Connected Hearts [ Kaischiro & Minacat ]

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    • Janon Müntzer & Beni Darkwood



      "Oha...Ich glaub ich komme gleich!~"

      Fasziniert beobachtete Beni Oscars Verwandlung. Es glich dem wundersamen Schauspiel eines Falters, der sich aus seinem Kokon befreit. Obwohl Beni eine solche Magie bereits am eigenen Leib erfahren hatte, war ihm völlig unbegreiflich, wie Oscar das bewerkstelligte. Ihm fehlte noch das tiefere Verständnis für diese Kräfte, doch Oscar vollzog den Wechsel mühelos. Seine Gefährten waren schlichtweg herausragend begabt. Ein leichtes Kratzen am Kopf verriet jedoch Benis aufkeimende Verwirrung, als sein Blick auf die Blitzzeichen an der Stirn des Feuerwächters fiel. Moment mal … Hatte er sich geirrt? Seit wann existierte ein Blitzwächter? Die Gestalt strahlte dieselbe feurige Hitze aus wie das Feuerkätzchen, nur leuchtete sie in kräftigem Orange statt in tiefem Rot.

      Mhm...Wird schon seine Richtigkeit haben? Korbos wird...bestimmt staunen! Ich muss Oscar gleich mit nach Hause nehmen!



      "Gebe ich einen coolen Feuerwächter ab??"

      Der wilde, fokussierte Ausdruck in Oscars Gesicht wischte jedoch alle offenen Fragen aus Benis Kopf. Diese eiserne Entschlossenheit … so standhaft war eben nur ein echter Feuerwächter. Mit einem breiten Grinsen hob Beni die Hand an die Schläfe und salutierte spielerisch wie ein Matrose vor seinem Kapitän. „Du siehst mega heiß aus!“, rief er Oscar enthusiastisch entgegen, um dessen neues Selbstvertrauen und die unglaubliche Gabe regelrecht zu befeuern.



      Beni hielt einen respektablen Abstand zu Oscar, dessen blaues Feuer unkontrolliert durch die Luft zuckte, während er sich selbst in das Getümmel der Achims stürzte. Geschickt entriss er einem seiner Gegner eine Filmklappe und schlug sie dem Clown krachend auf den Schädel. Der grüne Schleim spritzte gegen Benis Gesicht, der angewidert das Gesicht verzog. Ein brutaler Kampf auf Leben und Tod – nichts weckte die eigenen Lebensgeister so sehr wie das. Besonders dann, wenn Oscar in einen wahren Zerstörungsrausch verfiel. Es dauerte nur wenige Sekunden nach seiner Verwandlung, bis sämtliche elektronischen Geräte um sie herum detonierten und Janon endlich das ersehnte Feuer bescherten.

      "Wohhaa, Wohaaa, scheiße! Das tut weh ! Aber MANN Ich LIEB es hahh! Fuck!!~~♥"

      Zunächst stimmte er lauthals in Oscars Lachen ein. Seite an Seite mischten sie diese lächerlichen Clowns dermaßen auf, dass ihnen die Lust auf jeden weiteren Zirkus verging. Doch als Beni wenig später einen erneuten Blick auf seinen Freund warf, bemerkte er besorgt eine massive … Überladung? Verdammt. War es normal, dass er derart überhitzte? „Ey … Osi …“, setzte Beni an, erkannte jedoch sofort, dass seine Worte nicht mehr zu ihm durchdrangen. Der Kerl war völlig abgetreten, als wäre soeben seine letzte funktionierende Gehirnzelle in Flammen aufgegangen. Es wäre eine absolute Katastrophe, seinen Feuerwächter auf der Stelle wieder zu verlieren. Er musste sich schleunigst etwas einfallen lassen, um ihm das Leben zu retten.

      Ich kann Lord Korbos doch nicht erzählen, dass ich Mal einen Feuerwächter HATTE...



      Das Chaos, das Oscar und Beni angerichtet hatten, entfachte ein infernalisches Feuer, das gierig das gesamte Set verschlang. Der Erdwächter achtete dabei gar nicht auf die Zwei wie sie das angestellt hatten, ihm war nur das Ergebnis wichtig gewesen! Janon genoss den Anblick des panisch fliehenden Publikums fast schon ein wenig zu sehr. Selbst in der Realität war dies eine seiner absoluten Lieblingsszenen gewesen – dicht gefolgt von der, in der er den Kameramann verprügelt hatte. Doch im Moment zählte nur eins: Er musste einen Ausweg finden. Zeit aufzuwachen von diesem elenden Albtraum!
      Das Dumme war nur, dass er sich beim besten Willen nicht mehr erinnern konnte, wie er damals entkommen war. Nicht einmal, ob er sich hier noch mit Achim angelegt hatte. Aber spielte das überhaupt eine Rolle? Wenn dies alles hier ein Traum war – und es war zweifellos seiner –, dann galten hier seine Regeln...auch wenn er noch lernte hier die Kontrolle zu erhalten. Es war so als teilte er sie zusammen mit seinem Vater. Seine Fantasie musste ihm einen Weg bahnen. Solange er nicht die Kontrolle verlor und irgendetwas Abartiges erschuf, musste sich doch eine Tür manifestieren. Ihm kam das Bild von Serena in den Sinn, die mit nichts als einem Messer Wände niedergerissen hatte, um Achim zu erreichen. Er musste genau das tun – nur dass es diesmal darum ging, mit den anderen vor diesem albtraumhaften Clown zu fliehen.
      Er ließ seine Kräfte spielen und Pflanzen aus dem Boden brechen, die peitschend gegen die Wände krachten. Doch das Feuer lachte nur darüber und fraß das Grünzeug augenblicklich auf. Wie ein Besessener drosch er auf die Mauern ein, bis sich endlich aus dem Nichts eine Tür abzeichnete. Quer über das Holz prangte in großen Buchstaben ein einziges Wort: Yuhan. Sein wahrer Name. Der Name, den er in seiner Kindheit begraben hatte. Seltsamerweise erfüllte ihn das mit tiefer Zuversicht. Bevor der beißende Rauch ihnen endgültig die Luft abschnüren konnte, stand der Ausgang offen vor ihnen. Ein Grinsen stahl sich auf Janons Gesicht, als er langsam die Augenmaske abnahm.



      "LEUTE! DER AUSGANG IST OFFEN! HAUT ALSO ENDLICH AB!"

      Der Duft der Freiheit lag greifbar in der Luft, verborgen hinter den verkohlten Überresten des Sets. Dieser Ausweg war mehr als nur eine Flucht vor dem Traum – es war die Flucht vor seinem Vater. Ein berauschendes Gefühl der Macht durchströmte ihn; ein kurzes, trockenes Lachen entwich seiner Kehle. Am liebsten hätte er einfach alles hinter sich gelassen. Gierig fuhr er sich mit der Zunge über die Lippen. Wie war das damals in der Realität eigentlich abgelaufen? Als das Set in Flammen stand und alle panisch geflohen waren? Sein Vater war den Flammen offensichtlich unbeschadet entronnen, doch in Janons eigenem Gedächtnis klaffte eine Lücke. Wie genau war er selbst damals herausgekommen? Wie entstand überhaupt das Feuer, irgendetwas hatte Brad verbockt gehabt. Es war in einem Strudel versunken, zu dem er nicht hineingreifen konnte. Was solls. Umso verzweifelter sehnte er sich danach, dem alten Mann wenigstens hier, in diesem Albtraum, endgültig den Rücken zuzukehren. Mit langsamen, fast schon triumphierenden Schritten hielt er auf die Tür zu. Jeder Schritt ließ die Bilder der Vergangenheit ein Stück weiter verblassen. Sobald er aufwachte, würde sich diese innere Tür schließen und er könnte alles wieder verdrängen. Dann wäre all dieser Scheiß ungeschehen. Draußen, im echten Leben, würde er wieder der starke, unantastbare Mann sein. Niemand konnte ihm etwas anhaben. Und sein Vater... sein Vater existierte einfach nicht.



      Suchend glitt Benis Blick durch den Raum, bis er einen kleinen, massiven Tisch entdeckte. Ohne zu zögern, packte er ihn und hob ihn als improvisierten Hitzeschild schützend vor seinen Körper. Er setzte seine Kraft frei, um gegen einen Bullen wie den Feuerwächter überhaupt anzukommen.
      "OSIII! ZEIT HAIER ZU MACHEN!"
      Er nahm Anlauf und rammte das Möbelstück mit all seiner Kraft gegen Oscar. Mit einem dumpfen Knall schleuderte er den Blitzwächter aus der Gefahrenzone, sicher hinter dem Holz verborgen, um nicht selbst von den sengenden Flammen verschlungen zu werden. Wie ein Güterzug lief er genau zur Tür bis er den Feuerwächter einfach hineindrängte.
      Oscar taumelte durch den Türrahmen, doch dahinter befand sich kein Boden mehr. Ihn erwartete das reine Nichts, das nur von einem blendend hellen Licht durchbrochen wurde. Beni blickte seinem fallenden Freund noch einen Moment hinterher, ehe er den Tisch beiseiteschleuderte. Mit einem strahlenden Lächeln wandte er sich den anderen zu, die hinter der dichten Flammenwand kaum noch auszumachen waren.
      „Wir werden uns in der realen Welt wiedersehen, ALS BITCH! Ich werde euch alle finden!!“ Mit diesem Abschiedsgruß sprang er durch das Portal und stürzte ebenso in die Tiefe wie Oscar. Doch auf seinem Gesicht lag nichts als pures Glück. Dieser verrückte Trip war ein unglaublicher Urlaub gewesen, auf dem er wahre Freunde gefunden hatte.


      Beinahe hätte Beni ihn mitgerissen, als er dicht an den Tisch heranwich, doch dem Erdwächter gelang es im letzten Moment auszuweichen. Mit einem schweren Seufzen blickte Janon den beiden Männern nach, die als Erste in die Schlucht hinabstiegen. Hah, okay. Er hätte sie ohnehin nicht gezwungen mitzukommen. Dass sie nun von selbst gingen, war eigentlich perfekt. Und doch ließ ihn genau diese Erkenntnis erstarren. Seine Muskeln verkrampften sich. Es war, als versuchte sein Verstand gewaltsam etwas zurückzudrängen – ein dumpfes Pochen kündigte bereits Kopfschmerzen an. Fluchend biss er sich hart auf die Unterlippe. Scheiße. Er hatte ein Versprechen gegeben. Wenn er jetzt einfach verschwand, war Liam absolut nicht geholfen. In seiner aktuellen Verfassung würde er den Ausgang niemals alleine finden. Janon durfte ihn nicht im Stich lassen. Er hatte geschworen, einmal nicht an sich selbst zu denken. Sich nicht an die erste Stelle zu setzen, sondern ihn. Er hatte versprochen, sein Held zu sein.



      „LAUF WEG!!“

      Die Stimme hallte über das Set, verzweifelter, als er sie jemals gehört hatte. Es klang wie sein Vater. Aber das... das durfte nicht sein Vater sein. Es musste Liam sein. Mit zittrigen Fingern schob Janon sich die Maske auf die Stirn und starrte in die Richtung, aus der der Schrei gekommen war. Durch das Chaos hindurch entdeckte er Stan, der noch immer in Wyatts Körper gefangen war. Was sich dort vor seinen Augen abspielte, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Eine so gewaltige Gänsehaut überzog seinen Körper, dass ihm buchstäblich der Atem stockte. Er hatte diese verdammten Erinnerungen doch verbrennen wollen! Diese brutalen, widerlichen Bilder seiner eigenen, erbärmlichen Vergangenheit. Doch Wyatt dort drüben mit Achim zu sehen... es war haargenau wie damals. Obwohl das Set in Flammen stand, hatte dieser naive Idiot von Schauspieler damals nur nach einer helfenden Hand gesucht. Nach der Hand von Janons Vater. Doch der hatte ihn eiskalt als Lockvogel missbraucht und beinahe in den sicheren Tod geschickt.



      Es was wie damals, wenn er nicht einschritt würde Wyatt im Feuer sterben.

      "Wo willst du denn hin, mein süßes Blümchen?~"



      Wie fremdgesteuert setzten sich Janons Beine in Bewegung. Er durfte nicht tatenlos zusehen, sonst würden ihn die Schuldgefühle bis an sein Lebensende auffressen. Abgesehen davon stand es allein ihm zu, Wyatt für dessen grenzenlose Naivität eine ordentliche Tracht Prügel zu verpassen! Zwei der Achims hatten Wyatt bereits eingekesselt. Sie wanden sich um ihn wie Schlangen, während widerlicher, grüner Schleim aus ihren leeren Augenhöhlen quoll. Es war ein absolutes Horrorszenario, doch Janon blendete den Ekel völlig aus. Der brennende Zorn in ihm war stärker. Mit einem brutalen Ruck packte er den ersten Achim am Hinterkopf und riss ihn gnadenlos nach hinten weg. Dem zweiten demonstrierte er seine Boxer-Qualitäten, indem er ihm mit einem gewaltigen Haken voll ins Gesicht zimmerte.

      „Du bist ja genauso bescheuert wie Wyatt! Haste dir etwa auch sein Hirn einverleibt?! Wenn du nicht als zerfetztes Stück Fleisch enden willst, dann setz dich in Bewegung und sieh gefälligst nicht zurück!“, brüllte er Stan außer sich vor Zorn an. Im nächsten Moment bekam er unvermittelt ein Mikrofon gegen den Kopf geschmettert – der Achim, den er gerade noch weggeschleudert hatte, war wieder auf den Beinen. Janon taumelte und sah für den Bruchteil einer Sekunde Sterne. Doch... es ließ ihn völlig kalt. Dieser Schlag war ein Witz im Vergleich zu den Hieben seines Vaters, die er jahrelang hatte einstecken müssen. Diese Typen waren keine echte Bedrohung; nichts, was ihm ernsthaft Sorgen bereiten konnte. Verächtlich spuckte er das Blut auf den dreckigen Boden. Das gefährliche Aufblitzen seiner bernsteingelben Augen machte unmissverständlich klar: Er würde hier kurzen Prozess machen.
      „Deine einzige verdammte Aufgabe ist es von hier zu verschwinden! Ich kümmere mich um Liam!“ Mit einem rauen Stoß beförderte er Stan in Richtung Ausgang, damit der Typ sich endlich in Bewegung setzte.


      Janon wischte sich fahrig über die Lippen und ballte die Hände zu harten Fäusten. Dieser Kampf würde nicht lange dauern, denn wenn es darauf ankam, kannte Janon keine Gnade. Er packte den ersten Achim und schleuderte ihn mit voller Wucht gegen den zweiten – direkt in die lodernden Flammen. Mit rasendem Puls starrte er in das Feuer und sah zu, wie die beiden Kreaturen in der Hitze zu einer grotesken Masse verschmolzen und qualvoll verendeten. Jetzt blieb nur noch eine Sache zu tun. Liam.
      ...
      .....
      Erst in diesem Moment nahm er den riesigen, aufgerissenen Schlund wahr – eine klaffende Leere, bereit, alles zu verschlingen, was ihr zu nahe kam. Achim... nein, Liam stand genau davor. Er schien kurz davor, völlig zu zerbrechen. Wehrte Liam sich da gerade mit letzter Kraft gegen seinen Vater? Janons Herzschlag beschleunigte sich dramatisch. Obwohl das Feuer den Raum lichterloh brennen ließ, kroch die nackte Angst in Janon hoch, sobald er in diese unergründliche Finsternis starrte. Es weckte die Erinnerung an damals, als er sich als Einziger strikt geweigert hatte, dieses Zirkuszelt zu betreten – doch das hier war noch tausendmal schlimmer. Was, wenn dieser Schlund ihn einsaugte und er nie wieder das Tageslicht sah? Die Angst schnürte ihm die Kehle zu. Aber... er konnte Liam unmöglich bei Achim zurücklassen. Während er in die Dunkelheit starrte, traf ihn eine grausame Erkenntnis wie ein Schlag: Hätte er sich seinem Vater von Anfang an gestellt, statt wegzulaufen... wären all diese Männer dann verschont geblieben? Wenn Janon nicht so verzweifelt versucht hätte, seine eigene Vergangenheit zu verdrängen? Litt Liam jetzt nur Höllenqualen, weil er Janons Liebe genauso ernst nahm wie die von Achim? Weil er die beiden sogar... miteinander verglich?

      "Liam...", wisperte er sanft, er schritt langsam zu dem Mann, den er am meisten fürchtete. Doch...es war das Einzige Mal, in dem es sich richtig anfühlte. Wie könnte er denn...sein Babe je zurücklassen? Ohne ihn...wäre er doch selbst niemals herausgekommen, selbst wenn er noch mit einem halben Fuß drinstand.



      „Liam... es wird Zeit, dass du dich von meinem Vater löst. Diese Rolle passt überhaupt nicht zu dir“, rief Janon laut genug, um den Lärm des Feuers zu übertönen. Er riss sich die schwarze Maske komplett vom Kopf. Einen Moment lang starrte er das Stück Stoff in seinen Händen an, dann fiel seine Entscheidung. Diese Maske, die eigentlich seine Freiheit symbolisieren sollte. Die dafür stand, dass er endlich die Regie über sein eigenes Leben führte und nicht mehr nach der Pfeife seines Vaters tanzte. Ohne zu zögern warf er sie in die lodernden Flammen. Bei Liams Anblick fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: Diese Maske hatte sich auf seiner Haut nie richtig angefühlt. Er hatte sie sich noch gar nicht verdient. Sie aufzusetzen war nur eine weitere Lüge gewesen. Genauso, wie er sich die ganze Zeit selbst belogen hatte. Er hatte sich eingeredet, die Tür zu diesem verdammten Kinderzimmer schon längst hinter sich zugeschlossen zu haben. Doch die Wahrheit war eine andere: Egal, wie viele Jahre vergangen waren – die Dunkelheit fraß noch immer an ihm.

      „Mir ist da gerade etwas klar geworden... Ich bin ein verdammter Idiot. Nur wegen mir... bist du überhaupt erst zu Achim geworden. Einfach nur, weil ich versucht habe, dich auf seinen Platz zu drängen... Ha... haha...“ Die bittere Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag. Er hatte in diesem Albtraum eine unverzeihliche Sünde begangen. Nur um sich selbst zu schützen, hatte er seinem Freund Liam unsagbaren Schmerz zugefügt – und das alles nur, weil Liams Liebesgeständnis ihn an damals erinnert hatte. Dabei hätte er es besser wissen müssen. Liam und Achim hatten nicht das Geringste miteinander gemein. Janon hätte ihn einfach abweisen können, aber... er war schlichtweg zu feige gewesen, sich erklären zu müssen. Die Wahrheit über Achim auszusprechen. Wann immer er das Wort ‚Liebe‘ auch nur hörte, krampfte sich sein Magen zusammen, als hätte man ihm pures Gift gespritzt. Aber... das gab ihm nicht das Recht, Liam so leiden zu lassen. Eine tiefe Wehmut überkam ihn bei dem Gedanken, was er ihm angetan hatte.

      "Nein, Liam. Du könntest meine Liebe niemals ersetzen. Eine Liebe zwischen uns käme viel zu spät. Egal wie sehr du es auch versuchst, es gibt keinen Platz für dich in meinem Herzen...Ich würde dich nur verletzten. Dieses beschissenes Aussehen beweist es nur zu gut."



      Ihm war vollkommen bewusst, dass seine Worte für eine so zerbrechliche Seele wie Liam viel zu hart klangen, doch er wusste sich schlichtweg nicht anders zu helfen. Irgendwann würde Liam es schon begreifen. Aber in diesem Moment musste Janon vor allem eines akzeptieren: Nur ER allein besaß die Macht, seinen Freund aus diesem Sumpf aus Finsternis und Schmutz herauszuziehen. Also tat er etwas völlig Unfassbares. Er zwang sich mit eisernem Willen dazu, nach Achims Hand zu greifen. Er hielt sie fest und strich sogar sanft darüber, während er leise weitersprach. Ein winziges, fast schon zerbrechliches Lächeln stahl sich dabei auf seine Lippen.

      "Du bleibst mein Babe...denn hast du und er absolut nichts gemeinsam...Ich...habe keine Ahnung was je in mich gekommen war, dass ich daran gezweifelt habe. Liam...Ich mag dich...und genau deswegen möchte ich, dich vor mir und meiner Liebe beschützen."

      Er schlang die Arme um seinen Vater und hielt ihn so fest, wie er es noch nie in seinem Leben getan hatte. Der Druck dieser Umarmung sollte bis tief ins Innere dringen, damit Liam sie spüren konnte. Er wollte ihn verzweifelt zurückhaben. Er musste ihn aus diesem Albtraum befreien. Sein wild pochendes Herz presste sich gegen Achims Brust, während Janon langsam die Augen schloss. Was auch immer nun geschehen würde – er nahm sein Schicksal an. Er richtete all seine Gedanken auf Liam. Er sah sein süßes Lächeln vor sich, diese leuchtend gelben Augen und das ungezähmte, rote Haar. Er dachte an diesen skeptischen und doch so unwiderstehlichen Blick. Eine Wärme, die sein Vater niemals ausstrahlen könnte. Doch da war noch so viel mehr... Und für einen winzigen Moment wurde sein schweres Herz ein kleines bisschen leichter, während er anfing, so hingebungsvoll über Liam zu sprechen.

      "Achja...Ich bin dir noch drei Dinge schuldig, die ich an dir liebe, richtig?... Habs in deinen Augen gesehen, wie sehr dich meine Antwort mit dem Pfirsichhintern abgefuckt hat, haha! Ich habe mich damals zurückgehalten, damit du es nicht in den falschen Hals kriegst...Aber lass mich dir doch hineindrücken, an was ich damals gedacht hatte:
      Du bist zuckersüß, ein Ebenbild von Schönheit, selbst in den lumpigsten Kleidern und den muffigsten Mülltonen. Ich mochte es schon immer wie du dich nicht unterkriegen lässt, obwohl du genauso in einem tiefen Loch von Scheiße gesteckt hattest wie ich. Deine Stärke war dir immer förmlich anzusehen - sie war ehrlich und knallhart, obwohl du sooo schmächtig warst. Ich hatte schon immer Respekt vor dir. Du wolltest etwas in deinem Leben verändern und hast dich sogar gegen dem Gesetz gestellt - erst du hattest mir überhaupt gezeigt, dass man...Nicht genau das machen muss, was Erwachsene von dir verlangen. Du hast gezeigt wie ich Kämpfen kann, dass ich auch eine Chance habe aus dem Loch herauszukommen. Durch dich habe ich verstanden, dass ich ebenfalls so viel stärker sein kann.
      Zwar hast du auch schreckliche Seiten...Aber zugleich...weiß ich, dass ich es einfach schätzen sollte, dass so jemand Starkes wie du immer noch an einer Seite eines ängstlichen Kindes sein möchte."


      Dann geschah etwas zutiefst Mystisches. Wie eine schwerelose Seele ohne Körper gelang es Janon, Liam aus Achims Gestalt herauszuziehen, während er ihn schützend in den Armen hielt. Es war ein bizarrer, unwirklicher Anblick, doch auf Janons Gesicht breitete sich ein glückliches Lächeln aus. Er küsste ihn innig auf die Stirn. Es war eine Geste wie ein Abschied, in der jedoch unendlich viel mehr mitschwang. Schließlich ließ er ihn los. Ganz langsam strichen seine Finger über Liams, bis sich ihre Hände endgültig voneinander lösten. Janon trat einen Schritt zurück, nahm Abstand von ihm und wandte sich wieder seinem Vater zu. Der alte Mann stand nur noch da wie ein leeres Gefäß – wie ein System, das nach einem Absturz erst wieder mühsam hochfahren musste.

      "Ich habe dich manipuliert, dir nie Chancen gegeben an meinen Worten zu zweifeln und dich mit meiner angeblichen Stärke angelogen, damit du immer nur das Beste von mir denkst. Ich war derjenige, der dich an mich binden wollte, weil ich einen Ausweg aus dieser Liebe gesucht habe. Aber...Es ist unmöglich. Ich habe es jetzt verstanden, meine Angst wird nie verschwinden, einfach ersetzen klappt nicht. Es ist absolut unmöglich ein vernünftiges Leben zu führen....ich werde auf ewig ein Gefangener sein."

      Nun begriff er endgültig, wo sein wahrer Ausweg lag. Es war nicht die rettende Tür. Es war dieser riesige, finstere Schlund, der ihn erneut verschlingen wollte. Die Hand seines Vaters griff langsam nach seiner Schulter. Seine Augen waren dabei völlig weiß und leer, als befände er sich in einer tiefen Bewusstlosigkeit. Janon wich nicht zurück. Er ließ die Berührung zu, während er seine letzten Worte an Liam richtete. Mit einem schwachen Winken verabschiedete er sich von ihm, in der inständigen Hoffnung, dass Stan ihn sicher nach draußen bringen würde. Denn Janon... war hier noch lange nicht fertig. Plötzlich wurde Janons Blick...komplett scharf und unheimlich. Die gelben Augen leuchteten hell, wie der einer Raubkatze. Ein breites Sichelgrinsen formte sich in seinem Gesicht.

      "...Solange dieses Monster noch lebt werde in der Dunkelheit verrotten. Ich bin an ihm gebunden, deswegen brauche ich keinen Ausgang zu suchen, noch habe ich es nicht geschafft. Wenn ich dieses Monster mit meinen eigenen Händen umbringe, dann...werde ich erst frei sein. Selbst wenn ich mit ihm draufgehe. Das wird es wert sein! Es ist...mein Schicksal...meine Sünde, weil ich zu oft selbst zugesehen habe...zu oft feige war...Aber ich werde es schaffen ein noch schlimmeres Monster zu werden...denn nur ein schreckliches Monster kann ein anderes Monster vergiften. Dabei ist es mir scheiss egal, wie viele Leute wegen mir noch leiden werden...solange ich meine Rache erhalte!"



      "Yuhan, die Flammen sind stark - was hast du nur angerichtet?! Ich kann nicht zulassen dich noch einmal wegen einem Brand zu verlieren."


      Die Stimme seines Vaters neben ihm klang flehend, seine Augen wirkten noch immer blind. Der Griff um Janons Schultern verfestigte sich, während eine verzweifelte Hand ihm über den Nacken strich, fast so, als wollte man eine Katze beruhigen. Janon wandte sich ab. Er sah Liam nicht mehr an, doch selbst als ihn die Dunkelheit wieder gänzlich verschluckte, verschwand das sanfte Lächeln nicht von seinen Lippen. Er mochte feige sein, er mochte schreckliche Angst haben, doch all das war nichts Neues für ihn. Daran war er gewöhnt. Irgendwann... würde er den Weg endgültig in die Freiheit finden. All das verdankte er Liams Geschenk, das dieser ihm vor Jahren überreicht hatte. Janon besaß nun die nötige Stärke. Er musste nur noch widerstandsfähiger werden, um sich der echten Realität eines Tages stellen zu können. Ganz egal, wie lange es dauern würde. Bis es so weit war, würde er hier in der Dunkelheit ausharren. Verspielt streckte er die Zunge heraus, um zu zeigen, dass bei ihm alles gut war.

      "Jetzt verpisst euch endlich, bevor wir noch in die nächste Szene geschleudert werden und ihr mit Mason verstecken spielen dürft. Es ist meine Geschichte, nicht eure. Ihr wart nie die Figuren dieses Stücks gewesen. Aber für den beschissenen Einsatz...bedanke ich mich."


      ...
      ...

      "...Ohne euch wäre ich wohl nicht so weit gekommen."
      ...
      ....
      .....

      In einem New Yorker Krankenhaus lagen drei Jungs nun schon seit Tagen auf einer Überwachungsstation im Koma. Die Ärzte standen vor einem absoluten Rätsel; es glich einer bizarren Anomalie. Rein physisch erfreuten sich die drei bester Gesundheit, ihre Körper wiesen keinerlei Schwächen auf. Und doch erwachten sie aus völlig unerklärlichen Gründen nicht. Was die Situation noch unheimlicher machte: Sie blieben vollkommen fit. Trotz der Bettlägerigkeit bauten sie nicht ein Gramm Muskelmasse ab. Es wirkte fast so, als hätte jemand kurzerhand die Pausetaste für ihren Geist gedrückt. Diese Umstände stifteten im gesamten Krankenhaus Verwirrung und versetzten Familien und Freunde in tiefe Unruhe. Alle waren blind für die Wahrheit – alle, bis auf Brad und Russell. Für die beiden stand felsenfest, dass diese Männer das Opfer eines Hexenfluchs geworden waren. Unglücklicherweise war ihnen die Art dieses Zaubers völlig fremd. Sie zogen sogar andere Hexer zurate, aber... niemand konnte sich auch nur den geringsten Reim darauf machen.




      „Travis ist doch allen Ernstes den Arzt holen gegangen... nur weil dieser Oscar da drüben ein Geräusch gemacht hat. Ich sag's dir, der hat einfach nur einen fahren gelassen“, raunte Brad, während er neben Janons Bett in aller Seelenruhe einen Apfel schälte. Das war bei jedem seiner Besuche so: Er schälte das Obst, nur um es im Anschluss genüsslich selbst zu verspeisen. Er hatte auch immer eine Schachtel von Janons Lieblingszigaretten in der Tasche. Manchmal hielt er sie ihm beinahe provokant direkt vor das schlafende Gesicht, in der absurden Hoffnung, ihn allein mit dem Geruch aus dem Koma zu reißen. Aber nichts passierte. Das Krankenhaus hing Brad allmählich meilenweit zum Hals heraus, ganz zu schweigen von Travis' täglichem Geflenne. Sicher, der Typ machte sich unfassbare Sorgen um Janon, das war schon verständlich. Schließlich machte Brad sich insgeheim ja auch so seine Gedanken.



      „Mag sein, aber er meinte auch, Liam und Janon hätten sich bewegt. Travis hat für so etwas den absoluten Katzensinn. Vielleicht wachen sie ja tatsächlich zusammen auf? Die Idioten haben schließlich lang genug gepennt. Ich hab allmählich echt keine Lust mehr, jeden Tag hier aufzukreuzen, nur damit Travis sich nicht den ganzen Tag um ihn verrückt macht“, erwiderte Russell, der es sich auf der Fensterbank bequem gemacht hatte. Die beiden hielten sich dicht an Janons Bett auf. Sie hatten sogar schon heimlich einen magischen Kreis darunter gezogen, in der Hoffnung, ihn so endlich aus dem Schlaf zu reißen – aber Fehlanzeige. Trotzdem beschlich auch Russell langsam das untrügliche Gefühl, dass es bald so weit war.


      „Seit Janon im Koma liegt, habe ich übrigens auch diesen großen Kerl nicht mehr gesehen. Irgendwie vermisse ich diesen Dax. Hoffentlich ist er nicht wieder zurück ins Ausland. Schade um die großen Titten.“
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢
    • Neu

      Stan L. & Liam Petrow

      "OSIII! ZEIT HAIER ZU MACHEN!"
      Alles war in einem blanken Chaoes verfallen, genau so wie es Oscar liebte...Hier denn Löffel abzugeben wäre gar nicht mal so verkehrt. Doch wie bei einem Kind das einfach nicht schlafen gehen wollte nachdem es eine Tonne an Zucker zu sich genommen hatte. Erneut, bekam Oscar daher ironischerweise eine Übergaben. Dieses mal fühlte es sich jedoch um einiges heftiger an, als Katapultierte ihn Beni direkt ins nächste Leben.
      Für Oscar war es, als würde jemand mit einem einzigen, kräftigen Atemzug eine Kerze auspusten bevor er merkte das in ein grelles Nichts stürtzte!
      Das Letzte, was er hörte, war Benis überdrehte Stimme:
      "Wir werden uns in der realen Welt wiedersehen, ALS BITCH! Ich werde euch alle finden!!“
      Der Abschiedsgruß erstickte in den knisternden Geräuschen des brennenden Set und den wild Lachenden Achim-Kopien.
      Gerade als Stan glaubte, sich nicht mehr befreien zu können durchschnitt das Zornige Brüllen von Janon alles:

      "Du bist ja genauso bescheuert wie Wyatt! Haste dir etwa auch sein Hirn einverleibt?! Wenn du nicht als zerfetztes Stück Fleisch enden willst, dann setz dich in Bewegung und sieh gefälligst nicht zurück!“
      Sein analytischer Verstand, der Janon bisher nur als impulsives Monster abgetan hatte, geriet ins Wanken. Janon war zurückgekommen....
      Etwas womit Stan am wenigstens gerechnet hatte und sein Bild über ihn erneut überdenken musste.
      Auch wenn es Stan niemals zugeben würde, in diesen Moment hatte Janon wirklich...Cool auf ihn gewirkt....
      Nun glaubte aber Stan wirklich sein Verstand wurde in Mitleidenschaft gezogen, selten bis nie hatte er jemand als Bewundernswert empfunden. Besonderes da er nicht vergessen wollte das Janon der Grund für dieses Desaster war. Irgend jemand musste schließlich der Schuldige sein,..

      "Deine einzige verdammte Aufgabe ist es von hier zu verschwinden! Ich kümmere mich um Liam!“
      Mit einen bestimmenden stoß entkam er den Fängen dieses Monsters und näherte sich dem rettenden Licht in welches auch Oscar und Beni verschwunden waren.
      Allerdings dachte Stan nicht daran auf ihn zuhören und warf sein Blick zurück...Konnte er ihm vielleicht vertrauen das Janon sein Wort gegenüber Liam hielt?!
      Er bezweifelte es...So sehr das er es in Kauf nahm damit sich erneut in Gefahr zugegeben.
      Stan musste seine gesamte Wahrnehmung über Janon Müntzer völlig neu ordnen. Da war mehr als nur ein Monster. Da war jemand, der bereit war, für einen anderen durch die Hölle zu gehen. Selbst wenn die Gründe dafür wohl eher Egoistischer Natur waren.


      Für Liam, der noch immer in der massiven, dunklen Hülle von Achim steckte, brach in diesem Moment die Welt vollends zusammen....
      "Liam... es wird Zeit, dass du dich von meinem Vater löst. Diese Rolle passt überhaupt nicht zu dir“
      Die Worte trafen Liam wie ein kalter, nasser Lappen ins Gesicht. Die Rolle passte nicht zu ihm? Ein verzweifeltes, schmerzhaftes Wimmern erstickte in seiner Kehle. Janon hatte ihm doch zuvor schon unmissverständlich klargemacht, dass auch die Rolle al süßes Suga Babe nicht passend gewesen war, auch als Club Besitzer von The Cage sah er ihn nicht, da war er sich sicher.... Ein dunkler Strudel aus Identitätsverlust riss Liam in die Tiefe. Wer... wer war er denn dann überhaupt noch? Wenn er weder der sanfte Liebhaber noch das besitzergreifende Monster sein durfte... was blieb dann von ihm übrig? Er fühlte sich vollkommen verloren, ein Geist ohne Daseinsberechtigung. Janon verwirrte ihn so sehr, dass Liam begann, sich selbst komplett zu vergessen.
      Welche Rolle hatte er in Janons Leben?!

      Er sah wie Janon seine Maske in die Flammen warf, er konnte spüren das etwas bedeutsames damit zusammen hing auch wenn er denn Wert welche diese für Janon hatte nicht ganz begriff.
      "Mir ist da gerade etwas klar geworden... Ich bin ein verdammter Idiot. Nur wegen mir... bist du überhaupt erst zu Achim geworden. Einfach nur, weil ich versucht habe, dich auf seinen Platz zu drängen... Ha... haha...“
      Nach Lachen war Liam überhaupt nicht zur Mute obwohl er spürte das Achim gerade si Herzhaft lachen wollte, dass er gänzlich den Verstand verlieren würde und dem Wahn verfiel....

      "Nein, Liam. Du könntest meine Liebe niemals ersetzen. Eine Liebe zwischen uns käme viel zu spät. Egal wie sehr du es auch versuchst, es gibt keinen Platz für dich in meinem Herzen...Ich würde dich nur verletzten. Dieses beschissenes Aussehen beweist es nur zu gut."
      Jedes Wort war wie ein weiterer Stoß mit dem Speer, direkt in sein weiches, blutendes Herz. Tränen, die Achims Körper nicht weinen konnte, fluteten Liams Seele. Keinen Platz in seinem Herzen. Es war die absolute, endgültige Zurückweisung. Er hatte alles gegeben, hatte seine eigenen Grenzen überschritten, hatte sich in dieses Monster verwandelt, nur um Janon nahe zu sein und es war alles umsonst. Liam wollte einfach nur noch vergehen, sich in Rauch auflösen....
      Doch dann änderte sich Janons Tonfall. Die Härte wich einer ungekannten, zerbrechlichen Sanftmut.
      "Du bleibst mein Babe...denn hast du und er absolut nichts gemeinsam...Ich...habe keine Ahnung was je in mich gekommen war, dass ich daran gezweifelt habe. Liam...Ich mag dich...und genau deswegen möchte ich, dich vor mir und meiner Liebe beschützen."
      Liam stockte der Atem. Mein Babe. Der Kosename, nach dem er sich so unendlich verzehrt hatte, glitt wie Balsam über seine geschundene Seele. Janon hasste ihn nicht. Er wies ihn nicht ab, weil Liam wertlos war. Er stieß ihn von sich, um ihn zu beschützen. Vor sich selbst. Vor dem Gift, das sein Vater in Janons Herz gepflanzt hatte. Eine warme, bittersüße Erkenntnis durchströmte Liam, und der dicke Knoten der Verzweiflung in seiner Brust begann sich langsam zu lockern....

      "Achja...Ich bin dir noch drei Dinge schuldig, die ich an dir liebe, richtig?... Habs in deinen Augen gesehen, wie sehr dich meine Antwort mit dem Pfirsichhintern abgefuckt hat, haha! Ich habe mich damals zurückgehalten, damit du es nicht in den falschen Hals kriegst...Aber lass mich dir doch hineindrücken, an was ich damals gedacht hatte:...."
      Liam konnte es nicht fassen.
      Die Enttäuschung welche Liam empfunden hatte als Janon wirklich kaum etwas nennenswertes über ihn sagen konnte... Janon hatte sie nicht vergessen. Er hatte genau gesehen, wie sehr Liam diese oberflächliche Antwort damals verletzt hatte.
      Sein Herz pumpte stärker als hätte Janons Worte es gerade wieder zum Leben erweckt....


      "....Du bist zuckersüß, ein Ebenbild von Schönheit, selbst in den lumpigsten Kleidern und den muffigsten Mülltonen. Ich mochte es schon immer wie du dich nicht unterkriegen lässt, obwohl du genauso in einem tiefen Loch von Scheiße gesteckt hattest wie ich. Deine Stärke war dir immer förmlich anzusehen - sie war ehrlich und knallhart, obwohl du sooo schmächtig warst. Ich hatte schon immer Respekt vor dir...."
      Jetzt brach der letzte widerstand in Liam. Tiefe, unaufhaltsame Emotionen überrollten ihn. Ein weinerliches Schluchzen durchbebte seinen Geist. Janon sah ihn. Er sah nicht nur denn Anhängsel, die erdrückende Liebe die er nicht für ihn empfinden sollte oder nur ein Sexspielzeug. Er sah Liams Stärke, seinen Kampfgeist, seine wahre Schönheit. Es war das ehrlichste, tiefgründigste Geständnis, das Liam jemals in seinem Leben erhalten hatte. Es ergriff ihn so sehr, dass er vor purer, schmerzhafter Rührung weinen wollte.

      Und dann zog Janon ihn heraus. Wie durch ein Magisches Wunder...Ein Ertrinkender, der endlich an die Wasseroberfläche gezogen wurde, löste sich Liams Bewusstsein aus der dunklen, erdrückenden Hülle von Achim. Er war wieder er selbst.
      Er spielte keine Andere Rolle...
      Als er in Janons Augen blickte, fühlte Liam zum ersten Mal seit Ewigkeiten, dass Janon IHN ansah. Den wahren Liam. Und in diesem magischen Augenblick erkannte Liam auch seine eigenen, unverfälschten Gefühle wieder. Keine Besessenheit. Keine Abhängigkeit. Sondern reine, aufrichtige Liebe die man für jemand empfand denn man unsagbar gern hatte.
      Doch diese freude währte nur kurz. Janons nächste Worte klangen unheilvoll.

      "Ich habe dich manipuliert, dir nie Chancen gegeben an meinen Worten zu zweifeln und dich mit meiner angeblichen Stärke angelogen, damit du immer nur das Beste von mir denkst. Ich war derjenige, der dich an mich binden wollte, weil ich einen Ausweg aus dieser Liebe gesucht habe. Aber...Es ist unmöglich. Ich habe es jetzt verstanden, meine Angst wird nie verschwinden, einfach ersetzen klappt nicht. Es ist absolut unmöglich ein vernünftiges Leben zu führen....ich werde auf ewig ein Gefangener sein."
      Liams Herz begann panisch zu rasen. Der Klang in Janons Stimme... das war kein Versprechen auf eine gemeinsame Zukunft. Das klang wie ein dramatischer, endgültiger Abschied. Ein Schauer der Angst jagte über Liams Rücken. Janon plante etwas Furchtbares....Fast wie jemand der sich das Leben nehmen wollte...Wie ein Tode veruteilter.
      Alles in Liam wollte ihm widersprechen und am liebsten von Achim wegzerren...Davon zu laufen hatte sich wie die endgültige Lösung angefühlt doch nun...Bekam Liam das Gefühl das damit Janon niemals geholfen sein würde.

      "...Solange dieses Monster noch lebt werde in der Dunkelheit verrotten. Ich bin an ihm gebunden, deswegen brauche ich keinen Ausgang zu suchen, noch habe ich es nicht geschafft. Wenn ich dieses Monster mit meinen eigenen Händen umbringe, dann...werde ich erst frei sein. Selbst wenn ich mit ihm draufgehe. Das wird es wert sein! Es ist...mein Schicksal...meine Sünde, weil ich zu oft selbst zugesehen habe...zu oft feige war...Aber ich werde es schaffen ein noch schlimmeres Monster zu werden...denn nur ein schreckliches Monster kann ein anderes Monster vergiften. Dabei ist es mir scheiss egal, wie viele Leute wegen mir noch leiden werden...solange ich meine Rache erhalte!"
      "Nein...", flüsterte Liam leise, mehr zu sich selbst denn er wusste er hatte in diesem Moment nicht die Kraft Janon von diesen Gedanken abzubringen.
      Warum musste es Janon Schicksal sein...?



      Obwohl Janon so klang als hätte so viel in dieser Zeit wie sie in dieser Welt gefangen war begriffen, fühlte es sich für Liam an als stünde er vor einen zerstörten Puzzle, bei dem er nicht wusste wo er anfangen sollte um es zu einem ganzen Bild zu formen...Es war zu viel passiert, so viele Dinge laut ausgesprochen die über Jahre in ihren Herzen versiegelt geblieben war...Und dazu gab noch immer viel zu vieles was Liam sagen wollte.
      Der Anblick von Janons, Kaltblütigkeit Seite, schüchterte Liam nicht ein, er war sich Bewusst was für ein Monster er war...Das Änderte sich nichts zu seiner Zuneigung aber es stiegerte seine Angst um ihn.

      "Yuhan, die Flammen sind stark - was hast du nur angerichtet?! Ich kann nicht zulassen dich noch einmal wegen einem Brand zu verlieren."
      Ein Name fiel denn Liam noch nie zuvor gehört hatte...Achim schien noch immer an Janon zu Appellieren aber Äußerlich zeigte Janon nicht das ihn Achim nur Ansatzweise kontrollieren konnte. Es kam ihn vor als wäre Janon nur noch stärker geworden...

      "Jetzt verpisst euch endlich, bevor wir noch in die nächste Szene geschleudert werden und ihr mit Mason verstecken spielen dürft. Es ist meine Geschichte, nicht eure. Ihr wart nie die Figuren dieses Stücks gewesen. Aber für den beschissenen Einsatz...bedanke ich mich."
      Janon wollte ernsthaft das sie ohne ihn gingen...!
      Liam konnte das nicht zulassen!!
      Er machte einen verzweifelten Schritt auf Janon zu, wollte sich ihm entgegenwerfen, ihn aus der Dunkelheit zerren.Doch im selben Moment schloss sich eine Hand eisern um seinen Arm. Es war Stan. Der Butler hatte sein Zögern gesehen und ihn im letzten Moment gepackt.Ein zerreißender Zwiespalt entbrannte in Liam. Er wehrte sich, blickte flehend zu Stan auf. Durch das helle Licht des Ausgangs schimmerte Stans wahre, kühle Gestalt hindurch.
      Liam öffnete die Lippen, formte lautlos die verzweifelten Worte: "Wir können ihn nicht in der Dunkelheit allein zurücklassen..."



      Stan sah ihn mit einem tiefen, ernsten und unnachgiebigen Blick an. Seine Stimme war leise, aber fest:
      "Du... musst seine Entscheidung und seine Gefühle akzeptieren, Liam."
      Stans Griff lockerte sich ein wenig. Er wollte Liam nicht mit Gewalt zwingen. Wenn Liam wirklich bleiben wollte, würde Stan ihn nicht aufhalten. Doch Liam blickte noch ein letztes Mal auf Janons Rücken. Er verstand, dass dies Janons ureigener Kampf war. Ein Kampf, den er allein ausfechten musste, um jemals wirklich frei zu sein. Schweren Herzens, mit Tränen in den Augen, wandte sich Liam ab. Zusammen mit Stan ließ er sich in das helle, rettende Nichts fallen....


      "...Ohne euch wäre ich wohl nicht so weit gekommen."
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      Oscar Bell & Liam Petrow
      Rhys Bell & Livius Petrow & Raimondo Mount

      Das gleichmäßige, klinische Piepen der Monitore erfüllte mit den Raum wo die drei belegten Betten standen....
      Liam und Oscars Betten standen nebeneinander, direkt gegenüber von Janon.



      Beatmungsschläuche in ihren Hälsen. Draußen auf dem steril beleuchteten Flur stand Rhys Bell, Oscars Vater. Er trug seinen Arztkittel, doch er wirkte um Jahre gealtert. Tiefe Schatten lagen unter seinen Augen....
      Er durfte dieses Zimmer nicht betreten. Die Krankenhausrichtlinien untersagten es ihm strikt, Familienangehörige zu behandeln. Die emotionale Befangenheit war ein zu hohes Risiko. Doch für Rhys fühlte es sich an wie eine weitere grausame Bestrafung in seinem Leben. Er dachte an Tracy, seine verstorbene Frau.... Er dachte an Mason, der auf der Intensivstation dem Tod nur knapp entronnen war. Und nun lag sein krimineller Sohn Oscar hier, Tage lang im unerklärlichen Koma. Rhys graute es vor dem Tag, an dem man ihn fragen würde, ob man die Maschinen abstellen müsste....



      Er hatte als Vater endgültig Versagt....
      Mit Lebensmüden Blick sah er wie einer der Besucher aus dem Zimmer stürmte um ein Doktor zu holen.
      ....?
      Könnte es sein das----
      Plötzlich schrillte ein Alarm aus dem Zimmer. Der Monitor an Liams Bett veränderte seine Frequenz. Die Beatmung warf unregelmäßige Kurven auf den Bildschirm.
      Liam war der Erste, der die Augen aufschlug. Das grelle Neonlicht brannte schmerzhaft auf seinen Netzhäuten. Er blinzelte panisch. Die sterilen weißen Wände, der Plastikschlauch in seinem Hals, die Angst, an einem fremden, feindseligen Ort aufzuwachen, schnürte ihm die Kehle zu....Vielleicht erfolgte ein weitere Etappe dieses Alptraumes?!
      Doch dann sah er die Anderen Betten...Oscar und Janon die genau wie er an Schläuchen hingen.
      Die Anwesenden Freunde von Janon...Waren...:Sie endlich wieder in der Realität?!
      Tränen der Erleichterung, aber auch des tiefen Phantomschmerzes liefen unaufhaltsam über sein Gesicht. Er erinnerte sich an die Dunkelheit. An den Speer. An Janons Abschied.



      Der herbeigeeilte Arzt beugte sich sofort über ihn.
      "Ganz ruhig. Sie sind im Krankenhaus. Es ist Montag, der 24. März. Alles ist gut", sprach er behutsam, während er Liam vorsichtig den Atemschlauch aus der Kehle zog.
      Liam hustete gequält. Als der Arzt ihm mit einer kleinen Lampe in die Augen leuchtete, stockte der Mediziner.
      Eigentlich wollte er nur die Pupillenreflex überprüfen...
      Liams Augen, normalerweise von einem warmen Gelb, hatten sich massiv verfärbt. Das rechte Auge war nun braun mit einem feinen, grauen Ring. Das linke jedoch leuchtete in einem beunruhigenden Rot...
      Zusammen mit dem Rätselhaften Koma war diese Nachwirkung ein weiteres Rätsel für den Arzt.
      Der Arzt murmelte etwas von unerklärlichen Nachwirkungen des Bewusstseinsverlustes....Aber Liam konnte in den Augenblick nur an eines denken...



      Janon...Wird doch auch gleich Aufwachen...Oder?
      Die sorge das er für immer in diesen Albtraum gefangen blieb war grausam, er hatte kein Kopf dafür sich über sich selbst Gedanken zu machen.

      Draußen auf dem Gang tippte Rhys erschöpft auf seinem Handy. Er schrieb Harvey, dass er nach Oscar sehen sollte. In diesem Moment kam Livius, Liams Adoptivvater, den Flur hinunter. Er besuchte seinen Sohn ebenfalls täglich sobald er nicht in Polizeieinsatz musste.Als Livius den Tumult und die Ärzte sah, blieb er fassungslos vor seinem Bruder Rhys stehen. "Sie sind wieder wach?! Warum stehst du hier draußen und gehst nicht rein?", fragte Livius erstaunt und vorwurfsvoll.



      Durch die ganze Sache waren die zerstrittenen Brüder mehr oder weniger gezwungen gewesen wieder aufeinander zu treffen und zu reden...
      Der Anblick seines Älteren Bruder löste in Livius gemischte Gefühle aus. Immer hatte er zu ihm aufgeblickt und zu sehen was aus ihm geworden war...War eine bittere Pille die er nicht schlucken wollte.
      Es machte ihn Wütend....Und zugleich konnte er Rhys ansehen das er ihn immer noch nicht das damals mit Oscar vergeben konnte.
      Rhys hob nicht einmal den Blick vom Handy. "Heute nicht im Polizeidienst? Aber nein... ich habe Harvey schon geschrieben, er wird nach Oscar schauen. Ich bin nicht sein behandelnder Arzt und habe da drinnen nichts zu suchen", antwortete er eiskalt. Die familiäre Kluft zwischen den beiden Brüdern schien sich nur zu verdicken.



      Livius starrte ihn fassungslos an.
      "Ich meine nicht als Arzt, sondern als Oscars Vater! Denkst du wirklich immer nur an deine verdammte Arbeit?!"
      Rhys hob langsam den Kopf. Sein Blick war stechend.
      "Hältst ausgerechnet du mir einen Vortrag darüber, ob Familie vor der Arbeit steht?"
      "Ja! Das tue ich du Zombie!! Ich wiederhole es für dich gern auch ein Millionen mal! Oscar zu verhaften war die einzige richtige Lösung um ihn seine Taten vor Augen zu führen! Du warst nie für deine Sohne da weil du dich in deinem Kummer ertränkst! Jetzt bist du erneut zu feige in dieses Zimmer zu gehen!"
      , schmetterte Livius sofort zurück.



      Fassungslos griff sich Rhys an die Stirn, er hatte mehre Tage wieder nicht geschlafen...Die Übermüdung zerrte an seinen Nerven.
      "Hör auf dich aufzuspielen als wüsstest du was das richtige ist! Du klingst genau wie Vater, seine Einstellung hat in am Ende das Leben gekostet...Oscar hat sich selbst für dieses Schicksal entschieden, in Einzusperren hat ihn doch nur weiter auf die schiefe Bahn gebracht....Es gibt für diesen Taugenichts keine Rettung mehr, er wird irgendwann an diesen verdammten Drogen oder wegen der Mafia sterben....Du hättest einfach als sein Onkel für ihn da sein sollen...Er braucht seine Familie und keinen Möchte-gern Polizisten der sich an das Gesetzt klammert das sowieso nichts als Dreck ist..."



      Livius Wut kochte über: "Deine störrische Art ist wirklich das aller letzte, merkst du nicht selbst wie du dir selbst widersprichst?!"
      Bevor Livius etwas weiteres erwidern konnte, drängte sich eine massive, finstere Gestalt an ihnen vorbei. Es war Raimondo Mount. Durch das ganze Insel geschehen fand dieser heraus, dass sein verloren geglaubter Sohn Liam all die Jahre in der Obhut von Livius gelebt hatte. Raimondo warf den beiden Brüdern verachtende Blicke zu.
      "Geht zur Seite. Ich will im Gegensatz zu euch meinen Sohn sehen. Wie ein richtiger Vater."



      Es war ein schmerzhafter Seitenhieb gegen Livius, der den Blick senkte. Nach der ganzen Offenbarung hatte der Lehrer eine Standpauke gehalten, wie grottig seine Polizeiarbeit gewesen war....
      Er hatte nie gewusst, dass Raimondo nach Liam gesucht hatte. Durch den Familien streit der Bells...Zog es einige Probleme mit sich.
      Nachdem ganzen Familien Konflikt hatte sich auch Raimondo zurück gezogen, nachdem seine Schwester Tracy fort war gab für ihn kein mehr Grund mit der gestrittenen Familie Bell noch Kontakt zu halten. Wäre der Kontakt noch da gewesen....Sähe die jetzige Situation gewiss Anderes aus.
      Rhys sah Raimondo finster hinterher und zischte dann Livius zu:
      "Und wieso hast du ihn nicht verhaftet? Wegen ihm liegt Mason noch immer im Krankenhaus..."
      Livius schluckte schwer.
      "Es... ich...", stammelte er und suchte nach einer Ausrede. "...Es liegt keine direkte Anzeige vor und..."



      Wieso ließ Rhys es erneut so verwerfend klingen als hätte Livius als Polizist versagt!
      Er konnte doch den Lehrer nicht ohne Handfeste beweise festnehmen...Die Wiederaufnahmen von Masons Insel wurden noch nicht Freigeben und auf der Pistole waren viele Fingerabdrücke...
      "Es hat nichts damit dazu das er---",setzte Livius zur verteidig an aber Rhys schnaubte verächtlich und wandte sich ab.

      Im Zimmer trat Raimondo an Liams Bett. Der Arzt der gerade mit ihm sprach sah auf. "Sind Sie ein Familienangehöriger?"
      Raimondo atmete schwer, sein Blick war mehr als ernst.
      "...Ja. Ich bin sein Vater."



      Liam blickte irritiert auf.
      Er dachte sofort an Livius, er hatte vorhin seine Aufgebrachte Stimme aus dem Flur gehört aber das hier....
      "Ähm... Entschuldigung, aber Sie sind nicht mein Vater."
      Was war das denn jetzt hier für ein merkwürdige Situation...?
      Warum kam ein Wildfremder ins Krankenhaus? Hatte er sich im Zimmer geirrt?
      Aber...Dieser Mann schaute ihn so überzeugt an....
      Wieso wurde ihm jetzt so komisch?
      Ihm wurde Übel....Das waren sicher die Nachwirkungen des Koma....
      "...Sie--- Verwechseln mich....Ich bin nicht ihr Sohn...."



      Warum kam Livius nicht endlich rein und löste diese unangenehme Verwechslung??
      "Uhh--hah...Verdammt das tut echt weh!", jauchze Raimondo und seine strenge Mine fiel sogleich.
      So hatte er sich das Glückliche wiedersehen mit seinem Sohn nicht vorgestellt! Aber das nicht einmal zögerte tat echt weh!
      "So hart wurde ich schon lange nicht mehr abgewiesen...."



      "Ahh... Ich weiß, das kommt jetzt merkwürdig. Es sind auch viele Jahre her, aber..."
      Raimondo begann zu sprechen. Er erzählte Dinge, die tief in Liams Unterbewusstsein vergraben waren. Er sprach von der Zeit, als Liam noch klein war. Von seiner kleinen Schwester Mirella . Er erzählte, wie er Liam immer huckepack getragen hatte, weil der kleine Junge hohe Orte so sehr liebte und dabei so herrlich lachte.
      Bei diesen Worten brach in Liams Verstand etwas auf. Wie ein wärmender Sonnenstrahl durchbrach eine Erinnerung den dichten Nebel....
      Er liebte wirklich hohe Orte....



      Er wollte dem Himmel und der Sonne immer ganz Nahe sein! Es fühlte sich an als könnte er die Wolken berühren.
      Das hatte er selten jemand Anderen erzählt.
      Er sah sich selbst als Kind, fröhlich lachend an einem großen Fenster stehend.
      "Ich liebe hohe Orte! Ich will gern so hoch hinaus und alle um mich glücklich machen!"

      Diesen Kindischen Wunsch hatte er beinahe vergessen....
      Es war ein wunderschöner, reiner Moment. Er erinnerte sich!
      Er war nicht nur das ausgesetzte Waisenkind, nicht nur die Hülle für Achim. Nicht nur der verliebte Junge, der immer zu an Janon dachte...
      Liam hatte eine echte Identität vor dem ganzen gehabt!



      Bei der Erinnerung merkte Liam nicht diese dunkle Präsents die ihm aus dem Alptraum in die Realität verfolgte wie ein dunkler Schatten...
      Er...Schien sich darüber zu erfreuen das Liam neue Selbstbewusstsein tankte und sich daran erinnerte wer er eigentlich wirklich war.
      Raimondo unterbrach seine Gedanken. "Deine Augen..."
      Der Lehrer erinnerte sich genau an die Augenfarbe seines Sohnes....Aber diese war vollkommend verändert.
      Trotzdem wusste er das kein Irrtum sein konnte. Das war sein Sohn!



      Der Arzt erklärte hastig die Anomalie, doch Raimondo lächelte Liam nur warm an.
      "Sie passen zu dir. Du warst schon immer etwas ganz Besonderes. Es ist nicht schlimm, dass du dich nicht sofort an alles erinnerst. Ich bin einfach nur glücklich, dass du noch lebst und wohlauf bist. Das ist alles, was zählt."
      Zu wissen das Liam nicht in einem schrecklichen Unfall sein Leben verloren hatte oder von irgendwelche miesen Gauner in die Finger gekommen war...
      Zwar verletzte es ihn zu tiefst das nie miterlebt hatte wie Liam groß geworden ist aber...
      "...Du bist wohl jetzt richtig Erwachsen geworden, Liam."



      Ein gewaltiger Damm brach in Liam. Er begann hemmungslos zu weinen, wischte sich mit zitternden Händen über das Gesicht und schluchzte:
      "Ich... ich erinnere mich..."
      Die Tränen liefen ihm immer weiter über das Gesicht.
      "Es tut mir so leid, dass ich den Weg nicht zurück nach Hause gefunden habe..."
      Er hatte so lange, so verzweifelt gesucht, nachdem seine Mutter ihn ausgesetzt hatte. Er hätte nie zu hoffen gewagt, seinen leiblichen Vater jemals wiederzusehen.
      Es fühlte sich alles noch immer so Unreal an....
      War er immer noch in dieser Verdrehten Welt?
      "....Ist das...Real? Bist du wirklich hier...?",fragte er schluchzend.



      Raimondo blendete alles um sich herum aus, er beugte sich vor und schloss seinen weinenden Sohn fest und bedingungslos in die Arme.
      "Ich bin wirklich hier.", sprach er beruhigend.
      Genau in diesem hoch emotionalen Moment riss im Nachbarbett Oscar die Augen auf.
      Er blinzelte benommen.... Irgendwer weinte hier so erbärmlich laut, dass es in seinen Ohren klingelte...
      Oscar wollte am liebsten knurren das die verdammt noch mal die Fresse halten sollten!
      Aber er hatte irgendwas in seinem Mund das ihm das sprechen erschwerte!



      Ohne zu überlegen und völlig ungeachtet der Anweisungen des anwesenden Arztes, riss sich Oscar den verfluchten Atemschlauch selbst aus der Kehle. Er hustete röchelnd, stützte sich ab und sah sich um.Die klinisch weißen Wände. Die piependen Monitore. Der Geruch nach Desinfektionsmittel.Krankenhaus.
      In den Augenblick fühlte es sich für Oscar an als wäre aus ein richtig geilen Drogen-rausch in einem Alptraum aufgewacht....
      Schlagartig wich alle Farbe aus Oscars Gesicht. Er, der knallharte Ex-Häftling, der keine Schlägerei scheute, spürte, wie eine irrationale, eiskalte Panik in ihm hochkroch. Oscar hasste Krankenhäuser. Sie waren Vorhöfe zur Hölle....!!



      "Verfickte Scheiße, lass mich sofort raus hier!!!", brüllte er aus voller Lunge.
      Er stieß den perplexen Arzt grob zurück, schwang die Beine aus dem Bett und wollte auf der Stelle aufstehen.
      Natürlich nicht die klügste Entscheidung.
      "O-oscar beruhig dich!", krächze Liam viel zu leise beim versuch den Blonden Giganten daran zu hindern gleich aus dem Fenster zu springen.
      "Mr. Bell, Sie müssen liegen bleiben! Ich rufe Verstärkung!", rief der Doktor panisch.Oscar wehrte sich mit Händen und Füßen, genau wie der kleine, in die Enge getriebene Janon in der dunklen Zelle. Er fletschte die Zähne.
      "Fass mich nicht an! Was für ein Scheiß... Ich brauche kein Arzt! Ich verpiss mich...", knurrte er voller Rebellion, während er sich brutal die restlichen Sensoren und Kabel von der Brust riss.

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      Stan L. & Thalorian Veythar

      Ein kühler, angenehmer Windhauch wehte durch das Fenster.... Stan hatte die Augen noch immer geschlossen.
      Der weiche Lederbezug des Sofas roch nach altem Papier und feinem Tee.Er lag in der Detektei von Thalorian. Der elegante Detektiv saß auf seinem bequemen Lieblingsstuhl und liest gerade in einem Roman.



      Er hatte extra für die Zeit wie Stan noch im Traum feststeckte seine sein Büro zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich würde dem armen Izarra noch eine nette Rechnung zu winken. Mit dem Geld würde er sich diese neue Schallplatte kaufen die er auf Amazon gesehen hatte...
      Das war eben die Dienstleistung die er eben freundlicherweise bot damit wie Lyons Familie dachte ihr Butler wäre auf einer wichtigen Fortbildung, er selbstverständlich für Ersatz gesorgt hatte indem er einen seiner Klone einspringen ließ und er damit Stan ersparte in Krankenhaus zu landen wo die Ärzte sowieso nicht wusste was los war...Nicht das man versehentlich versuchte ihn mit Gewalt zu wecken und es zu Problemen kommen könnte.



      Interessanterweise war Izarra früher wach geworden, besser gesagt hatte man ihn freundlichst aus dem Traum geworfen....
      Wie zu erwarten wollte der Kind des Sternchen nicht das seine Mutter sich einmischte.
      Das ganze war wirklich äußerst...Unterhaltsam Informativ.
      Izarra sagte er dann auch das unglaubliche Spuren von seinem Sohn nun erhalten hatte und mit sicherheit diesen Monat finden würde.
      Andererseits...Nächsten Monat kam das nächste Band seiner Lieblings Romans raus...Vielleicht verschob er das ganze noch um ein paar---

      "Urgh...", ertönte es stöhnend von Stan als dieser langsam zu sich kam und die Hand ins Gesicht hielt.



      Unbeeindruckt vom Erwachen des Butlers Blickte der Detektiv von seinem Buch auf.
      Das war wirklich eine Erstaunlich lange Zeit für jemand der wohl zuvor kaum mit Magie in Berührung gekommen war. Aber nicht anderes von solch Kraftvollen Seele zu erwarten. Einen Normal sterblichen hätte es das wohl Wortwörtlich aus dem Leben gerießen!
      Stan versuchte sich zusammen, seine Gedanken zu orndnen und sich daran zu erinnern was eigentlich zu letzt passiert war.
      "Einen angenehmen guten Morgen und ein gutes Erwachen", begrüßte ihn Thalorian höflich



      Still beobachtete er ein wenig Stan gemüht...Wie viel er diesem Logiker verraten konnte und wie viel Übernatürliches er verkraftet.
      Selbstverständlich könnte er ihm eine Lüge auftischen, er wüsste einige und sicherlich würde die ein oder andere ihn überzeugen...Doch war Zeit das sein guter Freund endlich begann wirklich zu erwachen.
      Stan blinzelte benommen. Der Traum... Janon...die Flammen, das Set, Wyatts zerstörte Karriere... es hing ihm noch tief in den Knochen. Er war völlig durcheinander, sein analytischer Geist suchte verzweifelt nach Fakten, um das Erlebte zu ordnen.
      "Du hast sicher viele Fragen", erklärte Thalorian besänftigend und setzte sich seinen Hut auf nachdem er gelassen das Buch geschlossen hatte. Er trat einen Schritt näher.
      Stan ignorierte seine eigene Verwirrung. Sein Pflichtbewusstsein sofort die Kontrolle. Er musste wissen, wie es um Izarra stand danach konnte er sich um die Anderen Gedanken machen und wenn noch Zeit blieb für sich selbst
      "...Ist... Izarra...", krächzte Stan mühsam als allererste Frage. So gelassen wie der Mann gerade ihn anschaute spürte er das dieser mehr wusste.




      Thalorian lächelte beruhigend und drückte Stan mit einer sanften Handbewegung sanft zurück in die Polster des Sofas.
      "Keine Sorge. Izarra ist bereits vor ein paar Tagen erwacht. Ich habe mich um euch gekümmert. Komm erst einmal in Ruhe wieder in der Realität an, mein Freund~ Der Kaffee ist gleich fertig."
      Believe Me ~

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      Janon Müntzer
      Bradford Timo Torres & Russell Baker & Travis Stark & Mason Rose

      Umhüllt von vollkommener Dunkelheit machte Janon sich auf alles gefasst. Er würde sich seinem Vater niemals ergeben. Sollte es zum Kampf kommen, würde er jeden Funken seiner Kraft entfesseln. Noch wusste er nicht, welches Grauen ihn im Inneren dieses Schlundes erwartete. Sein Vater zerrte ihn unerbittlich weiter und murmelte Unverständliches vor sich hin – oder weigerte sich Janons Verstand schlichtweg, die Worte zu begreifen? Immer wieder fiel nur dieser eine Name: Yuhan. Janon ballte die Hände zu Fäusten. Er musste die Angst ersticken... sie tief in seinem Inneren versiegeln.
      Was auch immer kommen mochte, er war bereit dazu es zumindest zu riskieren.



      "W-was ist...das?"

      Doch was ihn im Inneren erwartete, überstieg alles, was Janon sich jemals ausgemalt hatte. Er war fest davon ausgegangen, hier endlich seinem Ziel näherzukommen: dem Tod seines Vaters. Doch nun... fassungslos klappte ihm der Kiefer herunter. Was war das für ein Ort? Dieses strahlende Licht... Er spürte, wie Achims Griff sich veränderte. Die Hand, die ihn hielt, drückte ihn nun fester, aber auf eine zärtliche, geradezu beschützende Art, völlig frei von dem Zwang von zuvor.Solche Gedanken waren Janon völlig fremd. Er hatte noch nie ein so reines Licht erblickt. Zeigte sich ihm hier etwa... sein wahrer Wunsch? Jenes innige Verlangen, das von dem Gift in seinem Herzen so lange überdeckt worden war?Ein warmes Brennen stieg in seine Wangen und ein fremdes Kribbeln erfüllte seinen Bauch. War das alles nur ein grausamer Trick? Er wusste es nicht. Er wusste nur dieses eine: Mit einem Mal empfand er in diesem Traum eine grenzenlose Geborgenheit.Er fühlte sich... angekommen. Zu Hause.

      zu....Hause?




      Sein Herz...es wollte nicht zurück in die Realität.

      Verwirrt starrte Brad auf den Monitor mit Janons Herzfrequenz. Warum schossen die Werte plötzlich so rapide in die Höhe? Lebensbedrohlich schien es noch nicht zu sein, andernfalls hätten die Ärzte sie längst alle aus dem Zimmer gescheucht. Doch der Kerl im Bett spannte sich sichtlich an – Brad konnte genau beobachten, wie Janon die Hände so fest zu Fäusten ballte, dass seine Knöchel schneeweiß hervortraten. Und als wäre das nicht schon irritierend genug, spielte sich parallel die schnulzigste Geschichte seit Langem ab. Brad verstand nicht ganz, wie es dazu gekommen war, aber anscheinend hatte Janons Freund ziemliches Glück im Unglück gehabt: Er hatte wohl gerade seinen wahren Vater wiedergefunden.

      "...Du bist wohl jetzt richtig Erwachsen geworden, Liam."

      "....Ist das...Real? Bist du wirklich hier...?"

      "Ich bin wirklich hier."

      Bei so viel kitschiger Vater-Sohn-Harmonie drehte sich ihm förmlich der Magen um. Brad griff nach Janons Hand und strich beruhigend darüber, in der Hoffnung, dass die Anspannung endlich aus dessen Körper wich. Wach bloß nicht auf, Bro. Das würdest du nicht verkraften“, murmelte er ihm zu – ehrlich und extra laut, damit die beiden anderen, die ohnehin in ihrer eigenen Welt lebten, es auch ja mitbekamen. Brad wusste genau, wovon er redete; er hatte einen genauso beschissenen Vater abbekommen wie Janon, auch wenn ihre Erzeuger jeder auf eine andere Art völlig irre waren. Zu sehen, wie Liam da drüben herumkuschelte, machte Brad einfach nur aggressiv. Warum mussten sie auch 3 Penner in einem Raum einsperren, am liebsten hätte er seinen Freund einfach wegtransportiert. Wo waren den bitte die heißen Krankenbrüder? Warum kommen ständig hierher nur Väter?



      "Verfickte Scheiße, lass mich sofort raus hier!!!"

      Währenddessen blendete Russell die emotionale Vater-Sohn-Reunion komplett aus. Für ihn waren die beiden quasi durchsichtig. Seine ungeteilte Aufmerksamkeit galt Oscar, der sich gerade aufrappelte und sich die Kabel von der Brust riss – und das mit blankem Hintern, da das bescheuerte Krankenhaushemd hinten natürlich offen war. Wow. Was für ein Ausblick!„Heyy~~ Ich übernehme das liebend gern, dieses große Biest ans Bett zu fesseln!“, rief er den überforderten Pflegern hilfsbereit zu.Schwungvoll krempelte er die Ärmel hoch und ließ voller Vorfreude die Knöchel knacken; er konnte es kaum erwarten, das Kerlchen ein bisschen abzutasten. Es war ohnehin fast schon Tradition: Bei jedem Besuch hatte er heimlich Oscars gewaltige Brustmuskeln befummelt und sich gute fünf Minuten Zeit für eine ausgiebige „Massage“ genommen. Ein absolut himmlisches Gefühl. Um noch einmal Hand anlegen zu dürfen, nahm er auch bereitwillig ein paar blaue Flecken in Kauf. Ohne zu zögern, krallten sich seine Hände als Erstes zielsicher in Oscars breite Hüften.



      Draußen vor dem Zimmer, wo Livius und Rhys gerade dabei waren, sich brüderlich in die Haare zu kriegen, tauchte plötzlich noch jemand auf. Ohne Vorwarnung schnappte er sich die beiden Männer, nahm sie unerbittlich in den Schwitzkasten und zerrte sie kurzerhand in Richtung des Krankenzimmers.
      „Dass ihr hier so entspannt rumsteht, heißt wohl, die Babys sind wieder wach!“, stellte er bestens gelaunt fest. Ihm fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Wären die drei Jungs nicht mehr aufgewacht, hätte man ihm garantiert ewig die Schuld in die Schuhe geschoben, nur wegen dieses dämlichen Spiels vorhin. Dabei war Mason inzwischen fest davon überzeugt, dass sich die drei auf der Insel einfach nur irgendeinen giftigen Dreck reingezogen hatten. Pilze, sie hatten bestimmt die regenbogenfarbigen Pilze gegessen, Oscar war es am meisten zuzutrauen. Mit übersprudelnder Selbstsicherheit und einem breiten Grinsen drückte er Livius und Rhys an sich, als wären sie engste Blutsbrüder.
      „Ihr wagt es doch nicht, einen armen, wehrlosen und angeschossenen Mann von euch zu stoßen, oder? Also ab mit euch ins Zimmer. Eure Söhne warten schon! Ach ja und mein Ex-Verlobter!“



      Doch mit Masons gespielter Coolness war es augenblicklich vorbei, als er das Krankenzimmer betrat. Ein völlig absurdes Bild bot sich ihm: Mehr als drei Leute plus Russell setzten sich mit Leibeskräften gegen Oscar zur Wehr und versuchten ihn niederzuringen – bewaffnet mit Beruhigungsspritzen.
      „SPRITZT NICHTS IN DIE KUH, ER IST SENSIBEL UND BEKOMMT SCHNELL AUSSCHLAG! AUSSERDEM HAT ER ANGST VOR NADELN!“, brüllte Mason, der in seiner Panik alles komplett falsch verstand. Ohne zu zögern, stürzte er sich ins Getümmel, um der Krankenschwester die Nadel zu entreißen.



      „Mr. Rose – das ist eine Beruhigungs–!“, protestierte die Schwester und versuchte ihn abzuwehren. Doch noch bevor sie den Satz beenden konnte, nahm das Unheil seinen bizarren Lauf. Die Nadel bohrte sich direkt in Oscars mächtige Brust. Genauer gesagt: zielsicher in seine Brustwarze.Mason blinzelte und zog langsam eine Augenbraue hoch. Sogar Russell ließ abrupt von dem Hünen ab und kratzte sich nur noch verwirrt am Kopf, während die Spritze grotesk an Oscars Brustwarze auf und ab wippte.Mason seufzte tief und strich der völlig perplexen Krankenschwester tröstend über den Rücken. „Tja, dafür fliegst du garantiert hochkant raus“, stellte er trocken fest. Dann trat er rasch einen Schritt zurück, um Rhys und Livius den Weg freizumachen. „Er ist wirklich groß geworden, unser Oscar, was?“, flötete er, wechselte blitzschnell das Thema, klopfte Oscar behutsam am Hintern und schlenderte dann seelenruhig hinüber zu Raimondo und Liam.

      Mit einem eleganten Satz hüpfte Mason direkt zu Liam aufs Bett und zog Raimondo gleich mit sich. Völlig ungeniert schnappte er sich Liams Hand und schüttelte sie mit voller Kraft durch. „Schön, dich endlich mal in Farbe und bunt zu sehen, mein lieber Waschbär! Echt unfassbar, dass du der leibliche Sohn von unserem stalkenden Eichhörnchen bist!“, sprudelte es völlig fasziniert aus ihm heraus, während er Raimondo ein kurzes Grinsen zuwarf. „Ich bin übrigens Mason! Der Typ, der dir kleinem Pupsi draußen immer netterweise Essen hingestellt hat, wenn du mal wieder hungrig aussahst und der Mülleimer nichts hergab!“ Er hatte eben schon immer einen Draht zu Kindern. Sein schlangenhaftes Grinsen wurde eine Spur schärfer. „Wusstest du eigentlich, dass ich wegen deinem Papa hier liege? Er hat mich eiskalt angeschossen – hätte fast das Zeitliche gesegnet! Der Kerl war echt der absolut krasseste Badass in unserer alten WG. Willste die Wunde sehen?“Ohne überhaupt eine Antwort abzuwarten, riss er sein Shirt hoch und präsentierte stolz seinen dicken Verband. „Hab's ihm aber schon verziehen. Sowas kann im Eifer des Gefechts ja mal passieren. Als kleine Revanche hab ich dafür einfach sein Auto mit Windeln dekoriert. Wäre er kein Freund von mir würde er schon längst an einem Galgen hängen, aber hab den Typ echt lieb.“



      Masons Wunde pochte noch immer unangenehm. Der Vorfall lag zwar schon etwas zurück, aber eine Schusswunde schüttelte man nun mal nicht einfach so aus dem Ärmel. Auch wenn er buchstäblich durch Zauberhände vor dem Tod bewahrt worden war – es bescherte ihm immer noch eine Gänsehaut, wenn er darüber nachdachte, was... oder vielmehr wer ihn da eigentlich gerettet hatte.„Wisst ihr, das ist so ungerecht – ihr werdet hier alle von eurer Familie betüddelt, und bei mir lässt sich weder Lin blicken noch meine Prinzessin. Niemand bringt mir meine Schlangen ans Krankenbett, das ist doch echt ein Trauerspiel!“, jammerte er urplötzlich los und sprang wieder auf. Dramatisch deutete er auf den Strauß, der drüben bei Janon stand. „Wo sind eigentlich MEINE Blumen? Raimondo, bring mir doch morgen welche mit. Einfach so als kleine Entschädigung für mein Leid! Das wäre super!“

      „Blumen...?“ Eine leise, krächzende Stimme durchbrach unvermittelt das Chaos im Zimmer und ging in der allgemeinen Lautstärke fast unter. Janon war aus seinem schweren Traum erwacht. Sein Kopf fühlte sich bleiern an, so schwer wie schon lange nicht mehr und er blinzelte mühsam, um sich an das helle Licht zu gewöhnen. Brad drückte Janons Hand mit einem breiten Grinsen. „Wird ja auch Zeit. Du bist der Letzte!“, freute er sich und auch Russell ließ endlich von Oscars Hintern ab, um erleichtert an das Bett seines Kumpels zu treten.Doch Janon registrierte die Gesichter um sich herum im ersten Moment überhaupt nicht. Sein Blick heftete sich wie magisch an die bunten Blumen auf dem Nachttisch. Jede einzelne Blüte war einzigartig, in einer anderen Farbe leuchtend und von woandersher stammend – ein unglaublich kunstvoller, aufwendiger Strauß.



      „Mhm! Du hast echt jeden Tag frische Blumen bekommen, obwohl er arbeiten musste. Sogar dein Bruder war hier! Ich fand das mega rührend... während ich nicht mal eine mickrige Kaffeebohne oder einen feuchten Händedruck abkriege! Wenigstens war Rhys da, um mich ein bisschen über diese fehlende Liebe hinwegzutrösten. Wobei er seinem eigenen Söhnchen ja auch keinen feuchten Händedruck verpasst. Aber ich versteh schon, er ist eben so schüchtern wie meine Prinzessin.“Mason musste den Namen gar nicht laut aussprechen. Janon wusste sofort, wer jeden Tag an seinem Bett gesessen hatte. Es war der Mann, bei dem er in seinem Traum tagelang gefangen gewesen war – und dem er innerlich noch immer nicht entfliehen konnte. Wie hypnotisiert starrte er auf die Vase. Plötzlich bildete er sich ein, genau jene Hand wieder auf seiner Haut zu spüren, die ihn im Koma gehalten hatte. Er sah genau vor sich, wie dieser Mann ihn anlächelte, bevor sein Blick langsam zu Liam glitt und auch ihn mit diesen bizarren grün betrachtete. Eventuell...hatte auch er...auf einer eigenartiger Art und Weise den Traum beeinflusst? Janon bekam wieder Gänsehaut.



      Stumm starrte er an die Decke. Angesichts der Vase regte sich in ihm weder Wut noch Ekel. Da sein Verstand ohnehin noch benebelt war, beschloss er, die Situation vorerst einfach hinzunehmen. Er verstand es jetzt besser. Er hatte noch keinen Ausweg gefunden – weder im Traum noch in der Realität. Die Blumen ließen sich nicht ignorieren. Sie waren der unumstößliche Beweis, dass er ab sofort an sich arbeiten musste. Er musste sich verändern... musste noch schlimmer werden.Sogar Mason fiel auf, wie unheimlich ruhig Janon blieb. Unglaublich, was zwei Wochen im Koma mit einem Menschen anstellen konnten. Ohne weiter darüber nachzudenken, machte Mason es sich auf Janons Bett bequem und stibitzte ungefragt den Tee, den Brad sich eigentlich gerade aufgebrüht hatte. Brad und Russell bedachten ihn nur mit einem irritierten Stirnrunzeln.
      „Ihr drei habt echt 'ne Menge durchgestanden. Gott sei Dank haben wir hier Top-Ärzte. Bestimmt dauert es nicht mehr lange, bis ihr wieder rausdürft!“, warf Mason als aufmunternde Worte in den Raum.


      Es dauerte ein paar Minuten, bis wieder etwas Ruhe einkehrte und Janons Blick nach vorne glitt – dorthin, wo Oscar und Liam sich befanden. Er überblickte die Situation noch nicht ganz und wusste nicht genau, wer der Fremde an Liams Seite war. Doch... auch wenn sich keine Miene in seinem Gesicht regte, fiel ihm im Inneren ein gewaltiger Stein vom Herzen als er sah, dass die beiden wohlauf waren. Vor allem Liam, der so viel hatte durchmachen müssen. Mühsam versuchte Janon sich aufzusetzen. Überraschenderweise fühlte er sich gar nicht so elend, nur furchtbar kraftlos.Sein Blick richtete sich auf Russell und Brad. „Packt meine Sachen zusammen. Ich bin heute Abend hier raus“, bestimmte er trocken. Brad riss verblüfft die Augenbrauen hoch. „Ich glaub, du solltest lieber warten, was die Weißkittel dazu sagen, Bro. Sonst endest du noch wie unser Riese drüben mit 'ner Nadel im Nippel.“Janon zuckte nur unbeeindruckt mit den Schultern. „Gehört der Schuppen hier nicht der Rose-Familie? Ich werd's schon rausschaffen.“



      Mit einem ohrenbetäubenden Knall flog die Tür ein weiteres Mal auf; die Wucht riss sogar ein gerahmtes Anatomiebild von der Wand. Schwer atmend stürmte Travis herein. Als sein Blick auf Janon fiel, gefror er förmlich zur Salzsäule. Im nächsten Moment brachen alle Dämme und ein Sturzbach aus bitteren Tränen ergoss sich über sein Gesicht. Mit seiner schmächtigen Statur wirkte er in diesem Moment wie ein kleiner Grundschüler, der endlich seinen großen Bruder wieder in die Arme schließen durfte.„JANON! DU BIST AM LEEEBEN!“, kreischte er völlig außer sich vor Freude, während er Rotz und Wasser heulte.



      Alle Beherrschung war dahin. Travis rannte blindlings auf das Bett zu, warf sich mit vollem Karacho auf Janon und riss ihn fast von der Matratze. Mason, der danebensaß, quiekte spitz auf, als er sich den gerade geklauten, heißen Tee über die Klamotten kippte. „ICH HAB ECHT GEDACHT, ICH SEH DICH NIE WIEDER! UND DAS ALLES NUR, WEIL DIESER BESCHEUERTE ROTAFFE DA DRÜBEN MIT DIR IN DEN URLAUB WOOOLLTEEEE!“ Travis klammerte sich dermaßen an Janon, dass dieser gezwungen war, ihn mit sanfter Gewalt auf Abstand zu halten, um nicht im Krankenbett erdrückt zu werden. Nach außen hin schluchzte Travis herzzerreißend, doch aus den Augenwinkeln warf er Liam einen vernichtenden, knurrenden Blick zu. Er verabscheute ihn aus tiefstem Herzen. Für Travis war Liam an diesem ganzen Desaster schuld.
      Während Janon von Travis in Beschlag genommen wurde, witterte Russell seine eigene Chance. Wie eine diebische Elster hatte er nämlich noch ganz andere Schätze im Raum ausgemacht. Leise pfeifend schlenderte er auf Livius zu, musterte ihn ungeniert von Kopf bis Fuß und schnipste plötzlich wissend mit dem Finger.„Ey, Janon. Ist das nicht dieser... Bulle? Also, hehe... DER Bulle mit den besonders interessanten Techniken und den flauschigen Handschellen?“, fragte er mit einem extrem breiten Grinsen und rückte dem Mann gefährlich auf die Pelle. Wow. Bisher hatte Janon ja eigentlich immer nur diese Minimänner abgeschleppt, aber seit Oscar ging es mit seinem Geschmack steil bergauf. Kumpelhaft legte Russell Livius einen Arm um die Schultern.„Habt also Nummern getauscht, was? Hab ein bisschen in seinen Kontakten gestöbert, während er hier im Koma lag. Wie sieht's aus... willst du meine Nummer vielleicht auch haben?~“




      Janons Augenbraue zuckte. Mit einem Mal schubste er Travis von sich, der sich über Janons männliche Kraft jedoch nur freute. Das zeigte ja schließlich, dass er wieder voll und ganz am Leben war! „Du hast... was?!“, raunte er ziemlich tief und sah kurz zu Liam, blickte dann aber nur schnell wieder weg. Scheiße, konnte Russell nicht mal seine Fresse halten? Aber dieser schmiegte sich nur noch mehr an Livius und flüsterte ihm was ins Ohr. „Hab eure Chats gelesen. Ziemlich wild, muss ich sagen! Würde mich auch gern Mal von dir einsperren lassen.“
      Brad brach in lautes Gelächter aus. Er fand die ganze Situation herrlich amüsant, auch wenn Janon dabei sichtlich Höllenqualen litt. Aber ein bisschen Schocktherapie war genau das Richtige, um dessen Lebensgeister wieder vollständig zu wecken. Grinsend richtete Brad seinen Finger auf Rhys.„Russell, du hast da wen übersehen. Das ist doch dieser sexy Doktor. Erinnerst du dich noch an diese heiße Dreiergeschichte? Wie war das noch gleich, Bro? Frische unser Gedächtnis mal auf.“ Verspielt streckte Brad die Zunge aus und zwinkerte sogar den etwas depressiv aussehend Arzt zu.



      Ruckartig setzte Janon sich kerzengerade auf, als wäre er nie schwach gewesen. Oder besser gesagt: Die pure Wut trieb ihn an. Mit völlig zersausten Haaren und funkelndem Zorn in den Augen starrte er seine Freunde an. Konnten die nicht einfach mal die Klappe halten? Zu allem Überfluss sah er genau, wie nun auch Brad anfing, Rhys schöne Augen zu machen. Die zwei benahmen sich wie rattige Biester!„Fresse!“, zischte Janon genervt. Er hatte absolut keinen Nerv darauf, vor versammelter Mannschaft mit seinen Bettgeschichten konfrontiert zu werden. Russell und Brad brachen daraufhin nur in noch lauteres Gelächter aus. Mission erfüllt: Janon war wieder ganz der Alte.



      Mason schlug daraufhin so heftig mit der Faust auf den Tisch, dass die wunderschöne Vase umkippte und klirrend in tausend Scherben zersprang. „Hey, warum lasst ihr eigentlich den heißen Multimilliardär unter den Tisch fallen?! Den Typen, der ein eigenes Boot hat, ein absoluter Gigolo ist und bei dem Dreier nicht nur mitgemacht, sondern das Ganze überhaupt erst eingefädelt hat! Ich finde, ich habe hier definitiv auch eine Erwähnung verdient!“


      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢
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      Oscar Bell & Liam Petrow
      Rhys Bell & Livius Petrow & Raimondo Mount

      Der hitzige Streit der beiden Brüder wurde auf absurder Weise unterbrochen, ausgerechnet Mason Rose der Bett ruhe halten sollte und gerade noch knapp dem Tod entronnen war, mischte sich jetzt hier ein!
      Fassungslos blieb Rhys die Stimme weg als er das grinsen auf denn Lippen von Mason sah. Er hatte ihn extra besucht damit sich der Multimillionär nicht langweilte und irgend einen Mist anstellte das seine Genesung gefährden könnte....Doch nun stand er hier!



      "Ihr wagt es doch nicht, einen armen, wehrlosen und angeschossenen Mann von euch zu stoßen, oder? Also ab mit euch ins Zimmer. Eure Söhne warten schon! Ach ja und mein Ex-Verlobter!“

      Livius versteifte sich augenblicklich. Ein Ausdruck purer Abneigung huschte über das Gesicht des Polizisten. Er mochte Mason Rose nicht. Überhaupt nicht! Wenn es nach Livius ginge, hätte er diesen perversen besti seines Älteren Bruder mit Vergnügen in Handschellen abgeführt, anstatt sich von ihm wie ein bester Kumpel umarmen zu lassen. Doch Mason war schnell und sein loses Mundwerk noch schneller.
      "Uuurgh...Jetzt macht er auf cool...."



      Rhys wollte sich auch Instinktiv wehren, er wollte nicht in das verdammte Zimmer aber seine ärztliche Intuition wurde ihm zum Verhängnis. Er spürte, dass Mason sich beim Ziehen anstrengte, und Rhys wusste genau um den kritischen Zustand dieses Mannes... Mason war erst vor Kurzem noch mal operiert worden. Wenn Rhys ihn jetzt grob von sich stieß, riskierte er, dass Masons Nähte rissen. Mit einem tiefen, widerwilligen Knurren gab der Arzt nach und ließ sich von seinem alten Freund über die Schwelle des Krankenzimmers ziehen....

      Das Bild, das sich ihnen dort bot, war das pure Chaos. Oscar tobte. Ein Arzt und Russell hatten alle Mühe, den massigen Ex-Häftling auf dem Bett zu halten. Eine Krankenschwester näherte sich gerade mit einer aufgezogenen Beruhigungsspritze.Oscar, der wie ein wildes Tier um sich schlug, sah zur Tür. Sein wutverzerrter Blick fiel auf Mason, der gerade breit grinsend den Raum betrat. Oscars Laune, ohnehin schon auf einem absoluten Tiefpunkt, schlug in nackte Feindselige Panik um.
      "Fuck, nicht der Irre---", setzte Oscar an.
      Seit der Heini die Mafia von Bahri übernommen hatte war aus mit Oscars entspannter Zeit....Dieser Typ gab immer total dummes Zeug von sich und er war auch gewiss Schuld das dieser Pinkhaarige Zwerg sich an ihm vergangen hatte!

      Doch Mason mischte sich schon Lauthals ein als ging es hier gerade um sein eigenes Kind.
      "SPRITZT NICHTS IN DIE KUH, ER IST SENSIBEL UND BEKOMMT SCHNELL AUSSCHLAG! AUSSERDEM HAT ER ANGST VOR NADELN!"
      Zwar hatte Oscar ganz sicher keine Phobie was Spritzten betraf, weswegen die Reaktion viel zu übertrieben war...Scharf war er trotzdem nicht darauf!
      Doch das war das geringste Problem...
      Mason Rempelte die Krankenschwester an beim versuch ihr die Spitze wegzunehmen...Mit verheerende Folgen.
      Die Nadel, die eigentlich sicher in den großen Deltamuskel an Oscars Oberarm oder in seinen Oberschenkel hätte gleiten sollen, wurde durch den Stoß unkontrolliert abgelenkt. Mit einem hässlichen Ruck bohrte sich die spitze Kanüle tief in Oscars nackte Brust, direkt und schonungslos in seine Brustwarze.
      ". . . . HÄH?!"



      Das Gewebe der Brustwarze ist ein hochsensibles Nervenzentrum, durchzogen von hunderten feinsten, schmerzempfindlichen Rezeptoren. Der Stich fühlte sich an, als hätte man ein glühendes Messer direkt in einen offenen Nerv gerammt. Ein blendender, elektrisierender Schmerz schoss durch Oscars gesamten Brustkorb und ließ ihm buchstäblich die Luft wegbleiben. Sein ganzer Körper verkrampfte sich in einem plötzlichen, heftigen Schockzustand.Und noch während Oscar in dieser Schockstarre gefangen war, drückte die zitternde Schwester reflexartig den Kolben durch.
      Obwohl Oscar ein großer Freund von schmerzen war, konnte er gerade nicht einschätzten ob er gerade direkt in ein Orgasmus katapultiert wurde oder diese Stimulierung echt unangenehm war...Als würde man direkt ohne Vorspiel auf sein Empfindlichen Punkt reinhämmern!! Vor mehren Augenpaare!
      Livius, der das Drama an der Tür mit ansah, riss sofort die Hand hoch und presste sie sich schützend vor die eigene Brust und vors Gesicht. er spürte bei dem Anblick starke Phantomschmerz.
      "Uha... autsch....", murmelte Livius und wich einen Schritt zurück. Allein beim Zusehen zog sich ihm alles zusammen.



      Die Wirkung der Spritze ließ nicht lange auf sich warten. Weil das Gewebe dort so stark durchblutet war, raste das Medikament beinahe augenblicklich in Oscars Blutbahn. Der rasende Schmerz wurde abrupt von einer bleiernen, unnatürlichen Hitze abgelöst. Es fühlte sich an, als würde man flüssigen Zement in seine Adern pumpen. Sein Verstand, der eben noch auf pure Flucht und Wut sprudelte, wurde in dichten, zähen Nebel gehüllt. Die Muskelspannung fiel rapide ab.... Oscars riesiger Körper erschlaffte. Schwer und willenlos sank er in die Kissen zurück, die Augen nur noch halb geöffnet, während die Realität um ihn herum weich und verschwommen wurde.

      "Er ist wirklich groß geworden, unser Oscar, was?"

      Rhys hatte das Spektakel vollkommen ausdruckslos beobachtet. Keine Miene hatte sich in seinem Gesicht verzogen...Sein Sohn war wohl immer noch so wie Früher.
      Sein müder Blick glitt über den massiven Körper seines Sohnes, der nun wehrlos auf dem Bett lag nachdem Mason ihm wie eine echte Kuh auf sein Hinterteil getätschelt hatte.



      Ja... Oscar war gewaltig geworden....
      Nachdem sein Sohn nicht mehr wollte das er ihm im Gefängnis besuchte, war es wirklich eine längere Zeit gewesen das er ihn nicht mehr Persönlich getroffen hatte.
      Es war schon beinahe bitte Ironie das Oscar die Blonden Haare seines verstorbenen Vaters geerbt hatte...
      Oscar hatte jedoch nichts von der schmalen, kleinen Statur seines Großvaters geerbt. Er kam ganz nach seiner feurigen, wilden Großmutter.
      Die sich womöglich irgendwo auf der Anderen Seite der Weltkugel befand oder sogar schon unter der Erde.
      Sein Ältester Sohn strafte ihn mit vieler Hinsicht mit sein Verhalten...
      Er war zu einem Bären von einem Mann herangewachsen, muskelbepackt und voller roher Kraft. Doch genau dieser Anblick schnürte Rhys das Herz zu.
      Was brachte all diese körperliche Überlegenheit? Oscar hatte keine Schulbildung, keinen Abschluss, dafür aber eine dicke Strafakte. Mit dieser Statur und seinem explosiven Temperament war er geradezu gemacht als Schläger für die Mafia zu enden oder irgendwann von Drogen zerfressen in einer Gosse zu sterben. Rhys fürchtete um das Leben seines Sohnes, doch er war unfähig, diese Angst in etwas anderes als eisige Ablehnung zu verwandeln....
      Das schlimmste aber war für Rhys das Oscar damit auch sein Jüngsten Sohn gewiss ein Vorbild gewesen ist und dieser das selbe Schicksal erleiden würde.
      Egal war Rhys tun oder sagen würde...Es war Hoffnungslos...

      Währenddessen stand Livius unbeholfen und deplatziert im Raum. Sein Blick huschte nervös hin und her.... Eigentlich wollte er sofort zu seinem Adoptivsohn Liam eilen, um ihn in die Arme zu schließen. Doch dort saß Raimondo, Liams leiblicher Vater, der gerade in Tränen aufgelöst eine zutiefst emotionale wieder Zusammenführung mit seinem Jungen feierte. Livius brachte es nicht übers Herz, diesen intimen, zerbrechlichen Moment der beiden zu ruinieren...etwas, das Mason zweifellos gleich übernehmen würde.Aber so einfach schweigend neben seinem abweisenden Bruder Rhys stehen zu bleiben, hielt Livius auch nicht aus. Er musste irgendetwas tun!
      Er, der Polizist, der seinen eigenen Neffen in Handschellen abgeführt hatte, trat zögerlich an Oscars Bett. Er wusste nicht, wie er mit diesem wilden Jungen reden sollte.
      Räuspernd kratzte sich Livius am Hinterkopf.
      "Hast du... Hunger...?", setzte er völlig unbeholfen und leise die Frage an. Er liebte essen und er wusste von früher das Oscar als er noch klein war einiges an Essen verdrücken konnte!
      "Wir können euch sicher gleich noch was aus der Cafeteria holen."
      Oscar blinzelte schwerfällig. Das Beruhigungsmittel summte laut in seinem Schädel. Er wollte Livius eigentlich anschreien, ihm sagen, er solle sich verpissen!
      Doch seine Zunge fühlte sich an wie ein nasser, schwerer Waschlappen..... Sein ganzer Körper kribbelte merkwürdig. Es fühlte sich an, als wäre er gerade massiv begrapscht worden. Als hätten tausend fremde, aufdringliche Hände seine Brustmuskeln und Hüften durchgeknetet....
      Er hatte zum ersten mal in seinem Leben kein Appetit....Das Krankenhaus vergraulte ihm sowieso den Hunger.
      Doch bevor der Polizist auch nur auf die Idee kommen konnte, nach einem Sandwich oder einem Schokoriegel zu suchen, schritt Rhys ein.
      "Er bekommt jetzt absolut nichts zu essen, Livius.", schnitt Rhys mit einer scharfen, geradezu eisigen Autorität dazwischen.
      "Er hat sich gerade selbst extubiert und eine hochdosierte Beruhigungsmittel im Blut. Sein Schluckreflex ist massiv eingeschränkt. Wenn du ihm in diesem Zustand Nahrung gibst, rutscht sie ihm direkt in die Luftröhre. Er würde im schlimmsten Fall an seinem eigenen Essen ersticken."
      Livius's Gesicht rötet sich augenblicklich. Der ständige, belehrende und arrogante Ton seines Bruders brachte sein Blut zum Kochen. Es war doch nur eine menschliche, gut gemeinte Geste gewesen! Er wollte dem Jungen doch nur helfen!
      Wütend fuhr Livius zu Rhys herum und zischte sarkastisch: "Oh, tut mir Leid! Der Oskar-nominierte, gekrönte Arzt weiß es natürlich wieder mal besser!"
      Rhys schloss für einen Moment die Augen, rieb sich den Nasenrücken und seufzte tief und gereizt auf, als wäre Livius ein unbelehrbares Kleinkind.
      "Ärzte erhalten keine Oscars für ihre Leistungen, sondern den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin", erwiderte Rhys staubtrocken und ließ Livius’ Beleidigung völlig an sich abprallen. Sein Blick wurde noch eine Spur kälter, als er seinen Bruder fixierte. "Aber um zu begreifen, dass man einem sedierten Patienten kein Essen in den Rachen stopft, braucht man keinen Preis. Dafür reicht im Normalfall schlichter, gesunder Menschenverstand."
      Oscar knurrte bei dem gezicke der beiden, er verstand kein Wort...! Sein Vater war mal wieder ein störrischer Stock. Er wartete nur darauf das er ihm den Satz: Ich-habs-dir-doch-gesagt raus haut um ihn genau wie sein Onkel zu belehren...


      Raimondo zuckte merklich zusammen und starrte fassungslos auf den exzentrischen Millionär, der völlig ungefragt und mit der Eleganz eines Flummis direkt zu ihnen aufs Bett gehüpft war. Die innige, zerbrechliche Vater-Sohn-Vereinigung wurde in einer einzigen Millisekunde pulverisiert.
      Liam blinzelte völlig überrumpelt. Er hatte mit einem halben Ohr den erbitterten Streit zwischen Oscars Vater und Livius mitverfolgt und sich ernsthaft gefragt, was für ein massives Kriegsbeil die beiden da gerade ausgruben?!
      Er kannte seinen Adoptivvater Livius eigentlich nur als absoluten Sonnenschein, der stets fröhlich und ausgleichend wirkte. Ihn derart streitsüchtig und bissig zu erleben, war völlig neu und ziemlich irritierend.
      "Schön, dich endlich mal in Farbe und bunt zu sehen, mein lieber Waschbär! Echt unfassbar, dass du der leibliche Sohn von unserem stalkenden Eichhörnchen bist!“
      Doch nun wurde Liams gesamte Aufmerksamkeit gewaltsam auf den Mann gelenkt, der ihm gerade mit geradezu beängstigendem Enthusiasmus die Hand schüttelte. Als Masons Gesicht in sein Sichtfeld rückte, schoss eine schlagartige Leere in Liams Kopf. Alle logischen Gedanken setzten aus, bis auf eine einzige, hämmernde Erkenntnis, die in Neonbuchstaben in seinem Verstand aufleuchtete: Der Ex-Verlobte von Janon!



      Irritiert ließ er seine Hand schütteln und versuchte verzweifelt, die absurden Bezeichnungen zu verarbeiten. Waschbär? Und hatte er Raimondo gerade ernsthaft ein stalkendes Eichhörnchen genannt? "Ähm... sehr erfreut?", nuschelte Liam heiser und noch immer völlig benommen, während Mason einfach munter weiterplapperte. Neben ihm spürte Liam förmlich, wie Raimondo zu einer dunklen Gewitterwolke mutierte und sich sein Gesicht bedrohlich verfinsterte.

      "Ich bin übrigens Mason! Der Typ, der dir kleinem Pupsi draußen immer netterweise Essen hingestellt hat, wenn du mal wieder hungrig aussahst und der Mülleimer nichts hergab!"

      Dass Mason sich allen Ernstes brav vorstellte, fand Liam fast schon komisch. Wer wusste bitte nicht, wer der Multimillionär Mason Rose war? Auch wenn Liam kaum Fernsehen schaute oder Klatschzeitschriften las, war dieser Name ihm definitiv ein Begriff.Doch als Mason beiläufig erwähnte, dass er ihm früher immer Essen an den Mülleimer gestellt hatte, wenn er hungrig aussah, gefror Liam kurz das Blut in den Adern.
      Plötzlich flackerten alte Erinnerungen auf.... Die harte Zeit auf der Straße, nachdem er mal wieder aus dem Waisenhaus abgehauen war... Er erinnerte sich tatsächlich an höchst sonderbare Erlebnisse. Immer wieder hatte er völlig unberührtes, hochwertiges Essen in der Nähe seiner Schlafplätze gefunden. Er hatte damals naiv geglaubt, die Leute in diesem Viertel wären einfach nur dumm, so kostbares Essen achtlos wegzuwerfen.



      ...Und dann waren da manchmal diese Schachteln mit Kondomen gewesen... Liam hatte immer felsenfest geglaubt, das wäre Janon gewesen, der sich einen richtig miesen, geschmacklosen Scherz mit ihm erlaubte! Dass aber dieser weltberühmte Mason Rose ihn schon so lange zu kennen schien... Das hinterließ einen extrem bitteren Beigeschmack. Der Gedanke, dass Mason offensichtlich nicht die einzige Person war, die ihn in all den Jahren aus dem Verborgenen heraus heimlich beobachtet hatte, jagte Liam einen unangenehmen Schauer über den Rücken. Wie viele Augen hatten noch auf ihm geruht?
      Doch bevor Liam das auch nur ansatzweise verdauen konnte, ließ Mason völlig ungeniert die nächste Bombe platzen.

      "Wusstest du eigentlich, dass ich wegen deinem Papa hier liege? Er hat mich eiskalt angeschossen – hätte fast das Zeitliche gesegnet! Der Kerl war echt der absolut krasseste Badass in unserer alten WG. Willste die Wunde sehen?"



      Liams Blick schnellte unsicher und absolut schockiert zu seinem leiblichen Vater, den er gerade erst wiedergefunden hatte. Diese Information schlug ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel! Allein die Vorstellung löste in Liam einen heftigen Schauder aus. Sein Papa... ein knallharter Badass, der Leute über den Haufen schoss?! Das passte so gar nicht zu dem weinenden, sanften Mann, der ihn gerade noch so liebevoll im Arm gehalten hatte.



      Ohne überhaupt auf eine Antwort zu warten, schob Mason auch schon sein Hemd hoch. Zum Glück sah Liam nur einen dicken, weißen Verband und keine klaffende Wunde. Doch der Ausdruck auf Raimondos Gesicht war in diesem Moment wahrlich zum Fürchten. Als galten die ganze Worte ihm Persöhnlich.... Seine Augen verengten sich zu gefährlichen, kalten Schlitzen, und er murmelte leise, beinahe wie ein groteskes, finsteres Fluchen: "...Hätte ihn doch bloß erschossen...."
      Den Rest verstand Liam kaum, weil Raimondo es so wütend und leise vor sich hin nuschelte.




      "Hab's ihm aber schon verziehen. Sowas kann im Eifer des Gefechts ja mal passieren. Als kleine Revanche hab ich dafür einfach sein Auto mit Windeln dekoriert. Wäre er kein Freund von mir würde er schon längst an einem Galgen hängen, aber hab den Typ echt lieb."
      Und Mason... hatte es ihm einfach verziehen?! Als Rache nur ein mit Windeln dekoriertes Auto?Liam wusste wirklich nicht, was ihn an dieser ganzen Situation mehr schocken sollte. Dieser Mason war absolut sonderbar! Ein Irrer auf einem ganz eigenen, unerreichbaren Level.
      Raimondo holte tief Luft und zwang sich schließlich zu einem zynischen, eiskalten Lächeln, das so gar nichts mit der väterlichen Wärme von vor wenigen Sekunden zu tun hatte. "Oh, da habe ich ja Glück gehabt, alter Freund...", ließ Raimondo die Worte triefend vor Sarkasmus fallen.
      "Ich hoffe doch, dass du auch Matt verzeihst, der heult mir nämlich schon die Ohren voll, dass du endlich das Videomaterial auf der Insel löschen sollst...Er will nicht das seine Worte an Simon weiter getragen werden.", ließ er beiläufig, aber mit unmissverständlichem Nachdruck in der Stimme verklingen.



      Am liebsten hätte Raimondo diese arrogante Prinzessin und ihren Vater auf diesen Insel verrotten gesehen...Denen eine Lektion zu erteilen war vergebene Lebensmüde und am Ende schnitt man sich nur ins eigene Fleisch! Es war ihm ein Rätsel wie Rhys oder andere Personen schafften so lange die selbe Luft mit ihm zu Atmen?!

      "Wo sind eigentlich MEINE Blumen? Raimondo, bring mir doch morgen welche mit. Einfach so als kleine Entschädigung für mein Leid! Das wäre super!“

      Liam starrte sprachlos zwischen den beiden Männern hin und her. Es erstaunte ihn zutiefst, dass jemand wie Mason Rose wirklich nur ein paar läppische Blumen als Entschädigung für eine lebensgefährliche Schusswunde einforderte. Irgendwie beschlich Liam das absurde Gefühl, dass die Väter hier alle einen ganz besonderen, völlig verdrehten Draht zueinander hatten – eine verrückte, gefährliche Welt für sich, in der völlig andere Regeln galten.
      Doch dann schlug endlich Janon seine Augen auf!
      Dabei merkte Oscar wie endlich das begrabbelnde Gefühl nachgelassen hatte, genau in dem Moment als sich diese fremden Rothaarigen Typen zu Dornröschen Janin gewendet hatte...Erst jetzt checkte Oscar das die Typen alle Rothaarig waren...War das irgendwie Janons Fetisch?!
      Liam merkte wie er selbst wieder unruhiger wurde, Janon wo erschreckend ruhig...Fast hätte Liam darum gewettet das er genau wie Oscar ausflippen würde.
      Doch wenn sie bedachten...Was sie erlebt hatten.
      Liam traute es gar nicht es laut auszusprechen beim Beisein aller...Aber hatte so viele Fragen...

      "Ihr drei habt echt 'ne Menge durchgestanden. Gott sei Dank haben wir hier Top-Ärzte. Bestimmt dauert es nicht mehr lange, bis ihr wieder rausdürft!"
      Langsam lenkte sich ruhe ein...
      Obwohl Oscar nicht viel von Mason hielt war dessen Worte Grund genug das Rhys und Livius endlich aufhörten sich weiter zu bekriegen...
      Auch fuhr der Blonde langsam wieder runter.
      Sein Kopf brauchte noch etwas um alles zu verinnerlichen aber...Mason hatte recht.
      Sie hatten echt eine Menge durchgestanden.



      Oscar konnte nicht beurteilen ob es an diesem verdammten Beruhigungsmittel lag aber ihn selbst wurde die Gefahren die er gesehen und gespürt hatte deutlich bewusster.
      Er musste an Beni denken...Der einzige Typ aus diesen wirren Traum dem er noch nie zuvor in der echten Welt begegnet war.
      Auch wenn sein Aussehen ihm irgendwo her bekannt vor kam....er fragte sich ob dieser wirklich Real gewesen ist. Oder wie diese Bananos nur eine Fantasie Gestalt....
      Irgendwie hatte angefangen der Kerl zu mögen...
      Vielleicht weil noch durchgeknallter als er schien?
      Er hatte behauptet sie zu finden...Aber wenn dieses Trauerspiel zwischen Liam und seinem Alten mitbekam, fragte er sich ob es dauern würde bis er diesen wilden Welpen wieder sah.
      Vielleicht wäre er genau der richtige gewesen der Oscar in seiner Notlage helfen könnte....
      Sein kleiner Bruder hatte schon abgelehnt und die Leute die er kannte reichten nicht um sich mit den Sharks anzulegen.
      Kurz überlegte er sogar Mason um Hilfe zu bitten, der Millionär konnte sicher ein paar Hebel in Bewegung für ihn setzten. Auch wenn ihm diese ungeplante Auszeit auf der Insel und in diesem Koma zustand auf bizarrer weise ein wildes Abenteuer und Erfahrung war...Zugleich hat es ihm die Schlinge um sein Hals fester gezogen....Er würde drauf gehen und nicht auf die Geile-Art....

      "Packt meine Sachen zusammen. Ich bin heute Abend hier raus“
      Janon machte die wilde Ansage schon heute Abend das Krankenhaus zu verlassen!
      "Ich glaub, du solltest lieber warten, was die Weißkittel dazu sagen, Bro. Sonst endest du noch wie unser Riese drüben mit 'ner Nadel im Nippel.“
      Livius, der das Ganze fassungslos mit angehört hatte, schüttelte energisch den Kopf., wieso haute Janon immer direkt ab?!
      Doch bevor sich der Polizist deswegen einmischen konnte legte Rhys ihm tief seufzend die Hand an die Schulter.
      Es war keine Geste der innigen familiären Liebe, sondern vielmehr der müde Versuch eines erfahrenen Arztes, eine sinnlose Dibate zu stoppen.
      Er wusste nämlich schon jetzt das Janon nicht der einzige sein würde der dieses Krankenhaus einfach schon frühzeitig verlassen würde.
      "Es ist unvernünftig und hochgradig riskant", begann Rhys mit sein monton müdetonfall.



      "Aber juristisch und ethisch hast du nicht das geringste Mitspracherecht. Und seine behandelnden Ärzte haben es auch nicht."
      Livius starrte seinen Bruder an. "Was soll das heißen? Sie können ihn doch festhalten, bis er stabil ist?!"
      "Nein, können sie nicht", korrigierte Rhys ihn sofort, die Hand noch immer schwer auf Livius' Schulter.
      "Wir sind hier nicht im Gefängnis, Livius, das ist ein Krankenhaus. Das höchste Gut in der Medizin ist das Selbstbestimmungsrecht des Patienten. Janon ist volljährig. Er ist wach, er ist orientiert, und er ist offensichtlich im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte....Andernfalls würde er nicht so präzise Anweisungen geben. Kein Arzt der Welt, kein Chefarzt und auch keine Polizei kann ihn gegen seinen ausdrücklichen Willen hier im Bett festbinden, es sei denn, er stellt eine akute, unmittelbare Gefahr für sich selbst oder andere dar, im Sinne einer Psychose oder akuten Suizidalität. Und das ist hier nicht der Fall."
      Rhys ließ die Hand sinken und steckte sie in die Tasche seines Kittels. Sein Blick verdunkelte sich, als er an seinen eigenen, dickköpfigen Sohn dachte, der sich ebenfalls gegen jede Hilfe wehrte.
      "Er muss lediglich einen Revers unterschreiben, eine Entlassung gegen ärztlichen Rat", erklärte Rhys bitter und resigniert weiter.
      "Damit bestätigt er schriftlich, dass er über alle lebensbedrohlichen Risiken aufgeklärt wurde und das Krankenhaus sowie die Ärzte von jeglicher Haftung befreit. Sobald seine Unterschrift auf diesem Papier steht, kann er aufstehen und gehen. Wenn ein erwachsener Mensch beschließt, eine medizinische Einrichtung zu verlassen, dann ist das sein gutes Recht. Selbst wenn diese Entscheidung dumm, fatal oder potenziell tödlich ist..."
      Rhys schlichte Ansicht in dem ganzen war folgende: Man konnte niemanden retten, der nicht gerettet werden wollte.


      Mit einem ohrenbetäubenden Knall, der selbst die hartgesottensten Nerven im Raum erschütterte, flog die Tür zum Krankenzimmer auf.

      "JANON! DU BIST AM LEEEBEN!“, kreischte Travis völlig außer sich vor Freude. Seine Stimme überschlug sich in schrillen, weinerlichen Tonlagen, während er buchstäblich Rotz und Wasser heulte.
      Vom gegenüberliegenden Nachbarbett aus beobachtete Liam die Szenerie.
      Eigentlich war Liam ein durch und durch liebevoller, nachsichtiger und freundlicher junger Mann, der Konflikten lieber aus dem Weg ging. Aber das hier? Das brachte etwas tief in ihm zum Brodeln....
      Liam spürte sofort, wie künstlich, wie übertrieben süßlich Travis sich hier inszenierte. Diese aufgesetzte, schrille Dramatik, dieses hilflose Klammern... es wirkte wie eine billige Seifenoper, nur um Janons volle, ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und es funktionierte. Janon lag da, sichtlich genervt zwar, aber er ließ es geschehen.
      Ein unangenehmes, stechendes Gefühl von territorialem Unmut breitete sich in Liams Brust aus. Er verengte die Augen. Dieser z Typ mit den weinenden fetten Rehaugen ging ihm massiv gegen den Strich!

      "ICH HAB ECHT GEDACHT, ICH SEH DICH NIE WIEDER! UND DAS ALLES NUR, WEIL DIESER BESCHEUERTE ROTAFFE DA DRÜBEN MIT DIR IN DEN URLAUB WOOOLLTEEEE!“

      Der bescheuerte Rotaffe?!



      Die pure Ungerechtigkeit dieser Schuldzuweisung traf ihn tief. Er krallte seine Finger in die weiße Krankenhausdecke.... Er hatte auf dieser verdammten Insel fast sein Leben verloren, sein Verstand war von einem Monster gehäutet worden, er war gestorben! Und nun musste er sich von diesem überdrehten, falschen Zwerg, der Janon gerade wie ein territorialer Schoßhund belagerte, auch noch die Alleinschuld in die Schuhe schieben lassen?
      Liams Atem ging schneller. Ein finsteres Grummeln entwich seiner Kehle.... Er wollte etwas erwidern, wollte diesem falschen Kätzchen an Janons Hals die Meinung geigen, doch ein dicker Kloß aus aufsteigender Frustration verschnürte ihm die Kehle....

      Doch nutzt die Kameraden von Janon diesen Moment aus um sich auch denn Anderen Anwesend zu widmen.
      Der Polizist spürte sofort, wie sich die Atmosphäre verdichtete. In diesem Moment bereute Livius zutiefst, dass er sich heute freigenommen hatte. Wäre er doch bloß im Dienst geblieben!
      "Ey, Janon. Ist das nicht dieser... Bulle? Also, hehe... DER Bulle mit den besonders interessanten Techniken und den flauschigen Handschellen?“
      Livius weinte innerlich Tränen aus purer Verzweiflung........!!!
      ICH HABS VERKACKT!!!!




      Er erstarrte förmlich.... Dieser große Kerl wusste Bescheid! Er wusste exakt, was in jener verhängnisvollen Nacht zwischen Livius und Janon gelaufen war!
      Livius war absolut nicht stolz darauf. Er war damals schwach gewesen, seine rohen, animalischen Triebe waren komplett mit ihm durchgegangen, und er hatte sich von diesem unverschämten Boxer verführen lassen!
      Dass Janon diese intimen Details brühwarm an seine Kumpels weitergetratscht hatte...Verlor er jetzt sein Job?! Er war doch schon so oft durch die Polizei Prüfung durchgerasselt....! Aber dass dieser Typ jetzt Livius förmlich bedrängte...

      "Hab eure Chats gelesen. Ziemlich wild, muss ich sagen! Würde mich auch gern Mal von dir einsperren lassen.“
      Livius schlug das Herz bis zum Hals. Peinlich berührt und völlig überfordert suchte er flüchtig den Blick seines Bruders Rhys, in der sicheren Erwartung, dort nur noch mehr abgrundtiefe Verurteilung zu finden!
      Natürlich sah Liam das auch....Ein schwaches, beinahe geisterhaftes Lächeln mauerte sich auf seinem blassen Gesicht ein, während sein Blick urplötzlich erschreckend leer wurde.
      Natürlich.
      Natürlich hatte Janon vor seinen Kumpels damit geprahlt, es mit einem Polizisten getrieben zu haben. Dass dieser Polizist zufällig Liams Adoptivvater war, machte die absurde Grausamkeit dieser Situation nur noch perfekter. Dass diese Kerle aber jetzt auch noch vor seinen Augen die Nummer von Livius abgreifen wollten, ging einfach viel zu weit.
      "...Wow....", murmelte Liam leise in die drückende Stille hinein, den leeren Blick


      "...und ich durfte nicht mal meinen Suga Daddy behalten."
      Raimondo, der seinen Sohn gerade noch so glücklich im Arm gehalten hatte, blinzelte stark irritiert. Hatte er sich da gerade verhört? Was für ein... Suga Daddy?!
      Aber der Wahnsinn in diesem Zimmer hatte seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht. Denn nun mischte sich Brad ein.

      "Russell, du hast da wen übersehen. Das ist doch dieser sexy Doktor. Erinnerst du dich noch an diese heiße Dreiergeschichte? Wie war das noch gleich, Bro? Frische unser Gedächtnis mal auf."
      Rhys erstarrte zur Salzsäule. Im nächsten Moment schlug sich der respektable Arzt mit der flachen Hand so hart gegen die eigene Stirn, dass es klatschte. Verdammte Scheiße! Ein tiefer, heißer Scham stieg in ihm auf. Er knirschte mit den Zähnen. Das war alles Masons Schuld! Dieser irre Millionär hatte ihn in diese absurde Dreier-Situation verwickelt!



      Oscar hatte sich gerade mühsam auf die Ellenbogen hochgestützt, die Augenlider noch schwer, der Verstand benebelt. Doch Brads Worte drangen wie spitze Pfeile durch den Nebel in seinem Kopf.Oscars Kopf ruckte herum. Er starrte völlig verstört zu seinem Vater. Dann glitt sein fassungsloser Blick zu Janon.Sein strenger, verklemmter, ach-so-perfekter Alter... und... SEIN Bad Boy?!Ein verdammter Dreier?!
      Oscars Mundwinkel zuckten in einer Mischung aus medikamentöser Verwirrung und absolutem, traumatisiertem Ekel.


      "Hääh...?!", krächzte Oscar lallend und völlig entgeistert.
      Und...Sein Onkel?!
      Was zum Fuck...?!

      "Fresse!“
      Janon versuchte seine Kumpels zum schweigen zu bringen die ins laute Gelächter verfielen.
      Raimondo blinzelte irritiert. Er blickte von Livius' hochrotem Kopf zu Rhys' verzweifelter Gesicht, rüber zu dem lallenden Oscar und schließlich zu Janons wütendem Ausbruch. Die Luft im Raum knisterte förmlich vor peinlichen Enthüllungen und sexueller Spannung, die Raimondo absolut nicht greifen konnte.
      "Worum geht es denn hier eigentlich?", fragte der Lehrer verwirrt. Er fühlte sich, als wäre er in die Pointe eines extrem schlechten Insider-Witzes gestolpert, den alle verstanden, nur er nicht.




      Liam, dessen Herzschlag sich bei all diesen Enthüllungen über Janons Eskapaden schon gefährlich beschleunigt hatte, lehnte sich vorsichtig ein Stück zu seinem leiblichen Vater herüber. Die schreckliche, paranoide Vorstellung, dass Janon sich systematisch durch Liams gesamtes soziales Umfeld geschlafen haben könnte, ließ ihm keine Ruhe.
      "...Bitte sag mir... Nur eines...", flüsterte Liam heiser und sah Raimondo fast schon flehend an. "Du hast... nicht zufällig auch mit Janon...?"
      Raimondo sah seinen Sohn erst ungläubig an, bevor ein leichtes, amüsiertes Lachen aus seiner Brust grollte. Er hob abwehrend beide Hände, als wolle er die bloße Idee physisch von sich schieben. "Aber nein!", versicherte Raimondo kopfschüttelnd und sein Gesicht entspannte sich zu einem warmen Lächeln.
      "Ich bin in einer sehr glücklichen Beziehung. Ich stell ihn dir gerne bei Zeit vor."



      Er freute sich schon Franc seinen Sohn vorzustellen!
      Raimondo hatte ein gutes Gefühl das sich die beiden ganz sicher verstehen würden!
      Ein gewaltiger Felsbrocken fiel von Liams Herzen. Er atmete hörbar aus. Gott sei Dank! Wenigstens ein verdammter Mensch in diesen Raum, der nicht den Fängen von Janons Sexypiel zum Opfer gefallen war! Für einen winzigen, friedlichen Moment dachte Liam, er könnte tatsächlich aufatmen und sich entspannen.
      Doch die Erleichterung währte nur einen Wimpernschlag.
      Das warme Lächeln auf Raimondos Lippen erlosch schlagartig, als hätte jemand den Stecker gezogen. Sein Blick wurde mit einem Mal unendlich fern, eisig und von einer düsteren Härte durchzogen. Die Temperatur um ihn herum schien um zehn Grad zu fallen. "Aber deine jüngere Schwester Mirella...", sprach Raimondo plötzlich mit einer Kälte aus, die Liam das Blut in den Adern gefrieren ließ. "Sie hatte mit ihm ihr erstes Mal."



      Liam erstarrte. Seine Kinnlade klappte buchstäblich nach unten. Er riss die Augen so weit auf, dass sie fast aus den Höhlen traten.
      "M-meine... Schwester?!?!", stammelte er völlig entgeistert.
      Sein Verstand weigerte sich, diese absurde Information zu verarbeiten. Seine kleine Schwester?! Die Schwester, an die er sich gerade erst wieder bruchstückhaft erinnerte?! Und... warte mal. Janon und... eine Frau?!
      Er hatte Janon immer nur in Verbindung mit Männern gesehen. Die Tatsache sprengte Liams ohnehin schon stark strapazierten Verstand in tausend Stücke.
      Fassungslos und mit offenem Mund starrte er Raimondo an, auf der verzweifelten Suche nach irgendeinem Zeichen, dass das alles nur ein kranker Scherz war. Doch Raimondo scherzte nicht.
      Raimondo war bereits wieder in ein gefährliches, abgrundtief düsteres Gemurmel verfallen. Sein Blick bohrte sich unsichtbare Löcher in die Bettdecke, während seine Hände sich krampfhaft zu Fäusten ballten. "... ich hätte diesem Bastard die Hände abhacken sollen...."
      Liam schluckte hart. Der absurde Wahnsinn in diesem Raum hatte soeben ein Level erreicht, das er nicht mehr im Ansatz bewältigen konnte.
      Als wollte Mason dem ganzen Level noch eins drauf setzte schaltete er sich auch ein.
      "Hey, warum lasst ihr eigentlich den heißen Multimilliardär unter den Tisch fallen?! Den Typen, der ein eigenes Boot hat, ein absoluter Gigolo ist und bei dem Dreier nicht nur mitgemacht, sondern das Ganze überhaupt erst eingefädelt hat! Ich finde, ich habe hier definitiv auch eine Erwähnung verdient!“
      . . . . . . .

      Eine beinahe greifbare Stille senkte sich über den Teil des Krankenzimmers. Raimondo murmelte noch immer düstere, blutrünstige Mordfantasien, doch für Liam und Oscar schien die Welt in diesem Moment einfach stehen zu bleiben.
      Ihre Blicke kreuzten sich für den Bruchteil einer Sekunde, bevor sie sich synchron und wie ferngesteuert Janon richtung zuwandten....



      Auf ihren Gesichtern lag absolut keine Emotion mehr. Die pure, blanke Überforderung hatte eine Art emotionalen Kurzschluss in ihren Gehirnen ausgelöst. Sie starrten Janon einfach nur mit völlig leeren, toten Augen an....
      Livius. Liams Adoptivvater und Oscars Onkel...
      Rhys. Oscars Vater....
      Mason. Der verrückte Millionär....
      Mirella. Liams kleine, Schwester....
      Vielleicht sogar auch einer oder gleich drei seiner anwesenden Kumpels....
      Und natürlich sie beide selbst.
      Dieser Kerl hat gefühlt mit jedem einzelnen verdammten Menschen in diesem Raum gevögelt!!!
      Es war eine absurde, kosmische Komödie. Nichts, aber auch absolut gar nichts konnte sie jetzt noch schockieren. Der Sensenmann höchstpersönlich hätte zur Tür hereinkommen und Janon einen Heiratsantrag machen können, sie hätten vermutlich nicht einmal mehr mit der Wimper gezuckt.


      . . . . .
      Plötzlich tauchte hastig eine Gestalt im Türrahmen auf. Man hörte nur ein schweres, rasselndes Atmen, als wäre die Person gerade einen verdammten Marathon quer durch ganz New York gerannt. Die Gestalt beugte sich vornüber, stützte sich völlig erschöpft am Türrahmen ab und schnappte verzweifelt nach Luft.
      Dann richtete sich der Besucher langsam auf.Es war Harvey Bell.
      Im krassen, geradezu absurden Kontrast zu der düsteren, von sündigen Geheimnissen und traumatischen Offenbarungen geschwängerten Luft in diesem Krankenzimmer, schien Harvey förmlich zu leuchten. Er strahlte eine so reine, engelsgleiche Unschuld aus, dass es beinahe blendete.
      "Entschuldigung!", keuchte Harvey, während sich ein strahlendes, ehrliches Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete.
      "Ich... ich bin so schnell hierher gerannt, wie ich konnte, aber jetzt bin ich da!“


      Seine großen, blauen Augen funkelten voller Sorge, aber auch voller reiner, unwissender Erleichterung. Er hatte absolut keinen Schimmer, in was für ein Minenfeld aus familiären Sex-Skandalen er da gerade geplatzt war. Sein Blick glitt durch die ungewöhnliche Runde, und er hielt kurz überrascht inne, als er Rhys entdeckte. Er hatte nicht damit gerechnet, seinen Vater hier zu sehen, da Rhys sich so vehement geweigert hatte, mit Oscar zu reden, weshalb er ihn ja überhaupt erst angebettelt hatte, ins Krankenhaus zu kommen.
      Die drückende, peinliche Stille im Raum irritierte den naiven Harvey dann aber doch. Sein strahlendes Lächeln wurde eine Spur unsicherer. Zögerlich versuchte er, die Stimmung zu lesen.
      "Äh ....K... komm ich irgendwie ungelegen?"
      Das war der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen brachte.Oscars Schutzinstinkt, gepaart mit der panischen Erkenntnis über Janons unersättlichen Appetit, explodierte wie eine Atombombe. Wenn Janon sich schon Oscars Vater, Liams Vater-Figur und Liams Schwester geschnappt hatte, war Harveys unschuldiger Hintern in diesem Raum akut in Lebensgefahr! Allein das was er in diesen Alptraum gesehen hatte reichte verdammt noch mal aus!!
      "FUCK NEIN!!!!", brüllte Oscar aus vollem Hals, riss sich wild gestikulierend auf und ignorierte den Schmerz in seiner betäubten Brust.


      "Hau sofort ab, Harvey! Sofort verpiss dich oder ich schlag dir die Fresse ein!!!"
      Harvey zuckte heftig zusammen, warum zur Hölle drohte ihm sein Bruder jetzt schon wieder Schläge an?!
      "Und halt dich gefälligst von Clubs fern, kapiert?!", schrie Oscar hysterisch weiter, als ginge es um Leben und Tod. "Hör auf, dieses verdammte Naivling-Gesicht zu machen! "
      Aber auch Liam war endgültig an seiner Grenze angekommen. Seine Nerven waren komplett durchgebrannt. Er warf die Hände an seinen Kopf, raufte sich die roten Haare und "Noch mehr halt ich nicht aus!!", rief Liam fassungslos und schloss sich Oscars Panik nahtlos an.
      "Verschwinde, Harvey! Lauf, solange du noch kannst!!! Rette dich!!!"


      Harvey stand wie angewurzelt im Türrahmen, total perplex und völlig verwirrt. Er sah zwischen seinem tobenden Bruder und dem panischen Liam hin und her.
      "Ähh... was..?!", stammelte er und blinzelte hilflos. "Wie jetzt?! Hab ich irgendwas Falsches gemacht?" Er kapierte absolut gar nichts mehr. Warum brüllten sie ihn an, er solle weglaufen? War ein Feuer ausgebrochen?
      Harvey hatte in letzter Zeit ja vieles absurdes und wildes miterlebt aber das...? Was zur Hölle bekam die hier für Medikamente das sie ausflippten???



      Rhys, der bei Harveys plötzlichem Auftauchen erstarrt war, räusperte sich lautstark. Ihm stand die Schamesröte noch immer dezent auf den Wangen. Er wechselte einen flüchtigen, gehetzten Blick mit Livius. Die Brüder waren sich in diesem einen Moment absolut einig: Sie mussten hier raus. Sofort. Bevor Harvey noch anfing, harmlose Fragen zu stellen und die dreckige Vergangenheit endgültig auf den Tisch gekotzt wurde.
      Rhys sah seine Chance zur Flucht gekommen. Er griff kurzerhand nach Masons Arm für denn das ganze sicher ein tolle Unterhaltung war.
      "Soo... spät... Mason!", verkündete Rhys mit einer völlig unnatürlichen,Stimmelage, die fast schon quietschte. "Komm, du musst zurück in dein Zimmer! Die Jungs hatten schon genug Aufregung für heute, und du brauchst dringend deine Bettruhe!!"
      Livius ließ sich diese Chance ebenfalls nicht entgehen. Er wollte nur noch so viel Abstand wie möglich zwischen sich und dieses Zimmer bringen. Er wusste ja jetzt das es Liam gut ging und er konnte ihn später noch genug sehen.
      Im Vorbeigehen salutierte der Polizist hastig, aber freundlich zu Harvey. "Heeey, Kleiner, lange nicht gesehen!", rief Livius mit aufgesetzter Fröhlichkeit, während er sich an ihm vorbeidrängte. "Mach dir nichts draus, die... äh... die Jungs sind gerade erst wach geworden und haben so... na ja, halluzinierende Nachwirkungen von den Medikamenten!"
      Livius drehte vielsagend den Zeigefinger an seiner Schläfe, um Harvey zu signalisieren, dass die beiden Patienten in den Betten gerade einfach komplett durchgeknallt waren.



      Livius legte Harvey kumpelhaft den Arm um die Schultern und schob seinen Neffen sanft, aber sehr zielstrebig mit sich auf den Flur hinaus, weg von der Gefahrenzone.
      "H-hey", lenkte Livius hastig ab "Hast du vielleicht Hunger?"
      Believe Me ~

    • Neu

      Janon Müntzer
      Bradford Timo Torres & Russell Baker & Travis Stark & Mason Rose

      "Oh, da habe ich ja Glück gehabt, alter Freund..."

      Sofort stimmte Mason dem sadistischem Vater zu, dessen Lächeln schwerer wog als Lins, wenn sie etwas falsches gegessen hatte. Ja, Mason war gütig, obwohl ein Strumpf wie Raimondo es gewagt hatte ihn zu verletzen. Wenn es Simon gewesen wäre, dann hätte er wohl den nächsten Morgen gar nicht mehr erlebt. Sein Sprichwort war seit Langem: Schädigst du einen wichtigen Rose, kommst du sofort zu Schaden. Doch Mason brachte nur in Raimondo Gesicht zu schauen, diese zuckende Augenbraue die seine Wut versteckte, um sofort in Nostalgie zu verfallen. Er mochte seine frühere Zeit mit seinen alten WG-Mitbewohnern wirklich sehr, er hatte sich jeden Tag tief in seinem Herzen aufbewahrt, direkt neben Judiths und Tylers Geburt. Raimondo musste schon richtig auf seinen Gartenschlauch treten, damit er diesen Lehrer den Hals umdrehte. Doch natürlich verlangte er von Raimondo 'Schadensgeld', wenn es auch gar nicht finanziell gemeint war. Für jeden Schmerz erwartete er einen Bussi auf seine Stirn. Für jedes vergossene Blut erwartete er, dass er ihm einen Cocktail mixte. Natürlich würde der Milliardär nicht warten, bis er mit seiner Rechnung zu Raimondo hineinstürmte.

      "Ich hoffe doch, dass du auch Matt verzeihst, der heult mir nämlich schon die Ohren voll, dass du endlich das Videomaterial auf der Insel löschen sollst...Er will nicht das seine Worte an Simon weiter getragen werden."

      Masons Grinsen wurde breiter, er genoss es sehr wie sich der Lehrer beherrschte. Zwar glaubte er, dass Simon schon längst seine schmierigen Hände auf das Videomaterial platziert hatte, doch nickte er selbst genauso beiläufig wie es auch Raimondo tat. Leicht strich er über die Schulter von Raimondo, sanft und beruhigend.

      "Mhm...Ja, natürlich könnte ich das Videomaterial löschen. Nach hmm...Zwei bis drei Treffen in meiner Villa? Naja, bis es mir eben besser geht und ich nicht ständig an die schrecklichen Schmeerzen denken muss! Ihr könntet mir ja einen tollen Cocktail mixen und mit mir ein paar meiner Lieblingsspiele ausprobieren...dann wird das Videomaterial schneller verschwinden als du denkst."

      Wie eine hinterlistige Schlange machte er Raimondo das Angebot, was er doch wirklich schwer ablehnen konnte. "Wäre ja echt heftig, wenn deine Schüler ein Video auf ihrem Smartphone erhielten, in dem ihr Lehrer eine politische Berühmtheit wie mich erschießen würde. Gefolgt von dem Schauspieler, der auch noch dabei war im Komplott. Bekäme jeder sicher in den falschen Hals!", spitzte er die Geschichte nur noch schwerer zu und lachte dabei ziemlich dreckig, als konnte er sich die schockierenden Gesichter genau vorstellen. Dabei schmerzte seine pochende Wunde so sehr, dass er sich krächzend die Seite hielt.

      Währenddessen war wohl Brad der, der Raimondo am stärksten zuhörte und anstarrte. Kein Wunder also, dass er ihn in der nächsten Szene unbedingt anmachen wollte. Wie er so daher sprach...erklärte einfach wie aus dem Ärmel gezogen die Rechte und Pflichten, die ein Patient wie Janon im Krankenhaus erhielt. So monoton aber doch so korrigierend und Brads Meinung auch herrisch. Brads Sensoren stiegen auf Alarmbereitschaft, diesem klugen Arzt müsste er wohl öfters einen Besuch abstatten. Zumal ein Mann wie Janon mit ihm geschlafen hatte, obwohl er immer ein großes Tabu für sich selbst aussprach, nicht mit Personen zu techtelmechteln, die so reif waren wie der Doktor. Aber ihn, ja Brad konnte sich noch gut erinnern, Janon war ziemlich aus dem Häuschen gewesen, obwohl er den Sex mit Mason immer als eine heftige Herausforderung ansah - doch den konnte er wohl gut durch Rhys verdrängen.

      Nachdem auch Travis anwesend waren, gingen Brad und Russell direkt auf Tuchfühlung, wenn auch es Brad nur mit den Äuglein tat. Natürlich war der hauptsächliche Grund hierbei, dass Janon sich schnell wieder zusammenriss. Doch wenn sie auch nur einen Funken an Interesse bei Livius oder Rhys sahen, würden sie wohl direkt wie Piranhas zuschnappen. Dieses leckere Futter konnten sich zwei stramme Kerle wie die Rothaarigen eben nicht entgehen lassen.

      Janon war total dagegen, dass seine Freunde genau zu diesem Zeitpunkt so rattig sein mussten! Er erzählte solche intimen Informationen im Vertrauen, nicht nur um anzugeben. Naja, das war gelogen. Janon war ziemlich offen was Sexgeschichten anging und prahlte damit ziemlich gerne bei seinen Freunden, weil er nun Mal die meiste Erfahrung hatte. Janon fand es sogar toll schon mit so vielen Leuten das Bett geteilt zu haben, es war für ihn wie eine scharfe Sammlung. Aber gerade...war auch Oscar und Liam anwesend. Sein Gehirn war gerade sehr langsam am verarbeiten, dass Rhys der Vater von Oscar war und natürlich dann auch der von Harvey. Er checkte damit wie klein die Welt war. Was nur in seinem Gedankenverlauf bizarrer wurde, da wohl Rhys und Livius ebenfalls verwandt waren und...der Typ ja auch noch der Adoptivvater von Liam war. Fakt war, dass er es eigentlich ziemlich gut mit dem Bullen auskam, Rhys war wiederum nur ein einmaliges Ereignis, dass sich wohl nicht wiederholen würde. Eigentlich hatte er extra nach der Nummer des Polizisten gefragt, um sich die Chance auf einen Returner nicht entgehen zu lassen. Mit ihm zu schreiben war ziemlich aufregend, nur wenige konnten Janon so schnell in Stimmung bringen wie dieser Sonnenschein. Wenn Russell nun durch sein Gefummel Livius von ihm verdrängte, würde er ihn dafür büßen lassen. Außerdem fand er es gar nicht gut, dass Liam davon bescheid wusste - er wollte nicht noch einmal eine Situation erleben, in dem der Kleinere mit den warmen Brötchen zu seinem Adoptivvater hineinschritt, während er und Janon gerade intim waren. Wenn vielleicht hier Oscar nur alleine wäre, hätte er es zum Teil lustig gefunden. Obwohl...es ihn jetzt nicht so schadensfreudig machte wie ein One Night Stand mit seinem süßen Bruder.

      "Aber deine jüngere Schwester Mirella..."

      Er wagte nicht, Raimondo ins Gesicht zu sehen, während er seine schwere Anschuldigung gegen Janon äußerte. Innerlich machte er sich Sorgen, ob seine Fassade standhielt. Konnte man ihm ansehen, dass er bereits wusste, dass dieser Versager Liams Vater war? Es war total bescheuert, dass Raimondo ausgerechnet jetzt auftauchen musste – als wüsste er, dass Liam jede Sekunde aufwachen konnte. Wenn er nur etwas später gekommen wäre, hätte sich Janon längst verzogen und er hätte später einfach überrascht tun können.Der Wichser war doch nur ein Mitläufer und hatte unbedingt rumerzählen müssen, dass Janon mit Mirella geschlafen hatte. Mit Liams Schwester. Ugh, warum setzte dem Vater das immer noch so sehr zu? Warum heulte er so rum, als wäre es was schlechtes? Dabei hatte Janon aus dieser Geschichte doch viel mehr Schaden davongetragen als Mirella. Sein Kind hatte durch ihn ihre sexuelle Orientierung direkt verstanden und Janon...wollte danach erst recht keine Perücken mehr anziehen.



      Um von dem Aufeinandertreffen von Vater und Sohn abzulenken, tat Janon so, als würde ihn die Mirella-Story massiv abnerven. Einfach ein Pokerface aufsetzen, redete er sich ein, dann würde schon niemand weiter nachbohren. Auch wenn seine knirschenden Zähne seine Wut klar demonstrierten. Aber scheinbar war Liam sowie auch Oscar von etwas völlig anderem schockiert: von dem Umstand, dass Janon offenbar mit so ziemlich jedem Anwesenden in diesem Raum schon geschlafen hatte. Plötzlich nahmen Liam und Oscar exakt denselben Gesichtsausdruck an. Sie fixierten ihn mit toten, ausdruckslosen Blicken – ein Anblick, der dem Boxer eine Gänsehaut über die Arme jagte. Verdammt, warum starrten sie ihn so an?! Das war alles nur ein verdammter Zufall!

      "Ich... ich bin so schnell hierher gerannt, wie ich konnte, aber jetzt bin ich da!“

      Doch plötzlich trat ein wahrer Engel durch die Tür und schien den gesamten Raum in ein helles Licht zu tauchen. Janon hielt die Erscheinung im ersten Moment für eine Fata Morgana. Als er jedoch die blanke Fassungslosigkeit auf den Gesichtern von Liam und Oscar sah, wusste er: Das hier war echt. Harvey stand im Zimmer, strahlend und unwiderstehlich süß – genau wie in seinem Traum aus dem Club! Er musste gerannt sein, denn sein leises Keuchen entging Janon keineswegs. Der Anblick dieses makellosen Gesichts war reiner Balsam für seine Seele. Sicher, auch ein kurzer Blick auf Travis' verheultes, irgendwie putziges Gesicht hatte seinen Reiz, aber in Harvey loderte noch dieses gewisse, brennende Etwas. Die absolute Krönung der ganzen Situation wäre allerdings Oscars völlig verstörter Gesichtsausdruck, sobald Janon auch Harvey ins Bett kriegen würde.

      "Hau sofort ab, Harvey! Sofort verpiss dich oder ich schlag dir die Fresse ein!!!"

      Doch völlig aus dem Nichts geriet Oscar wie von der Tarantel gestochen in Panik. Er brüllte Harvey an, er solle auf der Stelle verschwinden. Offensichtlich hatte er genau gesehen, mit welchem Blick Janon Harvey verschlang, und wollte ihn nun so schnell wie möglich in Sicherheit bringen. Hallo?! Janon hatte doch noch kein einziges verdammtes Wort mit dem Typen gewechselt! Was bildete sich Oscar eigentlich ein?! Janon klappte buchstäblich der Unterkiefer herunter, als zu allem Überfluss auch noch Liam in diese völlig überzogene Dramatik einstimmte.

      "Verschwinde, Harvey! Lauf, solange du noch kannst!!! Rette dich!!!"

      „… Re…tten?“, brachte Janon nur als leises, ungläubiges Stottern heraus, ganz so, als spräche Liam in Rätseln. Alter Schwede, wollten die beiden es ihm mit Harvey wirklich schon ruinieren, bevor er überhaupt zum Zug gekommen war? Sie stellten ihn ja hin wie ein triebgesteuertes Monster, das absolut null Kontrolle über sich hatte. Natürlich wäre Janon nicht vor all diesen Zuschauern über so ein wehrloses Kätzchen wie Harvey hergefallen! Die ersten Züge wären natürlich ganz im Privaten, nur zwischen ihm und den Babyface. Zumal war er gerade aus einem wochenlangen Koma erwacht, so schnell ging sein Libido gar nicht hoch! Er freute sich doch einfach nur darüber, dass wie aus dem Nichts so ein süßer Typ im Zimmer gespawnt war. Dass die zwei ihm so wenig Beherrschung zutrauten, war eine echte Beleidigung.

      "...Ihr...Wich..ser...Bin ich ein rattiges Kanickel für euch?!"



      Ein fassungsloses, leicht überfordertes Grinsen stahl sich auf sein Gesicht, während er zusah, wie die beiden Harvey tatsächlich vertrieben. Und Livius nahm er auch noch mit! Die Dichte an Leuten in diesem Zimmer, die er absolut nicht ausstehen konnte, nahm bedrohliche Ausmaße an, während die interessanten Kerle einfach von der Bildfläche verschwanden. Wer nahm Raimondo oder Mason mit?! Zu allem Überfluss fing der Polizist jetzt auch noch an, irgendetwas von Medikamenten zu labern. Unterstützte der diese Idioten etwa auch noch? Wartet nur ab, dachte er bitter. Das würde er ihnen heimzahlen, seine Chance so zu verpfeifen. Sobald er wieder in der Schule aufkreuzte, stand das Kätzchen ganz oben auf seiner Abschussliste. Darum würde er sich höchstpersönlich kümmern.
      Harvey würde darum betteln mit ihm Sex zu haben, da brauchte Janon sich doch gar nicht anzustrengen! Sonst hätte der Boxer niemals so viele attraktive Männer verführen können, ohne eine armselige Hure zu sein!

      Russell wiederum dachte gar nicht daran Livius nun alleine mit Harvey fortgehen zu lassen. Er ging den beiden direkt hinterher und wand sich wieder an die Seite des Polizisten. Ein viel freundlicheres Grinsen ploppte auf. "Ohja, ich habe mega Kohldampf!", sagte er als hätte Livius ihn gefragt, ob sie was essen gehen wollten. Er verabschiedete sich nicht einmal von Janon oder den anderen, direkt legte er wieder auch Livius einen Arm um und war wie eine Klette, die man so schnell nicht abschütteln konnte.

      Brad hatte nun ebenfalls genug davon, das Spektakel nur zu beobachten, und schritt mit einem geheimnisvollen Lächeln zur Tat. Mason hatte kurz bedeutungsvoll auf seine Wunde gedeutet und streckte Rhys nun fordernd die Arme entgegen. „Trag mich wie deine Lieblingspuppe von früher, Rosalina!“, säuselte er mit extra zerbrechlicher Stimme. Er machte absolut keine Anstalten, das Bett zu verlassen, ehe der Arzt ihn nicht wie eine zarte Prinzessin auf Händen trug. Brad nutzte die Chance und nahm Rhys galant die Sachen ab – reine Hilfsbereitschaft, versteht sich. „Sie können ihn ja schlecht mit vollen Händen tragen. Ich begleite Sie gerne, um ein bisschen ... mit anzupacken. Dabei können wir uns gleich etwas besser kennenlernen“, bot Brad mit einem derart zweideutigen Lächeln an, das keinen Zweifel daran ließ, dass er heute nicht mehr lockerlassen würde. Und so zogen die Bell-Brüder und Janons Freunde endlich ab. Janon atmete innerlich auf. Ein Segen. Bevor die noch mehr Bullshit von sich gaben ... Wenn diese Truppe erst mal rattig war, nahm das Chaos meist seinen Lauf. Normalerweise hätte sich Janon diesem notgeilen Vibe sofort angeschlossen und in fitterem Zustand locker selbst mit Livius und Rhys geflirtet. Das war immerhin bei ihnen das normalste auf der Welt. Aber heute? Heute war er einfach absolut null in der Stimmung dafür. Der Traum nagte noch zu gewaltig an ihm und dort hatte er...erstmal sein süßes Libido zurückgelassen, auch wenn er es mit Sicherheit ziemlich schnell wiederfinden würde.

      Blieb nur noch ein Störfaktor: Raimondo. Hatte der vor, hier Wurzeln zu schlagen? Janons Blick wurde finsterer. Er hatte Dinge auszusprechen, für die dieser Typ sich ganz dringend verpissen musste. Doch nach diesem ach so dramatischen Vater-Sohn-Wiedersehen würde Raimondo kaum freiwillig den Platz räumen. Also zog Janon Travis zu sich heran und raunte ihm eine kleine Bitte ins Ohr. Travis' Augen wurden schlagartig groß, während sich seine Wangen entzückt röteten. Janon wusste, er konnte auf ihn zählen; Travis' Herz schlug immer gleich schneller, wenn er ihm nützlich sein konnte...für seinen Freund hegte er den größten Respekt! Breitbeinig und felsenfest baute sich Travis direkt vor Raimondo auf.

      „Hey, Mann! Wir gehen jetzt auch einen trinken! Ich hab nämlich vor Kurzem ein Video von deiner Tochter zugespielt bekommen und, oh Mann ... Ich schätze, als Papa solltest du unbedingt mal checken, was die so als Hobby treibt! Sagt dir das Walpurgisfest was? Nö? Tja, dein Glück, dass du mich hast! Also los jetzt, knutschen kannst du deinen Sohn später noch!“



      Für seine Größe besaß Travis beängstigend viel Kraft. Sein tägliches Training, um irgendwann so stark wie Russell oder Janon zu werden und als Wrestler durchzustarten, zahlte sich aus. Es war ein absolutes Kinderspiel für ihn, den Lehrer vom Bett hochzureißen und ihn im Schlepptau aus dem Raum zu bugsieren. Kurz bevor er verschwand, drehte er sich zu Janon um und zeigte ihm grinsend einen Daumen nach oben. Liam zeigte er dazu noch das angewidertste Gesicht, was er ihm schenken konnte. Es sollte Liam zeigen, dass Travis auf jeden Fall noch ein Hühnchen mit diesem Rotaffen zu rupfen hatte. Er wollte sich wohl mit ihn prügeln und dies würde er heimlich machen, damit Janon nichts mitbekam. Genauso wie jetzt hatte der Boxer nicht bemerkt, wie intensiv Travis gerade seinen Freund ansah. Janon nickte nur stumm, da Travis seine Anfrage erfüllte. Die Tür knallte laut zu.Stille. Nun waren Liam, Oscar und Janon allein. Nicht einmal die Ärzte ließen sich noch blicken. Nach dem vorigen Theater wollte sich wohl niemand mehr mit dem Ochsen anlegen – Ignoranz war momentan wohl ihre beste Medizin.

      Schweigend zwang Janon sich auf die Beine. Er tat es Oscar gleich, riss sich all die lästigen Kabel vom Körper und zog sich schmerzhaft die Infusionsnadel aus der Hand. Zwar wackelte er auf den ersten Schritten noch wie ein frisch geborenes Kitz, doch zu seiner größten Überraschung ging es ihm den Umständen entsprechend … verdammt gut. Fast so, als hätte irgendetwas ihn und die anderen davor beschützt, in diesem Traum einfach zu krepieren. Und genau das ließ ihm keine Ruhe. Er lief zielstrebig zum Schrank, um sich seine Klamotten nun doch selbst zu holen, und richtete das Wort an Liam und Oscar, ohne sich zu ihnen umzudrehen.
      „Ich will nur eine Sache wissen“, begann er, als er den Spind öffnete und seine Kleider herauszog. Die schwarzen Handschuhe streifte er sich als Allererstes über, dann griff er nach dem Halsband, das eine hässliche Narbe an seiner Kehle verdeckte. Er zog es an, als sei es sein wichtigster Schutzpanzer – völlig egal, dass er in diesem lächerlichen Krankenhauskittel ansonsten genauso nackt dastand wie Oscar.
      „Ihr habt exakt denselben Scheiß geträumt wie ich … hab ich recht?“Es fühlte sich absurd an, diese Worte in den Raum zu werfen. Gut möglich, dass die beiden absolut keinen Plan hatten, was er meinte, und ihn gleich in die Geschlossene einweisen lassen wollten. Aber sein Bauchgefühl schlug Alarm. Er wusste einfach, dass er ins Schwarze getroffen hatte. Dieser endlose, kranke Fiebertraum … den hatte er definitiv nicht allein durchgestanden.

      Er wartete gar nicht erst auf eine Antwort, sondern ließ die Frage einfach auf Liam und Oscar wirken. Währenddessen streifte er den Kittel ab und zog sich ungeniert und völlig nackt vor ihnen um. Eigentlich verabscheute er Oscar noch immer. Doch nachdem der Kerl unfreiwillig in der Gestalt seines jüngeren Ichs gesteckt, ihn mit diesen verdammten coolen Sprüchen gerettet hatte, war ihm seine Anwesenheit für diesen kurzen Moment einfach scheißegal. Selbst wenn diese Waffenruhe wohl nicht lange halten würde.

      „Der Trip mit diesem Izarra, der nach der Nummer auf der Insel verschwunden ist. Und dieser Hurensohn Stan, der plötzlich …“, er würgte die Worte meine Mutter ab und wich schnell aus: „… eine Frau gespielt hat. Von dem Brokkolikopf mal ganz zu schweigen.“ Auf den Rest des kranken Casts wollte er gar nicht erst zu sprechen kommen. Der bloße Gedanke, seinen Vater zu erwähnen, schnürte ihm die Kehle zu. Vielleicht, so hoffte er, hatte Oscar dieses Detail sowieso nicht geblickt. Besser so, bevor dieser Arsch noch auf die Idee kam, sich über ihn lustig zu machen.

      Schwer ließ er sich auf die Matratze sinken. Sein Kopf pochte noch immer wie wild. Er hatte die reinste Hölle auf Erden durchlebt, auch wenn das Ende … ihm fast schon erschreckend gut gefallen hatte. Besonders sein wahrer Wunsch setzte ihm heftig zu, ganz gleich, wie sehr er versuchte nur an den tödlichen Wunsch zu denken. Es war so als wollte ihn jemand von ihnen zerrissen sehen, wie eine Pflanz, die man einen Kopf kürzer machte, nur weil sie doch so schön im Gras blühte.

      Blind tastete er in seiner Tasche nach einer Zigarette. Er starrte sie fast schon abwesend an, bevor er sie entzündete und mit einer für ihn völlig untypischen, beinahe sanften Ernsthaftigkeit weitersprach.

      „Und Beni. Er fühlte sich viel zu real an, um ... nur ein verfickter Traum zu sein. Ach, was weiß ich denn. Es war einfach nur abartiger Scheiß und ich raffe nicht, was das zu bedeuten hat.“

      Er schloss die Augen, zog genüsslich an der Zigarette und qualmte ohne die geringste Hemmung das Zimmer voll. Gedankenverloren starrte er aus dem Fenster. Weder Liam noch Oscar sah er an – weil er genau wusste, dass er eigentlich nur darauf flehte, dass sie ihn endlich einen Psycho nennen würden. Dass sie leugnen würden, ernsthaft in seiner beschissenen Vergangenheit festgesteckt zu haben.„Ich bin dafür, dass wir dieses Erlebnis nehmen und es abreißen wie ein altes Pflaster. Wir denken nicht mehr dran. Dieser Stan-Typ wird es hundertpro genauso machen. Wir tun einfach so, als wäre nie etwas gewesen.“



      Er rauchte schweigend weiter und sah stumpf den Vögeln hinterher, die draußen nach Futter suchten. Doch etwas musste er noch klären. Verdammt, er hasste es abgrundtief, Schulden zu haben.„Ochse“, sagte er plötzlich mit harter, unmissverständlicher Stimme. Man merkte ihm an, dass ihm das Folgende schwerfiel.

      „Ich hasse es, jemandem etwas schuldig zu sein. Damit ich einen Schlussstrich unter diese Scheiße ziehen kann, muss ich meine Rechnung begleichen. Also ... was verlangst du von mir? Wehe, du laberst jetzt irgendeinen Müll. Ich meine das todernst. So eine Situation wird nie wieder existieren, wo ich dir etwas anbiete!“
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢
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      Oscar Bell & Liam Petrow

      In Zimmer spielten sich wirklich die verrückteste Dinge ab. Liams Vater wurde ernsthaft von Mason erpresst, er sah wie dieser mit den Zähnen knirschte...Liam wollte schon gar nicht wissen was auf diesen Aufnahmen zu sehen war! Waren diese Männer wirklich Freunde??
      Nachdem sie dann aber Harvey erfolgreich verjagt hatten lösten sich die Besucher auch aus ihrem Zimmer auf.
      Livius der eigentlich denn Flucht Moment nutzten wollte mit Harvey zu sprechen hatte schon bald Russell mit im Nacken der denn Polizist so nervös machte das sich schon Fiberhaft eine Ausrede versuchte einfallen zu lassen um plötzlich das weite suchen.
      Während Rhys tatsächlich Mason wie eine Prinzessin trug, wobei er sichtlich zitterte vor Anstrengung....Der Übermüdete Arzt würde danach sicherlich nicht mehr lange aufrecht stehen können und vor Erschöpfung einschlafen. Ob Brad der Charmanterweise seine Sachen trug das noch miterleben würde war abzusehen...
      Aber auch Liams Vater Raimondo wurde kurzerhand von Travis heraus gezogen! Liam fragte sich wirklich was für eine Person seine kleine Schwester war....Ob er dieses besagte Viedo das sie gemacht hatte auch zusehen bekamm?
      Ein letztes mal warf Liam Travis ein ebenso feindseligen Blick zurück. Gerade in seiner Nähe fühlte er sich wirklich wie ein Waschbär der sich mit einer Katze um kostbares essen Stritt. Und das essen war selbstverständlich Janon!
      Doch somit löste sich das Trubel für ein Moment...Und sie drei waren allein in dem Zimmer nachdem auch der Doktor und die Krankenschwester gegangen war die schniefend etwas von einer Kündigung schluchzte.

      "Ich will nur eine Sache wissen“

      Unmerklich war Liam zusammen gezuckt, er spürte genau worum die sich die Sache handelte...
      Er hoffte auch das in Oscar Dickschädel noch genug Platz war das er auch kapierte worum es Janon jetzt ging.
      Liam verfolgte mit seinem Blick wie Janon sich mit einer Selbstverständlichkeit wieder mit seiner Markenzeichen einkleidete...
      Er war wohl der einzige hier im Raum der brav seine Kabel angeschlossen ließ und sich nicht wagte von seinem Bett zu bewegen.
      "Ihr habt exakt denselben Scheiß geträumt wie ich … hab ich recht?"
      So mutig es von Janon eben war warf er direkt die Frage in den Raum...



      Geträumt...Diese Bezeichnung klang so unwirklich dafür wie Real es sich angefühlt hatte.
      Sie hatten Hunger und Durst verspürt...Genau so wie Lust und schmerzen!
      Dazu noch hatten sie alle das selbe erlebt...Ein Flüchtiger Blick zu Oscar reichte Liam auch aus...Entweder lag es an dem Beruhigungsmittel oder Oscar hielt tatsächlich die Klappe weil die Worte von Janon ihn genau so trafen wie Liam.
      Nervös faltete Liam seine Hände zusammen...Dieser Traum, war nicht normal gewesen und kaum zu erklären...Beinahe schon Unheimlich, wie ein Fiktive Horror Geschichte in welche sie hinein gezogen wurden. Es war schwer zu sagen was wirklich echt war und was eine unnatürliche Verdrehung der Realität...
      Aber das knacken der Rippen...Die Gerüche....Viel zu Realistisch als das es nur ein Traum war.

      "Der Trip mit diesem Izarra, der nach der Nummer auf der Insel verschwunden ist. Und dieser Hurensohn Stan, der plötzlich … eine Frau gespielt hat. Von dem Brokkolikopf mal ganz zu schweigen."
      Janons Worte bestätigte nur ihre gemeinsame Vermutung...
      Sie hatten es alle gemeinsam erlebt...Sogar auch Stan war dabei gewesen sowie dessen niedlicher Freund.
      Das er nicht sogar auch hier im Krankenhaus war begann Liam auch sogleich sorgen zu bereiten.
      Während Janon sprach tastete Liam sein nahen Naschtisch ab, tatsächlich lag dort sein Smartphone...Er ignoriere die vielen verpassten Anrufe und Nachrichten.
      Gezielt schaute er ob Stan ihn vielleicht noch geschrieben hatte...



      Doch von dem Butler fehlte jegliche Lebenszeichen....
      Was wenn er genau wie sie solange in einem Koma zustand lag?
      Er begriff nicht warum ausgerechnet sie es waren die in den Traum waren. Laut Beni waren sie mit irgendwelche besonderen Kräften gesegnet...
      Janon hatte es auch erstaunlich gut Demostiert, Erde...Und Oscar war Feuer gewesen...Fast wie in eines seiner Lieblings Videospiel Genre.
      Es machte ihn irgendwie erstaunlich Neugierig aber zugleich war es auch beängstigend...Er wollte mehr darüber erfahren. Vielleicht verband sie alle viel mehr als wie der Schein gab?
      Sogar jetzt merkte er das es viel mehr Verbindung zwischen ihnen gab als er geglaubt hatte. Das konnte kein Zufall sein.
      Vielleicht konnte er mit seinem Gaming Freund darüber sprechen...Einfach die Gedanken spielen zu lassen um die Sachen besser zu verarbeiten.
      Er schaltete die innen Kamera seines Smartphone ein und betrachtete schweigend die Veränderung seiner Augen...



      Bei denn Anderen hatte er keine solche Äußere Veränderung bemerkt....
      Ob...es mit seinem Ableben in Traum zu tun hatte?
      Liam hatte ein sehr ungutes Gefühl je länger er sich selbst in betrachtete und legte sein Smartphone schweigend wieder nach unten.
      Das Janon im Zimmer rauchte nahm Liam so hin, er war es gewohnt das Janon in seiner rauchte und ihn sogar öfter damit Ärgerte ihm ins Gesicht zu pusten.
      Trotzdem hatte diese stickige Luft eine seltsam bitterer Beigeschmack auf seinen Lippen. Es fühlte sich an als wären seine Sinne viel intensiver geworden als zuvor...
      Als wäre er immer noch auf Alarm Bereitschaft das jeder Moment wieder was passieren könnte.

      "Und Beni. Er fühlte sich viel zu real an, um ... nur ein verfickter Traum zu sein. Ach, was weiß ich denn. Es war einfach nur abartiger Scheiß und ich raffe nicht, was das zu bedeuten hat."

      Dem konnte sich Oscar nur anschließen.
      "Jaja, ich erinnere mich voll gut daran...Wie Witzig Izarra ausgesehen hatte als er die Kokosnuss gegen den Schädel bekommen hat, an Bad boys dummes Gesicht als Stanly ein viel größeren Fisch als er gefangen hat...ich lach mich immer noch Weg wie dein stolzes Gesicht verflogen ist !! Und dann war ich ein Ober Geiler König!", ratterte Oscar seiner Ansicht nur das schönste aus dem Traum heraus.
      Liam räusperte sich leise, bestimmt hatte ihn keiner der beiden im Traum in Bezug zu Beni richtig zugehört:
      "...Nun ich kannte Beni wie gesagt schon vorher...Er Arbeitet jetzt bei mir im Club...Sobald ich entlassen bin werde ich mit ihn auch darüber sprechen."
      Sogleich richtetet sich Oscar auf, dass war ja Großartig! Sie würden also Beni schneller finden als er dachte:
      "OH! Super! Ich muss mit diesem Welpen unbedingt noch reden! Wir haben uns Großartig verstanden! Ich darf doch dich wieder in deinem Club besuchen oder Knirps??"


      Damit traf jedoch Oscar direkt ein Wunden punkt bei Liam der ihm sofort ein genervten Blick zu warf...
      "Mhm...Nachdem du mein Club Abgefackelt hast...?", betonte Liam extra für Oscar damit er kapierte das eigentlich sich keine 10 Meter seinen Club mehr zu nähern brauchte.
      "Hmpf, das...Wie nachtragend bist du denn?? Dein Club steht bestimmt wieder! Wir waren doch echt voll lange weg! Ich war nur sauer weil ich keine anständige Begrüßung Feier für mich gab, alter!", verteidigte sich Oscar sogleich.
      ". . . . Ich richte Beni viele Grüße aus.", gab Liam trocken zurück.



      "Jetzt sei nicht so!", grummelte Oscar sofort. Aufhalten konnte ihn Liam sowieso nicht! Er würde trotzdem zu seinem Club gehen wenn Beni dort war! "Gib mir dann wenigstens seine Handynummer!"
      Doch Janon war noch nicht fertig mit seinen Worten, weswegen Oscar sich etwas Nachdenklich über den brummenden Hinterkopf rieb.
      "Ich bin dafür, dass wir dieses Erlebnis nehmen und es abreißen wie ein altes Pflaster. Wir denken nicht mehr dran. Dieser Stan-Typ wird es hundertpro genauso machen. Wir tun einfach so, als wäre nie etwas gewesen.“
      Diesen ganzen Scheiß sollten sie vergessen...?
      Oscar war generell jemand der sich erschreckend gut an jede kleinsten Details aus Vergangenheit erinnert...So schnell würde er den Mist nicht vergessen können...Da musste er sich schon die Bierne ordentlich zu dröhnen...
      Der Knirps würde sowieso alles tun was Janon sagte...
      Aber wie könnte er vergessen was da ab ging und nie wieder drüber sprechen...?
      Allerdings musste Oscar in einem Punkt recht geben:
      "Hah, man...Du kennst Stanly mittlerweile echt gut. Stanly wird sowieso alles total kompliziert, logisch erklären als wären wir Opfer von irgendwelche kranken Chemikalien geworden..."



      Manchmal fragte er sich bei dem Butler wie er es schaffte alles so extrem zu verdrängen...Er war so Rational aber in manchen Punkten war dieser Pissa echt verstrahlt.
      Er kapierte immer noch nicht wieso er das Schoßhündchen dieser Lyons Familie blieb...Die hatten den Kerl total Gehirngewaschen!
      Dabei sah er mit eigenen Augen zu was Stan eigentlich fähig war! Er verdankte ihm sein Leben, weswegen er ihm echt eine menge Schuldig war. Aber das der Typ versklavt wurde raffte dieses Roboter Genie bis heute nicht...Daher würde er sicherlich dieses Erlebnis unter den Tisch kehren...
      Er hoffte das Beni wenigstens nicht so verstrahlt war...Wobei er auch nicht einschätzten konnte ob Beni nicht auch irgend ein Scheiß erzählt hatte.

      "Ochse"

      Plötzlich holte ihn sein geliebter Bad Boy aus den Gedanken.
      Am liebsten hätte er erregt aufgeseufzt, er konnte ihn gern öfters so hart und bestimmend rufen....
      Er bemerkte aber das Janon sie alle nicht wirklich anschaute...Och...War's Janon echt Peinlich?
      Zugeben...Er hatte echt tiefe Einblicke auf Janon bekommen, die er zum Teil nicht erwartet und gar nicht sehen wollte...
      An seiner Stelle wärs ihm auch total Peinlich, ob er sich gleich aus dem Fenster warf so wie er raus gaffte?
      Ob er ihn auffangen sollte oder auf den Boden aufklatschen lassen sollte?
      Beides wäre ziemlich witzig....



      "Ich hasse es, jemandem etwas schuldig zu sein. Damit ich einen Schlussstrich unter diese Scheiße ziehen kann, muss ich meine Rechnung begleichen. Also ... was verlangst du von mir? Wehe, du laberst jetzt irgendeinen Müll. Ich meine das todernst. So eine Situation wird nie wieder existieren, wo ich dir etwas anbiete!"
      .....
      HAHhhh~
      Schon wieder hatten sie eine erschreckende Ähnlichkeit miteinander...Oscar hasste es auch jemand etwas schuldig zu sein.
      Ehrlich gesagt hatte Oscar es beinahe wieder vergessen...Schließlich war er zu Perplex von dieser Situation gewesen wo sich sein Bad Boy ihn so bescheuerten Helden verwandelt hatte...
      Normalerweise hätte Oscar jetzt einen dreckigen Spruch gebracht.
      Das ihm Janon ernsthaft sowas anbot....So eine Situation würde er bestimmt nicht so schnell erneut zu greifen bekommen!



      Ein langsames, raues, aber überraschend ernstes Schmunzeln breitete sich auf Oscars Gesicht aus. Er wischte sich mit dem Daumen über die Unterlippe, atmete tief durch und lehnte sich ein Stück vor.
      "Weißt du was, Bad Boy...?", begann Oscar, seine tiefe Stimme noch leicht heiser und ungewohnt ruhig im Raum.
      "Du hast recht. Das war abartiger Scheiß. Und ich werd dir den Gefallen sicher nicht tun, das hier mit 'nem billigen Quickie auf der Krankenhaustoilette auszugleichen."
      Normalerweise hätte er es echt genossen ihn für sich auf alle Viere gehen zu lassen damit er ihn einen so Boshaften Blick zu warf das er allein davon ein Höhepunkt bekommt.
      Aber nein....
      Oscar hatte direkt etwas Anderes im Sinn...Schwer fällig erhob sich Oscar. Das Betäubungsmittel war nicht stark genug um ihn ans Bett zu fesseln, auch wenn seine Schritte etwas schwerfällig waren und kurz wirkte als würde er gleich auf Janon drauf fallen als er sich ihm näherte.
      Ein kurzer Gedanke kam ihn, die stärke seines Bad Boys für etwas anderes zu Nutzten...Aber er wollte Janon nicht in diesen Krieg mit reinziehen. Es wäre zu schade wenn Janon dabei verunstaltet wird...Nein, er hatte eine viel bessere Idee.
      Unverschämt wie er war entzog er Janon die Zigarette um selbst ein kräftigen Atemzug davon zu nehmen.
      "Was ich von dir verlange? Ich will das du mich bei dir Wohnen lässt!~♥"



      Er strahlte ihn breit an als wäre es schon seit Ewigkeiten sein Größter Wunsch gewesen!
      "Weißt du Alter, ich hab kein Geld...Irgend ein so beknackter Arsch hat vor kurzen mein Motorrad geschrottet den einzigen Besitz denn ich nach dem Knast hatte, Haha! Ich hab echt kein Bock zu meinen Alten zu gehen. Mason hängt an ihm wie eine Klette...Und auf der Straßen zu pennen ist echt beschissen, klein Plan wie es der Knirps solange aushielt."
      Oscar Pustete den Rauch an die Decke und lehnte sich gegen Janons Bett.
      "Aber falls du ablehnst, werde ich sowieso bei dir durch Fenster einsteigen...Ich Biete dir damit eigentlich ein verdammt nettes Angebot!", lachte Oscar als wäre er ein total genialer Verhandlungspartner.
      "Keine Sorge, ich bleib auch nicht für immer~ Bin auch Pflegeleicht.", säuselte dazu und und machte ein süßliche Fratze um Janon auch noch ordentlich zu provozieren:
      "Heh~ Ich lass auch das Licht für dich Nachts an...Versprochen~♥"


      Dabei blinzelte er ihn unschuldig an, als hoffte er förmlich darauf das Janon ihn dafür ins Gesicht schlug oder anbrüllte.
      Es war mit Hundert Prozentiger Wahrscheinlichkeit klar das Oscar ihn wegen denn Dingen aus den Traum aufziehen würde!
      Er hatte seine Schwachstelle gesehen und er wollte mit einem Stock in die Wunde stechen...Sein Herz klopfte richtig vorfreude!
      Das wäre das schönste gefallen das ihn Janon erweisen konnte!
      "Aber auf Masken-Spielchen steh ich nicht so....Ich hoffe das für dich kein Abturner aber du darfst gern ein Kleidchen für mich tragen, dass macht es mir leichter an dein knackigen Hintern ran zu kommen~"
      Oscar begann richtig heiß zu laufen...
      Liam der die ganze Zeit geschwiegen hatte Blickte für ein Augenblick zur Seite. Während Oscar begann das ganze ziemlich ins Lächerliche zu ziehen spürte Liam wie das stechen in seiner Brust zu nahm....



      ....Das alles...
      Was im dieser Traumwelt passiert war....
      Die Dinge die Janon über seine toxische Liebe und seinem Vater gesprochen hatte sowie das auch zwischen ihnen....



      Janon hatte ihn mit seinem Vater verglichen...
      Zwar kam gegen Ende für Janon zum Glück die Ansicht das ihre Liebe vollkommend verschieden war und er ein Fehler gemacht hatte.
      Doch war war...Wenn sich Janon irrte...Oder er am Ende seine Meinung darüber sich erneut änderte.
      Er wollte NIEMALS in denn Augen seines Geliebten Janon in die Rolle von Achim schlüpfen.
      Es...So wie es zuvor war konnte er nicht weiter gehen...
      Liam musste eine ernste Entscheidung treffen. Eine die zwar unendlich schmerzhaft war aber für sie beide in Moment...Das einzig richtige.
      "Das ist....Doch eine Fantastische Idee!"



      Liam lächelte breiter und neigte seinen Kopf:
      "Ich werde meine Sachen später holen und wieder zu Nicky gehen, sollte er meine Computer mittlerweile nicht verkauft haben und mein Zimmer in ein Schweinestahl für seine Sexsklaven.", lachte er unbekümmert.
      "Mit Oscar wirst du bestimmt alle Hände voll zu tun haben, ich bin mir sicher mit ihm wird es nicht so schnell Langweilig werden."
      So....War es wirklich besser.
      Das Schicksal hatte sie beide aus verschiedenen Welten zusammen geführt....
      Doch am Ende haben sie beide sich nie wirklich gut getan....



      Liam bereute keine einzelne Sekunde die er mit Janon verbracht hatte...
      Die guten aber auch die schlechten...
      Auch seine Gefühle zu ihm hatten sich nach den Traum nicht verändert. Er liebte ihn immer noch warhaftig.
      Aber...Janon hatte recht.
      Sie funktionierten beide viel besser wenn sie getrennt waren.
      Er liebte Janons Nähe, seine starke Hand...Sein tiefer Blick...Seine Stimme, sein Atem der in auf der Haut kitzelte...
      Doch wenn seine Liebe wie ein Gift für seine Seele war...War es doch besser wenn sie sich nciht erneut zu nahe kamen.


      Es bedeutete nicht komplett aus dem Leben des Anderen zu verschwinden...Das Schicksal hatte sie schon so sehr miteinander verknotet als das es möglich war sich von einander zu trennen.
      Er wollte nicht denn Schritt gehen sie gewaltsam mit einer Schere zu trennen.
      Liam behielt gern weiterhin die Postion seines Freundes, seines Babes....
      Aber niemals würde er erneut versuchen in die Rolle eines Geliebten für ihn zu stehen. Er liebte Janon zu sehr als das er ihn für seine Egoismus Bluten lassen wollte. Egal wie schön das Gefühl am Ende war....
      Solange Janon...Nicht von seinen Schatten seiner Vergangenheit los kam, würden sie besser auf zwei verschiedene Ebene bleiben müssen.
      Auch für Liam war sein Leben nicht Gradlinig...
      Sowohl Janon aber auch seine Vergangenheit zerrten mit eisernen Ketten an seinem Hals...
      Jetzt wo er seinen Leiblichen Vater wieder gefunden hatte bestand für Liam jetzt die Möglichkeit auch diese Fessel zu lösen.
      Er konnte endlich herausfinden...Wer er eigentlich wirklich war.



      Mit Janon an seiner Seite würde er nur erneut in eine Rolle fallen nie überhaupt nicht zu ihm passte...Er musste selbst jetzt stärker werden und das gelang ihn jedoch nur wenn er unabhängiger von Janon wurde. Selbst wenn es bedeutet ihn irgendwann an jemand anderen zu verlieren. Jemand der viel besser mit seiner Brutal Liebe umgehen konnte. Er war nicht stark genug dafür gewesen...Sein Herz...Hatte es gespalten und auch tiefere Narben hinterlassen. Er ...Hatte das Gefühl immer noch Achims, Flüstern in seinen Ohren zu hören....
      Der Traum hatte ihn gezeigt...Das noch viel zu viel gab das nicht über Janon gewusst hatte.
      Wenn er wirklich die Person sein wollte der ihn bedingungslos lieben konnte, musste er erst damit klarkommen was dieser Traum ihn eigentlich vor Augen geführt hat.
      "Es tut mir sehr Leid, aber...Ich kann das was wir gemeinsam erlebt haben nicht vergessen. Ob es Real war oder nicht."
      Liam schaute auf den Boden vor sich...Obwohl ihn sein Herz gerade so schmerzte war es befreiend es laut auszusprechen:
      "Aber ich brauche dich nicht mehr Janon, ich werde mich jetzt ganz auf mein Leben Konzentrieren, ich werde wieder meine Webseite eröffnen und als Lucky Boy tätig sein. Der Club erfordert auch meine ganze Aufmerksamkeit und dieser verrückte Beni schuldet uns noch eine menge Erklärungen! Falls du mich aber brauchen solltest bin ich selbstverständlich für meinen austauschbaren Freund da!"



      "Eigentlich hatte ich eine Überraschung geplant und wollte auf die selbe Uni wie du gehen, sogar das selbe Fach habe ich gewählt...Aber ich werde das Fach ändern. Sport war sowieso nie mein Ding gewesen...Ich möchte viel Lieber etwas für die Gesellschaft tun. Das alles zu sagen fühlt sich wirklich GUT an! Mir ist gerade wirklich egal ob die Dinge die ich tue uns näher oder weiter auseinander bringen werden. Ich mache die Dinge jetzt ganz genau so wie ich es will. Wie bescheuert und auch gemein es dir gegenüber klingen mag, ich bin verdammt Glücklich über diesen kranken Traum gewesen. Ich bin wirklich Herzlos oder? "
      Es war bestimmt für Janon so Traumatisch und schrecklich gewesen das sie alle sein tiefsten Kern gesehen haben...Sie alle hatten höhen und schrecklichen tiefen erlebt.
      Doch Liam wollte kein Mitleid oder Mitgefühl aufbringen...Er war Froh die unverfälschte Wahrheit gesehen, seine Liebe endlich offen ausgesprochen zu haben...Vielleicht würde er irgendwann die Chance haben Janon seine Liebe erneut zugestehen...Aber mit einem weitaus angenehmeren Ergebnis.
      Doch bis dahin...Wollte nur wieder der Freund für Janon sein, der für ihn in schlimmen Momenten da war aber zugleich ihn Verraten würde und austauschbar war wenn es gerade passte....
      "Daher...Ich denke ich das in deiner Wohnung kein platz mehr für mich wäre. Kommt gern bei mir im Club vorbei wenn ich Lust habt aber diesmal ohne dabei den Laden zu demolieren."
      Mit so einer Ansage hätte Oscar nicht gerechnet...Er kapierte auch diese etwas seltsam verdrehte Liebelei der beiden nicht wirklich. Irgendwie waren die beiden echt putzig...
      Die Liebten sich wie Pech und Schwefel aber dann waren die echt fies zu einander das ihm selbst etwas das Herzilein schmerzte.
      "Ey? Echt cool? Also hab ich damit dein Segen?", grinste Oscar verschmitzt der die Sache ganz Positiv nahm obwohl Liam sich wohl gerade irgendwie von Janon getrennt hatte.



      War aber Oscar auch egal, eigentlich hatte keiner hier wirkliches Mitsprache recht! Er würde so oder so bei seinem Bad Boy einziehen und Liams Club besuchen!
      Irgendwie wurde die Luft gerade ziemlich dick...Vielleicht lag es auch an den billigen Zigaretten von Janon.
      Obwohl Liam das ganze so frei mit einem Lächeln von sich geben hatte kämpfte er tapfer dagegen an in Tränen auzubrechen.
      Etwas unbeholfen kratzte sich Oscar an der Wange...Der Knirps war wirklich ein zerbrechliches Ding. Dabei hatte es der Blonde echt stark von ihm gefunden wie Liam gerade dem Bad Boys seine Meinung gegeigt hat!
      "Ey, ey Bad Boy! Willst du wirklich bis heute Abend warten oder sollen wir nicht lieber gleich abzischen?", schlug Oscar dreist vor. Ans umziehen dachte Oscar jedoch eher weniger, vermutlich würde in diesem Krankenhauskittel draußen herum laufen als wäre es das normalste der Welt.
      Believe Me ~

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      Janon Müntzer

      Der Boxer hatte absolut nichts dagegen, dass der Ochse sich nur an den Inselspaß erinnerte. Im Vergleich zu dem Zirkusaufenthalt war es wohl noch das harmloseste, auch wenn Janon dort viel gegen den bescheuerten Stan kämpfen musste, um seine Autorität nicht zu verlieren. Beinahe hatte Janon vergessen, dass Liam Beni angeblich schon von seinem Club kannte. Lag es dann an Liam, dass so eine random Person in dem bizarren Traum vorkam? Was...stand er etwa auf den Typen? Ein kurzer Blick zu Oscar reichte um diese Theorie zu bestätigen. Liams...Männergeschmack war ja ziemlich...das Gegenteil von seinem. Die einzige Ausnahme in Liams Liebesharem war wohl Janon selbst.
      Diesmal hielt sich Janon aus der Diskussion zwischen Liam und Oscar über den Club heraus. Wenn Liam tatsächlich dumm genug war, ihn wieder einzuladen, musste er sich nicht wundern, wenn der Laden eine Stunde später erneut lichterloh brannte. Entspannt nahm Janon einen weiteren Zug von seiner Zigarette. Erstaunlicherweise ruhte er gerade völlig in sich selbst, obwohl man ihn normalerweise ziemlich leicht auf die Palme bringen konnte.

      "Hah, man...Du kennst Stanly mittlerweile echt gut. Stanly wird sowieso alles total kompliziert, logisch erklären als wären wir Opfer von irgendwelche kranken Chemikalien geworden..."

      Und genau deshalb hasste er diesen Butler. Er hatte null Bock darauf, dass Stan anfing, eins und eins zusammenzuzählen und versuchte, dort irgendwelche Informationen aus dem Traum zu ziehen. Dieser miese Wichser wollte ihn abschreiben, Janon fallen sehen. Bestimmt sah er ihn als schlimmere Zecke als Oscar. Doch Janon dachte mittlerweile auch so. Oscar war zum Kotzen und am liebsten wollte er, dass er wieder die Schimmelflecken von der Decke im Knast zählte...der Traum bewies aber, dass er mit solch' einer Persönlichkeit wohl mehr was anfangen konnte, als den Mr. Elegant und Erfahren. Wenn er es auch nur wagen sollte, irgendetwas von dem Traum auszuplaudern, würde Janon ihn kaltmachen – mitsamt seinen verdammten Eltern. Stans ständige Klugscheißerei ging ihm gehörig auf den Sack. Allein der Gedanke daran, wie dumm Wyatt neulich in dieser brenzligen Situation dagestanden hatte, ließ die Wut in ihm hochkochen. Oh ja, Wyatt schuldete er auch noch eine Tracht Prügel, Stan hatte ihn daran wieder erinnert. Seine Zähne würde er ihn dann per Post verschicken, um Stan zu beweisen, wie wenig er sich von ihm demütigen ließ. Er wusste schon gar nicht ob er lieber mit Tyler oder Brokkolikopf anfangen sollte, um Stans Wut zu steigern und die maximale Schadenfreude zu empfinden. Verdammt, mittlerweile freute er sich wie ein waschechter Schläger auf den Schulbeginn.

      "Du hast recht. Das war abartiger Scheiß. Und ich werd dir den Gefallen sicher nicht tun, das hier mit 'nem billigen Quickie auf der Krankenhaustoilette auszugleichen."

      Ruckartig zogen sich Janons Mundwinkel nach unten. Das war’s dann wohl mit der neu gefundenen inneren Ruhe. Oscar klang, als wäre das Janons erster Gedanke gewesen – was der Typ sich vermutlich sogar erhoffte. Und zugegeben: Er hatte sich mental bereits darauf eingestellt, erneut mit diesem Ochsen ins Bett zu gehen, selbst wenn er sich danach drei Stunden lang heiß abduschen müsste. Den scheiss Spielplatz hätte er sich noch einmal angetan, wenn damit seine Schulden beglichen wären. In 99 Prozent der Fälle wäre das auch Janons erste Wahl gewesen, hätte ihn jemand gefragt, den er attraktiv fand. Aber verdammte Scheiße, wenn Oscar keinen Sex als Gegenleistung wollte ... was dann? Eine Niere? Sein Geld? Sein Sklave würde er bestimmt nicht werden, er würde ihn für solch' eine Anfrage sofort die Zähne einschlagen!
      Dann kam auch Oscar auf ihn zu – und das, obwohl ihm ein Betäubungsmittel in die Nippel gespritzt worden war. Völlig ungeniert nahm er Janon die Zigarette aus den Fingern, saugte den Rauch förmlich ein und wandte sich ihm dann mit zufriedener Miene zu.

      "Was ich von dir verlange? Ich will das du mich bei dir Wohnen lässt!~♥"

      Janons Auge zuckte unkontrolliert. Es fühlte sich an, als hätte Oscar ihm gerade einen Taser auf die Brust gesetzt und ihm tausend Volt durch den Körper gejagt. Ausgerechnet dieser Riese beschwerte sich jetzt mit einer geradezu unheimlich wehleidigen Stimme darüber, dass jemand sein geliebtes Motorrad geschrottet hatte. Gut, das war Janon gewesen, aber er hatte nicht das geringste schlechte Gewissen, selbst wenn die Maschine Oscars größter Schatz war. Das war schließlich die Revanche für den verdammten Spielplatz! Aber Scheiße – er sollte ihn bei sich WOHNEN lassen? Diesen durchgeknallten Giganten, der mal eben einen ganzen Club abfackelte? Da konnte er auch gleich den Teufel persönlich bei sich einquartieren. Stand ihm etwa das Wort „suizidgefährdet“ auf der Stirn geschrieben?!

      Oscars krampfhaft niedliche Fratze machte die ganze Situation für jemanden wie Janon, der absolut nie wissen wollte, wie dieser Kerl mit Kulleraugen aussah, nur noch unerträglicher. Fuck – er hätte es besser wissen und seine Worte weiser wählen müssen! Verflucht sei sein verkackter Ehrenkodex. Janon musste sich ernsthaft zusammenreißen, nicht sofort aufzuspringen und ihm direkt eine reinzuhauen, während Oscar sich nun auch noch über ihn und den Traum lustig machte.

      "Heh~ Ich lass auch das Licht für dich Nachts an...Versprochen~♥"

      "Du verfluchter Bastard...!", zischte Janon heraus, seine Zähne presste er stark aneinander. Warum sollte er sich auf DIESEN SCHEISS einlassen? Solche Sprüche würde er doch ab jetzt die ganze Zeit hören! Lieber machte er Oscar jetzt kalt, bei toten Leuten konnte er keine Schulden begleichen. Er brauchte nicht täglich jemanden wie Oscar, der ihn kleine Dolche ins Herz stach und ihn immer wieder an sein Traumata zurückerinnerte. Er konnte es sich schon vorstellen wie er an diesem scheiß Lichtschalter hängen würde, während er einen Minirock in seinen Händen hielt. Das verletzte massiv Janons Stolz, dies war einer der Gründe, weshalb er nicht wollte, dass sie sich an den Traum erinnerten! Es gab ein völlig verfälschtes Image von den jetzigen Boxer ab!



      Dann brachte auch endlich Liam was dazu ein, der sich dazu noch gar nicht einmischte. Er war doch bestimmt genauso nicht einverstanden, dass solch' ein Rindsvieh bei Janon einnistete. Er kannte ja ihre nicht passende Dynamik zueinader, hoffentlich hatte der Kleine ein paar Gegenargumentationen, die den Boxer von diesem grauenhaften Schicksal bewahren konnte.

      "Das ist....Doch eine Fantastische Idee!"

      ...
      ...
      ....

      "...HÄ?!"



      Völlig fassungslos starrte er in Liams Gesicht. Der strahlte ihn gerade an, als würde er Oscar allen Ernstes zustimmen. Hatte er da richtig gehört? Hatte Liam gerade wirklich behauptet, dass Oscars verdammte Scheißidee fantastisch war? Was zum Teufel ... hegte Liam etwa einen derartigen Groll gegen ihn wegen dieses Traums?! Nahm er ihm die Sache echt so unfassbar übel?! Genau deshalb hätten sie es doch einfach verdrängen sollen, verdammt noch mal, anstatt jetzt eine gemeinsame Front gegen Janon zu bilden! Janon fühlte sich ziemlich selten so...aber gerade wurde er hart gemobbt von den zwei Typen im Krankenzimmer!

      "Ich werde meine Sachen später holen und wieder zu Nicky gehen, sollte er meine Computer mittlerweile nicht verkauft haben und mein Zimmer in ein Schweinestahl für seine Sexsklaven."

      Janons Blick gefror förmlich vor Schock. Es fühlte sich an, als wolle Liam ihm den Speer in der Brust heimzahlen, indem er ihm jetzt buchstäblich die Luft zum Atmen stärker raubte als im Traum. Der Boxer brauchte eine Weile, um diesen verdammten Scheiß zu verarbeiten. Wie Liam sich da gerade freute – angeblich für ihn, aber eigentlich doch für Oscar! Konnte das wirklich wahr sein? Hatte Liam etwa nur darauf gewartet, dass Oscar sich bei Janon einnistete, um sich elegant aus dem Staub zu machen?! Wollte er Janon so schnell wie möglich loswerden?! Hah – am Ende noch wegen dieses Traums?! Dabei hatte er ihm doch erst gesagt, wie wichtig er ihm war. Warum zur Hölle behandelte er ihn dann jetzt so?! Janon gelang es einfach nicht, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Es fühlte sich an, als würde Liam gerade in purem Sadismus auf ihn einprügeln und die dicken Euter als Kanonenfeuer gegen ihn benutzen!



      "Es tut mir sehr Leid, aber...Ich kann das was wir gemeinsam erlebt haben nicht vergessen. Ob es Real war oder nicht."

      Er war es einfach zu sehr gewohnt, dass Liam ihm bei jeder Kleinigkeit blind zustimmte. Und jetzt ... ausgerechnet jetzt weigerte er sich, obwohl die Sache Janon extrem am Herzen lag. Er wollte diesen Traum nicht vergessen, ganz egal, wie sehr er seinen ... ?Freund? ... damit belastete. War das die Rache dafür, dass er Liams Liebe nicht erwidert und von sich gewiesen hatte? Automatisch senkte sich Janons Blick. Er starrte auf die zerbrochene Vase, auf das Wasser und die bunten Blumen, die sich auf dem Boden verteilt hatten. Scheiße, nicht schon wieder. Eine dicke Gänsehaut überzog seine Arme, doch er ließ sie nicht zu hart an sich ran. Er durfte sich auf gar keinen Fall wieder in diesen Gedanken hineinsteigern. Er durfte die beiden nie wieder miteinander vergleichen, auch wenn ihre Art ... ihm die Dinge heimzuzahlen, sich erschreckend ähnlich war. Die gleiche bittere Note, dieser verdammte Sadismus, der mit zarten Worten geschmückt wurde. Janon fühlte sich, als würde er gleich Blut spucken.

      "Aber ich brauche dich nicht mehr Janon, ich werde mich jetzt ganz auf mein Leben Konzentrieren, ich werde wieder meine Webseite eröffnen und als Lucky Boy tätig sein. Der Club erfordert auch meine ganze Aufmerksamkeit und dieser verrückte Beni schuldet uns noch eine menge Erklärungen! Falls du mich aber brauchen solltest bin ich selbstverständlich für meinen austauschbaren Freund da!"

      Genau in diesem Moment spürte er es. Es war, als würde Liam ihm sämtliche Energie aussaugen, während der Kerl selbst nur noch heller erstrahlte. Jemand, der angeblich so abgöttisch in ihn verliebt war, brauchte ihn auf einmal nicht mehr? So verdammt schnell? Er schnipste ihn ohne große Probleme aus seinem Leben weg und gab ihn als Trostpflaster einen kleinen Finger, falls er ihn brauchte?Liebe...Verging Liebe wirklich so rasant? Für ihn war Liebe eine unsterbliches Instrument aber...er wusste auch das seine Liebe nur toxisch. Vielleicht war...das Normalität? Es bestätigte nur wie sehr er diese Scheisse nicht in seinem Leben brauchte. Janon kapierte Liams Liebe zu ihm nicht aber die starke Freundschaft, die er für Liam empfand, zerrte gerade geradezu schmerzhaft an seinem eigenen Fleisch. Lag das echt nur an diesem Traum? Erschlug er ihn deswegen mit einem Stein? Er wusste noch genau ... ja, Janon hatte ihn dort absichtlich provoziert und tief verletzt. Wegen ihm war er in seinem Vater verhaftet, wegen seiner Feigheit. Er würde es sich niemals verzeihen. Aber es wirkte, als hätte Liam seine letzten Worte am Ende völlig ausgeblendet. Oder wollte er ihn direkt loswerden, weil er verstand, dass er von Janon niemals diese Liebe spüren konnte? Austauschbarer Freund – war das ernsthaft das Einzige, was in dem Kopf eines so klugen Mannes wie Liam hängen geblieben war? Sein Geist konnte es nicht fassen.

      "Das alles zu sagen fühlt sich wirklich GUT an! Mir ist gerade wirklich egal ob die Dinge die ich tue uns näher oder weiter auseinander bringen werden. Ich mache die Dinge jetzt ganz genau so wie ich es will. Wie bescheuert und auch gemein es dir gegenüber klingen mag, ich bin verdammt Glücklich über diesen kranken Traum gewesen. Ich bin wirklich Herzlos oder? "

      Irgendwo freute sich Janon ja darüber, dass Liam endlich mehr für sich selbst einstehen wollte. Auch wenn es ihn auf die falsche Fährte führte wieder als Hure anzufangen und sich von anderen Kerlen verbrauchen zu lassen. Von dem schmutzigen Schicksal, welches Janon eigentlich gehofft hatte zu stoppen. Aber aus einer Nutte...kriegte man einfach nicht das Verrottete herausgezogen, es steckte zu tief in Liam drinnen...wie bei Cabriel, Janon war da total machtlos und das machte ihn schwermütig. Er erinnerte sich noch haargenau an das Gefühl seines Traum-Ichs – an das, was er für Liam empfunden hatte, als er ihm sagte, er solle sich nicht länger von Janon manipulieren lassen. Doch hier in der Realität fühlte sich das Ganze plötzlich ganz anders an. Liams neue Selbstsicherheit kippte schnell ins Negative, weil der Kerl so penetrant betonen musste, dass ihm ihre gemeinsame Zeit mittlerweile völlig egal sein könnte, jedenfalls hörte genau das Janon heraus. Unweigerlich musste Janon daran zurückdenken, wie Liam ihn damals wegen seines Adoptivvaters in dieser verdammten Sackgasse einfach vergessen und im Stich gelassen hatte. Da war er ihm schließlich auch monatelang ... nein, jahrelang völlig egal gewesen. Er hatte sich nicht geirrt. Der Einzige Mensch, in dessen Herz er wohl selbst heftig eingenistet war...war wohl...sein Vater. Spürte gerade Janon ernsthaft Traurigkeit in ihm? Warum ließ er sich wieder so von Liam verletzen? Warum hörte er sich den Scheiss überhaupt an? Sein Traum-Ich hatte sich wohl nicht umsonst von Liam verabschiedet.



      "Daher...Ich denke ich das in deiner Wohnung kein platz mehr für mich wäre. Kommt gern bei mir im Club vorbei wenn ich Lust habt aber diesmal ohne dabei den Laden zu demolieren."

      Langsam erhob sich Janon vom Bett. Er versuchte gar nicht erst, sich seine Zigarette von Oscar zurückzuholen, und zündete sich auch keine neue an. Nach Liams Worten fühlte sich der Rauch ohnehin nur noch wie pures Gift in seinen Lungen an. Vielleicht sollte er von hier doch schneller verschwinden als ursprünglich geplant. Er spürte genau, wie dünnhäutig er gerade war und dass er alles viel zu emotional an sich heranließ. Er brauchte dringend Abstand – vom Krankenhaus, von diesem verdammten Traum und vor allem von Liam und Oscar. Nichts davon tat ihm im Moment gut; im Gegenteil, all das zerrte nur unerträglich an ihm.


      Ha … Kaum spaziert dein echter Alter durch die Tür und schon brauchste mich nicht mehr, hm? Ja, hab mir schon gedacht, dass der Tag bald kommt. Verrückt, wie sich diese ganze Scheiße mit dir ständig wiederholt. Als hinge ich in einer verdammten Zeitschleife fest“, stieß Janon rau hervor, gefolgt von einem lautlosen, bitteren Lachen. Seine Haare fielen ihm ins Gesicht und verbargen seine Augen, man sah nur noch sein freudloses, verärgertes Lächeln. Seine Hand war längst zu einer harten Faust geballt, der Stoff seiner Handschuhe knirschte hörbar unter dem Druck. Die Wut brodelte in ihm, doch er zwang sich, die zitternde Hand tief in die Tasche zu schieben – bevor er sie noch der Person ins Gesicht schlug, die für all das verantwortlich war.



      „Drückst du mir Oscar jetzt wie so ein explosives Stofftier in die Krallen, damit ich dir nicht nachweine und du den perfekten Grund hast, dich aus dem Staub zu machen? Was sollte dieser schmierige Kommentar von wegen ‚fantastische Idee‘? Für wen denn? Für den Ochsen? Für dich?“


      In diesem Raum befanden sich drei gigantische Egoisten. Janon schloss sich da absolut mit ein, schließlich dachte er auch immer nur an sich selbst. Doch es war offensichtlich, dass hier gerade niemand auch nur einen Funken Empathie für den anderen aufbrachte. Liam verspürte doch glatt Schadenfreude dabei, ihn mit dem Kerl alleinzulassen, der Janon auf dem Spielplatz blamiert hatte und seinen Ruf garantiert noch weiter ruinieren würde. Hauptsache, Liam war fein raus. Wenn überhaupt, tat er es für Oscar, damit der arme Wicht nicht auf der Straße landete – und Liam sich gleichzeitig elegant aus der Affäre ziehen konnte, ohne sich selbst um ihn kümmern zu müssen.
      Sein Zorn wuchs unaufhaltsam und er spürte, wie seine Lippen zu beben begannen. Doch ausgerechnet jetzt ... durfte er sich nicht von seiner Wut übermannen lassen. Das würde unweigerlich bedeuten, dass er sich an Liam vergriff. Und genau das ... wollte er unter allen Umständen verhindern. Auch wenn er keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte, musste er seine Aggressionen irgendwo anders abladen. Als er dicht an Liams Bett trat, riss er tatsächlich die Faust in die Höhe – doch nur, um dem Herzfrequenzmonitor mit voller Wucht eine zu verpassen. Das Glas riss mit einem hässlichen Knirschen. Das Gerät fing sofort hektisch an zu piepen, bevor es abrupt verstummte, bedrohlich schwankte und schließlich krachend zu Boden fiel. Janon sprach einfach weiter.

      „Wenn ich die Möglichkeit hätte, euch diese verdammten Erinnerungen aus dem Schädel zu reißen, hätte ich es direkt getan. Aber das geht nicht ... es sei denn, ich prügele euch wieder zurück ins Koma. Eine Option ... die ich definitiv in Erwägung ziehe, sollte auch nur einer von euch Arschlöchern ein Wort über diesen Traum verlieren.“


      Was diesen Traum anging, machte er zwischen Liam und Oscar keinen Unterschied. Er würde sie gleichermaßen bestrafen – auch wenn er Oscar vorher vermutlich noch wie eine Mandarine häuten würde. Seine Vergangenheit lastete ohnehin schon schwer genug auf ihm. Er hatte noch nie jemandem genau davon erzählt und hatte es auch nie vorgehabt. Jetzt war er schamlos dazu gezwungen worden und zog den geringsten Nutzen daraus, während andere wie Liam, sich förmlich daran ergötzten. Durch all das wurde Janon eigentlich nur noch bewusster, dass er tief in sich einfach nur ein abgrundtief hässliches Monster sein wollte. Ein Weg, der ihn Befreiung und zugleich komplette Einsamkeit schenken würde.

      „Lasst mich aus dem Bullshit bloß raus! Wenn ihr mit Beni Teekränzchen und Fantasiewelt spielen wollt und ihm seine bescheuerte Wächter-Kacke abkauft ... mir egal. Macht doch, was ihr wollt. Das ist für mich nur ein Grund mehr, mich von The Cage‘ und diesem Verrückten fernzuhalten. Ich wurde genug beschämt.“, stieß er mit ehrlicher Verachtung hervor. Er sah die beiden an, als hielte er sie für komplett geisteskrank, weil sie sich so an diesen Traum klammerten. Auch wenn er selbst im Traum absolut begeistert davon gewesen war, ein Erdwächter zu sein – in der Realität ließ er sich von solchen Gefühlen ganz sicher nicht übermannen. Klar, falls er wirklich so eine Kraft besäße ... könnte er damit vielleicht endlich seinen Vater direkt herausfordern? Aber Janon war viel mehr davon überzeugt, dass das alles nur eine absurde Traumwelt war, als dass auch nur irgendetwas davon der Realität entsprach.


      Mit einem kurzen, freudlosen Lachen zeigte er auf Oscar und strich sich fahrig durchs Haar.

      „Ich werde mit diesem Ochsen garantiert nicht alleine unter einem Dach leben. Du bist ein echter Bastard...Babe... mich mit ihm alleinzulassen. Ich hätte dich gebraucht, aber … da du ja jetzt wieder vergeben bist, muss ich dich eben austauschen. Ich kann es mir nämlich genauso wenig leisten, einfach auf der Stelle stehen zu bleiben, nur weil du mich hier abservierst. Verstehste? … Du hast mir ohnehin noch nie eine Wahl gelassen, wie ich dich behandeln soll...Wenn ich dich nicht austausche, dann könnte ich mich eine lange Zeit auf niemanden mehr verlassen...bis du wieder Bock hast.“

      Ja, scheisse. Da war schon wieder diese...Ähnlichkeit. Wie Achim musste er Liam ersetzten...Nicht aus seinem Herzen aber...aus seinem verdammten Kopf...Kacke, wurde Janon selbst gerade wieder wahnsinnig? War es...schlecht in der Nähe von Liam zu sein? Warum...schmerzte es bei ihm zu stehen? Trauer und Wut...Gerade konnte er nicht anders für seinen Freund empfinden. Er musste erneut an seine Abschiedsworte nachdenken...

      Wenn ich dieses Monster mit meinen eigenen Händen umbringe, dann...werde ich erst frei sein. Selbst wenn ich mit ihm draufgehe. Das wird es wert sein!

      ....Durch den Traum war dieser Wunsch nicht nur intensiver geworden...Nein...Er wurde zu einem notdringenden Bedürfnis. Er...spürte keine Freiheit, obwohl er aus dem Traum raus war. Janon war noch immer in seinem beknackten Zimmer...und das genauso schlimmere Übel...Er hatte noch immer aus Liams Verrat nicht gelernt dazu gehabt. War es der Grund wieso er unter allem Umständen verhindert hatte, dass Liam seinen Vater nie zu sehen bekam? Nur um wieder...verletzt zu werden? Janon war also naiv... Liam wurde zum Grund wieso dieses dunkle Zimmer in seinem Verstand auch noch so stickig wurde. Er sah Achim und Liam nicht identisch aber...sie waren beide verdammte Mosquitos, die von ihm labten! Er musste schnellstens von Liam frei kommen, bevor er auch ihn...beseitigen musste um wieder atmen zu können. Diesen grässlichen Gedanken verschloss Janon mit einem krächzenden Lachen, er brauchte weichere Gedanken.



      "Ich frage Mirella, die könnte mit dem Ochsen klarkommen...Oh, wenn ihr Zimmer frei ist, kannste ja wieder bei deinem Papi einziehen. So wie wir Mäuschen kennen, besteht dein Zimmer bestimmt nur noch aus Peitschen und Lederanzügen!"

      Liams Schwester würde er tatsächlich fragen, wie sollte er denn ernsthaft alleine mit dem Eutermann aushalten? Mirella hatte eine erstaunliche Gabe mit Männern klar zu kommen, die eigentlich so viel stärker als sie waren. Genau deshalb akzeptierte Janon sie, obwohl er Frauen so verabscheute. Dauerte ja eh nicht lange bis Liam um süße Momente nachzuholen zu seinem Vater einzog, auch wenn er schon Erwachsen war. Er kannte ja Raimondos Familienverhältnisse, bescheuert genug, dass selbst Cabriel sich einst Mal dort eingenistet hatte. Wenn Livius schon süß und voller Reinheit war, stieg Raimondo nur noch weiter auf einen höheren Rang hinauf. Er unternahm fiel mit Mirella, die Rothaarige hatte sich noch nie über ihren Vater beschwert, weswegen sie wohl noch gar nicht daran dachte auszuziehen. Manchmal war Janon deswegen sogar eifersüchtig gewesen, doch wusste er auch, dass solche Herzenswärme gar keinen Platz bei ihm hatte.

      Mit einem grimmigen Starren ließ er von Liam ab. Er wandte sich Oscar zu und musste erst einmal tief durchatmen, um die nächsten Worte überhaupt über die Lippen zu bringen. Es fiel ihm scheiße schwer.

      Einen Monat. Länger lasse ich dich nicht bei mir wohnen. Aber solange ich keinen weiteren Mitbewohner habe, lasse ich dich lieber wegen Einbruchs vom perversen Hundepolizisten mit den flauschigen Handschellen einkassieren, als dich bei mir hausen zu lassen. Ich bin schließlich nicht lebensmüde und lasse mir von dir mein Hab und Gut abfackeln. Ich habe meine eigenen Ziele, da kann ich mich nicht ständig auf so einen Abfall wie dich konzentrieren.“



      Kalt und voller Verachtung sah Janon ihm in die Augen. Wäre dieser Traum nicht gewesen, hätte er seinem Blick wohl niemals so lange standhalten können, ohne sich direkt auf ihn zu stürzen. Wurde sein Hass etwa weniger? Irgendwie schien Oscar tatsächlich einen winzigen Tropfen Respekt von Janon ergattert zu haben, was absolut verrückt klang. Doch sein Hass würde mit Sicherheit bald wieder wachsen, denn Oscar war unberechenbar. Reichte man ihm den kleinen Finger, zog er einen sofort auf die Knie und öffnete den Hosenzipper.

      "Ich verschwinde lieber jetzt, muss wissen wo mein Wagen sich befindet....Liam wird dir bestimmt verraten wo ich wohne. Kannst ja versuchen mir hinterher zu watscheln. Glaube aber kaum, dass sie dich in so einem Zustand gehen lassen - jetzt wo du auch noch aus Randale ihre Geräte zerstörst. Ich mach ein Foto von dir, wenn dich die Security an den Boden pinned. Kommt davon, dass dein Image so beschissen bei jedem ist..."

      Damit wand er sich von den zerstörten Gegenständen wie auch den Idioten ab. Er brauchte unbedingt wieder Spaß. Es war schon so lange her. Eine Spritztour in seinem Wagen würde ihn bestimmt aufmuntern.
      S̶͙̽m̷͔̑ḭ̸̸̸̸̸̶̵̴̵̞͖̝͔̖̝͕͆̈́ͤ͛ͪ͊ͭ̒ͦͫ̊ͮ͆̚͢͜͢͝l̵̵͓͕̋ͮ͂ê̷̸̷̴̵̲̼̰̭̞ͤ̽ͧ̋ͦ͂ͫ̃ ̶̳̃l̴͇̇_̷̶̷̷̴̴̝͕̲̣̭̾ͩͥͤ̎ͧ͂ͧ̒̕͝ͅí̶̙_̷̴̵̷̷̴̖͎̱̲͉͐ͭ͌ͣͬ͋ͫ̕̚͢͝ͅk̵̸̴̷̸͉̜̠̙̮̍ͧ͛ͥ̔ͬͭ̋͠ě̴̷̷̸̷͍͎͇̲ͭͯ̓ͥ͑ͮ̀͜͠ ̸̳͐y̶̶̶̸̻͍̱͖ͦ̀̓ͪ̇͢͝o̴̴̶̶̵̸̵̶̧̡̦̠̝͔͕̎ͧͨ͐ͪ̈́ͧͮ͊ͩ̍ͭ̓͝͝ͅu̷̶̴̜̤̩̔ͮ̀ͭ͝ ̴̖̌ṁ̴̷̷͚͉͇ͧͤ̾͘_̸̟̈́ę̸̵̸̢̭́̋ͥ͊͢ȧ̵̴̖̝ͬ̍ṋ̸̵̸̶̢̙͍̂ͤͦ̃ͪ̀͝ ̶̥̉i̴̳͛t̴̴̶̛̪̬̖ͪ͛̍͢!̸̶̵̶̘͚̰̪̊ͯ̏ͥ̉̍͢

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