The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

    • Wyatt

      Wyatt hatte das Gefühl, dass zwischen fiktion und einem tatsächlichen Szenario Welten lagen, aber ein Alien zu daten kam ihm trotzdem immer normaler vor, je länger er darüber nachdachte und Jude hatte recht - es ging in dem ganzen Film schließlich darum, dass ein Typ unbedingt ein Alien daten wollte. Wy war so in den Tiefen seiner eigenen Moral versunken, dass Judes Frage nach etwas zu Trinken zuerst ein wenig an ihm vorbeirauschte. Er horchte erst wieder auf, als das Wort "Rum" fiel. Oh. OH! Das war tatsächlich eine fantastische Idee!
      "Ja!", stimmte er mit einem Grinsen zu, während er mit Jude zusammen aufstand. "Cola ist im Kühlschrank", instruierte er nutzloserweise, während er selbst zu einem der Wohnzimmerschränke ging. Die meisten Flaschen die darin standen hatten noch seinen Eltern gehört. Größtenteils Geschenke, die sie nie getrunken hatten. Weder ihre Eltern, noch Milo tranken viel - Milo sowieso meistens Bier, was sie relativ unzeremoniell im Keller lagerten. Wein und Rum hielt sich also eine Weile. Wyatt musste nur kurz suchen, bis er den Rum gefunden hatte. Zum Glück hatte der Schrank kein Schloss, sonst hätte Milo ihn sicher schon abgeschlossen. Was nicht weiter tragisch gewesen wäre - sie hätten ja genug Zeit gehabt, den Schlüssel zu suchen.
      Er kippte einen großzügigen Schluck in die Cola, bevor er sich wieder neben Jude auf das Sofa setzte. "Wir haben auch noch Wein und so da, falls du was anderes willst", kommentierte er, während er den Film wieder startete. "Und ich hab noch Zigaretten oben." Eine Packung steckte seit Wochen unter der Matratze. Die Zigaretten mussten ein bisschen gequetscht sein, aber das tat dem Nikotin ja keinen Abbruch.
      Die Rumflasche leerte sich zumindest nach und nach, während der Film vor sich her lief. Wy hatte ihn schon mal gesehen, aber das war ewig her und er hatte die Filmreihe nie näher verfolgt. Wenn er ehrlich war, bekam er jetzt auch nicht viel mit, weil Jude und er permanent über den Film hinweg quatschten, kommentierten oder Witze rissen. Es war deutlich unterhaltsamer, den Film so zu schauen, aber die Details gingen dabei ein wenig unter. Als Wyatt zwischendurch einen Blick auf sein Handy warf hatte Milo endlich geantwortet, ihnen viel Spaß gewünscht und ihn mehrfach darum gebeten, nichts anzustellen, was witzig war, weil Wyatt den Effekt des Alkohols mittlerweile ziemlich gut spürte und eigentlich gar keine Lust hatte, noch irgendwas anderes anzustellen.
      "Denkst du, wir schaffen die komplette Reihe heute noch?", fragte Wy, während der Abspann lief und er sich die nächste Rum-Cola mixte. "Die Filme sind doch alle so super lang, oder?" Je höher der Alkoholpegel in seinem Blut wurde, desto müder wurde er. Irgendwie wurde ihm jetzt erst bewusst, wie viel er heute eigentlich gemacht hatte. Die Nervosität vor dem Date, der Escape-Room, jetzt das hier. "Hast du Emma eigentlich jetzt angeschrieben?", fragte er mit einem kleinen Nicken zum Handy, nachdem sein Kopf von Kaias Frage nach Emma und Jude hin zu Judes Frage nach Emmas Insta gesprungen war.
    • Jude

      Okay, so enthusiastisch wie Wyatt antwortete wäre er sicher auch selbst demnächst auf die Idee gekommen, und wer weiß, vielleicht hätte er die Flasche ja auch aufgemacht, wen Jude nicht hier wäre, also war es genau genommen absolut nicht mehr seine Verantwortung. Und es war ja auch nicht so, als würde ein bisschen Alkohol sie umbringen, und Milo war Arzt, also hatte er ja eine größere moralische Verpflichtung ihnen keinen Schaden zuzufügen, als andere Leute. Oder? Ja.
      Jude nickte und holte die große Flasche Cola und dann begann das Trinken. Es war deutlich witziger, einen Filmmarathon betrunken zu machen. Was auch immer Emery sich hätte anschauen wollen, mehr als ein paar Schluck Hustensaft wäre zuhause nicht drin gewesen, also bereute Jude absolut nichts.
      „Wieso nicht?“, meinte er als Wy fragte ob sie die Reihe ganz schaffen würden. Er warf ihm einen Blick zu und hatte das Gefühl, dass er eher hätte fragen sollen, ob er selbst die ganze Reihe schaffen würde. „Ich jedenfalls“, sagte Jude und sah zurück zum Fernseher. Er hatte heute noch nichts gemacht, was ihm irgendwie einiges an seiner normalen Energie gekostet hatte, aber ungewollt einschlafen würde er nicht. Obwohl der Alkohol ihm vielleicht einen Strich durch die Rechnung machen könnten.
      „Nö…“, antwortete er und warf einen Blick auf sein Handy, das schon zwischen den Kissen versank, und überlegte. „Soll ich ihr jetzt schreiben?“, murmelte er mehr zu sich selbst. Er war sich nicht 100% sicher ob das eine gute Idee war, aber er musste nur kurz daran denken wie süß Emma war damit seine Hände sich wie von selbst bewegten. Hey, wer wusste schon, was passierte. Vielleicht antwortete sie sofort, kam noch vorbei und machte den Abend für ihn noch ein Stück lustiger.
      Er blinzelte Wyatt inmitten seiner Nachricht kurz an und fragte sich auf einmal, wieso er ihn eigentlich erinnert hatte. „Du hast nichts dagegen, wenn ich mit ihr schreibe?“, fragte er vorsichtshalber und hielt sich noch davon ab, das weiter auszuführen.
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    • Wyatt

      "Nein, warum sollte ich?", fragte Wyatt aufrichtig irritiert zurück. Emma hatte zwar selten von Dates gesprochen - und er musste zugeben, dass er sich erschreckend wenig davon gemerkt hatte - aber sie war definitiv selbstbewusst genug, um Jude einen Korb zu geben, falls sie nicht mit ihm ausgehen wollen würde. Zumal das ja eigentlich nicht mal offiziell im Raum stand. Jude sprach nur davon, sie anzuschreiben. Das war alles nur, weil-
      "Kaia wollte wissen, ob zwischen euch vielleicht was laufen könnte und ich muss ja irgendwie Bericht erstatten", erklärte er, bevor er kurz verwirrt die Augenbrauen zusammenzog. Er hatte das Gefühl, gerade etwas sehr Dämliches gesagt zu haben, konnte sich aber nicht genau erklären, was. Der Rum hatte mittlerweile eine viel zu effektive Mauer zwischen ihn und seinen Verstand gezogen. Lag es an Kaia? Aber sie war definitiv jemand, der Jude oder Emma auch direkt ansprechen würde, oder? Er nahm ihr ja einfach nur Arbeit ab. Sei's drum.
      "Postest du eigentlich viel bei Insta und so?" Wy hatte beinahe automatisch sein eigenes Handy gezückt, als er davon gesprochen hatte, Emma anzuschreiben, auch, wenn er selbst eigentlich niemandem texten wollte. Er starrte kurz auf sein Display, bevor er Instagram öffnete und automatisch auf seine kleine Gruppe mit Lucas und Emma tippte, in der zwei neue Memes aufgetaucht waren, bevor er sich daran erinnerte, dass er eigentlich auf Judes Profil hatte gehen wollen. Im Hintergrund begann der zweite Avatar-Film automatisch zu spielen. Die Vorteile der Technik.
      "Aww, die Selfies sind cool", merkte er an, auch wenn die Selfies ein bisschen verwackelt aussahen. Oder er war betrunkener, als er gedacht hatte. Vielleicht wäre es ganz gut, mehr Cola als Rum zu nehmen. Obwohl das Verhältnis bei ihm sowieso mehr in Cola-Richtung kippte. Alkohol schmeckte immer noch widerlich, aber der Effekt war zu nett, um nicht zu trinken. "Wie entscheidest du, was du postest und was nicht? Ich hab irgendwie nie Bilder, von denen ich will, dass alle sie sehen", fuhr er fort, während er Judes letzten Bildern ein Like für den Logarithmus gab.
    • Jude

      „Ich weiß nicht…“ Auf einmal fielen Jude auch keine guten Gründe mehr ein, weshalb Wyatt ein Problem mit der Sache haben könnte. Er war doch ein guter Kerl! Wahrscheinlich wusste Wyatt das einfach. Jude war doch bestimmt auf den ersten Blick jemand, den alte Leute ihren Enkeltöchtern vorstellen wollten. Was mit seinen vergangenen Freundinnen passiert war waren alles Einzelfälle und es war ja nicht seine Schuld, dass die alle so schwer zufrieden zustellen waren.
      „Gut, dann- Hey, warte. Wieso Kaia?“ Jude stockte und überlegte ob Kaia das tatsächlich so schnell gecheckt hatte, bei der Geburtstagsfeier. Und dann überlegte er, wieso Wyatt ihr Bericht erstatten musste. Jude warf den Kopf herum. „Du triffst dich mit Kaia? Oft? Seid ihr nur Freunde oder läuft was zwischen euch? Warum frag ich eigentlich. Da läuft definitiv was zwischen euch. Oder? Oder?“ Jude war in seinem Fragensturm etwas näher an Wyatt gerückt. Verdammt, er musste das einfach wissen. Sein ganzer Freundeskreis bestand aus Losern! Alle total unerfolgreich in der Liebe! Oder sie versuchten es garnicht erst. Halbe halbe. Und Kaia hatte ein ganz anderes Problem. Judes Meinung nach hielt sie sich einfach für was besseres als andere Menschen und wollte deshalb nie mit jemandem ausgehen. Wenn Wyatt der Außerwählte war, hatte sie das doch irgendwie Jude zu verdanken, oder? Es war ganz einfach: Die beiden mussten heiraten und Jude hatte dann für den Rest seines Lebens etwas gut bei ihr.
      „Woah, hey, habt ihr rumgemacht? Warte, beantworte das nicht. Urgh. Nicht urgh aber urgh, sie ist wie meine kleine Schwester. Oh, HAHAH! Ich hab jetzt schon Mitleid mit dir, wenn du ihre Familie kennenlernen musst als ihr Freund“ Jude brach auf einmal in einen Lachanfall aus. Die Vorstellung war nur verdammt witzig, weil es nicht sein Problem war.
      Nach ein paar Minuten wischte er sich die Tränen aus dem Gesicht und hielt sein Handy hoch, um Wyatts Fragen zu beantworten. Er schoss ein Selfie, auf dem sie beide ziemlich bescheuert aussahen. Aber nicht bescheuert um es zu löschen, wenn man nach Judes Standards ging.
      „Oh, ich poste irgendwie alles, das ich gut finde, und es bleibt so lange hochgeladen bis Emery mich wie ein MMA Fighter mit einem Headlock überrascht und mich zwingt es runterzunehmen. Dem ist halt echt alles peinlich. Kann ich das posten?“ Er drehte Wyatt sein Handy zu und zeigte ihm das verwackelte Selfie von gerade eben.
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    • Wyatt

      "Weil Kaia-", setzte Wyatt zu einer Erklärung an, bevor Jude offenbar seine ganz eigene Lösung fand. Was...schlecht war. Er konnte spüren, wie sein Herz einen panischen Moment aussetzte, während er sich wieder seltsam nüchtern fühlte. Hatte er sich nicht vorgenommen, es keinem von Kaias Freunden zu erzählen? Soviel zu dem Thema, hm? Kaia würde ihn hassen. Er würde nie sein zweites Date bekommen.
      "Nein?", antwortete er, zu langsam und etwas zu fragend, als dass Jude es ihm abnehmen würde. Er hatte die dunkle Ahnung, dass er sich irgendwas anderes einfallen lassen sollte, ihm erzählen sollte, dass sie sich nochmal im Jugendzentrum gesehen hätten, oder auch über Insta texteten, oder so, aber sein Hirn wollte keine Verbindung zu seinem Mund herstellen, weshalb er einfach schwieg, was alles wahrscheinlich noch schlimmer machte. Dafür nickte er kurz, als Jude fragte, ob er das Selfie hochladen dürfte, ohne, dass er das Bild so richtig gesehen hatte. Würde schon passen. Er hatte gerade ein größeres Problem.
      "Wir hatten ein Date. Heute", gab er zu. "Bitte sag es niemandem. Ich wollte warten, bis sie es erzählt, weil ihr länger befreundet seid, als wir." Aber irgendwie fühlte es sich nach und nach seltsam befreiend an. Vielleicht musste er doch nicht warten, bis Milo sich morgen wieder nach hause bequemte, um mit jemandem über das Date zu reden. Auch, wenn Jude die ganze Sache offenbar sehr unterhaltsam fand, was nicht unbedingt die Reaktion war, die er sich erhofft hatte. Milo hatte wenigstens einigermaßen begeistert geklungen, als er ihm von dem Date erzählt hatte, auch, wenn Wyatt sich seltsam sicher war, dass die Reaktion ein wenig gespielt gewesen war.
      "Ist ihre Familie so schlimm?", fragte er nach einer kleinen Pause. Irgendwie hatte er darüber noch absolut nicht nachgedacht. Also er hatte schon irgendwie gewusst, dass er irgendwann ihre Familie kennen lernen musste, falls die Dates zu einer Beziehung führten, aber er hatte ja schon einen von Kaias Brüdern kennengelernt und er war ihm nicht sonderlich schlimm vorgekommen. Irgendwie war er davon ausgegangen, dass sich schon irgendwie alles regeln würde. Ganz nett und freundlich. Jetzt setzten irgendwie Bedenken ein. Wenigstens würde er sich bei Milo keine Gedanken machen - er kannte Kaia ja schon und würde sich nicht groß beschweren, höchstens vielleicht ein bisschen peinlich sein. Aber damit könnte er leben. Aber was, wenn Kaias Familie ihn nicht leiden würde?
    • Jude

      Jude war zu beschäftigt damit, ein paar zusammenhangslose Emojis unter seinen Post zu setzen und Wyatts Profil zu markieren, um dessen Panik wirklich mitzubekommen. Erst, als er fragte, ob Kaias Familie denn wirklich so schlimm war, wandte er ihm den Blick zu.
      „Hm?“ Wyatt sah im Gegensatz zu Jude nicht so aus, als fände er das zum Totlachen. „Oh, naja…“ Er überlegte. So richtig beurteilen konnte er das ja nicht, er war mit Kaia nur befreundet, aber…
      „Sie hat zwei ältere Brüder und strenge Eltern… Du konntest dir doch wahrscheinlich selbst denken, dass die relativ beschützerisch unterwegs sind, spätestens, wenn Kaia überall abgeholt und hingebracht wird. Ehrlich, sie verhält sich manchmal wie eine Prinzessin, weil sie auch oft genug so behandelt wird“ Jude schmunzelte und war sich nicht sicher ob das Wyatt auch nur im Geringsten half. Wenn er nach dem ersten Date so besorgt war, ob ihre Familie ihn mögen wurde, stand er echt krass auf sie, hm?
      Jude überlegte nochmal, stellte fest, dass der Alkohol es wirklich schwierig machte mitfühlend zu sein, und bemühte sich trotzdem. „Mach dir keine Sorgen, ich meine… Klar, sie wird nicht dich gegenüber ihrer ganzen Familie wählen. Zumindest bin ich mir da ziemlich sicher. Aber die mögen dich bestimmt! Mich… nicht so sehr. Aber so als Tipp: Typen, die nicht rauchen oder trinken kommen immer etwas besser an“ Was eigentlich nur bedeutete, dass Wyatt lügen musste. Kaia beschwerte sich sowieso immer über den Rauch, also konnte er das auch gleich bleiben lassen. Jude konnte nur aus Erfahrung sagen, dass es keine Pluspunkte einbrachte, wenn man von den Eltern der Freundin mit einer Zigarette erwischt wurde. Mit Fünfzehn. Also… Hey! Wenigstens konnte er Wyatt aus seinen Fehlern lernen lassen! Bei Emery funktionierte das nicht, weil er ein Einsiedler war, der nie auf irgendjemanden stand.
      Das Problem war nur, dass Jude selbst oft nicht wusste, was schiefgelaufen war. Also war Wyatt vielleicht doch besser dran wenn er nicht auf ihn hörte.
      „Ähm… ich sag ihr jedenfalls nichts. Ich seh sie nichtmal oft genug, als dass ich ne Gelegenheit hätte, dass es mir rausrutscht. Aber wenn sie es Jia erzählt solltest du vielleicht erstmal mit verriegelten Fenstern schlafen“ Er drehte den Kopf wieder dem Fernseher zu und schnappte sich eine Handvoll Chips, und bei der ruckartigen Bewegung begann sich plötzlich der Raum zu drehen. Woah… Vielleicht doch mal eine Pause von der Rumcola machen.
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    • Wyatt

      Jia war gerade irgendwie sein geringstes Problem. Ja, sie wäre absolut nicht begeistert, dass er Kaia datete, aber sie war außerdem schmal und jünger als er, also ging er optimistisch davon aus, dass sie es nicht schaffen würde, ihn zu erwürgen. Kaias Familie war da eindeutig die größere Problemquelle. Wenigstens hielt Jude die Klappe. Hoffentlich. Vielleicht könnte Wyatt ihn auch einfach so lange mit Rumcola abfüllen, bis er es morgen vergessen hatte. Hauptsache, er würde die Dates mit Kaia irgendwie überleben. Rauchen und Trinken wäre wahrscheinlich kein Problem - er war ja nicht abhängig. Das würde ihm sogar noch Pluspunkte bei Milo einbringen.
      "Ich verstehe nicht, dass sie dich nicht mögen", merkte Wy an, während er sich etwas tiefer ins Sofa drückte. "Ich finde dich cool." Er konnte aus dem Augenwinkel sehen, wie die ersten Notifications auf seinem Handy aufploppten, zuerst die Info, dass Jude ihn markiert hatte, danach eine kurze Nachricht von Emma. Er ignorierte beides und sah wieder zum Fernseher, während seine Gedanken immer noch um Kaias Familie kreisten. Irgendwie war es fast unfair, dass er sich mit ihren Eltern auseinandersetzen müsste, während sie sich nur Milo stellen musste, der wohl mehr Mitleid mit ihr haben würde, als Bedenken wegen der Beziehung. Obwohl er sich sicher war, dass Kaia bei seinen Eltern auch ein leichtes Spiel gehabt hätte. Wys Eltern hatten selten was gegen seine Freunde gesagt, aber er hatte ihnen immer relativ leicht ansehen können, wenn sie einen von ihnen nicht gemocht hatten. Meistens die, die laut und extrovertiert waren.
      "Obwohl, wenn ich so drüber nachdenke...ich glaube, meine Eltern hätten dich auch nicht gemocht." Wy musste über diese Erkenntnis fast lachen. Vielleicht war Jude einfach eine kontroverse Persönlichkeit. Aaron hätte wohl auch kein leichtes Spiel mit ihnen gehabt - in mehrererlei Hinsicht - was fast ein bisschen Mitleid in Wyatt auslöste. Fast.
      "Mochten deine Eltern all deine Freunde?", fragte er schließlich. Eine ziemlich persönliche Frage, aber wenn Jude so drauf war, wie Wy, würde ihn das hoffentlich nicht stören. Es war manchmal fast ein bisschen schlimmer, wenn alle so taten, als hätten seine Eltern nie existiert, oder als wären sie nur im Urlaub, oder so. Vielleicht ging es Jude da ähnlich.
    • Jude

      "Eh. Ich glaube, das liegt daran, dass Kaia sonst nur Freundinnen hat und ich zwei Jahre älter bin. Ich finde es nur seltsam, dass sie mich noch immer nicht leiden können", rationalisierte Jude. Es war nicht so, dass er diese Überfürsorglichkeit garnicht verstand, aber er war mit Kaia seit Jahren befreundet. Zumindest ihre Tante mochte Jude. Die hatte ja auch selbst im Jugendzentrum gearbeitet. Und ihre Brüder waren eigentlich total okay.
      "Meine Eltern mochten jeden", sagte Jude ernst, ohne zurück zu Wyatt zu schauen. "Wir haben sogar gemeinsam mit Freunden Urlaub gemacht. Meine Eltern hatten viele Freunde und ich war eben mit deren Kindern befreundet, und manchmal ist es auch andersrum gewesen, aber ich kann mich nicht erinnern, dass sie irgendwen jemals nicht mochten" Emery war ein Fall, wo ihre Eltern zuerst befreundet gewesen waren. Sie waren schließlich eine Weile Nachbarn gewesen. Sie hatten alles zusammen gemacht, noch bevor sie zusammen gewohnt hatten. Das war alles ziemliches Glück gewesen, Jude hätte genauso gut im Waisenhaus landen können.
      "Dass deine Eltern mich nicht gemocht hätten, stört mich nicht. Ich kann mich mindestens genauso gut durch Fenster schleichen wie Jia", fragte er schließlich und drehte sich dem Jüngeren doch wieder zu. "Aber du wärst nie ins Jugendzentrum gekommen, also hätte das Talent eh keinen Nutzen gehabt. Weil wir uns nicht kennen würden. Irre, wie das Leben manchmal läuft, hm? Ich hätte die Hälfte meiner Freunde auch nicht, wenn meine Eltern nicht tot wären. Da fragt man sich irgendwie, ob man jetzt dankbar sein soll oder nicht" Er zuckte leicht mit den Schultern.
      Klar, klang das etwas brutal, aber er fragte sich ständig, wie anders sein Leben wohl wäre, und er würde es nie wissen. Vielleicht hätte er die meisten Leute trotzdem irgendwie kennengelernt, oder andere Leute, und vielleicht wäre sein Leben viel besser gewesen, oder viel schlimmer. Wahrscheinlich war es Luxus, dass er so denken konnte. Jia dachte sich momentan wahrscheinlich eher nicht "Gott sei Dank haben meine Eltern mich rausgeworfen". Aber in Judes Fall… war das alles so viele Jahre her, dass er sich sein Leben nicht mehr anders vorstellen konnte, und er hatte wirklich das beste daraus gemacht und vermutlich ziemlich viel Glück gehabt. Und jetzt… wäre es irgendwie echt traurig, wenn er nicht mit Emery im selben Haus wohnen würde, oder Carol kennengelernt hätte, oder seine Freunde. Besser wäre es zwar, wenn seine Eltern einfach zusätzlich existieren könnten, aber man konnte eben nicht alles haben.
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    • Wyatt

      Wy musste kurz ungewollt auflachen, als Jude davon sprach, durch das Fenster zu klettern. Er war wahrscheinlich sogar weitaus besser darin, als Jia. Zum einen war er deutlich größer und hätte damit weniger Probleme, zum Fenster zu kommen, zum anderen würde Wy, anders als bei Jia, nicht versuchen, Jude irgendwie draußen zu halten. Zum Glück ließen Judes fast schon philosophische Folgegedanken ihn wieder ein wenig innehalten.
      Im Grunde hatte Jude recht - wenn sie beide ihre Eltern noch hätten, hätten sie sich wahrscheinlich nie kennengelernt. Sie hätten sich nie angefreundet und würden jetzt nicht hier sitzen, einen Film schauen und reden. Wy hätte auch Milo nicht gehabt. Oder zumindest noch nicht. Der Kontakt zwischen ihnen war auf einem Minimum gewesen und Wy hatte keine Ahnung, ob sie trotz ihrer Eltern irgendwann nochmal aufeinander zugekommen wären. Irgendwie wollte er glauben, dass er mehr mit Milo gemacht hätte, wenn er selbst volljährig und von zuhause ausgezogen wäre, aber eine kleine Stimme in seinem Hinterkopf flüsterte leise, dass er sich wahrscheinlich einfach nie wirklich für seinen Bruder interessiert hätte. Aber war es das wert? Er hatte Milo lieb, natürlich, sie waren Familie, aber er konnte unfassbar spießig und anstrengend sein, wenn er wollte. Am liebsten hätte Wy einen Mittelweg gehabt - seine Eltern, seine Freunde und Milo - aber das war vollkommen unmöglich. Eigentlich wollte er darüber gar nicht nachdenken. Er merkte langsam, dass seine Gedanken wieder in den fast apathischen Zustand abdrifteten, den er kurz nach dem Tod seiner Eltern gehabt hatte, was alles andere als gut war.
      "Deine Eltern klingen super nett", setzte Wy an, "was nur eine Frage offen lässt: Hätten sie dich ein Alien daten lassen, oder wären deine Träume spätestens da gescheitert?" Er grinste Jude ein wenig entgegen in der Hoffnung, das Gespräch irgendwie auf ein weniger schweres Thema zurück zu leiten. "Meine hätten mich wahrscheinlich direkt einweisen lassen, wenn ich es auch nur erwähnt hätte. Die waren hardcore religiös, ich weiß nicht mal, ob sie an Aliens geglaubt haben." Aber wenn sie sich schon daran gestört hatten, dass Milo mit Männern ausging, hätten sie Aliens als Dates wahrscheinlich gehasst.
    • Jude

      "Hm" Jude musste sich das tatsächlich kurz durch den Kopf gehen lassen. Zugegeben, er hatte mit seinen Eltern nie über so etwas geredet. Als sie gestorben sind, war er 13 gewesen. Viel Gelegenheit, über Dates zu reden, war da irgendwie nicht. Aber er ging nicht davon aus, dass seine Eltern mit irgendjemandem oder irgendetwas ein Problem gehabt hatten, und das musste dann auch für alle Wesen gelten, die Jude daten würde.
      "Ich glaube, mein Dad hätte das sogar cool gefunden", meinte er und runzelte nachdenklich die Stirn. "Zumindest hat sich meine Mom an Halloween mal als Dämon verkleidet und er war dem… nicht abgeneigt… Aber darüber muss ich echt nicht länger nachdenken" Seine Eltern waren total verknallt ineinander gewesen. Das war manchmal ein grausamer Anblick.
      "Deine Eltern war echt spießig, hm? Denkst du, Milo lässt dich wenigstens Aliens daten, wenn du es wirklich willst?" Er schmunzelte. "Aber du hast ja sowieso schon Kaia, also liegt es wohl an mir, mich für die Menschheit zu opfern und diese Erfahrung zu machen"
      Das Gespräch ging verrückt lange weiter. Sie hatten vielleicht zu viel zu sagen, über Dates mit Aliens, und Jude war viel zu kurz davor gewesen, sich Stifte und Papier zu holen und seinen perfekten Alien-Type zu zeichnen, damit Wyatt seine Vision besser nachvollziehen konnte. Dafür war er letzten Endes dann aber doch zu müde. Der Alkohol kickte eben irgendwann rein, wenn man es am wenigstens erwartete. Jude war froh, dass er sich schon in seinen Pyjama gekämpft hatte, bevor er zu spät war. Irgendwann hatte er einfach absolut keine Lust mehr, sich zu bewegen.
      "Sag mal, ist es schlimm, wenn wir einfach auf der Couch pennen?", murmelte Jude halb in das Kissen hinein während er mit verschwommenem Blick den Fernseher ansah. Was in dem Film gerade abging, konnte er echt nicht sagen. Er wusste, dass er in zwei Sekunden im Koma liegen würde, wenn er jetzt die Augen schloss.
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    • Wyatt

      Zum Glück schien sich die Stimmung tatsächlich zu heben. Darüber zu diskutieren, unter welchen Umständen Milo ein Date mit einem Alien zulassen würde, wie weit Jude gehen würde, um sich für die Menschheit zu opfern und eine genaue Beschreibung seines Typs war irritierend unterhaltsam. Gegen Ende war Wy sogar halbwegs überzeugt, dass es gar nicht so schlimm war, ein Alien zu daten und diskutierte nur noch dagegen an, um die Witze nicht abbrechen zu lassen. Die Rum-Cola Mische hielt noch ein wenig und zwischendurch war Wy sich seltsam sicher, das sie sich in ihrer Konversation wiederholten, aber alles war irgendwie seltsam perfekt. Der Frust über Milos Date war vollkommen vergessen, die Nervosität seines eigenen Dates war abgeflacht. Emma hatte zwischendurch ein kleines "Vollpfosten <3" zu seinem Selfie mit Jude geschrieben, das Lucas umgehend mit einem Like bedacht hatte. Der Abend war ganz und gar gerettet.
      Einzig der Film war etwas in Vergessenheit geraten. Wy konnte bein besten Willen nicht mehr zusammenfassen, was in der letzten halben Stunde passiert war und nach und nach fing er an, die Charaktere durcheinander zu werfen. Er hatte keine Ahnung mehr, wer zu wem gehörte, als Jude neben ihm davon sprach, schlafen zu gehen. Vielleicht war das ein Zeichen. Wahrscheinlich müsste er sich die Filme irgendwann nochmal alleine ansehen, um mitreden zu können.
      "Können wir machen, würde ich aber nicht empfehlen", antwortete er, während er selbst absolut keine Lust hatte, aufzustehen. Wenigstens hatten sie zwischendurch in ihre Schlafanzüge gewechselt. Eine Hürde weniger, um ins Bett zu fallen. "Die Couch ist super unbequem." Wy hatte oft genug hier gelegen, wenn er krank gewesen war und Fernseher schauen wollte. Danach war es ihm meistens schlechter gegangen, weil sich zu der Erkältung noch schmerzende Muskulatur gesellte. Ganz davon abgesehen, dass die Couch zu klein war, als dass sie sich zusammen entspannt hinlegen könnten, wenn sie nicht gerade kuscheln wollten.
      "Es sind nur ein paar Stufen. Wir schaffen es schon irgendwie ins Bett", merkte er an, zu müde, um tatsächlich optimistisch zu klingen, während er nach der Fernbedienung griff. Sie müssten nur noch die Gästematratze ausrollen, was schnell gemacht war. Hoffte er zumindest. Wy gähnte, fast doch bereit, hier und jetzt auf dem Sofa die Augen zuzumachen, bevor er sich einen Ruck gab und aufstand.
      "Na komm. Wir schaffen es noch hoch." Was wieder optimistischer klang, als er sich fühlte. Der ganze Raum drehte sich. Wy hielt Jude eine Hand entgegen, selbst ein wenig unsicher, ob er ihn auf die Beine ziehen, oder sich selbst abstützen wollte. Er wusste später nicht mehr ganz, wie sie es die Treppe hinauf geschafft hatten und er war sich seltsam sicher, dass sie mindestens eine Lampe beim Lichtausschalten vergessen hatten, aber das war egal. Die Matratze lag irgendwann, etwas schräg, neben Wys Bett. Er hatte Milos Kissen und Decke genommen, zu faul, die eigentliche Gästegarnitur zu suchen. Sie könnten schlafen. Endlich. Wy fühlte sich viel zu glücklich, als er endlich seine Prothese neben das Bett stellen - sie kippte fast sofort scheppernd zur Seite - und sich hinlegen konnte.
      "Weißt du - Ich bin wirklich froh, dass du Zeit hattest", merkte er an, während er sein Kissen umarmte und zu Jude sah. "Sonst wäre der Abend wirklich langweilig geworden. Gute Nacht."
    • Jude

      Jude setzte sich schwerfällig und mit einem furchtbar genervten Stöhnen auf. Die Couch war unbequem? Er hatte darauf die ganze Zeit perfekt gelegen. Und wer kaufte sich eine Couch, auf der man nicht pennen konnte?! Da stimmte was nicht. Das entging dem ganzen Prinzip. Vorm Fernseher einschlafen war das Beste.
      Er schnappte sich Wyatts Hand und zog ihn beinahe zu sich auf den Schoß, als dass er beim Aufstehen geholfen hatte, und Jude wankte schließlich mehr die Stiegen hinauf als der Typ mit der Prothese. Es war nicht nur der Alkohol, er war auch einfach verdammt müde und schloss alle zwei Stiegen etwas zu lange die Augen. Er kippte mehr oder weniger bloß auf die Matratze, die Wyatt ihm ausrollte, und zog sich unmotiviert ein wenig die Decke über den Rücken. Ah. Egal. Es war Nachts sowieso nicht mehr so kalt wie vor ein paar Wochen.
      Jude hatte keine Ahnung, wie und warum Wyatt jetzt noch reden konnte, auch wenn es nur ein paar Worte waren. Aber es wäre rührend gewesen, wenn Jude noch irgendeine Emotion außer Müdigkeit übrig hätte.
      „Mhm“, machte er und überlegte es dabei zu belassen, aber das kam ihm so assozial vor, dass er sich doch nochmal zurück ins Bewusstsein zwang. „Ich auch. Das hat die Bazillenparty jedenfalls echt getoppt“, murmelte er. Es war lustig gewesen. Wahrscheinlich mussten sie sich wirklich öfter treffen. Aus irgendeinem Grund hatte Jude jemand gefehlt, der auf derselben unsinnigen Wellenlänge war wie er, und Wyatt ließ ihn die Zeit vergessen. Das brauchte er dringend.
      „Gute Nacht, Wyatt“, murmelte er, blinzelte etwas der Prothese entgegen, die quasi neben ihm stand und sagte schließlich: „Gute Nacht, Wyatt‘s Bein“
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    • Wyatt

      "Gute Nacht, Bein", echote Wy, ohne groß darüber nachzudenken, wie bescheuert das klang. Klang es bescheuert? Eigentlich war es doch irgendwie süß, oder? Das Bein war immerhin ein Teil von ihm und trug ihn überall hin, wo er wollte! Er sollte ihm viel öfter eine gute Nacht wünschen und sich viel seltener ärgern, wenn er damit in einer Jeans stecken blieb. Alleine für diese Erkenntnis hatte es sich doch schon gelohnt, Jude einzuladen, nicht? Er sollte das öfter machen.

      Wyatt wusste nicht, wann genau er eingeschlafen war. Es war eine dieser Situationen gewesen, in denen man in der einen Sekunde noch vor sich hin gedacht hatte und in der nächsten plötzlich weg gewesen ist. Er wusste nicht mal, ob er vor oder nach Jude eingeschlafen war. Leider war nur das Aufwachen nicht annähernd so angenehm.
      Es musste immer noch mitten in der Nacht sein. Es war stockdunkel, als ein Schmerz durch sein Bein fuhr, der so massiv war, dass Wy unfreiwillig aufschrie und sofort aufrecht saß. Der Schmerz war schwer zu beschreiben, irgendwas zwischen einem Krampfen und einem Brennen, so, als würde sein Schienbein brechen, nur, dass das Schienbein schon seit Monaten gebrochen war und sich nicht mehr in seinem Körper befand. Phantomschmerzen. Wy hatte das schon mal durchgemacht, kurz nachdem er sein Bein verloren hatte, aber er hatte gehofft, dass es was einmaliges bleiben würde. Er stieß ein kleines Wimmern aus, während er versuchte sich zu erinnern, was ihm im Krankenhaus dazu gesagt hatte. Offenbar erinnerte sich das Hirn ab und an nicht mehr daran, dass das fehlende Körperteil nicht mehr da war und deutete Signale falsch. Ihm war geraten worden, das Bein zu visualisieren, den eigenen Körper irgendwie auszutricksen, oder sich, vollkommen gegenteilig dazu, vor Augen zu führen, dass das Bein fehlte in der Hoffnung, dass sein Hirn mitspielte. Beides war furchtbar schwer, wenn der Schmerz einen vollkommen überforderte.
      Er tastete im Dunkeln nach seinem Stumpf, schloss seine Finger darum und hoffte, dass sein Kopf so verstehen würde, dass nichts mehr da war, was irgendwie schmerzen könnte. Es half nicht sonderlich gut. Wy sog schmerzhaft nach Luft, während er versuchte, nicht erneut aufzuschreien. Sein Kopf schien nicht verstehen zu wollen, dass sein Bein fehlte, erinnerte ihn aber dafür bereitwillig daran, dass Jude neben ihm auf dem Boden schlief.
      Es war okay. Der Schmerz würde irgendwann abebben. Zähne zusammenbeißen. Der Schmerz würde gleich vorbei sein. Alles war gut. Das Bein war weg. Der Schmerz war nicht real. Oh fuck, warum musste das ausgerechnet heute passieren?
    • Jude

      Jude zuckte aus dem Schlaf und riss die Augen auf, als er realisierte, dass der Schrei nicht von der Boomer-Lady in seinem Traum kam, sondern real und direkt an seinem Ohr war. Er bekam eine Sekunde lang Panik, weil er keine guten Erfahrungen damit gemacht hatte, von Geschrei wach zu werden. Aber es war stockfinster, es brannte nichts, und er war sich ziemlich sicher, dass das Schluchzen von Wyatt kam. Es war furchtbar, sich im Dunkeln in einem fremden Zimmer orientieren zu müssen. Jude hatte das Gefühl, in die Leere zu starren, als er sich aufsetzte und nach den Lauten umdrehte. Seine Augen gewöhnten sich nur langsam an die Nacht.
      „Wyatt?“, fragte er gestresst und blinzelte angestrengt. Er hatte keine Ahnung, was los war, aber es klang, als würde sein Freund abgestochen werden und nachdem Jude nichts sehen konnte, war er vielleicht als nächstes dran. Deshalb schob er die Decke von sich herunter und kniete sich hin, tastete die Umgebung ab und fand schließlich den Schreibtisch, vor dem er geschlafen hatte. Er stand auf und fuhr mit den Händen über den Tisch, um die Lampe zu finden.
      „Hey, was ist los?“, fragte er. Wyatt schrie zwar nicht mehr, aber er hatte ganz offensichtlich Schmerzen oder so. Jedenfalls hatte Jude noch nie erlebt, dass ein Alptraum einen solche Laute machen ließ.
      Klick. Er hatte endlich den Schalter der Schreibtischlampe gefunden. Jude fühlte sich von der plötzlichen Helligkeit extrem geblendet und kniff die Augen zusammen, bevor er sich zu Wyatt drehte, und ihn geradeso ausmachen konnte. Der saß auf seinem Bett und umklammerte sein Knie. Oder, zumindest die Stelle, wo sein Bein zu früh aufhörte.
      „Ist alles okay?“, fragte Jude ratlos. Zumindest war Wyatt nicht blutüberströmt mit einem Messer in der Brust.
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    • Wyatt

      Oh. Offenbar musste er sich keine Gedanken mehr darum machen, Jude aufzuwecken. Fuck. Wy beantwortete die Frage mit einem abgehackten Nicken und einem kleinen Daumen hoch, während sein Bein den nächsten Schmerzschub durch seinen Körper jagte. Schwächer als der Letzte. Das Licht schien seltsamerweise tatsächlich irgendwie zu helfen. Vielleicht war das mit dem Visualisieren doch gar kein so dämlicher Tipp gewesen. Zumindest schien sein Kopf langsam zu realisieren, dass ein Bein, das nicht mehr mit dem Körper verbunden war, nicht schmerzen konnte, was ihn mit ein wenig schwächeren Schmerzen und dafür…etwas mehr Scham zurückließ. Da lud er Jude spontan zu einer Übernachtungsfeier ein, nur, um ihn mitten in der Nacht wach zu schreien, so als ob er ein vollkommen durchgedrehter Irrer wäre. Gott, Jude musste wirklich denken, dass er irgendwie bescheuert war.
      "Phantomschmerzen", antwortete er knapp, während er den Stumpf seines Beines massierte. Er hatte das irrationale Bedürfnis, sein fehlendes Bein zu dehnen. Warum musste sein Kopf so kaputt sein? Wyatt atmete einmal tief durch, während der Schmerz langsam in ein dumpfes Pochen überging, das sich wenigstens aushalten ließ. Er setzte sich vorsichtig gerade auf und sah zu Jude. "Sorry. Das passiert wohl ab und an." Er hatte nur gehofft, dass es nicht heute passierte. Nicht, wenn jemand dabei war. Wyatt zog das Bein, das noch vorhanden war, an und stützte seine Wange auf sein Knie. Irgendwie hatte er zeitgleich das Gefühl, furchtbar wach zu sein und direkt einzuschlafen, sobald er sich wieder hinlegen würde. Sein Shirt klebte verschwitzt an ihm.
      "Das hört gleich auf. Mein Kopf muss nur irgendwie checken, dass ich kein Bein habe, das irgendwie weh tun könnte", fuhr er leise fort. "Tut mir leid, dass ich dich aufgeweckt habe. Du kannst dich wieder hinlegen." Vielleicht würde Jude morgen denken, dass er das alles nur geträumt hatte. Dann würde Wy zumindest nicht so vollkommen seltsam wirken.
    • Jude

      Phantom… schmerzen. Das war besser als reale Schmerzen, oder? Jude hatte sich schon darauf eingestellt, die Rettung zu rufen, oder die Polizei, oder beide. Er spürte sein Herz noch dumpf gegen seine Brust hämmern. Eine Weile stand er noch irritiert auf seiner Matratze, als Wyatt meinte, er solle sich wieder hinlegen, bis er es tatsächlich doch tat.
      Jude setzte sich in den Schneidersitz, zu Wyatt gerichtet. Obwohl er den Schock noch verdaute, blinzelte er schwer, und das Licht brannte in seinen Augen. Er sah Wyatt zu, wie er sich bei den Schmerzen leicht anspannte, und wieder locker ließ.
      „Das erinnert mich an einen Witz“, murmelte Jude. „Oder ein Meme?“ Er war zu müde um klar zu denken und war sich garnicht sicher, ob Wyatt das jetzt unbedingt hören wollte. „Also, da gab es die Frage, ob es weh tut, ein Bein zu verlieren. Und dann meinte der eine, ja, tut es. Und der andere meinte: Und wo spürt man den Schmerz? Und beide meinten: Im Bein. Und das geht ja eigentlich nicht, wenn das Bein weg ist. Ich meine, das ist echt bescheuert, weil die durchtrennten Nerven weh tun, und so. Aber an Phantomschmerzen hätte ich nichtmal gedacht. Da spürt man ja echt Schmerzen, die man nicht spüren sollte“ Was so ziemlich das Prinzip von Phantomschmerzen war, ja. Jude runzelte die Stirn. Wahrscheinlich sollte er sich wirklich hinlegen und weiterschlafen aber er war sich ziemlich sicher, dass er noch immer betrunken war, und seine Reaktionsgeschwindigkeit bei einem tatsächlichen Einbrecher zum Problem geworden wäre. Und außerdem hatte er ein komisches Gefühl dabei, Wyatt alleine wach da sitzen zu lassen. Das Mindeste war doch, ihn abzulenken. Jude wusste schließlich, wie es war, wenn man von Schmerzen wach wurde. Auch, wenn sein Gehirn sich die nicht eingebildet hatte. Obwohl… waren nicht alle Schmerzen irgendwie eingebildet?
      Jude starrte ein wenig auf seine Finger, die er gegeneinander tippte, und überlegte, was er tun könnte. Letztlich stand er auf und und setzte sich ohne zu fragen neben Wyatt in sein schmales Bett. Er lehnte sich an die Wand.
      „Was habt ihr eigentlich gemacht… auf dem Date? Wart ihr so 08/15 im Kino?“, fragte Jude leiser.
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    • Wyatt

      Die Konversation überforderte Wyatt irgendwie ein wenig. Nicht inhaltlich, sondern einfach...weil sie stattfand. Er hatte irgendwie damit gerechnet, dass Jude sich tatsächlich einfach wieder hinlegen würde, oder einen Witz machen und es dabei belassen oder sich beschweren würde. Er hatte alles davon absolut verstanden. Aber einfaches, normales Reden war irgendwie keine Option in Wyatts Kopf gewesen. Die Erwähnung von dem Meme entlockte ihm ein kleines Lachen, während er zur Seite rutschte, damit Jude sich setzen konnte. Eigentlich hatte es Recht, aber das änderte tragischerweise nichts daran, dass sich der Schmerz viel zu real anfühlte, um ihn einfach zu ignorieren, oder rationalisieren.
      "Oh! Ähm...nein, ich hatte einen Zombie-Escape-Room vorgeschlagen. Wir hatten davor noch Pizza gegessen und danach ein Eis. Kino war mir irgendwie zu normal." Außerdem konnte man sich kaum unterhalten, wenn man im Kino saß. Ja, man konnte den Film danach zusammen analysieren, aber man hatte trotzdem knappe zwei Stunden des Dates damit verbracht, stumm nebeneinander zu sitzen und das war doch irgendwie schade, oder? Oder zumindest etwas, was sich erst auf späteren Dates lohnte, wenn es nicht mehr ganz so darauf ankam, den jeweils anderen wirklich kennen zu lernen und man einfach nur Zeit zusammen verbringen wollte.
      "Es war echt gut. Die Zombies hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber Kaia hat happy gewirkt." Sein Bein fühlte sich mittlerweile nur noch so an, als ob man mit dem Schienbein gegen einen Couchtisch gestoßen wäre. Unschön, aber nicht mehr zu schmerzhaft. Vielleicht war er heute einfach zu viel gelaufen, oder hatte zu viel zu verarbeiten, oder so. Wyatt hatte keine Ahnung, was genau Phantomschmerzen auslöste, aber irgendwas in diese Richtung würde es schon sein.
      "Also zumindest denke ich, dass es gut gelaufen ist. Sie- Wir haben uns am Ende geküsst." Wy musste bei dem bloßen Gedanken daran wieder lächeln. Bis dahin war es wirklich ein fantastischer Tag gewesen. Er freute sich darauf, wieder was mit Kaia zu machen, egal, ob es ums nächste Date, oder einfach einen neutralen Gaming-Abend ging. Noch hatte Jia keine Ahnung, dass sie dateten, also musste er wohl die Zeit ausnutzen die ihm blieb, bevor sie damit anfangen könnte, Kaia irgendwie dazu zu überreden, doch nicht mehr mit ihm auszugehen.
      "Hey, du hast doch Datingerfahrung, oder?" Er sah wieder zu Jude, während er sich neben ihn an die Wand lehnte. "Hast du noch irgendwelche Tips für mich? Was war das beste Date, auf dem du je warst?" Vielleicht würde ihm das diesmal wenigstens die Recherche ersparen.
    • Jude

      „Ich könnte mir vorstellen, dass Kaia im Kino die zwei Stunden irgendwie hindurch gelabert hätte, also war‘s definitiv die bessere Entscheidung. Außer… keine Ahnung, vielleicht magst du es ja, wenn Menschen während Filmen nicht die Klappe halten können. Obwohl‘s vielleicht was anderes ist, wenn mir mein Date in ’nem dunklen Raum die ganze Zeit was in mein Ohr flüstern würde“ Da musste Jude tatsächlich kurz überlegen. Vielleicht würde er sich extra einen Film aussuchen, der ihn eh nicht so interessierte. Die meisten seiner Freundinnen hatten einen komischen Geschmack gehabt, waren aber auch nicht die größten Tratschtanten. Also hätte das wohl eh nicht geklappt. Und was Wyatt an Kaia fand, konnte Jude momentan auch nur so halb verstehen. Sie war ihm einfach zu… rechthaberisch? Nervig? Sie machte zwar immer ganz coole Sachen mit, und war nicht langweilig oder so, aber sie kam halt manchmal rüber, als würde sie sich für was besseres halten. Vielleicht stand Wyatt ja drauf, zurechtgewiesen zu werden, oder so. Selbst wenn es nur bei der Tatsache war, dass irgendwelche ekelhaften Essenskreationen ihrer Meinung nach unbedingt zusammen gehörten, und jeder der das nicht so sah, hatte anscheinend Mundkrebs und irgendwelche ernsthaften psychischen Probleme.
      „Mh. Vielleicht hält sie ja deine Hand, wenn du ihr sagst, dass du Angst hast“, schlug Jude sarkastisch vor. Er hatte kein Problem mit Zombies oder Horror allgemein. Aber wenn Wyatt schon nach Tipps fragte…
      „Zumindest klappt es ganz gut, wenn man sich mit Mädchen Horrorfilme anguckt. Hand halten, ankuscheln, und so“ Das lief wirklich wie von alleine sobald die erste Hexe an der Decke krabbelte.
      Jude rutschte etwas tiefer ins Bett und schnappte sich einen Teil von Wyatts Bettdecke. Bevor er weiterreden konnte, gähnte er erstmal gewaltig.
      „Äh… Hm… Mein bestes Date war seltsamerweise auf einem Schulfest. Meine Freundin letztes Jahr wollte unbedingt zu dem Abschlussball von der Abschlussklasse gehen, was ja dann nichtmal unserer war, aber sie wollte trotzdem hin und ich meine, man muss halt Opfer bringen. Also hab ich mir ‘nen Anzug und alles angezogen, und zumindest kann ich jetzt erstklassig Krawatten binden, aber der Ball war wirklich lahm. Das Gute daran war nur, dass meine Ex aus irgendeinem Grund den Spaß ihres Lebens hatte, total gut gelaunt war, und mit mir beim Tanzen rumgeknutscht hat. Oh, und sie hat echt heiß ausgesehen. Hatte so ein Kleid an, wo der Rücken offen bleibt? Also, vielleicht solltest du Kaia mit zu meinem Abschlussball in ein paar Wochen bringen“ Er zuckte leicht mit den Schultern. „Die steht sicher auch total auf das ganze. Musik, Deko, Getränke, und sie kann vor einer Menge Leute mit ihrem Freund angeben. Falls ihr dann zusammen seid. Und wenn nicht: perfekte Gelegenheit um sie fragen“ Er war schon ein Genie, oder? Jude war beinahe zu begeistert über seine eigenen Ideen. Er verstand nicht, warum seine Beziehungen nicht hielten. Er hatte doch den absoluten Durchblick!
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    • Wyatt

      Jude schien date-technisch eher in eine standardmäßige Richtung zu gehen. Nicht schlecht, aber nicht ganz das, was Wyatt eigentlich gesucht hatte. Er wollte ja irgendwie etwas Besonderes, was nicht jeder gemacht hatte und woran man sich später auf jeden Fall noch erinnern würde. Auch, wenn die Sache mit dem Abschlussball gar nicht so schlecht klang. Wy war schon drauf und dran, euphorisch zuzustimmen, was für eine geniale Idee das war, bevor ihm bewusst wurde, dass es dabei nur zwei ganz entscheidende Probleme gab. Erstens: Er konnte nicht tanzen. Er hatte keine Ahnung von Walzer und Foxtrott und was auch immer es sonst noch so gab und er wusste nicht sicher, ob die Balance auf seiner Prothese für die ganzen Drehungen und Schritte ausreichend genug war. Zweitens:
      "Äh...eigentlich solltest du nicht mal wissen, dass Kaia und ich daten. Ich habe keine Ahnung, wann sie es euch sagen wollte. Ich weiß nicht, ob sie da einem Date auf deinem Abschlussball zusagen würde." Ganz davon abgesehen, dass es irgendwie auch ein wenig schräg wäre, einen fremden Abschlussball als Date-Grundlage zu nutzen, oder? Und er müsste sichergehen, dass sich das nicht mit Lucas' Abschluss überschneiden würde. Lucas hatte selbst gesagt, dass er nicht auf seinen Abschlussball gehen würde, aber sie hatten sich vorgenommen, an dem Tag irgendwie selbst zu feiern - zocken, oder einfach abhängen, oder so. Aber das ließ sich ja hoffentlich schnell klären.
      "Vielleicht spreche ich es einfach mal an. Mehr als Nein sagen kann sie ja nicht." Wyatt seufzte und ließ sich ein wenig zur Seite rutschen, bis er wieder schräg auf dem Bett lag. "Ist Dating immer so schwer?" Wenn es hier nicht um Kaia gehen würde, würde er das zweite Date wahrscheinlich ewig vor sich herschieben, bis er die perfekte Idee hätte. Aber er wollte Kaia zu gerne wiedersehen, um sich Zeit zu lassen. "Was für ein Kleid würde sie tragen?", fragte er, um einfach weiter zu reden. Sein Bein hatte er selbst mittlerweile vollkommen vergessen. "Sie hatte heute so eine rote Jacke an, die stand ihr echt wirklich gut. Vielleicht würde das Kleid auch rot sein."
    • Jude

      „Also… bis dahin würde sie es schon erzählen, oder?“ Jude runzelte nachdenklich die Stirn. „Vielleicht wartet sie ja nur, dass ihr es offiziell macht. Ein Date reicht da wahrscheinlich nicht aus. Auch wenn ihr euch küsst. Das heißt nur, dass es einmal gut gelaufen ist, aber nicht, dass es auch dauerhaft klappt. Aber da solltest du mich echt nicht nach Tipps fragen. Dates, ja. Langfristige Beziehungen? Nein“
      Immerhin schien er da bisher irgendetwas falsch zu machen, dass er nicht ganz festmachen konnte. Er hatte kein Problem damit, sich Mädchen zu klären, und sie gut genug zu unterhalten, dass sie eine Beziehung wollten. Aber scheinbar reichte das dann nicht mehr. Und er wusste noch nicht ganz, was dieses Etwas war, das er entweder nicht machte oder falsch machte.
      Jude machte es sich ein wenig bequemer in Wyatts Bett. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass er in der Nacht rausfallen würde. Entweder das, oder er lag irgendwann auf Wyatt, was auch nicht optimal wäre. Aber ihm war gerade absolut nicht danach, wieder auf den Boden zu rutschen, und Wyatt schien das Ablenken außerdem geholfen zu haben.
      „Ich hab sie noch nie in nem Ballkleid gesehen, also keine Ahnung“, murmelte Jude. Irgendwie war es ja schon etwas seltsam mit Wyatt so über eine seiner Freundinnen zu sprechen. Aber wenn es ihm half? „Sommerkleider trägt sie aber dauernd, wenn es heiß ist, also kannst du dich zumindest darauf freuen“ Darauf konnten sich alle freuen. Nicht wegen Kaia. Definitiv nicht wegen Kaia. Wegen allen anderen Mädchen in seiner Schule. Und nicht nur wegen Sommerkleidern, auch wegen Röcken, engen T-Shirts, dem ganzen bauchfreien Zeug, Zöpfen… Jude bemühte sich nicht zu grinsen, damit Wyatt nicht wirklich dachte, dass er Kaia im Kopf hatte.
      „Vielleicht geht sie auch extra einkaufen dafür. Mädchen sind so. Ich wette, dass sie Jia anruft, und- Okay, vielleicht nicht unbedingt Jia. Vielleicht jemanden, der beim Shoppen enthusiastischer dabei wäre. Hm… wenn sie mal mehr mit Emma macht, kann sie vielleicht ein gutes Wort für mich einlegen oder so“ Das wäre doch ein guter Plan, oder? Er konnte Kaia nur nicht darum bitten. Dann würde sie sicher irgendetwas als Entschädigung von ihm wollen. Nein, sie musste selbst drauf kommen — oder Wyatt bat sie darum! — und ein guter Anlass wäre doch, dass sie jemanden brauchte um ein Kleid zu kaufen. Das… das würde er schon noch weiter ausreifen, wenn er wieder nüchtern war.
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