About gods and demons (Nimue & Kiba)

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    • Ich konnte es noch immer nicht ganz glauben. Um wirklich feiern zu können fehlte mir auch schlichtweg die Energie. Es war schon toll überhaupt wieder so weit zu kommen keine Frage - doch ich wusste, dass diese Spielchen nichts mit einen echten Kampf zu tun hatten. Bis dahin war der Weg wohl noch weit. Sanft strich ich mir den Schweiß von meiner Stirn. Jetzt galt es wohl erst einmal die restlichen Dinge langsam angehen zu lassen. Heute war auch verdammt viel passiert. Dafür das meine Tage aus im Bett verkriechen und in Selbstmitleid ertrinken bestand jedenfalls. "Hm?" Ich hatte im ersten Moment gar nicht mitbekommen, dass sich Daiki zurück verwandelt hatte. Auf seinen Glückwunsch lächelte ich nur dankbar. Für Worte fehlte mir schlichtweg noch die Atemluft. Als schloss ich mein Augen, suchte abermals meinen inneren Fokus und machte ganz langsam einige tiefe Atemzüge. Als es plötzlich Grummelte öffnete ich ein Augen. "Hä? Bitte was?" sagte ich schließlich um die Schmach für die Lulatsch möglichst klein zu halten. Das Haus hatte wohl etwas Anderes im Sinne. "Ich habe nichts gehört aber den Gerumpel im Haus zu nach hat es das schon." Es klang sogar so, als müsste ich heute nicht mehr kochen. Das hätte ich gerade aber auch nicht zustande bekommen - ein Glück! Allerdings sollte ich wohl lieber überprüfen was es da so Trieb. Wer wusste was sonst auf unseren Tellern landete? "Magst du noch hier bleiben? Oder kommst du mit rein, nachschauen was welche Scherze dem Haus heute einfallen?"
    • Naja, immerhin hat sie so getan, als habe sie es nicht gehört. Aber trotzdem war mir das wirklich unangenehm. Aber wir hatten ja auch noch nicht gefrühstückt. Irgendwie waren wir sofort zum Training gekommen und da waren wir ja recht intensiv dabei. Ich sah zum Haus rüber, in dem es klimperte und ich war mir nicht sicher, ob ich wissen wollte, was da drin abging. Andererseits was sollte ich schon hier draußen? Ich war müde und würde höchstens einnicken. Aber dafür war ich auch zu hungrig.
      "Ich komm ja schon...", murmelte ich und trottete ihr hinterher. Meine Hände waren wieder in meinen Hosentaschen und kurz stehen bleibend blickte ich noch einmal zum Felsen zurück, an dem wir eben noch trainiert hatten. Leicht lächelte ich kurz, ehe ich den endlich den Weg zum Haus antritt. Ich war mir bewusst, dass sie noch nicht stark genug war, doch war sie auf dem besten Weg dorthin. Sie nahm an Kraft zu und wurde immer besser, das Schwert zu führen und meine und ihre Kraft zu entfalten. Sie miteinander zu nutzen und für sich zu beanspruchen.
      Am Haus angekommen, folgte ich den Geräuschen und trat mit Phila zusammen ein. Allerdings herrschte hier großes Chaos und ich war mir nicht sicher, was es da wirklich machte. Unruhig sah ich meine Herrin an.
      "Mir wärs lieber, wenn du kochst.", murmelte ich und zack, bekam ich vom Haus eins übergebraten, indem es mit einem Löffel nach mir warf und meinen Kopf getroffen hatte.
      "Au!! Blödes Haus. Es ist doch wirklich so! Wie kann ein Haus drn Geschmack treffen, was wir essen wollen?"
    • Es war schon faszinierend, dieses Gemäuer hatte schon Jahrtausende miterlebt und trotzdem fielen ihm immer neue Streiche ein. Jetzt wo ich eine neue göttliche Waffe hatte war es deutlich aktiver. Kichernd blickte ich zu Daiki herüber. "Ich weiß das es nicht den Anschein macht oder bei uns Götter... dieser Tempel hat echt einen Narren an dir gefressen." Wobei dieser große Brummbär hier wohl deutlich lieber seine Ruhe wollte. Für einen Augenblick ließ ich meinen Blick durch die Eingangshalle schweifen - hier war alles normal. Von hier kam das Lärmen also nicht. "Ob du es glaubst oder nicht... aber dieses Haus kennt uns besser als du denkst." Das war etwas kompliziert zu erklären wenn Daiki nicht einmal über die göttliche Aura und deren Wirkung bescheid wusste... "Dadurch das du hier lebst gibst du etwas von deiner Energie ab, schaffst für es neue Erinnerungen. Die lagern sich in den Wänden und ist damit auch irgendwie ein Teil von dem Haus." Gerade wenn wir schliefen und träumten funktionierte dieser energetische Austausch besonders gut.
      Langsam wagte ich es den Fluren zu folgen. Als ich den Esstisch in voller Candlelight-Dinner-Montur sah seufzte ich laut. "Echt jetzt?!" Selbst in besitz all meiner Kräfte konnte ich mich nicht einfach wieder der Schwerkraft an die Decke setzen. "Hol alles sofort, möglichst ganz und nicht zerbeppert da runter! Und blass das ganze Kerzenschein-Gedöns ab, ja?! Wir... wir können die Bindung zwischen uns auch anders stärken." Grummelnd wand ich mich in die Küche. Dieser Tempel hatte Ideen.... Ich entschied mich Nichts weiter zu sagen und nur drohend in die Luft zu starten bis sich etwas tat. "....Danke." Dann folgte der provisorische Blick in die Speisekammern. Ich konnte es halt nicht lassen. Wenn sich meine göttliche Waffe wünschte das ich konnte, würde ich mich darum kümmern. Immerhin war ich Daikis Herrin. "Wie wäre es mit Pizza?" Das ging wenigstens recht zügig. Der Teig war schon angesetzt und ehrlich gesagt musste er auch bald weg.
    • Wie jetzt? Das Haus mochte mich?! Wie konnte das denn sein? Ständig war es dabei mich zu ärgern und ständig fiel ihm irgendein Blödsinn ein. Und der Löffel tat echt weh. Immer noch rieb ich mir die schmerzende Stelle.
      "Wenn das Haus mich so lieb hat, könnte es mich ja auch einfach mal schlafen lassen, anstatt mit Löffeln nach mir zu werfen." ,meinte ich noch murren, als wir rein gingen und nach dem Chaos suchten Tatsächlich hatte die olle Hütte in der Küche schön feierlich den Tisch mit Kerzen gedeckt. Ich wurde leicht rot und sah zur Seite. Meine Energie färbte auf das Haus ab? So ganz konnte ich mir das noch nicht vorstellen. Aber wenn es wirklich stimmt und die Erinnerungen an den Wänden klebten, was hatte das Haus dann schon alles mitgemacht? Und konnte man die irgendwo sehen? Wenn ich danach suchte, würde es mir die Dinge überhaupt zeigen? Ich musste zugeben, dass ich ein wenig neugierig darauf war. Wie war es zur der Zeit, als hier mehr Götter lebten und hatten sie auch Waffen?
      Ich kam wieder zu mir und inzwischen ist der Tisch wieder ganz normal gedeckt und Phila schlug vor, was wir essen konnten.
      "Ja. Klingt gut. Ist wohl am einfachsten.", murmelte ich und stand nun hilflos in der Küche rum. Ich wusste nicht so recht, was ich machen sollte und einem im Weg stehen wollte ich auch nicht. Sollte ich jetzt Hilfe anbieten? Etwas ziellos dreinblickend kratzte ich mich am Nacken.
      "Ähm... soll ich was anderes tun?"
    • Es würde wohl noch eine ganze Weile dauern bis sich der Ayakashi verstand wie der Tempel komplizierte. Bis dahin musste ich wohl vermitteln. Auch wenn es sicherlich das ein oder andere Mal anstrengend wurde, entlockte mir dieser Gedanke einen leises Schmunzeln. Leise summend holte ich den angesetzten Teig hervor. Ich musste summen denn andernfalls drohte ich ebenfalls weg zu dösen. "Hm?" Aus meinen Gedanken gerissen blinzelte ich den Großen an. "Also... du musst nicht. Aber theoretisch wäre es von Vorteil wenn jemand Holz für den Ofen holt." Für mich wäre es auch kein Problem wenn Daiki sich auf die Couch legte und ein Nickerchen machte. Sofern sein Bauch ihn schlafen ließ. Doch ich hatte das Gefühl, dass diese Freiheit für ihn unangenehm war. "Das liegt draußen an der westlichen Seite." Es müsste glaube ich auch noch gehacktes Holz in den Speicher liegen. Es musste nur genug davon in die Küche getragen werden. "Sag mal... was willst du denn auf deiner Pizza haben?"
    • Als sie sagte, dass jemand noch Holz holen müsste, fragte ich mich, warum sie mir nicht gleich sagte, dass ich Holz holen 'sollte'. Ich fragte mich, ob sie es mir nicht zutraute oder ob etwas anderes dahinter steckte. Ich hasste es, dumm herum zu stehen, also war ich froh, dass sie mir eine Aufgabe gab.
      "Sag doch gleich, dass ich es holen soll.", antwortete ich und stiefelte los, blieb aber nochmal an der Türschwelle stehen, weil sie mir eine Frage stellte.
      "Äh.... ich ähm..... denke Salami und Käse.", antwortete ich, nicht wissend, was ich darauf sonst antworten sollte. Ich lebte schon mein ganzes Leben eher schlicht und mit wenigen Dingen. Da kam ich nicht auf extravagante Sachen, was auf meine Pizza sollte.
      Ich sah sie noch einmal an und ging dann endlich los nach draußen, um das Feuerholz zu holen. Ich sah es gestapelt an der Wand, damit es trocken blieb und fing an, es auf meinem Arm zu stapeln.

      Ich war fast fertig, das Holz stapelte sich mengenweise sogar auf meiner Schulter, als sich einer der Holzstücke an der Wand zu bewegen begann. Ich wollte gerade nach es greifen, dann wich es immer mir von der Hand weg. Genervt rollte ich mit den Augen.
      "Haha, sehr witzig. Zum Totlachen. Nun gib es schon her. Der Zwerg wartet drin und ich hab auch Hunger. Nun gib. Schon. Her!", rief ich wütend und griff dann endlich nach dem Holzstück. "Blödes Haus."
      Wieder drin angekommen ging ich wieder in die Küche und sah Phila liebevoll meine Pizza belegte. Ich beobachtete sie und auf einmal kam ich mir eher wie ein altes Ehepaar vor. Ich holte Holz. Sie machte das Essen. Und am Streiten waren wir auch ständig. Ich leckte mir kurz nervös über die Lippen wegen des Gedankens und räusperte mich dann leise, um mich bemerkbar zu machen.
      "Wo soll ich es hinlegen?"
    • Ich unterdrückte ein Seufzen. Ja natürlich... das hätte ich mir denken können. Dieses Breitschwert wollte und brauchte die Befehlsform. Aber... so war ich nun mal nicht. Mit meinen letzten Ayakashi hatte ich eine sehr vertraute Bindung auf Augenhöhe. So würde ich es gern auch halten. Kolerik und Dominanz passten nicht zu mir. Sicherlich tat der Waffentyp sein übriges, doch ich hoffte doch sehr, dass der Rest Gewohnheit war. Wenn Daiki also daran gewöhnt war, bestimmt gelenkt zu werden gewöhnte er sich vielleicht auch meinen Führungsstil.
      Ich nickte stumm, während ich den Teig zügig in mehrere Teilinge aufteilte. Dann würde es einige Salami und Käse Pizzen geben.
      Behutsam, noch immer summend, zog und drehte ich den Teig. Da Salami Pizza außer Soße, der Wurst und Käse keine Zutaten benötigten war ich schnell fertig. Da ich Gemüse auf meiner bevorzugte musste ich meinen Belag vorher waschen und schneiden. Für einen kurzen Augenblick überlegte ich, ob ich nicht einfach das Haus lieb darum bat aber... schlussendlich entschied ich seufzend es selbst anzugehen.
      Als ich dann gerade mit den Pilzen fertig war stieß Daiki wieder in die Küche. "Ah! Perfekt." Grinsend wies hinter mich auf den Weidekorb neben den Ofen. "Einige... hmmm.... so ein halbes Duzend in den Ofen und den Rest da rein." Großartig. Wenn der Ofen auf Temperatur war mussten die Pizzen nur kurz ausbacken und dann konnten wir schon Essen. Bis es soweit war, wäre ich sicher mit meinen Pizzen fertig. "Sag mal...Daiki?" Ich hob meinen Blick, trockente meine Hände an einen Tuch und drehte mich herum. "Was für eine Gottheit war dein voriger Besitzer nochmal?"
    • Ich nickte und ging mit meinem Arm voller Holz zum Ofen und packte alles in die Ecke, wo es gestapelt werden sollte. Dann nahm ich sechs dieser Scheite und legte sie in den Ofen, welchen ich anzündete und zusah, dass es gut brannte. Noch immer kniete ich auf allen Vieren vor den Ofen und war damit beschäftigt, ihn schön heiß zu bekommen, als sich Phila umdrehte und mir eine Frage stellte.
      "Huh?", eigentlich dachte ich, ich hätte sie ihr schonmal beantwortet. Aber vielleicht irrte ich mich auch oder vielleicht wollte sie genauere Informationen. Ich musste kurz überlegen, wie ich ihn am besten beschreiben sollte.
      "Hm... Castor war ein ziemlich starker und mächtiger Gott. Er war sehr groß, trug einen Bart und hatte viele Muskeln. Ich glaube, die Menschen nannten so etwas Bodybuilder oder so. Als er mich fand, sah er das Potential in mir und trainierte mich. Er erklärte mir, dass er für Macht und Stärke stand und hatte keine Skrupel, dies auch zu zeigen. Er war ein offener Gott und sagte immer gerade raus was er wollte und dachte. Er beschützte die Seefahrer und ich war die Klinge, die die Anomalien tötete, die die Menschen angriffen. Wir hatten auch nie ein Haus, sondern reisten immer nur herum und ich sah schon viele Orte. Ich wusste, dass ich ihm immer blind vertrauen konnte und er immer das Richtige tat. Bevor ich zu ihm kam, nahmen mich viele immer wieder bei sich auf, aber nachdem sie gemerkt haben, dass sie mit mir nicht umgehen konnten, schmissen sie mich auch wieder weg. Nur einer nicht. Castor hatte immer an mich geglaubt. So lebte ich bei ihm und wir wurden ein gutes Team. Doch eines Tages hatten wir einen verbitterten Kampf gegen dieses Monster. Er ging sehr lange und durch einen Fehler hatte er mich als Klinge verloren. Ich sah nur noch, wie die Waffe der Anomalie auf ihn zuschnellte und seinen Oberkörper durchdrang. Ich war nicht schnell genug. Ich konnte ihn nicht beschützen, wie es eigentlich meine Aufgabe war. Ich habe versagt.... Dann waren da wieder Gottheiten, die darauf erpicht waren, mich als Waffe besitzen zu wollen. Aber auch das endete genauso wie die Zeit vor Castor. Sie merkten, dass es zu schwierig wurde und hatten keine Lust, sich die Mühe zu geben, also wollten sie ganz schnell eine andere Waffe. Ich blieb noch eine ganze Weile alleine. Bis ich nur noch oben auf der Wiese darauf wartete, dass ich mich auflöste, aber dann bist du über mich gefallen und... naja den Rest kennst du ja", erzählte ich mehr als ich wollte. Ich hatte nie jemanden diese Geschichte erzählt, denn alle waren nur auf meine Kraft aus. Meine Hände glitten an das Mal von Phila und kurz war ich nachdenklich. Doch dann wendete ich mich wieder dem Feuer zu.
      "Wieso wolltest du das wissen?"

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    • Ich schmunzelte stumm. Da hatte ich mich wohl nicht konkret genug ausgedrückt. Noch immer gab es diese Augenblicke in welchen mir bewusst wurde, dass wir Beide manchmal auf etwas... anderen Weisen kommunizierten. Aber das war in Ordnung so. Es war nur normal, im Vergleich zu der Ewigkeit die ich mit meinen vorigen Ayakashi verbracht hatte. Jetzt in diesem Moment war ich einfach froh. Froh, darüber wie unerwartet offen Daiki sich auf einmal zeigte. So viel und vor allem so detailreich hatte er noch nicht über sein voriges Leben berichtet. Bei den Gedanken wurde mir wohlig warm ums Herz. Aber das würde ich den stolzen Ayakashi auf keinen Fall auf die Nase binden. Am Ende hörte er wohlmöglich auf mit mir zu reden. Ich holte tief Luft. "Ich wollte... und ich will dich nicht besitzen. Ich wollte nur nicht mit einen übergriffigen Zwerg zwangsverheiratet werden." Es war reiner Zufall, das ich über Daiki gestolpert war. Im wahrsten Sinne des Wortes. "Aber ich..." begann ich leise und suchte mit leicht glasigen Augen seinen Blick. "Ich glaube, nein, ich bin mir ziemlich sicher dass wir die selben Wunden haben. Und... ich finde es ganz schön mit diesen Schmerz oder den Achuldgefühlen nicht mehr ganz allein zu sein." Es war nur kurzen Augenblick, dann wand ich meinen Blick wieder ab. Etwas nervös zupfte ich an den Saum meiner Kleidung. "Eigentlich wollte ich auf etwas anderes hinaus." Einmälig sah ich wieder auf. "Es geht um den Titel. Jede Gottheit hat einen." Nicht selten teilten sich mehrere Gottheiten den selben. "Es hat sich immer so angehört als wäre er ein Kriegsgott. Es ist nämlich so, Kriegs- und Liebesgötter sind sich ähnlicher als man denkt. Beides hat mit Leidenschaft, Willenskraft, Ängsten und unsagbaren Schmerzen zu tun. Wenn auch auf andere Weise." Ich schlug in die Hände. "So! Jetzt kann bestimmt die erste Pizza rein." Ich wollte mit der Gefühlsduselei nicht übertreiben. Oder ihm verschrecken. Hoffentlich war den Lulatsch der Hunger jetzt nicht vergangen.
    • Ich sah sie an und kam mir irgendwie verarscht vor. Dass sie mich nicht besitzen will, sondern einen Freund oder eher Partner an ihrer Seite wollte, hatte sie mir schon gesagt. Aber diese Zwangsheirat.
      "Das heißt, ich bin hier, um eine Hochzeit abzubrechen? So ist das. Da liegt ein alter Sack rum, nehm ich doch lieber den, als den ollen Zwerg, um meine Ruhe zu haben. Oh shit, der Typ ist schlimmer als ich dachte, naja egal. Wird schon passen. Muss er sich dran gewöhnen.", die Ironie triefte nur so heraus. Ich stocherte ein bisschen im Feuer rum, um es heißer zu bekommen, als sie dann auch weiter sprach und über den Verlust zu sprechen kam. Den gleichen Schmerz.... war es so? Wir hatten beide jemanden verloren, der unser Begleiter war. Aber war meine Wunde genauso tief wie ihre? Eigentlich dachte ich immer, dass sie nicht so groß war. Ich wollte nicht wahr haben, dass ich versagt habe. Und eigentlich wollte ich keine Bindung mehr zu jemanden aufbauen. Ich.... Sie hatte wohl Recht..... wir spüren den gleichen Schmerz. Aber ich wollte immer der starke Ayakashi sein.
      "Du warst auch vorher nicht alleine. Und ich beschütze dich, wann immer es nötig ist.", murmelte ich leise, denn so ganz wollte ich es auch nicht zugeben, dass ich Phila ein kleinwenig ins Herz geschlossen hatte. Ich war mir nicht sicher, wann es passiert ist. Aber sie waren jetzt nunmal meine Herrin und ich hatte das Gefühl, dass sie mich auch nicht so schnell gehen ließe. Auch wenn sie am Anfang meinte, dass es nur vorübergehend war.
      Sie erklärte mir, dass sie eigentlich etwas ganz anderes von mir wissen wollte und beschämt kratzte ich mich am Nacken. Hätte sie das nicht gleich sagen können, statt mich die ganze Geschichte erzählen zu lassen? Das war mir äußerst unangenehm.
      "Sag das doch gleich, dass du was anderes wissen willst. Dann hätte ich dich nicht mit sowas vollgelabert.", murrte ich und schon wieder hörte ich, dass mein Magen knurrte. Da kam das Stichwort gerade recht.
      "Das Feuer ist denk ich mal heiß genug. Du kannst sie reintun. Ich ähm... geh einfach mal weg.", ich machte ihr Platz, denn von dem ganzen Kram hatte ich keine Ahnung. Wir haben nie gekocht, sondern ums immer Fleisch am Feuer gebraten oder waren eben in Gasthäusern unterwegs. Aber davon fing ich jetzt nicht auch noch an.
      "Ich decke besser den Tisch."
    • Ich seufzte leise. "Autsch. So höre ich mich in deiner Fantasie also an?" Dabei würde ich diese Ausdrucksweise niemals... n-naja war ja nur ein schlechter Scherz. Vielleicht war es besser, es dabei zu belassen. Bei unseren Glück führte es nur für weitere Kommunikationsschwirigkeiten. Also besann ich mich auf das was ich konnte - kochen. Doch als ich mich um meine Pizza kümmerte hielt ich plötzlich inne. Hatte... hatte ich mich vielleicht verhört... oder...? Jedenfalls musste ich selig lächeln. Jetzt nachzufragen oder irgendetwas zu sagen würde den Augenblick nur zerstören. Deshalb beschloss ich mich einfach still zu freuen und ihn in Erinnerung zu behalten. Lieder freute es mich schon ein wenig zu sehr. Das bleibt allerdings auch vorerst mein Geheimnis. "Ich versuchs, aber ich find es eigentlich sehr schön wenn du ein Bisschen von dir aus erzählst." Auch wenn es wohl nicht der rechte Augenblick war um in Vergangenen zu schwelgen, was auch Daikis Magen verdeutlichte. Ich sollte mich wohl etwas beeilen. "Perfekt dann kann es ja los gehen!" Beherzt und doch vorsichtig schob ich die ersten beiden Pizzen auf den Holzschieber während ich aus den Augenwinkel sah wie sich der Ayakashi aus der Küche verzog. "Okay. Gute Idee. Nur lass dich nicht von unseren Haus ärgern. Du bist jetzt auch sein Bewohner hier also setz dich ruhig durch!" Versuchte ich den großen Brummbär zu ermutigen während ich mit den Pizzen zum Ofen aufbrach. Dort angekommen ließ ich sie behutsam hinein gleiten. Zu guter Letzt begann ich damit anzufangen die Küche aufzuräumen. Immer mal wieder blieb ich bei den Ofen stehen und schaute nach den Essen. "Bist du sicher, das du nur Pizza magst? Soll ich nicht noch einen Salat oder Nachtisch machen?" Jaaa... ich gebe zu, Daiki war ein Beschützer und ich eine Versorgerin. Doch unterm Strich war es wohl wieder der selbe Kern.
    • Ich ging zum Tisch und überlegte, was wir alles brauchten und merkte dann, dass für eine einfache Pizza gar nicht so viel benötigt wird. Teller, Besteck und Gläser sollten da also reichen.
      Ich ging zum Schrank, um die besagten Dinge zu holen und legte meine Hand an den Griff, doch die Tür ließ sich nicht öffnen. Egal, wie ich daran zerrte und ruckte, nichts bewegte sich. Auch die anderen Schränke und Schubladen ließen sich nicht öffnen.
      "Aaargh. Blödes Haus. Nun gib schon her!", rief ich sauer und zerrte nochmal an der Schranktür, die plöttlich ruckartig aufging und ich mit Schwung nach hinten viel. Ich bekam hier gleich nen Knall. Von wem hat es das alles hier bloß? Brummend ging ich zum Schrank und sah hinein und fand.... nichts. Der Schrank dort war leer. Ich sah in den nächsten. Auch leer. So langsam mit der Geduld am Ende stemmte ich die Hände in die Hüfte und sah die Wände wütend an.
      "Nun rück das Geschirr schon raus.", sagte ich warnen und ich konnte sehen, wie sich alle Türen öffneten und das Geschirr wie eine Welle nach oben sprang. Das sah so aus wie die Tasten eines Klaviers, die wie eine Welle nach unten und oben gingen.
      Ich grummelte. Dieses Haus machte mich wahnsinnig. Ich lauerte, während das Haus mich immer noch weiter ärgerte bis ich wie eine Katze in die Schränke griff und zumindest zwei Teller raus fischen konnte. Triumphierend winkte ich mit den Tellern in der Luft.
      "Hah! Und gib mir den Rest, sonst hol ich ne Axt und verarbeite dich zu Feuerholz. Und glaub mir, ich mach das.", warnte ich und holte mir dann auch noch Gläser, sowie Besteck. Nach gefühlten Stunden, aber in Wahrheit vielleicht 10 Minuten hatte ich dann endlich den Tisch fertig. Ich ging zum Phila zurück, um zu berichten, als sie mich auch noch nach Salat oder Nachtisch fragte.
      "Ähm... ich denke nicht, dass ich sowas wie Salate brauche. Aber der Tisch ist jetzt fertig.", antwortete ich und lehnte mich an den Türrahmen.
    • Aufräumen und Pizza backen lief eigentlich wie von selbst. Teilweise merkte ich den Grad meiner eigenen Erschöpfung gar nicht. Ich brauchte jedoch nicht nachschauen, wie es bei meiner göttlichen Waffe und den Vorhaben lief, den Tisch zu decken. Ich konnte an der Geräuschkulisse bereits erahnen, wie sich die Dinge entwickelten. Oh ihr Götter… was trieb er da nur schon wieder? Schranktüren die polterten, ein Aufschrei der durch die alten Mauern drang, als wäre ein Drache ausgebrochen oder eine Anomalie aufgetaucht, dann wieder ein triumphierendes Rufen, als hätte er einen Schatz erobert. Naja, es würde sich wohl alles finden. Es brauchte einfach etwas Geduld und Vertrauen. "Nur noch ein paar Jahrhunderte, dann sind sie beste Freunde." murmelte ich leise zu mir selbst.
      Es verging etwas Zeit, da waren die ersten Pizzen auch ausgebacken. Der würzige Geruch von Käse und frischen Kräutern stieg mir in die Nase, und ich war gerade dabei, die dampfenden Ergebnisse vorsichtig aus dem Ofen zu manövrieren, als Daiki wieder in der Küche erschien. Perfektes Timing! So locker und stolz wie er sich im Türrahmen breit machte, hätte man glauben können, das Decken des Tischs wäre keine große Sache gewesen. Doch ich kannte die Wahrheit, ich konnte sie genaustens hören. Was mich trotz aller Anstrengung leise lachen ließ.
      Diese Unordnung, dieser unbeholfene Kampf gegen die Tücken eines Hauses, das seinen ganz eigenen Willen besaß ... all das ließ mich lebendig fühlen. Ich war mir nicht sicher, ob Daiki verstand, was genau er mir damit gab. Aber für dieses kleine bisschen chaotischer Lebendigkeit war ich unglaublich dankbar. Wenn man so lange lebte wie ich, schätzte man den Wert der Nichtigkeiten wohl einfach anders ein als andere Lebewesen. "Weißt du... Ich habe jede Sekunde mitgehört. Ein echter Kampf auf Leben und Tod, was? Aber offensichtlich hast du dich durchgesetzt. Sehr gut." Meine Stimme triefte vor gespieltem Ernst, und ich reichte ihm einen Teller mit seiner Pizza. "Hier, dein wohlverdienter Preis. Lass uns essen bevor sie kalt werden."
    • Ich hob beleidigt die Augenbrauen und sah meine Herrin an. Ich fühlte mich von ihr dezent verarscht. Wusste sie wirklich, was ich da eben für einen Kampf mit diesem verfluchten Haus hatte? Da war jede Anomalie ein Klacks gegen. Ich holte Luft und wollte protestieren, doch dann drückte sie mir die Pizza in die Hand, dessen Duft in meine Nase stieg. Beim Anblick des Essens, wie der Käse goldgelb überall hin zerlaufen war, die Kräuter den richtigen Touch gaben und die Salami sich wegen der Hitze leicht kräuselte, ließ mir das Wasser in den Mund laufen. Meine Beschwerden blieben mir im Halse stecken, stattdessen leckte ich mir gierig über die Lippen. Ich musste zugeben, sie sah wirklich sehr gut aus. Bei dem Duft meldete sich auch mein Magen schon wieder. Schnell setzte ich mich an den Tisch zum Zwerg und stellte den Teller vor mir ab.
      "Uhm... Guten Appetit dann.", sagte ich noch und fing an, die Pizza in Stücke zu schneiden. Dann biss ich vom ersten Stück ab und unweigerlich fingen meine Augen an zu leuchten. Die Pizza war wirklich sehr lecker und ein bisschen habe ich das Gefühl, dass war das Beste, was ich seit langem mal wieder gegessen habe. Ich versuchte nicht gierig zu wirken und aß so langsam wie möglich. Trotzdem war meine Pizza auf einmal weg. Als ich zu Phila sah, lag bei ihr noch knapp die Hälfte auf dem Teller. Am Nacken kratzend lehnte ich mich nach hinten und wartete wohl besser ab. Sonst wirkte ich wohl wirklich noch gierig. Aber Lust auf eine zweite Pizza hatte ich schon.
    • Ich konnte kaum ernst bleiben, als Daiki die Pizza entgegennahm – erst voller Protest, dann sofort sprachlos. Manchmal hatte er kindliche Züge, welche ich mit unter doch ganz bezaubernd fand. Aber das sollte ich den stolzen Breitschwert lieber nicht ins Gesicht sagen. Offenbar war Käse ein besseres Argument als jedes Wort. Mit funkelnden Augen und dem ungeschickten Versuch, nicht zu gierig zu wirken, setzte er sich hin und tat so, als wäre er Herr der Lage. Natürlich sah ich genau, wie sehr er innerlich kämpfte. Beim ersten Bissen leuchtete sein Blick derart auf, dass ich fast schmunzeln musste. Er wollte souverän wirken, aber es war, als hätte er gerade das Tor zu einer höheren Dimension geöffnet – durch Pizza.
      Ich kaute langsam, beobachtete ihn still und ließ ihn zappeln. "Du musst dich nicht zurückhalten, wirklich." meinte ich schließlich als ich mein angefangenes Stück beendet hatte. Ich stand auf und holte seelenruhig den zweiten dampfenden Teigfladen aus der Küche. Der Duft verbreitete sich, und sein Blick, als ich die nächste Pizza vor ihm abstellte, war unbezahlbar – als hätte ich ihm gerade einen göttlichen Schatz überreicht. "Ich habe nicht umsonst zwei gemacht. Immerhin hast du auch hart trainiert. Ohne dich hätte ich das alles nicht geschafft." sagte ich sanft und griff selbst zu meinem Teller. Innerlich hoffte ich immernoch, dass die Felsbrocken nicht all zu große blaue Flecken hinterließen, während ich mich langsam setzte. Ich lehnte mich zurück und musste mir ein Kichern verkneifen. Vielleicht war es gar nicht die Pizza, die diesen Abend so besonders machte – sondern die Art, wie Daiki dabei aussah, als hätte er gerade das größte Abenteuer seines Lebens bestanden. Dabei hätte ich fast vergessen selbst meine Pizza zu essen. "Mhm.... sicher dass du keinen Nachtisch möchtest?" Fragte ich schließlich als auch ich das letzte Stück erreicht hatte.
    • Offenbar hatte ich mehr gezeigt als ich wollte, dass ich noch immer Appetit hatte und eine zweite Pizza essen würde. Mist. Dabei wollte ich das eigentlich verstecken... Rausgekommen ist es jetzt ja doch.
      Sie ließ ihr Essen sogar liegen, nur um mir noch ein Exemplar dieser leckeren Mahlzeit zu bringen. Ich war erstaunt, wie sehr sie inzwischen mein Gesicht lesen konnte. Eigentlich war das eher gruselig. Aber ich musste auch zugeben, dass ich mir jetzt gerade nicht wirklich Mühe gegeben hatte, es zu verstecken. Naja, vielleicht ein bisschen. Es schmeckte aber auch einfach zu lecker. Und nach einer Pizza war der Magen natürlich noch nicht voll. Ich bin ziemlich groß, da passte viel in den Magen rein. Und wenn man seit langem auch mal wieder trainiert hat, war es klar, dass der Körper auch entsprechend Energie brauchte.

      Nach dem Essen lehnte ich mich abermals nach hinten und spürte erst jetzt, dass mein Rücken doch ein wenig schmerzte. Die Felsen und Steine hatte ich total vergessen. Doch ich verzog keine Miene. Ich wollte nicht wie eine Mimose wirken. Immerhin bin ich ein Breitschwert. Es war meine Aufgabe, meinen Herren zu beschützen. Oder eben Herrin. Also durfte ich mich auch nicht so einlullen. In ein paar Tagen war es mit Sicherheit wieder weg. Solange konnte ich das noch aushalten. Ich lag eh meistens auf dem Bauch zum Schlafen. Naja, zumindest im Bett. Auf der Wiese war es ja meist doch auf dem Rücken. Dann musste ich es entweder aushalten oder eben sein lassen.

      Phila sprach mich auf den Nachtisch an und grummelnd sah ich zur Seite. Würde das heißen, sie stand wieder in der Küche und machte etwas? Würde sie was kochen? Oder Backen? Nein, oder? Sie musste kaputt sein. Und müde. Also wäre doch ausruhen besser.
      "Ich weiß nicht, ob das so gut ist, wenn wir jetzt nochmal in der Küche stehen und was kochen oder so. Wenn wir müde sind, wäre Schlaf viel hilfreicher."
    • Ich hatte ihn dabei beobachtet, wie er versuchte, seine Müdigkeit und seine möglichen Verletzungen zu überspielen. In seinem Gesicht lag dieser angespannte Ausdruck, den er sich wahrscheinlich gar nicht bewusst war. Er wollte stark wirken, nein... unerschütterlich, aber ich konnte sehen dass sein Rücken ihn quälte. Jedes kleine Zucken, jede unruhige Bewegung verriet mir ein Stückchen mehr von der Wahrheit. Ich lebte einfach zu lang um solche Kleinigkeiten zu übersehen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich selbst leicht übersehen wurde. Ich kannte es zu gut und war deshalb dafür sensibler geworden. Für die klitzekleinen sowie flüchtigen Nichtigkeiten.

      Als er meinte, Schlaf sei hilfreicher als ein Nachtisch, konnte ich mir ein leises Lächeln nicht verkneifen. Es passte doch irgendwie zu Daiki, seine eigenen Schmerzen herunterzuspielen und sich gleichzeitig um mich zu sorgen, wie das eine göttliche Waffe nun mal tat. Diese Mischung aus Sturheit und Fürsorge rührte mich mehr, als ich zugeben wollte. Vielleicht war es genau das, was ihn mir so nah erscheinen ließ .... dieser widersprüchliche Versuch, stark zu wirken, während er in Wahrheit längst meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte....
      Meine Beine fühlten sich schwer an, meine Augenlider auch, und ich wusste, als ich keinen Gedanken mehr fassen konnte, dass er recht hatte. Eigentlich war ich viel zu müde, um noch einmal aufzustehen und irgendetwas zu machen. Aber ein Teil von mir wollte einfach etwas für ihn tun, ein kleines Zeichen, dass er nicht allein durchhalten musste. Dass da jemand war, der hinsah. Selbst wenn es sich um eine Gottheit handelte. Ich hoffte für die Zukunft nur, dass er irgendwann erkennen würde, dass es keine Schwäche war, sich helfen zu lassen – besonders nicht von mir.

      "...Weißt du ...Vielleicht hast du recht" murmelte ich schließlich und spürte, wie mir die Wärme in die Wangen stieg. Ich hoffte, er bemerkte es nicht. Langsam erhob ich mich, und für einen Augenblick hatte ich das Gefühl, dass er mich festhalten würde. So wie gestern aber... ich wollte auch nicht zu viel auf einmal verlangen. Außerdem wäre es nicht das Selbe wenn ich es als als seine Herrin von ihn forderte. "Dann lass uns für heute schlafen gehen. Und morgen sehen wir weiter."
    • "Ich meine das ernst, wir.... was?", verblüfft sah ich sie an. Ich wusste nicht genau, ob ich meinen Ohren trauen durfte. Hatte sie mir gerade Recht gegeben? Sie wollte nicht durchsetzen, dass wir noch nen Nachtisch essen könnten? Aber wie.....
      Noch immer ungläubig sah ich sie an und beobachtete, wie sie aufstand. Ziemlich wackelig aufstand. Ihr Körper schien am Limit zu sein und ihre Beine gaben nach. Bevor ich merkte, was ich da tat, war mein Arm schon um sie geschlungen, drauf achtend, dass ihr erschöpfter Körper nicht zu Boden fiel.
      "Du kannst nicht einmal mehr laufen....", brummte ich leise und griff mit dem anderen Arm noch unter ihre Kniekehlen, um sie im Brautstil aus dem Zimmer zu tragen. Sie war leichter als ich dachte. Vielleicht war ich auch zu groß. Wusste ja nicht, was für ein Lauch ihr vorheriger Partner war. Scheinbar kein besonders starker, wenn er nicht überlebt hatte. Aber das wagte ich nicht auszusprechen. Immerhin hing sie noch an diesem Typen.
      "Schlaf ruhig. Ich mach das schon.", sagte ich leise und ging in ihr Schlafzimmer. Vorsichtig legte ich sie ins Bett und deckte sie dann zu. Ich war nicht in der Position, sie umzuziehen, also blieb sie so und sie musste es morgen dann selbst erledigen.
      Ich wusste nicht, ob es so richtig war oder ob sie es so wollte. Aber ich wusste, dass sie fast zusammen gebrochen wäre, hätte ich sie nicht gehalten. Mir war klar, dass meine Aufgabe das Beschützen war. Aber mir war nicht bewusst, dass ich es so viel tun würde. Castor brauchte nicht oft meinen Schutz. Seine bloße Anwesenheit beschützte ihn genug. Aber Phila war da das genaue Gegenteil. Sie brauchte ihn ständig, weil sie sonst zermalmt worden wäre. Das war etwas ungewohnt. Ebenfalls müde und mit kleinen Augen sah ich zu ihr runter.
      "Gute Nacht."
    • Ich hatte kaum Kraft, meine Augen offen zu halten, als er mich hochhob. Seine Arme trugen mich mühelos, doch für mich fühlte es sich an, als würde ich in etwas hineinsinken, das schwer und leicht zugleich war. Jeder Schritt ließ seinen Atem und Herzschlag gegen meinen Körper schwingen, und während ich eigentlich nur schlafen wollte, nahm ich ihn umso deutlicher wahr. Der Geruch ... eine Mischung von Leder, Metall und etwas ganz Einzigartigen, die fremde Wärme welche sich auf mich übertug, das leichte Pochen in seiner Brust – das alles war auf einmal so spürbar, so vertraut, als wäre ich schon immer in dieser Nähe gewesen. Es war fast wie heute Morgen mit der heiligen Verbindung.... und doch.... anders.

      Es war nicht ungewohnt getragen zu werden. Es war ungewohnt von einer göttlichen Waffe mit solch einer Selbstverständlichkeit getragen zu werden, die nicht von meiner Geburt an meine war. Bei Serafin hatte ich nie so empfunden. Seine Nähe war die eines Bruders gewesen, einer unverrückbaren Konstante, die mich schützte, ohne dass ich sie je hinterfragte. Bei Daiki war es anders. Dieses Breitschwert war vor kurzen noch fremd, und doch… jetzt trug es mich, hielt mich, als gehöre ich schon seit Jahrtausenden zu ihm. Es... wäre es niemals anders gewesen.

      In meinem Zimmer legte er mich vorsichtig auf das Bett und zog sofort die Decke über mich. Die Wärme seiner Hände blieb wie ein Abdruck auf meiner Haut zurück. Daiki ging nicht sofort. Meine Augen waren nun nicht einmal ganz offen doch ich wusste das er noch da stand, still, dicht bei mir, länger als nötig. Ich spürte ihn noch, auch ohne Berührung... so nah... dass der Gedanke in mir aufstieg, die Hand nach ihm auszustrecken. Jedoch schaffte ich es gerade so meinen Finger leicht nach den Großen auszustrecken. Sollte ich ihn bitten zu bleiben? "Bleib …" vielleicht sprach ich es, vielleicht blieb es nur ein Gedanke. Ich konnte es gar nicht mehr sagen, denn schon zog mich meine Müdigkeit tiefer in einen stillen Traum ohne Bilder. ... Offen blieb nur die Frage, ob er mein Flüstern gehört hatte.... oder nicht.....
    • Ich sah noch einmal kurz zu ihr, doch da sie sich kaum regte, wollte ich sie nicht weiter stören und wieder gehen. Ich drehte mich um, stockte dann aber in meiner Bewegung, als ich ein ganz leises "Bleib" hörte. Es war kaum mehr als ein Flüstern. Im ersten Augenblick dachte ich, ich hab es mir nur eingebildet. Doch als ich mich umdrehte, sah ich noch, wie ihre Hand gewillt war, nach mir zu greifen. Also hatte ich mir das gar nicht eingebildet. Sie wollte wirklich, dass ich blieb. Obwohl sie schon so gut wie schlief. Leise setzte ich mich ans Bettende zu ihren Füßen und lehnte meinen Kopf auf meine Hand, während mein Arm Halt auf meinem Bein fand. So wollte ich wenigstens etwas bequemer sitzen. Ich war mir nicht mal sicher, ob das überhaupt für sie okay war. Aber sie schlief und wenn sie wollte, dass ich bleibe, dann machte ich das auch. Nur auf der Erde sitzen war auch irgendwie blöd.
      Meine Gedanken schweiften ab zum vergangen Tag. Wir hatten viel gemacht heute und ich musste zugeben, dass es wirklich Spaß gemacht hatte. Das Training verlief gut und ich hatte das Gefühl, wir verstanden uns jetzt auch besser. Noch einmal sah ich zur schlafenden Phila rüber. Sie sah sehr friedlich aus. Erst jetzt, wo mir bewusst war, dass sie schlief, konnte ich mir ihr Gesicht besser ansehen. Ich musste zugeben, dass ich das nie wirklich gemacht hatte. Sie war hübsch. Auch wenn sie so klein wie ein Kind war, war sie hübsch. Ich schüttelte den Kopf. Solch wirren Gedanken sollte ich gar nicht haben. Ich lehnte meinen Kopf an dir Stange, die am Bett dran war und atmete einmal durch. Dann wurde ich doch stutzig und sah verwirrt diese Stange an. Sie war aus Holz und sah aus, als wäre sie aus der Ecke des Bettes gewachsen. Augenrollend sah ich das Haus an. Das war doch sicherlich dafür verantwortlich.
      "Danke.", murmelte ich trotzdem brummend und lehnte meinen Kopf abermals an das Holz und schloss die Augen. Es dauerte auch gar nicht lange, dann schlief auch ich ein. Sitzend. An die Stange gelehnt. Am Fußende von Philas Bett.....
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