The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

    • Ezra

      Wäre es schlimm, wenn Ezra zugeben würde, dass er eigentlich gerne mal einen von Andrews Ex-Beziehungen treffen würde? Aus purem Interesse daran, was Andrews Typ war, bevor er offenbar an ihm hängen geblieben ist? Obwohl 'hängen geblieben' wahrscheinlich der falsche Begriff war. Sicher, sie hatten Kinder und bald wohl auch ein Haus, aber eigentlich war ihre Beziehung in ein paar Tagen erst ein halbes Jahr alt. Eigentlich war es absoluter Wahnsinn, von sechs Monaten, in denen sie größtenteils noch unter massivem Druck gestanden hatten, auf den Rest des Lebens zu schließen.
      Zum Glück wechselte Andrew das Thema, bevor Ezra sein Glück wagen und nach seinen vergangenen Beziehungen fragen konnte, auch wenn das nächste Thema nicht einfacher zu erklären war. Ada und Liz waren die einzigen anderen Konstanten in seinem Leben gewesen und, so sehr er Ada auch mochte, Ezra wusste genau, wie schwer es sein konnte, mit ihr aus zu kommen.
      "Ich glaube, du machst dir zu viele Gedanken. Sie hätte kaum zugestimmt zu babysitten, wenn sie dich nicht leiden könnte." Ezra lächelte Andrew aufmunternd entgegen, während er nach einer Cola griff. "Ada ist immer ein bisschen passiv-aggressiv. Ich glaube, sie mag dich mehr, als du denkst." Oder er war übertrieben optimistisch, weil er unbedingt wollte, dass die beiden gut miteinander aus kamen. "Sonst kann ich auch gerne mal einen Tag babysitten, falls du versuchen willst, sie irgendwie um den Finger zu wickeln." Erza grinste seinem Freund leicht entgegen. Irgendwie stellte er sich das auch fast ein wenig zu unterhaltsam vor. Ada mit ihrer schroffen Art neben Andrew, dem man wirklich jedes Gefühl auf den Kopf zusagen musste, damit er es verstand, ohne Ezra selbst als Puffer zwischen den beiden. Das konnte nur schief gehen. Ob er ihnen irgendwie eine Kamera für einen exklusiven Livestream unterjubeln könnte?
    • Andrew

      "Das ist furchtbar. Die Kinder können nichts dafür" Hätte Ada ihrem engsten Freund wirklich die Bitte abgelehnt, auf seine Kinder aufzupassen, nur weil Andrew das andere Elternteil war? Das wäre grausam. Außerdem waren sie nicht einmal biologisch verwandt, also machte es absolut keinen Sinn. Auch wenn… er in letzter Zeit manchmal dachte, dass er locker mit Max verwandt sein könnte, egal wie unmöglich es war.
      "Hm. Ehrlich gesagt ist sie mir ein bisschen unheimlich. Gibt es überhaupt irgendetwas, das sie mag? Ich kann schon mal etwas mit ihr unternehmen, wenn du denkst, dass das helfen würde", meinte er nachdenklich. Die Frau wirkte aber eher so, als würde sie ihn die ganze Zeit nur böse anstarren, oder so. Er wusste beim besten Willen nicht, was ihr gefiel, und das, nachdem sie sich schon eine Weile kannten und sogar gemeinsam Weihnachten in Liverpool verbracht hatten. Schön, er hatte vielleicht keine riesigen Anstalten gemacht, sie besser kennen zu lernen… Aber für ihn war das normal. Sollte sie als Ezras Freundin aber nicht versuchen, ihm eine Chance zu geben? Oder war das schon ihre Art, ihm eine Chance zu geben?
      Als das Essen kam schob Andrew seinen beinahe leeren Eiskaffee zur Seite und machte sich über die Pasta her, nachdem er seit einigen Stunden nichts gegessen hatte. Wenn es etwas gab, dass ihn störte, seit er mit Ezra zusammen und seinen alten Job los war, war es die Tatsache, dass er ständig am Essen war. Sie waren ständig am Essen. Er hatte mit deutlich weniger Nährstoffen überlebt, als er noch Tag und Nacht gearbeitet hatte, und jetzt hielt er es keine 6 Stunden ohne die nächste Mahlzeit aus. Allerdings hatte er nicht das Gefühl, dass er sichtbar zunahm, obwohl die Waage etwas anderes sagte. Vielleicht half das regelmäßige Essen doch beim Muskelaufbau, in letzter Zeit machte er zwar weniger Sport, war aber ständig auf den Beinen, wenn er nicht im Büro war. Also konnte er sich vielleicht doch nicht beschweren.
      "Ich bestelle gleich noch was zum Mitnehmen, fürs Abendessen und die Kinder", meinte er während dem essen. Er wollte heute Abend nicht mehr ans Kochen denken. "Willst du noch wo stehen bleiben? Dessert? Donuts oder sowas?" Soviel dazu, dass er ständig am Essen war. Und bisher hatte er es auch noch kein einziges Mal geschafft, Ezra dazu zu bringen, mit ihm Laufen zu gehen. Vor der letzten Mission war er meistens am Wochenende Morgens eine Runde gelaufen, was die Chance auch nochmal in allen Aspekten verringert hatte.
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    • Ezra

      "Ich weiß nicht, ob es dir bewusst ist, aber eigentlich seid ihr euch wirklich ähnlich", merkte Ezra mit einem kleinen Lachen an, als Andrew beichtete, dass er Ada ein wenig unheimlich fand. "Du switchst zwischen Job, Kindern und Beziehung, sie jongliert mit Job, Kind und Studium. Ihr tut beide so, als ob ich mich irgendwann versehentlich selbst umbringen würde und wenn man was gegen euch sagt, habt ihr sogar ein bisschen die selbe Mordlust in den Augen. Ich wundere mich eigentlich, dass ihr nicht schon längst herausgefunden habt, dass ihr lange verschollene Geschwister seid, oder so." Obwohl es wahrscheinlich genau deshalb nicht funktionierte. Sie waren sich in den falschen Punkten einfach zu ähnlich. Gemischt mit Adas Art und Andrews Talent dafür, Freundschaften aus dem Weg zu gehen, konnte das eigentlich gar nichts geben.
      "Ihr könntet einfach in ein Café gehen. Reden. Euch eine Auszeit nehmen." Das wäre wahrscheinlich das Ungefährlichste, was die beiden zusammen unternehmen könnten. Wenn sie sich doch nichts zu sagen hatten, gab es dazu wenigsten Kaffee und Kuchen und mal eine Stunde keine schreienden Kinder.
      "Aber du musst dir deswegen keinen Druck machen. Es ist wirklich süß, dass du dich um sie bemühst, aber ihr müsst nicht meinetwegen zu besten Freunden werden." Immerhin tolerierten sie sich und das reichte ihm auch schon. Solange keiner von beiden sich über den jeweils anderen beschwerte war seiner Ansicht nach alles in bester Ordnung. Obwohl es natürlich eine ziemlich schöne Vorstellung war, dass sie in ein paar Monaten alle super glücklich lachend im Garten sitzen und...grillen würden, oder den Kindern beim spielen zuschauen würden, oder was auch immer.
      "Dessert klingt gut", stimmte Ezra zu, auch, wenn er sich ziemlich sicher war, dass er nach der Portion Pasta keinen Bisschen mehr runterbekommen würde. Aber es würde Andrew und die Kinder glücklich machen. Zucker schien die Familie zusammenzuschweißen. "Donuts kann man immer gut mitbringen. Oder Eis. Ist es schon warm genug für Eis?" Ezra warf einen kritischen Blick durch das Fenster. Es war nicht kalt gewesen, aber man schmolz auch noch nicht, wenn man raus ging. Hatten sie die Kinder überhaupt je nach ihren Lieblingseissorten gefragt? Das musste dringend nachgeholt werden!
    • Andrew

      „Für Eiskaffee ist es warm genug“, murmelte Andrew, noch etwas versunken in der Frage, ob er wirklich aus sich herauskommen und sich mit Ada treffen sollte. Ezra schien sich ziemlich sicher zu sein, dass sie gut miteinander auskommen würden. Aber wenn Andrew sich nicht unbedingt zwingen musste… Schließlich hatte er noch genügend andere Dinge zu tun, die im Endeffekt für seine Familie, für Ezra, waren. Besser, er arbeitete sich der Reihe nach durch.
      „Aber für die Kinder ist es noch zu kalt“, fügte er bestimmt hinzu. „Es hat noch kaum 20 Grad. Ich will nicht, dass sie Halsschmerzen kriegen, oder sowas“ Manchmal half der Mom-Blog, den er in seinen Pausen ab und zu las, ihm ja doch weiter.
      Sie aßen auf, Andrew bestellte noch eine gigantische Menge Essen, die für sie alle reichen würde, bezahlte und hatte etwas Angst, sich die Rechnung anzusehen, also tat er es nicht. Alte Gewohnheit. Am Heimweg blieben sie bei der nächsten Bäckerei stehen und kauften ein paar Snacks ein. Wahrscheinlich war für die Donut-Aktion noch immer Andrews minimales schlechtes Gewissen verantwortlich. Er würde nie wieder einen Urlaub ohne seine Kinder vorschlagen. Das kostete ihn am Ende noch sein ganzes Erspartes.
      Zuhause ankommen parkte Andrew wie befohlen nicht um die Ecke, sondern direkt vor dem Haus. Mittlerweile war es etwa halb 5, es wurde schon wieder ein wenig kälter und Andrew hoffte, dass Ada Niko irgendwie in seine Jacke gezwängt bekommen hatte, falls sie hinten im Garten waren. Sie konnten jedenfalls nicht nachsehen… denn sobald die Kinder sie sahen, würden sie ihnen an den Beinen hängen. Also bahnte Andrew sich mit den Tüten voll Essen die Treppen hoch zu ihrer Wohnung. Er ließ Ezra aufschließen — es war wirklich angenehm, dass sie beide wieder vier Arme und vier Beine zur Verfügung hatten — und kickte sich die Schuhe von den Füßen, um das Essen in den Kühlschrank zu stellen.
      „Willst du jetzt einen Donut? Solange die Kinder sie noch nicht gesehen haben, können wir sie auch einfach aufessen und niemand wird was erfahren“, rief er — viel zu ernst — aus der Küche heraus. Andrew hing fest zwischen seinem schlechten Gewissen den Kindern gegenüber und seinem seltsamen Verlangen, Ezra zu mästen.
      „Oder wir trinken ein Glas Wasser und kommen mal aus dem Fressrausch raus“, murmelte er leise, deutlich mehr zu sich selbst. Er musste selbst eim Glas Wasser trinken. Und ins Fitnessstudio. Er hatte das Gefühl, dass er wie sein eigener Vater noch zu einer Art Staubsauger werden würde, wenn er nicht aufpasste. War das das Schicksal von Familienvätern?
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    • Ezra

      Beim Essen schon über den Nachtisch zu reden war etwas, was Ezra vor Andrew nicht gekannt hatte. Größtenteils wahrscheinlich, weil er sich einfach strukturlos durch den Tag gegessen hatte, bis Adas Mitleid ein Level erreicht hatte, bei dem sie für ihn mitkochte. Außerdem war er nie sonderlich süß unterwegs gewesen. Er hatte das Gefühl, dass er damit bei Andrew und den Kindern in der Unterzahl war. Außerdem durfte er nicht daran denken, wie gerne Niko Schokolade und Zucker auf seiner Kleidung verteilte. Wahrscheinlich sollte er mit der nächsten Fuhre an Wäsche warten, bis sie den Kindern die Donuts gegeben hatten.
      Ezra erwachte aus seiner kleinen Starre, als Andrew ihm ungewollt einen sehr charmanten Gegenvorschlag machte. Die Donuts einfach selbst zu essen würde deutlich weniger schokoladige T-Shirts bedeuten. Dafür allerdings auch das schlechteste Gewissen aller Zeiten. Ganz davon abgesehen, dass Ezra wahrscheinlich platzen würde, wenn er auch nur noch einen Bissen aß. Er seufzte, schob Max kleinen Bücherstapel zurecht und nahm eine von Nikos Jacken mit, um sie auf seinem Weg vom Wohnzimmer in die Küche ordentlich an die Garderobe im Flur zu hängen. Kleinigkeiten, die man mit Kindern vergessen konnte. Wenn ein Chaos beseitigt war, hatte sich irgendwo anders schon ein zweites gebildet.
      “Wenn wir die Donuts alleine essen würden, würde mein schlechtes Gewissen mich auffressen”, erklärte er, während er seine Arme von hinten um Andrews Hüften legte und seinen Kopf an seine Schulter lehnte. “Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass ich sofort Diabetes bekommen würde. Oder Karies. Oder beides. Ich wäre allerdings nicht abgeneigt, die Donuts, die wir am liebsten essen, auszusortieren, damit die Kinder sie sich nicht nehmen.” Sie würden ja immer noch Donuts bekommen. Ezra drückte Andrew einen Kuss auf den Unterkiefer, bevor er ihn losließ, um ein paar Buntstifte wegzuräumen, die auf dem Küchentisch liegen gelassen worden sind. Vielleicht wäre das ein weiterer Vorteil von einem größeren Haus. Die Kinder konnten das Chaos in ihren eigenen Zimmern verursachen, wo Ezra nur die Tür schließen musste, um es nicht mehr sehen zu müssen. Auch, wenn es irgendwie seinen eigenen Charme hatte. Seine Wohnung hatte sich zumindest noch nie so eingelebt angefühlt.
      “Also, was sind deine Pläne für die nächste Stunde? Außer Kindern die Süßigkeiten zu klauen?”
    • Andrew

      Er nahm die Donuts wieder aus dem Kühlschrank. Während Ezra sich um ihn schlang, fing er an auszusortieren. Er ließ seinen Freund auf die Donuts zeigen, die in ein separates Tupperware mussten. Ezra hatte jedenfalls recht gehabt, das schlechte Gewissen hätte sich verschlimmert, vor allem nachdem Andrew genau deshalb vorgeschlagen hatte, sie zu kaufen. Irgendwas in ihm stellte Ezras Bedürfnisse halt trotzdem in den Vordergrund, wie von selbst. Wenn er alle Donuts essen wollte, würde Andrew alles dafür tun, dass es so kam… Manchmal schlug diese Fürsorge einfach in seltsame Bereiche über. Aber war es wirklich so seltsam? Sie hatten seines Wissens nach beide furchtbare Essgewohnheiten gehabt, bevor sie die Kinder bei sich hatten, und je mehr Andrew über Ernährung lernte, desto mehr wollte er auch, dass Ezra ja nicht verhungerte und auf jeden Fall abwechslungsreich aß und ab und zu seine Snacks bekam. War das wirklich so seltsam?!
      „Hm… Sicher, dass es nur eine Stunde ist? Können die Kinder nichtmal ein bisschen knapper vorm Schlafengehen essen?“, murmelte er. Eine Stunde war nicht viel Zeit. Damit hatte er zwar schon gerechnet, aber jetzt wo es so war, sehnte er sich nach einem längeren Zeitfenster.
      „Wir könnten uns eine Serie anmachen?“, schlug er vor und drehte sich in Ezras Umarmung herum, um ihn anzusehen. „Kurz mal entspannen und… Improvisieren, wie wir die Zeit füllen“ Er küsste Ezra sanft. Er hatte schon so ein paar Ideen, mit denen sich die Zeit sicher gut füllen ließ, aber sie hatten gerade erst gegessen, mussten wahrscheinlich noch fünf bis zehn Minuten ins Aufräumen investieren und Andrew wollte nicht, dass sie irgendwie gestresst waren. Von Stress hatten sie ohnehin schon genug. Mal ein wenig auf der Couch zu kuscheln, ohne, dass sich jemand dazwischen drängte, wäre ein guter Anfang.
      „Oder hast du einen Wunsch? Wir können auch… duschen und das Bett überziehen und die Stille genießen, falls das besser klingt“, schmunzelte er. Er war für alles offen, solange es einfach nur Zeit war, die sie am besten mit sehr viel Körperkontakt zusammen verbrachten. Andrew hatte das Gefühl, dass er trotz der kleinen Umarmungen hier und da, und dem minimalen Kuscheln vor dem Einschlafen, Ezra-Entzug hatte. Er hatte noch nie so sehr an einer Person geklammert aber langsam wurde er jegliche Scham los, um das noch zu leugnen.
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    • Ezra

      “Das mit der Serie klingt gut”, stimmte Ezra zu, während er sich wieder an Andrew lehnte. Irgendwie fühlte es sich fast seltsam an, wieder alleine hier zu stehen, ohne die Geräuschkulisse der Kinder im Hintergrund. “Die Serie hält wenigstens wach. Ich glaube, ich schlafe ein, sobald ich auch nur in die Nähe des Bettes komme. Außer du kennst einen effektiven Weg, um mich trotzdem wach zu halten.” Er grinste leicht, aber das Momentum aus dem Büro war irgendwie vorbei. Er hoffte wirklich, dass Richard heute einen absolut furchtbaren Tag hatte.
      “Vielleicht sind wir ja dann auch so gnädig und lassen die Kinder noch ein bisschen länger spielen”, schob er hinterher und stahl sich den nächsten Kuss. Vielleicht überdachte er das mit der Couch in Andrews Büro doch nochmal. Wenigstens musste er im Büro nicht daran denken, dass sie eigentlich noch die Spülmaschine ausräumen müssten.
      Das war definitiv auch etwas, was in seiner Vorstellung deutlich anders gelaufen war. Kinder hatten zwar immer fest auf seiner Liste gestaden, allerdings erst nachdem Andrew und er schon eine Weile zusammen waren und vielleicht schon geheiratet hatten. Außerdem hatte er sich nie drei auf einen Schlag vorgestellt. In seinem kleinen Vier-Schritte-Plan waren die Kinder nacheinander gekommen, mit mehr Eingewöhnungszeit. Obwohl er es so irgendwie fast lieber mochte. Es war stressig und nicht ganz optimal, aber er war sich ziemlich sicher, dass er ohne Nikos ausgelassenes Lachen, wenn sie zusammen spielen, die Begeisterung in Max’ Augen, wenn er irgendeine Dokureihe sah und Ellis kleine angesabberten Finger, nicht mehr leben könnte. Zumindest nicht langfristig. Ein-Zwei Stunden mit Andrew alleine waren durchaus machbar und wollten auch möglichst effektiv genutzt werden.
      “Okay. Vergiss die Spülmaschine.” Auch, wenn Andrew selbige mit keinem Wort erwähnt hatte. “Wir machen in den nächsten Stunden einfach gar nichts. Das kann alles auch bis morgen warten.” Konnte es…eigentlich nicht wirklich. Streng genommen hatten sie noch nicht mal einen festen Plan, wie sie die Kinder und den Job unter einen Hut bekommen sollten. Der Haushalt war da nur ein weiteres Hindernis. Ezra griff trotzdem nach Andrews Hand und zog ihn mit sich zurück ins Wohnzimmer, wo er ihn auf die Couch drückte. “Welche Serie willst du schauen?”
    • Andrew

      Das war… seltsam heiß. Andrew hatte zwar keine Ahnung, wann und was sie genau über Spülmaschinen gesprochen hatten und inwiefern irgendetwas bis morgen warten konnte – sie waren nämlich immer ungefähr drei Tage mit allem hinterher, egal worum es ging – aber er war ein Fan davon, von Ezra ins Wohnzimmer manövriert und auf die Couch gedrückt zu werden. Sie hatten den Flirt-Anflug irgendwie im Büro zurückgelassen, und zuhause waren sie wie immer irgendwie sofort wieder in ihre alltägliche Realität hinein gekippt, aber gerade fragte Andrew sich, wann zur Hölle ihre Realität eigentlich so unsexy geworden war und was er dagegen tun konnte. Sie hatten weder genug Zeit, noch Energie, um einander viel Aufmerksamkeit zu schenken. Das war irgendwie vorhersehbar gewesen, aber das machte es nicht weniger grausam.
      Andrew blinzelte Ezra neben sich an, und dachte garnicht so richtig über Serien nach. Er verfluchte sich stattdessen selbst dafür, dass er nicht öfter mal vorschlug, Abends das Schlafzimmer eine Weile zuzusperren, oder zusammen zu duschen, oder das Massage Öl nochmal auszupacken, selbst wenn es kein Happy End gab. Sie verbrachten nicht nur zu wenig Zeit zu zweit, sie… waren viel zu sehr Eltern und viel zu wenig Partner. Andrew war ein wenig schockiert von dieser völlig offensichtlichen Tatsache.
      "Ähm… 'You'? Ich kann mich schwach erinnern, dass wir das vor ein paar Wochen begonnen haben", meinte er geistesabwesend. Aber so konnte das nicht weitergehen. "Ezra… ich hab eine bessere Idee. Ich dachte mir vor zehn Minuten noch, dass es egal ist, was wir machen, wenn wir Zeit für uns haben, solange ein bisschen Körperkontakt drin ist" Er setzte sich etwas auf und versuchte die richtigen Worte zu finden, für das, was er gerade fühlte.
      "Aber ich glaube, das war nicht wirklich, was ich wollte. Ich rede auch unheimlich gerne mit dir, aber in letzter Zeit kippen wir ziemlich schnell in ernste Themen, die Kinder, den Haushalt, die Arbeit. Was ja völlig normal ist, weil wir viel zu tun haben. Aber ich fand es gut, als du mir heute im Auto zum Beispiel von deiner Kindheit erzählt hast. Ich bin mir sicher, dass es immernoch Sachen gibt, die ich über dich nicht weiß. Also… was ich sagen will, ist, dass wir ab und zu so tun sollten, als würden wir uns erst seit zwei Tagen kennen" Nein, das drückte es noch nicht aus. "Wenn man auf einem ersten Date ist, ist man ja auch völlig auf die andere Person fokussiert. Wir sind viel zu wenig aufeinander fokussiert, denke ich. Eher auf… die Dinge, die wir erledigen müssen, und wie wir die Zukunft planen. Das ist alles in Ordnung und ich plane gerne mit dir, aber ich glaube, ich weiß jetzt, was mich dazu verleitet hat, mir zu wünschen, dass wir zu zweit Dinge machen. Ich will mich nicht von dem Gefühl verabschieden, dass du das einzige bist, das mir durch den Kopf geht, egal wie unrealistisch das ist"
      Andrew konnte sich nicht erinnern, wann er zuletzt so viel gesprochen hatte, wie heute, oder ob das überhaupt schonmal der Fall gewesen war. Er kippte immer öfter in Monologe hinein. Woran das wohl lag?
      "Ich meine, wir haben unsere Routine, und ich bin abseits von dem Stress glücklich mit der Situation, aber vielleicht sollten wir unsere 1-2 Stunden nicht mit Fernsehen und passivem Kuscheln und halb Einschlafen verbringen" Wenn sie so weitermachten, würde ihre Beziehung ebenfalls einschlafen.
      Andrew setzte sich auf und lehnte sich über Ezra. "Du hast mir zum Beispiel noch nicht erzählt, was für eine Vorstellung das war, die du von mir hattest, als wir uns kennengelernt haben", sagte er und küsste seinen Freund. "Es interessiert mich aber" Er strich ihm mit einer Hand über die Seite.
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    • Ezra

      Ezra hörte mit wachsender Sorge zu, wie Andrew sich offenbar von der Seele redete, was ihn die letzten Stunden (Tage? Wochen?) beschäftigt hatte. Er hatte eigentlich schon nach der Fernbedienung gegriffen, zog die Hand aber wieder zurück, um seinem Freund seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu widmen. Er hatte recht. Irgendwie hatten sie es schon lange nicht mehr geschafft, über irgendetwas belangloses zu reden. Es ging immer um die Arbeit, oder die Kinder, oder das Haus, den Haushalt und so weiter. Sie sollten sich wirklich mehr Zeit füreinander nehmen. Vielleicht sollten sie es doch zur Priorität machen, einen Babysitter zu finden und einfach regelmäßig Abende planen, an denen sie einfach nur zu zweit waren. Die Familie würde nicht funktionieren, wenn Andrew und er aneinander vorbei lebten.
      "Du hast-", setzte Ezra gerade an, Andrew zuzustimmen, als dieser ihm mit der letzten Frage vollkommen den Wind aus den Segeln nahm. So sehr er Andrews Beharrlichkeit in den letzten Jahren auch schätzen gelernt hatte - jetzt gerade fand er sie furchtbar. "Ich- Du-", stotterte er, während seine Wangen einen leichten Rotton annahmen. "Ich war 19. Okay? Ich war mental nicht ganz stabil und ich hatte vor, diese Phantasien mit ins Grab zu nehmen. Sie sind peinlich und ich möchte nochmal betonen, dass ich dich so wie du bist wirklich lieber mag." Ezra seufzte, während er überlegte, wie er seine Gedanken in Worte fassen sollte, ohne es schlimmer zu machen, als es sich eh schon anfühlte.
      "Ich habe gedacht, du wärst mehr wie so ein Detektive in einem Noir Film. Ein bisschen kalt und mysteriös, aber tonangebend. Mit einer Frau, die unter tragischen Umständen gestorben ist, weshalb du den Glauben an die Menschheit verloren hast. Also, ich meine, dafür warst du offensichtlich zu jung, aber so dieser...Vibe halt. Diese Art Ermittler, die nie nach den Regeln spielen, ihren Job hassen aber ihn machen, weil sie gut darin sind und sich freuen, sich ab und an prügeln zu dürfen. Die Art Mann, die erst eine Zigarette auf deiner Hand ausdrückt und dich dann küsst." Seine Wangen glühten und er hatte das dringende Bedürfnis aufzustehen, seinen Koffer zu packen und ein neues Leben in der Arktis zu beginnen, wo ihn niemand kannte. Mit Eisbären und Pinguinen. Nein. Sekunde. Die lebten nicht zusammen. Das hatten sie letztens noch in einer von Max' Naturdokus gesehen. Ezra konnte sich nur nicht mehr erinnern, wer jetzt wo lebte. Aber das war jetzt eh vollkommen irrelevant, nicht?
      "Ich hatte immer diese Vorstellung, dass du mich irgendwann fängst und...ach keine Ahnung. Es war ein halber, furchtbar schlechter, Porno und nichts daran hat sonderlich viel Sinn ergeben. Reicht dir das?" Das musste reichen. Sonst musste Andrew sich gar keine Sorgen mehr um ihre Beziehung machen - Ezra würde einfach sang- und klanglos im Sofa versinken bis man ihn nicht mehr sehen konnte und dort bis ans Ende seines Lebens bleiben, alles nur, weil er sich nicht mehr erinnern konnte, wo diese verdammten Eisbären lebten.
    • Andrew

      Andrew lächelte und nickte und versuchte Ezras Erklärung zu folgen, ohne erstmal zu viel darüber nachzudenken, dass es dabei ja irgendwie um ihn ging. Er verstand das mit dem Noir Film sogar noch, immerhin hatte er bei der Arbeit als Held einen doch eher klassischen schwarzen Anzug getragen, was für derart physische Arbeit irgendwie untypisch war, auch wenn sie extra dafür designed worden waren. Bei der verstorbenen Frau hoffte er, dass Ezra das Zucken seiner Augenbrauen nicht aufgefallen war. Warum hatte er sich ausgerechnet das vorgestellt? Außerdem war Andrew 21 gewesen, als sie sich kennengelernt hatten, also fragte er sich, wieso der erste Eindruck, den er damals gemacht hatte, 'kalt und gewaltbereit' gewesen war. Beunruhigend, auf mehreren Ebenen. Bei der körperlichen Misshandlung stieg er dann schließlich aus. Er senkte den Blick und versuchte nicht zu lachen, egal wie besorgniserregend das war.
      "Wenn du sagst 'die Art Mann', dann klingt das fast so, als hättest du so jemanden kennengelernt" Andrew schmunzelte, war aber ein wenig irritiert. "Dir hat niemand Zigaretten auf der Haut ausgedrückt, oder? Du könntest das noch immer als Körperverletzung anzeigen und dann kann der Typ mal meine Noir Detektiv Seite kennenlernen, die sich gerne prügelt", meinte er.
      "Aber… ich finde es interessant, was du dir alles ausgedacht hast. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das als Kritik sehen und mir mal ernsthaft Gedanken über den ersten Eindruck machen sollte, den andere haben. Das hat mich nie wirklich interessiert, aber bei meinem neuen Job wäre es vielleicht von Vorteil, wenn ich nicht wie ein Psychopath rüberkomme" Andrew lachte leicht. Naja, wahrscheinlich war es auch etwas anderes, ob er im Büro stand oder jemandem im Dunkeln hinterher jagte. Er beugte sich zu Ezra herunter und küsste ihn.
      "Irgendwie ist es süß, dass dir ausgerechnet das peinlich ist, als hättest du im Lauf der Jahre nicht deutlich seltsamere Dinge direkt in mein Gesicht gesagt" Er lächelte. Er mochte es, wenn Ezra rot wurde, weil es erstaunlich selten passierte. Dem Mann war so gut wie garnichts peinlich, wenn man Andrew fragte. Er schob eine Hand unter Ezras Shirt und ließ sie über seine warme Haut streichen. Langsam saß er nahezu auf Ezra drauf, so wie er ihm auf die Pelle rückte, aber er nahm das mit der Aufmerksamkeit sehr ernst.
      "Und später? Du hast realisiert, dass ich keine tote Ehefrau habe, und zu nett bin, und hattest garkein Interesse mehr?", fragte er lächelnd.
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    • Ezra

      "Nein. Ich habe zum Glück nie jemanden kennen gelernt, der eine Zigarette an mir ausgedrückt hat. Oder leider nie? Ich meine, das hätte der ganzen Vorstellung deutlich früher den Zauber genommen." Ezra lächelte schwach, während er sich auf das angenehme Kribbeln konzentrierte, das Andrews Finger auf seiner Haut hinterließen. Er fuhr mit seiner Hand sanft durch Andrews dunkle Haare. Wenigstens durfte er jetzt endlich das penible Styling ein durcheinander bringen, ohne sich dabei schlecht zu fühlen.
      "Naja, der Rest den ich so von mir gegeben habe, war scherzhaft gemeint. Größtenteils. Ab und an. Das ist deutlich weniger unangenehm!", verteidigte er sich mit einem kleinen Lachen, bevor er sich leicht aufstützte, um Andrew zu küssen. Das hier war ihm deutlich lieber als alle Vorstellungen, die er je gehabt hatte. Irgendwie waren alle seine Vorstellungen seltsam oberflächlich gewesen. Haus, Kinder und Hund waren Punkte gewesen, die sie abarbeiten mussten. An kleine Momente wie diesen hier hatte er nie wirklich gedacht.
      "Ja, ich war damals dumm genug, um weiter diesem Kick hinterher zu laufen und du warst zu-" Ezra zögerte, als er versuchte einen Begriff zu finden, der sie nicht in eine hitzige Diskussion über eine professionelle Evaluierung bringen würde. "Du warst zu normal. Ich glaube, irgendwann hab ich realisiert, dass ich- Warte." Ezra zog kurz irritiert die Augenbrauen zusammen, als ein kleiner Teil in seinem Kopf zurück zum Anfang sprang. "Hast du dich gerade ernsthaft über eine potentielle Körperverletzung aufgeregt? Du?" Ezra lachte kurz auf. Wie bizarr. Als hätte es die letzten neun Jahre und diverse Prügeleien zwischen ihnen nie gegeben.
      "Ich kenne keine Person, die mich so oft gegen Wände, Möbel und sonstige Gegenstände gestoßen hat, wie du. Wir haben uns regelmäßig geschlagen. Erinnerst du dich an unser erstes Aufeiandertreffen? Als du auf mich draufgesprungen bist? Du hast mir damals eine Rippe gebrochen. Ich konnte wochenlang nicht lachen." Ezra griff mit einem amüsierten Grinsen an Andrews Ellenbogen und schob seine Hand hoch bis zu der betroffenen Rippe. Es war fast zehn Jahre her. Man spürte kaum noch was, höchstens einen kleinen Hubbel, den man nur bemerkte wenn man wusste, dass er da war.
      "Wenn du das bei jedem ersten Treffen mit einer neuen Person machst, würde ich mir an deiner Stelle wirklich Gedanken machen. Und ich wäre vielleicht ein bisschen neidisch." Er lehnte sich Andrew für den nächsten Kuss entgegen. "Hast du je über mich nachgedacht?", fragte er schließlich, während er seine Hände unter Andrews Shirt gleiten ließ und über seinen Rücken strich. Wenn er schon einen emotionalen Striptease machen musste, sollte Andrew immerhin nicht vollkommen ungeschoren davonkommen. "Oder war ich für dich immer nur ein Hintergrundrauschen?"
    • Andrew

      Zu normal? Meinte er… nicht brutal und psychisch gestört? Damit konnte Andrew leben. Als Ezra plötzlich auflachte, hielt er inne.
      „Das ist etwas anderes“, versuchte er zu erklären. „Ich hab meinen Job gemacht und versucht, so wenig Gewalt wie nötig zu nutzen, und du hättest dich ja auch stellen können“ Das war eine logische Erklärung und die Wahrheit. Andrew hätte nie zum Spaß Gewalt eingesetzt, auch nicht gegen Verbrecher, die weitaus schlimmeres getan hatten, als Ezra. Aber wie sollte er ihn sonst fangen? Ezra war zu flink, als dass man nicht härteren Mitteln greifen müsste… und sich… auf ihn werfen…
      Andrew konnte seinen neutralen Gesichtsausdruck nicht aufrecht erhalten, als Ezra ihm von der gebrochenen Rippe erzählte und seine Hand an besagte Rippe führte. Ihm war fast zum Heulen zumute. Er verzog besorgt das Gesicht und hatte ein unglaubliches schlechtes Gewissen. Es war wirklich ein bisschen heftig zwischen ihnen zugegangen. Es war nicht so, als wäre Andrew aus ihren Kämpfen unbeschadet herausgekommen, aber er hielt es trotzdem kaum aus, zu wissen, dass er Ezra wahrscheinlich nicht nur ein Körperteil gebrochen hatte, und die blauen Flecken wollte er sich gatnicht vorstellen.
      Er strich sanft über Ezras Rippen, bevor er sich für eine Umarmung sinken ließ und den Kopf kurz auf Ezras Brust ablegte. „Ich verstehe nicht, wie du bei sowas neidisch sein könntest“, murmelte er. Er war Schuld, dass Ezra wochenlang nicht lachen konnte. „Warum konntest du dich nicht einfach stellen? Ich hasse es, dass ich dich so oft verletzt hab“ Es brachte nichts, darüber nachzudenken. Es war eben so passiert. Ohne diese Vergangenheit wären sie jetzt nicht hier und Andrew würde auch heute nicht zögern, sein Training einzusetzen, um Menschen hinter Gitter zu bringen, die es verdienten. Ja, Ezra hatte einen Haufen Verbrechen begangen, und Andrew konnte nichts davon gutheißen, aber es war einfach unangenehm, zu wissen, dass er gerade ihm so oft Schmerzen zugefügt hatte. Nur, wenn er sich an die schmutzigen Tricks und ganzen Verletzungen seinerseits erinnerte, kam es ihm für einen Bruchteil einer Sekunde irgendwie gerechtfertigt vor. Aber es wäre irgendwie schön, wenn sie das beide aus ihrer Erinnerung löschen könnten. Andrew wollte kein Mann sein, der seinen Partner verprügelte. Und von seinem Partner verprügelt wurde. Auch wenn sie damals noch nicht zusammen waren.
      Er hob seinen Kopf wieder und verteilte ein paar Küsse über Ezras Gesicht, als könnte er die vergangenen Verletzungen dadurch irgendwie wieder gut machen.
      „Du warst alles andere als Hintergrundrauschen“, sagte er. „Ich hab meine Schichten danach geplant, dass ich dich niemals verpasse. Ich wollte nicht, dass dich jemand anderer vor mir erwischt“ Es war, wie bereits festgestellt, ein wenig obsessiv gewesen, aber… „Aber bevor sich das eingespielt hat, war ich größtenteils irritiert von dir. Weil du meine Uhr gestohlen hast und mir wirklich extrem auf die Nerven gegangen bist. Du bist mir andauernd entkommen und hattest sogar noch Zeit, dumme Sprüche zu ziehen. Ich hatte weniger sexuelle Fantasien, als die Fantasie, dich für den Rest deines Lebens einsperren zu lassen, einfach nur weil du mich wirklich unheimlich genervt hast. Nichtmal wegen der Verbrechen“ Er zuckte leicht mit den Schultern. „Später hab ich ab und zu überlegt, ob du die Flirts eigentlich ernst meinst oder mich nur ablenken willst. Ich hab versucht, nicht zu viel darüber nachzudenken. Die Vorstellung, mit einem meiner Fälle zu schlafen, war… seltsam. Und wäre eine ziemliche Vernachlässigung meiner Arbeit gewesen“ Das war wirklich verdammt unromantisch, aber Ezra hatte ja gefragt. Er wünschte irgendwie, er könnte was spannenderes erzählen.
      „Ich fand dich immer gutaussehend, hab mich dann aber eher einfach gefragt, wieso du irgendwo einbrichst. Du hast nicht ausgesehen, als würdest du verhungern oder wärst irgendwie vernachlässigt also… dachte ich du musst entweder geldgeil oder kleptomanisch sein“ Wieso hatte Andrew das Gefühl, dass das der Stimmung nicht half?
      „… Reden wir über irgendwas anderes. Du weißt doch, dass ich eher ‚normal‘ bin“ Er schmunzelte.
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    • Ezra

      Sich stellen. Ezra hatte mehr als einmal darüber nachgedacht, als sie sich kennen gelernt hatten. Es war ihm immer bewusst gewesen, dass es wahrscheinlich sein Ende bedeutet hätte, wenn er sich gestellt hätte. "Wenn ich mich gestellt hätte, hättet ihr wahrscheinlich ziemlich schnell realisiert, dass mein Personalausweis gefaked ist. Das hätte zu deutlich mehr Fragen geführt, als ich wollte", erklärte er sanft, während er wieder durch Andrews Haare strich. Eine weitere seiner Phantasien. Er stellte sich, gab zu, wer er wirklich war, sagt gegen seine Familie aus und brachte sie ins Gefängnis, um selbst ohne Angst weiterleben zu können. Im Gegensatz zu seinen Vorstellungen mit Andrew hatte er von vornherein gewusst, dass dieses Szenario nie eintreten würde. Es war deutlich wahrscheinlicher, dass er selbst in der Zelle gestorben wäre, bevor er auch nur ein Wort gegen seine Familie hätte sagen können.
      Zum Glück Andrew ihn aus diesen Gedanken, bevor er zu tief darin versinken konnte. Ezra musste kurz auflachen, als sein Freund anmerkte, wie genervt er von ihm gewesen war. Die meiste Zeit war ihm das wahrscheinlich irgendwie bewusst gewesen. Bei all seinen Gedankenspielen machte sich Ezra nie die falsche Hoffnung, als irgendetwas anderes als 'nervig' wahrgenommen zu werden. Dafür kannte er sich selbst zu gut. Außerdem hatte er Andrew immer wieder bewusst provoziert. Es wäre eigentlich fast seltsam, wenn Andrew ihn als...charismatisch und nett wahrgenommen hätte, oder so.
      "Vielleicht sollten wir den Mittwoch wieder einführen. Also nicht den Mittwoch, aber wir könnten und jeden ersten Mittwoch im Monat einfach den Abend frei nehmen und etwas zusammen machen. Nur wir beide." Es wäre ein terminlicher Albtraum, zugegeben, sie mussten am nächsten Tag arbeiten, oder die Kinder zur Schule fahren und hätten schon einen anstrengenden Tag hinter sich, aber Mittwoch war immer schon ihr Tag gewesen und in dem Sinne stellte Ezra Romantik gerne über alles andere. Es würde schon irgendwie funktionieren, oder?
      "Bis dahin kannst du mir ja erzählen, was am Ende deine Meinung über mich geändert hat", schlug Ezra mit einem kleinen Grinsen vor, bevor er sich aufstützte, um kleine Küsse auf Andrews Hals zu verteilen. "Was war der Punkt an dem du dir 'Wow, er ist nicht nur heiß sondern auch die beste, charmanteste, witzigste Person, die ich je kennen werde'? Du darfst die Beschreibung gerne noch etwas ausschmücken." Ezra versuchte sich an einem besonders unschuldigen Gesichtsausdruck, der wahrscheinlich nicht sonderlich erfolgreich war. Vor allem auch deswegen, weil er seine Hände langsam über Andrews Rücken runter zu seinem Hintern wandern ließ.
    • Andrew

      Andrew schmunzelte über den Vorschlag. Ein romantischer Mittwoch? Theoretisch müsste es mittlerweile in ihre Genetik eingebrannt sein, dass dieser Wochentag ihnen beiden gehörte, also sollte es kein Problem sein, sich darauf einzustellen. Dann lag ihr Tag eben mitten in der Woche… was soll‘s. Früher war es ja auch ziemlich anstrengend gewesen. Und Andrew machte sich für Ezra gerne die extra Mühe. Einmal im Monat war außerdem ein wirklich niedriger Anspruch, in ihrer jetzigen Situation aber vermutlich eh das einzig menschlich mögliche.
      Andrew war froh, dass Ezra ein neues Thema gefunden hatte. Er nahm die Küsse an seinem Hals als Zeichen und zog Ezras Beine auf die Couch, damit sie beide längs saßen. Andrew warf ein Bein über Ezra damit er über ihm knien konnte und sie es etwas gemütlicher hatten.
      „Ich bin mir ziemlich sicher, dass du mir die exakte Frage in Paris damals schon gestellt hast“, neckte er seinen Freund. Er wollte es wohl immer wieder hören, was?
      „Ich wusste immer, dass du witzig bist. Die Verfolgungsjagden sind gegen Ende immer ganz unterhaltsam gewesen. Charmant… naja. Ich weiß nicht, ob ich dich so jemals bezeichnen würde. Aber du bist liebevoll und aufmerksam und weißt, wie man die Stimmung hebt, meine Stimmung vor allem. Ich glaube über die Möglichkeit einer richtigen Beziehung zwischen uns hab ich kurz vor unserem Autounfall nachgedacht… Als du plötzlich ernst geworden bist und mir zum ersten Mal gesagt hast, dass du Gefühle für mich hast. Oder… hattest. Ich denke du hast gesagt, du ‚hattest‘ Gefühle für mich und hast dich damit abgefunden, dass ich nichts von dir will. Aber das stimmte nicht. Ich hab ja bis zu dem Zeitpunkt nichtmal sicher gewusst, ob du nur scherzt. Aber ich musste nur eine Sekunde ernsthaft darüber nachdenken, um zu wissen, dass ich auf jeden Fall auf zumindest ein Date mit dir gehen will. Weil du für mich bis dahin schon ein guter Freund warst, obwohl wir auf unterschiedlichen Seiten gestanden sind, und ich dich immer heiß fand, und ich es verdammt gut fand, zu hören, dass du Gefühle für mich… ‚hattest‘“ Andrew grinste und zog Ezra sein Shirt über den Kopf. Es fühlte sich gut an, an nichts zu denken, nur über ihre Vergangenheit zu sprechen, aber im Jetzt zu leben… in dem sie sich berühren konnten, wie sie wollten, wo sie wollten, so lange sie wollten.
      „Direktheit funktioniert bei mir besser. Nur war das ein denkbar schlechter Zeitpunkt für die Neuigkeit… Immerhin hatten wir dann einen Unfall. Beim nächsten Mal sollten wir beide in Sicherheit irgendwo am Boden sitzen, ohne gefährliche Objekte im Umkreis. Nur um sicherzugehen. Wenn uns etwas leicht fällt, dann in lebensgefährliche Situationen zu kommen“, meinte er leiser bevor er sich zu Ezra herunter lehnte und seinen Fokus erstmal darauf legte, ihn zu küssen. Sie mussten immernoch all die Küsse nachholen, die sie 9 Jahre lang verpasst hatten.
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    • Ezra

      “Ich höre es halt gerne”, verteidigte Ezra sich mit einem kleinen Lachen, während er sich von Andrew ganz aufs Sofa ziehen ließ. Außerdem hatten sie irgendwas gebraucht, was sie stimmungstechnisch wieder auf den richtigen Weg brachte und dafür war das Thema wirklich perfekt. Er hatte nur nicht damit gerechnet, dass Andrew es wirklich so ernst nehmen würde, was rückblickend wohl eigentlich ziemlich offensichtlich hätte sein sollen. Irgendwie war es fast ein bisschen frustrierend zu wissen, dass er das alles schneller hätte haben können, wenn er Andrew irgendwann mal zur Seite gezogen und ernsthaft mit ihm geredet hätte. Ob Andrew ihm da je eine Chance zu gegeben hätte? Irgendwie konnte sich Ezra nicht vorstellen, dass Andrew ihn sonderlich ernst genommen hätte. Wahrscheinlich wäre er eher enttäuscht gewesen, dass Ezra angehalten hatte, um ihn ernsthaft um ein Date zu bitten, statt sich zu stellen. Der Gedanke war fast ein bisschen witzig.
      “Ich würde mich durchaus als ‘charmant’ bezeichnen, aber wir lassen das mal so stehen”, merkte er grinsend an, während er Andrew ebenfalls das Shirt über den Kopf zog und mit seinen Fingern über seine warme Haut strich. Er sollte sich wohl wirklich weniger darauf konzentrieren, was er hätte haben können und mehr darauf, was er hatte. Einen wirklich durch und durch perfekten Freund, der es schaffte, ihm jeden Tag von neuem den Kopf zu verdrehen. Zumindest hatte jedes von Andrews Worten sein Lächeln ein bisschen breiter werden lassen. Die Küsse taten ihr Übriges. Konnten sie das nicht einfach den Rest ihres Lebens machen? Auf dem Sofa liegen und sich küssen?
      “Sicher klingt gut”, stimmte er zu, als sie eine kurze Atempause einlegten. “Obwohl ich mich bei dir immer sicher fühle”, fügte er hinzu, während er mit seinen Fingern über Andrews Brust strich, bis runter zu seiner Hose. “Immer schon, irgendwie. Sicher hat es die ein oder andere Verletzung gegeben, aber ich war mir einfach immer sicher, dass du nie zu weit gehen würdest.” Das meiste war sowieso Ezras Hang zur Tollpatschigkeit zu verdanken gewesen.
      “Ich wusste immer, wo ich bei dir stand”, fuhr er fort, während er Andrews Gürtel öffnete. “Du warst die Stabilität, die ich sonst nie gehabt habe.” Ezra öffnete Andrews Hose, bevor er kurz innehielt. “Sollen wir das ins Schlafzimmer verlegen? Abschließen und so?” Der Vorfall im Büro war definitiv nicht spurlos an ihm vorbeigezogen. Die Wohnungstür war zwar zu, aber Ada und Max hatten je einen Schlüssel. Außerdem war das Sofa immer noch ein wenig schmal. Vielleicht sollten sie es ersetzen, wenn sie umzogen.
    • Andrew

      War es seltsam, dass es ihn unglaublich anturnte, wenn Ezra ihm sagte, dass er sich bei ihm immer sicher gefühlt hatte? Andrew wollte derzeit nichts lieber, als Ezra in Sicherheit zu wissen, und er gab wirklich sein bestes. Dass Ezra ihm auch so sehr vertraute, dass er das hinbekommen würde, war… ein bisschen unbeschreiblich. Er hatte sich selten so motiviert gefühlt, seine Familie mit seinem Leben zu beschützen, egal was auf sie zukommen würde. Zumindest hatte er es bisher geschafft, sie alle immer wieder aus lebensbedrohlichen Situationen rauszuziehen, und jetzt musste er es nurnoch schaffen, sie garnicht erst in diese Situationen hineinkommen zu lassen.
      Andrew schmunzelte. "Für mich auch", erwiderte er. "Du warst die letzte Jahre das einzig Konstante in meinem Leben" Er dachte mittlerweile fast, dass das auch der Grund war, weshalb er so an seinem Job gehangen hatte. Er hatte seine Routine mit Ezra immer wirklich gebraucht.
      Er spürte eine Art aufgeregtes Kribbeln, als Ezra ihm über seinen Oberkörper strich und schließlich an seinem Gürtel endete. Vermutlich, weil es so lang her war. Sie hatten sich die letzten Wochen wirklich um alles mögliche, das man sich vorstellen konnte, gekümmert, aber nicht das hier.
      Andrew hielt inne und nickte. Sie mussten wirklich ins Schlafzimmer gehen. Heute war nicht der Tag, um zu riskieren, irgendjemand anderen zu traumatisieren. Also setzte er sich auf und hob sich über Ezra, um aufzustehen. Er reichte seinem Freund die Hand, zog ihn zu sich hoch, und küsste noch einmal innig. Was auch immer sie die letzten Minuten getan hatten, es hatte wirklich geholfen, Andrew etwas bodenständiger und entspannter zu machen und sich zu erinnern, wie schön es Anfangs gewesen war, Ezra näher kennenzulernen und ihn ganz für sich alleine zu haben. Es fühlte sich an, als wäre diese Stimmung ein wenig zurückgekommen. Sie sollten das öfter machen. Die Welt ausblenden.
      Er zog Ezra mit sich ins Schlafzimmer und verschloss hinter ihnen die Tür. "Willst du… Was willst du machen? Wir haben zwar nicht extrem viel Zeit, aber…", murmelte er und legte seine Arme wieder um Ezra. Sie mussten später duschen, sich anziehen, das verbrauchte alles Zeit und Andrew war kein Fan davon, sich zu beeilen. Gott, seit wann war ihr Leben so ein logistischer Alptraum? Besser, er dachte darüber nicht mehr nach. Sie würden schon nicht die Zeit aus den Augen verlieren. Vermutlich.
      Andrew strich Ezra über den Rücken und küsste ihn und hatte seit langem wieder das Gefühl, seinen Ezra-Fix zu bekommen.
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    • Ezra

      Oh. Offenbar waren sie beide eine Zeit lang das einzige gewesen, was der jeweils andere hatte, hm? Das war entweder sehr romantisch, oder etwas traurig. Ezra entschied sich großzügig für die erste Interpretation. Vielleicht war es Schicksal gewesen, dass sie sich immer wieder getroffen hatten. Schicksal in Form seiner sehr bewussten Entscheidung, Andrews Uhr zu klauen. Er sollte einfach nicht so viel hinterfragen.
      Er nahm Andrews Hand lächelnd entgegen und lies sich von ihm mit ins Schlafzimmer ziehen. Irgendwie fühlte er sich ein wenig in der Zeit zurückversetzt zu den ersten Tagen, in denen sie zusammen hier gewohnt hatten. Vielleicht war ihr schnelles Zusammenziehen schon das erste Warnzeichen gewesen, dass sie sich viel zu schnell durch die Beziehung bewegten. Aber das war irgendwie vollkommen okay. Andrew letzte seine Arme um ihn und Ezra war sich sicher, dass er nie wo anders sein wollen würde, als bei ihm.
      "Wir haben genug Zeit", beruhigte er Andrew, während seine Hände erneut zu seiner Hose wanderten, sie öffnete und langsam nach unten schob. Strenggenommen war ihr Zeitplan tatsächlich etwas knapp, aber sie konnten sich durchaus ein paar Puffer bauen, oder? Dann mussten sie halt etwas schneller duschen. Einer würde das Bett neu beziehen, wenn die Kinder mit ihren Donuts beschäftigt waren. Zeit ließ sich schon irgendwie finden.
      "Ich will, dass du dich gut fühlst." Ezra lächelte leicht und zog Andrew an sich, um erneut Küsse auf seinem Hals zu verteilen. Seine Hände schoben sich unter Andrews Shorts und massierten leicht seinen Hintern. Er hatte sowieso noch was bei Ezra gut, weil der sich das letzte mal wegen dem Arm kaum bewegen konnte, nicht? Er zog seine eigene Hose aus und schob Andrew sanft zum Bett. Er hatte keinen wirklichen Plan, mehr so eine grobe Richtung, in die er gehen wollte. Er hielt kurz vor dem Bett an und ließ seine Lippen von Andrews Hals zu seiner Brust wandern, seinen Oberkörper entlang bis zu seinem Bauch, während seine Hände in der selben Geschwindigkeit Andrews Shorts nach unten zogen.
      "Wie sieht es damit aus", fragte er, während er Andrew schließlich dazu brachte, sich auf die Bettkante zu setzen und sich selbst zwischen seinen Beinen auf dem Fußboden positionierte, den Kopf gegen Andrews Oberschenkel gelehnt, während er mit einer Hand sanft über seine Erektion strich, "Ich gebe dir ein paar Minuten um zu überlegen, ob du lieber oben oder unten liegen willst und ich...beschäftige mich in der Zeit etwas, damit du in Ruhe nachdenken kannst. Ich verspreche auch, dass ich dir garantiert nicht dazwischenreden werde." Er schenkte Andrew ein kleines, fröhliches Lächeln, bevor er über seine Erektion leckte und sie schließlich in den Mund nahm. Das war besser, als der Tisch im Büro. Wahrscheinlich. Ausprobieren würde er letztes irgendwie trotzdem gerne irgendwann mal.
    • Andrew

      Hatten sie genug Zeit? Andrew beschloss, Ezra einfach zu glauben, weil dieser mit seiner entspannten Art normalerweise auch immer alles rechtzeitig schaffte. In sehr, sehr seltenen Situationen wagte Andrew es, seinen Kopf auszuschalten und sich auf Ezra zu verlassen. In sozialen Situationen… und so etwas, wie jetzt.
      Er merkte schon jetzt, dass selbst Ezras Hände an seiner Hose ihn sehr leicht begeisterten. Das Kribbeln wurde schnell zu einem Blutrauschen und er fühlte sich tatsächlich ein wenig wie bei ihrem ersten Mal. Obwohl Ezra ihn jedes einzelne Mal mit ein paar unbedeutenden Handgriffen heiß machte. Alleine die Vorstellung davon, was sie vorhatten, reichte oft schon aus.
      Er schmunzelte in den Kuss als Ezras Hände seinen Hintern bearbeiteten, weil sein Freund eine offensichtliche eine Vorliebe für seinen Arsch hatte, schon immer. Wenn Ezras Hände da nicht als erstes landeten, stimmte irgendwas stimmt. Andrew ließ sich von ihm Richtung Bett schieben und fühlte sich, als Ezra ihn auszog, irgendwie sanft ge-manhandled. Vielleicht hatte er seine assertive Energie heute schon bei seiner Rede aufgebraucht. Er hatte kein Problem damit, er mochte es, wenn Ezra tat, was er wollte. Es war doch irgendwie charmant.
      Andrew setzte sich und sah seinen Freund mit großer Selbstkontrolle an. Es war fast unfair, wie sexy er war. Wie er seinen Kopf zwischen Andrews Beinen anlehnte und ihn teaste.
      „Nachdenken?“, fragte er fast belustigt. Auch ohne Dazwischenreden brauchte Andrew in dieser Situation nicht viel zu nachzudenken. Etwas sinnvolles käme dabei eh nicht raus. Er stöhnte leise und stützte seine Hände hinter sich auf, während er Ezra weiter ansah. Er mochte den Anblick schon immer. Für den Bruchteil einer Sekunde kam ihm die Idee, dass vielleicht doch auch mal im Büro zu machen. Aber er konnte eben gerade keine sinnvollen Gedanken formen.
      Er legte eine Hand in Ezras Haare.
      „In Ruhe nachdenken ist wirklich ein guter Scherz“, sagte er und strich ihm durch die blonden Strähnen. Egal. Musste er auch nicht. Er hatte sich längst entschieden. Die Stimmung hatte zwischen heute Morgen und Jetzt einen gigantischen Shift hinter sich. Was auch immer passiert war, von Ezra herumgeschubst und angeleitet zu werden machte ihm manchmal zu viel Spaß. Andrew liebte Ezras Dualität und die Tatsache, dass er der einzige Mensch war, dem er völlig vertraute und bei dem er sorglos er selbst sein konnte. Ab und zu den Kopf abzuschalten war etwas, das er brauchte. Und auch wenn Ezra ihm oft Sorgen bereitete, nahm er ihm gleichzeitig auch wieder welche.
      „Ich muss sowieso nicht überlegen, ich will dich in mir haben“, murmelte er und streckte einen Fuß langsam nach Ezras Mitte aus. Dirtytalk war anscheinend leichter, wenn man einen wochenlangen Aufstau hatte. Obwohl Andrew nur sagte, was er dachte. Er seufzte in Ezras Bewegungen und dachte beinahe zwanghaft immer öfter daran, das nächstes Mal im Büro tun. Irgendwas hatte diese Bewerbung wirklich ausgelöst.
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    • Ezra

      Ezra stieß ein kleines zustimmendes Summen aus, zu konzentriert auf seine aktuelle Aufgabe. Er war nie wählerisch im Bett gewesen. Dass Andrew diese Einstellung teilte, sah er als ein weiteres Zeichen dafür, dass sie einfach zusammengehörten. Sie waren einfach in jeder Hinsicht kompatibel, nicht? Ezra hielt sich kurz, genug, um Andrew ein wenig anzufeuern, zu wenig, um ihm irgendeine Art von Befriedigung zu geben, bevor er aufstand, um im Nachttisch nach dem Gleitgel und einem Kondom zu kramen, das schon viel zu weit in den Untiefen verschwunden war. Sie brauchten wirklich mehr Platz im Haus und die damit einhergehende Privatsphäre.
      “Rutsch ein bisschen zurück, Darling”, wies er mit einem kleinen Lächeln an, bevor er sich zu ihm auf das Bett kniete. Er liebte den Anblick von ihm in seinem Bett, egal ob beim Sex oder im Schlaf. Andrew hatte sich vollkommen problemlos in sein Leben eingefügt, so, als ob er schon immer ein Teil davon gewesen wäre. Ezra zog seinen Freund in einen leidenschaftlichen Kuss, bemüht ihn genau spüren zu lassen, wie sehr er ihn liebte, bevor er sich abermals einen Weg nach unten küsste.
      “Entspann dich”, hauchte er, als er erneut zwischen Andrews Beinen angekommen war. Er verteilte ein wenig Gleitgel auf seinen Fingern und lehnte sich wieder nach unten, um den Blowjob fortzusetzen, diesmal in einem etwas schnelleren Tempo, als vorhin, während er sanft über Andrews Eingang strich und schließlich vorsichtig einen Finger in ihn schob. Er gab Andrew einen Moment, um sich an das Gefühl zu gewöhnen und nahm schließlich einen zweiten Finger hinzu. Es war überraschend, wie leicht es war, einen Takt zwischen Mund und Fingern zu finden. Ezra nahm jedes Geräusch, jede Bewegung in sich auf, während sein kompletter Fokus ausschließlich auf Andrew lag. Die Welt hätte untergehen können und er würde es nicht merken.
      Er hielt das Tempo ein paar Minuten, seine Finger im stetigen Wechsel zwischen massieren und dehnen, bevor er sie schließlich aus Andrew herauszog und sich aufsetzte, um nach dem Kondom zu greifen. Sein Kopf fühlte sich angenehm leicht an. “Bereit?”
    • Andrew

      Andrew rutschte an das Kopfteil ihres Bettes, wie Ezra es ihm sagte, und vermisste ihn schon in den ganzen dreißig Sekunden, in denen sie auseinander waren. Er war irgendwie froh, dass Ezra seine Grenzen kannte, und Andrew ihm nicht sagen musste, dass er sich besser etwas zurückhielt damit sie hier nicht in einer Minute fertig waren. Es war wirklich einiges an Zeit vergangen, zu schnell außerdem, und Andrew erinnerte sich gerade an das letzte Mal, als sie Sex hatten. Hatte Ezra sich da nicht immernoch kaum bewegen können? Damals hatte Andrew aus anderen Gründen diese Position eingenommen. Irgendwie fand er das auf einmal amüsant. Er lachte leicht, aber das Lachen stockte in der Sekunde, als Ezra ihn wieder berührte, und ging in ein leichtes Stöhnen über. Er seufzte.
      „Ich musste gerade… daran denken wie leid du mir getan hast… mit deinem gebrochenen Arm“, erklärte er und lachte wieder leicht. Nichts daran war wirklich witzig, aber… „Ich bin einfach nur froh, dass du wieder alle Gliedmaßen einsetzen kannst“ Er lachte etwas heftiger. Er war seltsam ausgelassen. Nur der Finger in seinem Hintern wollte ihn schließlich nicht mehr lachen lassen. Andrew hörte auf, daran zu denken. Er hörte allgemein auf, an irgendetwas zu denken, und war nur noch auf seine Sinne fokussiert. Er wollte Ezra instinktiv immer an sich ziehen, hielt sich stattdessen allerdings an der Matratze fest und zog mit einer Hand sanft an Ezras Haaren. Hoffentlich sanft.
      „Mmhh… Ich hab das vermisst“, seufzte er, bezogen auf einfach alles, das sie in der letzten halben Stunde so gemacht hatten, aber Ezra konnte das interpretieren, wie er wollte. Andrew nickte schnell, als Ezra ihn fragte, ob er bereit war, und beobachtete ihn mit einer leichten Gänsehaut dabei, wie er das Kondom überzog. Okay, ja, vielleicht hatte er auch genau das hier vermisst. Er spürte seinen Körper pulsieren, wenn er Ezra nur ansah. Es war ein wenig verrückt, aber vor allem verrückt gut. Er wusste garnicht, ob er vor Ezra überhaupt wirklich jemals richtig befriedigt war. Liebe machte wohl doch den Unterschied, hm?
      Er stöhnte auf, als Ezra ihn ausfüllte. Sein Kopf fiel etwas zurück und er griff nach Ezras Schulter um ihn zu sich zu ziehen.
      „Haa… tiefer“, seufzte er. Das Verlangen, Ezra so nah wie möglich zu sein, hatte er immer. Es äußerte sich nur manchmal etwas intensiver.
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