Das Biest in dir... [Shio & Nimue]

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    • Das Biest in dir... [Shio & Nimue]

      Vorstellung *klick*
      @Nimue

      Ian

      Der Flug in Richtung Seattle war von Los Angeles aus nicht gerade lang. Knappe 3 Stunden flog man dorthin. Der Umzugswagen ist schon vor zwei Tagen los gefahren, damit alles rechtzeitig in meinem neuen Zuhause war, bevor ich ankam.
      Ich hörte Musik während des Fluges und bereitete mich mental auf meine neue Heimat vor. Ich sollte nach Forks ziehen, ein kleines Örtchen am westlichen Rand des Olympic- Nationalparks im Bundestaat Washington DC.
      Das ich einmal von einer Großstadt in eine kleine Stadt umziehen würde, hätte ich nie gedacht, doch meine Mutter bestand darauf.
      Von heute auf Morgen sollte sich mein Leben komplett ändern. Ich zog mitten im neuen Schuljahr um, das war natürlich nicht sonderlich schön. Alle Leute kannten sich und ich wäre der "Neue". Darauf hatte ich nicht wirklich Lust, doch ich wollte meine Mutter nicht enttäuschen. Sie arbeitet hart genug, da sollte sie sich nicht auch noch um mich kümmern und Sorgen machen.
      Von Seattle aus waren es dann noch knappe 3 Stunden und 45 Minuten bis nach Forks. Ich war gefühlt den halben Tag nur unterwegs.
      Gott sei Dank hatte meine Mutter schon alles in die Wege geleitet und ich wurde am Flughafen abgeholt und kam sicher in meinem neuen Zuhause an.
      Man merkte bei der Hinfahrt schon das sich die Vegetation änderte. Überall waren dicht bewachsene Wälder zu sehen. Das Wetter änderte sich von Sonne auf Regen und als wir in Forks ankamen hang ein leichter Nebelschleier über dem Städtchen. Es sah sehr mystisch aus. Man könnte hier locker einen Horrorfilm drehen oder eine Vampirromanze.
      Wir fuhren einmal durch die Stadt und bogen dann rechts ab um auf ein Grundstück zu fahren. Hier war es sehr abgelegen, doch die Ruhe tut mir sicher gut.
      Das Haus sieht sehr modern aus, strahlt durch die Holzfassade dennoch Gemütlichkeit aus. Ich gab den mir unbekannten Fahrer etwas Geld für die Fahrt und verabschiedete mich von ihm.
      Die Umzugsleute luden schon fleißig meine Kartons aus. Meine Mutter bestand darauf das ich mir alles neu kaufen sollte. Neues Leben neue Sachen, das war ihre Devise.
      Ein paar Möbel standen schon im Haus, doch mein Schlafzimmer konnte ich mir so gestalten wie ich wollte.
      Ich griff den Umzugsleuten unter die Arme, damit sie auch einmal fertig wurden. Schließlich hatten sie noch eine ganz lange Rückfahrt vor sich.
      Doch wie ich meine Mutter kenne, hat sie den Mitarbeitern schon Unterkünfte für Übernachtungen gebucht. Sie war einfach viel zu gut für alle.
      Nachdem der letzte Karton endlich aus dem Transporter gehoben wurde, bedankte ich mich bei den Männer und wünschte ihnen noch eine gute Heimreise.
      Und dann stand ich da, mit einem Karton in meinen Händen vor meinem Haus, in einer völlig fremden Stadt.
      Etwas mulmig war mir schon dabei, doch ich wollte meine Mutter stolz machen.
      Ich stellte den Karton auf die Veranda ab und setzte mich auf die Treppenstufen. Ich muss ihr Bescheid sagen das wir fertig sind und das ich heil angekommen bin.


      Spoiler anzeigen
      ´Hey Mum ich bin Heil in Forks angekommen und mit dem Umzugsunternehmen hat auch alles geklappt. Ich werde noch ein wenig die Kartons auspacken und mir noch irgendwo etwas zu essen besorgen. Ich hab dich sehr lieb`xoxo Ian


      Ich steckte mein Handy wieder in die Hosentasche und nahm den Karton in die Hand. Das Haus war von innen auch sehr schön und meine Mutter hatte einen echt guten Geschmack, was die Einrichtung anging.
      Nach und nach setzte ich mich an die Kartons um sie auszupacken. Gut das sie alle beschriftet waren, so konnte ich gleich alles verstauen ohne das hier Chaos entstand.
      Morgen würde ich mein Schlafzimmer gestalten, doch für heute war es genug.
      Als ich anschließend in die Küche ging um mir ein Glas Wasser zu holen, sah ich das am Kühlschrank ein Zettel hing. Ich schüttelte lachend den Kopf. ´Damit du mir nicht verhungerst´
      Meine Mutter hatte wirklich an alles gedacht. Ich öffnete den Kühlschrank und der war prall gefüllt mit allen was ein heranwachsender Jugendlicher so braucht.
      "Danke schön", flüsterte ich vor mich hin.
      Ich schnappte mir Wasser und nahm eine Tupperdose mit leckeren Reis, Hühnchen und Gemüse heraus und machte sie in der Mikrowelle warm. Am Kühlschrank hangen auch noch diverse Lieferanten, doch nichts ging über das selbstgemachte Essen von Mum.
      Ich nahm mein Essen mit nach Draußen, denn ich wollte diesen ersten Abend nicht im Haus verbringen. Der Regen war weg, der Nebel auch und somit schaute ich in einen wunderschönen Sternenhimmel. So ruhig konnte jeder Abend gerne sein. Ich aß in Ruhe mein Abendessen und genoss die Ruhe hier in vollen Zügen. Morgen ist erst Sonntag und somit konnte ich mich in Ruhe auf die Schule am Montag vorbereiten und das Haus weiter herrichten.

    • Wieder einmal stolperte ich wirklich unsanft in den neuen Tag. Genauer gesagt fand ich mich abermals neben meinen Bett wieder. Das war diese Woche jetzt schon das vierte Mal! Ich lag neben diesen Bett was noch nicht lang mein Eigenes war, oder... was ich noch immer nicht als Meins betrachten konnte. Vor ungefähr zwei Monaten war ich gewzungen das Haus meiner Grandma zu verlassen und es gegen dieses riesige Anwesen einzutauschen. Neben mir nannte mein Patenonkel sein Eigen und es gab auch eine handvoll Angestellte welche die Mauer mit einen Hauch Leben erfüllten. Alle versuchten mir die Umstellung so angenehm wie möglich zu machen, doch ich empfand nichts außer ein befremdliches Unbehagen und eine Form erdrückender Kälte. Vielleicht verschwand dieses Gefühl mit der Zeit, vielleicht war ich einfach voreingenomen, vielleicht schaffte ich es eines Tages über meinen Schatten zu springen und endlich mein Zimmer einzurichten. Vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon...
      Irgendwie störte mich die Situation, irgendwie auch nicht. Nach Außen hin war es schon in Ordnung doch innerlich war ich frustriert darüber, dass ich einmal mehr das Opfer fremder Umstände geworden war. Das Andere übe mich und mein Leben bestimmten weil es besser für mich wäre, weil ich noch gar nicht damit umzugehen wusste mein Leben zu führen. Ich war siebzehn Jahre alt und durchaus dazu in der Lage für mich zu entscheiden, Dinge und ihre Konsequenzen abzuwägen. Sicherlich war ich nicht unfehlbar doch meiner Grandma sei Dank ein ganz anständiger Mensch geworden. Seufzend stand ich von den auf. Hier auf den alten Teppich zu liegen und mich selbst zu betrauern brachte mich nicht weiter. Wenn ich schon so unsanft aus den Schlaf gekracht bin konnte ich auch aufstehen.

      Es war ein Tag wie jeder Anderer, auch wenn es ab und an ein paar Abweichungen gab, wie mein plötzlicher Umzug so schlich sich doch erschreckend schnell eine Monotonie ein. Wie üblich war mein Patenonkel schon längst auf und schon im Morgengrauen wer weiß wo hin verschwunden. Wie sonst liefen die selben Mensch durch die Flure dieses Anwesens um ja auf die Minute genau ihrer immer gleich Arbeit nach zu gehen. Es war der gleiche freundlich Smalltalk. Nach den Frühstück packte ich das Nötigste in meinen Rucksack. Mein Händy, Kopfhörer, Kaugummi mit Chiligeschmack, mein Skizzenbuch, ein paar Haargummis und Portemonnaie. Anschließend zog ich mir den roten Mantel meiner Mutter über und machte mich auf den Weg zur Arbeit. Während der Regen auf meinen Schirm prasselte und ich versuchte mir einen Kopfhörer ins Ohr zu stecken viel mir schnell etwas auf. Etwas das Anders war! "....Umzugswagen?" Für einen Augenblick blieb ich stehen. Ungläubig folgten meinen Augen den Fahrzeugen. Wer zur Hölle zog freiwillig nach Forks?! Ich hatte den Gedanken gerade formuliert als mir erneut ein Seufzer heraus rutschte. Kopfschütteln wand ich mich ab um weiter meiner Wege zu gehen. Das war alles nicht mein Business. Das ging mich Alles gar nicht an, was mich sehr wohl etwas anging war jedoch ob ich zu spät zur Arbeit kam oder nicht. Ich hatte heute schon genug herum geträumt. Es war Samstag also sollte heute gut zu tun sein. Auch wenn das Wetter hier selten einladender war alls bewölkt zu sein. Noch dazu stand heute eine Geburtstagsfeier an. Die Zeit sollte also gut rum gehen. Wahrscheinlich würde ich mich nach der Arbeit noch so gut es ging herum treiben, nur um nicht zurück in das Heim meines Patenonkels zu müssen. Zumindest nicht bis er auch wieder daheim war. Zwar hatten wir zur Zeit sehr unterschiedliche Ansichten aber selbst wenn ein eigentlich kultiviertes Tischgespräch auf Augenhöhe in einer hitzigen Diskussion endete, war mir das viel lieber als in diesen riesigen Gebäude allein zu sein.
    • Ian

      Es wirkte so ruhige hier, beinahe empfand ich diese Stille als unangenehm, doch vielleicht musste ich mich erst einmal daran gewöhnen. In LA ging es turbulenter zu und ab und zu haben mich diese ganzen Menschen genervt.
      So ein Großstadtleben war nicht für jeden gemacht. Ich bin dankbar dafür das ich eine gute Erziehung genossen habe. Als Alleinerziehende Mutter war es sicher nicht immer einfach mit mir. Doch laut meiner Mum war ich immer ein Sonnenschein und kam immer wieder schnell auf die Beine, wenn ich mal krank gewesen war.
      Ich wurde zwar von vorne bis hinten von ihr verwöhnt, doch so ein egoistisches Arschloch der die Nase bis oben trägt, bin ich trotzdem nicht geworden.
      Ich liebte alles an Mum. Ich wünschte nur das manche Menschen genau so wären wie sie.
      Es wird nicht einfach sein hier alleine zurecht zu kommen Ein Umzug in ein neues Leben war für niemanden leicht. Doch ich hatte Biss und ich bin auch nicht auf den Mund gefallen.
      Ich hoffte nur das die Bewohner hier hilfsbereit waren, gerade zu den „Neuen“.
      Doch das musste ich selbst herausfinden.
      Alles zu seiner Zeit.
      Erst einmal genoss ich den Abend und dachte daran was die nächsten Tage so auf mich zu kommt.
      Der erste Schultag war sicherlich hart. Ich als der Neue und vorfallen der Fremde, würde das Gesprächsthema Nummer eins werden.
      Gott sei dank stach ich nicht so aus der Masse heraus. Ich war eher unscheinbar für die Meisten und das sollte auch so bleiben.

      Wenige Stunden später ging ich zurück ins Haus, schloss die Tür ab und räume die Tupperdose weg.
      Die warme Dusche tat gut und ich legte mich nach dem Zähneputzen auf mein Bett.
      Meine Augen fielen zu und ich schlief wie ein Murmeltier.
      Ich träume die Nacht von einem Engel der mich durchs Leben begleitete.
      Was man in der ersten Nacht im neuen zu Hause träumte, das würde wahr werden. Ich glaubte zwar nicht an sowas doch mein inneres Gefühl sagte mir etwas anderes.

      Der nächste Tag brach an und ich setzte mich gleich an die restlichen Kartons. Schließlich wollte ich nicht den ganzen Tag damit verbringen mein Haus einzurichten.
      Ich wollte Forks ein wenig kennenlernen.
      Es war heute wieder bewölkt und laut dem Wetterbericht würde es am Nachmittag regnen. Super, dachte ich.
      Das einräumen meiner Habseligkeiten gelang mir spielend leicht und auch mein Schlafzimmer nahm Gestalt an.
      Ein paar Poster verzierten die Wände und hier und da stand ein Sportpokal. Ich liebte Sport und ich hoffte inständig das es in der Schule außerschulische Aktivitäten gab. Sport war wie den Kopf frei zu bekommen.
      Er tat nicht nur den Körper gut sondern auch der mentalen Gesundheit. In LA konnte ich überall joggen gehen und es gab dort einige Fitnessstudios. So etwas gibt es hier mit Sicherheit nicht, aber davon wollte ich mich selbst überzeugen.
      Ich beeilte mich also und zog mir nach getaner Arbeit frische Sachen an.
      Mein Handy, Geldbeutel und den Schlüssel des Hauses packte ich in meine Tasche.
      Ich öffnete die Tür und trat hinaus. Bisher regnete es nicht.
      Ich schloss die Tür und lief den Weg nach unten zur Hauptstraße. Dann bin ich links ab und folgte der Straße bis ich ein paar Häuser sah.
      Irgendwann erreichte ich eine Bar die auch lecker Essen anbot. Ich steuerte drauf zu und ging hinein. Es war nicht viel los und ich setzte mich hin und bestellte Pommes, Cola und einen Burger. Es schmeckte sehr lecker. Natürlich fing es an zu regnen als ich mit essen fertig war.
      Mir blieb nichts anders übrig als abzuwarten bis es aufhörte. Doch das tat es nicht…
    • Annalena

      Das rhythmische Viebrieren meines Handys riss mich quälend aus einer traumlosen Nacht. Zu meiner Überraschung wachte ich diesen Morgen in meinen Bett auf. Ein Umstand der gerade in der letzten Zeit meiner Zwangsverfrachtung immer häufiger wurde. Bei meiner Großmutter war mir das fast nie passiert. Sonst begann der Tag abermals gewohnt eintönig. Selbst das Wetter war genauso mies wie am Vortag. Zum Glück hatte ich keine Frühschicht. Noch immer vom Schlaf leicht benommen rieb ich meine Stirn. Egal wie mies das Wetter war, ich kam wohl nicht drum herum vor meiner Arbeit nochmal bei meiner Großmutter vorbei zu schauen. Sonst würde sich dieser Sonntag wohl kaum von den bisherigen unterscheiden oder keine große Variation zum Vortag bieten. Hier in Forks schien die Zeit schon lang beinah still zu stehen. Doch so eintönig wie es war, alle Bürger hielten zusammen. Jeder kannte und jeder half jeden. Ein Umstand den man in den großen Weiten von Amerika wohl nicht mehr all zu oft fand. Ich seufzte schwer. Ja... vielleicht war diese merkwürdige immer gleiche Kleinstadt doch nicht so verkehrt. Allerdings gab es in diesen riesigen Land auch sicher bessere Orte. Mir reichte es an sich vollkommen aus einen Ort in dieser Welt zu haben an dem ich mich heimisch fühlte.
      Der heutige Tag ging zu meiner Verwunderung schneller rum als ich es erwartet hatte, was vorrangig an den Verhalten meiner Grandma lag. Ihr schien es ähnlich zu ergehen wie mir. Schätze wie mit den Apfel und den Baum und so... Zwar mochte sie einige Menschen in ihren neuen Umfeld und auch einige Aktivitäten sowie Anwendungen aber sonst hasste sie es. Ich konnte es ihr nur schwer verübeln. Für mich bedeutete diese Gemeinsamkeit nur leider viel Vermittlungsarbeit. Immerhin trugen die Leute ihre Klagen immer an mich heran. Nur damit ich anschließend mir Grandma Kompromisse zu verhandeln. Sie konnte mich auf ihre altn Tage wirklich auf Trapp halten. Wobei das irgendwie nur fair war, schätz ich, immerhin hatte sie mich aufgezogen seid dem meine Mutter gestorben war.

      Der nächste Morgen war ein Montag weshalb ich bereits frühs das Vergnügen mit meinen Patenonkel hatte. An manchen Tagen nahm er mich mit, auch wenn das mitunter echt peinlich war, an einigen Tagen war er früher als ich in der Schule und in ganz seltenen Fällen auch einmal später. In den letzten Tagen schien er irgendwie schon gereizt ohne dass ich etwas dafür sagen oder tun musste. Jedoch stritt er immer ab schlechte Laune zu haben, sobald ich ihn darauf ansprach weshalb sich die Autofahrt zur Schule einmal mehr sehr schweigsam anfühlte. Nicht sehr angenehm, aber sollte mir recht sein. So schnell ich konnte schnappte ich meine Sachen und lief mit einen beiläufigen "Bis später." zu meinen Spind. Er war sowas wie mein kleiner Safespace. Gestaltet mit meinen Zeichnungen, Lichterketten und Fotos meiner Freunde. Tief in meinen Gedanken und leise vor mich hin murmelnd sortierte ich die Hefter und Bücher für den Tag. "Wow, wie hat dir der Direx heute schon wieder die Laune verhagelt?" Hm? Verwundert sah ich aus den Tiefen meines Spindes hervor. Nur um um in das amüsierte Grinsen meiner besten Freundin zu sehen. "Gar nicht, ich hab einfach einen schlechten Tag." Sie begann zu kichern. "Ich weiß was, was dich vielleicht aufmuntert. Wir bekommen heute Zuwachs. Ersten Gerüchten zu Folge sehr angenehemen Zuwachs." Ich verdrehte die Augen. "Aha, die Gerüchteküche der Schülerzeitung und der Schülersprecherversammlung ist schon wieder am brodeln. ...Wow, vor der ersten Stunde schon." Schmunzelnd schloss ich meinen Spind. "Glaubst du nicht das hätte er mir gesagt? Wohlmöglich mir die Aufgabe der Fremdenführerin aufgedrückt?" Tessa zuckte mit ihren Schultern was ihre goldenen Locken zum wippen brachte. "Keine Ahnung. Vielleicht ist er so überarbeitet wenn er nie da ist und hat es einfach vergessen." Skeptisch hob ich eine Augenbraue. "Na komm. Lass uns gehen. Wir überzeugen uns lieber selbst." Mit diesen Worten hackte ich mich bei ihr ein und wir Beide schlenderten lachend zum Klassenraum.
    • Ian

      Ich hatte keine andere Wahl und musste mich diesen Mistwetter stellen. Ich bezahlte die Rechnung und ging nach Draußen. Das Wetter scheint hier wirklich unberechenbar zu sein, doch ich musste da durch. Die Stadt konnte ich auch an den anderen Tagen noch besichtigen.
      Schnell rannte ich die Straße entlang so schnell ich konnte. Als ich zu Hause ankam war ich bis auf die Boxershorts nass.
      Ich strich mir meine nassen Haare aus dem Gesicht und ging nach drinnen. Schnell zog ich meine Sachen aus und hängte sie zum Trocknen auf. Eine warme Dusche war genau das Richtige was ich gerade brauchte.
      Den Abend verbrachte ich dann auf dem Sofa mit Chips und einer Cola und sah mir Filme auf Netflix an.
      Allzulange konnte ich nicht aufbleiben, denn morgen würde ich auf eine neue Schule gehen. Yeahr.

      Am nächsten Morgen klingelte der Wecker gegen 6 Uhr. Ich fühlte mich ein wenig überfahren. Ich hätte gestern Abend nicht noch einen 2 stündigen Film schauen sollen. Doch ich wollte unbedingt wissen wie er ausging.
      Nun habe ich die Quittung. Das wird ein langer Tag werden.
      Ich zog mich an, putzte die Zähne, aß zu Frühstück, packte meinen Rucksack und alles was ich zum Überleben brauchte ein.
      Ich schwang mich auf mein Fahrrad und radelte zur Schule. Langsam wurde ich nervös. Ich musste etwas früher da sein, da ich noch zum Rektor musste, daher war ich ganz froh das noch keiner um die Zeit in der Schule war.
      Ich stellte mein Bike ab und machte es fest. Dann sah ich das große Gebäude an. Es passte zu dieser Gegend, es hatte irgendwie etwas mystisches.
      Die Eingangstür knarzte auch und ich trat in die große Eingangshalle ein. Etwas überwältigt von dem Anblick stand ich mit offenem Mund da. Ein paar Schritte die auf mich zu kamen rissen mich wieder aus den Gedanken.
      "Sie müssen Mr. Black sein?" Eine ältere Frau, schätzungsweise Anfang 50 lächelte mich an." Ich nickte und sie bat mich ihr zu folgen. Ihre Absatzschuhe hallten durch den Raum und wir kamen beim Sekretariat an. "Hier bitte nehmen sie Platz, der Rektor wird gleich bei ihnen sein." Ich tat was sie von mir wollte und setzte mich hin.
      Es dauerte wenige Minuten und der Rektor kam. "Guten Morgen. Ich bin Rektor Winston. Es freut mich das sie sich für unsere Schule entschieden haben." "Guten Morgen. Nun entschieden haben ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck dafür. Ich hatte keine andere Wahl." "Nun seien sie unbesorgt, ich denke sie fühlen sich hier wohl." Er musterte mich. "Treiben sie Sport?" "Hm? Oh ja regelmäßig." Ich war ein wenig überrascht von seiner Frage. "Perfekt." Er kramte in einer Schublade und holte einen Flyer heraus und reichte ihn mir. "Hier finden sie alle außerschulischen Aktivitäten die sie besuchen können." Ich warf einen Blick in den Flyer und war sehr angetan von dem großen Angebot der sportlichen Aktivitäten. "Ich denke hier wird etwas für sie dabei sein." Ich nickte ihm zustimmend zu. "Lesen sie es sich in Ruhe durch und in der großen Halle können sie sich eintragen." Er kramte erneuert in einem Fach herum und übergab mir meinen Spindschlüssel. "Die Spinde finden sie neben der Treppe die zu den Klassenräumen führt. Falls sie noch Fragen haben scheuen sie sich nicht. Ach das hätte ich beinahe vergessen. Ihre Klasse ist die 11A. Mrs Rosé bringt sie anschließend dorthin wenn sie alle Formulare ausgefüllt haben. Ich wünsche ihnen alles Gute." "Vielen Dank."
      Ich packte die Sachen ein die mir der Rektor gegeben hat und ging zurück zur Sekretärin. "Hier unterschreiben sie bitte dort wo die Kreuze sind." Ich tat was sie sagte. Zufrieden lächelte sie. "Sehr schön." Sie blickte auf die Uhr. "Gut junger Mann, dann wollen wir mal ihre Klasse aufsuchen." Ich schluckte denn gleich war es soweit. Ich traf auf meine neue Klasse. Schon alleine die Blicke die auf mich gerichtet waren, als wir aus dem Raum traten, empfand ich als unangenehm. Ich mochte so viel Aufmerksamkeit nicht, doch mir blieb nichts anderes übrig, als es über mich ergehen zu lassen.
      Ein paar Mädels kicherten und tuschelten als ich ihnen einen kurzen Blick zu warf. "Wow ist der süß", kam von einem blonden Mädchen.
      Ich machte mir nichts daraus. Ich war hier um mich selbst zu finden und nicht um irgendwelche Beziehungen einzugehen.
      Mrs. Rosé bog ab und dann standen wir vor dem Klassenraum. "Ich rufe sie gleich auf."
      Wenige Augenblicke später kam sie zurück und winkte mich hinein. Ich atmete mehrmals tief durch, setzte mein charmantestes Lächeln auf und ging in den Raum. Ein kleines Raunen ging durch die Klasse. "Guten Morgen ich möchte ihnen Mr. Ian Black vorstellen. Er ist ihr neuer Klassenkamerad. Bitte seien sie nett zu ihn." Mein neuer Lehrer stand von seinem Tisch auf und gab mir die Hand. "Ich freue mich sehr sie hier begrüßen zu dürfen. Nehmen sie doch bitte Platz." Mrs. Rosé verabschiedete sich und ich blickte etwas verlegen auf den Boden als ich zu dem freien Platz am Fenster ging. Ich war froh das wir Einzeltische hatten, somit konnte ich mich ausbreiten.
      Natürlich war hier auch ein wenig Getuschel aufgekommen. Vor allen bei den Mädels. Mich lies das absolut kalt. Ich packte meine Sachen aus und sah nach vorne zum Lehrer. "Pssst! Wir wollen mit den Unterricht beginnen", sprach dieser. Plötzlich war Ruhe und alle schauten nach vorne. Die ersten beiden Stunden waren Mathe und ich denke ich konnte ein wenig mit meinem Wissen glänzen. Hier und da warfen mir die restlichen Jungs böse Blicke zu. Ich war wohl das gefundene Fressen für die, doch auch das ignorierte ich. Sie sollten sich lieber nicht mit mir anlegen.

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    • Annalena

      Im Klassenraum angekommen verstummte auch schon mein Gelächter. Es schien durchaus irgendetwas an den Gerücht einen neuen Schüler im Klassenverband zu haben, zu stimmen. Die Tische waren alle etwas verrückt um noch einen weiteren samt Sitzgelegenheit in den Raum zu bekommen, natürlich alles unter Achtung der so heiligen Brandschutzregeln. Alle Mitschüler welche schon im Raum auf uns warteten tuschelten in einen beängstigenden Gleichklang. Tessa grinste mich triumphierend an. "Hmm.... wohlmöglich hast du einen Punkt." alle Zeichen standen auf Veränderung. Auch wenn es das war, was ich mir lange in Forks gewünscht hatte, war ich skeptisch wo uns diese Veränderung hinführen würde. Nachdenklich schob ich mich an den Anderen vorbei und flüchtete mich vor der brodelden Gerüchteküche auf meinen Platz. Wo ich zunächst damit begann meine Sachen auszupacken. Nur um mir zu guter letzt einen Kopfhörer ins Ohr zu stecken, meinen Zeichblock raus zu holen und eine Playlist laufen zu lassen. Das empfand ich in anbetracht des heutigen Tages spannender als den Gemurmel zu zuhören. Auch wenn Jasmin mit ihren freudigen Gekreische, dass sie den ihr wohl sehr gut gefallenden Neuen schon auf den Flur gesehen hatte, nur sehr schwer zu irgnorieren war. "Wow... was für ein Morgen. Kaum kommt ein neuer Schüler wird unser Klasse zu einer Sippe Neandertalern." Beinah wäre es lustig gewesen, wobei ich es viel mehr als traurig empfand. "Naja... zumindest ist es nur ein Strohfeuer. Der Reiz des Neuen. Das ist so wie wenn verwöhnte Kinder ein neues Spielzeug bekommen." Unzufrieden beobachtete wie sich Logan, Tesasas fester und mein geschätzter Kindergartenfreund sich mit verschränkten Armen auf meinen Tisch lehnte. Nur dami besagte Blondine sich an ihn lehnen konnte. "Hey-hey. Geht von meinen Tisch runter und zwar Beide!" Um meinen Worten Ausdruck zu verleihen pustete ich ihnen die Krümel meines Radiergummis entgegen. "Was spricht denn dagegen gemeinsam die sozialen Studien zu machen?" Damit gab ich seufzend Kleinbei. Es brachte nie wirklich etwas sich mit Logan auf Diskussionen einzulassen.

      Die sogenannten Studien wurden nach einigen Minuten sowieso unterbrochen da Mr. Johnson herein kam und mit der Drohung von zusätzlichen Hausaufgaben sowie einer unangekündigten Kurzkontrolle für erzwungene Ruhe sorgte. Natürlich begann er einfach mit seinen Unterricht, als wäre nichts passiert. So lange wir auf den Neuzugang warteten konnten wir schließlich den Stoff der letzten Stunden wiederholen. Zumindest bis die Tür des Klassenraums sich plötzlich öffenete. Herein kam zunächst nur Mrs. Rosé was für ein laut hörbares Aufatmen sorgte. Für einen Augenblick waren wir von der Algebra- Knechtschaft unseres Mathelehrers befreit. Als sie den Raum für einige Sekunden verließ um mit den Epizetrum der ganzen Aufregung wieder zu kommen stieg die Spannung spürtbar. Still kehrte ein nur um im nächsten Moment von sich selbst übertönenden Raunen auch schon wieder unterbrochen zu werden. Wiedereinmal war es Mr. Johnson der mit einer kleinen Erinnrungen an seine morgendliche Ansage für Ruhe sorgte. Normalerweise zählte ich die Minuten bis zur Frühstückspause aber heute, wäre sie eine unruhige Hölle an überschwingender Neugierde und aufkommenden Gerüchten, vielleicht wurde das Klassenzimmer auch zum Schauplatz einer Schlägerei, da unsere Primitivlinge sicherlich ihre Rangordnung neu ordnen mussten... jetzt wo der neue ihre natürlich- nicht vorhandene- Autorität in Frage stellte. Die Paralellklassen würden auf den Schulhof oder in der Mensa auch noch ihren Spaß an diesen wilden Treiben haben. Dieser Ian konnte einen schon leid tun... Neu in Forks musste wahrlich ein Albtraum sein. "Überlegst du gerade ob du freundlich zu unseren Neuzungang sein möchtest?" Hmm.... meine Freunde kannten mich wirklich zu gut. "Das sollten wir doch. Oder hast du wegen deinen permanenten Truteln mit Logan nicht zugehört Tessa?" Nur recht langsam schob ich meine Sachen beiseite damit sie sich zu mir setzten konnte. "Sie kann nichts dafür. Ich bin unwiderstehlich." Natürlich ließ der mit Sommersprossen überzogene Rotschopf nicht lange auf sich warten. Aus dem Augenwinkel sah ich zu den Neuen hinter. Gleich werden sie wohl alle über ihn herein brechen. Ich stand auf und griff nach meiner Lunchbox. "Sagt mal... ist zufällig das Büro der Schülersprecher oder von der Schülerzeitung frei?" Nachdem meine besten Freunde sich zunächst verwundert angeblickt hatten, schluckte Logan sein Bissen herunter. "Naja... der Druckvorgang läuft aber sonst... müsste er eigentlich...-" Er kam nicht dazu weiter zu sprechen da schnappte ich mir schon Tessa und zog sie mt zu den Tisch des Neuzugang. Mit etwas Nachdruck schob ich uns an den Neugierigen vorbei. Tessa verstand schnell. "Aus den Weg, offizielle Schülersprechersache!" Die Verwunderung verschaffte uns wirklich Raum, die Frage war nur wie lange. Wahrscheinlich rochen sie gleich den Braten. Verdammt! Immerhin mussten wir noch bis zur Tür. "Wenn du in Ruhe essen willst, kommst du lieber mit." bot ich den braunhaarigen Fremden an und blickte auffällig zur Tür.
    • Ian

      Die Klingel ertönte und es schienen sich alles bereit für die erste Pause zu machen. Es dauerte nicht lange und eine Scharr von Mädchen kamen auf mich zu und umzingelten meinen Tisch. Ich versuchte ihnen keine Aufmerksamkeit zu schenken, doch eine von ihnen hatte den Mut und sprach mich direkt an. "Hallo Ian." Ihr Blick sprach Bände und ihre Augen funkelten. "Hast du vielleicht Lust nach der Schule mit uns abzuhängen?" Ich sortierte meine Sachen auf dem Tisch in meinen Rucksack ein. Sie beugte sich zu mir rüber. "Wir könnten dir den Ort zeigen und ein paar Geheimverstecke." Ich blieb cool und unnahbar. "Nein danke kein Interesse." Plötzlich prustete sie los und mit einem Schlag fing sie an zu weinen, sodass die ganze Aufmerksamkeit jetzt doch auf mir lag. Einige Jungs der Klasse drängten sich an den Mädchen vorbei und einer haute mit seiner Faust auf meinen Tisch. "Was soll das? Du bis kaum mehr als 90 Minuten in dieser Schule und bringst schon das erste Mädchen zum Weinen? Was fällt dir ein? Wer bist du überhaupt?" Man sah die Zornfalte die sich zwischen seinen Augenbrauen bildete ganz deutlich. Ein Seufzen kam aus meinem Mund. "Es tut mir leid ich habe ihr nur gesagt, das ich kein Interesse an ihrem Angebot habe. Das sie urplötzlich das Weinen anfängt, konnte ich nicht ahnen." Ich zuckte mit den Schultern. Der Kerl vor mir zog mich an meinen Shirt näher zu sich heran. "Pass auf ja! Nur weil du der Neue bist hast du keine Schonfrist kapiert? Hier herrschen andere Regeln." Am liebsten hätte ich ihn meine Faust in sein Gesicht gedrückt, doch dann ertönte eine andere Stimme. "Aus den Weg, offizielle Schülersprechersache!" Der Typ lies mich los und ich zupfte mein Shirt zurecht. Da erblickten mich zwei wunderschöne große blauen Augen und wie in Trance nickte ich ihr zu. Ich schnappte meinen Rucksack und folgte den beiden aus dem Klassenzimmer, so schnell wie mich meine Füße tragen konnten.
      Völlig aus der Puste blieb ich anschließend stehen, als wir unser Ziel erreicht haben. Ich stützte mich an der Wand ab und keuchte. "Wow danke euch. Ich hatte ja keine Ahnung das hier solche Revierspielchen betrieben werden." Ich versuchte meine Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen, sich sollte wieder öfters Sport machen. Meine Kondition hat ein wenig gelitten.
      Dann drehte ich mich zu den beiden Mädels um und lächelte breit. "Ich bin Ian, aber gut das wisst ihr ja schon bereits und wer sind meine Retterinnen in der Not?"
    • Annalena

      Es war zu erwarten, das alle sofort nachdem Mr. Johnson den Raum verlassen hatte zur Hochform aufliefen. Und was da alles dabei war von versuchten sozialer Manipulation bis hin zu einer Fast-Schlägerei. Alles unter zehn Minuten! Die High School von Forks konnte ein richtiges Haifischbecken sein aber diese Phären erreichte das Eskalationslevel selten bis niemals. Dieser neue Schüler hatte irgendwas an sich .... nicht, weil er plötzlich hier aufgetaucht war, nein. Er hatte irgendwas an sich was ihm ganz klar von uns allen abgrenzte. Etwas, das ich nicht (be-)greifen konnte. Bei einigen Individuen schien es anzuziehen und bei anderen Verunsicherung auszulösen die in tooaler Ablehnung bis Aggressionn gipfelte. Zumindest auf den ersten Blick. Jetzt, sollten wir lieber schleunigst hier raus. Ich biss mir zurückhaltend auf die Lippe während ich einen Augenblick darüber nachdachte ob ich etwas dazu sagen sollte. Allerdings mischte ich mich hier schon genug ein.

      Zu meinen Glück konnten wir endlich aus den Raum verschwinden. Eilig schritten wir die Stufen zum zweiten Stock hoch, durchquerten den Flur, bogen nach links ab und - standen vor Logan der lässig an die Tür gelehnt aus seinen Termobecher schlürfte. "Naaa, auch schon da?" Sein breites Grinsen brachte mich nur dazu die Augen zu verdrehen während Tessa ihn erst einmal um den Hals fiel, um ihm ein Kuss auf die Wange zu drücken. "Sesam öffne dich?!" Versuchte ich die Tutelshow zu unterbinden und den Rotschopf dazu zu bringen die Tür aufzusperren. Was er mit einen "Ja, ja. Ist ja schon gut." auch tat. Die Zwei verschwanden in dem Raum. Bevor ich ihnen folgte blickte ich noch einmal zu den Neuzugang. Stumm aber dafür mit einen leichten Kopfbewegung lud ich ihn in uns zu folgen, wenn er wollte. Drinnen angekommen legte ich meine Tasche ab, holte mein Frühstück heraus und nahm auf den extra-breiten Fensterbrett Platz. "Ähm... gehts dir gut?" Wow, Tessa wand sich doch mal einen anderen Jungen zu als ihren Freund. Seit dem Logan mit ihr zusammen gekommen war, hatt ich zwar irgendwie eine gute Freundin gewonnen, allerdings sofern sie beieinander waren irgendwie auch zwei verloren. Wie hoffnungslos verliebt konnte man denn bitte sein? "Rettertrupp." Verbesserte Logan ihn. "Normalerweise nimmt das Chaos nicht so schnell Fahrt auf aber am besten gewöhnst du dich schnell dran oder lernst den Ganzen gekonnt aus den Weg zu gehen. Nicht jeder Kampf lohnt sich ausgetragen zu werden." Wenn ich ihn so reden hörte, erinnerte er mich an meine Grandma. Vor Lachen hätte ich mich beinah verschluckt. Wobei es nicht hieß, dass sie nicht weniger wahr waren. "Sorry Leute aber wenn ich schon mal hier bin, überprüfe ich schnell den Druckvorgang." Damit verschwand er erst einmal zu den Druckerpressen. "Das ist Logan~" begann das Goldlöckchen schwärmend mit leuchtenden Augen. "Mhmm..." versuchte ich einzulenken und schluckte rasch meinen Bissen runter. "Wenn es dir zu viel wird beachte das Getrutel gar nicht. Seit dem er von Tessa von ihren bescheuerten Schülersprecher-Treff zurück gekommen ist, befinden sich die zwei wieder in der rosa Wölkchen- Phase." Besagte Blondine seufzte übertrieben laut ehe sie Ian lächelnd einen Stuhl anbot. Sie hatte wohl entschieden meine Stichellei zu überhören. "Dir ist sicher schon ein Licht aufgegangen aber ich bin Tessa und dieser kleine Teilzeit-Muffel-" sie deutete auf mich, "Annalena." beendete ich schnell ihren Satz. Ich konnte mich ja wohl selber vorstellen.

      Nach einigen Minuten kam Logan zurück zu... naja mehr zu Tessa als zu uns aber es war nah dran. "In Forks gibt es nie was Neues, du bist aber nun einmal der Neue. Wenn du Glück hast, verlieren die Anderen das Interesse an dir sobald du nicht mehr der Neue bist. Und wenn nicht dann gibt es auch hier ganz bodenständig Individuen." Wir Mädchen stimmten ihn nickend zu. Die Uhr im Blick begann ich mit einer Hand meinen Biohefter aus meiner Tasche zu ziehen um noch einmal über das Geschriebene zu schauen. An den heutigen Tag war ich lieber vorbereitet. Wer wusste schon was heute noch passieren würde?
    • Ian

      Ich betrachtete das amüsante Schauspiel was mir geboten wurde und nahm die Einladung gerne an mich in diesen Raum zu flüchten.
      Ich hatte keine Lust das diese Typen noch ein Mal aufkreuzten und mich belästigen.
      Das eine Mädchen fragte mich sogleich ob es mir gut geht. Ich nickte nur und betrachtete den Typen der meine Aussage von eben verbesserte. "Ja.. sicher", antwortete ich ihm. Der Typ schien Logan zu sein und wie man schwer erkennen konnte war das eine Mädchen seine Freundin.. oder was auch immer.
      Dankend setzte ich mich auf den Stuhl und nahm meine Wasserflasche aus dem Rucksack. "Freut mich euch kennen zu lernen." Ich trank einen großen Schluck aus meiner Flasche und lehnte mich am Stuhl an. "Schirmt ihr die Neuen immer erst einmal von den Anderen ab, oder ist es nur bei mir so schlimm gewesen? Ich meine ich bin nichts besonderes. Nur ein normaler Typ." Lächelnd wandte ich mich den beiden Mädels zu. Insgeheim war ich gar nicht so normal, aber das ist und bleibt mein Geheimnis.
      Dieser Typ kam wenige Minuten später wieder zurück und seine Aussage machte mir ein bisschen Hoffnung. "Hoffentlich hast du recht. Ich steh nicht so auf Aufmerksamkeit."

      Neugierig blickte ich zu Annalena und musterte sie. Sie war recht hübsch und wirkte nicht so abgehoben wie andere. Doch ich wollte sie nicht all zu lange anstarren. Ich räusperte mich. "Also ähm was gibt es hier für außerschulische Aktivitäten? Ich habe zwar alle Unterlagen erhalten, doch vielleicht könnt ihr mir etwas empfehlen. Oberste Priorität hat bei mir Sport. Alles Weitere sehe ich mir gerne an."
      Ich war gespannt was die drei mir empfehlen konnten, denn ich wollte nachher nicht komplett überfordert sein von den Angeboten die es hier gibt und stundenlang wie ein Idiot vor der Tafel zum Einschreiben stehen. Das lenkt nur die Aufmerksamkeit wieder auf mich und für heute reicht es mir eigentlich schon.
    • Annalena

      Ich hoffte wirklich, dass sich die Situation in der nächsten Stunde nicht weite zu spitzte wenn wir wieder zurück kamen. Einige Tage würde es sicher dauern bis sich die Rangellei um die natürliche Rangordnung der Klassenstufe wieder eingepegelt hatte. Daher war von den ein oder anderen Vorfall nur stark aus zu gehen. "Nun..." begann Tessa kichernd, ehe ich bemerkte wie sie mich mit ihren Blick fixierte, was mich wiederum nur noch akribischer in meinen Hefter schauen ließ. "Immer ist zu viel gesagt. Du bist gerade einmal die dritte Person die unverhofft im Schuljahr dazu kommen. Die anderen Male sind auch schon ein paar Jahre her. Allein das macht dich hier sehr wohl irgendwie besonders. Normalerweise halten wir uns auch aus den größten Eskapaden heraus." Bitte, bitte rede bloß nicht weiter, Tessa verdammt! Dieser Ian würde das sicherlich völlig falsch verstehen wenn sie mt ihren ganzen Anspielungen anfing. Ich war zwar zur Zeit oft genervt oder leicht reizbar da ich bei meinen Patenonkel wohnen musste aber ich hatte auch kein Herz aus Stein. "Es war zwar die Grundschule, aber ich war ja auch mal die Neue. Das war auch nicht lustig, obwohl meine Verwandtschaft hier lebt." Versuchte ich gleich den Riegel vor zu schieben. Ihren Grinsen zu Folge war ich damit aber nur so semi-erfolgreich. "Jedenfalls hoffe aus das Beste und bereite dich auf das Schlimmste vor." Brachte sich Logan abschließend wieder ein. "Du machst das schon, musst du ja. In diesem Sinne - Willkommen in Forks." Jetzt beendeten die Zwei schon wieder ihre Sätze oder... naja, ihre Reden. Wie lästig. Jetzt erst wagte ich wieder von meinen Notizen aufzuschauen. Der Branhaarige räusperte sich gerade. Wieder wurde mir bewusst, das er irgendetwas an sich hatte... es war etwas mit seiner Ausstrahlung. Seine Mitmenschen schien darauf auf unterschiedlichste Weise zu reagieren. Viele Mädchen wurden davon angezogen, einige Jungen fühlten sich davon verunsichert, wieder Andere schien es gar nicht zu bemerken. Was ist das? Was ist Ian Blacks Geheimnis? War er sich dieser Wirkung überhaupt bewusst?

      "Naja es ist Forks, hier gibt es nicht viel mehr als anderswo. Einen Schachklub, eine Theater AG, eine Debattier-Gesellschaft, die Schülerzeitung und einzelne Sportmanschaften. Die Baseballer und die Fußballer sind solide. Die Footballer halten sich ganz gut, daher werden sie auch am meisten gefördert. Für die Mädchen gibt es da nur Cheerleader oder das Lacrosseteam. Ann war bis vor zwei Jahren mal drin." Ich schnalzte mit der Zuge. An sich hatte mir Lacrosse ja wirklich Spaß gemacht. Doch mit zunehmenden Alter wurden die anderen Mädels anstrengend. Viel zu anstrengend. "Allerdings-" begann ich mich schließlich auch wieder an der Unterhaltung zu beteiligen. "Gibt es jeder Zeit die möglichkeit unter Berücksichtigung einzelner Vorraussetzungen eine eigene AG zu gründen. Nur aus diesen Gründen gibt es die Schulband." Langsam stand ich von der Fensterbank auf, um meine Sachen wieder einzupacken. "Noch fünf Minuten. Dann müssen wir los." Es war Natürlich verlockend sich hier zu verstecken und fest zu quatschen. Aber es war auch keine Lösung. "Naaa, da freut sich aber jemand." wurde ich gleich von meinen Cousin aufgezogen der mir mit einen breiten grinsen den Ellenbogen in die Seite stieß. Ich wusste was er meinte. "So motiviert warst du doch lang nicht mehr. Was die naturwissenschaftlichen Fächer betrift." Ich rollte mit den Augen. "Langsam mit den jungen Pferden. Je schneller der Tag rum ist, desto besser. Das ist wohl in unser aller Interesse." Ich blickte in die Runde. "So, muss jemand nochmal zu seinem Spind? Oder können wir direkt zum Bio Raum?" Tessa kramte in ihrer Tasche und auch Logan machte einen kurzen Check. Ich wusste, dass ich falsche Hoffnungen in den Pärchen weckte als ich mich Ian zu wand. "Es gibt ansonsten noch in kleines Fitness Studio, Wanderwege und eine Kletterwand. Aber das sind Aktivitäten außerhalb der Schule."
    • Ian

      Das Angebot was die außerschulischen Aktivitäten betraf, ähnelte wirklich wie in jeder anderen Schule.
      Ich seufzte und lehnte mich an der Wand an. "Na gut dann schaue ich mir die sportlichen Vereine nach der Schule in Ruhe an. Das mit den Fitness Studio klingt super, das sollte ich mir auch einmal anschauen." Forks war mitten im Wald da war es natürlich klar das es genügend Wanderwege gab. Vielleicht finde ich dort auch ein paar geheime Ecken zum Trainieren.
      Das braunhaarige Mädchen holte mich aus meinen Gedanken. Ich schnappte mir ebenfalls meine Sachen. "Von mir aus kanns los gehen, auch wenn ich keine Lust auf die Hohle der Löwen habe..." Ich heftete mich an die Fersen der anderen und versuchte jeglichen Menschen aus den Weg zu gehen. Es war trotzdem sehr sportlich zum Bio Raum zu gelangen. Ich setzte mich schnell auf einen leeren Platz und versteckte mich hinter den Büchern.
      So ging es den ganzen Tag weiter.. Vielleicht sollte ich mein Aussehen ändern, damit mich keiner mehr verfolgt oder mich schief anschaut. Leider kann ich nichts für meine Gene..
      In jeder neuen Stunde wurde ich vorgestellt, dennoch war ich froh das ich die anderen an meiner Seite wusste. Doch nach der Schule war ich auf mich alleine gestellt.
      Ich ging zum Aushang für die Aktivitäten und sah das beim Fußball dringend noch jemand gesucht wird. Ich riss den Zettel ab und machte mich auf dem Weg zum Spielfeld. Gerade lief das Training schon und ich setzte mich auf die Tribüne. Oh Gott sie waren jetzt nicht sonderlich schlecht, aber es fehlte ihnen noch etwas. Oder jemand.
      Ich ging nach dem Training gleich zum Trainer und meldete mich an. "Das hört sich super an. Komm und zeig mir was du drauf hast."
      Ich zog meine Sportsachen an und flitzte durch das Training durch, als hätte ich mein ganzes Leben nichts anderes gemacht. Nach und nach kamen neugierige Schüler und beobachteten mich, machten Fotos und Videos, da ich wirklich glänzte. Auch der Trainer war sehr zufrieden mit mir. Er trommelte alle anderen Jungs zusammen. "Darf ich euch euren neuen Spieler vorstellen? Ian Black." Ich nickte allen zu. Der Trainer klatschte mir sanft auf den Rücken. "Hoffentlich wird diese Saison besser als die letzten." Ich lächelte, doch die anderen schauten mich abwertend an. Es wird nicht leicht sie alle auf meine Seite zu ziehen.

      Vollkommen erschöpft fiel ich auf mein Sofa im Haus. Das war ein echt stressiger erster Tag. ich war gespannt was die restliche Woche noch so mit sich bringt. Heute Abend würde ich noch mit Mum telefonieren und eventuell eine Runde drehen.
    • Annalena

      Die Atmosphäre im Unterricht war weiterhin angespannt und irgendwie erdrückend. Ich hatte wirklich darauf gehofft, dass sich die Lage nach den ersten Stunden Mathe und Bio allmählich entspannen würde. Zumindest schien die Zeit in den letzten drei Kursen etwas schneller zu vergehen. Um der chaotischen Stimmung zu entkommen, entschied ich mich für meine liebste Ablenkung: Musik. Ein Song lief leise in meinem Kopfhörer, und ich versank in meinen Bildern und Gedanken. Mit meinem Cousin wieder in der Nähe fühlte ich mich etwas entspannter. Tessa würde sich jetzt sicher nicht mehr darüber beschweren, wie wenig Aufmerksamkeit ich ihr schenkte – die beiden waren ohnehin mit sich selbst beschäftigt. Trotzdem brauchte ich meine halbe "Me-Time", nicht zuletzt, weil ich heute Spätschicht im Old Oak Roast hatte. Ich mochte meinen Job wirklich, obwohl gerade die Gedanken an das Anwesen meines Patenonkels und ihn selbst mich manchmal zum Seufzen brachten.

      Heute war sicherlich etwas mehr los. Immerhin war Old Oak eine der wenigen Orte an welchen die Jugend von Forks abhängen konnte. Zudem hatte unsere ganze Klassenstufe ein neues Thema zu diskutieren. "Hey!" Logans Stimme riss mich aus meinen Gedanken. "Willst du dich nicht verabschieden?" Ich antwortete den Rotschopf nur mit einen Grinsen. "Autsch... vielleicht nehm ich das persönlich." Seufzend legte ich meinen Cousin die Hand auf die Schulter. "Sorry. Ich hab eigentlich gedacht du bist mit deinen Herzblatt beschäftigt." Logan zog einen Schmollmund. "Nein, aber mit der neuen Ausgabe der Schülerzeitung. Ich würde ja heute Nachmittag vorbei schauen, aber ich bin nach den Recherchen mit einer reizenden alten Lady zum Tee verabredet." Er zwinkerte mir zu ehe er sich weg drehte. "Auch wenn sie dich mir vorzieht." Zum Abschied hob er die Hand und ich tat es ihm gleich. Wir liebten unsere Großmutter aber seit ihren Unfall war sie..... anstrengend und manchmal etwas eigenartig. Es tat gut mit dieser Situation nicht allein zu sein.

      Als ich später im Old Oak Roast ankam, empfing mich der vertraute Geruch von frischem Kaffee. Das kleine Klingeln der Tür ließ mich wissen, dass ich mich beeilen musste. Es war schon recht voll, vor allem, weil nach dem Training die Sportmannschaften hier gerne zu Gast waren.
      Während ich hinter der Theke die Bestellungen aufnahm und Kaffee zubereitete, fiel mein Blick auf eine Gruppe Jungs vom Fußballteam. Ihre Unterhaltungen waren irgendwie anders als sonst. Ich hörte immer wieder das Wort "Neuer". Offenbar drehte sich alles um Ian. "Also, was der Neue da abgezogen hat, war echt nicht schlecht." hörte ich Jemanden bewundernd sagen. Ein Anderer grinste in seine Tasse- "Der Trainer war echt überrascht. Hätte ich dem nicht zugetraut." Nun war ich doch tatsächlich etwas hellhörig geworden und lauschte immer mal als ich am Nebentisch die Gläser abräumte. "Vielleicht gibt das neue Motivation fürs nächste Spiel." warf noch Jemand ein und die Jungs lachten. Es schien, als hätte Ian tatsächlich eine Lücke im System gefunden. Ein kleines Lächeln stahl sich billigend über meine Lippen. Nach nur einem Tag so anerkannt zu werden, war beachtlich. "Nicht schlecht, Sunnyboy" flüsterte ich leise. Doch ich wusste auch, dass es neben Euphorie und Spannung auch Neid gab. Wo Licht ist, gibt es eben auch Schatten. Bevor das Machtspielchen begann, zog ich mich lieber hinter den Tresen zurück, wo sich das Geschirr nicht von allein wuch.

      Nach meiner Schicht öffnete ich die schwere Holztür und trat hinaus in die kühle, klare Abendluft von Forks. Die Straßen lagen still und fast ein wenig verlassen da, als sei die Zeit hier erneut stehen geblieben. Unter meinen Füßen knirschte das trockene Laub, der Geruch von feuchtem Boden lag in der Luft. Das Firmament war noch von rosig-violetten Streifen durchzogen, während die ersten Nachtlichter zaghaft aufblitzten.Ein sanfter Wind streifte durch die Gassen und ließ eine alte Laterne leise klappern. Ich zog meine Jacke enger und ließ meinen Blick über die schummerigen Fenster schweifen, die Geschichten vergangener Zeiten zu erzählen schienen. Schritt für Schritt schlenderte ich durch das verschlafene Forks, fühlte mich fast wie in einem anderen Film. Ein Film, in dem ich langsam verstehen musste, wo ich wirklich hingehörte.
    • Ian


      Ich war tatsächlich auf dem Sofa eingedöst. Als ich mein Blick auf mein Handy richtete war es schon nach 18 Uhr. "Mist", murmelte ich. Ich holte fix eine Tupperdose aus dem Kühlschrank und stellte sie in die Mikrowelle. Ich schnappte mir mein Handy und tippte auf Mam´s Nummer. Es dauerte nicht lange und sie nahm ab. "Ian? ist alles in Ordnung? Wie geht es dir mein Schatz?"
      Ich lehnte mich an die Küchentheke und atmete vorsichtig aus. "Mir geht es gut. Es war nur ein sehr anstrengender erster Tag für mich gewesen." Ich konnte hören wie meine Mutter ausatmete. "Gott sei dank. Ich hatte schon Angst das dir alles zu viel wird." Ich schüttelte den Kopf. "Nein ich bin doch schon groß und auch wenn ich hier alleine bin wurde ich durch ein paar Mitschüler in Empfang genommen." Sie quietschte am anderen Ende der Leitung vergnügt auf. "Bin ich froh. Mein Herz ist jetzt wesentlich erleichtert. Ich habe schon den ganzen Tag auf deinen Anruf gewartet und bin fast vor Sorge umgekommen." Ein Lächeln zupfte an meinen Mundwinkeln. "Das Sofa hat mich vorhin eingenommen. Ich habe heute bei der Fußballmannschaft beim Training mitgemacht und der Trainer hat mich sofort ins Team aufgenommen. Die Jungs haben nicht schlecht gespielt, aber irgendwas hat da noch gefehlt und ich hoffe das ich das fehlende Puzzelstück bin." Die Mikrowelle gab ein ping von sich und ich nahm die Tupperdose vorsichtig heraus. Während ich eine Gabel aus der Schublade nahm und mich wieder aufs Sofa setzte. "Das klingt doch super. Ich bin richtig stolz auf dich. Und gibt es in der Schule auch süße Mädchen?"
      Ich zuckte bei der Frage zusammen. Räuspernd legte ich die Gabel zur Seite. "Ich denke schon..." Meine Mutter gab nicht locker. "Du denkst schon?" Dann schoss mir das Bild von Annalena in den Kopf. "Jetzt spann mich nicht so auf die Folter."
      "Ja es gibt da ein Mädchen, aber ich habe sie heute erst kennengelernt und kann nicht viel über sie sagen. Sie ist sehr hübsch ja und ist eine Schülersprecherin." "Oh das ist doch gut. Vielleicht findest du ja Anhang und sie kann dir ein wenig hier in Forks helfen."
      "Nein Mum ich komme schon klar. Ich bin hier um mich selbst zu finden und nicht irgendeinen Mädchen hinterher zu laufen wie ein räudiger Hund es t-ut.. " Ich brach mitten im Satz ab. "Ian? Hör mir zu, Ich weiß das eine schwere Zeit auf dich zukommt, aber du musst mir eins versprechen. Lass alle Gefühle zu die auf dich zu kommen, lebe dein Leben, genieße deine Jugend und mach nicht die gleichen Fehler wie ich ok?" Nickend stimmte ich ihr zu auch wenn sie es nicht sehen konnte.
      "Und jetzt geh raus in die Welt und lass dir nicht von deiner Mutter deine wertvolle Zeit klauen. Melde dich ab und zu Mal ja? Ich habe dich ganz dolle lieb." "Ich habe dich auch sehr lieb." Dann legte sie auf. Sie hatte ja Recht, doch ich weiß wie schwer ist ist wenn man anders ist. Doch solange ich mein Geheimnis für mich behalten konnte war es doch gut.

      Nachdem ich gegessen hatte packte ich die Sachen in die Spülmaschine und zog mir einen Hoodie mit Kapuze über und zog meine Laufschuhe an. Ich musste schließlich weiter an meiner Ausdauer üben um beim Fußball weiter mitzuhalten.
      Ich lief also die Straßen durch Forks und es war wirklich schon so spät das alle Bordsteine hochgeklappt waren. Keine Menschenseele war zu sehen. Ich bog um eine Straßen Ecke und krachte beinahe mit jemanden zusammen. Bis ich merkte wer es war. "Oh tut mir leid ich habe dich nicht gesehen." Annalena stand vor mir. "Wieso bist du so spät noch hier draußen unterwegs? Macht es dir keine Angst so alleine hier herumzulaufen?" Ich zog die Kapuze von meinem Kopf und sah sie fragend an.
    • Annalena

      Noch immer streifte ich durch die Straßen während sich die Dämmerung weiter über Forks legte. Die Luft war kühl und roch nach feuchter Erde, morschem Holz und dem ersten Anflug von Herbst. Ein seltsamer Frieden lag über der Kleinstadt. Es fühlte sich an, als würde die Zeit hier einfach stillstehen. Jeder Atemzug war so langsam und bewusst, dass ich das Gefühl hatte, in einem Film zu sein, der in Zeitlupe abgespielt wurde. Immer und immer wieder. Die alten Häuser schienen Geschichten zu flüstern, die jahrzehntelang im Nebel versteckt waren. Ich kannte diese Straßen und Häuser seit meiner Kindheit, und doch sahen sie in diesem Licht verschlafen und leicht geheimnisvoll aus. Ich gab es nicht gern zu aber ich mochte die Atmosphäre.

      Ich ging extra langsam, machte Umwege, um ja nicht zurück zum Anwesen meines Patenonkels zu müssen. Die Vorstellung, in dieses kalte, leere Haus zurückzukehren, erdrückte mich. Also bog ich in die Straße meiner Großmutter ein. Ich blieb stehen und schaute zur alten, abblätternden Tür, hinter der ich viele Nächte verbracht hatte. Erinnerungen drängten sich auf, an die Zeit nach dem Tod meiner Mutter, als Grandma ihren Tee kochte und mich in Decken wickelte, während draußen der Regen gegen die Scheiben trommelte. Mein Herz wurde kurz schwer – ich schüttelte die Gedanken ab, als wäre das alles nur ein Traum. Jetzt war ich nicht bereit für einen Rückfall in die Vergangenheit.

      Zurück wollte ich jedenfalls nicht – noch nicht. Der Gedanke daran ließ mich einen weiten Umweg laufen, vorbei an verwachsenen Gärten und leeren Parkbänken. Erst als ich merkte, dass ich nicht mehr allein war, spannte sich mein ganzer Körper an. Schritte auf nassem Asphalt, ein Schatten im Laternenlicht. Mein Herz begann, schneller zu schlagen, meine Sinne schärften sich und ich war plötzlich hell wach. Ich war bereit. Also holte ich tief Luft und zog in Gedanken meine Hände nach vorn, meine Beine bereit, sich abzustossen. Ich würde mich im Ernstfall verteidigen. Dieser Schatten würde sein blaues Wunder erleben!

      Im letzten Moment, als ich mich schon zum Angriff wandte, hielt ich inne. Das war doch... Forks neuster Einwohner! Der aufsteigende Fußballstar - Ian Black. Ein halbes Lächeln huschte über sein Gesicht. "Ich hab keine Angst." sagte ich und zog eine Augenbraue leicht an. "Wieso sollte ich auch? Es ist Forks. Hier passiert nie etwas. Normalerweise." Ich sah mein Gegenüber für einen Augenblick an um ihn zu mustern. Irgendwie wirkte Ian anders als heute Vormittag in der Schule. "Außerdem..." fügte ich hinzu, meine Stimme etwas leiser, aber immer noch entschlossen "...weiß ich sehr gut, wie ich mich verteidige. Das hättest du beinah am eigenen Leib erfahren, falls du nicht rechtzeitig den Mund aufgemacht hättest." Ich gab ihm einen spielerischen Stupser, dabei spürte ich noch immer das Adrenalin in den Fingern. Schließlich schüttelte ich gedankenverloren meinen Kopf. "Eigentlich könnte ich dir genau die selbe Frage stellen, wer geht denn bitte im Einbruch der Dunkelheit noch durch ein fremde Stadt laufen?" Nun gut, noch hatten wir nicht viel auf und es gab wohl noch kaum jemanden hier der Ian besuchen würde. Vielleicht lief noch nicht mal sein Fernseher.
    • Ian

      SIe sah schon ein wenig überrascht aus und ich musste bei ihrem Gesichtsausdruck leicht schmunzeln. "Nun ja du bist ein Mädchen und da wo ich her komme sollte man nicht unbedingt alleine umherlaufen." Ich wusste noch ganz genau wie oft ich schon irgendwelchen Frauen geholfen habe, die durch Mistkerle bedrängt worden sind. Tja diese haben ihr blaues Wunder erlebt. Sie durften genau so leiden.
      Die Zeit war hart, doch jetzt bin ich hier her gekommen um mich selbst zu finden. Auch wenn ich weiß das es mir viel abverlangt.
      Annalena holte mich wieder aus meinen Gedanken. "Dann ist ja gut, man weiß nie wen man über den Weg läuft und ja ich muss mich fit halten. Schließlich steht vor dir der neue Spieler der Fußballmannschaft der Schule." Ich war schon ein wenig stolz darauf das mein Talent erkannt wurde und das gleich am ersten Tag in der neuen Schule, aber mal ganz ehrlich die Jungs sind nicht so fit, wie sie vorgeben zu sein.
      "Daher laufe ich und will mir einen Eindruck von Forks machen. Ich dachte echt nicht das ich hier noch jemanden über dem Weg laufe. Es ist sehr ruhig. Ungewohnt für mich."
      Es tut gut das ich trotzdem hier meine Ruhe habe, der Trubel in der Großstadt war auf Dauer anstrengend, doch das wollte ich ihr nicht sagen. Ich wollte sie nicht mit meinem Leben nerven und ich kannte sie noch nicht gut genug, das ich ihr irgendwas anvertrauen kann. Vertrauen war so eine Sache bei mir. Ich vertraue erst relativ spät einen Menschen. Ja ich war gebrandmarkt.. Viele Narben zieren meinen Körper von Innen. Doch durch die bin ich stärker geworden und habe jeden Tag weiter gemacht.
      Ich blickte wieder zu Annalena.
      "Also sag wo bist du so spät noch hergekommen? Ich meine so wie es aussieht hat hier nichts mehr auf."
    • Annalena

      Ich musste unwillkürlich schmunzeln, als Ian von "Mädchen" sprach, die nicht alleine herumlaufen sollten. Das mochte in anderen Gegenden wirklich so sein. Doch hier in Forks? Nein, nein, nein. "Ach so? Und du bist jetzt also nicht nur qualifizierter Star-Fußballspieler sondern auch mein persönlicher Bodyguard?" fragte ich und ließ dabei bewusst eine neckische Note in meiner Stimme mitschwingen, ehe ich belustigt grinste. "Muss ich mir jetzt Sorgen machen oder war es Glück, wir uns zufällig über den Weg gelaufen sind?" Seine Worte hatten etwas Beschützendes, fast Altmodisches – gleichzeitig aber auch eine Wärme, die mir seltsam vertraut vorkam. Und das machte mich unsicherer, als ich es je zugeben würde. Normalerweise hatte ich Menschen schnell durchschaut, ihre Absichten, ihre kleinen Schwächen – doch bei ihm… war es anders. Dieser Umstand war mir bereits heute Morgen aufgefallen und hatte mich bis in diesen Augenblick nicht los gelassen.

      Nachdenklich verschränkte ich die Arme vor der Brust, ehe ich mich sanft zu ihm nach vorn musterte – mein Gegenüber eingehender, vielleicht auch einen Augenblick zu lang, musterte. Es war einfach sonderbar, nein, er war einfach sonderbar. "Hmmm… ich werd' das Gefühl nicht los, dass du ganz schön gut hierher nach Forks passt," murmelte ich leise vor mich hin, ehe ich mich wieder aufrichtete. "Auch wenn ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, wie jemand, dem die ganze Welt offen steht, ausgerechnet nach Forks ziehen möchte." Es war nicht so, dass ich diese Stadt nicht schätzte. Forks war meine Heimat. Hier waren meine Wurzeln und doch sehnte ich mich danach, einen Ausblick über den Tellerrand zu erhaschen – nur einmal, für einen kurzen Augenblick. "Sag mal, wie war eigentlich dein erster Tag hier in Forks?" fragte ich schließlich, mit weicher Stimme. "Ich meine, gleich in die Mannschaft aufgenommen zu werden… das klingt ja, als hättest du Eindruck hinterlassen." Es überraschte mich selbst, wie sehr ich darauf brannte, seine Antwort zu hören. Vielleicht, weil es mich ablenkte von meinem eigenen Chaos – vielleicht aber auch, weil ich unbedingt verstehen wollte, was ihn so besonders machte. Wer zur Hölle war Ian Black wirklich?

      Während ich ihm zuhörte, bemerkte ich, wie die nächtliche Stille sich um uns senkte und sich sogar der Wind für einen Moment legte. Als er schließlich wissen wollte, warum ich so spät draußen war, zuckte ich fast ein wenig entschuldigend mit den Schultern. Unwillkürlich zog sich ein verspieltes Lächeln über meine Lippen. "Na, wenn du es so genau wissen willst – ich hatte eine Spätschicht im Old Oak. Und danach hab ich noch bei meiner Grandma nach dem Rechten gesehen. Ihre Pflanzen sind richtige Sensibelchen, glaub mir. Und der Briefkasten nimmt es persönlich, wenn ihn keiner beachtet." Ich spielte mit einer Haarsträhne, während ich mich leicht zu ihm hinüberlehnte. "Eigentlich wollte ich schon längst Zurück, aber irgendwie… bin ich dann doch weitergelaufen. Vielleicht war da ja irgendwo so eine seltsame Vorahnung im Spiel, dass ich heute noch einen nächtlichen Sicherheitsdienst brauchen könnte."

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    • Ian


      Sie war wirklich niedlich in ihrer Art und Weise, doch irgendwas magisches hat sie auch an sich. Ich hörte ihr zu und beantwortete ihre Fragen auch. "Warum ausgerechnet Forks? Lass mich mal nachdenken. Ich glaube meine Mutter fand das es eine gute Idee ist und ich wollte sowieso weg aus dem Stadt Leben. Da ist das hier der perfekte Ort dafür." Das ich natürlich nicht deswegen hier bin, muss sie nicht wissen. Das sollte niemand wissen und ich hoffte auch das ich es auch so gut nie zeigen werde...
      "Also der erste Tag war stressig, aber ja ich habe Eindruck hinterlassen bei dem Trainer. Seien wir mal ganz ehrlich wann haben die Jungs das letzte Spiel gewonnen? So wie es für mich aussah, ist das schon Jahre her. Und ich glaube ich passe da ganz gut rein." Sport ist für mich wie eine Droge, ich kann nicht genüg davon bekommen. Auch wenn ich nicht wie der übelste Muskelprotz aussehe, kann sich mein Körper schon sehen lassen und mein Kopf ist dadurch freier.
      Ich blickte sie überrascht an. "Oh du verdienst dir also neben bei Geld. Finde ich super. Vielleicht finde ich auch noch einen Nebenjob, aber erst einmal muss ich mich auf die Schule konzentrieren und ein paar Sachen aufarbeiten. Der Schulstoff wird mich noch lange verfolgen."
      Ich sah mich schon büffeln und pauken und stundenlang in der Bibliothek sitzen, nur damit ich über das restliche Schuljahr komme, doch da ich ein guter Lerner bin, hoffte ich das ich das alles schnell über die Bühne bekomme. Aber so ein kleiner Job wäre doch auch eine gelungene Abwechslung zu dem ganzen Alltag.
      Oder wäre es schlau von mir mich nicht gleich zu übernehmen. Schließlich war ich ja jetzt in der Fußballmannschaft. Ich habe keine Ahnung. Doch jegliche Ablenkung tut mir gut.
      Ihre plötzliche Nähe riss mich aus meinen Gedanken und ich blickte sie an. "Ein Sicherheitsdienst? Also soll ich jetzt hier deinen Bodyguard spielen? Nun gut. Dann machen wir einen Deal. Ich bringe dich sicher nach Hause und zu erzählst mir ein wenig von Forks." Ich verschränkte die Arme hinter meinem Kopf und grinste sie an. "Also die Dame, ich folge ihnen wohin sie auch gehen wollen."
    • Annalena

      Es war überraschend angenehm in den warmen aber leicht wandernden Licht der knarzenden Laterne zu stehen und sich über ganz normale Dinge zu unterhalten. Es war nicht einfach banaler Smalltalk sondern ein fließendes Gespräch um herauszufinden, wer zur Hölle Ian Black in Wahrheit war. Ich hatte fast ein wenig mein Gefühl für die Zeit vergessen, jedoch kam bald sein Angebot, mich nach Hause zu bringen. Es war nur ein Nebensatz, doch für mich änderte sich in diesem Augenblick alles. Die Wärme in meiner Brust verwandelte sich in eiskalte Beklemmung, und mein Lächeln verschwand augenblicklich aus meinen Gesichtszügen. Es war mir einfach unglaublich unangenehm, als er das vorschlug. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als er indirekt versuchte herauszufinden wo ich wohnte. Ich wollte nicht, dass er mein Wohnort sah. Dieses große, alte, viel zu einehmende Gebäude, in dem der Bürgermeister lebte. Ich wohnte doch nur bei ihm weil es meiner Grandma nicht gut ging, und ich wollte auf gar keinen Fall, dass Ian das erfuhr. Vor allem, weil es sich gerade so richtig anfühlte, dass er mich einfach als Annalena sah – nicht als die Patentochter des Bürgermeisters, nicht als jemand, der in einem gespenstischen Haus voller fremder Erwartungen lebte. Für ihn war ich nur Ann, seine Mitschülerin. Mehr nicht. Und dieses Bild wollte ich um keinen Preis zerstören.

      Hastig suchte ich nach einer Ausrede, um die Situation zu retten. "Eigentlich wollte ich noch ein bisschen durch die Gegend streifen." sagte ich, so beiläufig ich konnte, und zwang mich dabei zu einem halbwegs lockeren Tonfall. "Wenn du magst, kannst du ja mitkommen. Ich zeige dir, ein paar schöne Ecken in Forks und der Gegend. Das ist viel besser als darüber zu reden. Glaub mir, so eine Stadtführung gibt es nu ein Mal." Ich wartete kaum ab und setzte mich ganz natürlich in Bewegung. Als erstes ich begann, ihm die vertrauten Ecken zu zeigen. Ich führte ihn an die alte Steinbrücke über den Fluss, deren Geländer längst von Moos überwuchert war. "Hier komme ich oft her, wenn ich meine Ruhe brauche" erklärte ich leise während ich meine Augen schloss, um einfach nur in diesen Moment zu sein.
      Dann lenkte ich ihn zur kleinen Gasse zwischen zwei Häusern, kaum breiter als eine Armlänge, die ich immer als Abkürzung benutzte. Wir mussten uns seitlich durchquetschen, und als unsere Schultern sich dabei fast berührten, huschte mir ein nervöses ...viel zu schnelles Lachen über die Lippen. Ich nahm seine Nähe viel präsenter wahr, als ich es mir eingestehen wollte und gleichzeitig fragte ich mich, ob er das ebenso empfand oder ob es für ihn nur eine beiläufige Bewegung war.
      Wir spazierten weiter an den hohen Bäumen vorbei, die den Ortsrand säumten. Ihre Kronen wirkten fast ehrwürdig, und ich erzählte ihm eine Geschichte über eine alte Sage, dass hier früher Geister hausten. Ich wusste selbst nicht, warum ich das erwähnte, doch irgendwie wollte ich seine Reaktion sehen. Wie viel glaubte er? War er einer von denen, die alles weglachen? Oder war da ein Teil in ihm, der solche Geschichten ernst nahm? Jede seiner Gesten, jede seiner Bemerkungen war für mich ein kleiner Hinweis, der mir half, Stück für Stück mehr über ihn zu erfahren. Auch zeigte ich ihm die kleine Bäckerei, die schon im Morgengrauen nach frischem Brot duftete, und den Marktplatz, der im Licht der Straßenlaternen beinahe warm und einladend wirkte. Jeder Ort, jede Bemerkung war ein Vorwand, ihn von der Richtung meiner Unterkunft fernzuhalten. Und je länger wir nebeneinander liefen, desto klarer wurde mir dass ich gerade den Bogen mächtig überspannte. Lake war sicher schon zurück und alles andere als erfreut wie lang ich heute noch aus gewesen war. Gleichzeitig wuchs in mir das Gefühl, dass diese gemeinsame Zeit genau das war was ich gebraucht hatte, da sie mir erlaubte, einen winzigen Blick hinter die Fassade von Ian Black zu werfen.

      Schließlich, als wir an einer Ecke der Hauptstraße ankamen, die mir vertraut war, aber noch weit genug von Lakes Heim entfernt lag, blieb ich abrupt stehen. Mein Herz hämmerte, als ich ihn ansah, und ich spürte, wie schwer es mir fiel, die leichte Nähe wieder von mir wegzuschieben. Jetzt musste ich doch mit der beschissenen Wahrheit raus rücken. "Ab hier gehe ich lieber allein weiter." platzte es entschlossen aus mir heraus, auch wenn meine Stimme dabei fast zu leise klang. "Mein Patenonkel ist sehr … eigen. Wenn er mich mit jemandem sieht, den er nicht kennt, dann…-" Ich brach ab und biss mir auf die Lippe, bevor ich zu viel verriet. "- je-jedenfalls ist wirklich besser so. Danke, dass du mitgekommen bist. Das war wirklich schön."
    • Ian

      Ich bemerkte das es ihr unangenehm war, das ich sie nach Hause belgeiten wollte. Aber gut ich konnte sie verstehen. Sie hat mich heute das erste Mal gesehen und dann frag ich sie gleich so etwas. Ich folgte ihr also stumm durch die Straßen und Gassen von Forks. Prägte mir jedes kleinste Detail ein und lauschte ihren Worten.
      Als wir dann stehen blieben und sie sich verabschieden wollte lächelte ich sie an. "Du brauchst dich nicht zu erklären. Es war blöd von mir dich gleich so etwas zu fragen. Schließlich kennen wir uns noch nicht so gut. Nur ich wollte sicher gehen das du heil nach Hause kommst." Ich steckte die Hände in die Hosentaschen und trat einen kleinen Stein weg. "Ich hab zu danken, für diese tolle Stadtführung." Ich lächelte sie an. "Und jetzt geh lieber nach Hause, ich möchte nicht das du noch Ärger bekommst. Ich ähm- .." Ich schluckte kurz. "Wi-r sehen uns morgen." Ich hob zum Abschied eine Hand und ging in die entgegengesetzte Richtung.
      Mein Blick ging nochmal nach hinten, doch da war sie auch schon weg. Ich schüttelte belustigend den Kopf und joggte wieder zurück nach Hause.
      Die kühle Luft tat gut und ich atmete ein paar Mal tief ein und aus, als ich mich vor meiner Haustür dehnte.
      Nach einer erfrischenden Dusche, machte ich mich noch an ein paar Aufgaben aus dem Unterricht und ging dann rechtzeitig ins Bett um morgen früh wieder fit zu sein.

      Die Sonne kitzelte auf meinem Gesicht, als ich langsam die Augen öffnete und mich einmal kräftig streckte.
      Heute schien es nicht so trüb zu werden, denn ich wusste das es in Forks weniger Sonnenstunden gab als in meiner alten Heimat.
      Ich sprang also fröhlich aus dem Bett und ging ins Badezimmer. Ich machte mir dann Frühstück und packte meinen Rucksack plus Sportklamotten. Denn heute würde ich das erste Mal so richtig beim Fußballtraining dabei sein.

      Ich hatte noch ein wenig Zeit und machte einen Abstecher zu der Bäckerei die mir Annalena gestern Abend gezeigt hatte und kaufte mir dort etwas für die Schule. Da ich noch nicht wusste wie das Cafeteria Essen schmeckte, wollte ich lieber eine Kleinigkeit als Ersatz mit haben. Es roch wirklich unglaublich gut hier drinnen und ich bestellte mir auch noch eine heiße Schokolade, bevor ich weiter zur Schule ging.
      Dort angekommen wartete schon eine kleine Traube aus Mädchen die kicherten und tuschelten. Ich ging cool an ihnen vorbei. Sie quietschten und freuten sich. Ich schüttelte nur den Kopf.
      Hier laufen genügend andere Jungs herum die um weiten besser aussahen als ich. Plötzlich prallte ich gegen eine harte Brust. Als ich nach oben sah blickte ich in dunkelbraune Augen. "Wen haben wir denn da? Ist das nicht unser neues Schoßhündchen worauf alle Mädels abfahren?" Ich zog eine Augenbraue nach oben. "Und du bist wer?" Hinter ihm traten noch zwei andere Typen hervor und verschränkten die Arme vor der Brust. "Ich bin hier der Oberboss in der Schule und ich sag dir eins mach ja keinen Ärger. Sonst bekommst du es mit mir zu tun." Provokativ knackste er mit seinen Fingern. "Hatte ich nicht vor."
      "Nun ja du bist jetzt in der Fußballmannschaft dann scheinst du ja einen guten Stand hier in der Schule zu haben. Oder haben deine Eltern den Rektor bestochen?" Ich ballte meine Hand zu einer Faust. Er sollte lieber nicht weiter über meine Familie reden, denn sonst...
      Der Typ wedelte mit der Hand vor sich herum. "Wie dem auch sei, wir haben ein Auge auf dich Neuer." Schon zogen die Drei ab.
      Ich entspannte mich und atmete ein paar Mal aus. Natürlich blieb das Ganze nicht unbeobachtet und ein paar Mitschüler schauten mich neugierig an. Gut das ich mich noch beherrschen konnte, sonst wäre es ausgeartet.

      Ich rückte meinen Rucksack wieder zurecht und ging zu meinem Spind wo ein Brief hinausfiel.
      ´Von deiner heimlichen Bewunderin´
      Ein Liebesbrief also. Wie alt waren wir 8? Ich machte den Brief auf und las ihn.
      Spoiler anzeigen
      Lieber Unbekannte,
      Du bist mir seit dem ersten Tag nicht mehr aus den Kopf gegangen und ich wünschte ich hätte den Mut dir zu sagen wie toll ich dich finde. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen weil ich nur an dich dachte. Ich hoffe das ich irgendwann den Mut finde und dich anspreche.
      xoxo M


      M? Wer zum Geier ist M? Ich warf den Brief in meinen Rucksack und machte den Spind wieder zu. Ich blickte mich um aber ich konnte unter den Mädels keins ausmachen welches mich nicht anschaute.
      Wie dem auch sei, ich habe sowieso keinen Kopf für irgendwelche Liebesbeziehungen oder Schwärmereien.
      Mein Weg führte mich zur Klasse wo wir Mathe in den ersten Stunden hatten. Ich setzte mich auf meinen Platz und legte die Sachen auf den Tisch.
    • Annalena

      Mit einem dumpfen Klatschen knallte ich meine Hand auf den großen Holztisch in der Redaktion der Schülerzeitung. Die Kaffeetassen wackelten, und Logan hob endlich, wenn auch etwas träge den Kopf von seinem Tablet. Seit 10 Minuten brüllte ich bereits meinen Frust von der Seele und er zeigte Nichts - rein gar keine Reaktion. Er hatte ja keine Ahnung, immerhin musste er nicht bei diesen Mann leben! "Du glaubst nicht, wie er gestern mit mir umgegangen ist!"platzte ich heraus. "... Er war auf 180, nur weil ich ein bisschen später nach Hause gekommen bin! Lake stand schon in der Tür wie eine verdammte Statue und hat mich angesehen, als hätte ich sonst was angestellt." Ich kannte seine kontrollierende Art und seine eiserne Strenge.... aber das gestern war anders gewesen. Für einen Sekundenbruchteil hatte er mir eine heiden Angst gemacht. Logan blinzelte schläfrig, verzog dann aber den Mund zu einem Grinsen. "Lass mich raten… der berühmte Bürgermeister-Blick? Mit diesem 'Ich sehe alles, ich weiß alles' - Gesichtsausdruck?" Ich warf ihm einen wütenden Blick zu, aber er ließ sich nicht davon abschrecken. "Und, was hat er diesmal gesagt? Dass deine Schuhe zu laut waren? Du deine Sachen endlich mal auspacken sollst? Oder dass dein Parfum verdächtig nach Revolution riecht?" Ich verdrehte die Augen. "Sehr witzig!“ fauchte ich, aber leider sehr präzise. "Statt mich überhaupt mal normal zu begrüßen, fing er gleich an mich anzufahren. Keine zwei Sekunden in der Tür, und schon ging es los." Er war strenger und abwesender als sonst. Ich stieß den Stuhl ein Stück zurück, nur um meinen Ärger zu unterstreichen. "Keine einzige normale Frage, nur misstrauische Kommentare. Ich kam mir vor wie eine Angeklagte vor Gericht. Und dann kam er auf einmal auf die blöde Idee dass ich angeblich ‚anders‘ rieche. Weißt du, was er als Nächstes wollte? Dass ich sofort dusche, um den ‚Gestank‘ abzuwaschen! Als wäre ich irgendein Streuner, der von der Straße reinkommt. Glaubt er jetzt das ich heimlich rauche oder,was?!"

      Logan lachte leise, legte den Stift seines Tablets beiseite und beugte sich leicht vor. "Annie, du bist für Mensch die dir nahe stehen manchmal wirklich wie ein offenes Buch. Lake muss dich gar nicht verhören – er sieht's dir schon auf zehn Meter Entfernung an." Dann wurde sein Blick weicher. "Aber ich verstehe dich. Es ist unfair. Du willst einfach nur du selbst sein, und er sperrt dich in diese Rolle, die du nie freiwillig gewählt hast." Ich seufzte, ließ die Schultern sinken. Logan klopfte mir sacht gegen den Arm. "Mach dir nichts draus, Ann. Sag ihm beim nächsten Mal einfach, du hast Freiheit geschnuppert. Mal sehen, wie er darauf reagiert." Ein widerwilliges Lachen entwich mir. "Du bist unmöglich." Er zwinkerte. "Aber liebenswert unmöglich, das liegt so in unserer Familie." Schließlich lehnte er sich im seinem Stuhl zurück und verschänkte seine Arme hinter den Kopf. "Sag mal… dieser geheimnisvolle Freiheitsduft – hatte der vielleicht was mit einem gewissen Ian Black zu tun?" Logan übte sich in einen unschuldigen Gesichtsausdruck, der jedoch sofort von einen listigen Grinsen zerstört wurde. "Logan!" fuhr ich ihn an, während ich hastig nach meinen Radiergummi griff und es nach ihn warf. Er hob abwehrend die Hände, grinste aber noch immer von einem Ohr zum anderen. "Hey, reine journalistische Neugier. Aber ich sag dir eins - wenn er wirklich so geheimnisvoll ist, wie du gerade klingst… dann hätten wir da eine erste Seite für die nächste Ausgabe. Von seinen Talent auf den Fußballplatz mal ganz abgesehen." Ich schlug ihm genervt sein Tablet vor die Brust "Das wagst du nicht!" Der Rotschopf seufzte tief. "Na gut" sagte er lachend und tat, als würde er schon Überschriften kritzeln." 'Ian Black – der Duft der Freiheit.' Klingt doch nach einer Story, oder?" Seine Blick kreuzte meinen und verschwand im Bruchteil einer Sekunde. "Jupe, jetzt sind wir quitt. Hast du eine Ahnung wie unattraktiv es ist wenn du deine Freundin nach zwei Wochen wieder siehst und alles was du von ihr hörst sind Lobpreisungen deiner Cousine?" Seine Stimme wurde plötzlich ruhiger, ernster. Er sah mich einen Moment lang mit diesem Blick an, der mehr meinte, als er sagte. "Weißt du, Annie ... ich hab ihn auch schon beobachtet. Ian wirkt nett, klar. Aber da ist mehr. Er hat was Geheimnisvolles an sich, so ein… schwer zu greifendes Etwas." Also stimmte es. Wenn Logan es auch wahrnehmen konnte, dann musste da was sein! Ich hatte mir das nicht eingebildet. Bevor ich etwas einwerfen konnte fuhr er fort "Ich sag's dir nur, weil ich dein Cousin bin - sei vorsichtig. Gerade in deiner Situation kannst du dir keinen Ärger leisten. Egal, wie spannend er wirkt, egal, wie sehr er dir die Welt kleiner und weniger bedrückend erscheinen lässt. Manchmal steckt hinter einer Fassade mehr, als man sehen will. Pass einfach auf und sei vorsichtig." Seine Worte hingen eine Weile unausgesprochen zwischen uns. Annie nannte er mich nur wenn wir allein waren.... wenn wir uns nah waren und vor allem... wenn dieser Quatschkopf es wirklich... wirklich verdammt ernst meinte. Grund genug diesen Rat nicht einfach so ab zu tun, also nickte ich bedächtig. "Okay, dann lass uns mal los. Du kommst sonst zu spät zu Mathe und das will weiß Gott niemand."

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