Alles, was Devon in seinem derzeitigen Zustand tun konnte, war warten. Er hatte gehofft, dass die Worte stärker zu Malleus durchdrangen, aber er wurde enttäuscht. Sein Körper stellte sich bereits auf den Moment ein, in dem sich der Druck an seiner Kehle weiter erhöhen würde und er sich genötigt sah, sich doch zu bewegen.
Tava kam ihm zuvor. Sie schob sich aus dem Augenwinkel nicht nur in Malleus‘, sondern auch in Devons Blickfeld. Sie fing an, auf Malleus einzureden, der noch immer fixiert auf den Hals des Jägers war. Devon indes hörte nur zwei Herzschläge, die wie im Eifer um die Führung zu kämpfen schienen, und das machte ihn wahnsinnig. Auch die anderen Finger seiner Hand gruben sich in den Boden, der letzte Anker, bevor er dumme Dinge tun würde.
Dann zuckte Devon, als sich etwas an seinem Hals heran tastete. Er biss die Zähne zusammen, als sein Zucken noch mehr Blut zum fließen brachte. Den darauf folgenden Schauer hätte er sich am liebsten auch direkt verkniffen, als Tavas Hand über seine Haut strich und dann scheinbar beim Dolch ankam. Der Druck auf seiner Kehle erhöhte sich, er musste ein Würgen unterdrücken. Was machte die Ziege da? Es bläute ihm erst etwas später, dass sie versuchte, ihre Hand zwischen seiner Haut und der kalten Klinge zu schieben. Doch auch hier schwieg Devon. Er unterbrach das Mantra nicht, mit dem Tava versuchte, Malleus aus seiner persönlichen Hölle zu ziehen.
Tava schaffte es, die Schneide von Devons Hals abzuschirmen und ihn damit in seine eigene Hölle zu schicken. Zu den rasanten Herzschlägen gesellte sich nun eine warme Spur, die seinen Hals hinablief und der eindeutige Geruch von Eisen, der gegen seinen Willen seine Nase flutete. Alles in ihm ging auf Revolte, weshalb er notgedrungen die Augen schließen und hoffen musste, dass es sich in den nächsten Sekunden geben würde. Wenn nicht, hätten sie das nächste Unheil am Halse.
Der Druck an seiner Kehle verschwand. Die Hand auf seiner Haut verschwand. Die Wärme und Nässe blieben jedoch, ebenso wie das Gewicht auf ihm. Der Lacerta schlug die Augen wieder auf und sah einen Mann an, dessen dunkler Hautton eine andere Nuance bekam und von ihm abrückte. Devon wartete gerade solange, dass Malleus auch von seinen Stiefeln fort war, um sich auf die Seite zu rollen und auf die Knie zu setzen. Seine rechte Hand ging sofort an seinen Hals und befühlte den Schnitt, der kaum der Rede wert war. Allerdings war seine gesamte Handfläche in Rot getaucht.
Hinter ihm übergab sich Malleus geräuschvoll und wenig erhaben. Während der Mann mit seiner Fassung rang, suchte der Lacerta nach der Cervidia – und fand sie gut zwei Armlängen von sich entfernt. Devon rappelte sich auf seine Beine auf und ging zu seinem Sack, aus dem er seinen Schlauchschal zog und zu Tava zurückkehrte. Vor ihr ließ er sich wieder nieder, fasste so sanft wie noch nie ihre Hand und begutachtete den Schaden. Er konnte nur grobschlächtig Verletzungen behandeln, aber die Alchemistin verfügte mit Sicherheit über bessere Mittel. Deswegen beschränkte er sich darauf, seinen Schal um ihre Hand und Finger zu wickeln, um der Blutung wenigstens ein bisschen Herr zu werden.
„In unserer Kultur ist das eigene Blutvergießen für einen Anderen ein großer Akt“, sagte Devon leise, weil es Worte waren, die nur für Tava bestimmt waren. Er mied ihren Blick, weil er nicht wollte, dass sie noch mehr Dinge in seinen Augen las, die er nicht hineingeschrieben hatte. „Das war ehrwürdig. Danke. Verzeih, wenn ich dir keine Wundsorge anbiete, aber da bist du besser drin bewandert als ich. Das nächste Mal versuch einfach, nicht zu flüchten, nachdem du mir die Stirn geboten hast. Das ist… eine Einladung.“
Er gab ihre Hand frei und nahm in einem Schwung die Schnapsflasche, die vergessen neben Tava auf dem Boden lag. Damit bewaffnet schlenderte Devon zu Malleus herüber, der sich mittlerweile aufgesetzt hatte, und warf ihm die Flasche in den Schoß.
„Der Kristall verstärkt die Sinne in exponentiellem Maße. Ich hör, seit ich am Feuer bin, eure Herzschläge. In einer Tour. Ich hab Fieberschübe, weil der Körper mit der Energie nicht anders klarkommt, die in dem Kristall steckt. Das vergeht allerdings mit der Zeit, denke ich. Wäre das Feuer nicht, wäre ich schon eher auf eure Pheromone angesprungen, aber die nehmen alle Lacerta wahr.“ So viel Erklärung war er dem Mann wenigstens geschuldet.
Er drehte sich dem Feuer mehr zu. Der Schweißfilm auf seiner Stirn war noch eine Spur prominenter geworden und er würde zusehen müssen, in einem der Flüsse seinen Hals gleich abzuwaschen. Das Blut wurde schon krustig auf seiner Haut und spannte.
„Man hat dich also gebrandmarkt. Haben diejenigen dich als fanatisch angesehen, weil du Adrastus huldigst, oder was ist es gewesen? Muss schon länger her sein, wenn ich mich an die Narbe recht entsinne.“
Devon ging nicht darauf ein, dass Malleus die ganze Zeit über eine versteckte Waffe mit sich geführt hatte. Sie alle besaßen offensichtliche und weniger offensichtliche Waffen. Ihm das anzukreiden war in der aktuellen Situation nicht gerechtfertigt. Selbst Menschen mussten etwas besitzen, mit dem sie sich zur Wehr setzen konnten, sollten Worte irgendwann nicht mehr ausreichen. Außerdem lenkten die Worte den Jäger selbst ab, der sich dabei ertappte, wie er Tava wieder eingehend beobachtet hatte und seinen Blick lieber wieder auf das Feuer richtete.
„Die Flasche gehört ganz dir. Fürchte, Alkohol und Energie vertragen sich nicht. Oder, weil ich einfach nichts vertrage…“
Tava kam ihm zuvor. Sie schob sich aus dem Augenwinkel nicht nur in Malleus‘, sondern auch in Devons Blickfeld. Sie fing an, auf Malleus einzureden, der noch immer fixiert auf den Hals des Jägers war. Devon indes hörte nur zwei Herzschläge, die wie im Eifer um die Führung zu kämpfen schienen, und das machte ihn wahnsinnig. Auch die anderen Finger seiner Hand gruben sich in den Boden, der letzte Anker, bevor er dumme Dinge tun würde.
Dann zuckte Devon, als sich etwas an seinem Hals heran tastete. Er biss die Zähne zusammen, als sein Zucken noch mehr Blut zum fließen brachte. Den darauf folgenden Schauer hätte er sich am liebsten auch direkt verkniffen, als Tavas Hand über seine Haut strich und dann scheinbar beim Dolch ankam. Der Druck auf seiner Kehle erhöhte sich, er musste ein Würgen unterdrücken. Was machte die Ziege da? Es bläute ihm erst etwas später, dass sie versuchte, ihre Hand zwischen seiner Haut und der kalten Klinge zu schieben. Doch auch hier schwieg Devon. Er unterbrach das Mantra nicht, mit dem Tava versuchte, Malleus aus seiner persönlichen Hölle zu ziehen.
Tava schaffte es, die Schneide von Devons Hals abzuschirmen und ihn damit in seine eigene Hölle zu schicken. Zu den rasanten Herzschlägen gesellte sich nun eine warme Spur, die seinen Hals hinablief und der eindeutige Geruch von Eisen, der gegen seinen Willen seine Nase flutete. Alles in ihm ging auf Revolte, weshalb er notgedrungen die Augen schließen und hoffen musste, dass es sich in den nächsten Sekunden geben würde. Wenn nicht, hätten sie das nächste Unheil am Halse.
Der Druck an seiner Kehle verschwand. Die Hand auf seiner Haut verschwand. Die Wärme und Nässe blieben jedoch, ebenso wie das Gewicht auf ihm. Der Lacerta schlug die Augen wieder auf und sah einen Mann an, dessen dunkler Hautton eine andere Nuance bekam und von ihm abrückte. Devon wartete gerade solange, dass Malleus auch von seinen Stiefeln fort war, um sich auf die Seite zu rollen und auf die Knie zu setzen. Seine rechte Hand ging sofort an seinen Hals und befühlte den Schnitt, der kaum der Rede wert war. Allerdings war seine gesamte Handfläche in Rot getaucht.
Hinter ihm übergab sich Malleus geräuschvoll und wenig erhaben. Während der Mann mit seiner Fassung rang, suchte der Lacerta nach der Cervidia – und fand sie gut zwei Armlängen von sich entfernt. Devon rappelte sich auf seine Beine auf und ging zu seinem Sack, aus dem er seinen Schlauchschal zog und zu Tava zurückkehrte. Vor ihr ließ er sich wieder nieder, fasste so sanft wie noch nie ihre Hand und begutachtete den Schaden. Er konnte nur grobschlächtig Verletzungen behandeln, aber die Alchemistin verfügte mit Sicherheit über bessere Mittel. Deswegen beschränkte er sich darauf, seinen Schal um ihre Hand und Finger zu wickeln, um der Blutung wenigstens ein bisschen Herr zu werden.
„In unserer Kultur ist das eigene Blutvergießen für einen Anderen ein großer Akt“, sagte Devon leise, weil es Worte waren, die nur für Tava bestimmt waren. Er mied ihren Blick, weil er nicht wollte, dass sie noch mehr Dinge in seinen Augen las, die er nicht hineingeschrieben hatte. „Das war ehrwürdig. Danke. Verzeih, wenn ich dir keine Wundsorge anbiete, aber da bist du besser drin bewandert als ich. Das nächste Mal versuch einfach, nicht zu flüchten, nachdem du mir die Stirn geboten hast. Das ist… eine Einladung.“
Er gab ihre Hand frei und nahm in einem Schwung die Schnapsflasche, die vergessen neben Tava auf dem Boden lag. Damit bewaffnet schlenderte Devon zu Malleus herüber, der sich mittlerweile aufgesetzt hatte, und warf ihm die Flasche in den Schoß.
„Der Kristall verstärkt die Sinne in exponentiellem Maße. Ich hör, seit ich am Feuer bin, eure Herzschläge. In einer Tour. Ich hab Fieberschübe, weil der Körper mit der Energie nicht anders klarkommt, die in dem Kristall steckt. Das vergeht allerdings mit der Zeit, denke ich. Wäre das Feuer nicht, wäre ich schon eher auf eure Pheromone angesprungen, aber die nehmen alle Lacerta wahr.“ So viel Erklärung war er dem Mann wenigstens geschuldet.
Er drehte sich dem Feuer mehr zu. Der Schweißfilm auf seiner Stirn war noch eine Spur prominenter geworden und er würde zusehen müssen, in einem der Flüsse seinen Hals gleich abzuwaschen. Das Blut wurde schon krustig auf seiner Haut und spannte.
„Man hat dich also gebrandmarkt. Haben diejenigen dich als fanatisch angesehen, weil du Adrastus huldigst, oder was ist es gewesen? Muss schon länger her sein, wenn ich mich an die Narbe recht entsinne.“
Devon ging nicht darauf ein, dass Malleus die ganze Zeit über eine versteckte Waffe mit sich geführt hatte. Sie alle besaßen offensichtliche und weniger offensichtliche Waffen. Ihm das anzukreiden war in der aktuellen Situation nicht gerechtfertigt. Selbst Menschen mussten etwas besitzen, mit dem sie sich zur Wehr setzen konnten, sollten Worte irgendwann nicht mehr ausreichen. Außerdem lenkten die Worte den Jäger selbst ab, der sich dabei ertappte, wie er Tava wieder eingehend beobachtet hatte und seinen Blick lieber wieder auf das Feuer richtete.
„Die Flasche gehört ganz dir. Fürchte, Alkohol und Energie vertragen sich nicht. Oder, weil ich einfach nichts vertrage…“

Die Archon verzog das Gesicht. Kurz, ungehalten, ehe sie ihre Züge glättete und die professionelle Maske aufsetzte, die sie von dem einzigen Mann gelehrt bekommen hatte, den sie jemals wertgeschätzt hatte. Wie immer musste sie sich der Tatsache stellen, dass sie mit ihren anderthalb Metern Größe praktisch unter allen anderen Mitgliedern des Kultes versank. Da half es auch nicht, dass ihre Masse sie breiter machte. Außer, um weniger leicht weggeschubst zu werden. Nur hatte Amentia weder Schönheit noch Geld gehabt, um sich ihren Posten zu erkämpfen. Nein, Amentia hatte Glück und Grips benutzt, um sich dorthin zu arbeiten, wo sie nun war.