Tessa lauschte in dir frühe Nacht hinein. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal einfach nur dagesessen und die Welt um sich herum betrachtet hatte. Vor ihr erstreckte sich der Zirkus Magica mit einem zarten Lichtermeer. Der prächtige Vorplatz vor dem großen Zelt leuchtete heller als alle anderen Orte. Girlanden mit kleinen Glühbirnen in allen möglichen Farben säumten die Buden und Stände, die für heute ihre Türen schlossen, und schlängelten sich bis zum höchsten Punkt des Zirkuszeltes empor. Tessa folgte dem flackern einfach gehaltener Öllampen und Fackeln, die zwischen den Zelten und Wagen en wenig Licht in die Dunkelheit brachten. Es war nicht das erste Mal, dass ihr diese Unterschiede auffielen. Manche Ecken und Winkel des Zirkus Magica wirkten wie aus unterschiedlichen Jahrhunderten zusammengewürfelt und Vergangenheit traf auf Gegenwart.
Sie führte die Hände vor ihr Gesicht und blies etwas warmen Atem, der in weißen Wölkchen ihren Lippen entkam, gegen die kühlen Finger. Sie fror nicht, zumindest nicht wirklich. Ein Kokon aus Mantel und Decken würde sie für eine Weile noch wunderbar warmhalten. Ganz langsam glitt ihr Blick zum Horizont, dort, wo die Lichter der Stadt zu später Stunde funkelten. Es war jedes Mal ein kleiner Abschied, wenn sie auf dem Dach ihres Wagens saß und dabei zusah, wie die Menschen nach und nach die Lichter in den Fenstern löschten, sobald es Zeit war, schlafen zu gehen. Für Tessa tickten die Uhren mittlerweile anders.
Unerwartet ertönte ein Klopfen von unten. Wer konnte das nur sein? Es war spät und viele waren bereits zu Bett gegangen.
Tessa drückte ihre kühlen Fingerspitzen gegen das Schmunzeln auf ihren Lippen.
Ja, wer konnte das nur sein?
„Hier oben“, antwortete sie und eine kurze Stille folgte.
Das Grinsen auf ihrem Gesicht wurde noch breiter während sie sich den verwunderten Gesichtsausdruck ausmalte. Es rüttelte leicht an dem Wagen, als sich Chester in die Höhe zog. Bei ihm sah es ganz leicht aus. Sie wusste ja, dass Chester nicht immer nur als Zirkusdirektor in der Manege gestanden.
"Was machst du denn hier oben? Wenn dir der Wagen zu klein ist, wird uns bestimmt was einfallen.“
„Die Aussicht genießen“, gluckste Tessa und schüttelte ganz leicht den Kopf ehe sie den Blick wieder. „Ich komme gerne hierauf, wenn mir…ähm…alles ein bisschen zu eng wird. Es erinnert mich daran, dass unsere kleine Welt nicht am Tor endet. Früher haben wir das auch gemacht. Wir sind auf das höchste Dach geklettert und haben uns ausgemalt, wie die Welt da draußen wohl ist. Jake, Rosie und ich.“
Das wenige Licht, das sie auf dem Dach erreichte, warf tanzende Schatten auf sein Gesicht, doch das Lächeln darauf war unverkennbar.
Es wärmte Tessa von innen heraus.
"Das war ein toller Auftritt. War gar nicht so schwierig, wenn man es einmal gemacht hat, oder? Wie hat es sich angefühlt?"
„Als müsste ich Owl jeden Moment vor die Füße kotzen…“, lachte Tessa und schob dann ein genuscheltes T’schuldige für ihre Wortwahl hinterher. „Ehrlich gesagt, kann ich noch gar nicht richtig begreifen, was heute Abend eigentlich passiert ist.“
Tessa lehnte sich zurück, erst auf die Ellbogen und legte sich dann gänzlich auf den Rücken. Mit den Füßen hatte sie auf dem leicht schrägen Dach genug Halt und winkelte dafür die Knie etwas an. Nachdenklich aber mit einem glücklichen Lächeln sah sie in den Sternenhimmel empor. Keine Wolke verdeckte das Funkeln abertausender von Sternen und deshalb war es heute auch noch einmal so kalt geworden. Das wusste Tessa noch von früher. Sternenklare Nächte waren immer ganz besonders kalt. Sie legte eine Hand über ihren Bauch.
„Mein Bauch kribbelt immer noch“, murmelte Tessa und konnte dieses dämliche Grinsen einfach nicht abstellen. „Es war furchteinflößend, aufregend und…Mein Herz hat so laut und schnell geklopft. Tut es immer noch. Trotzdem fühle ich mich irgendwie…ähm…leichter. Es fühlt sich an als könnte ich die Arme ausbreiten und fliegen.“
Und genau das tat Tessa. Sie breitete die Arme weit zu beiden Seiten aus und lachte.
Als es wieder still wurde, drehte sie den Kopf zur Seite und sah zu Chester hoch.
„Geht es Jamie gut? Er hätte das nicht machen müssen. Wenn er sich wirklich etwas getan hätte…“
Sie führte die Hände vor ihr Gesicht und blies etwas warmen Atem, der in weißen Wölkchen ihren Lippen entkam, gegen die kühlen Finger. Sie fror nicht, zumindest nicht wirklich. Ein Kokon aus Mantel und Decken würde sie für eine Weile noch wunderbar warmhalten. Ganz langsam glitt ihr Blick zum Horizont, dort, wo die Lichter der Stadt zu später Stunde funkelten. Es war jedes Mal ein kleiner Abschied, wenn sie auf dem Dach ihres Wagens saß und dabei zusah, wie die Menschen nach und nach die Lichter in den Fenstern löschten, sobald es Zeit war, schlafen zu gehen. Für Tessa tickten die Uhren mittlerweile anders.
Unerwartet ertönte ein Klopfen von unten. Wer konnte das nur sein? Es war spät und viele waren bereits zu Bett gegangen.
Tessa drückte ihre kühlen Fingerspitzen gegen das Schmunzeln auf ihren Lippen.
Ja, wer konnte das nur sein?
„Hier oben“, antwortete sie und eine kurze Stille folgte.
Das Grinsen auf ihrem Gesicht wurde noch breiter während sie sich den verwunderten Gesichtsausdruck ausmalte. Es rüttelte leicht an dem Wagen, als sich Chester in die Höhe zog. Bei ihm sah es ganz leicht aus. Sie wusste ja, dass Chester nicht immer nur als Zirkusdirektor in der Manege gestanden.
"Was machst du denn hier oben? Wenn dir der Wagen zu klein ist, wird uns bestimmt was einfallen.“
„Die Aussicht genießen“, gluckste Tessa und schüttelte ganz leicht den Kopf ehe sie den Blick wieder. „Ich komme gerne hierauf, wenn mir…ähm…alles ein bisschen zu eng wird. Es erinnert mich daran, dass unsere kleine Welt nicht am Tor endet. Früher haben wir das auch gemacht. Wir sind auf das höchste Dach geklettert und haben uns ausgemalt, wie die Welt da draußen wohl ist. Jake, Rosie und ich.“
Das wenige Licht, das sie auf dem Dach erreichte, warf tanzende Schatten auf sein Gesicht, doch das Lächeln darauf war unverkennbar.
Es wärmte Tessa von innen heraus.
"Das war ein toller Auftritt. War gar nicht so schwierig, wenn man es einmal gemacht hat, oder? Wie hat es sich angefühlt?"
„Als müsste ich Owl jeden Moment vor die Füße kotzen…“, lachte Tessa und schob dann ein genuscheltes T’schuldige für ihre Wortwahl hinterher. „Ehrlich gesagt, kann ich noch gar nicht richtig begreifen, was heute Abend eigentlich passiert ist.“
Tessa lehnte sich zurück, erst auf die Ellbogen und legte sich dann gänzlich auf den Rücken. Mit den Füßen hatte sie auf dem leicht schrägen Dach genug Halt und winkelte dafür die Knie etwas an. Nachdenklich aber mit einem glücklichen Lächeln sah sie in den Sternenhimmel empor. Keine Wolke verdeckte das Funkeln abertausender von Sternen und deshalb war es heute auch noch einmal so kalt geworden. Das wusste Tessa noch von früher. Sternenklare Nächte waren immer ganz besonders kalt. Sie legte eine Hand über ihren Bauch.
„Mein Bauch kribbelt immer noch“, murmelte Tessa und konnte dieses dämliche Grinsen einfach nicht abstellen. „Es war furchteinflößend, aufregend und…Mein Herz hat so laut und schnell geklopft. Tut es immer noch. Trotzdem fühle ich mich irgendwie…ähm…leichter. Es fühlt sich an als könnte ich die Arme ausbreiten und fliegen.“
Und genau das tat Tessa. Sie breitete die Arme weit zu beiden Seiten aus und lachte.
Als es wieder still wurde, drehte sie den Kopf zur Seite und sah zu Chester hoch.
„Geht es Jamie gut? Er hätte das nicht machen müssen. Wenn er sich wirklich etwas getan hätte…“
“We all change, when you think about it.
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
