Fortune's Calling [Pumi feat. Codren]

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    • "Was ist mit ihr? Ich würde dir ja jemand sinnvollen auswählen, aber ich seh' nichts. Wenn ich mich in den Überwachungsraum schleiche, seh' ich bestimmt ein paar OP-Räume. Oder wir riskieren es und gehen dem Hubschrauber-Notfall nach? Der sah ziemlich übel aus."
      Santi drückte die Hand des Streuners. Ohne seinen Blick von der kleinen Menschenmenge zu nehmen raunte er ihm zu: "Deine Fürsorge in allen Ehren, callejero, aber jagen kann ich allein."
      Noch einmal hob er Lewis' Hand an seine Lippen und platzierte einen hauchzarten Kuss darauf. Eine Frau zu seiner Linken verzog das Gesicht. Sie war irgendwo in ihren Dreißigern, vielleicht Vierzigern. Sie war allein, keine Kinder, keine älteren Herrschaften. Sie hatte einen Ausschlag auf ihren Unterarmen. Seiner Meinung nach hätte sie damit zum Dermatologen oder Hausarzt gesollt. Perfekt.
      "Warte draußen. Rauch eine. Ich komme gleich nach."
      Er reichte Lewis sein Feuerzeug. Er wollte das hier nicht vor dem Streuner machen. Nicht, weil er sich dafür schämte, dass er es tun musste - zumindest nicht nur - sondern weil er Lewis nicht daran erinnern wollte, dass er selbst genau das Gleiche durchgemacht hatte, was diese Frau gleich erleben würde.
      Sobald Lewis verschwunden war, stand Santi auf. Auf dem Weg zu der furchtbaren Frau streifte er mit einem Finger den Nacken eines Mannes mit frischem Gipsbein. Der Mann erschauderte und starrte wie eingefroren vor sich hin. Santi fühlte sich sofort besser; die Schatten in den Ecken zogen sich zurück. Als er die Frau erreichte, tat er so, als stolperte er, wobei er gegen sie stieß. Natürlich echauffierte sich die Frau darüber.
      "Das tut mir so leid, Verzeihung!" entschuldigte sich Santi viel zu überschwänglich dafür, dass er gegen ihr Knie gestoßen war.
      Die Frau sah doch allen Ernstes angeekelt aus. Sie verdiente, wie auch immer die nächste Stunde für sie aussah. Santi stand auf und tätschelte der Frau die Schulter, wobei sein kleiner Finger ganz aus Versehen ihren Hals streifte.
      "Das tut mir jetzt weniger leid," knurrte er kaum hörbar und ließ seine Magie in diesem Bruchteil einer Sekunde vollends zuschlagen.
      Die Frau klappte sofort zusammen. Normalerweise würde Santi dafür sorgen, dass sich jemand um seine Opfer kümmerte, wenn er sie so zurückließ, aber er wollte nicht, dass diese Frau mehr Ressourcen verschwendete, als wirklich nötig war.
      Gegenüber der Frau starrte ein schwarzes Mädchen mit großen Augen zu Santi hinauf. Er zwinkerte ihr über seine Sonnenbrille hinweg zu; das Mädchen grinste. Dann schob Santi seine Brille wieder zurecht und verließ die Notaufnahme.
      Die Luft draußen war wie üblich verpestet, aber über ihm rotierten keine Suchhelikopter und die Schatten waren aus den Ecken verschwunden. Er trat von hinten an Lewis heran, sobald er den Streuner gefunden hatte, legte ihm die Hände auf die Hüften und küsste ihn in den Nacken.
      "hab ich dir eigentlich schon gesagt, wie gut dein Hintern in diesen Jeans aussieht?" raunte er gegen Lewis' haut.


    • Lewis verzog sich, schmollend, weil er nicht gebraucht wurde. Dass Santiago auch alleine jagen konnte war ihm klar, aber wenn man Lewis' Magie dabei hatte, sollte man sie doch auch nutzen. Wofür war sie denn sonst gut? Wofür sollte man auf den Komfort verzichten?
      Draußen stellte er sich etwas abseits vom Eingang und zündete sich einen Joint an. Auf dem Parkplatz weinte das Kind, dem die Brille mittlerweile runtergefallen war, und war untröstlich. Selbst Schuld, wenn man sie sich so schepps auf die Nase setzte. Hätte man doch lieber Lewis' Magie bei sich, um sowas zu verhindern. Lewis sah ein bisschen verdrießlich drein und beobachtete die Mutter dabei, wie sie das Kind zu beruhigen versuchte.
      Da legten sich zwei sehr starke Arme um Lewis' Hüfte und Lippen legten sich auf seinen Nacken. Seine Haut prickelte und Lewis vergaß ganz, dass er eigentlich mit Schmollen beschäftigt war.
      "Hab ich dir eigentlich schon gesagt, wie gut dein Hintern in diesen Jeans aussieht?"
      Santiagos dunkle Stimme jagte eine Gänsehaut über seinen Rücken. Lewis genoss für einen Moment die heißen Versprechungen, die in dem rauen Ton lagen, dann drehte er sich in Santiagos Griff um. Der Mann war jetzt wieder normal, keine gruselige Aura, die ihn umgab, und er stellte auch keine Vision von irgendwelchen Monstern dar. Lewis hob trotzdem seine Sonnenbrille an, um in sehr normale, wenn auch ungewöhnliche Bernsteinaugen zu blicken. Da grinste er, ließ die Brille zurückfallen, legte den Arm um Santiagos Nacken und blies den Rauch seines Joints durch die Nase aus.
      "Ich kann mich nicht dran erinnern. Ich weiß nur, wie gut du ihn ohne diese Jeans findest."
      Lasziv zog er an seinem Joint.
      "Zum Sterben gut."
    • "Ich kann mich nicht dran erinnern. Ich weiß nur, wie gut du ihn ohne diese Jeans findest."
      Santiago brummte, ein Lächeln auf den Lippen. Er schob seine Hände ein bisschen tiefer, bis er sie in den Hosentaschen an Lewis' Hintern verstecken konnte. Er presste den Streuner fest gegen sich.
      "Zum Sterben gut," raunte Lewis.
      "Zum Töten gut," gab Santi zurück, seine Stimme kaum hörbar über dem Verkehrslärm der Stadt.
      Er lehnte sich vor und fing Lewis in einem Kuss ein, der so lange dauerte, dass er etwas von dem Rauch abbekam, den Lewis noch in seinen Lungen hielt. Als er den Streuner wieder frei ließ, stieß er das Bisschen aus der Nase aus.
      "Lass uns abhauen," meinte er und ließ Lewis nun ganz los.
      Naja, fast. Er griff sich die gute Hand des Streuners und verschränkte ihrer beider Finger miteinander.
      "Ich hab Hunger und mein Kühlschrank ist leer. Selbst gemachte Pizza? Und während der Teig aufgeht, nehm ich dich auf der Couch durch."


    • "Besser hättest du's nicht sagen können", sagte Lewis mit einem breiten Grinsen. Beschwingt ging er mit Santiago zu seinem Auto zurück, erleichtert davon, Santiago wieder normal zu haben. Sehr erfolgreich waren sie bei dem Professor zwar nicht gewesen, aber sie würden immerhin Zugangsdaten bekommen und konnten dann alles nachlesen. Und Santiago wieder in die Augen sehen zu können, das war sein Highlight des Tages.
      Das war es zumindest so lange, bis sie bei Santiago waren, eine Pizza im Ofen schmorte und Lewis auf der Couch kniete, über die Armlehne gebeugt, ihre Kleider zwischen Küche und Wohnzimmer auf dem Boden verstreut. Da hatte er ein neues Highlight, ein sehr heißes, großes sogar, das sich gnadenlos von hinten in ihn hinein drückte. Lewis stöhnte von dem Schmerz, von Santiagos Größe, die ihn weiter öffnete, bis er das Gefühl hatte, dass es nichts mehr außer Santiago gab. Santiago und sein Schwanz, der ihn so fest gegen die Lehne drückte, dass Lewis kurz vor dem Fallen war. Er klammerte sich an die Couch und drückte Santiago seinen Hintern entgegen, als wolle er noch mehr von ihm haben. Als könne er noch mehr von ihm in sich aufnehmen. Dabei war Santiago schon so tief in ihm, dass es sich anfühlte, als würde er ihn aufspießen.
      Lewis rollte mit den Augen. Sein ganzer Körper stand in wunderbaren, berauschenden Flammen.
      "Fuck - Santi..."
      Sein eigener Schwanz war eingeklemmt, zwischen sich und der Lehne, steinhart und rot. Er wollte ihn berühren, wollte Platz dafür haben, wollte überhaupt erst rankommen, aber wenn er sich nicht festhielt, fiel er und hinter ihm war Santiago. Den Mann konnte er nicht dazu bewegen, ihm Platz zu geben - allerhöchstens mit Worten. Die er ihm dafür erfolgreich aus dem Hirn vögelte.
      "Santi... bit... fuck!"
      Sein nächster Versuch ging im Stöhnen unter.
    • Santi war ein Mann, der sein Wort gern hielt. Also tat er genau das, was er angekündigt hatte: zusammen mit Lewis kaufte er ein, dann mischte er den Teig für die Pizza zusammen. Während der friedlich vor sich hin wuchs, nahm Santi den Streuner auf dem Sofa durch. Lewis bekam eine kleine Pause, während sich Santi dem Teig wieder widmete. Sobald der wieder zurück in seinem kleinen, warmen Ofen war, kehrte Santi zurück für Runde zwei. Danach legte er gemeinsam mit Lewis den Teig aus und sie belegten ihre große Pizza, während der Ofen vorheizte. Und als die Pizza dann im Ofen war, kehrten sie zur Couch zurück. Santi hatte eine sehr große Couch und er wollte jeden Zentimeter davon auch benutzen.
      "Fuck - Santi..."
      Das war genau das, was Santi gerade tat. Gnadenlos. Ununterbrochen.
      "Santi... bit... fuck!"
      Santi beugte sich vor, presste seinen Streuner noch fester gegen seine Couchlehne, und schlang einen Arm um ihn, um seine Hand präzise um Lewis' Kehle zu legen.
      "Wie war das, callejero?" raunte er. "Ich konnte dich nicht ganz verstehen."
      Mit seiner freien Hand schlug er flach gegen Lewis' Hintern, wohlwissend, was das mit dem Streuner anstellte.
      Ein Blick über seine Schulter verriet ihm, dass sie noch ungefähr fünf Minuten hatten, bevor er die Pizza aus dem Ofen holen musste.


    • Santiago legte seine Hand von unten um Lewis' Kehle. Er drückte nicht zu, er hielt ihn einfach nur und ließ Lewis' Gewicht den Rest übernehmen. Lewis röchelte, gleichzeitig war ihm glühend heiß vor ungebändigter Lust. Er liebte es, wenn Santiago ihn so fertig machte.
      "Wie war das, callejero? Ich konnte dich nicht ganz verstehen."
      Lewis erschauderte. Santiagos Atem an seinem Ohr verschaffte ihm ein Prickeln.
      "Bitte... ich will... ow!"
      Alles in ihm zog sich zusammen, als gleißender Schmerz durch seinen Hintern zuckte. Seine Arschbacken waren bereits rot von der Behandlung, eine unermüdliche Quelle seiner Lust, die ihm durch den Körper schoss. Mittlerweile wäre er schon längst gekommen, würde die Armlehne seinen Schwanz nicht effektiv einklemmen. Lewis gab ein Geräusch von sich, das halb Stöhnen und halb Schluchzen war, und krallte sich in Santiagos Arm.
      "Lass mich... fuuck... kommen... Santi!"
      Die nächste Welle überkam ihn und wurde nicht erlöst. Er erzitterte, kratzte über Santiagos Arm und stöhnte ungehemmt auf. Sein Arsch fühlte sich roh an und Santiago beanspruchte ihn noch immer unerbittlich. Würde er ihn frei lassen, Lewis würde vermutlich alleine schon von dem Gedanken kommen.
      "Komm... schon!"
    • "Lass mich... fuuck... kommen... Santi!"
      Santi biss Lewis in den Nacken, als er spürte, wie der Streuner schon wieder viel zu nah an einem ordentlichen Orgasmus war. So leicht würde er es ihm nicht machen. Er lachte leise, als sich Lewis schon wieder beschwerte.
      "Komm... schon!"
      "Nicht, wenn du weiterhin so unhöflich bleibst."
      Er richtete sich wieder auf und zog Lewis dabei mit sich, die Hand noch immer um seiner Kehle liegend. Er brummte, als er Lewis über die Schulter zwischen die Beine blickte.
      "Hm. So bereit, loszulassen. So willig. Und doch so widerspenstig. Na komm. Du weißt, was ich hören will, callejero. Nur ein einziges, magisches Wort."
      Er griff Lewis fest im Schritt, bewegte aber weder seine Hand, noch seine Hüften.
      "Du willst doch meinen Namen schreien, oder?" raunte er Lewis ins Ohr.
      Noch drei Minuten...


    • Nicht, wenn du weiterhin so unhöflich bleibst.”
      Fuck… you!
      Santiago richtete sich und Lewis gleich mit dazu auf. Kühle Luft drang an Lewis’ Bauch und er krallte sich wieder in Santiagos Arm. Das war nicht das erste Mal, dass er die attraktive Kraft des Mannes verfluchte.
      “Hm. So bereit, loszulassen. So willig. Und doch so widerspenstig. Na komm. Du weißt, was ich hören will, callejero. Nur ein einziges, magisches Wort.”
      Was denn für ein scheiß - hnnng.
      Santiago hatte ihn am Schwanz gepackt, fest genug - aber ohne sich zu bewegen. Er hielt ihn einfach nur, seine große Hand heiß und weich. Lewis müsste einfach nur ein bisschen… ein kleines bisschen würde schon reichen…
      Er schaffte es nicht. Bei seinem Widerstand verhärteten sich Santiagos Muskeln nur noch, ohne einen Zentimeter nachzugeben. Lewis kannte dieses Spiel schon, hatte noch nie darin gewonnen, und versuchte es in seiner Frustration trotzdem immer wieder.
      "Du willst doch meinen Namen schreien, oder?”, raunte Santiago, seine Stimme heiß von Versprechungen. Lewis gab ein Geräusch von sich, auf das er nicht stolz war.
      Ja. Ja. Ich schrei ihn ganz laut. Du magst das, wenn ich das tue. Ich bin auch extra laut, versprochen. Lass mich nur… nur einmal… man!
      Lewis ließ den Kopf zurück auf Santiagos Schulter fallen, gab den Kampf für den Moment auf. Er atmete schwer, größtenteils von dem Hoch, das langsam wieder verschwand, ohne ihn jemals berührt zu haben. Ihm fiel die Pizza ein - Gott, Santiago würde ihn doch nicht einfach hier sitzen lassen, wenn sie fertig war? Fuck, das klang genau nach etwas, was Santiago tun würde. Wie lang dauerte sie noch? Lewis hatte nicht auf den Timer geachtet, er war zu sehr von Santiagos Schwanz abgelenkt gewesen.
      Er biss sich auf die Lippe.
      Fuck - bitte? Bitte lass mich kommen? Ich werd brav sein, ich versprech’s. Wirklich! Man, ist das das Zauberwort? Bitte!
    • "Ja. Ja. Ich schrei ihn ganz laut. Du magst das, wenn ich das tue. Ich bin auch extra laut, versprochen. Lass mich nur… nur einmal… man!"
      Santi wurde zur Salzsäule, weil er genau wusste, wie sehr Lewis es hasste, wenn er einfach aufhörte. Er entzog ihm einfach alles, liebkoste nicht einmal diesen äußerst attraktiven, schlanken Hals. Er machte einfach gar nichts. Und es schien zu funktionieren.
      "Fuck - bitte? Bitte lass mich kommen? Ich werd brav sein, ich versprech’s. Wirklich! Man, ist das das Zauberwort? Bitte!"
      Santi lachte leise. Jedes Mal.
      Er platzierte einen sanften Kuss auf Lewis' Kehle - er konnte sich einfach nicht davon abhalten - und strich langsam mit seinem Daumen über die Spitze von Lewis' Schritt. Das Wimmern, dass der Streuner dabei ausstieß, war zuckersüß.
      "Na geht doch," raunte er und biss Lewis in die gleiche Stelle, die er eben noch geküsst hatte.
      Gleichzeitig rammte er sich selbst so tief wie möglich in den Streuner hinein, wieder und wieder, und gab ihm damit genau das, worum er so wundervoll gebettelt hatte. Er bearbeitete den Streuner gnadenlos von beiden Seiten, trieb ihn so schnell er konnte zurück zu der Klippe. Ein nicht ganz uneigennütziges Unterfangen, da er Lewis auf dem Fuße folgte.
      "Komm für mich," keuchte Santi gegen Lewis' erhitzte Haut.
      Er selbst kam kaum eine Sekunde nachdem Lewis kam, aber er hörte nicht auf, sich zu bewegen, bis er nicht jeden noch so kleinen Tropfen aus dem Streuner herausgevögelt hatte - und aus sich selbst.
      Er zog Lewis mit sich, als er sich zur Seite auf das Sofa sinken ließ. Der Streuner wog gerade genug, dass der Druck auf seiner Brust angenehm war, selbst jetzt, wo er nach Atem ringen musste. Während sie so dalagen, ließ Santi seine Hände ein bisschen wandern. Die, die Lewis eben zur Genüge eingesaut hatte, beließ er dabei bei den Oberschenkeln seines Streuners, mit der anderen erkundete er Lewis' Oberkörper. Er ließ es sich nicht nehmen, ihn kurz in einen Nippel zu zwicken. Das folgende Quietschen quittierte er mit einem Kuss gegen Lewis' Schläfe. Wann war ihre Zweisamkeit so normal geworden? So... angenehm?
      Der Timer seines Ofens schrie nach Aufmerksamkeit. Mit einem Seufzen schob Santi den Streuner von sich, so ungern er das auch tun wollte, und stand auf. Er streckte sich kurz auf dem Weg zu seiner Küche. Ein Blick in den Ofen verriet ihm, dass die Pizzen fertig waren. Er wusch sich die Hände, dann fischte er ihr Essen aus dem Ofen und platzierte es auf zwei Pizzatellern. Noch immer vollkommen nackt servierte er Lewis dessen Pizza, bevor er sich mit seiner eigenen neben dem Streuner auf die Couch sinken ließ.
      Jetzt, wo er einen klareren Kopf hatte, ging er das Gespräch mit dem Professor gedanklich noch einmal durch, wobei er sämtliche seiner paranoiden Gedanken herausfilterte. Gedankliche Gymnastik, die er sich in seiner Kindheit schon angewöhnt hatte, um nicht komplett in der Schule unterzugehen.
      "Ich nehme mal an, du hast keine Lust, dich durch die Sache zu wühlen, die dieser Professor uns zur Verfügung stellen wird?"


    • Lewis kam mit einem Schrei, bei dem ihm kurz schwarz vor Augen wurde. Alles an ihm erzitterte, zuckte und erbebte und als Santiago kam - ein himmlisches Keuchen in Lewis' Ohr - spürte er den Mann in sich pulsieren. Er presste sich für einen Moment tief in ihn und stieß dann wieder zu. Lewis klammerte sich an ihn, bis auch die letzte Kraft aus Santiagos Hüfte gewichen war, dann ließ er sich keuchend gegen ihn fallen. Sie landeten beide auf der Couch und während die kühle Luft des Zimmers sie langsam runterbrachte, ließ Santiago seine Hände wandern. Das tat er immer nach dem Sex und es war eine Sache, die Lewis genau wie das Kuscheln zu mögen begonnen hatte. Er ließ sich auf eine Weise von ihm berühren, die ihm einst zuwider gewesen war und japste nur, als Santiago ihm unverhofft in den Nippel kniff. Dem folgte ein Kuss gegen die Schläfe und das war es dann auch schon mit den Merkwürdigkeiten. Santiago rührte sich, als der Timer vom Ofen anging und Lewis stand auf, um sich und seine Sauerei ins Bad zu retten. Er schaffte es heil hinüber, ohne einen Tropfen zu verlieren, und sprang unter die Dusche, um sich sauber zu machen. Danach schlüpfte er in eine von Santiagos Jogginghosen, die ihm gerade noch so auf dem Hüftknochen saß, und kam zurück zur Couch, wo der Mann bereits mit der Pizza wartete. Befriedigt, glücklich und neben einem nackten Mann sitzend, ließ er sich eine personalisierte, tolle Pizza schmecken.
      "Ich nehme mal an, du hast keine Lust, dich durch die Sache zu wühlen, die dieser Professor uns zur Verfügung stellen wird?", fragte Santiago.
      "Nicht ein bisschen. Ich hatte gehofft, dass der College-Boy des Hauses genug Lust für zwei hat."
      Er grinste ihn an und rutschte so tief, bis er den Pizzateller auf seiner Brust abstellen konnte. Sein Hintern tat nämlich irgendwie weh - wer hätte das gedacht.
      "Mach mal die Nachrichten an."
      Santiago gehorchte und sie aßen ihre Pizza, während Lewis quasi arbeitete. Sehr viel Aufmerksamkeit hatte er sowieso nicht dafür übrig, so wunderbar leer, wie sein Kopf war. Santiago hatte ihm höchst effektiv das Hirn rausgevögelt.
      "Ein tragisches Ereignis hat sich heute an der Central High University ergeben, wie unsere Kollegen vor Ort mitteilen", sagte der Sprecher jetzt. "Der allseits bekannte und beliebte Professor Nathaniel Harrington wurde tot in seinem Büro aufgefunden."
      Lewis verschluckte sich an seiner Pizza und begann zu husten.
      "Die Polizei wurde benachrichtigt, als ein Kollege den verspäteten Professor in seinem Büro auffand. Den Ermittlern zufolge war die Tatwaffe ein Messer."
      Das Bild änderte sich zum Campus der Universität, auf dem sie beide vor ein paar Stunden selbst noch gestanden hatten. Alles war abgesperrt und von den Studenten war keine Spur zu sehen.
      "Die Tat muss sich zwischen 2 und 4 pm ereignet haben. Studenten und Dozenten sind fassungslos."
      "Ich hatte heute Vormittag noch eine Vorlesung bei ihm. Ich kann es nicht glauben, wer würde so etwas denn tun?", sagte eine Studentin mit bleichem Gesicht. Neben ihr weinte ein Kommilitone und versteckte das Gesicht vor der Kamera.
      "Professor Harrington war ein super Professor und ein toller Mensch, ich kann mir nicht vorstellen, dass ihn jemand umbringen sollte. Das passt einfach nicht zusammen", sagte ein anderer.
      Das Bild änderte sich wieder zu einer Ansammlung von Polizeiautos, während der Sprecher weiter darüber berichtete, wie die Vermittlung vonstatten ging.
      Lewis konnte nur fassungslos zusehen.
      "Man, das gibt's nicht. Das gibt's nicht! Ich habe nichts gesehen, als wir da waren, nichts! Was sind das für Unterlagen, die er uns schicken wollte? Das kann doch kein Zufall sein, also was sind das für Unterlagen?!"
    • Santi warf den Fernseher an, dann lehnte er sich mit seiner Pizza zurück.
      "Ein tragisches Ereignis hat sich heute an der Central High University ergeben, wie unsere Kollegen vor Ort mitteilen. Der allseits bekannte und beliebte Professor Nathaniel Harrington wurde tot in seinem Büro aufgefunden."
      Santi setzte sich wieder auf und verfolgte den Bericht ganz genau. Er analysierte, was an Bildmaterial von der Szene da war, den Hintergrund in den Interviews, alles, was der Bericht ihm eben gab. Seine Pizza war vergessen.
      "Die Tat muss sich zwischen 2 und 4 pm ereignet haben."
      Sie hatten den Professor im eins abgepasst, um viertel nach zwei hätte der Mann seine nächste Vorlesung gehabt. Santi hatte extra geplant, ihn in der Mittagspause zu erwischen, damit sie genug Zeit hatten, um extra Fragen zu stellen. Aber der Mann war hektisch gewesen, hatte gemeint, er hätte einen nächsten Termin...
      "Man, das gibt's nicht. Das gibt's nicht! Ich habe nichts gesehen, als wir da waren, nichts! Was sind das für Unterlagen, die er uns schicken wollte? Das kann doch kein Zufall sein, also was sind das für Unterlagen?!"
      "Die richtigen," antwortete Santi ruhig.
      Er griff nach seinem Smartphone und wählte die Nummer, die ihn das letzte Mal mit Jericho verbunden hatte. Er machte sich keine großen Hoffnungen, dass diese Nummer noch aktiv war, aber einen Versuch war es wert. Und wenn diese Ratte so clever war, wie Santi annahm, dann sollte dieser Anruf dazu führen, dass Jericho ihn kontaktierte.
      Wie erwartet bekam er nur ein Tuten und die Nachricht, dass diese Nummer aktuell nicht vergeben war. Santi bezweifelte das.
      "Ruf deinen Bruder an," befahl Santi und stand auf. "Er soll die Augen offen halten nach allem, was anders als sonst aussieht. Und keine neuen Jobs annehmen von Leuten, die er nicht kennt."
      Apollo wusste jetzt, dass sie ihm auf der Spur waren. Der Mann nahm zwar immer noch an, dass Santi hatte, was auch immer er suchte, aber er konnte sich jetzt zusammenreimen, dass er keine Ahnung hatte, was es war. Solange dieses mysteriöse Artefakt im Museum war, war es sicher. Da rannte jetzt viel zu viel Regierung rum, um einen dritten Versuch möglich zu machen. Es machte Santi zwar nervös, dort keine Augen zu haben, aber damit musste er für den Moment leben.
      Er schlüpfte in ein paar Joggingshorts, während er darauf wartete, dass seine mamá seinen Anruf entgegennahm.
      "¡Hola, mamá!"
      "¡Hola, mi hijo! Was ist los? Wer ist gestorben?"
      Santi lachte leise, auch wenn ihm nicht wirklich danach zu mute war.
      "Niemand," entgegnete er. "Aber ich dachte mir, du und papito könntet mal wieder ein bisschen Urlaub gebrauchen."
      "Ah, pero no, mi hijo. Wir brauchen keinen Urlaub, wir machen doch gar nichts!"
      Santi hasste, was er als nächstes tun musste, aber lieber log er seine mamá kurz an, anstatt sie der Gefahr von Apollo auszusetzen.
      "¡Sí, sí! Ich habe da dieses Angebot gefunden für einen Flug nach Argentinien. Ich würde mitkommen, aber ich habe zu tun. Und du und papito wart schon so lange nicht mehr zu Hause."
      "Mi hijo, no. Wir brauchen das nicht."
      "¡Mamá! Lass mich ein guter Sohn sein!"
      Seine Mutter grummelte ein bisschen, aber er konnte das breite Lächeln auf ihrem Gesicht hören. Er hatte schon gewonnen.
      "Bueno. Aber nur, weil du mein Lieblingssohn bist."
      "Ich bin dein einziger Sohn."
      "Genau!"
      "So wie letztes Mal? Ich mach den Papierkram und sag euch wann?"
      "Ja, bitte."
      "Alles klar. Te quiero, mamá."
      "Yo también te quiero, hijo mío."
      Santi legte auf und atmete tief durch. Er musste seine Eltern so schnell wie möglich aus dem Land schaffen. Apollo hatte mehrfach bewiesen, wie weit er bereit war, zu gehen. Er konnte sich keine solche Schwäche erlauben, wenn er sich mit diesem Mann befassen wollte. Und das musste er notgedrungen. Sie konnten sich nicht ewig vor Apollo verstecken und sie konnten nicht ewig vor ihm davonlaufen.
      Santi bekam eine Textnachricht von einer unbekannten Nummer, die ihm eine weitere Telefonnummer schickte. Keine Nachricht. Er rief die Nummer an.
      "Big man! Was gibt's?" meldete sich Jericho am anderen Ende.
      "Ich brauche Zugang zu einem privaten Uniserver und du musst Skye finden."
      "Okay, hi, hallo, mir geht's super. Wie geht's dir?"
      "Jericho," knurrte Santi.
      "Ja, ja, ist ja gut, locker bleiben. Darf ich fragen warum?"
      "Apollo."
      "Oof. Immer noch?"
      "Ja, immer noch. Also?"
      "Uniserver ist ziemlich langweilig."
      "Machst du's oder nicht?!"
      "MaChsT dU's OdEr NiCht. Alter, ich bin schon drin."
      "Ich hab dir nicht mal gesagt, welche Uni."
      "Dir ist bewusst, dass ich Nachrichten gucke und durchaus zwei plus zwei rechnen kann?"
      Santi biss sich auf die Zunge, um nichts dummes zu sagen. Es würde ja sowieso nur einen weiteren Kommentar provozieren und darauf hatte er jetzt wirklich keine Lust.
      "Wonach suche ich?" fragte Jericho und Santi gab die Eckdaten weiter, die sie von dem Professor erhalten hatten. Ein schneller Blick auf sein Smartphone verriet ihm, dass Jericho ihm schon alles per mail geschickt hatte.
      "Danke."
      "Und was will ich von Skye?"
      "Finde sie einfach und sag mir, wo sie steckt. Und wie ich sie kontaktieren kann."
      "Geht klar. Und danach verschwinde ich wieder in den Urlaub?"
      "Wir wissen beide, dass du gerade im Urlaub bist."
      "Touché. Ich dachte, ich versuch's mal."
      "Du vergisst, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene."
      "Angeber. Was ist mit Lew? Soll ich den auch finden?"
      Santi wandte sich zum Sofa um, wo der Streuner noch immer saß.
      "Nein. Der ist leicht zu finden." Sein Blick fiel auf Lewis' kaputte Hand. "Außerdem glaube ich nicht, dass Apollo noch mehr von ihm will, nachdem er ihn schon so durch die Mangel genommen hat."
      "Okidoki. Ich meld mich."
      "Ja. Danke."
      Santi legte auf und warf sein Smartphone auf seinen Nachttisch. Hatte er sich vorhin nicht noch darüber gewundert, wie friedlich alles war? Verdammter Apollo!


    • Während Lewis sich weiter aufregte, stand Santiago auf und griff nach seinem Handy. Lewis hatte keine Ahnung, wie er dabei so ruhig bleiben konnte; er selbst hätte den Professor am liebsten selbst umgebracht, dafür, dass er sich hatte umbringen lassen.
      "Ruf deinen Bruder an", sagte Santiago, noch immer ruhig.
      "Mein Bruder? Wieso?"
      "Er soll die Augen offen halten nach allem, was anders als sonst aussieht. Und keine neuen Jobs annehmen von Leuten, die er nicht kennt."
      Jetzt begriff Lewis auch erst: Apollo war ihnen auf der Spur. Daher die richtigen Unterlagen.
      Lewis griff kurz nach seiner bandagierten Hand, dann kramte er sein Handy hervor. Jay ging nach zweimal Klingeln ran, so zuverlässig wie immer.
      "Was gibt's?"
      "Hey man, äh, wir haben da so ein kleines Problem am Laufen. Sei die Tage mal ein bisschen... extra vorsichtig."
      "Ein Problem? Was für ein Problem - Apollo? Und wer ist wir?"
      "Ist nichts schlimmes. Aber er hat wohl noch nicht aufgegeben."
      "Was für ein Problem, Lew? Steckst du in Schwierigkeiten? Wo bist du?"
      Lewis verzog das Gesicht und fragte sich kurz, wer hier wohl der ältere Bruder war.
      "Alles gut, wirklich. Ich bin bei Santiago und wir sind sicher. Aber du weißt wie Apollo drauf ist und ich will eben nur auf Nummer sicher gehen. Nimm keine Aufträge von irgendwem an, den du nicht kennst."
      "Mach ich nicht, sowieso nicht. Ich arbeite nur noch für Sinaloa und die geben mir Begleitschutz. Ich bin safe."
      Lewis atmete ein bisschen auf. Zumindest auf die eine Sache war Verlass: Wenn es um Drogen ging, wurden sämtliche Maßnahmen gezogen, um sie sicher von A nach B zu bringen. Jay sollte also wirklich in Ordnung sein.
      Lewis warf einen kurzen Blick zu Santiago.
      "Okay. Dann pass auf dich auf."
      "Du auch. Geht es dir wirklich gut? Soll ich dich irgendwo abholen?"
      "Nein. Mir geht's prima. Santiago hat Pizza gemacht und mir seinen Schwanz gegeben. Soll ich dir -"
      "Gott Lew, ich will das nicht hören."
      "- erzählen, wie wir auf der Couch -"
      "Nein! Halt bloß die Klappe, ich hab verstanden, dass es dir gut geht!"
      Lewis grinste.
      "Idiot."
      "Schisser."
      "Bye!"
      "Bye bye."
      Er legte auf und wandte sich dann wieder Santiago zu. Santiago hatte sich Shorts angezogen und stand zwischen Wohnzimmer und Küche, das Handy am Ohr. Allem Anschein nach hatte er Jericho erreicht.
      "Finde sie einfach und sag mir, wo sie steckt. Und wie ich sie kontaktieren kann. ...Wir wissen beide, dass du gerade im Urlaub bist. Du vergisst, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene."
      Santiago sah zu Lewis und der zeigte ihm einen Daumen nach oben. Er hatte keine Ahnung, worüber sie gerade sprachen, aber ein Daumen nach oben würde wohl passen.
      "Nein. Der ist leicht zu finden."
      Ahja. Lewis zog die Augenbrauen hoch.
      "Außerdem glaube ich nicht, dass Apollo noch mehr von ihm will, nachdem er ihn schon so durch die Mangel genommen hat."
      Das hoffte Lewis auch. Es war ein unangenehmes Gefühl, über den Ausflug nachzudenken, den er damals unternommen hatte.
      "Ja. Danke."
      Santiago legte auf. Lewis sah ihn an.
      "Dann bekommen wir die Unterlagen?"
      Santiago bestätigte und Lewis konnte aufatmen. Er fuhr sich durch die Haare.
      "Wenigstens ist er nicht umsonst gestorben, schätze ich mal. Der war ja schon... nett. Für einen Professor. Ist jetzt pauken angesagt?"

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    • "Wenigstens ist er nicht umsonst gestorben, schätze ich mal. Der war ja schon... nett. Für einen Professor. Ist jetzt pauken angesagt?"
      "Jup."
      Santi seufzte und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. Er hatte genug Geld, um sich zehnmal zur Ruhe zu setzen und immer noch Geld über zu haben für eine Yacht oder drei, und doch musste er sich jetzt wieder auf seine normale Arbeit besinnen. Er würde das Ganze genau so angehen. Es hatte ihn jahrelang durchgebracht und vor den richtigen Augen verborgen, da würde es ihn jetzt auch nicht im Stich lassen.
      Eins nach dem anderen.
      Er zog sich ein Shirt über, dann machte er sich in Windeseile über seine Pizza her.
      "Kannst du mir einen Gefallen tun und dir die Berichte zu dem Mord angucken?" bat er Lewis.
      Er brauchte alle Informationen, wie er nur haben konnte und Lewis' Magie war nun einmal perfekt für sowas. Jay hatte schon recht, ihn regelmäßig die Nachrichten checken zu lassen. Aber irgendwie fühlte es sich seltsam an, ihn darum zu beten, auch wenn es dazu da war, sie beide am Leben zu erhalten.
      Santi parkte seinen Pizzateller im Spülbecken, dann nahm er jeweils zwei Stufen auf einmal hinauf in sein kleines Loft-Büro und warf den Computer an. Er würde eine lange Nacht haben. Aber das war ja nichts Neues.

      Santi hatte einen Moment gebraucht, um sich wieder ins Fach-Chinesische rein zu lesen, aber danach hielt sein Fokus, während er sich durch dutzende Seiten wissenschaftlicher Theorien und Erklärungen über irgendwelche Artefakte fraß. Nach vieren taten ihm die Augen ein bisschen weh, also machte er eine Pause. Er legte sich zusammen mit Lewis ins Bett, bis der tief und fest schlief. Dann schälte er sich aus dessen Armen und las noch drei Arbeiten, bevor er die nächste Pause machte, in der er bewaffnet mit einem Energydrink ein paar Runden durch sein Apartment lief und seinen Eltern den Urlaub in Argentinien buchte. Es folgten drei weitere Arbeiten, die sich Santi auf der Couch durchlas, weil er nicht mehr am Schreibtisch arbeiten konnte - entsprechend schlecht sahen seine Notizen aus.
      Als die Sonne aufging, machte Santi eine weitere Pause und gönnte sich die Aussicht, für die er so viel bezahlt hatte, als er sich das Apartment gekauft hatte. Sein Hirn stand in Flammen. Er hatte bestimmt ein ganzes Semester an Artefaktkunde in einer Nacht durchgenommen - und das mit nur mäßigem Erfolg. Er war nicht einmal durch die Hälfte der Arbeiten, auf die er jetzt Zugriff hatte. Das hier würde ihn Tage kosten. Und er hatte noch nicht einmal angefangen, die Backgroundchecks der Autoren zu machen, um jemanden zu finden, der ihnen weiterhelfen konnte.
      Er schickte seiner Mutter eine Nachricht mit den Details zu ihrem Urlaub, dann legte er sich zurück zu Lewis ins Bett. Er schlang die Arme um Lewis' schlanke Hüften und vergrub sein Gesicht an Lewis' Bauch. Er würde nicht schlafen, aber seine Augen brauchten dringend eine kleine Pause vom Blinzeln und Hingucken. Er würde weitermachen, sobald Lewis aufwachte und sie gefrühstückt hatten.


    • "Kannst du mir einen Gefallen tun und dir die Berichte zu dem Mord angucken?"
      "Klar."
      Das war etwas, was Lewis tun konnte, sehr gut sogar. Und wenn er das tat, musste er sich auch keine langweiligen Forschungsprojekte ansehen. Ein win-win für ihn.
      Er sah dabei zu, wie Santiago sich in sein Loft zurückzog, dann machte er es sich zurück auf der Couch gemütlich. Den Fernseher ließ er laufen, um keine Updates zu verpassen, die eigentlichen Nachrichten öffnete er auf dem Handy. Videos um Videos von der Universität und dem Ermittlungsteam, teilweise von den Reportern, teilweise von Studenten selbst hochgeladen, genug Bildmaterial, um seine Magie ordentlich zu füttern. Mit jemand wie Jericho hätte er bis ins Büro selbst blicken können und zusehen können, wie die Leiche untersucht wurde, aber alles konnte er auch nicht haben. Er musste sich mit dem oberflächlichen zufrieden geben, was er finden konnte.
      Seine Magie sprang an, aber es dauerte, bis er sich durch alle unnützen Sachen gewälzt hatte und die richtigen Aufnahmen fand, um auch etwas interessantes zu sehen. Die Befragung eines Angestellten zum Beispiel, der den Polizisten vor Ort aufgefallen war, oder die Nachforschung eines Reporters über die Beziehungen, die der Professor gehegt hatte. Alles, was er irgendwie für nützlich hielt, gab er sofort an Santiago weiter, auch wenn es nicht viel war. Aber Lewis tat seinen Part und er achtete darauf, dass er ihn so weit ausschöpfte wie nur möglich. Er sah Nachrichten, bis seine Augen brannten und sein Kopf so sehr pochte, als würde er jeden Moment explodieren. Da rauchte er noch einen letzten Joint, ging mit Santiago ins Bett und ließ sich die Kopfhaut massieren, während er sich an die breite Brust des Mannes schmiegte. Es dauerte keine fünf Minuten, bis er eingeschlafen war und ihm auf die Haut sabberte.
      Beim Aufwachen war Santiago immernoch da - oder wieder da. Er lag wie eine Wärmflasche an Lewis' Bauch und als Lewis sich streckte, stieß er gegen seinen großen, zusammengefalteten Körper. Er schob die Decke von sich, dann fuhr er mit der Hand durch Santiagos Haare.
      "Hey. Wie läuft's? Schon irgendwelche Fortschritte gemacht?"
      Er löste seine Beine aus dem Gewirr, dass ihre Gliedmaßen dort unten veranstalteten, und schlang sie um Santiagos Oberkörper.
    • "Hey. Wie läuft's? Schon irgendwelche Fortschritte gemacht?"
      Santi brummte und versteckte sein Gesicht an Lewis' Körper.
      "Nur, wenn du schon immer mal was über Figuren Mesopotamischer Fruchtbarkeitsgötter oder neolithische Kupferarmbänder wissen wolltest."
      Er grummelte leise in Lewis' Bauch hinein. Jetzt, wo der Streuner wach war, hatte er keine Ausrede mehr, um sich nicht mit noch mehr solcher Studien zu beschäftigen. Aber es half ja alles nichts; es musste gemacht werden, wenn sie irgendwo ankommen wollten - und Apollo aus ihrem Leben streichen wollten, bevor er eben jene beendete.
      Santi hob den Kopf leicht und legte sein Kinn auf Lewis ab, damit er ihn ansehen konnte.
      "Du bist heute mein Recherchebuddy. Ich hab ein paar Namen und ich will wissen, was die heute so machen. Du musst sie nur googlen, kein Stress. Wenn ich ihre Sozialversicherungsnummer will, frag ich Jericho. Frühstück?"


    • "Über Figuren aus was? Was?"
      Fruchtbarkeit hatte Lewis noch herausgehört, natürlich, aber der Rest war in einem fremdwörtrigen Gewirr untergegangen. Zum Glück hatte er nicht die Nacht mit Recherche betrieben, denn das Thema hörte sich an, als würde es ihm mehr Kopfschmerzen bereiten als seine Magie.
      "Man, du solltest selber Professor werden, wenn du so fachsimpeln kannst."
      Santiago hob den Kopf an und legte das Kinn auf Lewis ab, was etwas kitzelte. Er wand sich, bis es wieder angenehmer war.
      "Du bist heute mein Recherchebuddy. Ich hab ein paar Namen und ich will wissen, was die heute so machen."
      "Ich kenn mich aber nicht aus mit dem ganzen Fruchtbarkeits... ich hab's schon wieder vergessen."
      "Du musst sie nur googlen, kein Stress. Wenn ich ihre Sozialversicherungsnummer will, frag ich Jericho."
      "Achso. Dann klar. Sowas kann ich."
      "Frühstück?"
      "Ja."
      Sie wälzten sich aus dem Bett und saßen ein paar Minuten später bei knusprigem Bacon an der Kücheninsel. Lewis sah Santiago aufmerksam an, während er von seinem Bacon abbiss.
      "Santiago, wieso gehst du nicht wieder aufs College, wenn das hier vorbei ist? Du könntest dich gut machen. Du hättest bestimmt einen Vorsprung, wenn du schon diese ganzen Fachbegriffe draufhast."
    • Santi rollte aus dem Bett und streckte sich auf dem Weg in die Küche. Seine erste Amtshandlung, wie so oft, war es, die Kaffeemaschine anzuschmeißen. Während die durchlief, stellte er zwei Pfannen auf den Herd und fischte Bacon und Eier aus dem Kühlschrank. Frühstück machen war einfach. Frühstück machen war friedlich. Frühstück machen war keine lebensgefährliche Schnitzeljagd nach historischen Artefakten.
      Ein paar Minuten später servierte Santi zwei perfekte Teller Bacon'n'Eggs.
      "Santiago, wieso gehst du nicht wieder aufs College, wenn das hier vorbei ist? Du könntest dich gut machen. Du hättest bestimmt einen Vorsprung, wenn du schon diese ganzen Fachbegriffe draufhast."
      Santi lachte leise.
      "College ist mehr als nur lange Worte, callejero", erwiderte er. "Aber ich hab tatsächlich schon drüber nachgedacht. Vielleicht mach ich ja ein paar Onlinekurse oder sowas. Ich kann mir ja jetzt lange genug frei nehmen, um mir einen Abschluss zu besorgen. Einen echten."
      Er hatte sich schon oft für irgendwas ausgegeben, aber das war wahrscheinlich um einiges einfacher, als sich tatsächlich zu irgendwelchen Titeln hochzuarbeiten.
      "Die Frage ist, ob ich lange genug stillsitzen kann. Meine Gewalt hab ich jetzt zwar im Griff, aber ich hab auch gelernt, dass die Welt viel interessanter ist, als ein Campus. Ich geh viel lieber Skydiving oder kletter irgendeinen Berg hoch."
      Er zuckte mit den Schultern. Er hatte zwar die Hirnzellen für ein Studium, aber nicht das Sitzfleisch. Das jetzt hielt er auch nur durch, weil er wusste, dass sein Leben davon abhing - und dass am Ende der Nervenkitzel eines riesigen, vielleicht sogar historischen Diebstahls stand. Das war die Realität über die niemand sprach: in Santis Welt war niemand nur hinter dem Geld her; die Leute suchten den Nervenkitzel. Stehlen auf diesem Level war ein Extremsport. Ein ziemlich süchtig machender.


    • Ob College wirklich mehr war als lange Worte, das wagte Lewis ziemlich zu bezweifeln. Der Professor hatte jedenfalls mit langen Worten nur so um sich geschlagen, dass einem der Kopf davon rauchte.
      "Aber ich hab tatsächlich schon drüber nachgedacht. Vielleicht mach ich ja ein paar Onlinekurse oder sowas. Ich kann mir ja jetzt lange genug frei nehmen, um mir einen Abschluss zu besorgen. Einen echten."
      "Oh ja. Du wärst wie Clark Kent, Anzug und Brille und darunter dann riesige Muskeln. Das wär super."
      Lewis grinste, hauptsächlich, weil er Santiagos Muskeln dabei betrachtete. Aber der Gedanke gefiel ihm wirklich; wenn dieses was-auch-immer-sie-momentan-hatten lange genug hielt, dann hätte er einen Studierten als Freund. Wow. Lewis hätte sich sowas niemals erträumen lassen. Er wollte auch eigentlich keinen Streber daten, wenn er darüber nachdachte - nur Santiago. Bei Santiago machte er für alles eine Ausnahme.
      "Die Frage ist, ob ich lange genug stillsitzen kann. Meine Gewalt hab ich jetzt zwar im Griff, aber ich hab auch gelernt, dass die Welt viel interessanter ist, als ein Campus. Ich geh viel lieber Skydiving oder kletter irgendeinen Berg hoch."
      "Aber schlafen tust du trotzdem wenig. Du könntest eins von diesen Abendstudien machen und tagsüber gehst du skydiven. ... Gehst du wirklich skydiven? Man, das ist schon irgendwie cool. Auf sowas bin ich ja noch nie gekommen."
      Er fischte aus seiner hergerichteten Schublade einen Joint heraus.
      "Aber erst würgen wir Apollo eins rein. Was soll ich für dich googlen?"
    • "Aber schlafen tust du trotzdem wenig. Du könntest eins von diesen Abendstudien machen und tagsüber gehst du skydiven. ... Gehst du wirklich skydiven? Man, das ist schon irgendwie cool. Auf sowas bin ich ja noch nie gekommen."
      "Es war mehr ein getarnter Airdrop mitten in der Nacht, aber das Prinzip ist das gleiche. Nur ohne GoPro am Helm. Wir können gern mal zusammen aus einem Flugzeug hüpfen."
      Santi zuckte mit den Schultern und leerte seinen Teller.
      "Aber erst würgen wir Apollo eins rein. Was soll ich für dich googlen?"
      Lewis hatte Recht: Eins nach dem anderen.
      "Ein paar Namen. Warte, ich hab eine Liste gemacht."
      Er schon sich den letzten Streifen Bacon in den Mund, dann eilte er in sein Büro, um besagte Liste zu holen. Er hatte sich alle Autoren der Arbeiten aufgeschrieben, die er bereits durchgelesen hatte. Und ein paar der Namen, die zitiert worden waren, wenn das, was zitiert wurde, denn irgendwie zielführend geklungen hatte.
      Santi drückte Lewis die Liste in die Hand.
      "Wenn wir Glück haben, dann arbeitet irgendeiner von denen in einem Feld, das uns weiterbringen kann. Du kannst alle streichen, die nicht mehr in Geschichte oder Archäologie arbeiten. Und dann will ich wissen, woran sie gerade arbeiten oder woran sie gearbeitet haben."
      Santi verkniff sich geradeso ein Lächeln, als er den kleinen Wiff von Angst aus Lewis' Richtung wahrnahm. Der Streuner war wohl wirklich allergisch gegen Lernen.
      "Kein Grund wie ein begossener Pudel zu gucken, callejero. Du musst nur eine Liste von ihren Arbeiten machen - die Titel kriegst du meistens, wenn du die Namen gogglest."
      Er schlang einen Arm um Lewis' Hüften und zog ihn eng an sich. Die Haare des Streuners waren schon wieder so wild wie sonst und er strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht.
      "Du musst die langen Worte nur aufschreiben, nicht verstehen."
      Santi lehnte sich zu Lewis hinunter und küsste ihn sanft. Dann küsste er ihn auf den Kiefer, den Hals, die Schulter.
      "Und vielleicht kannst du noch einen Blick auf die Ermittlungen werfen? Privatvideos aus dem Internet angucken?"


    • "Ein getarnter Airdrop in der Nacht?", echote Lewis und konnte gar nicht anders, als sich Santiago als eine Version von James Bond vorzustellen. Man, wie cool das war. Lewis war im Moment mächtig neidisch darauf, nicht selbst auf solche Sachen zu kommen. Hätte er mal bessere Ideen gehabt als zu kiffen und One-Night-Stands zu führen.
      Santiago zuckte mit der Schulter, als wäre das ganze nichts, dann brachte er eine Liste heran. Erst Skydiven und jetzt Recherchearbeit - Santiago wusste schon, wie man richtigen Cockblock betrieb.
      "Wenn wir Glück haben, dann arbeitet irgendeiner von denen in einem Feld, das uns weiterbringen kann."
      "Und das Feld wäre sowas wie... Archäologie?"
      "Du kannst alle streichen, die nicht mehr in Geschichte oder Archäologie arbeiten."
      "Super." Lewis stellte sich vor, dass er die Hälfte der Liste gleich kürzen konnte.
      "Und dann will ich wissen, woran sie gerade arbeiten oder woran sie gearbeitet haben."
      "Ugh."
      Damit blieb immernoch genug Arbeit übrig, um anstrengend zu werden. Darauf hatte Lewis trotz allem so gar keine Lust. In eine Bank einzubrechen war lustig, in ein Museum einzubrechen war auch schon ziemlich interessant gewesen, aber das hier? Das war ja fast schon, als wäre er selbst wieder in der Schule. Santiago sollte doch derjenige mit dem College-Abschluss werden, Lewis wollte damit nichts zu tun haben.
      "Kein Grund wie ein begossener Pudel zu gucken, callejero. Du musst nur eine Liste von ihren Arbeiten machen - die Titel kriegst du meistens, wenn du die Namen googlest."
      Lewis sah auf und blickte absichtlich noch mehr wie ein begossener Pudel, nur um seinen Standpunkt klar zu machen. Da legte Santiago den Arm um seine Hüfte und zog ihn an sich. Lewis schmiegte sich gleich an die festen Muskeln, die unter dem dünnen Shirt lauerten.
      "Du musst die langen Worte nur aufschreiben, nicht verstehen."
      "Man, nennst du mich gerade dumm?"
      Nannte Lewis sich selbst gerade dumm? Er wusste es nicht. Und Santiago gab ihm auch keine Antwort darauf, küsste ihn nur auf eine warme Weise und küsste dann weiter seinen Kiefer und seinen Hals. Lewis grummelte ein bisschen, würde sich ja wohl nicht von so ein bisschen Schnulzelei weich klopfen lassen, aber schlang dann doch den Arm um Santiagos Nacken. Als der aufhörte ihn zu küssen, brauchte er eigentlich auch keine Antwort mehr auf die Frage.
      "Und vielleicht kannst du noch einen Blick auf die Ermittlungen werfen? Privatvideos aus dem Internet angucken?", fragte Santiago ganz süß und ekelhaft. Der Kerl wusste doch ganz genau, was er hier tat, und Lewis wusste es auch ganz genau, schaute ihn deshalb finster an. Oder versuchte es zumindest, denn Santiago konnte man nicht finster ansehen, wenn er einen an sich hielt und so nahe an seinen Lippen verweilte.
      Lewis grummelte ungehalten.
      "Ich mach's. Aber nur, weil meine Magie auch mal nützlich sein kann und nicht, weil du hier einen auf romantisch machst. Klar? Okay. Und jetzt küss mich nochmal."
      Santiago küsste ihn und Lewis küsste ihn zurück, härter und mit Zähnen. Dann wäre das auch geklärt; Lewis ließ sich nämlich nicht manipulieren. Ganz sicher nicht.
      Nach dem Frühstück lümmelte er trotzdem mit Laptop und Handy auf der Couch. Auf dem Handy lief die erweiterte Version der Nachrichten mit lauter Bildmaterial, geparkt am unteren Rand des Laptops, um immer in seiner Peripherie zu sein, auf dem Laptop selbst betrieb er die Recherche. Die Liste war länger als es den Anschein machte, aber Lewis jubelte innerlich jedes Mal, wenn er jemanden googlete, der ganz offensichtlich nichts mit ihrem Bereich zu tun hatte. Ein Punkt weniger und ganz ohne Aufwand. Dafür musste er sich durch endlos langweilige und hochgestochene Wikipedia-Einträge wälzen, wenn der Betroffene doch ins Bild passte. Es war furchtbar öde. Und zwischendrin sah er sich immer mal wieder seine Knoten an, wenn seine Magie ansprang.
      Nach einer Stunde hatte er Kopfweh von seiner Magie und ihm war so fad, dass er seine Recherche aufgab und stattdessen Santiago suchen ging. Mit einem frischen Joint zwischen den Lippen präsentierte er ihm seinen Zwischenstand.
      "Schau mal, der eine Typ schreibt eine äh... Dissertation? Was soll das denn sein? Der schreibt über", Lewis kniff die Augen zusammen, "'Die rituelle Semantik peripherer Artefakte im spätmythischen Grenzraum'. ... Was? Das hat sich doch jemand ausgedacht. Wie soll der Titel denn Sinn machen?"