In your debt [Kiba x Yumia]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Ich riss mich aus meiner Gedankenwelt, aus jener stillen Faszination, in der ich versunken war, als ein leises Klopfen an der Tür meine Aufmerksamkeit forderte. Mit einem Ruck hob ich den Kopf und drehte mich um – da stand Edward. Seine Haltung verriet, dass er mit seiner Arbeit für heute fertig war. Ruhig und bestimmt teilte er mir mit, dass wir noch kurz nach Hause fahren würden, bevor wir gemeinsam zur Gala aufbrechen.
      Ich nickte verstehend und begann meine Unterlagen zusammenzulegen. Es war nicht viel aufzuräumen, dennoch strich ich gedankenverloren über den aufgeräumten Schreibtisch, als wollte ich damit Ordnung in meinem Inneren schaffen. Schließlich verließ auch ich den Raum und folgte Edward in den Aufzug. Die meisten Mitarbeiter waren längst gegangen, was ein kleines Gefühl der Erleichterung in mir auslöste – niemand würde Fragen stellen, niemand würde uns zusammen sehen.
      Im Auto ließ ich mich auf den Beifahrersitz sinken. Die Papiere hielt ich lose auf meinem Schoß, doch mein Blick wanderte ziellos durch den Wagen, bis ich meine Augen schloss. Die leise Geräuschkulisse des Motors und das rhythmische Surren der Reifen auf dem Asphalt wirkten beruhigend. Für einen Moment sank ich in einen leichten Dämmerschlaf.
      Ich wurde wieder wach, als das Auto langsam zum Stehen kam und Edward sich abschnallte. Benommen öffnete ich die Augen, richtete mich auf und folgte ihm ins Haus. Die Müdigkeit klebte noch an meinen Gliedern, und am liebsten hätte ich mich einfach in ein Bett fallen lassen. Doch dieser Abend ließ keinen Raum für Bequemlichkeit – die Gala wartete.
      Während Edward sich in seinem Zimmer fertig machte, begann auch ich mich umzuziehen. Ich wusch mir das Gesicht mit kaltem Wasser, um die letzten Reste der Trägheit abzuschütteln. Der neue Anzug, den ich anzog, saß wie angegossen. Ich kämmte mir die Haare und betrachtete mein Spiegelbild. Für einen Moment war ich überrascht, wie elegant ich aussah – beinahe ungewohnt in dieser Erscheinung, als wäre ich jemand anderes.
      Als ich fertig war, traf ich Edward im Flur nahe des Eingangs. „Ich bin soweit“, sagte ich ruhig, auch wenn sich meine innere Anspannung langsam bemerkbar machte.
      Gemeinsam gingen wir zum Auto zurück, und Edward fuhr los. Kaum hatten wir die Stadtlichter hinter uns gelassen, begann mein Magen sich leicht zusammenzuziehen. Eine unangenehme Nervosität kroch mir die Wirbelsäule hoch. In meinem Kopf spielten sich unzählige Szenarien ab – vor allem jene, in denen alles schieflief. Die Gala war keine harmlose Abendgesellschaft wie beim letzten Mal. Es war ein bedeutender Anlass, mit mehr Menschen, mehr Einfluss, mehr Druck. Gespräche, die politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich brisant sein könnten, schwebten bereits wie unsichtbare Schatten über mir.
      Ich versuchte, mich abzulenken, ließ meinen Blick aus dem Fenster gleiten und beobachtete die vorbeiziehenden Straßenlaternen. Die Zeit schien sich jedoch gegen mich verschworen zu haben – jede Minute zog sich endlos in die Länge.
      Schließlich hielten wir an. Vor uns erhob sich ein imposantes Gebäude, das ich noch nie zuvor gesehen hatte. War es ein Hotel? Es wirkte beinahe wie ein Palast, der aus Licht und Samt gebaut war. Die Fassade funkelte im goldenen Schein der Leuchten, die schweren roten Vorhänge an den Fenstern ließen nur erahnen, wie prunkvoll es im Inneren aussehen musste. Mitarbeiter in makellosen Uniformen standen bereits bereit, um die Gäste zu empfangen – Gäste, die vermutlich in dieser leuchtenden Welt zu Hause waren. Ich jedoch fühlte mich wie ein Schatten inmitten dieser Glanzkulisse.
      Ich räusperte mich leise und presste die Lippen zusammen. Jetzt gab es kein Zurück mehr.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Die Autofahrt war sehr still und Castiel sah etwas erschöpft aus. Schon im Büro war mir aufgefallen, wie er gedankenverloren am Schreibtisch stand und noch aufräumen wollte. Dabei war da nicht mehr viel und eigentlich gingen mich die Schreibtische anderer auch gar nichts an. Ich gönnte ihm den Moment der Ruhe, denn der Abend würde für ihn noch anstrengend genug werden. Ich glaube, der machte sich selbst etwas zu viel Druck. Klar, war der Abend wichtig. Aber er war ja eher meine Begleitung und nicht mein Haus- und Hofdiener. Als Geschäftsmann kam man nicht allein auf so eine festliche Veranstaltung. Normalerweise nahmen die meisten dir Lebenspartnerin mit. Da ich diese nicht hatte, war es eben mein Geschäftspartner. Oder eher Assistent.

      Nach einer nicht allzulangen Autofahrt in die nächste Stadt, kamen wir am Gebäude an. Es war wie eine Art Villa, die etwas abseits gelegen war und einen herrlichen Ausblick auf die darunter liegenden Straßen und Häuser besaß. Einige der Autos standen schon auf dem Parkplatz. Wir waren nicht die ersten, aber würden auch nicht die letzten sein.
      "Da wären wir. Mach dir nicht zu viel Stress. Rede, wenn du gefragt wirst, nehme an, was dir angeboten wird, auch wenn du es nicht magst und lass mich die Arbeit machen. Ansonsten sei einfach du selbst. Du schaffst das schon.", ich versuchte ihn zu ermutigen und zu bestärken, merkte aber selbst, dass ich nicht besonders gut darin war. Ich kann schauspielern für meinen Job und meine Firma. Aber das hier.... war was anderes. Ich sah zu ihm und stellte fest, dass er etwas blass war, was ich auf Nervosität schob. Er war allgemein kein sehr starker und selbstbewusster Charakter, aber ich hätte nicht gedacht, dass es ihn so sehr einnimmt.
    • Edwards Bemühungen, mich zu beruhigen, funktionierten nicht so gut, wie er es sich vielleicht erhofft hatte. Es war einfacher gesagt als getan, sich keinen Stress zu machen. Es war ja nicht so, als würde ich mir den Druck absichtlich auferlegen, aber da ich unbedingt vorbereitet sein und Edward nicht enttäuschen wollte, versuchte ich, jedes Missgeschick zu vermeiden.
      Ihn die ganze Arbeit machen zu lassen, fühlte sich falsch an, doch ich bezweifelte, dass jemand Interesse daran hatte, mit mir zu sprechen. Viele der Anwesenden kannten vermutlich Edward, ich hingegen war nur ein unbekanntes Gesicht.
      Stumm nickte ich. Etwas anderes blieb mir ohnehin nicht übrig. Ich war jetzt hier und hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Ich schnallte mich ab, öffnete die Tür und stieg aus dem Auto. Die Luft war kühl, aber angenehm. Ich folgte Edward zum Eingang des Gebäudes. Je näher wir dem Eingang kamen, desto mehr wurde mir die Eleganz der Kleidung und die besondere Atmosphäre bewusst. Eine glitzernde Welt, in der ich mich fehl am Platz fühlte.
      Um nicht allzu deutlich zu zeigen, dass ich so etwas zum ersten Mal erlebte und ursprünglich nicht hierhergehörte, konzentrierte ich mich auf den Weg vor mir und vermied es, mit staunenden Augen umherzublicken.
      Am Eingang stand ein Mann, der die Gäste nach ihren Namen fragte. Edward nannte seinen, ich blieb stumm an seiner Seite. Der Mann nickte nur und ließ uns passieren. Wir betraten die Villa. Erst jetzt, im Inneren, nahm ich etwas wahr, das mir draußen entgangen war, klassische Musik, live gespielt.
      Noch bevor ich den Ursprung der Musik ausmachen konnte, trat eine junge Dame an uns heran und reichte uns ein Tablett. Ich erinnerte mich an Edwards Worte: Annehmen. Also tat ich es ihm gleich, nahm mir eines der Gläser und nippte vorsichtig daran.
      Es war das erste Mal, dass ich Champagner trank, und ich konnte nicht behaupten, dass es mir besonders schmeckte, ein Hauch zu bitter. Doch kleine Schlucke würden genügen, damit mein Glas nicht zu schnell leer war. So konnte ich vermeiden, mehr Alkohol zu trinken, als nötig. Immerhin war ich hier zum Arbeiten, und ich wollte auf keinen Fall in ein Gespräch verwickelt werden, für das ich keine Worte finden würde.
      Deshalb hielt ich mich eng bei Edward, jedoch mit ausreichend Abstand, um nicht aufdringlich zu wirken. Egal wohin ich sah, links, rechts, überall elegant gekleidete Menschen, die offensichtlich Einfluss besaßen. Ich musste sie nicht kennen, um das zu erkennen.
      Ob Edward wohl bekannte Gesichter entdeckte? Ich warf ihm einen kurzen, prüfenden Blick zu. Ich fühlte mich vollkommen verloren. Auch wenn er mir hochwertige Anzüge gekauft hatte, ich fühlte mich nicht wie jemand, der in diese Welt gehörte. Es war, als hätte ich mich in eine Szene eingeschlichen, die nicht für mich gedacht war.
      „Wird heute eine Rede gehalten? Oder wie ist der Zeitplan?“ fragte ich ihn schließlich, nicht, weil ich selbst etwas beitragen musste, sondern aus purer Neugier.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Nach seinem Nicken stieg ich aus dem Auto und ein leichter erfrischender Wind wehte um meine Ohren. Ich ging einmal ums Auto, um Castiel mitzunehmen und zusammen gingen wir zum Eingang, wo ich gleich nach meinem Namen gefragt wurde. Natürlich ließen sie uns rein. Lewis war ziemlich bekannt.
      Im Eingangsbereich kam uns gleich eine Bedienstete und überreichte uns den Empfang. Champagner war hier leider das Übliche. Ich blickte kurz zu meinem Begleiter, der sich einen Schluck runterzwang. Irgendwie ja niedlich. Dabei war diese goldene Flüssigkeit wirklich lecker. Ich beugte mich zu seinem Ohr runter und sprach so leise, dass nur er es verstehen konnte.
      "Du musst es nicht trinken, wenn du es nicht magst. Halt es einfach fest. So denkt niemand, dass du Nachschub brauchst."
      Ich sah mich um, trank elegant mein Glas und begrüßte ein paar Leute, die ich erkannte und mit denen ich schonmal eine Gala oder ähnliches feierte.
      "Hm? Es gibt eine Begrüßungsrede vom Gastgeber, ebenso ein paar von manchen Unternehmern und Gästen. Ich halte aber keine, wenn du das meinst.", antwortete ich auf Castiels Frage hin. Ich sah auf meine Rolex und stellte fest, dass es bald Zeit für die besagte Rede war und winkte Castiel zu mir.
      "Komm. Wir gehen rein.", doch wurde schon aufgehalten durch einen bekannten Geschäftsmann.
      "Mister Lewis. Schön Sie hier zu sehen. Wen haben Sie da mitgebracht?"
      "Mister Johnson. Es ist mir eine Freude, Sie hier zu sehen. Ich bin mit meinem Assistenten hier. Das ist Castiel Loft. Ein sehr geschätzter Mitarbeiter, der seine Arbeit gut verrichtet.", erklärte ich und legte ein kleines, aber künstliches Lächeln auf meine Lippen, ehe ich die Hand schüttelte, die sich mir entgegenstreckte. Dann wandte sich Johnson an Castiel.
      "Guten Abend Mister Loft. Ich habe schon viel über Mister Lewis gehört, auch dass er ein sehr strenger Mensch ist. Wie ist es so, bei ihm zu arbeiten?"
    • Edward hatte mir leider etwas zu spät mitgeteilt, dass es nicht zwingend notwendig gewesen wäre, aus dem Glas zu trinken. Nun, es war ohnehin an der Zeit, einmal ein solches Getränk zu probieren. Auch wenn der Geschmack einen Hauch zu bitter für meinen Geschmack war, empfand ich ihn dennoch als interessant. Mein Blick folgte Edwards Bewegungen. Selbst das Trinken wirkte bei ihm professionell, fast schon einstudiert. Wahrscheinlich sah es bei mir ganz anders aus. Ich fragte mich, ob die anderen Gäste hinter meine Fassade blicken konnten.
      Zu meinem Glück bestand ein Großteil des Abends zunächst aus Vorträgen. Das kam mir entgegen, da ich mich in dieser Phase nicht aktiv einbringen musste. Im besten Fall würde sich Edward mit den Gästen unterhalten, während ich daneben stand und mir innerlich Notizen machte.
      Doch meine stille Hoffnung wurde rasch zerstört, als wir angesprochen wurden. Mit der Frage, die mir gestellt wurde, hatte ich nicht gerechnet, und ich befürchtete, dass dies im Laufe des Abends noch häufiger geschehen könnte. Auch ich setzte ein freundliches Lächeln auf. Die Frage war unkompliziert, weshalb ich ohne großes Nachdenken antworten konnte. Ich blieb bei der Wahrheit.
      „Guten Abend. Die Zusammenarbeit mit Mister Lewis ist sehr lehrreich. Ich konnte bereits viel von ihm lernen, besonders durch seine hohe Professionalität und seinen Anspruch an Präzision. Ich finde die Zusammenarbeit mit ihm durchaus interessant und bereichernd.“
      Für meine Verhältnisse war das eine recht geschliffene Ausdrucksweise, doch manchmal war genau das, was die Menschen hören wollten. Der Mann lachte leise, hob leicht sein Glas und sagte: „Gut gesagt. Die Rede beginnt gleich, ich möchte euch nicht länger aufhalten.“ Er warf Edward noch einen kurzen Blick zu. „Ich würde mich freuen, wenn Sie später Zeit finden, mit mir bei einem Glas Champagner zu plaudern.“
      Nachdem er sich verabschiedet hatte, bemerkte ich, wie sich einige Gäste nach vorn begaben.
      „Das scheint auf eine andere Art anstrengend zu sein,“ kommentierte ich leise, jedoch laut genug, dass Edward es hören konnte. Small Talk, gespickt mit feinen Andeutungen und Zwischenzeilen. Das war eine Welt, mit der ich wenig anfangen konnte. "Gibt es aber eine Kleinigkeit zu essen?" Ich fragte vielmehr für Edward als für mich, dass er heute wohl mehr arbeiten müsste als ich.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Ich musste wohl gestehen, dass ich die Frage äußerst unangebracht fand, ausgerechnet meinen Mitarbeiter in meiner Anwesenheit zu fragen, wie es war mit mir zu arbeiten. Wer würde da bitte die Wahrheit sagen und antworten, dass es anstrengend mit mir ist? Trotzdem versteckte ich mein Unbehagen, denn ich wollte ja nicht negativ auffallen. Doch Castiel antwortete sehr positiv, so dass es schon etwas zu übermütig war. Verlegen sah ich zur Seite und räusperte mich. Johnson hat schon passend geantwortet. Er wollte nicht stören, also war es vielleicht nicht schlecht, wenn er jetzt gehen würde.
      "Wir finden sicherlich einen Moment, in dem wir ein Gespräch finden können.", antwortete ich und verabschiedete mich. Ich hatte das Bedürfnis aufzuatmen, doch so ein Verhalten war mir hier nicht gestattet. Jeder könnte es sehen und fehlinterpretieren.
      Ich blickte zu Castiel runter und nickte.
      "Man muss verdammt aufpassen, was man sagt. Wobei ich es nicht für angebracht halte, dir so eine Frage direkt neben mir zu stellen. Doch du hast es gut gelöst. Aber du bist nicht gezwungen, zu lügen. Du darfst auch ruhig Wahrheiten aussprechen, sofern sie nicht....sagen wir dem Image der Firma schaden. Bitte.", antwortete ich ebenso leise und sah mir nebenbei die Gäste an, die ebenfalls eingeladen wurden.
      "Es wird ein 5-Gängemenü serviert. Danach gibt es die Reden und anschließend die Party. Bist du etwa hungrig? Ein wenig musst du dich noch gedulden. ", antwortete ich ihm und ging weiter in den Saal, in dem alles stattfinden wird. Überall waren Runde Tische aufgebaut, an dem jeweils sechs Personen sitzen konnten. Alles war hübsch und elegant dekoriert und auch Besteck war schön mit edlen Stoffservierten verteilt.
      "Wie es aussieht haben wir freie Tischwahl. Wo möchtest du sitzen?"
    • Ich folgte Edward dicht. Es war meine erste Gala, und ich vermutete, dass sie alle in etwa ähnlich abliefen. Daher nahm ich an, dass Edward sich schnell orientieren würde. Anstatt wie ein verlorener Hase durch den Saal zu irren, blieb ich lieber dicht an seiner Seite.
      Während wir durch den Raum gingen, ließ ich meinen Blick schweifen. Die Tische sahen alle gleich aus: elegant, fein poliert und ordentlich eingedeckt. Solch eine Szenerie kannte ich bisher nur aus Filmen.
      „Vielleicht dort“, sagte ich leise und deutete flüchtig auf einen Tisch, der sich ziemlich mittig auf der rechten Seite befand. Ganz in der Mitte zu sitzen, war mir unangenehm – dort fühlte man sich zu sehr im Mittelpunkt. Vorne war mir ebenfalls zu heikel, weil ich befürchtete, dass jemand auf die Idee kommen könnte, das Mikrofon weiterzureichen. Und selbst hinten war man nicht völlig sicher davor.
      Wir gingen also zu dem ausgewählten Tisch, und ich wartete, bis Edward sich setzte, damit ich meinen Platz neben ihm einnehmen konnte.
      Nachdem wir saßen, beugte ich mich leicht zu ihm, da ich nicht wollte, dass andere in der Nähe unser Gespräch mithörten.
      „Ich war von der Frage überrascht und fand es unangebracht, das direkt vor dir zu fragen. Aber…“ Ich stockte. Es fiel mir manchmal schwer, Dinge ehrlich auszusprechen – besonders, wenn ich sie als unangenehm oder peinlich empfand. Zugegeben, zu sagen, dass man gut mit Edward zusammenarbeiten konnte, war nichts Peinliches. Doch in der Nähe, in der wir gerade saßen, musste ich kurz schlucken, und ich spürte, wie eine leichte Wärme in mein Gesicht stieg.
      „Ich habe die Frage wahrheitsgemäß beantwortet“, fügte ich schließlich hinzu. Danach lehnte ich mich wieder zurück in meine ursprüngliche Position, legte die Hände in den Schoß und vermied es, ihn anzusehen.
      „Ich habe momentan keinen Hunger, alles gut“, sagte ich noch, obwohl ich ihm eigentlich nicht von meinem eigenen Appetit erzählen wollte, sondern viel eher an seinen gedacht hatte. Doch das war ein Stück zu viel Ehrlichkeit für diesen Moment. "Wie häufig musst du an Galas teilnehmen? Oder gar selber veranstalten?", versuchte ich das Thema zu wechseln, um vor allem mich selber abzulenken.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Castiel hatte sich für einen Tisch eher mittig entschieden und zusammen gingen wir auch dahin. Für mich war es einerlei, wo wir saßen, weshalb ich es ihm hab aussuchen lassen. Ich merkte schon, dass er nicht gern im Mitgelpunkt stand, als wir reingingen und auch jetzt wo er den Platz wählen durfte. Sein Gesichtsausdruck sagte mir, dass er hoffte, nicht immerzu angesprochen zu werden, was ich ihm nur bedingt abnehmen konnte. Durch meine Präsenz zog ich schon eher die Leute an, aber da sie Castiel noch nicht kannten, sondern immer eine Frau an meiner Seite war, erweckte es natürlich ihre Neugier.
      Nachdem wir uns gesetzt hatten, beugte er sich leicht zu mir, damit es niemand hörte und bestätigte nochmal, dass er die Wahrheit gesagt hatte. Es war ein wenig eigenartig und unangenehm, solche Wörter aus seinem Mund zu hören. Ich schielte zu ihm und sah ihn, wie er verlegen da saß und seine Hände in den Schoß legte. Ich spürte ein innerliches Verlangen, welches ich nicht so richtig zuordnen konnte. Ich hatte das Bedürfnis, ihn zu ermutigen und zu schützen. Aber wovor? Er war ein erwachsener Mensch, der es hoffentlich selbst schaffte, sich um sich selbst zu kümmern. Und ehrlich gesagt wusste ich auch nicht so wirklich, wie ich reagieren sollte. Eine unangenehme Stille breitete sich bei uns aus, selbst als er sagte, dass er keinen Hunger hatte. Ich verstand es nicht so ganz. Warum fragte er nach dem Essen, wenn er nicht hungrig war?
      Ich grübelte noch weiter und knabberte noch immer an diesen Gedanken, als der Ursprung meines Gedankes mir eine Frage stellte und mich damit etwas aus dem Konzept brachte. Ich blinzelte kurz und musste überlegen, ehe ich antwortete.
      "Zum Glück bin ich nicht allzuoft auf Galas. Hier und da mal eine. Selbst veranstaltete ich bis jetzt auch nur eine. Zum Jubiläum der Firma. Sie war wirklich sehr groß und prunkvoll. Aber eigentlich hatte mein Vater versucht, mir eine Frau auszusuchen und mich zu verheiraten. Aber die Frauen gehen auch nach kurzer Zeit wieder. Ich denke, ich bin einfach nicht für eine Beziehung gemacht.", erklärte ich ihm leise und sah mir weiter die Umgebung dabei an. Ob Castiel in einer Beziehung war? Erwähnt hatte er nichts. Und bei jemanden war er auch nie, seit er bei mir wohnte. Also rechnete ich eher nicht damit. Aber man wusste ja nie.
      "Darf... ich fragen, wie es bei dir aussieht?"
    • Es war interessant zu hören, dass er selbst einmal eine Gala veranstaltet hatte. Wenn ich nun den Aufwand und die Ausmaße dieser Veranstaltung betrachtete, konnte ich mir lebhaft vorstellen, wie stressig und akribisch die Organisation gewesen sein musste. Alles wirkte perfekt abgestimmt, durchdacht und mit hohem Anspruch geplant. Zu meinem Glück schien er nicht häufig auf solchen Veranstaltungen aufzutauchen, was bedeutete, dass ich nicht jede Woche befürchten musste, mich erneut auf einer Gala wiederzufinden. Vielleicht würde sich das in der Zukunft ändern – vorausgesetzt, ich fühlte mich sicherer im Umgang mit den Angelegenheiten der Firma. Dann, so stellte ich es mir zumindest vor, wäre meine Abneigung gegenüber solchen gesellschaftlichen Anlässen vielleicht nicht mehr so stark.
      Was mich überraschte, war die persönliche Note, die er in unserem Gespräch einbrachte. Seine Erzählung wirkte wie aus einem Film entnommen, oder vielleicht war es auch umgekehrt, und Filme bedienten sich solcher wahren Geschichten als Inspiration. Ich konnte nicht ganz nachvollziehen, warum die Frauen gegangen waren. Edward hatte, zumindest auf den ersten Blick, alles, was man sich wünschen konnte: Intelligenz, Ausstrahlung, Erfolg und, ja, auch ein ansprechendes Äußeres. Doch obwohl ich mir diese Frage stellte, hielt ich mich zurück. Die Situation war nicht der richtige Moment für solche persönlichen Nachfragen, vor allem nicht in einem so öffentlichen Rahmen.
      Ein Stück weit konnte ich sogar den Vater verstehen. Vielleicht war es sein Wunsch, die Hochzeit seines Sohnes noch miterleben zu dürfen, vielleicht sehnte er sich nach Enkelkindern oder wünschte sich schlicht Sicherheit – die Garantie, dass Edward eine Frau an seiner Seite hatte, die gesellschaftlich „passte“. Jemand mit dem richtigen Hintergrund, mit dem richtigen Auftreten. Ich hingegen war niemand, den Frauen ansahen oder für mehr als einen Moment wahrnahmen. Ich hatte nichts zu bieten. Weder besaß ich Charme noch gutes Aussehen, und von Reichtum ganz zu schweigen, ich hatte schon Mühe, für mich selbst zu sorgen.
      Seine nächste Frage riss mich aus meinen Gedanken. Es dauerte einen Moment, bis ich verstand, worauf er hinauswollte. Mein verwirrter Blick musste Bände gesprochen haben, und meine gehobenen Augenbrauen verrieten wohl, dass es bei mir erst langsam Klick machte.
      „Uh... nein. Also, nein im Sinne von: Da ist niemand“, antwortete ich schließlich und zuckte mit den Schultern. Mein Blick richtete sich nach vorn, meine Finger verschränkten sich unbewusst ineinander. „Ich hatte nie wirklich Zeit dafür. Ich musste rund um die Uhr gearbeitet.“
      Die letzte Beziehung, wenn man das überhaupt so nennen konnte, lag weit zurück, in der Mittelstufe. Ein paar Monate vielleicht, in einer Zeit, in der ich bereits Nebenjobs übernehmen musste. Danach hatte ich nie wieder jemanden an meiner Seite. Ich war überzeugt, dass allein durch diesen Satz deutlich wurde, dass ich nie eine ernsthafte Beziehung geführt hatte. Deshalb war ich vermutlich auch der Letzte, bei dem man sich Rat in solchen Dingen holen sollte. Ich hatte keine Ahnung von Beziehungen.
      Edwards vorherige Aussage, dass er nicht für Beziehungen gemacht sei, verstand ich daher nicht ganz. Ich hingegen konnte es mir leicht erklären. „Ich kann auch nichts anbieten“, sagte ich nun ehrlich und sah ihn dabei an. Wieder zuckte ich mit den Schultern, als wolle ich die Bedeutung meiner Worte abmildern. Hatte es mich jemals traurig gemacht, niemanden zu haben? Es gab Momente, in denen ich mir wünschte, dass jemand zu Hause auf mich wartete: jemand, bei dem ich zur Ruhe kommen konnte. Jemand, bei dem ich nicht funktionieren musste. Aber meistens war ich so sehr in Arbeit vergraben, dass kein Raum für solche Gedanken blieb.
      Sicherlich entsprach mein Leben nicht dem, was meine Eltern sich für mich erhofft hatten. Ich war noch jung, ja, aber ich wusste, dass meine Mutter sich gewünscht hätte, dass ich jemanden an meiner Seite hatte. So wie sie damals meinen Vater hatte – und mich – als sie krank wurde. Wir hatten uns um sie gekümmert, gemeinsam, und dafür hatten wir beide viel arbeiten müssen. Vielleicht wünschte sie sich nun, dass auch ich nicht allein durchs Leben ging.
      Ich wusste nicht genau, ob es an dem Gespräch lag oder daran, dass ich über so persönliche Dinge gesprochen hatte, aber plötzlich war die Wärme wieder zurück in meinem Kopf. Mein Herzschlag fühlte sich schwer in meiner Brust an, und leichte Kopfschmerzen machten sich breit. Ich schob es auf die Situation – auf die Nähe, auf das Thema, auf die Tatsache, dass ich jemandem Dinge offenbart hatte, die ich sonst für mich behielt.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Ich wusste nicht wieso, aber auf eine Art und Weise war ich ein bisschen erleichtert, dass Castiel wohl niemanden hatte. Auch wenn ich es mir fast gedacht hatte, aber man konnte ja nie wissen. Ich hörte, dass manche doch die Fernbeziehung ausprobierten. Nur verstand ich den Sinn einer derartigen Behiehung nicht. Wenn man sich so selten sehen konnte, konnte man es doch gleich lassen. Wieso nur spürte ich diese Erleichterung in meinem Körper? Ich hatte schon öfter irgendwelche Hirngespinnste in meinem Kopf und war mir nicht ganz sicher, wie sie da überhaupt hingekommen waren. Und um ehrlich zu sein, machten sie mir Angst. Denn sie hatten nicht das Recht da zu sein und vorallem störten sie mich bei der Arbeit.
      Ich hatte gar nicht soo viel Zeit, weiter darüber nachzudenken, als mir ein Satz an die Ohren gelangte, der mich stutzig werden ließ. Wenn er wüsste. Er konnte seine Stärken nicht sehen und das brachte mir Unbehagen. Er wusste nicht, was für ein toller Mensch er war, der viel beobachtete und dementsprechend handelte. Er dachte zuallererst immer an seine Mitmenschen, ehe er an sich selbst dachte. War ordentlich und hilfsbereit und machte seine Aufgaben immer gewissenhaft. Teilweise machte er ja sogar mehr als er sollte. Er war interessiert an seine Mitmenschen und auch wenn ihm etwas nicht behagte, war er stets freundlich zu ihnen, um ja keinen Ärger zu machen. Er hatte einiges auf dem Kasten.
      Um uns herum wurde es dunkel und der Gastgeber dieser Gala erschien auf der Bühne, mitten in einem Lichtkegel, damit ihn ja jede Person hier im Raum gut sehen konnte. Doch diesen einen Satz wollte ich nicht so stehen lassen, weshalb ich die Rede für eine einzige Bemerkung ignorierte.

      "Du irrst dich, Castiel. Du hast eine Menge zu bieten, um die dich manch einer beneiden könnte.", murmelte ich leise, ehe ich in den Applaus miteinging und wie alle anderen aufstand. Aus den Augenwinkel beobachtete ich Castiel, doch sah er grade nicht allzu gut aus. Hm, dass war sicher die Erschöpfung. Wir sollten, sobald alles erledigt war, wieder nach Hause fahren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kiba ()

    • Ich wandte meinen Blick nach vorn, als ich bemerkte, wie sich die Umgebung verdunkelte und der Beginn der Rede angekündigt wurde. Auch wenn ich wenig mit dem Thema der Gala zu tun hatte, war es dennoch möglich, etwas aus der heutigen Veranstaltung mitzunehmen. Vielleicht würde ich später sogar den einen oder anderen wiedersehen. Nicht, dass ich mich an Namen oder Hintergründe der Personen erinnern könnte, aber zumindest hätte man dann ein Gesprächsthema.
      Doch mein Fokus blieb nicht bis zum Ende bei der vortragenden Person, denn Edward machte plötzlich eine überraschende Bemerkung. Ich hätte nie gedacht, dass er mir so etwas jemals sagen würde – oder überhaupt jemand. Ich konnte seine Sichtweise nicht nachvollziehen. Warum sollte man mich in irgendeiner Weise beneiden?
      Mein ganzes Leben lang musste ich kämpfen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Ich war nie gut genug, um etwas zu finden, das mir eine bessere Bezahlung einbrachte. Es war nicht so, dass ich es nicht versucht hätte. Aber immer, wenn es um besser bezahlte Stellen ging, wurde ich abgelehnt. Offenbar hatte man mir nicht die nötige Kompetenz zugetraut. Was also sah Edward in mir, das andere nie gesehen hatten?
      Doch das war ein zu intimes Thema, um es in diesem Moment oder generell anzusprechen. Es war mir peinlich. Und außerdem wurden die Kopfschmerzen und das dumpfe Wattegefühl in meinem Kopf immer stärker. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Das Letzte, was ich wollte, war unangenehme Aufmerksamkeit oder eine Szene. Wir waren schließlich gerade erst angekommen. Nun schon um eine Pause zu bitten, obwohl erst eine Rede gehalten worden war, kam für mich nicht infrage.
      Also nahm ich das Glas und trank es mit einem Zug leer. Vielleicht würde es helfen, meinen Kopf ein wenig zu klären.
      Ich ahmte die anderen Gäste nach und klatschte höflich Beifall. Ohne große Unterbrechung folgte sogleich die nächste Rede, diesmal von einer anderen Person. Im Augenwinkel sah ich, wie eine Dame sich durch die Reihen bewegte, die Tische abging und die leeren Gläser durch halbe, frische ersetzte, so auch mein Glas.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Castiel ging auf meine Bemerkung nicht weiter ein und das war okay so. Er hatte es gehört und das war mir wichtig. Vielleicht war es sogar fast besser so, bevor dieses Gespräch noch ausartete und womöglich Wörter fielen, die hier nicht hingehörten.
      Es folgte Rede für Rede und ich selbst merkte, wie meine Konzentration nachlies. Es war wirklich anstrengend, nach so einem Arbeitstag auch noch hier Abends zu sitzen und zu zuhören. Ich verkniff mir ein Gähnen und sah wieder zu Castiel, mit dem ich mich viel lieber unterhalten würde. Denn er war wesentlich interessanter als die Gala. Auch wenn ich diesen Gedanken eigentlich gar nicht haben sollte. Ich sah, wie sein Glas bereits leer war und er von einer Bedienung schon ein Neues gereicht bekam. Nun war ich doch ziemlich verwundert. Denn meines Erachtens nach mochte er das Getränk gar nicht. Trotzdem war es leer und er sah auch überhaupt nicht gut aus.

      "Castiel? Geht es dir gut? Du bist sehr blass."fragte ich ihn und aus Reflex legte ich meine Hand an die Stirn. Sie war brühend heiß und ich fragte mich gerade, wie es passieren konnte, dass ich nichts gemerkt habe? Ich war wirklich entsetzt über mich selbst. Ich rief eine Kellnerin zu mir und sagte ihr hinter vorgehaltener Hand, dass mir was sehr Wichtiges, Familiäres dazwischen gekommen war, worauf sie nickte, um es weiter zu geben.

      "Steh auf. Wir gehen.", sagte ich kurz und drückte ihn sanft vor mir her, damit ich ihn besser im Blick hatte. Nicht, dass er noch zusammenbrach.
      Am Auto angekommen, machte ich den Sitz des Beifahrers nach hinten, so dass er halb darin lag als zu sitzen.
      "Steig ein.", wies ich an und ging dann auf die andere Seite, um selbst einzusteigen. Dann lehnte ich mich über ihn, um mir den Anschnallgurt zu nehmen und ihn anzuschnallen.
      "Mach ruhig die Augen zu.", sagte ich leise, startete den AMG und fuhr Richtung Anwesen.
    • Das Glas in meiner Hand war kühl, beinahe erfrischend gegen die warme Haut meiner Finger. Für einen Moment verspürte ich das Bedürfnis, es einfach gegen meine Stirn zu pressen, in der Hoffnung, etwas Linderung zu finden. Doch ich wusste, wie unangebracht das in einer solchen Umgebung wirken würde. Also beließ ich es dabei, trank einen Schluck und hoffte, dass die Kälte der Flüssigkeit mir half, den dichten Nebel in meinem Kopf zu lichten.
      Das Wattegefühl wurde nicht unbedingt besser, aber ich bildete mir ein, dass meine Sinne sich wenigstens etwas veränderten. Vielleicht klarer, vielleicht einfach nur anders.
      Edward sprach mich an, doch ich reagierte erst, als ich plötzlich etwas Kühles auf meiner Stirn spürte. Die Berührung ließ mich kurz zusammenzucken. Mein Blick wanderte überrascht zur Seite. Seine Nähe traf mich unvorbereitet und ließ meine Gedanken für einen Moment stillstehen. Ich konnte nicht sofort auf seine Frage antworten, zu überrumpelt von der Situation. Sah ich wirklich so blass aus? Vielleicht war es nur die Beleuchtung, vielleicht bildete er sich das auch nur ein.
      Seine Stimme rief nach einer Kellnerin, doch ich verstand nicht ganz, warum. Ich war zu langsam, um zu begreifen, was gerade geschah. Als er mir sagte, ich solle aufstehen, tat ich es wie im Nebel. Ohne einen klaren Gedanken ließ ich mich von ihm führen. Noch bevor ich verstand, was vor sich ging, saß ich auf dem Beifahrersitz seines Autos.
      Ich blinzelte mehrfach und sah zur Seite, als sich die Fahrertür öffnete und Edward einstieg. Verwundert wandte ich mich ihm zu. „Aber… wieso? Es hat doch gerade erst angefangen?“, fragte ich leise und ließ meinen Blick durch das Fenster schweifen, wo draußen die hellen Lichter der Gala im Dunkel funkelten. Ich öffnete den Mund, wollte etwas sagen, doch kein Gedanke formte sich. Mein Kopf war leer, ein einziger stiller Nebel.
      Als ich mich ihm erneut zuwandte, erschrak ich wieder ein wenig, als mir seine Nähe bewusst wurde. Die plötzliche Wärme, die mir ins Gesicht schoss, konnte ich nicht unterdrücken. Doch es schien ihn nicht weiter zu kümmern. Ohne ein weiteres Wort startete er den Motor.
      „Aber… wieso?“, fragte ich erneut, meine Stimme ein Hauch im Inneren des Wagens. Ich lehnte mich zur Seite und drückte meine Stirn leicht gegen das kühle Autofenster. War ich betrunken? Nein, nicht wirklich. Vielleicht ein wenig angetrunken. Es waren nur zwei Gläser gewesen, doch ich trank selten, fast nie. Dazu kam, dass ich ohnehin nicht viel vertrug. Vielleicht war es auch einfach nur dieses eigenartige Gefühl im Kopf, das mich so reagieren ließ. Diese Mischung aus Watte und Schweigen, aus Fragen und keiner einzigen Antwort. "Habe ich was Falsches gemacht?", murmelte ich vor mich hin, nicht verstehend wieso wir die Gala vorzeit verlassen hatte. Doch ein Teil von mir empfand Erleichterung, denn da wo er es ansprach, fühlte ich mich ein wenig müde, auch wenn ich es nicht zugeben wollte. Viel mehr interessierte es mich, wieso wir die Gala verlassen hatten. Bisher war alles gut verlaufen.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Ich sagte erst kein Wort, da ich immer noch in Gedanken war und mich gleichzeitig auf die Straße konzentrierte. Wie konnte ich nicht merken, dass es ihm schon die ganze Zeit schon schlecht ging? Ich hätte ihn gar nicht erst mitnehmen sollen. Wäre er einfach Zuhause geblieben, hätte er sich ausruhen können. Dann wär ich notfalls alleine zur Gala gefahren. Nein.... was dachte ich denn da? Ich kann ihn dann doch unmöglich allein lassen. Ich seufzte leise. Ich war so ein Hornochse.
      Erst als sein Gemurmel an meine Ohren drang, erwachte ich aus meinem Gedankengang und summte leise.

      "Ja und nein. Dein Auftreten auf der Gala war super. Du wirktest sehr souverän und hast sogar Kunden angelockt. Aber, und da ärgere ich mich eigentlich eher über mich selbst, du hast kein Ton gesagt, dass es dir nicht gut geht und ich hab nicht einmal was gemerkt. Mich hatte es schon gewundert, dass du mehr als ein Glas ausgetrunken hast, obwohl du letztens noch gesagt hast, dass du Alkohol nicht magst. Ich wurde stutzig und habe deine Stirn gefühlt. Und ich hab richtig gelegen. Du wirst in den nächsten Stunden das Bett hüten. Meine Mitarbeiter haben Zuhause zu bleiben, wenn sie Fieber haben oder überhaupt krank sind. Mach ruhig deine Augen zu und schlaf ein bisschen.", erklärte ich ihm, in der Hoffnung, dass er es jetzt auch tat. Er hatte grad eh keine andere Möglichkeit.
      Zuhause im Anwesen angekommen, parkte ich den AMG direkt vor der Tür und stieg aus. Einmal um den Wagen herum stand ich nun vor der Beifahrertür und öffnete auch diese. Ich beugte mich über ihn, um ihn abzuschalten, ehe ich unter ihn griff, um ihn aus dem Auto zu holen. Meine Hände hielten ihn an den Beinen, sowie am Rücken und zusammen gingen wir zum Haus. Etwas umständlich öffnete ich mit dem Schlüssel die Tür, kam dann aber doch rein und brachte ihn aus Gewohnheit in mein Schlafzimmer. Behutsam legte ich ihn aufs Bett, zog ihm Schuhe sowie Jacket und Krawatte aus und deckte ihn zu. Ich wollte nicht zu weit gehen. Vielleicht war es ihm auch unangenehm.

      "Schlaf jetzt. Ich mach den Rest schon.", sagte ich sanft, holte Handtuch und Wasser und ein Fieberthermometer. Ich machte das Handtuch nass und legte es gefaltet auf seine Stirn, während ich gleichzeitig seine Temperatur misste. 39,5°C. Das würde eine anstrengende Nacht werden...
    • Edward beantwortete meine Frage, doch obwohl ich wusste, dass das, was er sagte, wichtig war, konnte mein Gehirn die Worte nicht verarbeiten. Sie drangen in das eine Ohr hinein und verließen es gleich darauf durch das andere wieder. Nur der letzte Satz blieb in meinem Bewusstsein hängen. Schlafen, das klang gut. Ich schloss meine Augen und versuchte, seinem Rat zu folgen. Ganz einschlafen konnte ich jedoch nicht. Die Müdigkeit saß tief in meinen Knochen, und mein Geist war träge, aber mein Kopf blieb wach.
      Wie viel Zeit verging, wusste ich nicht. Vielleicht hatte Edward noch etwas gesagt, vielleicht auch nicht. Der nächste klare Moment kam, als ich plötzlich spürte, wie mein Körper angehoben wurde. Benommen öffnete ich die Augen, mein Blick war verschwommen, und es dauerte, bis ich verstand, was geschah. Edward trug mich. Er trug mich tatsächlich ins Haus. Mein Chef.
      Panik stieg in mir auf. Ich wollte mich wehren, wollte etwas sagen, doch mein Körper war wie gelähmt. Ich konnte mich nicht aufraffen, ihn aufzuhalten. Also ließ ich es über mich ergehen, bis mein Rücken schließlich eine weiche Matratze berührte. Das war nicht mein Zimmer – das war das Erste, was mir auffiel. Ich zog die Augenbrauen zusammen. Das Licht war grell, unangenehm, also schloss ich die Augen für einen Moment.
      Morgen, dachte ich. Morgen muss ich mich unbedingt bei ihm entschuldigen. Und rechtzeitig aufstehen. Mein Wecker war allerdings noch in meinem Zimmer. Den würde ich später holen.
      Als ich meine Augen wieder öffnete, spürte ich etwas Kühles auf meiner Stirn. „Was…?“ murmelte ich und griff reflexhaft danach. Ein feuchter Lappen, angenehm kühl. Ich verstand nicht, warum er nicht einfach ging. Ich konnte ihn nicht hier bei mir haben. Es war seltsam genug, dass er mich hergebracht hatte, aber dass er sich jetzt noch um mich kümmerte?
      „Ich kann das schon allein“, murmelte ich und atmete tief aus. Morgen würde es sicher besser sein, wenn ich gut schlief. Es war schlimm genug, dass wir die Gala vorzeitig verlassen hatten, aus welchem Grund auch immer. Doch nun auch noch morgen nicht zur Arbeit zu erscheinen, das konnte ich mir nicht leisten. Nicht so kurz nach meiner Einstellung.
      Auch wenn ich in der Vergangenheit krank gewesen war, war ich dennoch immer zur Arbeit erschienen. Das sollte auch diesmal kein Problem sein. "Mach dir keine Sorgen", murmelte ich nur vor mich hin und war für die angenehme Kälte auf meiner Stirn dankbar.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • "Es hilft dir gegen dein Fieber.", antwortete ich und ließ den Eimer mit dem kalten Wasser neben mir stehen. Ich wusste auch nicht, wieso ich das ganze überhaupt tat. Aber irgendwie fühlte ich mich verpflichtet dazu. Es mag sich für ihn etwas komisch anfühlen, aber wenn er hier so schnell wie möglich wieder raus wollte, musste er ja auch schnell wieder gesund werden. Ich hoffte nur, dass das Fieber nicht noch höher stieg. Dann war es besser, wenn er im Krankenhaus behandelt wurde.

      "Nichts kannst du. Wenn du im Bett liegst, kannst du ja wohl schlecht noch dafür sorgen, dass dein Fieber runtergeht.", ermahnte ich. Ich musste dafür sorgen, dass er im Bett blieb. Es war Wochenende. Also hätte er ohne schlechtes Gewissen genug Zeit, sich zu erholen.
      Ich seufzte und sah zu ihm, wie er die Augen schloss. Das Dumme war: Ich machte mir aber Sorgen. Wer weiß, wie lange er das schon mit sich rumschleppte, ohne dass ich was gemerkt habe? Hab ich ihn zu sehr überfordert? Dabei hatte ich doch immer darauf geachtet, dass er seine Pausen einhielt. Ich fühlte mich schuldig.
      Ich nahm ein neues Tuch, um es in das kalte Wasser zu tauchen, ehe ich die beiden Tücher auf seiner Stirn eintauschte.

      "Schlaf ein bisschen. Ich hole dir etwas Wasser.", somit stand ich auf und ging in die Küche, wo ich aus dem Kühlschrank eine Flasche Wasser holte und etwas in ein Glas goss. Gleichzeitig goss ich auch etwas Wasser aus den Wasserhahn in den Wasserkocher und ließ das Wasser erhitzen.
      Ob er sich wohl fühlte hier? Vielleicht stresste ihn das alles hier zu sehr. Vielleicht war es weniger der Job, sondern eher die Umgebung, die ihn störte. Vielleicht hatte ich mir auch was eingebildet und ich zwang die Menschen zu etwas, was sie gar nicht wollten.
      Der Piepton des Wasserkochers holte mich wieder in die reale Welt zurück und holte mich aus der Starre. Schnell holte ich noch eine Tasse mit einem Teebeutel und goss dann das heiße Wasser in die Tasse. Diese stellte ich auf ein Tablett, ebenso wie das Glas und noch Tabletten, falls er die bräuchte, und nahm dieses dann wieder mit ins Schlafzimmer zu Castiel. Er wird es sicher brauchen, wenn er wach wird. Noch einmal wechselte ich das Handtuch, ehe ich mich dann auf einen Stuhl setzte, um mich auszuruhen. Schließlich muss das Handtuch zwischendurch gewechselt werden. Dabei merkte ich aber nicht, dass ich selbst einschlief.
    • Die Worte, die Edward zu mir sagte, nahm ich nur mit halbem Ohr wahr. Ich war zu sehr im Halbschlaf, als dass ich ihre Bedeutung wirklich erfassen konnte. Doch obwohl mein Körper müde war, fand ich keinen tiefen Schlaf. Irgendetwas hielt mich wach. Ich konnte es nicht genau benennen, aber ein Gefühl hatte mich aus der Ruhe geholt.
      Benommen öffnete ich die Augen und blickte mich im Raum um. Edward hatte seine Augen geschlossen. Ein perfekter Moment, um mein Handy zu holen, dachte ich mir. Mit Mühe richtete ich mich auf und fragte mich im Stillen, ob die Decke schon immer so schwer gewesen war.
      Vorsichtig und auf leisen Sohlen verließ ich das Zimmer. Es dauerte eine Weile, bis ich mich im Dunkeln zurechtfand. Schließlich erreichte ich mein Zimmer und tastete nach dem Lichtschalter. Als ich das Licht anschaltete, musste ich die Augen zusammenkneifen – die Helligkeit schmerzte, und die Kopfschmerzen flackerten erneut auf.
      Ich ging zum Nachttisch und griff nach meinem Wecker. Doch in dem Moment, als ich ihn einschalten wollte, hielt ich inne. Mein Blick verlor sich für einen Moment, Gedanken kreisten, und plötzlich fiel der Groschen. Morgen war gar kein Arbeitstag.
      Ich ließ den Wecker seufzend auf mein Bett fallen, fuhr mir mit den Händen übers Gesicht und atmete tief durch. Ich hatte mir völlig unnötig Sorgen gemacht.
      Leise kehrte ich zurück ins andere Zimmer und sah Edward schlafen. Mein Blick glitt zur Decke, die halb von meinem Bett gerutscht war. Ich schüttelte leicht den Kopf und konnte mir ein Lächeln kaum verkneifen. Da lag er, hatte mich von der Gala geholt, mir Wasser hingestellt und war dann selbst eingeschlafen.
      Es war ein anstrengender Tag gewesen, das konnte ich ihm nicht verdenken. Ich war ohnehin nicht stark genug, um ihn zu wecken, also nahm ich vorsichtig die Decke und legte sie ihm über. So würde er wenigstens in der Nacht nicht frieren.
      Mit einem leisen Seufzen nahm ich eine Tablette, trank einen Schluck Wasser und legte mich zurück auf meinen Platz. Mir war ohnehin warm genug, da störte es mich nicht, ohne Decke zu liegen.
      Ich drehte mich auf den Rücken, tastete mit der Hand nach dem feuchten Lappen und legte ihn mir selbst auf die Stirn. Vielleicht würde ich nun endlich Schlaf finden.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Ich bekam nicht mit, wie Castiel aufstand und durchs Haus tigerte, sonst hätte ich ihn definitiv davon abgehalten und dafür gesorgt, dass er sich ausruhte. Irgendwann in der Nacht wurde ich wach und merkte, dass die Decke nun bei mir lag und er da ohne auf dem Bett ruhte. Erst war ich verwirrt, fand es jedoch besser, wenn er die Decke hatte. Schließlich konnte er sich noch eine Erkältung holen, wenn sein Körper eh schon damit beschäftigt war, den Krieg in seinem Körper zu gewinnen. Er konnte nicht wissen, dass mein Körper zum Schlafen nur mit einer Hose bedeckt war. Es war also warm genug hier. Er dachte sicher, ich würde frieren. Dass er das überhaupt machte, wunderte mich. Er könnte doch genauso gut selbstsüchtig sein und sich zudecken. Vorallem weil ich es wichtig fand, dass er sein Fieber aus schwitzte. Ich deckte ihn also wieder zu und wechselte das Handtuch, um seine Stirn zu kühlen. Langsam und vorsichtig setzte ich mich an den Rand des Bettes und sah zu ihm. Wenn er schlief, sah er wirklich friedlich aus. Wie von selbst bewegte sich mein Arm und meine Hand strich ganz zart über seine Wange. Sein Haut war wirklich sehr weich und hell. Manch eine Frau könnte ihn wirklich dafür beneiden. Ich spürte ein Verlangen in mir, doch ich unterdrückte es. Ich wusste nicht mal, was ich verlangte. Und mir gestattete es auch gar nicht. Ich musste mich auf die Firma konzentrieren. Das sollte das einzige Verlangen sein, welchem ich nachgehen sollte. Eine leises Seufzen entglitt meinen Lippen und ich legte meinen Kopf auf die Matratze vor mir. Ich hatte aus dem Affekt heraus gehandelt und ihn einfach hier hingelegt. Mein Schlafplatz blieb somit aus. Das wird mein Körper sicherlich noch rächen, wenn ich auf dem Stuhl schlafe. Also musste ich das hier auskosten und es genießen. Aber wirklich nur kurz.
    • Ich wusste nicht, wovon ich geträumt hatte. Alles war wirr und verschwommen, und offenbar war der Traum nicht besonders bedeutend, wenn ich mich schon jetzt nicht mehr daran erinnern konnte. Doch die Wärme, die meinen ganzen Körper erfüllte, blieb bestehen. Selbst im Traum hatte ich das Bedürfnis, meine Kleidung auszuziehen, doch ich hatte keine Kontrolle darüber und ließ mich einfach von den wirren Bildern treiben.
      Ich hatte keine Ahnung, wie spät es war, als ich schließlich aufwachte. Die Vorhänge waren zugezogen, aber ein schmaler Lichtstrahl drang durch den Spalt zwischen den Stoffbahnen und bahnte sich den Weg ins Zimmer. War schon der nächste Tag angebrochen?
      Mit Kopfschmerzen und bleischweren Gliedern setzte ich mich langsam auf. Eine Decke lag über mir. Hatte ich sie nicht Edward gegeben? Vielleicht hatte ich das auch nur geträumt. Ich fuhr mir mit den Händen über das Gesicht, während mir auffiel, wie warm mir immer noch war.
      Mein Blick wanderte zu Edward. Er saß zusammengerollt am Rand des Bettes und schlief friedlich. Der Anblick war seltsam vertraut und gleichzeitig unerwartet. Wer hätte gedacht, Edward einmal so zu sehen – in aller Ruhe an einem Bett sitzend, mit entspanntem Gesichtsausdruck. Ich fragte mich, warum er gerade dort schlief und sich nicht ein bequemeres Plätzchen gesucht hatte. Vielleicht war er einfach zu müde gewesen und hatte es nicht mehr woanders hingeschafft.
      Trotz allem war es ein friedliches Bild. Es wirkte fast surreal, ihn so entspannt zu sehen. Er schien zugänglicher, fast freundlich – ein Eindruck, den ich sonst selten von ihm hatte. Ich musste ein wenig über mich selbst schmunzeln, denn selbst im Schlaf war er auf eine stille Art beeindruckend. Ich schüttelte rasch den Kopf, um meine Gedanken wieder zu ordnen.
      Ich fragte mich erneut, wie es sein konnte, dass niemand an seiner Seite war. Natürlich hatte er mir das eine oder andere darüber erzählt, aber ganz durchgestiegen war ich aus seinen Erklärungen nie. Und letztlich war es auch nicht meine Aufgabe, darüber zu urteilen. Schon jetzt war es mehr, als ich erwartet hatte, dass mein Chef sich überhaupt so um mich kümmerte. Etwas, das ich bisher nicht kannte.
      Normalerweise lag ich alleine krank im Bett, schleppte mich zum Supermarkt für ein wenig Essen und Medikamente und kam dann zurück in eine leere Wohnung. Es gab niemanden, der sich um mich kümmerte oder an den ich mich hätte anlehnen können. Jetzt jemanden an meiner Seite zu wissen, fühlte sich ungewohnt an. Aber es hinterließ auch ein eigenartiges, warmes Gefühl in mir. Etwas, das ich nicht so recht einordnen konnte, aber es berührte mich.
      Langsam hob ich die Hand, um ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht zu streichen. Doch noch bevor ich ihn berühren konnte, hielt ich inne. Es wäre vermutlich nicht angemessen, meinem Chef gegenüber so vertraut zu sein. Stattdessen räusperte ich mich leise und tippte ihn vorsichtig an.
      Eigentlich wollte ich ihn gar nicht wecken. Aber ich fand, er sollte lieber richtig schlafen – in einem Bett, anstatt so zusammengerollt am Bettrand. Da ich ohnehin wach war, auch wenn ich mich noch nicht vollständig erholt hatte, konnte ich ruhig wieder in mein eigenes Zimmer zurückkehren. Ich fragte mich kurz, warum ich überhaupt in diesem Bett lag. Vielleicht war ich ihm einfach zu schwer gewesen, um mich bis in mein Zimmer zu tragen. Gut möglich.
      „Hey, schlaf lieber im Bett“, sagte ich leise und rüttelte ihn sanft an der Schulter.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Ich war doch tatsächlich wieder eingeschlafen, was gar nicht meine Absicht war. Ich hatte vorgehabt, wach zu bleiben, um immer mal wieder das Handtuch zu wechseln. Aber anscheinend hat mich der Schlaf dann doch übermannt.
      Ich spürte ein Rütteln und völlig aus dem Schlaf gerissen wurde ich wach. Ich brauchte einen kurzen Moment, ehe ich mich aufrichtete und blinzelte, um wach zu werden.

      "Ich bin wach, ich bin wach. Ich hab nicht geschlafen.", sagte ich schnell und sah zu Castiel rüber, der mich ebenfalls ansah. Er war also schon vor mir wach gewesen. Wie unangenehm. Nur blieb jetzt keine Zeit, zu faulenzen.

      "Brauchst du irgendwas? Hast du Schmerzen? Hier sind Schmerztabletten und Wasser. Ich gehe in die Küche und mache dir nochmal neuen Tee. Leg dich ruhig wieder hin.", sagte ich und stand nebenbei auf. Ich holte das Fieberthermometer um nochmal zu messen. Einen kleinen Moment später zeigte es mir auch schon eine Zahl an. 37,9°C. Schon viel besser. Zum Glück. Trotzdem sollte er sich noch ausruhen.
      "Hast du Hunger? Wir haben gesternabend nichts mehr gegessen. Ich werd uns eine Kleinigkeit machen.", sagte ich noch und räumte ein paar Kleinigkeiten zusammen.

      In der Küche angekommen, fing ich an, einen neuen Tee zu kochen, sowie das Frühstück fertig zu machen. Der Magen musste ziemlich leer sein. Gestern sind wir dazu nicht mehr gekommen. Das zerrt natürlich ganz schön an der Energie im Körper. Vielleicht sollte ich ein bisschen mehr machen als gewöhnlich.