muskulatur drückte sich sanft an seinen Rücken und er genoss die Wärme die von dem Studenten ausging und ihn einhüllte.

      Eigentlich hasste er es so fest umschlungen zu schlafen. Er konnte vieles eigentlich nicht leiden was er bei Jayden jedoch mehr als bereitwillig akzeptierte gar suchte oder einleitete. Auf der einen Seite machte ihm diese Realisation ein wenig Angst, auf der anderen Seite ließ ihn das Wissen nur noch mehr entspannen. Er sank schon fast ein wenig in den Armen des anderen ein. Die Frage ob Jay das wohl öfters machte, war plötzlich schrecklich präsent in seinem Kopf. War er vielleicht nur einer von vielen? Irgendwie konnte Noel sich das jedoch nicht so ganz vor stellen. Ihm war zwar bewusst, dass Jayden eine wohl relativ umfangreiche sexuelle Backstory hatte, aber das hier? Sie hatten immer hin keinen Sex…und trotzdem hatten sich die letzten Minuten Intimer angefühlt als jeder sexuelle Akt den er in der Vergangenheit gehabt hatte.
    • Der prompte Griff nach seinem Handgelenk riss Jayden aus seinem Halbschlaf. Ohne Widerrede ließ er sich herumrollen, legte einen Arm um Noel und schlief direkt wieder ein. Er hatte nie Probleme gehabt, überall und zu jeder Zeit zu schlafen, seit er von zuhause ausgezogen war, also störte ihn weder eine ungemütliche Position noch sonst etwas. Eigentlich war er sogar ganz komfortabel, bis Noel ihn erneut aus dem Schlaf riss und er wenige Sekunde später dessen Haut an seiner eigenen spürte. Die Körperwärme war ihm fast schon zu viel, nachdem er von sich aus ein ziemlich aufgeheizter Mensch war, aber trotzdem zog er Noel enger an sich. Es konnten keine drei Sekunden vergangen sein und er war bereits wieder weg.

      Am Morgen wachte er auf, als hätte er gerade ein sechsmonatiges Koma hinter sich. Zumindest war er dementsprechend ausgeschlafen. Allerdings konnte er so auch keine Sekunde länger liegen bleiben. Er hatte sich seit gestern Nacht wohl keinen Millimeter bewegt, Noels Haare kitzelten ihn in der Nase. Also zog er vorsichtig seinen Arm weg und rutschte vom Bett. Am Weg nach draußen nahm er sein Shirt mit und navigierte sich in der Küche den Weg zu einer Tasse Kaffee.
      Was gestern Abend passiert war blieb ihm ein Rätsel. Musste er jetzt einfach akzeptieren, dass er auf Noel stand? Auf Männer generell? Nein, er würde mal langsam anfangen. Es gab immer Ausnahmen. Noel war vermutlich diese Ausnahme. Das war schwer genug zu verarbeiten, nach 24 Jahren der Heterosexualität. Aber die letzte Nacht war sogar schwuler gewesen, als ihr One Night Stand.
      Jay goss sich den Kaffee fast zur Hälfte mit Milch aus dem Kühlschrank auf und musste leider auf seine zwei Löffel Zucker verzichten, weil er ihn einfach nicht finden konnte. Aber weil er kein Arsch war, machte er dem Künstler eine weitere Tasse, schwarz. Dass er das noch wusste, war ein Wunder.

      Während die Kaffeemaschine vor sich hin dröhnte, sippte er an seinem Kaffee, der normalerweise mehr an Kakao erinnerte, und starrte verschlafen vor sich hin. Er war nicht verkatert, er war gestern nicht betrunken gewesen und aus irgendeinem Grund machte es das tausend Mal schwieriger, auf die vergangene Nacht klarzukommen. Es war, als würde er jeden verdammten Morgen eine neue Existenzkrise durchmachen, nur, damit sein Abend-Ich sich gleich in die nächste unüberlegte Entscheidung hineinwerfen konnte. Vielleicht musste er ganz einfach aufhören, überhaupt noch nachzudenken. Wozu auch? Dann lief eben was zwischen ihm und Graf Dracula. Keiner musste davon wissen und es musste sein Leben in keinster Weise beeinflussen. Basta.

      Mit diesem abschließenden Gedanken nahm er beide Tassen in die Hände und kam zurück ins Schlafzimmer. Die Tür trat er mit dem Fuß auf und Noel weckte er mit einem rauen: "Guten Morgen, Dornröschen"
      Es war Sonntag, eigentlich hatte er keinen Grund, ihn aufzuwecken. Aber er kam sich seltsam vor, wenn er so unbeaufsichtigt in seiner Wohnung herumlief. Aber einfach abzuhauen fühlte sich definitiv falsch an… Und er wollte es garnicht. Eigentlich geisterte er gerne hier rum. Aber lieber beaufsichtigt.
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    • Noel bekam am Rande mit wie der Jüngere aufstand und brummte prompt leise auf, was Jayden anscheinend jedoch nicht aufhielt, denn die Wärme die ihn nich vor wenigen Sekunden umgeben hatte war nun endgültig verschwunden. Eine fröstelnde Gänsehaut die sich auf seinen Körper zog, hieß ihn nun willkommen und Noel zog die Decke ein wenig näher an sich bevor er wieder weg döste. Die Decke war noch warm, hatte Jaydens Körpertemperatur gespeichert, immer hin etwas. Das Gluckern und Zischen der Kaffeemaschine bekam er kaum mit.

      Was er jedoch mitbekam war die Tür die sich öffnete und von einer rauen Stimme, die ihm prompt die nächsten Gänsehaut über den Körper jagte, begleitet wurde. Das leise, gemurmelte „Fick dich.“ war wohl nicht die charmanteste Begrüßung seitens Noel, aber was sollte er tun? Der Franzose war definitiv keim Morgenmensch, vor allem nicht wenn man ihn so ungalant aus dem Schlaf riss. Das ebenso gemurmelte „…komm wieder her.“ machte die vorherige Aussage wahrscheinlich auch nicht gerade besser. Was Noels Laune jedoch ein wenig hob war der angenehm sanfte Kaffeegeruch der sich langsam aber sicher in seinem Schlafzimmer ausbreitete und den Künstler dazu brachte seine Augen zu öffnen, bevor er sich einwenig in dem Bett aufsetzte.

      „Du hast Kaffee gemacht.“ das war keine Frage, eher eine Feststellung, wenn auch eine sehr verschlafene. Die rosa Strähnen, die in der Nacht getrocknet waren, hatten sich ein wenig gekräuselt und hingen ihm nun unförmig in sanften Wellen in die Stirn. Fast schon etwas fordernd streckte er seine Hände nach der Kaffeetasse aus und nahm sie Jayden ab, bevor er einen tiefen Schluck aus der Tasse nahm. „Du bist großartig.“ seufzte er zufrieden auf und schloss kurz seine Augen. Die heiße Flüssigkeit rannte ihm den Hals runter und ersetzte die Wärme die verschwanden war, als Jay ihn verlassen hatte. Als Noel seine Augen wieder öffnete, lächelte er seinen Gegenüber verschlafen an. „daran könnte ich mich gewöhnen, wenn ich ehrlich bin.“ grinste er leicht.

      Kaffee am Morgen war so schon eine tolle Erfindung, aber Kaffee im Bett, vor allem wenn dieser von einem gut aussehenden jungen Mann gebracht wurde, das war nochmal was ganz anderes, und Noel müsste lügen wenn er das nicht ein wenig genoss. Vor allem genoss er jedoch den Anblick der sich ihm bot. Jayden sah wohl genau so verschlafen aus wie er selbst, wie er dort mit seiner Tasse in der Hand in seinem Schlafzimmer stand. Die blauen Ireen sanken ein Stückchen tiefer zu Jays Lippen und die Erinnerungen an gestern Nacht stellten ein weiteres Mal die feinen Härchen auf Noels Armen auf. Den bitteren Beigeschmack und die Zweifel die er gestern noch ignorieren konnte schlugen jedoch auf ihn ein wie eine Bombe, die er kaum schaffte zu ignorieren.

      Vielleicht war das wieder so ein komischer Anfall wie an Halloween und er durfte sich gleich schon wieder die ‚Ich bin hetero und das war ein Ausrutscher‘ Predigt anhören, bei dem Gedanken schloss er kurz die Augen. Das würde er jetzt, in diesem Moment definitiv nicht packen.
    • Jay blinzelte kurz, als er feststellen musste, dass Noel wieder seine Persönlichkeit gewechselt hatte. Nett, dachte er sich. „Ich kann nicht, ich hab zwei Tassen in der Hand“, antwortete er dann belustigt, kam die paar Schritte auf das Bett zu und reichte Noel den Kaffee, der sich endlich aufgesetzt hatte. Aus Gründen, die Jay nicht verstand, stand er gerade total auf Noels Morgen-Look. Er brauchte einen Moment, bevor er die Augen abwandte, sich an den Bettrand setzte und seinen Kaffee weiter schlürfte.

      Großartig, das hörte er schon lieber. Er schmunzelte. „Hast du schonmal drüber nachgedacht, ob du dieselbe Krankheit wie Mona hast? Deine Stimmungsschwankungen sind nicht von dieser Welt“, murmelte er. Er warf Noel einen kurzen Blick und ein Lächeln zu. Daran gewöhnen… Hm. Es war wirklich ganz nett. Hier zu sitzen und zu reden und seinen Kaffee zu trinken. Das leichte Kribbeln in der Magengegend, weil Noel so verflucht nah war und Jay ihn jederzeit küssen könnte. Er dachte die ganze Zeit daran. Das konnte er schon garnicht mehr abstellen, nicht nach gestern Abend. In dem Sinne konnte er sich wohl selbst auch an so etwas gewöhnen, oder?

      „Ich könnte mich daran gewöhnen, mich nach dem Aufstehen nicht erst durch Cyrus Kleidung auf dem Boden graben zu müssen“, murmelte er, mehr zu sich selbst. Obwohl er den Rothaarigen definitiv vermissen würde, sobald sie ihren Abschluss hatten und beide ausziehen mussten. Er würde die schmalen Schlafzimmer vermissen und das kleine Wohnzimmer, das immer vollkommen überflutet von Müll und Kleidung war. Der einzige saubere Ort in dem Apartment war wohl Jays Zimmer, aber auch nur, wenn er nicht gerade ein paar Abschlussarbeiten fertigzustellen hatte und zwischen Arbeit und Uni nur Zeit hatte, sich drei Energy Drinks reinzuzischen.
      Das war wohl der Nachteil, wenn man auf einem Campus wohnte und andauernd Gäste hatte. Und… mit Cyrus zusammen wohnte. Trotzdem konnte Jay sich kaum vorstellen, auf ihn zu verzichten.

      „Übrigens, wo ist dein Zucker? Deine Küche verwirrt mich maximal“, beschwerte er sich dann kurz. Wenn er hier in Zukunft öfter herkommen sollte — und das bot sich an, denn er konnte Noel keinesfalls mit zum Campus nehmen — dann brauchte er seinen Zucker im Kaffee. Und vielleicht etwas zu essen. „Und Cornflakes oder so? Ah, und ich hab Mandelmilch am liebsten, nur zur Info. Vanillesyrup wär auch ganz nett“ Er lächelte. Machte er gerade ein Arrangement mit Noel? Klang irgendwie so.
      So eine kleine Freundschaft Plus Sache hatte ja noch keinem geschadet…
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    • „Ich kann dir auch gerne noch die zweite abnehmen, dann hast du die Hände frei.“ zwinkerte er Jayden frech grinsend zu, nachdem er einen weiteren Schluck aus seiner Tasse genommen hatte. So langsam kehrte wieder ein wenig Leben in seinen Körper und vor allem, was noch viel wichtiger war, die einigermaßen gute Laune die ihm grundsätzlich morgens fehlte.

      Bei der Frage zuckte Noel bloß mit den Schultern. „Nicht das ich wüsste, diagnostiziert ist auf jeden Fall nichts, also keine Sorge. Ich bin einfach nur echt kein Morgenmensch…im Grunde kann es schon fast tödlich enden wenn man mich vor meiner ersten Tasse Kaffee anspricht, aber zum Glück hast du ja mitgedacht.“ um seinen Satz nochmal zu unterstreichen hob er zur visuellen Darstellung besagte Tasse ein wenig. „aber Menschen im allgemein sind wohl nicht so ganz mein Ding.“ hing er noch hintern dran, bevor er kurz gähnte. „Und außerdem ist es noch viel zu früh für gute Laune.“ es war seiner Meinung nach noch viel zu früh für irgendwas. Am liebsten hätte er viel länger mit Jayden zwischen den warmen Laken verbracht. Selbst wenn sie irgendwann aufgewacht wäre, er wäre sicher wieder eingedöst, vor allem wenn Jayden ihn einfach so wie gestern ein wenig gestreichelt hätte…allein bei dem Gedanken zog sich eine angenehme Gänsehaut über seinen Körper, die man dank dem Faktum, dass er immer noch klein Oberteil trug gut sehen konnte.

      Als Jayden dann anfing von Cyrus und dessen Unordnung zu reden lachte er leise auf. „Glaube ich dir. So ähnlich hätte ich ihn wohl auch eingeschätzt…keine Sorge bei mir brauchst du dir deswegen wohl keine Gedanken machen…auf jeden Fall nicht im Schlafzimmer. Das Wohnzimmer im Gegensatz könnte gut und gerne mal wie ein Schlachtfeld aussehen.“ lachte er leise. „Irgendwelche halb fertigen Perücken, Fotoequipment, Farbe…MakeUp…was man halt so rumliegen hat.“ zum Ende hin wurde Noel vielleicht ein klein wenig leise, nicht das es ihm unangenehm war von seiner Leidenschaft zu erzählen, immerhin war das sein Beruf und er liebt ihn über alles, aber er wusste noch nicht so ganz wie konform Jayden mit der Tatsache war das er überhaupt MakeUp besaß. Alleine bei dem Gedanken hätte sich der Franzose Ohrfeigen können. Seit wann machte er sich denn bitte Gedanken darüber, was andere über ihn dachten? Er korrigierte, es machte sich keine Gedanken was ANDERE über ihn dachten, sondern nur ganz spezifisch eine einzige Person, aber alleine dieser Gedanke fühlte sich schon seltsam an.

      „Zucker habe ich nicht.“ wechselte er schnell das Thema. War wahrscheinlich auch besser so, bevor er sich wieder viel zu sehr den Kopf über Kleinigkeiten zerbrach. „Ich könnte dir aber Ahorn Sirup zum süßen anbieten.“ Bot er lächelnd an und lachte dann leise auf, als Jayden plötzlich eine ganze Reihe an Anforderungen aufzählte. „Möchtest du direkt hier mit einziehen, bei den ganzen Wünschen?“ lachte er nun etwas lauter. „Cornflakes kann ich dir leider nicht bieten…Haferflocken hätte ich…sonst Mandelmilch ist okay, ich kaufe persönlich zwar lieber Hafermilch - die ist günstiger - aber Mandelmilch ist auch kein Thema. Vanillesirup ist oben im Schrank, recht weit hinten. Da müsste auch eigentlich noch Karamellsirup stehen…und ich glaube auch noch ein wenig was anders.“ zählte er auf. „Sonst noch Wünsche? Frisch gebackene Croissants? Kaviar? Froschschenkel? Irgendwas mit dem ich dich glücklich machen kann?“ grinste er Jayden frech an.
    • „Menschen“, wiederholte Jay. „Du meinst, abgesehen von mir? Gegen mein Entertainment hast du bisher wenig einzuwenden gehabt“ Er grinste belustigt. Dann warf er einen Blick auf sein Handy, das am Nachttisch lag. „Es ist nicht so früh. Schläfst du sonst bis Nachmittags oder was?“, neckte er ihn. Eigentlich sollten die ganzen Beschwerden über das frühe Aufstehen eher von dem Studenten unter ihnen kommen, oder nicht? Wobei Jay sich vorstellen konnte, dass Noel häufiger in den Abendstunden zu arbeiten hatte, als morgens.
      Dass der Ältere leiser wurde, als er die Bestandteile seiner Unordnung aufzählte, fiel Jay auf, er wusste aber nicht, was es damit auf sich hatte. „Nicht schüchtern werden. Ich dachte, du zeigst mir gleich noch, was sich so in deinem Müll befindet“, meinte er in sarkastischem Ton.

      Noel war weitaus offener, als Jay ihn eingeschätzt hätte, nachdem er mehrmals täglich darauf bestand, Menschen zu hassen. Wenn er selbst nicht tatsächlich aus irgendeinem Grund die Ausnahme war, war das eine sehr nutzlose Lüge. Er erzählte doch die ganze Zeit von sich, war mehr als hilfsbereit und schien Jay schon wieder zu sich ins Bett locken zu wollen. Der Typ sollte ein Einzelgänger sein? In welchem Universum? Jay empfand ihn eher als ziemlich zugänglich, wenn man ihn einfach nicht reizte. Und selbst das war keine allzu große Herausforderung für ihn. Jay war zwar ein Meister darin geworden, andere Menschen einzuschätzen, um sich bestmöglich anzupassen um kein Anecken zu riskieren, aber er konnte sich nicht vorstellen, dass Noel ihn wirklich als Ausnahme betrachtete.

      „Ich kaufe auch Hafermilch, weil die günstiger ist, aber du kannst mich für meine Dienste doch ein bisschen entlohnen, oder?“, fragte er und grinste selbstgefällig. Natürlich meinte er das nicht ernst, aber er hatte kein Problem damit, Witze über sein eigenes lockeres Verhältnis zu seiner Sexualität zu machen. Das hier war ja auch nichts ernstes. Er ging davon aus, dass Noel das genauso sah, also wieso nicht darüber lachen?
      „Croissants klingen übrigens sehr gut“
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    • Noel nickte leicht. „Vielleicht. Du bist auf jeden Fall nicht ganz so schlimm wie der Rest.“ lächelte er sanft und schaute dann ebenfalls auf sein Handy. Okay so früh war es wirklich nicht mehr, aber wenn man mal bedachte bis wann er die letzte Nacht noch auf war und wie wenig Schlaf er in den Tagen im allgemeinen bekommen hatte, was seine Reaktion wohl kein Wunder. „Ich bin meistens noch recht lange am arbeiten, da schläft man dann häufiger Mal ein wenig länger, wenn sich die Möglichkeit ergibt, vor allem wenn man einen attraktiven, jungen Mann neben sich hat.“ grinste er.

      Als Jayden meinte er solle nicht so schüchtern sein zog sich ein ganz leichter rot Schimmer auf seine Wangen und er nahm vielleicht ein wenig zu schnell einen Schluck von seinem Kaffee. „ich bin nicht schüchtern…muss ja nur nicht jeder wissen was bei mir so rumfliegt.“ murmelte er in seiner Tasse. Wie gesagt es war ihm nicht unbedingt unangenehm, aber er ging zum Teil nicht ganz so offen mit seinem Beruf um, wie er es gerne tun würde. Dann war doch die Erinnerung an seine nicht gerade einfache Schulzeit zu präsent.

      „Entlohnen?“ mit einem leicht perplexen Blick ließ er die Tasse wieder sinken. „Für was sollte ich dich denn entlohnen? Du hach doch gar nichts gemacht.“ grinste er. Die Ablenkung von dem vorherigen Thema kam wie gerufen. Schnell die unangenehmen Erinnerung weg flirten, besser ging es kaum. „Eigentlich solltest du mich doch eher entlohnen, dafür dass ich dich netterweise bei mir schlafen gelassen habe, nachdem dein bester Freund dich einfach bereitwillig ersetzt hat.“ da war dieses leicht selbstgefällige Grinsen wieder. „Und für frische Croissants musst du dich ein bisschen mehr ins Zeug legen, aber die lohnen sich dafür echt. Ich mache die besten Croissants in der ganzen Stadt, versprochen.“
    • Jaydens Gesicht fiel etwas in sich zusammen, als Noel meinte, er hätte garnichts getan, das es wert wäre, entlohnt zu werden. Entschuldige mal? Wer hatte gestern so lange mit ihm rumgeknutscht, dass er heute ein Ziehen im Kiefer spüren konnte? Zumindest wurde es Jay jetzt nochmal deutlicher, dass er wirklich mit ihm schlafen wollte. Noel hatte es vielleicht nicht direkt geplant gehabt, aber er hatte es sich definitiv erhofft. Das ganze Geflirte war also doch ernst gemeint. Jay fühlte sich seltsam stolz nach dieser Erkenntnis. Und auch ein kleines bisschen unter Druck gesetzt. Wo hatte er sich da selbst reingeritten?
      Er konnte sich selbst langsam wirklich nicht mehr verteidigen und noch weniger würde es sonst irgendwer tun können, wenn das hier rauskam. Freundschaft Plus klang vielleicht ganz nett, aber Jay hatte die Geheimnistuerei vermutlich etwas unterschätzt. Oder eher die Tatsache, dass er selbst die Klappe halten und kein Wort darüber verlieren musste. Wenn er nochmal mit Noel schlief, wurde die ganze Sache wieder frisch und er musste sich wieder mehr zusammenreißen, wenn er zurück zum Campus kam. War es das wert?
      Leider dachte Jay in solchen Momenten selten mit seinem Kopf. Er machte sich Sorgen, wog die Argumente ab und entschied sich dann doch für den Sex. Es war immer das gleiche. Nur war er bisher in weniger kniffligen Situationen gesteckt. Nachdem er sich aber endlich damit abgefunden hatte, ausnahmsweise auf einen einzelnen Kerl zu stehen, unterschied sich das nicht mehr sehr von allem anderen.

      „Ich geb mir mehr Mühe nächstes Mal. Irgendwie werde ich dir schon meine Dankbarkeit zeigen können, dass ich hier bleiben durfte“, antwortete er verspielt, lächelte etwas und stand wieder vom Bett auf. Er wollte Noel nichts von seinem inneren Konflikt wissen lassen, und noch weniger wollte er, dass er dachte, er könnte ihn haben wann er wollte. Das hier würde weiterhin wie eine Ausnahmesituation behandelt werden. Auch, wenn er Noel gerade ein nächstes Mal versprochen hatte. Nicht, dass er das selbst nicht wollte. Aber sie mussten nicht jedes Mal, wenn sie sich sahen, in die Kiste springen. Vorwiegend war Jay immernoch an Frauen interessiert, auch wenn das hier ein ganz lehrreicher Abstecher war und er gerne hin und wieder zukam. Zur Gewohnheit ließ er es aber besser nicht werden.

      Jayden nahm sein Handy mit und ging zur Tür. „Ich zieh mich mal an, ich hab heute noch was vor“, erklärte er. Ja, seine Wohnung aufräumen, das hatte er vor. Er wollte garnicht wissen, was Mona bei ihm zuhause hinterlassen hatte. Aber eigentlich wollte er bloß nicht so lange hier bleiben, dass er noch den restlichen Tag mit Noel verbrachte, ohne es zu merken. Vielleicht spürte er, dass sie sich etwas zu gut verstanden. Vielleicht wollte er aber auch einfach nur, dass das hier nicht zu sehr zu seinem richtigen Leben wurde.
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    • „Also bis jetzt bist du schon echt gut dabei.“ lächelte Noel ihn sanft an, stellte dabei seine leere Kaffeetasse auf den Nachttisch und richtete sich noch ein wenig mehr auf. Das Strecken seines Ames wirkte im ersten Monet so als ob er nach Jaydens Hand greifen wollte, als dieser jedoch meinte er würde sich nun anziehen, schien es so als ob Noel es sich anders überlegt hätte und ließ seinen Arm auf die Bettdecke sinken bevor er eine imaginäre Falte aus dem Stoff strich.

      Das war wahrscheinlich auch besser so, er sollte sich mal nicht zu viel auf die ganze Sache einbilden, vor wenigen Stunden hatte ihn der ganze Gedanke noch fertig gemacht und jetzt kam die Idee hoch, dass es zwischen ihnen beiden ja funktionieren könnte…in welcher schlechten Liebesromanze befand sich bitte sein Verstand? Wahrscheinlich schlief der noch, anders konnte Noel sich das nicht vorstellen.

      „Du kannst gerne noch zum Frühstück bleiben, wenn du magst.“ bot er lächelnd an. Irgendwie hatte Noel das Bedürfnis gerade nicht alleine sein zu wollen. Nicht das er nicht gerne alleine war, aber es war wirklich sehr angenehm mit dem jüngeren. Konversation zu führen, fraß nicht so viel Energie wie sonst, er hatte nicht unmittelbar wenn Jayden den Mund aufmachte, das Gefühl ihm eine reinhauen zu wollen, es war einfach angenehm. Eine angenehme, entspannte Stimmung.

      „Ich muss eh nochmal zur Bar, mein Wagen steht da noch, ich kann dich auch gerne fahren…dann kann ich Mona im Grunde auch direkt mit einsammeln.“ ja genau, wegen Mona machte er den Vorschlag nicht wegen Jayden. Wenn er könnte würde Noel sich gerade Ohrfeigen, aber das würde wohl ganz schön komisch kommen. Er benahm sich wie ein kleines Teenie-Mädchen bei ihrem ersten Schwarm…dabei war er nicht mal in Jayden verknallt oder so. Klar der jüngere war attraktiv und es fühlte sich seltsam entspannt und angenehm mit ihm an, aber das wars auch schon. Mehr war da nicht!
    • Jay blieb stehen, eine Hand am Türrahmen, als er sich noch einmal umdrehte. "Klar, wieso nicht", erwiderte er nach kurzem Zögern. Gratis Frühstück und ein Taxi nachhause? Da gab es nichts einzuwenden. Auch wenn Jayden kurz überlegen hatte müssen, wie dringend es ihm war, von Noel wegzukommen und wieder so zu tun, als wäre das hier alles nicht real. Nein sagen konnte er dennoch nicht.

      Er lief ins Wohnzimmer und tauschte die gut riechenden, frisch gewaschenen Klamotten gegen sein Arbeitsoutfit von gestern und musste sich wirklich überwinden, das Hemd anzuziehen. Zuhause konnte er direkt nochmal duschen, nur, weil er sich in nochmal in diese Kleidung gezwungen hatte. Aber er würde sich lieber begraben, als auch noch ein Shirt von Noel auszuleihen und mit nachhause zu nehmen. Danach konnte er nicht fragen. Und er wollte nichts riskieren. Es war schlimm genug, dass Mona merken würde, dass Jay erst in der Früh nachhause kam und Noel sie zufällig gleichzeitig mit dem Auto abholte.

      Zurück in seinem Outfit von gestern Abend fühlte er sich irgendwie dreckig und… schuldig. Wenigstens musste er keinen Walk of Shame nachhause laufen. Aber es fiel ihm auch so schwer genug, nachzuvollziehen, was er sich vor seinem ersten Kaffee heute Morgen noch gedacht hatte. Seine Meinung zu dem Ganzen änderte sich tatsächlich zehn Mal am Tag. Es wäre so viel einfacher, einfach so zu tun, als hätte Noel nie existiert. Aber wäre es wirklich so leicht? Jayden kämpfte noch immer mit sich selbst und der Tatsache, dass er den Älteren mochte. Eine Freundschaft mit Vorzügen klang vielleicht ganz nett, zwanglos und wie eine einfache Lösung, aber Jayden wusste auch, dass er sowas nicht durchziehen konnte, wenn er die Person auch nur einigermaßen sympathisch fand.
      Er konnte sich eine Beziehung mit einem Mann wirklich nicht vorstellen, aber wenn er genauer darüber nachdachte, war das ja auch nur eine Freundschaft mit Sex. Und… exklusiv natürlich. Das war dann seit letzter Woche leider nicht mehr so schwer vorstellbar. Bisher hatte er sich wunderbar an seine One Night Stands gehalten, die er nie wieder traf, damit auch keine Gefühle entstehen konnten.
      Es war vermutlich ein Fehler gewesen, hierher zu kommen. Aber jetzt wollte er Noel unbedingt wiedersehen. Es war ein innerer Kampf.

      Besonders als sie zusammen am Tisch saßen und frühstückten.
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    • Noel brauchte noch mindestens zwei/drei Minuten bis er sich dazu durchringen konnte auf zu stehen. Die ganze Situation war doch zum heulen! Konnten sie nicht einfach genau dort weiter machen wo sie an Halloween aufgehört hatten? Ohne dieses ganze Nettigkeitsding und diesen Anflug von Sympathie der in Noel hoch kam sobald er Jayden sah? An Halloween hatte das doch auch wunderbar funktioniert, da war der Student ihm doch auch gleichgültig gewesen und nun saßen sie hier in Noels Wohnung und er ritt sich mit jedem Satz den er sagte immer weiter in die Scheiße. Es war ja anscheinend nicht schon genug, dass der Franzose Jayden mit zu sich genommen hatte, sie hatten sich noch in einem Bett geschlafen und jetzt macht er auch noch frühstück…von wegen der würde nichts mit Studenten anfangen…kein Wunder, dass Jayden ihn gefragt hatte ob er ein ähnliches Krankheitsbild wie Mona aufwies, so oft wie er seine Meinung bezüglich des Studenten änderte.

      Mit einem leises seufzten quälte Noel sich aus den warmen Laken, zog sich schnell sein Shirt von gestern Abend an und ging mit seiner leeren Kaffeetasse aus dem Schlafzimmer. Die Unordnung, die er seit gestern nicht angefasst hatte, erschlug ihn so ein wenig. „Ich kann Brötchen aufbacken.“ schlug er vor und machte sich dann auch schon an dem Kühlfach zu schaffen. Den Stoffbeutel den er aus dem Eisfach nahm war definitiv keiner aus dem Supermarkt, auch die Brötchen die er aus diesem nahm glichen kein Stück den klassischen Aufbackbrötchen die man so kaufen konnte.

      „Möchtest du noch einen Kaffee?“ Noel hatte seine Tasse schon unter die Maschine gestellt, dass er vor nicht mal zehn Minuten einen Kaffee hatte, schien für den Künstler nicht von Bedeutung zu sein.


      Der Tisch war schnell gedeckt und auch die Brötchen konnten bald auf dem Backofen in ein kleines Brotkörbchen verfrachtet werden. Der Dampf ließen die Brötchen fast frisch zubereitet wirken und auch wenn alles recht schnell platziert worden war, wirkte der Tisch genau richtig einladend. „Bedien dich einfach.“
    • "Ich glaube, ich nehme ein Glas Wasser", antwortete Jay und kniff kurz die Augen zusammen, überrascht über die Frage. Er hatte grade mal seine Tasse geleert. Wieviel Kaffee trank Noel normalerweise? So zehn Tassen am Tag? Konnte es sein, dass sein Lebensstil fast studentischer war, als der von Jay?

      Er scrollte eine Weile durch seine Social Media Accounts, während Noel in der Küche sein Ding machte. Er hätte ja geholfen, aber er wusste nicht, wo irgendetwas war und am Ende würde er nur im Weg stehen. Trotzdem bereute er den Blick auf sein Handy in erster Sekunde ein wenig. Es waren einige Fotos und Videos von gestern Abend in diversen Stories gelandet. Selbst stand er höchstens mal irgendwo im Hintergrund an der Bar. Im Nachhinein fiel ihm auch auf, wie zombiemäßig er herumgelaufen war. Und dann sah er ein Video, in dem er sich im Hintergrund mit Theo unterhielt. Kurz überlegte Jay, ein Screenshot zu machen, dann verwarf er den Gedanken sofort wieder. Dieses Fanverhalten sollte er sich echt abgewöhnen, wenn er vorhatte, die Band nun öfter zu sehen.

      Als Noel sich zu ihm setzte, ließ er sich kein zweites Mal sagen, dass er sich bedienen sollte. Er hatte morgens immer Hunger für sieben Leute. Dafür brauchte er den Rest des Tages deutlich weniger zu Essen. Jay nahm sich zwei Brötchen und nachdem er eines gegessen hatte, noch ein drittes. Dann überlegte er, ob er sich darum scherte, was Noel von ihm dachte, bevor er sich auch ein viertes gönnte. Er konnte ja daraus lernen und ihn zukünftig nicht zum Frühstück einladen, wenn er nicht wollte, dass seine Kühlschrank am Ende leer war.

      "Was hast du heute so vor?", fragte Jay zwischen zwei Bissen, um etwas lockere Konversation zu betreiben, während er wirkte, als hätte er eine Woche lang gehungert.
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    • Noel hatte das Brötchen, welches er sich genommen und aufgeschnitten hatte, noch kaum angefasst als Jayden schon drauf und dran war sich das dritte zu nehmen, stattdessen saß er ihm ruhig gegenüber, die Kaffeetasse mit beiden Händen umschlungen und beobachtete den Studenten. Er aß generell nicht so viel, vor allem hatte er morgens aber meistens einfach nicht die Zeit. Nicht weil er zu spät aufstand, sondern eher weil dann spontan doch noch irgendwelche Sachen anfielen, die er schnell vor der Arbeit erledigen musste. Als er die Tasse halb geleert hatte stellte er sie weg und nahm sich das Glas Erdbeermarmelade. „Ich kann dir das Rezept gerne geben, dann brauchst du nicht so essen als ob es das letzte mal sein wird, dass du diese Brötchen bekommst.“ lachte er leise auf. Es hatte fast schon was niedliches an sich, wie Jayden halb verhungert sein Frühstück aß.

      Noel hatte gerade die erste Hälfe seines Brötchens gegessen da nahm er auch schon wieder die Tasse in die Hand. Das Kaffee eigentlich eher sein standardisiertes Frühstück war, war vielleicht nicht unbedingt gesund aber bis jetzt hatte er noch keine Probleme. Nachdem er den Reste mit zwei Schlücken geleert hatte, überlegte er kurz sich vielleicht doch noch einen dritten zu machen, ließ es jedoch bleiben.

      „Heute?“ er überlegte kurz. Perse hatte er nichts geplant, wahrscheinlich würde er an der Leinwand weiter arbeiten oder sich eins der anderen unfertigen Projekte widmen. „Noch nichts spezielles. Vielleicht werde ich heute auch einfach mal nichts machen…“ überlegte er laut, dass Noel definitiv nicht nichts machen würde, war ihm bewusst. Egal wann, er hatte immer das Gefühl, wenn er entspannt verlor er wichtige Zeit die er anders hätte benutzen könnte, sein wohl größtes Problem. Wann er das letzte mal wirklich entspannt hatte, wusste er selbst nicht. „Was hast du denn noch so geplant?“ fragte er interessiert und biss alibimäßig von seinem Brötchen ab.
    • „Die sind selbst gemacht?“, fragte Jayden etwas ungläubig, den Mund schon mit Brötchen Nummer Drei vollgestopft. Sie schmeckten zumindest aufjedenfall besser, als er es gewohnt war. Noel backte also tatsächlich gern, was?
      Als der Ältere ihm mitteilte, dass er heute mal nichts machen würde, schnaufte Jay kurz amüsiert. „Nichts tun klingt nach einem Traum, den ich aufgegeben hab“, sagte er und schüttelte grinsend den Kopf. Er dachte an die letzten zwei Wochen zurück und daran, dass die einzige Zeit, in der er nichts tat war, wenn er tief und fest schlief. Zwischen Partys, Lernen und Arbeiten hatte er kaum Zeit zu atmen. Und in nächster Zeit sah es auch recht schlecht aus, nachdem sein gigantisches Projekt nach Fertigstellung schrie.
      „Ich werd die Wohnung aufräumen, ein bisschen arbeiten… und ich muss nachhause zu meinen Eltern fahren“, erklärte er beiläufig. Das hatte er bis eben beinahe vergessen. Heute Abend war er wieder als Babysitter eingeteilt, also musste er sich wohl irgendwas zu Lernen mit nachhause nehmen.

      „Hast du Geschwister?“, fragte er anschließend. Eigentlich eine völlig lockere, normale Frage. Aber er wurde vielleicht etwas unaufmerksam, was das Kennenlernen zwischen ihnen anging. Wollte er wirklich etwas über Noels Familie erfahren? Als nächstes teilten sie sich noch ihre tiefsten Geheimnisse mit und plötzlich standen sie am Altar. Urgh. „Keine Ahnung, wieso ich gefragt hab“, murmelte er, etwas überrascht über sich selbst. Seiner Kenntnis nach sah Noel das hier genauso locker wie er selbst, also… bestand eigentlich echt keine Notwendigkeit für mehr als Smalltalk, oder? Aber nachdem sie zusammen am Frühstückstisch saßen und Jay Noels selbstgemachtes Gebäck aß, war es für „Casual“ vielleicht wirklich bald zu spät.
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    • Noel nickte fast schon ein wenig zu begeistert. Wie ein kleines Kind, das für etwas gelobt wurde, an dem er sehr lang sah und mächtig stolz drauf war. „Meine Mutter hat mir das Rezept gezeigt.“ Dass sich auf Jaydens Teller schon ein viertes Brötchen befand, gab ihm nur noch mehr die Bestätigung, dass die Brötchen wohl echt gut waren.

      „Wem sagst du das, wahrscheinlich werde ich doch nur wieder irgendwas tun, ich finde sicher noch ein Projekt um mir extra Stress aufzutürmen.“ lachte er leise und schob mit seinem Zeige- und Mittelfinger sein Buttermesser leicht hin und her, dass sich auf seinem Teller noch ein halbes Brötchen befand, schien er zu ignorieren.

      Als Jayden, Noel fragte ob er denn Geschwister hätte, schaute der Franzose seinen gegenüber etwas verwirrt an. So ein lockeres und casuales Gespräch hatte er schon länger nicht mehr geführt, immer ging es nur um Arbeit…

      „Ja, sie ist zwei Jahre älter und die coolste Person die ich kenne.“ strahlte er mit einem stolzen Funkeln in den Augen, wie es nur jemand konnte der ein älteres Geschwisterkind hatte zu dem er aufsah. „Sie ist…“ Noel stockte kurz als ihm der Satz, den er sagen wollte in den Kopf kam. Sein Lächeln verrutschte kurz ein wenig, bis er es anscheinend wieder im Griff hatte. „…Sie ist cool.“ sagte er stattdessen. Dann schwieg er einige Sekunden, bis er sich wohl so weit wieder gefangen hatte, dass man nicht die Angst haben musste, dass er irgendwelche Familiengeheimnisse ausplauderte. „Hast du Geschwister?“ fragte er interessiert. Es war nicht diese gespielte Interesse, bei der Leute dachten man würde es ihnen nicht ansehen, dass es ihnen eigentlich egal was, ob und was ihr Gegenüber machte, es interessierte Noel wirklich. Dafür, dass er immer behauptete, ihn würden andere nicht interessieren, fand er Jayden gerade viel zu interessant.
    • Jay nickte. "Klingt cool", antwortete er und grinste leicht. Warum wunderte es ihn kaum, dass Noel das jüngere Geschwisterkind war? Er hatte so etwas… herumkommandierendes an sich.

      "Ich hab drei jüngere Geschwister", antwortete er, ohne nachzudenken. Es würde sie schon nicht ins Verderben stürzen, ein bisschen was voneinander zu wissen, oder? "Meine Eltern lernen nicht aus ihren Fehlern, wie's aussieht" Er lachte leicht. Sie konnten alle nur hoffen, dass kein fünftes Kind geplant war, aber langsam ließ das Alter es auch nicht mehr zu. Zum Glück. Sie hätten kaum so viele finanzielle Probleme, wenn sie nach einem Kind einfach mal aufgehört hätten. Jay liebte seine Geschwister sehr, aber er würde zu seiner 6-jährigen Schwester nie dieselbe Bindung haben, wie zu seiner 20-jährigen Schwester. Und der 12 jährige mittendrin hatte irgendwie die schlechtesten Karten von allen. Es war irgendwie seltsam, dass Jay theoretisch alt genug war, selbst ein 6-jähriges Kind zu haben. Ungefähr so fühlte es sich hin und wieder auch an, wenn seine Eltern ihn zum Babysitting verdonnerten, als wäre er der Vater, der lieber feiern ging als Zeit mit seinen Kindern zu verbringen. Er hatte ein eigenes Leben, aber das ging an seiner Familie manchmal ein bisschen vorbei. Zumindest war er für seine jüngeren Geschwister sowas wie der Messias, weil es definitiv nicht Jays Problem war, wenn sie einen Zuckerschock bekamen oder am nächsten Tag todmüde waren, sondern das seiner Eltern.

      "Sag mal, wie alt bist du überhaupt?", fragte er Noel direkt heraus. "Du hast mich vorhin einen 'jungen Mann' genannt und weißt nur, dass ich studiere. Ich könnte älter sein, als du. Oder bist du 35 und hast dich gut gehalten?" Er lächelte unschuldig.
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    • „Drei?“ fragte er ungläubig. „Ich glaube, wären meine Eltern der Meinung gewesen noch zwei Kinder in die Welt zu setzte, hätte Flo sie eigenhändig kasteiet.“ lachte er leise auf und konnte sich das leider viel zu gut vorstellen. Seine Schwester würde das aber auch ohne Probleme schaffen, nicht nur von der Willenskraft her sondern auch von dem medizinischen Verständnis, so war das nun mal wenn man seit zehn Jahren in dem Berufsfeld arbeitete.

      Bei der Frage lachte Noel wieder leise auf. „Da bin ich ja froh, dass ich nicht die einzige Person hier bin, die mit minimaler Information jemanden mit nachhause nimmt oder sich voneinander mitnehmen lässt.“ grinste er. Obwohl es war ja nochmal was anderes, den Namen seines Gegenübers nicht zu kennen, als das Alter. „Ich bin sechsundzwanzig.“ lächelte er daraufhin Jayden sanft an. „Ich glaube ich habe einfach versucht gut zu raten.“

      Bei der sehr übertriebenen Altersschätzung seitens des Studenten lachte er wieder auf. „Lass das Flo ja nicht hören, sie geht steil auf die dreißig zu und versucht alles um das nicht wahr werden zulassen.“ lachte er auf und dachte dran, dass seine ältere Schwester und er ganz schön gegenteilig waren. Das was Noel an sozialen Kontakt mied, versuchte sie zu suchen. Das Sie Noel, so wie Mona auch schon zu der einen oder anderen Party mitgeschleppt hatte war wohl offensichtlich, sie machte es einfach nur nicht so offensiv und versuchte immer Veranstaltungen rauszusuchende an denen Noel auch seinen Spaß haben könnte.

      „Wie alt bist du denn?“ Er hätte seinen gegenüber weder verhältnismäßig jünger noch älter geschätzt, vielleicht sowohl zwei Jahre in die eine als auch in die andere Richtung, obwohl, anhand von Jaydens Freunden hätte Noel den Studenten wohl eher jünger als sich selbst geschätzt. „Apropos studieren. Was studierst du überhaupt? Also ganz offensichtlich was im technischen Bereich, aber da gibt es ja einiges.“ fragte er interessiert.
    • Jayden lachte leicht. Er wurde nie in die Pläne eingeweiht, wieviele Geschwister er irgendwann haben sollte, sie kamen einfach nach und nach und es gab nichts, das er dagegen tun konnte. Aber er konnte sich sein Leben auch nicht mehr anders vorstellen.

      "Du hast richtig geraten", kommentierte er dann. "Ich bin jünger als du. Vierundzwanzig" Wenn er so darüber nachdachte, war Jay wohl auch davon ausgegangen, dass Noel älter als er war. Neben der Attitüde hatte er irgendwie etwas… weises an sich. Oder vielleicht eher… müde. Weil er zu viel von der Welt gehen hatte, oder so. Was absolut bescheuert war und sie waren beinahe gleich alt, aber Noel könnte sich definitiv besser als alter Mann verkleiden.

      "Architektur", antwortete er. "Das konntest du nicht erraten, als ich meinte, dass ich eine Stadt bauen muss?" Jayden grinste. "Ich bin jedenfalls kein Bauarbeiter. Es ist ein Modell" Er schob sich das letzte Stück seines vierten Brötchens in den Mund, trank einen Schluck Wasser nach und lehnte sich in seinem Sessel zurück. "Eigentlich interessiert mich das alles garnicht richtig, aber ich war schon immer gut in dem ganzen Zeichen Kram und das… war irgendwie das erste, das ich mir überlegt hab, und ich habs durchgezogen. Naja, nach einer… zweijährigen Findungsphase nach der Schule" Warum erzählte er das Noel bloß?

      "Und du? Wolltest du schon immer…" Jay sah sich sich übertrieben um und dann wieder zurück zu Noel. "… ein schrulliger Künstler werden?" Er schmunzelte. "Was machst du überhaupt? Ich kann das alles irgendwie nicht sinnvoll zusammenzählen. Du malst und arbeitest im Theater und… was, schminkst die Leute da? Hast du dir nicht den falschen Job gesucht, Menschenhasser?" Er lehnte sich mit einem breiten Lächeln wieder vor und stützte den Kopf in eine Hand, den Blick interessiert auf sein Gegenüber fixiert. Es sollte nicht so viel Spaß machen, sich mit ihm zu unterhalten.
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