Clockwork Curse [Codren & Winterhauch]

    • Owl rollte mit den Augen. Manchmal war schwer zu sagen, ob Chester eine Frage absichtlich missverstand oder absichtlich mit Belanglosigkeiten antwortete. Währenddessen ließ Tessa peinlich berührt, ihre Hand sinken. Sie war ein bisschen rot um die Nase geworden und plötzlich war ihr eigener Teller fürchterlich interessant. Da hatte sie doch glatt ihre gute Kinderstube, die aufgrund der kriminellen Energie ihrer Familie ohnehin zu wünschen übrig ließ, vergessen.
      Ilias schaut sich die Kugel jedenfalls gerade an und wird sie hoffentlich reparieren. Das heißt nicht, dass der Fluch aufgehoben ist, aber das macht nichts. Wir benutzen sie einfach wie bisher, sobald sie wieder funktioniert.
      Tessa biss sich auf die Zunge, um sich nicht zum unzähligsten Mal vor allen für ihre Leichtsinnigkeit zu entschuldigen. Sie hatte nicht vergessen, wie wütend Chester gewesen war. Wütend und besorgt. Gedankenverloren starrte Tessa ihr Essen an. Sie war der Lösung um die Uhr seit dem Vorfall kein Stück weitergekommen, obwohl Chester ihr ein paar Wahrheiten offenbart hatte. Aus dem Augenwinkel betrachtete sie den Mann, den sie so sehr ins Herz geschlossen hatte und insgeheim manchmal noch fürchtete. Tessa versuchte nicht an die unheimliche Beinahbegegnung, bei der Chester auf ganz befremdliche und unheimliche Weise das Wort in sein vermeintlich leeren Schlafzimmer gerichtet hatte, zu denken. Was es damit auf sich hatte, war ihr noch immer ein Rätsel.
      “...schon eine anständige Reiterin?
      "Was?", schreckte Tessa aus ihren Gedanken auf.
      "Er will wissen, ob Luna dich aus dem Sattel geworfen hat", mischte sich Owl grinsend sein. "...er ist nur zu höflich um direkt zu fragen."
      Zwei Plätze von Tessa entfernt, prustete jemand. Vermutlich Roy.
      Tessa, dankbar für die Einmischung, weil es sie von ihrem schlechten Gewissen über den Stillstand ihrer Nachforschungen und Chester rätselhaften Verhalten ablenkte, sah zu Chester und kratzte sich leicht am Hinterkopf.
      "Ich glaube Luna und ich werden keine dicken Freunde", gab sie zu und ließ sich dieses Mal zu einem Grinsen hinreißen. "Aber sie hat mit nicht abgeworfen. Owl meint, ich könnte es morgen mal mit den Zielübungen versuchen. Erst im Stand, dann im Schritt."
      Ein kleine Nachfrage, konnte sie sich dann doch nicht verkneifen, obwohl es vielleicht nicht der richtige Ort dafür war.
      "...was ist, wenn Ilias es nicht schafft, die Kugel zu reparieren?"
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • "Aach, das wird schon noch!", sagte Chester mit typisch fröhlicher Zuversichtlichkeit. "Gib ihr ein paar Karotten und sie wird dich lieben!"
      Owl sah nicht überzeugt aus, mit dem Grinsen im Gesicht, das er sich nicht abzuwaschen schien. Aber er würde schon noch sehen, Chester würde aus Tessa eine anständige Reiterin machen.
      "...was ist, wenn Ilias es nicht schafft, die Kugel zu reparieren?", fragte selbige leiser. Chester sah sie wieder an und spießte ein Kartoffelstück auf.
      "Nun, dann werden wir erstmal keine Wahrsagerin mehr haben. Ich denke, wir steigen dann wieder auf die Karten um, das funktioniert auch recht gut."
      Er sah Jude kurz an, die nur eine unbestimmte Bewegung mit den Schultern machte. Sie würde alles mitmachen, was Chester ihr auftrug.
      "Wobei die Kugel sehr viel eindrucksvoller ist und uns von den anderen Zirkussen abhebt. Aber ich werde nichts riskieren. Die Kugel wird nicht mehr benutzt, wenn Ilias sie nicht hinbekommt."
      Er steckte sich das Kartoffelstück in den Mund, kaute und schluckte hinunter.
      "Vielleicht kann ich sie ihm verkaufen, obwohl sie verflucht nicht sehr viel hergibt. Deswegen habe ich sie überhaupt damals abgekauft. Oder ich tausche sie ein, aber ein verfluchtes Artefakt wird Ilias nur gegen ein anderes verfluchtes tauschen und dieser Fluch war ja doch sehr angenehm. So viel hat er ja nicht gemacht."
      Am Tisch war es ein bisschen ruhiger geworden, während die Leute Chester ansahen. Der machte sich von der Gefahr des Artefakts aber einfach nicht so viel wie die anderen.
      "Oder ich zerstöre sie einfach."
      Malia hielt beim Essen inne, Roy blinzelte. Jude sah zu den anderen und wieder zurück.
      "Du kannst Artefakte zerstören? Ich dachte das geht nicht."
      "Oh doch, man muss nur wissen wie."
      Er steckte sich noch ein Kartoffelstück in den Mund und sah dann in die ringsum geweiteten Augen, die ihn anstarrten. Er kaute und schluckte.
      "Ich weiß es nicht. Aber Ilias wird es wissen."

      Tatsächlich brauchte der Mann keine Tage und sogar nicht einmal die ganze Nacht. Chester war mit den anderen auf dem Rückweg vom Kantinenzelt, als Ilias ihm schon entgegen geschlendert kam. Das blaue Gewand raschelte mit seinen Schritten und er sah so ruhig wie sonst aus. Seine Kugeln klingelten bei jedem Schritt vor sich hin.
      "Ilias! Schon fertig?"
      "Ja. Gehen wir in dein Zelt?"
      "Sicher!" Er drehte sich zu den anderen um. "Gute Nacht euch!" Eine eindeutige Aussage darüber, wen er beim Gespräch dabeihaben wollte. Niemanden von ihnen.
      In seinem Zelt angekommen strebte er zuerst sein Tee-Service an.
      "Setz dich. Darf ich dir Tee anbieten? Wacholder, richtig?"
      "Das weißt du?" Ilias machte ein leicht überraschtes Gesicht, ging zum Sofa und setzte sich ordentlich. Seinen Stab lehnte er direkt neben sich an, sodass er an sein Bein lehnte. "Bist du nicht sonst so vergesslich?"
      "Ich vergesse nichts, was meine Freunde betrifft."
      Er goss das Wasser auf und kam mit zwei Tassen zum Sofa zurück. Die eine reichte er Ilias, der sie mit spitzen Fingern entgegennahm und vorsichtig daran schlürfte.
      "Hm. Guter Tee, sehr guter Tee. Da wo ich gerade herkomme, gab es nicht halb so guten Tee. Wie schön."
      Chester setzte sich und winkelte das eine Bein an, legte es auf dem Sofa ab. Er nahm keinen Schluck von seinem Tee, sondern stellte ihn gleich beiseite.
      "Also? Was ist mit der Kugel?"
      Ilias schlürfte noch einmal, schmatzte mit dem Mund nach und stellte die Tasse fein säuberlich auf den Tisch, bevor er sich zum Antworten wieder aufrichtete.
      "Nun, ich weiß nicht, wie ich das sagen soll, aber... die Kugel ist nicht kaputt."
      "Was?"
      "Sie ist noch vollständig intakt. Das Gefilde, die Grenzen, das Portal; sogar der Fluch ist noch vollständig erhalten. Ich konnte keinen Fehler erkennen."
      Chester starrte Ilias verständnislos an.
      "Aber sie ist aufgegangen. Die... die Schatten sind herausgekommen. Ich hab es ganz genau gesehen, das war keine Einbildung."
      "Das glaube ich dir, aber kaputt gegangen ist sie nicht. Was auch immer passiert ist, es hat von sich aus den Fluch aktiviert."
      Chester musste einen Augenblick darüber nachdenken. Es war Tessa gewesen, die die Kugel benutzt hatte. Und als sie sie benutzt hatte...
      Er blinzelte. Das Messer, natürlich. Tessa hatte das Messer benutzt.
      Sie hatte es ihm auch noch gesagt, hinterher. Wie hatte er das nur vergessen können?
      Er fasste sich an die Stirn.
      "Tessa hatte ihr Messer dabei, als sie mit der Kugel agiert hat. Das muss den Fluch aktiviert haben, es ist ein Artefakt. Du hast gesagt, man sollte die Kugel mit keinen Artefakten benutzen."
      "Ich hatte gesagt, dass die Kugel mit Vorsicht zu benutzen sei, ja. Dir würde ich die Nutzung mit einem Artefakt zutrauen, doch. Wenn du dort verloren gehst, findest du früher oder später den Weg wieder raus. Aber ein Normalsterblicher? Das würde ich nicht empfehlen."
      Ilias überschlug die Beine und richtete dabei sein Gewand, dass es keine Falten warf.
      "Aber ich gehe davon aus, dass deine Angestellten nichts von Artefakten und der Kugel wissen?"
      "Nein, natürlich nicht! Sie kämen doch nur auf die Idee, die dumme Uhr damit auszuprobieren."
      "Das heißt, diese Tessa hat die Kugel und das Messer mit den drei Fragen genutzt, die ich dir gegeben habe?"
      "Ja. Das sind die einzigen Fragen, die irgendjemand hier kennt."
      "Dann liegt es womöglich am Artefakt selbst. Wer weiß, vielleicht ist es noch nicht so alt oder vielleicht haben sich zu viele Seelen damit verbunden." Er strich sich über sein Bein. "Hast du es hier? Ich kann es mir ansehen."
      "Nein, es gehört Tessa. Und davor hat es Owl gehört und davor Ben. Und davor Jericho und Merillia und Su. Und davor Allan und Coby und -"
      Ilias hob die Hand mit einem seichten Lächeln. "Ich verstehe schon. Nun, dann kann ich zu Tessa gehen und es mir ansehen. Wäre das was?"
      "Ja, aber erst morgen. Für heute ist es zu spät."
      "Natürlich."
      "Wir haben am Vormittag Probe, da werde ich sie reiten lassen, am Nachmittag soll sie selbst üben. Geh doch dann an ihrem Wurfstand vorbei, der ist nicht weit vom Aufführungszelt entfernt. Da soll sie es dir zeigen."
      "Gerne."
      Wieder ein ruhiges Lächeln, dann trank Ilias aus und erhob sich.
      "Dann werde ich mich jetzt selbst zur Ruhe begeben. Es war eine anstrengende Reise."
      "Klar. Wenn du irgendwas brauchst, lass es mich wissen!"
      "Natürlich. Oh - und der Brief."
      Chester riss die Augen auf. "Natürlich! Ich schicke ihn heute Nacht noch raus."
      Er sprang auf und verschwand in seinem Büro hinten. Dort lag der Brief auf der Ecke seines Schreibtisches, auf einem Haufen Papier, das zum Umfallen drohte. Er steckte ihn schnell in den Umschlag und ließ ihn in seiner Tasche verschwinden.
      "Weißt du", er kam wieder nach vorne, "ich habe das nie ganz verstanden mit dir und mit deinen Reisen. Du bist doch jetzt hier, was macht es da für einen Unterschied, ob ich den Brief verschicke oder nicht?"
      "Die Umstände machen den Unterschied", sagte Ilias gelassen. "Der Brief hat mich erreicht, das ist eine Tatsache, die sich nicht ändern lässt. Doch was ich nicht weiß, ist wie dieser Brief losgeschickt wurde. Vielleicht hast du ihn losgeschickt, so wie du es jetzt tust, oder vielleicht hat ihn jemand anderes gestohlen und ihn dann verloren. Vielleicht wurde er aus dem Zelt geblasen und von den Winden davongetragen. Vielleicht wurde er kopiert, die Kopie verändert und dann abgeschickt. Niemand kann es wissen."
      Chester blinzelte.
      "... Na und?"
      "Das Schicksal wird bestimmen, wie dieser Brief mich erreicht und nicht mehr du selbst. Jetzt ist es nur ein Brief, aber stell dir vor, es sind gesprochene Worte. Oder gar eine Person. Würdest du das Leben eines Menschen den Händen des Schicksals überlassen?"
      Chester spürte eine leichte, unangenehme Gänsehaut über seinen Rücken kriechen.
      "Nein."
      "Dann gib dem Schicksal nicht diese Macht. So einfach ist es. Kennst du Schrödingers Katze?"
      Chester hob die Augenbrauen. "Was hat denn eine Katze damit zu tun?"
      "Ach, Verzeihung, ich fürchte, das ist eine andere Zeit. Nunja, wir kennen den Ausgang, wir wissen, dass die Katze tot ist. Sorgen wir doch lieber dafür, dass sie einen schnellen Tod gestorben ist und nicht langsam und elendig erstickt ist, wenn wir schon die Möglichkeit dafür haben."
      Chester kam nicht ganz mit, nickte aber trotzdem langsam. "Okay..."
      "Beantwortet das deine Frage?"
      "Nicht wirklich."
      "Vielleicht kommst du eines Tages darauf." Er lächelte. "Gute Nacht, Chester."
      "Gute Nacht."
      Und Ilias ging nach draußen.
    • Am nächsten Vormittag stolperte Tessa mit einem gehörigen Muskelkater ins große Zelt. Das Training mit Owl blieb ihr dadurch allerdings nicht erspart. Gnadenlos verfrachtete der Messerkünstler sie zurück aufs Pferd und war mit ungewöhnlicher Strenge bei der Sache. Nach Owls Logik reichte es, dass sie sich auf der Stute halten konnte, um die ersten Zielwürfe aus der Bewegung zu üben. Tessa entging nicht, dass alle anderen Artisten im gebührenden Abstand ihrer Arbeit nachgingen. Zähneknirschend warf sie unter Owls Anleitung ein Messer nach dem nächsten. Es half nicht, dass Luna sich genau diesen Tag, zwei Tage bevor es ernst wurde, aussuchte, um die bockige Diva zu spielen. Hin und wieder trat sie aus, wenn Tessa ihr die Fersen zu fest in die Seite drückte oder zu ruppig an den Zügeln zog. Einen guten Treffer landete Tessa so zwar nicht, aber zumindest wurde niemand verletzten. Sie verbuchte das als Erfolg.

      Tessa rieb sich über die geröteten Schwielen an ihren Fingern.
      Die Zügel hatten die Haut aufgescheuert und wenn sie ganz genau hinsah, konnte Tessa förmlich dabei zusehen, wie die Blasen an ihren Fingern wuchsen und wuchsen. Seufzend nahm sie das Tuch, weich und aus Leder zum Polieren der Messer, wieder in die Hand. Sie hatte nicht den leisesten Schimmer, wie sie verhindern konnte, dass ihr Debüt als Solo-Künstlerin nicht in einem Desaster endete. Zumindest hatte Owl ihr versichert, dass sie bei ihrem Auftritt die Zügel nicht brauchte. Luna war ein erfahrenes Zirkuspferd und kannte ihre Routinen. Tessa sollte sich nur auf Zielen und Werfen konzentrieren. Und auf Lächeln. Er hatte dabei fast wie Chester geklungen. Gerade wünschte sich Tessa zu ihrer Zeit bei den Tierpflegern zurück. Die Arbeit war hart gewesen, aber zumindest hatte dabei niemand einen Scheinwerfer auf sie gerichtet. Es war nicht so, dass sie zum ersten Mal in der großen Manege stand, aber ohne Owl, so ganz allein, das war eine ganz andere Hausnummer. Für ein paar Minuten würden alle nur sie ansehen. Was Chester in pure Begeisterungstürme versetzte, drehte ihr den Magen auf links.
      Aber sie würde nicht kneifen. Für Chester. Für ihre neue Familie.
      Also machte sich Tessa an ihre zweite, wichtige Arbeit des Tages. Sie polierte den Wurfstand auf Hochglanz. Wortwörtlich.
      Die Messer lagen säuberlich aufgereiht vor ihr. Die, die sie bereits sorgfältig poliert hatte, lagen rechts von ihr. Die, die noch inspiziert werden mussten, lagen zu ihrer Linken. Sie hatte nicht nur die Klingen gesäubert, sondern auch die Griffe geprüft. Saß der Griff auch schön fest? Waren alle Klingen noch gerade? Zwei Messer hatte sie bereits in eine Kiste geworfen, weil die Verbindung zu locker gewesen war und das Messer in seiner Befestigung bedenklich schlackerte. Das musste Owl korrigieren. Nichts verdarb den Zirkusspaß mehr als eine blutende Schnittwunde. Oder die verirrte Klinge eines Wurfmessers, die sich verselbstständigte.
      Tessa griff gerade nach dem nächsten Messer, als sich ein Schatten über die Auslage legte.
      "Ich brauch hier noch ein bisschen", murrte sie. "Hat denn über die Winterpause niemand saubergemacht? Hinter den Zielscheiben hat es sich eine ganze Spinnenkolonie gemütlich gemacht. Von dem Vogelnest unterm Zeltdach will ich gar nicht erst anfangen. Ich kann jetzt nicht...Oh."
      Sie sah auf und stockte.
      Vor ihr stand nicht Owl, der sie für eine andere Arbeit abkommandieren wollte oder Chester, dem es nicht schnell genug ging, weil der Mann einfach kein verdammtes Zeitgefühl besaß. Oder irgendjemand anders, der dringend zwei helfende Hände brauchte. Alle hatten viel zu tun.
      Vor ihr stand der Fremde, von dem alle redeten und den Tessa das erste Mal mit eigenen Augen zu Gesicht bekam.
      Es konnte nur Chesters Besucht sein, ansonsten ließ Ella keine Besucher auf den Platz.
      "K-kann ich irgendwie...behilflich sein?"
      Was wollte dieser seltsame Kerl von ihr?
      Tessa ließ den Blick über die ungewöhnliche Kleidung schweifen und blieb an den Augen hängen, die wie bei Chester, viel zu alt für das Gesicht wirkten. Oberflächlich betrachtet war mit seinen Augen natürlich alles in Ordnung. Wahrscheinlich würde es kaum jemandem auffallen. Es war eher ein...Gefühl und Tessa hatte zu viel Zeit mit Chester verbracht, um es nicht zu bemerken.
      "Sie...Sie sind Ilias, richtig?"
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • "Richtig."
      Ilias lächelte sanftmütig. An diesem Tag trug er ein grünes Gewand, das in seiner Form jedoch genau wie alle anderen war. Die Kugeln saßen auch alle an ihren angestammten Plätzen.
      "Und du bist Tessa? Wir können uns gerne duzen. Chesters Freunde sollen auch meine sein."
      Er wechselte den Stab von einer Hand in die andere und sah sich beim Stand um. Sein Blick glitt über die Messer, ohne auf einem von ihnen hängen zu bleiben, ehe er wieder Tessa ansah.
      "Ich würde mich gerne mit dir unterhalten. Darf ich?"
      Er sah sich um.
      "Hm. Ein Stuhl wäre ganz angenehm. Ah - wärst du so freundlich?"
      Er deutete auf den hohen Hocker, auf dem die Verkäufer manchmal saßen, und wartete ganz artig, dass Tessa ihn über den Tresen reichte. Er platzierte ihn, setzte sich und strich über seine Gewänder.
      "Ich würde gerne über die Nacht reden, die Nacht mit der Kugel. Wieso erzählst du mir nicht als Außenstehender, was dabei genau passiert ist? Ich würde die Details gerne wissen, jeden noch so kleinen Fetzen ab dem Zeitpunkt, an dem du Judes Wagen betreten hast. Wäre das möglich?"
      Seine Lippen zierte sein angenehmes, ruhiges Lächeln.
    • "O-Okay."
      Duzen. Ja, klar. Kein Problem.
      Mist. Tessa hätte damit rechnen müssen, dass Ilias bei ihr nach den Ereignissen der Nacht erkundigen wollte. Es gab keinen anderen Grund für ihn, das Gespräch mit ihr zu suchen. Für Smalltalk hatte er sicherlich nicht den Umweg von Judes Wagen genommen über ihre Messerwurfbude zum Ausgang genommen. Immer noch verdutzt reichte sie ihm den Hocker und versuchte, möglichst nicht nervös auszusehen. Tessa griff nach einem der Messer und dem Poliertuch. Sie musste ihre Hände beschäftigen und sie hatte die schlechte Gewohnheit, Hosen- und Jackentaschen um ihren Inhalt zu erleichtern, damit ihre Finger etwas zu tun hatten, immerhin abgelegt. Routiniert glitt ihr Blick über Ilias' Robe. Wenn es Taschen gab, waren sie gut versteckt...
      "Ich würde gerne über die Nacht reden, die Nacht mit der Kugel."
      Mist, Mist, Mist...
      "...Wäre das möglich?"
      "Was? Äh, ja. Natürlich."
      Das Poliertuch glitt zum zehnten Mal über dieselbe Stelle, bis es auch Tessa auffiel. Sie drehte die Klinge und senkte den Blick. Die Handgriffe beherrschte sie blind. Dass sie auf ihre Hände schaute, rettete sie nur davor, beim Sprechen nicht in Ilias' Augen sehen zu müssen.
      "Hat Chester Ihnen, sorry, dir erzählt, warum ich an dem Abend in Judes Zelt war? Das ist wichtig. Ich wollte niemanden in Gefahr bringen", beteuerte sie. "Ich wollte mehr über die Uhr erfahren, über ihren Fluch."
      Tessas Finger betasteten den Griff des Wurfmessers.
      "...und wie sie zerstört werden kann. Ich habe das nicht für mich gemacht, das schwöre ich. Eigentlich, wollte ich nur helfen. Wenn man die ganze Geschichte kennt, macht das Sinn. Versprochen. An dem Abend war nichts anders als sonst. Ich bin zu Jude gegangen, habe meine Hände auf die Kugel gelegt und die frei Fragen gestellt. Genauso, wie Judes es mir beigebracht hat. Nur...hatte ich dieses Mal ein Artefakt dabei. Ich weiß, dass Artefakte aufeinander reagieren und ich habe, hm, gelesen, dass die Kugel andere Dinge zeigt, wenn man eines dabei hat. Owl hat dieses Messer, dass nie stumpf wird und durch alles schneidet. Ich habe es mir...geborgt?"
      Sie legte das Messer weg, drehte ihren Arm mit der Innenseite nach oben und strich mit ihren Fingern darüber.
      "Ich habe es hier so befestigt, dass es noch Haut berührt. Das schien wichtig zu sein."
      Dass sie dasselbe bereits mit dem Armband getan hatte, erwähnte sie nicht.
      Chester wusste noch nicht, dass Ella ihr das Perlenarmband, das Regen voraussagte, geschenkt hatte.
      Und von dem Schlüssel, sagte sie auch nichts.
      "Was dann passiert ist war...schlimm."
      Schlimm, war gar kein Ausdruck.
      "Ich habe Gesichter gesehen. Schreckliche Fratzen. Jede von ihnen sah ein bisschen anders aus. Wie diese unheimlichen, weißen Theatermasken...", fuhr Tessa fort und erschauderte. "...und dann war da noch dieses unheimliche Flüstern. Es war einfach überall, aber ich bin mir sehr sicher, dass die Fratzen selbst keinen Ton von sich gegeben haben. Es ist schwer zu beschreiben und dann..."
      Tessa stockte und führte den Daumen zum Mund, um ihre zerbissene Nagelhaus noch ein wenig mehr zu malträtieren.
      "...habe ich sie gesehen. Meine Mutter, Rosie und einen fremden Jungen. Ich bin mir sicher, ich habe ihn schonmal irgendwo gesehen. Er war ziemlich wütend."
      Wie ist mein Name, Tess? Sag ihn. Sag ihn. SAG IHN!
      Sie zucke zusammen und starrte auf ihren Daumen. Etwas Blut sammelte sich im Nagelbett.
      Verräterin.
      Feigling.
      Lügnerin.
      Mörderin.
      "Sie haben mich eingekesselt und mir all die Dinge an den Kopf geworfen, vor denen ich mich am meisten fürchte."
      “We all change, when you think about it.
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    • "Ich wollte mehr über die Uhr erfahren, über ihren Fluch. ...Und wie sie zerstört werden kann."
      Ilias nickte ruhig, als höre er das nicht zum ersten Mal.
      "Ich bin zu Jude gegangen, habe meine Hände auf die Kugel gelegt und die frei Fragen gestellt. Nur...hatte ich dieses Mal ein Artefakt dabei."
      "Das Messer", fügte Ilias ein, um sich die Bestätigung dafür zu holen.
      "Ich weiß, dass Artefakte aufeinander reagieren und ich habe, hm, gelesen, dass die Kugel andere Dinge zeigt, wenn man eines dabei hat."
      Darauf zog Ilias nun die Augenbrauen hoch, als wäre er auf eine Ungereimtheit gestoßen, doch er schwieg und ließ Tessa geduldig weiter erzählen.
      Sie demonstrierte ihm, wie sie das Messer angebracht hatte. Er nickte. "Der Hautkontakt ist wichtig, ja. Das ist richtig."
      "Was dann passiert ist war...schlimm." Sie zögerte, unwillens, sich mit der Nacht wieder zu beschäftigen, redete dann aber doch weiter. "Ich habe Gesichter gesehen. Schreckliche Fratzen. Wie diese unheimlichen, weißen Theatermasken... und dann war da noch dieses unheimliche Flüstern. Es war einfach überall, aber ich bin mir sehr sicher, dass die Fratzen selbst keinen Ton von sich gegeben haben. Es ist schwer zu beschreiben und dann... habe ich sie gesehen. Meine Mutter, Rosie und einen fremden Jungen. Ich bin mir sicher, ich habe ihn schonmal irgendwo gesehen. Er war ziemlich wütend."
      Ilias schwieg und beobachtete Tessa gelassen, ohne sie zu verurteilen. Seine Hände lagen locker in seinem Schoß.
      "Sie haben mich eingekesselt und mir all die Dinge an den Kopf geworfen, vor denen ich mich am meisten fürchte."
      "Ja, das ist der Fluch. Nun, der Fluch ist eigentlich, dass die armen Seelen dort überhaupt landen, doch die Kugel tut ihr übriges. Sie wollen wieder heraus und das einzige, was ihnen zur Verfügung steht, ist, was die Kugel weiß."
      Er schüttelte kurz den Kopf und schloss dabei die Augen.
      "Diese armen, armen Seelen."
      Als er sie wieder öffnete, war sein Blick ganz freundlich.
      "Mit der Kugel sollte nicht experimentiert werden. Mit keinem Artefakt, eigentlich. Ich bin froh, dass du den Zirkus damit nicht vernichtet hast. Es wäre so schade gewesen."
      Er ließ den Blick kurz über die Zelte um sie herum schweifen, dann sah er wieder Tessa an.
      "Dürfte ich es sehen? Das Messer?"
      Sie gewährte es ihm und beförderte es zutage. Ilias nahm es ehrfürchtig entgegen, legte es auf seiner flachen Hand ab und inspizierte es. Sein Blick wanderte über den fein detaillierten Griff zur unnatürlich scharfen Klinge und wieder zurück.
      "Ein schönes Exemplar. Wirklich schön." Er sah wieder zu Tessa auf. "Wie lange ist es schon in deinem Besitz? ... Ein paar Monate? Das ist nicht sehr lange. Du hast noch einmal Glück gehabt."
      Er winkelte die Klinge an, sodass das Sonnenlicht sich darauf reflektierte.
      "Es erklärt womöglich, weshalb die Kugel nicht ganz aufgegangen ist. Sie wurde geöffnet, aber nur zu Teilen. Deswegen bist du auch noch hier und nicht dort drüben. Die Quelle war nicht groß genug, um aus ihr zu schöpfen."
      Er lächelte Tessa an, als würde er nicht gerade darüber reden, dass sie beinahe in der Kugel gefangen worden wäre.
      "Ich empfehle dir, so etwas nicht noch einmal auszuprobieren. Du hast davon gelesen, hast du gesagt? Dass man die Artefakte miteinander verbinden kann? In welchem Buch, wenn ich fragen darf? Es gibt nicht viele Schriften über Artefakte, in der ganzen Zeit nicht."
    • Ilias' Erklärung jagte Tessa einen eiskalten Schauer über den Rücken.
      Die düsteren Erinnerungen, verschwommen wie sie auch waren, noch einmal zu durchleben, war die eine Sache. Von einem Experten für Artefakte noch einmal die Konsequenzen aufgezeigt zu bekommen, eine ganze andere. Sie hatte versucht zu verdrängen, dass ihr unbedachtes Handeln den Zirkus hätte zerstören können.
      Das Lächeln auf Ilias' Lippen wirkte befremdlich auf sie. Anstatt sie zu beruhigen, löste es Unbehagen in der einstigen Straßendiebin aus. Tessa konnte es nicht genau beschreiben, aber seine Gegenwart fühlte sich merkwürdig an. Chester fühlte sich manchmal auch so an. Wie eine Unmöglichkeit, die gar nicht existieren sollte. Widernatürlich. Falsch. Aber erst in Ilias' Nähe fiel es ihr wieder auf.
      "Ich werde es nicht noch einmal versuchen. Das Versprechen hat mir Chester bereits abgeknüpft", entgegnete Tessa.
      Allein von dem Gedanken bekam sie eine Gänsehaut am ganzen Körper.
      Tessa biss sich auf die Unterlippe.
      Eigentlich hatte sie keine Ahnung, wie viel sie Ilias erzählen konnte. Als alter Freund von Chester hatte dieser ihm sicherlich schon die Umstände erklärt, die zu dem Unglück führten.
      "Richtig", bestätigte sie ihm die Nachfrage, in einem Buch davon gelesen zu haben. "Ein Tagebuch. Falls du es sehen willst, Chester hat es mir abgenommen. Es gehörte einer Frau, die einmal hier im Zirkus Magica gearbeitet hatte. Eine andere Theresa. Sie hat...schlimme Dinge getan, um an dieses Wissen zu kommen."
      Sie machte eine Pause.
      "Ich wollte wirklich nicht wissen, wie man den Fluch brechen kann, um mich selbst zu retten", beteuerte sie noch einmal. "Ich...Ich fühle mich hier mittlerweile Zuhause. Ich arbeite gerne hier und...du bist ein Freund von Chester, richtig? Ich...Es ist nur...Chester hat mir erzählt, was Theresa getan hat, bevor sie ihre Suche aufgegeben hat. Sie war so verzweifelt und hat deshalb so schreckliche Dinge getan. Wenn ich Chester richtig verstanden habe, war sie nicht die Erste und manchmal ist Chester so traurig über die Menschen die...gehen...und...ich weiß, dass er Vieles wieder vergisst, aber...was ist das für ein Leben Ilias?"
      Tessa seufzte.
      "Ich weiß, dass Chester seinen Zirkus liebt und ich möchte, das er glücklich ist, aber manchmal...da sieht er so traurig aus, wenn er versucht sich an etwas zu erinnern oder merkt, dass er wieder etwas durcheinander bringt und dann gibt es Tage, an denen die Erinnerungen da sind und manchmal ist das schlimmer. Ich kann es sehen. Nicht immer, aber immer öfter. Er versucht es zwar zu verstecken..."
      Ein schmales Lächeln.
      "...aber ich lerne langsam hinzusehen."
      “We all change, when you think about it.
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    • Ilias gab mit einem kleinen Stirnrunzeln zu bedeuten, dass auch er nicht viel von dieser anderen Theresa halten mochte.
      "Es verirren sich manchmal böse Menschen in den Zirkus. Sehr böse."
      "Ich wollte wirklich nicht wissen, wie man den Fluch brechen kann, um mich selbst zu retten", beteuerte da Tessa, als müsse es noch einmal ausgesprochen werden.
      "Ich...Ich fühle mich hier mittlerweile Zuhause. Ich arbeite gerne hier und...du bist ein Freund von Chester, richtig?"
      Ilias lächelte sanft. "Wir kennen uns lange. Er ist ein... Freund, ja. Man kann es so nennen. Warum?"
      "Ich...Es ist nur...Chester hat mir erzählt, was Theresa getan hat, bevor sie ihre Suche aufgegeben hat. Sie war so verzweifelt und hat deshalb so schreckliche Dinge getan. Wenn ich Chester richtig verstanden habe, war sie nicht die Erste und manchmal ist Chester so traurig über die Menschen die...gehen...und...ich weiß, dass er Vieles wieder vergisst, aber...was ist das für ein Leben Ilias?"
      Ilias' Lächeln verblasste wieder und er wirkte für den Moment ernst und nachdenklich.
      "Unsterblichkeit ist sehr... schwierig. Sie gibt und nimmt wieder, nur nicht zur gleichen Zeit. Ich denke, es ist ein solches Leben, was man daraus macht, und Chester hat viel gemacht." Er ließ seinen Blick schweifen. "Einen ganzen, unsterblichen Zirkus hat er gemacht."
      Tessa seufzte, als wäre ihr das schon bewusst. "Ich weiß, dass Chester seinen Zirkus liebt und ich möchte, das er glücklich ist, aber manchmal...da sieht er so traurig aus, wenn er versucht sich an etwas zu erinnern oder merkt, dass er wieder etwas durcheinander bringt und dann gibt es Tage, an denen die Erinnerungen da sind und manchmal ist das schlimmer. Ich kann es sehen. Nicht immer, aber immer öfter. Er versucht es zwar zu verstecken... aber ich lerne langsam hinzusehen."
      Da tauchte Ilias' Lächeln wieder auf, ein Spiegelbild von Tessas.
      "Es ist gut, Freunde zu haben, die auch hinsehen. Und Chester hat seine Freunde immer nur für eine sehr kurze Zeit, da ist es umso wichtiger, diese Zeit auch zu nutzen."
      Er sah kurz auf das Messer hinab und drehte es in seiner Hand, bevor er es schließlich zurückgab.
      "Ich sehe, dass du eine anständige, junge Frau bist, liebe Tessa, und auch deinem Messer fehlt nichts. Ich glaube dir, dass du nichts böses wolltest, als du es mit der Kugel genutzt hast. Ich glaube dir auch, dass du deine Lektion gelernt hast."
      Er schwieg einen langen Moment, als überlege er, was er sagen sollte, und sagte schließlich langsam:
      "Die Uhr ist ein wiederkehrendes Thema in diesem Zirkus. Wie könnte es auch nicht sein? Sie bestimmt euer aller Leben und das jener Seelen, die zukünftig hier landen werden. Es ist deshalb keine Schande, dich selbst vor der Uhr retten zu wollen. Es ist nur natürlich."
      Wieder Schweigen, dann ließ er den Blick kurz zu den anderen Ständen schweifen. Sie waren alleine.
      "Ich sage dir etwas, liebe Tessa, weil ich glaube, dass du eine gute Seele bist und wir beide auf unsere eigenen Arten Chesters Freunde sind. Ich mische mich nicht in die Belange der Zeiten ein, außer es geht um Artefakte, aber ich sehe nicht, was für einen Schaden es anrichten kann."
      Er strich sich über die Gewände seines Beines.
      "Weißt du, wie Artefakte entstehen? Es ist nur selten ein Zufall. Man braucht einen Zweck und eine sehr, sehr große Menge an Energie. Dieses Messer zum Beispiel", er zeigte darauf, "ist eines Tages entstanden durch den innigen Wunsch, etwas zu zerschneiden, das nicht zerschnitten werden kann. Nimm diesen Wunsch und eine sehr große Menge an Energie und dieses Messer wurde zum Leben erweckt. Ein Artefakt ist entstanden. Wo man diese Energie nun hernimmt, das unterscheidet Leute wie, hm, mich und dich. Ich kann auf Quellen zugreifen, die dir nicht bekannt sind, während du nur die Energie deines eigenen Wesens zur Verfügung hast. Und meistens reicht das nicht aus."
      Er sah Tessa an, dann wieder das Messer.
      "Irgendjemand hat also eine Quelle dieser Energie genutzt, um das Messer zu schaffen. Nun kann man dieses Messer nicht einfach zerstören; es lebt von der Quelle und die hat nur sehr wenige physische Gegenbilder, welche diese Quelle verbrauchen können. Man muss wissen, welche Bilder ihm etwas anhaben können. Feuer nicht, möchte ich wetten, und ein Schmiedehammer auch nicht, aber zerschneide damit etwas, das nicht zerschnitten werden kann, und eins von beiden wird dem Druck nicht standhalten können. Ein physisches Gegenbild."
      Er sah Tessa an und sein Blick war ruhig, allerdings mit einer Spur von Intensität.
      "Grundsätzlich lässt sich aber jedes Artefakt durch eine gemeinsame Sache zerstören: Den Erschaffer. Denn nur er weiß, welche Energiequelle hinein geflossen ist und wie man sie wieder herausnimmt. Alle Artefakte können so zerstört werden. Es gibt keine Ausnahme."
      Er rutschte vom Hocker und zupfte sich das Gewand zurecht. Seine Kugeln klingelten fröhlich.
      "Das möchte ich dir gesagt haben. In der Regel gebe ich keinen Unterricht an Menschen, die - verzeih mir bitte - dieses Wissen nicht lange genug nutzen können. Doch sieh es als meinen Dank dafür, dass du so ehrlich zu mir warst. Und", er lächelte, "Chester sicher eine sehr gute Freundin bist."