Zwischen Realität und Fanatsie (Alea & Uki)

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    • Scheinbar hatte sie mit ihrer Aussage einen Nerv getroffen und musste sich ein triumphierendes Lächeln verkneifen. Sie wollte ihn etwas ärgern und wusste nicht mal zu hundert Prozent wieso. Sicher, ein bisschen wegen seiner Art und auch ein bisschen um zu sehen, ob er dann nicht vielleicht etwas Unbedachtes sagte, dass ihr half, doch so ganz war es nicht alles. „Pausenzeiten.“, murmelte sie und schrieb auch dies schnell auf als sie sich nun zur Tür begab. Es war besser nun die Asservatenkammer zu verlassen, immerhin hatte sie alles hier gesehen und die Schriftstellerin wollte es auch nicht übertreiben und ihn ganz gegen sich aufbringen.

      Als sie nun aber seine Antwort auf ihre Frage in Form einer Gegenfrage hörte, grinste sie ihn an. Ein bisschen Freundlichkeit gehörte ja auch dazu. „Wer keine Hunde mag ist mir suspekt. Oh… ich hoffe Sie mögen Hunde.“ Wenn er sich nun outen würde als jemand, der keine mochte, dann war sie unwissentlich wieder in eines seiner Fettnäpfchen gestolpert und scheinbar hatte er eine ganze Menge davon um sich herum aufgestellt. Er wirkte etwas wie jemand der mit Absicht Leute auf Abstand hielt, doch natürlich konnte sie ich auch täuschen, sie kannte ihn immerhin quasi nicht.

      Endlich hatte sie den Raum hinter sich gelassen und sie machten sich wieder auf den Weg zum Büro. Der Tag war sehr schnell umgegangen und Abby war irgendwie froh und doch würde sie am liebsten noch länger bleiben. Da kam ihr aber plötzlich eine Idee. „Was für einen Kaffee soll ich ihnen morgen mitbringen?“
    • Mit dem Aufzug ging es wieder nach oben und Bastian musste zugeben, dass die kleine Schriftstellerin ziemlich flink beim Tippen war. Wenn er so schnell schreiben könnte, wären seine Berichte im Nu fertig. Doch er war da ein bisschen altmodisch, schrieb viel lieber mit dem Kuli oder Stift und war dementsprechend nicht sehr geübt im Zehnfingersystem für die Tastatur.
      "Hunde sind in Ordnung." meinte er nur, wobei der Inspektor auch Katzen mochte. Leider hat er weder für das eine noch andere genug Zeit und so verzichtete er ganz auf ein Haustier. "Haben Sie einen Hund?" trieb er sogar ein bisschen Konversation, wobei die Frage eher steif klang und etwas brummig.
      Den Fahrstuhl verlassen, ging es zu seinem Büro, in dem Abby heute noch nicht gewesen war. An dem Milchglas der Türe konnte man den Rang und den Nachnamen des Dunkelhaarigen lesen und als er die Türe öffnete, ließ er der Dame sogar den Vortritt. Ein paar Manieren besaß Sebastian dann doch noch.
      Sein Büro ist sehr spartanisch eingerichtet. Ein Schreibtisch mit zwei Bildschirmen und einer Dockingstation, für seinen Arbeitslaptop. Ein Bürostuhl und ein weiterer für Gäste. Neben einem Schrank mit Büchern und einem großen Aktenschrank gab es nur noch den Garderobenständer, an dem seine Lederjacke hing. Weder Bilder noch Pflanzen schmückten diesen Raum und wirkte so sehr kahl und unpersönlich.
      Hier her wurden die persönlichen Gegenstände von der Autorin gebracht, die sie zuvor im Büro des Chiefs gelassen hatte.
      "Mein Kaffee?" fragte er verwundert, als Abby sich erkundigte, wie er dieses Getränk gerne zu sich nahm. "Schwarz." antwortete er darauf, was man sich bei ihm hätte fast denken können. "Bitte." fügte er dann noch schnell an, wollte er nicht ganz so unhöflich wirken, wie er es jetzt eh schon tat. Wobei Bastian sich auch nicht groß bemühte, dies zu ändern.
      "Finden Sie sich bitte morgen hier ein. Wann möchten sie denn da sein?" ordnete er auch schon an und wollte wissen, um wie viel Uhr mit Miss Masterson rechnen konnte.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Eine seltsame Aussage, dass Hunde in Ordnung seien. Es klang so seltsam wie fast alles an ihm, doch vielleicht drückte er sich nun mal so aus. Noch mehr jedoch wunderte seine Frage Abby. Sicher klang sie etwas gezwungen und doch fragte er sie etwas Privates als würde er fast schon Interesse an ihrem Leben haben. „Ich habe nur eine Katze Zuhause.“, meinte sie schließlich, wollte aber nicht näher ins Detail gehen. Sicher interessierte ihn nicht, dass sie Hunde mochte, aber immer mal wieder Tage außer Haus verbrachte wie heute und ein Hund dann eben einfach zu lange alleine wäre, aber sie plante sich einen zu holen, wenn sie sich mal fest band und einen Mann und Kinder haben würde. Falls dies je der Fall sein sollte, denn im Moment schien dies nie zu kommen.

      Als sie nun bei seinem Büro ankamen fiel ihr auf, dass sie dieses noch nicht zu Gesicht bekommen hatte, fast als hatte er sie mit Absicht davon ferngehalten und war nun bereit ihr dieses zu zeigen. Auch überraschten seine Manieren sie nun. Er konnte also doch nett sein, wenn er wollte. Ein wirklich nicht ganz leicht zu durchschauender Mensch, wie es schien.

      Der Raum hingegen schrie mit allem, dass er einen typischen verschlossenen Kerl gehörte, der am liebsten nichts von sich preisgab. Da war er also doch der typische Klischee-Polizist und Abby musste schmunzeln als sie den Raum musterte. Nicht mal eine Pflanze hatte es hierher geschafft. Bloß keine Verpflichtungen eingehen also. Eine kleine Stimme in ihrem Hinterkopf meldete sich auf einmal zu Wort: An dem verbrennt man sich nur die Finger als Frau. Und nun war sie selbst davon überrascht, dass ihr so was in den Sinn kam. Bis jetzt hatte sie ihn nur als Polizisten gesehen und wenig so wahrgenommen, deshalb war es irre, dass ihr so ein Gedanke kam, auch wenn er nicht schlecht aussah.

      Doch dann ließ es sie wieder schmunzeln und holte sie wieder auf den Boden der Tatsachen. „Kaffee schwarz, okay.“, bestätigte sie es noch mal und auch hier entsprach er allen Klischees, die ihr im Kopf rum schwirrten. Irgendwie war er doch echt süß mit seiner einfachen Art.

      Kurz musste Abby die Augen schließen um den Gedanken zu verdrängen, der wieso auch immer in ihrem Hirn rum spuckte und hörte dann die Frage wann sie anfangen wollte. Mit großen Augen sah sie ihn nun an. Sie sollte sagen wann sie kam? Abby hatte fest damit gerechnet, dass er ihr gleich einfach seine Zeiten nennen würde und so musste sie kurz überlegen. „Ich könnte so um 7 hier sein, wenn es okay ist. Oder soll ich noch früher kommen?“ Sie wollte keine Sonderbehandlung wegen ihrem Job und war schon dankbar, dass er sich überhaupt Zeit nahm für sie.
    • Bastian kommentierte nicht, dass Abby eine Katze als Haustier besaß, doch das war eine Information, die er abspeicherte. In diesen Dingen war der Inspektor wie ein Schwamm, er sog jede Information, jeden Eindruck in sich auf, egal wie unbedeutend diese doch erscheinen konnten. Das machte einfach seine gute Arbeit als Ermittler aus, in dem er allem Aufmerksamkeit schenkte, wobei das die Menschen um ihn herum nicht bemerkten. Er zeigte das ja auch nicht offen.
      Als die Schriftstellerin dann antwortete, dass sie schon morgens um sieben da sein konnte, hätte er fast laut ausgelacht. Aber eben nur fast. Sein rechter Mundwinkel zuckte für eine Millisekunde nach oben, doch dann wurde der Schwarzhaarige auch wieder ernst. "Sie möchten wohl meine Kollegen von der Nachtschicht auch gleich kennenlernen." kommentierte er ihr vorgeschlagenen Uhrzeit. "Es reicht, wenn Sie um acht Uhr hier sind." fügte er dann an und schnappte sich aus einer verschlossenen Schublade seines Schreibtisches, die er vorher mit seinem Schlüssel entriegelt hatte, seinen Geldbeutel und steckte diesen ein. "Ich begleite Sie noch hinaus." meinte er zu der Autorin und schnappte sich seine schwarze Lederjacke, die er auch gleich anzog.
      Auf dem Weg hinaus verabschiedete er sich noch von ein paar Kollegen und dann standen sie auch schon im Freien vor dem Präsidium. "Einen schönen Abend." wünschte er dann Abigail und wollte sich auf den Weg nachhause Weg machen. Sebastian gehörte zu den Polizisten, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kamen. Und natürlich konnte man es ihm nicht nehmen, dass auch er dort seinem Job nachging.
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    • Erneut schein Bastian keine Miene zu verziehen und sie hatte echt Schwierigkeiten ihn zu lesen. Er schein wirklich wenige Emotionen zu zeigen. Umso mehr überraschte es sie nun als sie dachte, dass sie seinen Mundwinkel hatte zucken sehen. Machte er sich gerade über sie lustig? Seine nächsten Worte erklärten ihr nun auch wieso, auch wenn sie es nicht ganz nachvollziehen konnte. Sie hatte immer gedacht, dass Polizisten schon so früh anfangen würden und nicht die Nachtschicht noch da sein würde um sieben Uhr. Aber dafür war sie ja hier: Neue Sachen über den Polizeialltag lernen. „Wäre doch mal was.“, scherzte sie also nur und beobachtete wie er sich seine Jacke anzog und die nötigsten privaten Sachen wieder einsteckte. Die Jacke stand ihm sehr gut, immerhin Geschmack schien er zu haben und Abby griff sich schnell ihre Tasche, die ihren Weg auch hier her gefunden hatte.
      „Das ist nett.“, kam von ihr und danach konnte sie ihm nur wie ein braver Hund folgen, immerhin kannte sie außer ihm nur Sanchez. Dennoch war sie dabei nicht unaufmerksam und versuchte so viele Dinge wie möglich von dem ganzen Feeling und Setting einzufangen, damit sie dieses nachher schreiben konnte. Es war heute ein informativer Tag gewesen und doch würde sie lügen, wenn sie nicht zugeben würde, dass es sie in den Fingern kribbelte zu schreiben.
      „Ebenfalls einen schönen Abend.“, wünschte sie nun als sie vor dem großen Gebäude standen in dem sie die nächste Zeit zusammen Zeit verbringen würden. Sogleich hatte sie wieder ihr Handy in der Hand und lief tippend los. Es tat gut die Szenen, die sich in ihrem Kopf etwas ausbreiteten gleich festhalten zu können. Ohne es zu merken ging sie ihm quasi nach, denn sie nahm auch die Öffentlichen. Alles andere wäre ihr zu viel Stress und Chaos.
    • Sebastian bemerkte es gleich, dass die Autorin denselben Weg einschlug, wie er selber. Ob sie selber das wahrnahm, konnte er nicht sagen, schien Abby unaufhörlich auf ihr Handy zuschauen und wild darauf herumzutippen. Die Passanten auf dem Gehweg wichen ihr sogar aus und es war irgendwie beeindruckend, dass sie bis noch nicht irgendwo dagegen gelaufen war. Bei einer Kreuzung hatte er dann aber kurz den Eindruck, dass die junge Frau einfach weiter laufen würde, auch wenn die Fußgängerampel noch rot war.
      Also packte der Inspektor die Dame kurzerhand am Kragen und zwang sie stehenzubleiben. "Ich würde es Ihnen empfehlen, das Schreiben auf zu Hause zu verlegen." brummte er die Schriftstellerin mahnend an. "Oder sprechen Sie wenigstens ein Memo, damit Sie ihre Augen auf dem Verkehr haben." fügte er eine sichere Option an.
      Es würde sich nicht gut machen, wenn Miss Masterson im Beisein von Bastian von einem Auto angefahren würde, auch wenn damit sein Problem sehr schnell verschwand. Doch das konnte der Inspektor nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, egal wie sehr es ihn nervte, für sie den Babysitter zu mimen.
      Die Ampel sprang auf Grün und damit gelangte er auf die andere Straßenseite und somit auch zu der Haltestelle der Tram. Laut der Anzeige kam seine Bahn in fünf Minuten. Fünf Minuten, in denen die Schriftstellerin ihm bestimmt noch ein paar Fragen stellen wollte. Jedenfalls nahm er das an, so neugierig wie sie ist. "Hoffentlich fährt sie nicht mit derselben Bahn." dachte er sich noch und überlegte schon, ob er dann einfach die nächste nehmen sollte. Aber wenn Miss Masterson wirklich länger bei ihm auf dem Revier sein sollte, so würde sie über kurz oder lang erfahren, mit welcher Stadtbahn er normalerweise fuhr. Also konnte er auch gleich in den sauren Apfel beißen, wenn dem so sein sollte, dass sie auch hier gemeinsam fahren würden.
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    • Die Schriftstellerin war wirklich gut darin in ihre eigene Welt abzutauchen und dennoch so viel von der Welt um sich zu merken, dass sie nicht so leicht irgendwo gegenlief. So zumindest schätzte sie es ein, denn immerhin hatte es schon ewig keinen Zusammenstoß mehr gegeben. Dass dies jedoch nur daran lag, dass ihr die Menschen von sich aus aus dem Weg gingen, daran hatte sie nicht gedacht.

      So tippte sie fleißig immer weiter und stolperte vor sich hin. Den Weg zu ihrer Haltestelle kannte sie im Schlaf. Ein kurzer Blick hoch zeigte, dass die Ampel noch grün war und so ging sie weiter zielstrebig drauf zu. Da sie nun aber umsprang und rot wurde blieb dem Polizisten wohl keine Wahl. Abby hingegen bekam nichts mit bis sie plötzlich am Kragen gepackt wurde und sich natürlich erschreckte, doch als ihre Augen nun auf das ihr bekannte Gesicht fielen blinzelte sie nur einige Male verwirrt, ehe sie die Ampel aus dem Augenwinkel sah. „Oh, danke.“, murmelte sie leicht verlegen und sah kurz wieder auf ihr Handy. Sie hasste Memos, da sie ihre Stimme hasste und dabei Dinge nie so richtig gut rüberkamen. Zögerlich steckte sie das Handy weg, würde es eben noch kurz warten müssen bis sie ihn ihrer Band saß.

      Doch gefühlt machte es nun die Situation nur noch schlimmer, denn nun stand sie ohne Aufgabe da und ging dann neben ihm über die Straße. Man ging denselben Weg, kannte sich und doch redete man nicht miteinander. So etwas hasste sie, denn Abby kam sich dabei immer unsicher vor und das Schweigen machte sie nervös und doch schien er nicht der Mensch für Smalltalk zu sein. Immerhin würde sie nur 5 Minuten das hier aushalten müssen, denn dann wäre ihre Bahn da. Sie würde sich verabschieden und ihren restlichen Tag mit Schreiben verbringen.

      Die Bahn kam und Abby stieg ein. Natürlich war es auch die Bahn auf die Sebastian gewartet hatte. „Folgen Sie mir etwa?“, fragte sie leicht neckend und fand es schon einen ziemlich großen Zufall.
    • Als die Tram einfuhr, bemerkte er schon an der Körpersprache der Schriftstellerin, dass auch sie diese nehmen würde. Ihr Blick suchte schon die Türe und ihre Haltung war etwas angespannter, so als würde sie sich für etwas bereit machen. Wieso musste er auch solch ein Glück haben? Oder eher Unglück.
      "Nein." kam die grummelige, kurz angebundene Antwort von Bastian, ehe er Luft holte und es doch weiter ausführte. "Es scheint so, dass wir in dieselbe Richtung fahren müssen. Fahren Sie bis zu Endhaltestelle?" erkundigte er sich, wie lange er es mit der Dame noch aushalten mussten. Er könnte sich ja auch einfach in das andere Ende der Bahn begeben, doch auch das erschien ziemlich unhöflich. Doch der Inspektor war niemand, mit dem man so einfach lockeren Smalltalk betreiben konnte. Daher würde er wohl die meiste Zeit schweigen.
      Bevor die Tram dann losfuhr, hielt er sich an er Stange über ihm fest, von denen die Halteschlaufen herunterhängen. Hier in der Bahn sah man doch nochmal eindrucksvoll, wie große Sebastian ist, überragte er so gut wie alle Passagiere und sein Haar, das etwas wild frisiert war, streifte immer wieder die Decke der Bahn. Er hatte also einen sehr guten Überblick und seiner Aufmerksamkeit entging dabei nicht so schnell etwas.
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    • Seine Antwort reichte deutlich aus um ihr zu zeigen, dass er nicht in Redelaune war und scheinbar keinen Humor hatte. Sie hingegen fand es eher einen lustigen Zufall. Man hörte ständig von solchen Dingen in Filmen oder Büchern, doch Abby hatte nie gedacht, dass es auch im wahren Leben passierte. Als er dann jedoch fragte, ob sie auch bis zur Endhaltestelle fahren würde, dachte Abby für eine Moment, dass er sich nett unterhalten wollte, doch dann dämmerte es ihr. Er wollte sicher nur sehen, dass er sie schnell wieder los wurde.
      Kurz überlegte sie einen Moment zu lügen, dass sie früher raus musste und dann einfach die nächste Tram zu nehmen, immerhin fuhren sie alle paar Minuten, doch dies wäre albern und sicher würde er auch schnell durchschauen was sie sagte und ihr dann böse werden. „Ja…“, kam stattdessen von ihr wie von einem Kind, dass eben von seinen Eltern getadelt wurde.
      Als sich nun die Bahn mit einem Ruck in Bewegung setzte schaffte sie es eben noch sich an einem der Seitengriffe festzuhalten um nicht ganz durchgeschüttelt zu werden. Das Gespräch hatte sie so abgelenkt, dass sie vollkommen vergessen hatte sich einen guten Platz zu sichern. Damit würde sie nun eben stehen müssen und sie hoffte, dass er sich nicht belästigt fühlte davon, dass sie noch in seiner Nähe stand. Abby beschloss ihn nun einfach in Ruhe zu lassen, sollte er doch seinen Feierabend genießen. Stattdessen holte sie nun wieder ihr Handy raus und fing an wie wild drauf rum zu tippen.
    • Brummend nickte Sebastian, als die kleine Schriftstellerin ihm, verriet, dass sie tatsächlich bis zur Endhaltestelle fahren musste. Ein Glück stieg er schon drei Stationen früher aus, doch das würde wohl bedeuten, dass es hin und wieder passieren konnte, dass sie beide gemeinsam in der Tram fuhren. "Vielleicht sollte ich dann lieber ganz vorne einsteigen." überlegte er auch so gleich, wie er dafür sorgen konnte, nicht schon am frühen Morgen auf Miss Masterson zu stoßen, wenn er sie doch eh den ganzen Tag an der Backe hatte.
      Jedenfalls schien sie ihn nicht in ein Gespräch verwickeln zu wollen, was ihn schon mal beruhigte und so wanderte sein wachsamer Blick einfach weiter durch die Bahn. So fiel Sebastian nicht nur auf, dass Abigail schon wieder an ihrem Handy herumtippte, sondern auch, wie eine ältere Dame bei der nächsten Haltestelle dazu stieg und sich nach einem Sitzplatz umschaute. Ein Anzugträger, der gerade telefonierte, saß auf dem extra gekennzeichnetem Sitz und machte keine Anstalten, diesen abzugeben. Der Inspektor suchte den Blickkontakt mit dem Mann und dieser verstummte plötzlich mitten in seinem Gespräch, als er spürte, wie diese dunklen Augen ihn taxierten und gar löcherten. Irritiert und eingeschüchtert, sah er zu der alten Dame, worauf Bastian ganz leicht mit dem Kopf nickte. Sofort sprang der Krawattenträger auf und bot dem Großmütterchen den Sitzplatz an. "Oh, das ist aber lieb von Ihnen, danke sehr." bedankte sich die Dame und setzte sich so gleich hin, während der junge Herr nur "Keine Ursache" murmelte und dann weiter telefonierte und dabei das Weite suchte.
      Bis zu Sebastians Haltestelle passierte nichts mehr Weiteres und so wünschte er der Schriftstellerin noch einen schönen Abend, ehe er die Tram verließ und zu sich nach Hause ging. Er hatte es nicht allzu weit zu seiner Wohnung, musste er nur noch weitere fünf Minuten laufen. Die Gegend, in der Sebastian wohnte, lag nahe an einem Waldstück, wo er fast jeden morgen Laufen ging. Es war eine kleine Oase, für seine Seele, um der Großstadt ein bisschen zu entkommen.
      Seine Wohnung, eine Einliegerwohnung im ersten Stock eines großen Hauses, hatte drei Zimmer und sogar einen Balkon. Sein Vermieter ist ein nettes Seniorenpärchen, dem er hier und da bei Reparaturarbeiten am Haus unter die Arme half. Er wohnte schon einige Jahre hier und konnte sich gerade auch nicht vorstellen, hier jemals wegzugehen. Durch das nette Paar, Rita und Gerald Bloom, hatte hier alles etwas entschleunigendes und das wollte der Inspektor nicht mehr missen.
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    • Aus dem Augenwinkel beobachtete Abby immer wieder mal ihre Umgebung, doch da sie sehr mit ihren Notizen und Anmerkungen beschäftigt war, schaukelte sie viel hin und her. Dennoch schaffte sie es immer drauf zu achten keinem anderen Fahrgast im Weg zu sein oder diesen anzustoßen. Der Polizist hatte ihr immerhin deutlich gezeigt, dass er keine wirkliche Lust hatte sich auch außerhalb von seinem Dienst mit ihr zu unterhalten und dies würde sie respektieren, denn sonst würde es auf dem Revier nur noch schwerer für sie werden.
      Gerade als sie kurz den Blick hob sah sie den von Sebastian, der einen anderen Fahrgast förmlich mit seinem Blick durchbohrte. Im ersten Moment verstand die Autorin nicht so ganz was los war, immerhin hatte sie den Anfang des Ganzen nicht mitbekommen, doch nach wenigen Augenblicken war sie ihm Bilde und schmunzelte. Ihr war schon beim ersten Blick auf den Polizisten klar gewesen, dass er sicher schnell und gut einschüchtern konnte und diese kleine Szene hatte sie bestätigt. Dies war sicher hilfreich, wenn er einen Verdächtigen verhörte, doch ob es immer eine Hilfe war, die bezweifelte sie etwas. Am liebsten hätte sie ihn nun wieder darauf angesprochen und eigentlich ihre Bewunderung ausgedrückt für seine Auffassungsgabe, aber seine allgemeine Einstellung ließ sie ruhig bleiben bis er ausstieg und sie sich einen schönen Abend wünschten.
      Ob man Abbys Abende wirklich als schön bezeichnen konnte, dies war so eine Frage. Sie fuhr bis zu ihrer Haltestelle und ging dann die wenigen Schritte bis zu ihrem Wohnhaus. Es war, obwohl es am Rand der Stadt lag, ein neues Gebäude. Eigentlich war es weniger ihr Fall, doch ihr Vater und ihr Verlag hatten damals darauf bestanden, dass sie in so einen Wohnblock zog in dem es einen Portier gab und nicht jeder einfach reinkonnte. Ihr war es zu unpersönlich, denn außer ihrem Portier, Steve Wilson, kannte sie hier niemanden wirklich. Ihre Nachbarn hatte sie einige Male gesehen, doch immer, wenn sie versucht hatte sich mit diesen gut zu stellen, dann hatten sie sie angesehen wie einen Alien.
      Abby grüße Steve und nahm die Post entgegen, ehe sie sich in den Fahrstuhl begab um auf ihre Etage zu kommen. Hier folgte ein Türschloss mit Code an der Haustür und Abby war nach erneuter Eingabe ihre Codes sicher in ihren vier Wänden, auch wenn dies sicher untertrieben war, bei einer so großen Wohnung. Aber immerhin hatte sie nie schlecht verdient. Ihre Post landete erstmal auf dem Tischchen neben der Wohnungstür, ebenso wie ihre Schuhe darunter. Es folge ein langer Seufzer, der Erholung. Sich mochte es sich rauszuputzen, aber es war doch etwas anderes den ganzen Tag in Heels rumzulaufen.
      Nachdem sie etwas Bequemeres anhatte und einen Tee vor sich auf dem Couchtisch stehen, machte sie sich an die Post. Es waren die üblichen Briefe: Rechnung und Unterlagen von ihrem Verlag. Nur ein Umschlag fiel ihr ins Auge, denn er hatte ein anderes Format und keinen Absender drauf. Abby dachte sich nichts dabei, vielleicht hatte einer ihrer Freunde ihr geschrieben, und so riss sie den Brief auf. Was sie nun jedoch fand ließ sie ihre Stirn in Falten legen:
      „Deine Geschichten sind Meisterwerke. Ich hoffe mein Meisterwerk gefällt dir, auch wenn es nicht an deine Kunst rankommt.“
      Dies stand auf einer kleinen Karte und dabei waren einige Polaroids, die vermeintlich blutige Wände und der gleichen zeigten. Es war schwer zu deuten, denn immerhin waren sie unscharf und recht dunkel. Abby schob alles zurück und warf den Brief auf den Tisch. Ein verrückter Fan war nichts Neues und auch stellten sie gerne mal so etwas nach, hatte ihr Verlag ihr mitgeteilt, doch noch nie hatte sie einen dieser Briefe an ihre nicht bekannte Privatadresse bekommen. Abby starrte auf den Umschlag und fragte sich was sie nun machen sollte. Wenn so was im echten Leben passierte war sie aufgeschmissen. Doch jemanden anrufen und es bei der Polizei melden schien ihr zu übertrieben und so rief sie ihren Assistenten Mike an in der Hoffnung er würde ihr helfen können.
    • Endlich in seiner Wohnung angekommen, zog der Inspektor als Erstes seine schweren Stiefel aus und hing seine Jacke an die Garderobe, genauso wie sein Holster, das er darunter trug. Seine Waffe behielt er in der Hand und legte diese auf den Küchentisch ab, sobald er dort angekommen war. Dann wusch er sich schnell die Hände und warf einen Blick in den Kühlschrank. Der sah aber zu seinem Bedauern doch sehr leer aus, ist Bastian die letzten Tage nicht dazu gekommen einkaufen zu gehen. Im Tiefkühlfach fand er noch eine Fertigpizza und jetzt stand er vor der Wahl diese aufzubacken oder sich doch etwas zum Essen liefern zulassen, als es plötzlich an seiner Türe klingelte. Sebastian erwartete keinen Besuch und so schnappte er sich seine Waffe und ging zur Türe, um dort durch den Spion zu schauen. Brummend legte er seine Pistole auf der Ablage beim Eingang ab und öffnete dem Besucher die Türe. Es war Rita Bloom, die eine kleine Auflaufform in ihren Händen hielt, natürlich mit Auflauf. "Guten Abend Rita." begrüßte er die freundliche Frau, die ihn auch so gleich angrinste. "Hallo Sebastian. Ich habe durchs Fenster gesehen, dass du schon wieder so spät nach Hause kommst und da habe ich mir gedacht, dass du gerne etwas von unserem Abendessen haben kannst. Gerald und ich habe schon gegessen, als keine Sorge, das hier, ist alles übrig geblieben." drückte Rita dem Inspektor auch schon die Form in die Hände, die sogar noch leicht warm war. "Am besten im Ofen warm machen und nicht in der Mikrowelle, da gehen die ganzen guten Vitamine kaputt." fügte sie noch an, ehe sie sich von ihrem Mieter auch schon wieder verabschiedete. Ihr Mann wartete schon auf sie, da sie zusammen ihre Serie schauen wollten. So bekam Sebastian gerade noch so die Gelegenheit sich zu bedanken und musste das freundliche Geschenk annehmen. Das passierte mindestens ein Mal die Woche, wie eine fürsorgliche Mutter oder Großmutter war Miss Bloom zu dem Polizisten. Ein weiterer Grund, weshalb er ein genaues Auge auf dieses freundliche Paar hatte. Man könnte sich gar nicht ausmalen, wie Sebastian reagieren würde, wenn dem Seniorenpaar irgendetwas zustoßen würde.
      Wieder in der Küche, stellte Sebastian wie angewiesen den Auflauf in den Ofen, um diesen noch mal aufzuwärmen, ehe er dann davon aß. Wie immer schmeckte es köstlich, ist Miss Bloom eine außerordentlich gute Köchin und so genoss Bastian sein Abendessen und sah dabei ein bisschen fern.
      Sobald er dann fertig war und wie so oft wurde von dem guten Mahl nichts übrig gelassen, wusch er die Auflaufform noch schnell von Hand ab und stellte sie bereit. So konnte er diese am nächsten Morgen direkt wieder zu rück geben, ehe er sich dann auf den Weg zur Arbeit machte.
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    • Eigentlich hatte sich Abby nun um ein Abendessen kümmern sollen und auch ihre Notizen ansehen und durcharbeiten müssen von heute, solange noch alles frisch war, doch der Brief hatte sie etwas aus der Bahn geworfen. Mike ging nicht ran und dies war auch sein gutes Recht, denn immerhin hatte er ausnahmsweise Urlaub in der Zeit in der sie bei der Polizei war und sie war sich nicht mal sicher, ob er in ihrer Zeitzone war. Ganz sicher hatte er es ihr gesagt, doch bis sie auflegte nach einigen Malen, die es geklingelt hatte, hatte sie nicht mal mehr dran gedacht. Seufzend warf sie das Handy auf den Couchtisch und trank nun erstmal einen großen Schluck von dem warmen Tee.
      Erneut seufzte die Schriftstellerin als sich ihr Magen zu Wort meldete. Vor Aufregung hatte sie gestern Abend nichts mehr runterbekommen und auch heute hatte sie noch nicht wirklich war gegessen. Schnell war ihre Lieblingspizza bestellt und da sie sich nun bei jemanden ausheulen musste, wer war da besser geeignet als ihre beste Freundin. Hoffentlich würde wenigstens die ihr ein offenes Ohr leihen können, dachte sie sich als sie ihre Nummer wählte.
      Noch ehe diese rangegangen war klingelte es an der Tür und Abby betätigte den Türöffner. Es war sicher ihre Pizza, die heute sehr schnell dran war. Eben hatte sie sich noch Sorgen gemacht wegen dem Brief und nun machte sie einfach unbedacht jemanden auf, doch zum Glück war es wirklich nur ihre Pizza, die sie nun entgegennahm. Schnell bezahlte sie und gab natürlich auch noch ein Trinkgeld, ehe sie endlich den Hörer-Kopf drückte und bei Rachel durchwählte. Nun mit Essen bewaffnet und dem Telefon ließ sie sich wieder auf ihr Sofa fallen und wartete, ob Rachel rangehen würde. Der Duft der Pizza verdeutlichte ihr nun wie großen Hunger sie wirklich hatte und so biss sie in das erste Stück. Für sie musste es einfaches Essen sein. Abby liebte Hausmannskost und gute Pizza mehr als teure Restaurants, was seltsam war, wenn man bedachte wie sie aufgewachsen war.
    • Rachel lag schon in ihrem Bett und las einen Liebesroman, der schon sehr klischeehaft war, aber sie mochte das einfach. Welche Frau träumte nicht davon, ihrem Traumprinzen zu begegnen, mit dem man Freud, aber auch Leid teilen konnte. Die Blonde sah verwundet auf, als ihr Handy dann klingelte und musste amüsiert den Kopf schütteln, als sie sah, wer sie anrief. Sofort wurde das Buch beiseite gelegt, natürlich nicht ohne ein Lesezeichen zwischen die Seiten zu legen und dann setzte sich Rachel auf und nahm den Anruf gespannt entgegen.
      "Hallo Frau Bestsellerautorin! Na? Wie war dein erster Tag!" begrüßte sie Abby mit einem frechen Spruch auf den Lippen. Um ehrlich zu sein war sie sehr gespannt, was ihre Freundin so erzählte. Als Anwaltsgehilfin hatte sich nicht so oft direkten Kontakt mit der Polizei. Ab und zu musste sie dort Dokumente abholen oder vorbeibringen, aber mehr auch nicht. Daher war sie doch recht neugierig, was Abby an ihrem ersten Tag so alles zu sehen bekam.


      Nach dem Abendessen sah Sebastian noch ein bisschen fern, wobei er nichts Spezielles anschaute und ging dann auch bald ins Bett. In nur wenigen Minuten machte er sich Badezimmer bettfertig und ging dann in sein Schlafzimmer. Auf dem Nachttisch gleich neben dem Bett lag seine Waffe, die er immer griffbereit haben wollte und auch sein Handy, was als sein Wecker fungierte. Am nächsten Morgen würde er wieder früh aufstehen, damit er noch vor der Arbeit eine Runde joggen gehen konnte. Auf der Bettkante sitzend, zog der den Handschuh von seiner rechten Hand und zuckte dabei etwas zusammen. Darunter kam die hässliche Brandnarbe zum Vorschein, die er auch gleich vorsichtig mit einer Narbensalbe eincremte und etwas einmassierte. Die Haut hier war viel heller und nicht sehr gut zusammen gewachsen, dass es aussah, als hätte er hier und da tiefe Furchen. Zudem war er hier sehr schmerzempfindlich, daher trägt er auch immer einen Handschuh, um dem entgegenzuwirken. Damit fertig legte er sich auch schon ins Bett und löschte das Licht.
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    • Schon im nächsten Moment hatte sie Zweifel, ob sie ihre Freundin einfach so hatte anrufen sollen. Sicher würde diese ihr gerne zuhören und helfen, doch immerhin hatte Rachel einen normalen Job und vielleicht war sie schon am Schlafen. Bei dem Gedanken kam Amber auch in den Sinn, dass sie ja morgen auch früh raus musste und eine leichte Panik befiel sie. Deshalb erschrak sie auch kurz als sie nun Rachels Stimme hörte und ihr fiel beinahe das Handy runter.
      „Nenn mich nicht so.“, meinte sie etwas peinlich berührt, denn sie selbst empfand es auch immer wieder als seltsam, dass sie so viel Erfolg mit dem Schreiben hatte. Und natürlich kam die Frage nach dem Tag. Amber beantwortete sie erstmal mit einem langen Seufzen. „Anstrengend und aufregend… Es war super spannend und ich habe nun schon einige Notizen, aber der Polizist…. Urgh… vollkommen uncharmant und unhöflich. Ich versichere dir: Der ist Single.“ Sie selbst war es zwar auch, aber nicht aus dem Mangel an Kandidaten. „Und dann muss er natürlich die gleiche Tram nehmen wie ich. Normalerweise unterhält man sich ja dann oder so, aber der… Ich hatte das Gefühl er würde mich fressen, wenn ich ihn nur anspreche. Also ob ich eine Last bin und lachhaft. Bin ich in seinen Augen sicher auch, immerhin bin ich kein Cop und trage keine Waffe.“ Man hörte all ihren Frust deutlich raus und auch, wenn sie und Sebastian sich teilweise doch ganz okay verstanden hatten, so hatte sie doch ständig gespürt, dass er sie als Last sah. Es tat aber wirklich gut sich bei ihrer besten Freundin auszukotzen. „Aber gut sieht er aus…“, fügte sie nun leise hinzu und biss sich auf die Unterlippe. Sie konnte nicht glauben, dass sie dies nun gesagt hatte, aber es entsprach ja auch der Wahrheit.
    • Ein leises Schmunzeln kam über Rachels Lippen, als ihre beste Freundin sie darauf hinwies, sie nicht Bestsellerautorin zu nennen. Sie fand ja, dass Abby diesen Titel nicht zu Unrecht hatte und darauf stolz sein konnte, ja vielleicht auch manchmal ein bisschen damit angeben. Das schindet wenigstens Eindruck und hin und wieder braucht es das erst, bevor einem richtig zugehört wird.
      Und als dann Abby anfing zu erzählen, hörte Rachel schon ihren angestauten Frust heraus.
      "Ach Kopf hoch. Das ist dein allererster Tag gewesen. Vielleicht müsst ihr erst noch miteinander warm werden. Außerdem gibt es da bestimmt noch ganz viele andere Polizisten." tröstete sie die Autorin. Das war ja nicht nur für sie eine neue Situation, sondern auch für diesen Inspektor. Da konnte sich Rachel gut vorstellen, dass die beiden sich erst aneinander gewöhnen müssen.
      "Oha?!" kam es neugierig von der Blonden, als es dann doch recht schnell auch um Äußerlichkeiten ging. "Wie genau sieht er aus? Oh und wie heißt er? Hast du vielleicht ein Bild von ihm?" verbarg die Anwaltsgehilfin nicht im Geringsten ihr Interesse. Dafür war Rachel immer zu haben. "Vielleicht muss ich doch mal persönlich vorbeikommen und dich besuchen." meinte die Blonde weiter, wobei man wohl heraushören konnte, wie sehr sie gerade dabei grinsen musste.
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    • Zu gut wusste Abby, dass Rachel ja Recht hatte und heute erst der erste Tag gewesen war und sie dem Ganzen sicher noch Zeit geben sollte, doch irgendwie tat es auch gut sich den Frust einfach von der Seele zu reden und dafür hatte man ja Freunde.
      "Mhm... vielleicht.", murmelte sie also etwas schuldbewusst, dass sie vielleicht doch etwas zu gemein von Sebastian geredet hatte. Aber da war Rachel schon beim nächsten Thema, den Aussehen des Polizisten. Manchmal konnte sie auch nur mit den Augen rollen wegen dem Interesse an Männern. Nicht, dass sie nicht auch an welchen interessiert war, aber so neugierig war sie nie, wenn Rachel mal von einem Mann berichtete, den sie zufällig getroffen hatte.
      So kam sie um ein kleines Lachen nicht hin und der Frust war nun wirklich vergessen. "Nein, ich habe kein Foto von ihm, aber er ist groß...nein.... riesig. Keine Ahnung was seine Eltern im als Kind gefüttert haben." Wieder musste sie leise lachen, denn neben ihrem Witz musste sie sich eingestehen, dass er wirklich gut aussah und eigentlich genau ihr Typ war. "Dunkle Haare und dunkle Augen. Gut gebaut... aber dennoch: Viel zu ernst. Was nützt eine hübsche Hülle, wenn der Inhalt doof ist." Schnell biss sie von noch mal von der Pizza ab und dachte über die Idee nach, dass Rachel sie mal besuchen kam. "Aber mit dem Besuch müssen wir noch etwas warten, denke ich. Morgen bin ich aber erstmal bei einem Verhör dabei mit einer Polizistin, die ist der Hammer. So cool und hart. Ich kann dir gar nicht beschreiben: Diese Frau ist wie die perfekt ausgedachte Polizistin."
    • "Dann musst du mal dem nächste ein Foto machen! Vielleicht ein Gruppenfoto mit anderen, das ist nicht so auffällig." kicherte Rachel schelmisch, da sie doch gerne sehen würde, wie dieser Polizist aussah. Männer in Uniform hatten ja an sich schon etwas Anziehendes, jedenfalls wurde die Blonde da doch ein bisschen schwach.
      "Na ja, ich denke mir ist ein ernster Polizist lieber, als jemand, der nur Scherze macht. Je nachdem wie lange er schon den Job macht und was er schon alles erlebt hat, ist es wohl nicht verwunderlich, wenn man eher ernst ist und nicht so für Späße zu haben ist." überlegte die Anwaltsgehilfin laut. "Du musst dir vorstellen, die Verbrechen, die dir zum Teil ausdenkst, haben diese Männer und Frauen schon wirklich erlebt. Ich denke, das macht was mit einem." meinte sie weiter. Rachel konnte sich das manchmal gar nicht vorstellen, dass alles wahr war, was da so alles in den Akten stand. Manche Fälle waren da wirklich gruselig. So oft gab es diese natürlich nicht, doch dass es diese auch in echt gibt und nicht nur in Filmen und Büchern ist manchmal echt beängstigend.
      "Uhh ein Verhör! Das klingt ja echt spannend. Du musst mir dann berichten, wie es war. Gibt es wirklich diese Guter-Cop-Böser-Cop-Nummer oder ist das doch nur ein Erfinden von Hollywood." war Rachel jetzt schon gespannt, was ihre beste Freundin da noch alles erzählen zu hatte.
      "Das klingt ja so, als hättest du da schon eine Vorlage für deine neue Hauptrolle." schmunzelte die Blonde bei Abbys lobenden Worten über die Polizisten. Aber es ist schon cool, dass es dort auch eine Frau gib, die wohl auch eine erfahrene Gesetzeshüterin ist.
      "Ja, das mit dem Besuch, sollten wir, lieber später mal in Angriff nehmen. Ich denke, die rasten noch aus, wenn da einfach eine zweite Zivilistin vorbeikommen würde." vermutete Rachel einfach mal. Sie würde es ja auch nicht toll finden, wenn da jeden zweiten Tag irgendwelche Leute in ihre Kanzlei kommen, die keine Ahnung haben und sie auch noch bei der Arbeit stören.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Abigail fing an zu husten, denn sie hatte sich an ihrer Pizza verschluck. Schuld daran war der Vorschlag ihrer Freundin wegen dem Foto. Alleine die Vorstellung wie er sie wohl ansehen würde, wenn sie mit so einem Vorschlag kommen würde, ließ sie ein bisschen Panik haben. Er hatte wirklich eine Art an sich, die Menschen abschrecken ließ. Ganz sicher würde er ihr den Kopf abbeißen, wenn sie nur fragen würde, doch vielleicht würde ihr die nette Polizistin ja helfen Sebastian zu überreden. „Ich schaue mal was ich machen kann wegen einem Bild.“
      Doch da hatte Rachel schon weiter geredet und je mehr Abby hörte, desto mehr musste sie ihrer Freundin zustimmen. Sicher war ein ernsterer Polizist besser, doch ihrer Meinung nach musste er ja auch nicht so ernst sein. Leise seufzte sie und betrachtete nun wieder das Stück Pizza in ihrer Hand. „Ja, aber muss man denn ganz so streng sein?“, fragte sie rhetorisch und seufzte wieder. „Außerdem ist er ja wie einer dieser Cops, die man sich ausdenken würde. Viel zu cool und zu streng für die Welt.“ Sie rollte mit den Augen, auch wenn ihre Freundin es ja nicht mal sehen konnte.
      Abby ließ aber Rachel ihre Freude und Aufregung ausleben wegen dem Verhör und konnte nun endlich wieder lachen, denn auch ihr ging es so. Sie war aufgeregt und alles kribbelte, wenn sie nur daran dachte was sie morgen erwarten würde. Abby lachte herzlich, als sie die Fragen hörte und auch sie hatte sich dies schon öfter selbst gefragt, immerhin hatte sie nie wirklich mit der Polizei bis jetzt zu tun gehabt. „Ich werde mir fleißig Notizen machen und dir berichten, wie es lief, aber ich denke nicht, dass einer von denen gut der Good-Cop sein könnte.“ Dies lag eher daran wie ernst und durchgreifend sie rüberkamen als an ihrer Art und war diesmal auch kein bisschen bewertend gemeint.
      „Und du hast Recht: Ich habe nun schon so viele Ideen und so viel Input, dass ich mich gleich mal an einige Story-Outlines setzen werde. Nichts Wildes, aber naja… und wenn ich erstmal einige Tage da bin, dann lade ich dich ein oder du kommst mich halt mal abholen und kannst die Leute dabei ganz zufällig kennenlernen.“

      Nachdem sie und Rachel noch ein bisschen sich unterhalten hatten beendeten sie das Gespräch und Abby setzte sich, wie sie geplant hatte, an einige Notizen für neue Ideen. Natürlich vergaß sie dabei die Zeit und saß viel zu lange wach, sodass sie sich am nächsten Morgen beeilen musste, da sie fast verschlafen hatte.
      Ihr Versprechen jedoch hatte sie auch an diesem Morgen noch im Kopf und kaufte auf dem Weg zum Revier oder eher auf dem Weg zur Tram noch schnell die versprochenen Kaffee ein, immerhin hatte sie nun auch einen dringend nötig. Aus diesem Grund hatte sie sich auch zwei Becher besorgt. Einen würde sie gleich trinken und unweigerlich fragte sie sich, ob sie den Riesen schon jetzt sehen würde. Doch auch wenn sie sich sehen würden, wenn sie an gestern Abend dachte, dann wurde ihr wieder klar, dass er keinerlei Interesse hatte sich mit ihr zu unterhalten.
    • "Vorsicht! Ersticke mir hier nicht." lachte Rachel, las sie das Husten von ihrer Freundin vernahm. Abigail hat sich bestimmt nach ihrem Kommentar, wegen eines Fotos verschluckt. Sie hatte auch eigentlich damit gerechnet, dass die Schriftstellerin diese Idee ablehnen würde, doch dann meinte ihre Freundin, dass sie schauen würde, was sie da machen kann. "Echt? Aber fühl dich bitte nicht unter Druck gesetzt, ein Foto von dem Polizisten zu schießen. Nicht, dass er da noch sauer auf dich wird und du vielleicht nicht mehr bei der Polizei recherchieren darfst." warf Rachel schnell ein, natürlich wollte sie wegen ihrer Neugierde ihre Freundin nicht in Schwierigkeiten bringen oder ihre die tolle Chance verbauen.
      "Boar, wenn du ihn so beschreibst, will ich dann doch wieder ein Bild von ihm haben." lachte die Blonde.
      Rachel hatte auch nichts anderes von Abby erwartet, dass sie sich viele Notizen macht und schon jetzt viele Ideen für ihr neue Buch hat. Sie ist nicht umsonst eine Bestseller-Autorin.
      Sie quatschten noch ein bisschen, doch dann gähnte die Anwaltsgehilfin laut auf und musste sich eingestehen, dass es doch endlich Zeit für sie war schlafen zu gehen. "Ich bin gespannt, was du noch so alles erleben darfst. Gute Nacht und bleib nicht zu lange auf." verabschiedete sich Rachel und legte dann endlich auf. Ein Glück lag sie schon im Bett und konnte so mit auch direkt einschlafen.

      Der nächste Morgen begann für Sebastian sehr früh, der schon gegen fünf Uhr von seinem Wecker aus dem Bett geklingelt wurde. Er zog sich dann Sportklamotten an und Laufschuhe und ging im anliegenden Waldstück eine gute halbe Stunde joggen. Wieder zu Hause angekommen, duschte er sich, bevor er sich dann etwas zum Frühstück machte. Dazu gehörte immer schon eine Tasse Kaffee und zwei gekochte Eier. Gegen halb sieben war er dann fertig angezogen und ging los zur Haltestelle. So früh morgens waren noch nicht mal die Schüler unterwegs und er genoss diese Ruhe immer sehr.
      Auf dem Revier traf er dann die Leute von der Nachtschicht, die gleich ihren verdienten Feierabend, beziehungsweise Feiermorgen hatten.
      In seinem Büro setzte sich Sebastian dann an seinem Schreibtisch und las sich ein paar Berichte durch, ehe es an seiner Tür klopfte. "Guten Morgen Sebastian." kam ein gut gelaunte Isabella durch die Türe und grinste ihren Kollegen breit an. "Na, was hast du unserer lieben Krimiautorin gestern noch so alles gezeigt?" fragte sie ihn neugierig und lehnte sich an seinem Schreibtisch an. "Die Asservatenkammer." antwortete der Inspektor recht unspektakulär. "Man, aus dir wird auch kein guter Geschichtenerzähler mehr." seufzte Isabella auf, als sie diese trockene Antwort erhielt. "Dann frage ich nachher einfach Abigail, die erzählt das bestimmt viel ausführlicher und spannender." meinte sie darauf hin und schob auch gleich die nächste Frage hinterher:"Was wirst du ihr heute nach dem Verhör zeigen?"
      "Ich stelle ihr noch Jonathan vor und die Hunde." kamen seine Worte wieder sehr sachlich. "Oh wie süß. Da sind doch gerade die Welpen! Darf ich mitkommen?" quietschte Isabella aufgeregt, worauf ihr Kollege sie nur kopfschüttelnd ansah. "Hast du nichts Besseres zu tun, nach deinem Verhör?" entgegnete er ihr streng, worauf die Polizistin eine beleidigte Schnute zog. "Du gönnst hier ja niemanden mehr Spaß." meckerte sie gespielt, da sie ja wusste, dass Sebastian damit recht hatte. "Doch, tu’ ich, aber erst nach getaner Arbeit." entgegnete er nun ihr und ein kleines Grinsen zeichnete sich dabei auf seinen Lippen ab, das aber auch recht bald wieder verschwand. "Ich bringe Miss Masterson gleich zu dir, wenn sie da ist." wechselte Sebastian das Thema und deutete damit an, dass Isabella sich jetzt lieber um die Vorbereitung für das Verhör kümmern sollte. "Ich geh’ ja schon, Herr Inspektor." verabschiedete sich Isabella mit einem Kopfschütteln und ging wieder in ihr Büro, wo sie auf die Ankunft von der Schriftstellerin warten würde.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
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