The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    • Caleb

      Die zweite Runde war deutlich länger, als die erste, aber nicht weniger intensiv, was langsam ein wenig zum Problem wurde. Die harten Stöße, die Küsse, die Berührungen - alles war viel zu perfekt, viel zu nah, viel zu viel. Mittlerweile war Caleb fast überzeugt, dass nichts hiervon real sein konnte. Das musste ein feuchter Traum sein. Das einzige, was dagegen sprach war - jedes mal, wenn Caleb das Gefühl hatte, seinem Höhepunkt nah zu sein, änderte Richard die Position, als ob er einen sechsten Sinn dafür entwickelt hätte. Gut, vielleicht ging er auch einfach nach der Intensität seines Stöhnens. Caleb hatte nicht unbedingt das Gefühl, sich in irgendeiner Hinsicht noch im Griff zu haben. Wäre er tatsächlich in einem Traum, hätte er sich wahrscheinlich deutlich früher kommen lassen.
      Wenigstens hatte er es mit ihrer letzten Position ein wenig selbst in der Hand. Caleb bewegte seine Hüften in einem schnellen Takt, während er Kuss um Kuss von Richards Lippen stahl, oder ihm ins Ohr stöhnte. Richards eigenes Stöhnen turnte ihn nur mehr an, während er versuchte, das Ziehen in seinen Muskeln zu ignorieren und den nächsten Orgasmus zu jagen. Offensichtlich war er damit nicht ganz alleine.
      "Oh fuck, Richard!" Caleb stöhnte auf und ließ sich ein wenig nach vorne kippen, als Richard den Vibrator wieder zwischen seine Beine presste. Er brauchte einen Moment, um sich an das neue Gefühl zu gewöhnen, bevor er ihm einen Kuss auf den Kiefer drückte und sich wieder etwas aufrichtete. Er hatte seinen Takt vollkommen verloren, aber das war nicht weiter schlimm. Es fühlte sich auch so verdammt gut an. Er griff kurz nach Richards Hand, um die Position des Vibrators ein wenig zu korrigieren und sog scharf Luft ein, als er erneut fühlen konnte, wie nah er dem Orgasmus war. Wenn sie jetzt wieder die Position wechseln würden, würde er heulen.
      "Ich bin so nah dran, Baby." Caleb ließ sich wieder ein bisschen nach vorne fallen, um Richards Namen in sein Ohr stöhnen zu können. "Bitte hör nicht auf. Mach genau so weiter." Er hatte jetzt schon Tränen in den Augen. Das alles fühlte sich zu gut an. Er stöhnte erneut Richards Namen, als der Orgasmus ihn mit sich riss und zwang sich dazu, die Bewegung seiner Hüften nicht zu beenden, bis Richard seinen ebenfalls erreicht hatte. Danach ließ er sich schlicht gegen ihn sinken. Vollkommen fertig, mit dem Gefühl, dass seine Knochen aus Gummi bestanden, aber unfassbar glücklich.
      Er gab sich einen Moment, um an Richard gelehnt durchzuatmen, bevor er eine Hand an sein Gesicht legte und es sanft zu sich herum zog, um ihn zu küssen. Nicht so stürmisch, wie gerade. Langsamer, gefühlvoller. "Das war unfassbar gut", seufzte er, während er seinen Kopf wieder gegen Richards Schulter fallen ließ. "Ich glaube, ich brauche eine Pause."
    • Richard

      Richard presste seine Handfläche samt Vibrator gegen Calebs Unterbauch, um in seinen Bewegungen fixiert zu bleiben, was für ihn selbst fast zu heiß war. Seine Hand, die sich mit auf und ab bewegte in unregelmäßigem, ruckartigen Rhythmus, weil Caleb seinem Höhepunkt näher kam. Richard presste die Zähne zusammen und griff mit seiner anderen Hand fest an Calebs Taille während er sich soweit er konnte mit ihm im Takt bewegte und das Gefühl genoss, das sich in seinem Körper ausbreitete. Calebs Stöhnen in sein Ohr, wie er seinen Namen wiederkehrend sagte und seine Muskulatur sich pulsierend um Richards Erektion schloss, brachte ihn nur wenige Momente nach Caleb dazu, zu kommen. Er hatte keine Chance, das länger herauszuzögern. Sein Atem ging ruckartig und laut, als Caleb sich auf ihn fallen ließ und zusammen mit ihm außer Atem war und kein Wort herausbrachte. Verdammt, war der Sex anfangs eigentlich auch so gut gewesen oder hatten sie beide irgendwelche Drogen genommen ohne es zu merken?
      Richards Lungen füllten sich langsam wieder mit Luft, als er eine Hand auf Calebs Hinterkopf legte und durch seine Haare kraulte. Wenig später ließ er sich widerstandslos in den nächsten Kuss ziehen. Zumindest war Caleb wohl mehr als zufrieden. Er sah zerzaust, verschwitzt und so heiß aus, dass Richard am liebsten ein Foto von ihm an seine Wand hängen wollte. Er wollte so etwas sagen wie ‚Ich entscheide, wann du eine Pause machst‘ oder ‚Du hältst noch durch, vertrau mir‘, aber er konnte einfach nicht. Ja, auch weil er selbst eine kurze Pause brauchte, aber das hielt ihn ja nicht wirklich auf, wie sie wussten. Nein, er wollte sich mal einen Moment geben, um den Anblick zu genießen, ohne währenddessen total durch den Wind und geil zu sein. Nicht, dass er letzteres nicht immernoch war, aber er konnte wenigstens mal seine Augen richtig fixieren lassen ohne immerzu auf und ab zu wippen.
      „Es war verdammt gut“, stimmte er zu. „Du siehst auch aus, als bräuchtest du eine Pause“ Richard grinste. Er beschloss, Caleb das bisschen Arbeit abzunehmen und hob dessen Hüften mit festem Griff das Stück einfach selbst hoch, bis Richard aus ihm herausrutschte und Caleb weiter auf ihm wie ein Pudding liegen konnte. Er zog blind das Kondom ab, band es in einen Knoten und warf es vom Bett, bevor er den Vibrator wegrollte, der seitlich an seinem Oberkörper klebte, seit er ihn fallen gelassen hatte. Die Dusche später würde der reinste Wahnsinn sein. Ganz zu schweigen vom Schlaf.
      „Du solltest mal in dich gehen, und ernsthaft über deinen Wunsch nachdenken“, murmelte er rau und strich Caleb seine Haarsträhnen von der Stirn. „Du willst, dass ich mir was Neues einfallen lasse, aber du kannst auch selbst deinen Senf dazu geben. Guck eben ein paar Pornos, wenn dir nichts einfällt. Aber nicht alleine, ich will schließlich für dich da sein, wenn es zu heiß wird“ Er grinste.
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    • Caleb

      Caleb stieß ein kleines, zustimmenden “Mhm” aus, was so ziemlich alles war, was er gerade zustande bekam. Richards Finger auf seiner Haut und in seinen Haaren fühlten sich traumhaft an, während er weiterhin kleine Küsse auf seinem Hals verteilte. Wenn es nach ihm ging, könnten sie bis morgen früh auch einfach genau so bleiben. Die Ekstase seines letzten Orgasmus’ ebbte langsam ab, Richards Körper strahlte eine angenehme Wärme aus und es gab ausnahmsweise mal nichts, worüber er sich beschweren könnte. Selbst Richards Vorschlag, zusammen Pornos zu schauen kam ihm nicht ganz so schräg vor, wie er wahrscheinlich war.
      “Ändert aber nichts daran, dass ich alles. Mitmachen würde, was du ausprobieren willst”, murmelte er. “Oder zumindest einiges. Also…ich wäre ein paar Sachen wahrscheinlich nicht abgeneigt”, relativierte er nach einem kurzen Moment mit einem kleinen Grinsen, als ihm bewusst wurde, dass er Richard wahrscheinlich nicht zu viel Spielraum lassen sollte. Obwohl sie offensichtlich abartig kompatibel waren.
      “Hast du je-” Caleb stockte kurz. Sein Kopf führte immer noch einen Krieg mit sich selbst. Die alte Angewohnheit, sich selbst zurückzustellen und seine eigenen Wünsche zu ignorieren, gegen die Aussicht auf alles, was er haben könnte, wenn er den Mund öffnen würde. Das Schamgefühl, das langsam in seinen Kopf zurückkroch, half auch nicht sonderlich. Obwohl er sich das wahrscheinlich abgewöhnen sollte. Er hatte gerade eine Doppelpenetration mit einem Vibrator hinter sich - jetzt noch das Gefühl zu haben, sich irgendwie zurückhalten zu müssen, war wahrscheinlich nicht mehr nötig.
      “Hast du je Bondage ausprobiert?” Ausgesprochen klang es ein bisschen schlimmer, als in seinem Kopf. Aber die fixierten Hände waren irgendwie heiß gewesen und Richard hatte selbst ja schon Handschellen vorgeschlagen, also wieso nicht direkt ein Seil nutzen und die Bewegung eventuell noch mehr einschränken? Oder war das zu viel? Zu kinky? Gab es sowas wie ‘zu viel’ überhaupt in Richards Welt?
      “Du bleibst bis morgen, oder?”, wechselte Caleb das Thema, weil ihm das irgendwie sicherer vorkam. “Oder musst du gleich wieder weg?” Er wollte nicht, dass Richard ging. Am liebsten hätte er ihn das komplette Wochenende um ihn herum. Sie mussten sich auch nicht großartig bewegen, höchstens ab und an vom Bett zur Couch und wieder zurück. Hauptsache, sie waren zu zweit und er konnte sein Gespräch mit Ezra noch etwas schieben.
    • Richard

      Richard wusste ehrlicherweise nicht, was er erwartet hatte, als Caleb seinen Mund geöffnet und den Satz begonnen hatte, aber er hatte langsam das Gefühl, in einem Paralleluniversum gelandet zu sein. Er warf dem Blonden einen etwas skeptischen Blick zu.
      „Nein“, antwortete er ehrlich. „Ich komme irgendwie nicht hinterher, dass du dich bis heute vehement gegen das Betteln gewehrt hast und wir jetzt immer weiter Richtung BDSM gehen. Hab ich irgendwas in dir gelöst?“ Er lachte leicht. Auch wenn er sofort die Sorge hatte, es Caleb damit wieder auszureden. „Aber klar, ich kann mich ja mal einlesen, was am schlausten wäre. Vielleicht kommen wir doch noch zum gemeinsamen Toy-Shopping“ Er grinste und strich weiter durch Calebs Haare. Er wollte ihn damit nicht nerven, aber wahrscheinlich wäre es nicht schlecht, wenn sie wirklich gemeinsam Online gehen würden. Richard konnte schließlich nicht wissen, wie weit Caleb mit Bondage gehen wollte. Sie sollten sich wahrscheinlich vorher einigen. Und dann überlegen, ob diese Beziehung sie beide langsam aber sicher dazu brachte, heftigere Kinks zu entwickeln. War das normal? Also, bedenklich? Vermutlich war es ein gutes Zeichen, oder? Richard konnte es nicht wirklich einschätzen aber sein Urteilsvermögen war definitiv getrübt von der Vorstellung, Caleb zu fesseln, zu vögeln und ihn währenddessen noch darum betteln zu hören. Ging das in eine düstere Richtung? Ach, wahrscheinlich war es völlig egal. Solange er nicht irgendwann das Problem bekam, angeturnt zu sein, wenn er in seinem Job jemandem Handschellen anlegen musste.
      Er schmunzelte leicht gen Decke, als Cal fragte, ob er bleibte. „Oh, eigentlich hatte ich vor noch zu meinem nächsten Date zu fahren und alles aus der Nacht rauszuholen“, scherzte er, bevor er Caleb wieder ansah. „Natürlich bleibe ich, wo soll ich sonst hin? Ich habe oft genug hier übernachtet, dass du das nicht mehr hinterfragen musst“ Er schnaufte belustigt. Warum sollte er jetzt nachhause fahren? Von einem One Night Stand waren sie mittlerweile schließlich weit genug entfernt und Richard konnte sich nichts dämlicheres vorstellen, als Caleb flachzulegen und dann abzuhauen wenn er konstant mit seiner komischen ‚Du willst nur Sex von mir‘ Panik ankam.
      „Willst du zusammen duschen? In fünf Minuten kann ich vielleicht nochmal für eine dritte Runde“, schlug er also recht nebensächlich vor. Das Risiko auszurutschen und sich das Genick zu brechen machte es ja irgendwie nur interessanter.
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    • Caleb

      Bei dem skeptischen Blick hatte Caleb für einen Moment befürchtet, tatsächlich zu weit gegangen zu sein. Er spürte schon, wie sich sein Kreislauf verabschieden und ihn mit dem peinlichen Gefühl alleine lassen wollte, als Richards Worte ihn zum Glück davor bewahrten. Okay. Fair. Für ihn war es auch irgendwie vollkommen neu, überhaupt ernsthaft über Sex zu sprechen, von Kinks ganz zu schweigen. Aber diese ganze Beziehung war irgendwie anders, als alles, was er kannte und definitiv nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte.
      "Der SM-Part ist nicht so meins, aber ich...mag es irgendwie, wenn du mich festpinnst und von da bis zum Bondage ist es ja kein großer Schritt. Oka, es ist vielleicht ein großer Schritt, aber- Ach, ich weiß es doch auch nicht. Mein Kopf funktioniert noch nicht richtig", verteidigte sich Caleb automatisch, bevor er mit einem Seufzen die Augen schloss. Das alles würde ihn morgen früh umbringen, aber wenigstens konnte er gerade einfach das Gefühl von Richards Fingern in seinen Haaren genießen. Wenn die Konversation nicht so abgedriftet wäre, wäre das hier fast genau so schön, wie der Sex, nur auf vollkommen andere Art und Weise. Vielleicht sollte er für den Rest des Abends einfach den Mund halten. Auch, wenn ihm das manchmal schwer fiel.
      "Hah. Als ob es noch jemanden geben würde, der dumm genug ist, dich zu daten." Diesmal war Caleb derjenige mit dem kritischen Blick. Obwohl der Spruch ihn wieder zurück zu der Ausgangsfrage brachte, was genau ihr Beziehungsstatus eigentlich war. Aber die Diskussion war wahrscheinlich immer noch zu groß für heute Abend. "Hätte ja sein können, dass du morgen früh noch was vor hast, oder so", schob er hinterher. Aktuell musste er sich wohl einfach darauf verlassen, dass Richard genauso wenig das Bedürfnis hatte, mit jemand anderem zu schlafen, wie Caleb. Was schwierig war, weil Richard verdammt heiß und selbstbewusst war und wahrscheinlich deutlich interessantere Leute mit ihm flirten würden, als Caleb, der so weit unter seiner Liga lag, dass-
      "Duschen klingt gut", antwortete Caleb, während er sich zurück ins hier und jetzt blinzelte, bevor sein Kopf wieder den Abend ruinieren würde. Diesmal war er tatsächlich froh um den Themenwechsel. "Ich denke in fünf Minuten sollte ich auch wieder genug Gefühl in meinen Beinen haben, um gerade stehen zu können. Außer du willst mich kniend." Caleb zwinkerte, während er sich aufsetzte und Richard den nächsten Kuss auf die Lippen drückte. Eigentlich war die Nacht bis jetzt schon deutlich zu viel gewesen, aber auf eine Runde mehr kam es jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr an, oder?
    • Richard

      Richard grinste. Das hatte Caleb also zu der Idee getrieben? Gut, er hatte nämlich selbst auch seinen Spaß daran gehabt, auch wenn er so etwas irgendwie immer reflexartig machte, wenn er das Gefühl hatte, es würde gut ankommen. Und Calebs wiederholtes 'Mach mit mir, was du willst' war Antrieb genug dafür gewesen.
      "Hm, sicher dass du nicht ein kleines bisschen masochistisch bist?", neckte er Caleb und strich über seinen Rücken, als er sich aufsetzte und Richard küsste. So oder so war er ziemlich unterwürfig, das sah auch ein Blinder. Anfangs hatte Caleb sich noch ab und zu selbst die Position ausgesucht oder Ansprüche gehabt, aber mittlerweile ließ er einfach los und Richard konnte ihm sagen, was er tun sollte, und er machte es einfach. Verrückt. Der Unterschied zwischen Caleb im Alltag und im Bett war verrückt, aber willkommen. So wie er sich selbst Stress und Druck machte, könnte man aber wirklich meinen, dass er sich an seinem eigenen Leid aufgeilte.
      "Das Angebot nehme ich an", sagte Richard und schmunzelte, bevor er Caleb zu sich zog um ihn wieder zu küssen, bis sie beide motiviert genug waren, um sich in Richtung Dusche zu bewegen. Mittlerweile überhörte Richard die kleinen Beleidigungen schon ganz automatisch. Er achtete mehr auf die interessanten Dinge, die Caleb zu sagen hatte, und Blowjobs gehörten definitiv dazu. Das würde er wahrscheinlich auch hören, wenn er im Koma lag.
      Richard strich Caleb während den Küssen immer fanatischer über den Rücken, durch die Haare, und drehte sie beide letztlich herum, um das letzte Bisschen Kontrolle zurückzubekommen. Er küsste Calebs Hals und presste sich immer wieder an ihn, bis er definitiv bereit war, weiterzumachen, und die Dusche immer weniger zur Priorität wurde. Er löste sich trotzdem von Cal und setzte sich auf, um ihn mit sich zu ziehen. "Wie steht's mit deinen Beinen?", fragte er amüsiert. "Soll ich dich tragen, Baby? Mein Baby?" Richard stand auf, grinste und öffnete seine Arme, bereit, Caleb die Füße unter dem Boden wegzuziehen.
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    • Caleb

      Wenn Caleb sich nicht absolut sicher wäre, nüchtern zu sein, wäre er wahrscheinlich davon ausgegangen, unter Drogen zu stehen. Die Nähe zu Richard war berauschend und jeder Kuss stimmte ihn ein bisschen fröhlicher. Er strich mit seinen Händen über Richards Schultern, Arme und Oberkörper, verpasste ihm irgendwann zwischendrin einen zweiten Fleck am Hals und stieß automatisch einen kleinen, enttäuschten Laut aus, als Richard sich von ihm löste. Zum Glück verschwand die Enttäuschung, als Richard den Mund öffnete.
      "Bitte mach das nicht weird." Caleb brauchte einen kleinen Moment, bevor er sich aufsetzte und schließlich aufstand, ohne weiter auf Richards Angebot einzugehen. Auch, wenn es eigentlich ganz nett klang, von ihm durch die Wohnung getragen zu werden, vor allem, weil die Luft sich ohne seine Körperwärme überraschend kühl anfühlte, aber vorher brauchte er Sauerstoff. Er gab Richard im Vorbeigehen einen Kuss auf die Wange, steuerte zunächst aber nicht das Bad an, sondern die Fenster, um die Zeit, die sie im Bad sein würden zu nutzen, um kurz durchzulüften. Richard würde schon irgendeinen Weg finden, ihn warm zu halten, wenn sie nach der Dusche wieder im Schlafzimmer landen würden.
      Seine Beine fühlten sich tatsächlich nicht so schlimm an, wie er gedacht hätte, als er zurück zu Richard ging, seine Arme um seinen Hals legte und ihn küsste. Er würde gleich wahrscheinlich noch eine Zigarette brauchen, aber sonst ging es ihm überraschen gut. Ein bisschen müde, aber gut. Er würde sich gleich definitiv Richards Shirt klauen und dann hatte er wahrscheinlich alles erreicht, was er heute erreichen wollte.
      "Jetzt kannst du mich tragen", merkte er mit einem kleinen Grinsen an. Wenn er schon die Gelegenheit hatte, konnte er das gar nicht ausschlagen, oder? Auch, wenn seine Beine gleich wahrscheinlich sowieso nicht sonderlich belastet werden würden. Knien konnte er auf jeden Fall noch.
    • Richard

      Richard ließ ein bisschen ungläubig die Arme fallen und sah zu, wie Caleb zu den Fenstern lief. Es nicht weird machen? Ah, waren sie zurück in der nüchternen ‚alles ist furchtbar, alles ist peinlich‘ Phase? Richard überlegte bereits, ob er Caleb darauf aufmerksam machen sollte, dass ihn durch die Wohnung zu tragen deutlich weniger weird war, als über Bondage zu fantasieren, aber zum Glück hielt er Richard auf, bevor er sich die dritte Runde verscherzen konnte. Richard stieß ein empörtes „Hmph“ aus, bevor er in die Knie ging und Caleb die Beine wegzog, als er wäre er mit nichts als Luft gefüllt. Er küsste Caleb demonstrativ.
      „Baby kann einfach nicht fernbleiben von…“ Richard schwitzte kurz. „Daddy“ Er schluckte. Ew, das hatte er kaum über die Lippen gebracht. So schnell konnte ein Scherz ihn selbst verstören. Oder war es verstörend? Vielleicht war es einfach nur sehr plötzlich gekommen.
      „Sorry, nenn mich einfach nie wieder ‚weird‘, das ist nämlich die Konsequenz“, murmelte er und trug Caleb mit sich ins Badezimmer. „Außer, naja, du mochtest es irgendwie, dann gewöhne ich mich daran“ Er zuckte leicht mit den Schultern und schmunzelte. Wenn ihm die letzten Wochen irgendetwas bewiesen hatten, dann, dass man sich an absolut alles gewöhnen konnte.
      Richard ließ Caleb vorsichtig auf die Beine, als er in der großen Dusche stand und als erstes die Regendusche einschaltete, um die widerliche Klub-Luft und seinen Schweiß wegzuwaschen. Er strich sich die Haare zurück und griff nach dem Duschgel. „Mh, absoluter Luxus, so ein Blowjob nach einer erfrischenden Dusche“, scherzte er fröhlich und machte Caleb Platz. Es war sogar ganz angenehm, die kühle Luft zu spüren, die über seinen nassen Körper hinwegzog. Es war den ganzen Abend heiß und stickig gewesen, also war das eine nette Abwechslung. Und er hatte nichts dagegen, an der Seite zu lehnen und den Wassertropfen dabei zuzusehen wie sie an Calebs heller Haut abperlten. Er konnte nicht anders, als sich von hinten mit Küssen über seine Schulter herzumachen. „Aber ich bin… seltsamerweise ein Fan von deinem Schweiß… und dem Geschmack nach Zigaretten, nachdem du geraucht hast… und dem Geruch von Alkohol an deinem Körper und… eigentlich allem. Es ist das Gesamterlebnis. Ich könnte jeden Millimeter deiner Haut ablecken“, murmelte er.
      Richard hatte sich nie mit vielem identifiziert, das andere als ‚normal‘ beschreiben würden, was gut war. Weil das normalerweise ‚scheiß langweilig‘ bedeutete. Es gab Stufen von ‚seltsam‘ und er hatte keine Angst davor, die restlichen paar zu erklimmen, wenn das bedeutete, sein Leben weiter so genießen zu können wie die letzten Monate. Caleb holte einiges aus ihm raus und Richard musste wohl einfach endgültig aufhören, sich dagegen zu wehren.
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    • Caleb

      Das war absolut nicht die Richtung, die Caleb erwartet hatte. Er konnte nicht anders, als Richard einen Moment lang vollkommen überfordert anzustarren, als er sich selbst als "Daddy "bezeichnete und schüttelte schlussendlich kurz mit dem Kopf. "Nope. Nein. Das ist definitiv zu viel für heute." Vielleicht, irgendwann mal in weiter, weiter Ferne, wenn sie es so lange miteinander aushalten würden, aber jetzt gerade hörte sich "Daddy" jedes mal ein bisschen schlimmer an, wenn er es sich erneut durch den Kopf gehen ließ. Da bettelte er lieber nochmal. Was vielleicht von Anfang an Richards Plan gewesen war. Zumindest hoffte er das.
      Die Dusche war nach dem Abend allerdings ein Segen. Außerdem hatte er das Gefühl, dass ihn das Wasser ein wenig wacher machte. Nachdem der ganze Abend bisher laut, stickig und verschwitzt gewesen war, kam ihm das hier wie ein kleiner Ruhepunkt vor. Eine kurze Verschnaufpause, bevor es zweifellos so weitergehen würde, wie sie gerade aufgehört hatten. Zumindest ging er nicht davon aus, dass es nur bei dem Blowjob bleiben würde. Auch wenn das vielleicht besser wäre, wenn er sich morgen noch bewegen wollte, ohne dabei zu leiden.
      Er stieß ein kleines, zufriedenes Seufzen aus, als Richard begann, Küsse auf seinen Schultern zu hinterlassen und unterdrückte ein kleines Auflachen, als er wieder anfing zu reden. Wieder ein bisschen...weird, obwohl es wahrscheinlich deutlich seltsamer war, dass Caleb das irgendwie heiß fand und ziemlich abwegig. Alkohol, Rauch und Schweiß war keine Kombination, die ihm selbst als irgendetwas Positives in den Kopf gekommen wäre. Im Gegenteil. Aber irgendwie war es seltsam heiß sich vorzustellen, dass Richard auch diese kleinen Fehler an ihm mochte.
      "Was hält dich davon ab?", fragte er mit einem kleinen Lächeln, während er durch seine Haare fuhr, als ob das alles eine vollkommen normale Konversation wäre. "Und viel wichtiger", fuhr er fort, während er sich zu Richard drehte, um ihm einen Kuss zu geben, "Was magst du sonst noch?" Er grinste leicht, immer noch irritierend gut gelaunt, bevor er sich auf die Zehenspitzen stellte, um Richards Hals entlang zu küssen.
    • Richard

      „Du willst, dass ich jeden Millimeter deiner Haut ablecke?“, fragte Richard mit einem teils ungläubigen, teils faszinierten Lächeln. Wahrscheinlich sollte er aufhören, irgendwelche Erwartungen an Caleb zu haben, denn er konnte ihn ja ganz offensichtlich nicht mehr einschätzen. Was auch immer passiert war. Aber würde er sich weigern? Nope. Es klang eher nach einem ultra perversen, göttlichen Traum.
      Richard testete das Wasser indem er Caleb, bevor er seine Frage beantwortete, in einen guten French Kiss zog. Nicht, dass das das erste Mal wäre, aber er rundete es mit ein paar Küssen am Hals ab, bevor er von da an hinauf zu Calebs Ohr leckte und ihm die Zunge ins Ohr steckte. Er lachte. „Pass auf, was du dir wünscht“, warnte er. Dann ging er über ins Nachdenken. Was mochte er? Hm…
      Richard strich über Calebs Rücken während der Blonde sich an ihn schmiegte. „Mein Baby hat gelernt nach Komplimenten zu fischen?“, triezte er Caleb. „Gut, dass ich viel, viel netter bin als du und Beleidigungen nicht meine love language sind“ Er küsste Calebs Schulter und grinste in sich hinein. „Ich mag, dass ich dich schnell packen und herumdrehen kann, wenn es mir passt“, sagte er. Das Prasseln der Dusche im Hintergrund hatte Richard ebenso ausgeblendet, wie die leichte Kälte, die sich langsam aufdrängte und nur von Calebs Körper und dem Wasserdampf gemildert wurde. „Und wie du zuckst und zitterst spätestens ab dem dritten Orgasmus“, murmelte er in Calebs Ohr und schloss kurz die Augen während er weiterhin seinen Oberkörper abtastete, als wollte er sichergehen, alles mal berührt zu haben. „Ich liebe es, dass du normalerweise widerspenstig bist und dich im Bett trotzdem sofort hingibst“, raunte Richard und turnte sich damit langsam selbst an, sodass er garnicht so richtig auf den Unterschied zwischen ‚liebe’ und ‚mag’ in seiner Wortwahl achtete. Er wollte sich das alles gerade nochmal durch eine live Erfahrung ins Gedächtnis rufen. Aber ohne Kondom lief die Hälfte seiner Fantasien sowieso nicht und das nächstbeste, das ihm einfiel, war Caleb kurzerhand von sich wegzuziehen und die Hände mit etwas Druck auf seine Schultern zu legen. „Und ich mag deine Blowjobs“, sagte er nachdrücklich und konnte nicht verbergern, wie heiß er darauf gerade tatsächlich war.
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    • Caleb

      Caleb zuckte kurz zusammen, als Richard ihm die Zunge ins Ohr steckte. Okay. Vielleicht hätte er wirklich sein Hirn einschalten und etwas besser über den Flirt nachdenken sollen. Mittlerweile sollte er wirklich wissen, dass Richard sowas offenbar gerne wörtlich nahm und immer bereit war, sofort das Schlimmste zu tun, was ihm einfiel. "Ist notiert", antwortete er flach, als Richard ihn noch darauf hinwies, vorsichtig mit seinen Wünschen zu sein. Hatte er sich nicht eben noch vorgenommen, einfach de Klappe zu halten?
      Er stieß ein kleines, unzufriedenes Geräusch aus, als Richard ihn mit seiner Bitte um Komplimente aufzog. Sie konnten sich ja nicht alle selbst toll finden, oder? Er bereute es fast ein bisschen, überhaupt gefragt zu haben, auch, wenn die Antworten ihn sofort wieder etwas anturnten. Vielleicht sollte er darüber mit seinem Therapeuten reden. Das konnte nicht normal sein, oder?
      Wenigstens war es mit der letzten Antwort ziemlich offensichtlich, was Richard von ihm wollte. Caleb lachte kurz auf, bevor er seine Hände von seinen Schultern schob und Richard den nächsten Kuss auf die Lippen drückte. Er zog ihn mit sich zurück, bis sie mehr oder weniger die Positionen getauscht hatten - Richard unter dem Wasserstrahl und Caleb etwas außen vor - bevor er seine Lippen über Richards Hals wandern ließ, über seine Schultern, langsam immer weiter herunter. Mit einer Hand wanderte er über Richards Oberkörper, während die andere über seine wachsende Erektion strich.
      "Was liebst du noch?", fragte er mit einem kleinen Grinsen, während er sich hinkniete. Jetzt war es eh zu spät, um irgendwie über seine Worte nachzudenken, oder? Oder den Fakt, dass aus 'mögen' mittlerweile 'lieben' geworden war. Dafür war er zum ersten mal froh darüber, dass die Dusche ein bisschen größer war, als sie eigentlich sein musste. Caleb verteilte Küsse auf Richards Becken und seinen Oberschenkeln, bevor er schlussendlich zu ihm hoch sah und über seine Erektion leckte. Er nahm sich Zeit, umspielte die Spitze mit seiner Zunge und wartete den Moment ab, an dem er das ganze fast ein bisschen zu lange zog, bevor er ihn in seinen Mund nahm, ohne den Blickkontakt zu unterbrechen. Es war immer noch ein wenig ungewohnt und wenn er ehrlich war, war er sich ziemlich sicher, dass er nicht halb so gut war, wie Richard behauptete, aber für Selbstzweifel war es wahrscheinlich auch schon zu spät. Er hielt sich mit der Geschwindigkeit nicht zurück und nahm ihn Stück für Stück ein wenig tiefer, während er sich mit einer Hand an Richards Hüfte abstützte und die andere zwischen seine eigenen Schenkel schob. Wenn schon, denn schon, oder?
    • Richard

      Richard ließ seine Hände wieder wegschieben und sich etwas unwillig herumdrehen, bis der Strahl des Duschkopfs seinen Rücken herunter regnete, und dachte kurz, dass er sich falsche Hoffnungen gemacht hatte und Caleb zu müde war, oder so. Bis er Küsse über Richards Körper verteilte und er Calebs Hand abwärts wandern spürte. Richard seufzte tief und legte seine Hände wieder an Calebs Seiten, bis dieser langsam in die Knie ging und Richard seine Arme fallen lassen musste. Die Frage, was er liebte, verwirrte ihn kurz unheimlich, weil Caleb direkt in seinem Blickfeld saß und ihn grinsend ansah und Richard nicht ganz verstand, ob er nun hören wollte, dass er ihn liebte. Er hatte zum Glück nicht viel Zeit darüber nachzudenken, weil sein Kopf leer gefegt wurde von dem hinreißenden Anblick, der sich ihm ergab, gemischt mit dem feuchten, immer wärmer werdenden Gefühl.
      „Haa, Fuck. Das hier“, seufzte er letztlich zur Antwort und griff mit sanftem Druck nach Calebs Haaren ohne ihn in eine Richtung zu lenken. Er stützte seine andere Hand an die Glasscheibe zu seiner Seite und bewegte seine Hüften etwas mit, je tiefer Caleb ihn nahm und je selbstsicherer er in der Bewegung wirkte. Es ging Richard sowieso nicht so richtig um seine Taktik, auch, wenn die immer besser wurde. Das, was ihn, neben dem Offensichtlichen am meisten anturnte, war Caleb, der vor ihm kniete und sich selbst berührte, während er seine Erektion im Mund hatte. Das war, als hätte man Kinotickets in der ersten Reihe und wurde gleichzeitig auf laufendem Band mit Popcorn bedient.
      Er fragte sich, ob Calebs Bondage-Fantasie sich vielleicht etwas weiter interpretieren ließ. Die Unfähigkeit, selbst das Tempo zu bestimmen, keine Bewegungsfreiheit zu haben. Er machte sich gut bei dem Blowjob, hielt sich nicht zurück und verdrehte Richard den Kopf. Genau deshalb ging Richard ein kleines Risiko ein und packte Calebs Kopf fester, zog sein eigenes Tempo an und hielt den Blick auf den Blonden fixiert, bis er von einer Explosion an Empfindungen eingenommen wurde und unter atemlosen Stöhnen in Calebs Mund kam. Er ließ ihn nach ein paar Stößen los und strich über seinen Kopf, immernoch angestrengt, zu Atem zu kommen.
      „Fuck, Cal“, hauchte er und lachte leicht. „Kriegst du Luft?“, fragte er sicherheitshalber, auch wenn es nicht aussah, als hätte er einen Schaden verursacht.
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    • Caleb

      Offensichtlich blieben sie ihrem Motto diesen Abend wirklich treu - es war wieder fast ein bisschen zu viel. Richards Tempo war ein bisschen schneller, als das von Caleb und er brauchte einen Augenblick, um sich daran zu gewöhnen, was der Erotik keinen Abbruch tat. Alleine die Ekstase auf Richards Gesicht zu sehen war schon heiß genug, um Caleb weiter anzufeuern. Die Bestätigung war schön und Richards Finger in seinen Haaren fühlten sich seltsam gut an. Er fingerte sich selbst automatisch ebenfalls ein bisschen schneller, fiel in den neuen Takt und stöhnte um Richards Erektion herum. Das einzig Schwierige war sich darauf zu konzentrieren, nicht zu würgen.
      Er kam zeitgleich mit Richard, auch wenn er zu beschäftigt damit war zu schlucken, um seinen eigenen Orgasmus auszukosten. Er musste am Ende kurz husten, schaffte es aber zu nicken, als Richard sicher ging, dass er nicht aktiv am sterben war. Atmen funktionierte, wenn er sich darauf konzentrierte. Er brauchte nur einen Moment, bevor er sich aufrappeln konnte und feststellen musste, dass seine Knie nun wohl auch langsam den Geist aufgaben. Er stützte sich kurz an Richard ab, bis er sein Gleichgewicht wieder gefunden hatte.
      "Alles gut", versicherte er etwas verspätet. Er konnte Richard immer noch auf seinen Lippen schmecken. Leicht salzig, aber nicht unangenehm. Er wischte sich den Mund mit der Rückseite seiner Hand ab, bevor er sich gegen Richard lehnte und tief durchatmete. Er hatte keine Ahnung, wie er sich fertig duschen sollte, von der restlichen Wäsche und dem zurück-ins-Bett-kommen ganz zu schweigen. Aber zum Glück musste er sich ja nicht sofort bewegen.
      "Ich glaube, du hast dein Ziel erreicht", nuschelte er leise. "Meinen Knien nach zu urteilen werde ich mich morgen nicht mehr bewegen können." Er musste trotzdem lächeln, als er Richard einen Kuss auf die Schulter drückte und an ihm vorbei nach dem Duschgel griff.
    • Richard

      Vielleicht hatte er recht gehabt. Richard lehnte sich wieder an die Wand und schmunzelte, während Caleb sich nach der kleinen Hustenattacke aufrappelte und gegen ihn fallen ließ. Dem Stöhnen und dem Mangel an Beschwerde zufolge hatte Caleb es gemocht. Die Grenzen schienen sich immer mehr zu weiten.
      Richard legte seine Arme leicht um Cal, um ihn etwas zu stabilisieren und genoss die tiefen Atemzüge, die sie beide fast gleichzeitig machten, bis sie sich erholt hatten. Und bis Caleb wieder alleine stehen konnte.
      „War das mein Ziel? Ich hoffe, du hast deine Mobilität morgen Früh wieder zurück, damit wir weitermachen können“, grinste Richard. Aber er war fertig. Er konnte wahrscheinlich selbst nicht mehr. Der Tag war allgemein schon etwas zu viel gewesen, er hatte sich unnötig viele Gedanken und zu viel Stress gemacht, zu guten, auslaugenden Sex gehabt und war absolut bereit, mit Caleb ins Bett zu kippen und für die nächsten neun bis zwölf Stunden im Koma zu liegen. Er war erleichtert, dass ihre Chemie immernoch so gut war, wie sie es anfangs gewesen war, und dass sie wieder zurück in ihrer Normalität waren. Vielleicht würde er morgen, während sie online nach Sexspielzeug und Bondage-Utensilien suchten, nochmal das Thema ‚Labels‘ ansprechen, auch wenn er nicht der Typ dafür war. Aber er wollte sichergehen, dass Caleb das alles hier nur mit ihm tat und tun würde. Er konnte spüren, dass sonst eine unbändige Eifersucht die Kontrolle übernehmen würde. Aber für heute?
      Richard ließ von Caleb ab und sah ihm dabei zu, wie er duschte. Wie er das Duschgel auf seiner Haut aufschäumte, seine Arme hob, sich bückte, sich unter den Wasserstrahl stellte und sich durch die Haare strich. Er ließ selbst erneut kurz das Wasser über sich regnen, stahl sich hier und da heiße Küsse und genoss jede Sekunde von diesem ungestörten, intimen Abschluss des Abends, bis sie beide zurück in Klamotten in Calebs Bett landeten. Richard öffnete seine Arme, damit Caleb sich zu ihm legte.
      „Ich habe morgen übrigens überhaupt nichts vor. Ich freue mich auf eine Tasse Kaffee und darauf, dein Bett den ganzen Tag einzunehmen, während ich überlege, wie ich mich schnell in dein Erbe schleiche damit ich nie wieder etwas anderes machen muss“, murmelte er.
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    • Caleb

      "Bis morgen früh ist bestimmt alles wieder gut", antwortete Caleb ohne wirkliche Überzeugung. Wahrscheinlich würde morgen früh sogar alles noch schlimmer sein. Eigentlich hatte er das Gefühl, die nächsten zwei Tage durchschlafen zu können. Duschen war ein absoluter Automatismus. Caleb verließ sich bei seiner - etwas verkürzten - Abendroutine komplett auf seine muscle memory, unfähig, noch wirklich klare Gedanken zu fassen. Er war zu fertig, um zu denken. Das einzige, woran er sich erinnerte war, auf dem Rückweg ins Bett Richards Shirt zu stehlen, bevor er es sich selbst greifen konnte. Es roch nach Qualm, Alkohol und...Richard, was absolut wundervoll war. Mit ein bisschen Glück würde er es morgen einfach hier lassen.
      "Kaffee, Brötchen, Aufschnitt, ich hab alles da", merkte er an, während er mit einem kleinen Lachen das Fenster wieder schloss und sich anschließend ins Bett legte. Kuscheln. Das war neu. Er war vorher nur ein mal in Richards Armen wach geworden, mehr nicht. Nicht, dass er sich auch nur ansatzweise darüber beschweren könnte. Er schmiegte sich an ihn und legte seinen Kopf auf Richards Brust. Er konnte seinen Herzschlag hören, gleichmäßig und seltsam beruhigend.
      "Was würdest du denn mit meinem Erbe machen? Nur Urlaub?", fragte er amüsiert und legte einen Arm über Richards Brust. Sonst schien er ja irgendwie schon alles zu haben. Auto, Wohnung, Aussehen. "Vielleicht hättest du deinen Wunsch einfach dafür nutzen sollen." Er lächelte leicht und drückte Richard einen Kuss auf die Brust. So könnte er jeden Abend einschlafen. "Im Moment stehen meine Neffen im Testament, also hast du wirklich harte Konkurrenz. Die beiden sind wirklich niedlich." Und waren absolut nicht auf das Geld angewiesen, aber lieber bekamen sie es, als seine Eltern. Obwohl er es offensichtlich sowieso nochmal anpassen musste, wenn Ezra und Andrew ihre drei Kinder tatsächlich adoptieren würden. Falls sie das überhaupt annehmen würden, nach seiner Beziehung mit Richard.
    • Richard

      Es war irgendwie eigenartig, dass Caleb sich Richards Shirt anzog, das er im Klub getragen hatte, als hätten sie nicht gerade in der Dusche gestanden und waren endlich frei von den verschwitzten, rauchigen Gerüchen, aber auf der anderen Seite war Richard sich ziemlich sicher, dass man das Bett gerade nicht mit einer UV-Lampe beleuchten sollte. Er hatte sich selbst außerdem auch seine Unterwäsche wieder angezogen also… Vielleicht waren sie mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem es nicht mehr seltsam wäre, ein paar Kleidungsstücke hier zu lassen. Eine Zahnbürste vielleicht und ein Ladekabel. Solche Dinge eben. Darüber konnten sie morgen Früh immernoch reden, schließlich ging es nur um… praktische Kleinigkeiten, nichts zu ernstes. Auch wenn es sich ein bisschen ernst anfühlte, Caleb in seinem Arm liegen zu haben während dieser sein Shirt trug. Erschreckenderweise auf sehr positive Art. Richard legte seine Hand auf Calebs Kopf um durch seine Haare zu streichen, während er mit geschlossenen Augen dem liebevollen Mobbing zuhörte.
      „Hm, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich süßer als ein paar sabbernde Kleinkinder bin, denen immer Essen im Gesicht und anderes Zeug auf den Händen klebt“, murmelte er. „Ich bin aber ziemlich zufrieden mit meinem Wunsch. Nur, dass heute noch nicht die Einlösung war, weil wir ja nichtmal wissen wer die Wette gewonnen hat. Aber freu dich schonmal darauf, wenn wir es wissen“ Dann konnten sie das alles direkt nochmal wiederholen. Auch wenn Richard sich recht sicher war, dass Caleb ab dem heutigen Tag auch ohne Wetten und Wünsche so ziemlich alles mitmachen würde. Er schien ziemlich geflashed zu sein. Gut für ihn, dass er endlich darauf vertraute, dass Richard sein Leben maximal bereicherte. Mit dem Gedanken würde er heute friedlich einschlafen.
      „Urlaub, Massagen, Kreuzfahrten, Saunabesuche… 5-Sterne-Restaurants, Weinverkostungen, ein Penthouse, von einer Limouse abgeholt werden. Glaub mir, die Ideen würden mir nicht ausgehen, aber es wäre ein bisschen langweiliger, wenn ich dabei auf deinen Anblick verzichten muss“, sagte er leise. Blöderweise kam ihm das alles deutlich besser vor, wenn er es mit Caleb gemeinsam machen konnte, statt alleine. Ein Phänomen, das ihn bisher noch nie belastet hatte. Aber jetzt musste er den Chihuahua wohl wirklich am Leben halten, so lange es ging. Er drückte Caleb einen Kuss aufs Haar.
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    • Caleb

      Irgendwie zauberte das direkt ein Lächeln auf Calebs Lippen. Wahrscheinlich nicht sonderlich überraschend. Wer hörte nicht gerne, dass jemand einen mochte? Aber irgendwie fühlte sich das hier anders an. Langfristiger. Wie eine richtige Beziehung und nicht ihre komische Situationship von vorher. Er mochte das Gefühl viel zu sehr.
      "Mhm, interessante Wünsche", antwortete er, während er die Augen schloss. "Blöderweise wären die von meinen Neffen bestimmt deutlich kreativer. Vielleicht lasse ich euch einfach gegeneinander antreten. Derjenige mit dem kreativsten Wunsch gewinnt, oder so." Er stieß ein leises Lachen aus. Wahrscheinlich würden Sean und Emmett das mit Leichtigkeit gewinnen, aber auch nur, weil ihre Liste voll mit Dingen wäre, die man nicht kaufen konnte. Drachen und Lichtschwerter und alles, was kleine Jungs in dem Alter cool fanden, auch wenn sie es noch nicht richtig aussprechen konnten. Obwohl Richard das alles wohl auch ziemlich einfach überspringen könnte, wenn er ihn heiraten würde, bevor Caleb starb. Aber den Witz traute er sich nicht auszusprechen, als er langsam in den Schlaf rutschte.


      April

      Leute zu beobachten war deutlich eventreicher, wenn man nebenbei noch eine betrunkene Freundin bei sich hatte, auf die man aufpassen musste. April hatte irgendwann nach Mays Arm gegriffen, um sicher zu gehen, dass sie nicht einfach irgendwo in der Menge verschwand. Sie hatten sich mittlerweile beide noch ein Glas Wasser bestellt was bedeutete, dass sie sie jetzt nur noch irgendwie dazu bekommen musste, auf eine weitere Runde Alkohol zu verzichten und stattdessen nach Hause zu gehen. Auch, wenn May das offensichtlich nicht wollte.
      "Hey, möchtest du doch nochmal eine Runde tanzen?", fragte sie in der Hoffnung, dass das May vielleicht so auspowern würde, dass sie danach sowieso nach Hause wollte. Sie waren beide erwachsen und es war schwer, ihr etwas vorschreiben zu wollen, aber April könnte es nie mit ihrem Gewissen vereinbaren, sie im Zweifelsfall einfach hier zu lassen, egal, wie sehr sie selbst nach Hause wollte.
      Die Stimmung um sie herum war mittlerweile ziemlich ausgelassen. Der Alkoholpegel der Anwesenden war deutlich gestiegen und es wurde mehr geknutscht und gefummelt, als getanzt und geredet. Sie hatte Caleb und Richard seit ungefähr zwei Stunden nicht mehr gesehen und war sich ziemlich sicher, dass die beiden bereits nach Hause gegangen waren. Wahrscheinlich zusammen, um sich gegenseitig die Zunge in den Hals zu stecken, was ein deutlich netterer Abschluss war, als der, mit dem sie rechnete. Auch, wenn sie May keinen Vorwurf machen konnte. Jeder betrank sich ab und an mal und May konnte das als Anwältin wahrscheinlich besser gebrauchen, als die meisten anderen Betrunkenen hier.
      "Oh, oder wir machen uns auf den Rückweg und stoppen noch irgendwo zum Essen zwischen", schlug sie als Alternative vor. Hier raus zu kommen war wahrscheinlich auch nicht so schlecht.
    • May

      Der Abend war wundervoll. May hatte in den letzten Wochen nicht mehr so viel Spaß gehabt — einfach nur aufgrund ein paar Drinks, der besten Begleitung und Musik, die es unmöglich machte, sich nicht dazu zu bewegen. Auch, wenn ihr das wahrscheinlich gerade nur so vorkam, weil sie verdammt betrunken war. Und es war wundervoll! Betrunken zu sein machte jede Musik zur besten Unterhaltung! Sie liebte die Getränke hier, alles war deutlich süßer, als man es von hartem Alkohol erwarten würde und das Wasser war erfrischend, nachdem sie sich zu lange durch die stickige, schwitzige Menge gequetscht hatten. Sie wollte am liebsten nie wieder nachhause. Jedenfalls dachte sie das immer so lange, bis April es wieder erwähnte, sie ein furchtbar schlechtes Gewissen bekam, irgendwie im Gespräch abdriftete und wieder vergaß, dass April nachhause wollte. Bis sie May wieder erinnerte.
      Gerade leuchtete May noch auf, als April eine weitere Runde auf der Tanzfläche vorschlug, denn scheinbar hatte der Alkohol auch ihre Klaustrophobie aufgelöst, aber als sie dann von Essen und dem Heimweg sprach, hielt May sofort inne. Oder, naja, sie hielt einigermaßen inne, immerhin waren ihre Gedanken überall verstreut und ihre torkelte mehr, als sie stand.
      „Oh nein! Ich hab‘s schon wieder total vergessen! Diesmal- diesmal gehen wir nachhause“, sagte sie überzeugt und nickte streng, wobei ihr Kopf sich mehr wie Wackelpudding anfühlte und sie das Gefühl hatte, mit dem Nicken nicht mehr aufhören zu können. Sie packte April trotzdem kurzhand am Arm und stellte ihr Glas zurück auf die Theke. „Was hältst du von- ähm- Pommes! Oh, wow, ich könnte gerade zehn Burger essen“, lachte sie. Sie versuchte, sich zielorientiert Richtung Ausgang zu bewegen, aber die Menschen schoben sie irgendwie nach links und nach rechts und machten das Vorhaben deutlich schwerer als es sein musste. Beim Treppensteigen klammerte sie sich ein wenig zu sehr an April, während die andere Hand die Wand abtatschte, in der Hoffnung irgendwie Stabilität zu finden. Die kühle Nachtluft und die plötzliche Unmenge an Freiraum auf dem Gehsteig machten ihr das Leben schon deutlich leichter.
      „Hah… wow, da drin hatte es zehn Grad mehr, was?“, sagte sie belustigt und strich sich über die nackten Arme. „Rufen wir uns ein Taxi? Ich rufe ein Taxi“ Sie suchte ungeschickt nach dem Zip an ihrer Tasche und anschließend nach dem Handy, fand es aber nicht, oder verlor einfach viel zu schnell das Interesse um richtig zu suchen.
      „Ruf- ruf du das Taxi, okay?“, sagte sie und lachte leicht. „Sorry. Holen wir uns was zu Essen und ähm- wir essen es bei mir zuhause, da ist es nicht so kalt. Es ist ein bisschen kalt, weil ich nicht oft zuhause bin und wenig heize aber es ist nicht so kalt wie hier draußen. Dir ist nicht zu kalt, oder? Mit dem Blazer ist es okay, oder?“ Sie griff erneut nach Aprils Arm, der noch von Mays Blazer bedeckt waren. Das größere Bedürfnis, als Pommes und Burger, war immernoch, dass April Spaß hatte und glücklich war, soweit Mays Sieb-Gehirn gerade zuließ, dieses Bedürfnis auch zu erfassen.
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    • April

      "Pommes und Burger hätte ich auch vorgeschlagen!", stimmte April sofort zu, so enthusiastisch, dass sie für einen Moment vergaß, dass May betrunken war. "Wir denken ja schon vollkommen gleich!" Sie grinste. Ob es ein gutes Zeichen war, dass May anfing wie sie zu denken, wen sie betrunken war? Wahrscheinlich sollte ihr das wohl eher zu denken geben, oder? Zum Glück war sie selbst angetrunken genug, um das kleine Warnsignal zu ignorieren.
      Sie folgte May hinaus, immer noch an ihr klammernd, um sie nicht zu verlieren. Sie würde sie sonst unmöglich wiederfinden. Dafür drehte sich das Klammern, als sie an der Treppe ankamen. April stützte ihre Freundin so gut es ging, während sie selbst versuchte, nicht die Treppen runter zu stürzen und atmete einmal tief durch, als sie endlich draußen waren. Nur, um direkt ein schlechtes Gewissen zu bekommen.
      "Oh, willst du deine Jacke zurück?" Sie zog die Jacke schnell wieder aus und hing sie May um die Schultern, bevor sie nach ihrem Handy suchte. Ein Taxi war wahrscheinlich wirklich keine schlechte Idee. Eigentlich wäre April wohl gelaufen, aber mit May im Schlepptau würde der Weg gleich doppelt so lang sein und das konnte sie nicht brauchen. Vor allem, wenn sie darauf achten wollte, dass May auch wirklich bei sich zuhause landete, was die Anwältin ihr zum Glück gerade sehr einfach machte.
      "Ach, es ist bestimmt richtig gemütlich bei dir. Mach dir keine Sorgen. Sonst legen wir uns noch eine Decke um und drehen die Heizung hoch, oder so", beschwichtigte sie und suchte nach der Nummer des nächsten Taxiunternehmens. Was zum Glück gar nicht nötig zu sein schien, weil bereits ein Taxi vorbeifuhr, das wahrscheinlich sowieso auf Feiernde hoffte, die nach Hause wollten. April hob kurz die Hand, um es anzuhalten und zog May mit sich auf die Rückbank.
      "Guten Abend. Wo soll es hingehen?" Die Frau hinterm Steuer war älter als sie und gab April ein wenig das Gefühl, von ihrer Mutter abgeholt zu werden. Oder zumindest ein ziemlich ähnliches Gefühl, ihre Mutter hatte sie meistens laufen lassen.
      "Hi!", grüßte April zurück. "Wir würden gerne zum besten Fastfood Burgerrestaurant, das sie kennen." Sie grinste, während die Fahrerin ihr einen kleinen irritierten Blick über den Rückspiegel zuwarf und dann kurz lachte.
      "Lässt sich einrichten."
      April grinste zufrieden, bevor sie sich zu May lehnte. "Du kennst deine eigene Adresse noch, oder?"
    • May

      „Oh- schon okay, ich-“, fing May an, aber da hing der Blazer bereits wieder über ihren Schultern und April stand in ihrem wunderschönen, glitzernden Kleidchen neben ihr als müsste Hochsommer sein. May hatte ein bisschen das Gefühl, dass das Leuchten des Kleides sie gerade ein wenig hypnotisierte. Zumindest war ihr Kopf vollkommen leergefegt, bis sie ins Taxi stiegen, und dann konnte sie bei dem Wort Fastfood nur kurz jubeln und war sofort wieder viel zu gut gelaunt.
      „Burger und Fritten und Eiscreme und Milchshakes“, summte sie vor sich hin und schaukelte in ihrem Sitz herum bevor sie April anlächelte. „Natürlich, und sonst könntest du mich immernoch zurück in dein Hotel bringen! Das Bett war so gemütlich und der Kuchen war perfekt. Ich mag das Hotel, ich sollte das meinen Freunden empfehlen wenn sie mich besuchen. Obwohl das garnicht notwendig ist, weil meine Wohnung riiiesig ist, darum findet immer jeden einen Platz! Mein Sofa ist wirklich toll- ich wollte eines, in dem man versinken kann, weißt du? Aber mein Bett ist noch besser, weil es eine Memory Matratze hat, weil ich sonst Rückenschmerzen bekomme. Ich sitze nämlich sowieso schon den ganzen Tag und dann wird es nur schlimmer und schlimmer und ich will nicht mit Anfang Dreißig einen persönlichen Chiropraktiker haben“, erzählte sie fröhlich vor sich hin. „Eigentlich machen die Absätze es nur viiiel schlimmer, und ich hab das Gefühl, meine Füße fallen bald ab, aber es sieht eben… schick aus. Hm!“ Sie lächelte und zuckte leicht mit den Schultern. „Dein Kleid ist aber ein richtiges Highlight, du siehst wunderschön aus, mit deinen Haaren und dem Glänzen und den Augen und den Schuhen. Eigentlich schaut sowieso niemand auf die Schuhe, oder? Ich sollte wahrscheinlich aufhören Absätze zu tragen bevor ich mich bald garnicht mehr bewegen kann“ May lachte. Irgendwie konnte sie sich garnicht mehr stoppen. Sie hatte keine Ahnung, wann sie sich zuletzt so befreit gefühlt hatte. Wahrscheinlich musste sie einfach mehr trinken! Und öfter! Jedes Wochenende! Am besten mit April, mit ihr machte es doppelt so viel Spaß.
      Die gute Laune nahm kein Ende, als sie den wunderbaren Duft von Fastfood im Taxi verteilten, nachdem sie im Drive Through gestanden hatten. May konnte nicht wirklich warten, bis sie zuhause waren, darum stahl sie sich immer wieder Pommes aus ihrer Tüte, die ganze Fahrt bis vor ihre Haustür. Sie verabschiedete sich überschwänglich von ihrer netten Fahrerin, die auch den Rest des Abends den Duft ihres Essens genießen durfte, und stellte sich anschließend absolut ungeschickt an, während sie den Schlüssel in ihrer Handtasche suchte. Zum Glück konnte der nicht so leicht verschwinden, weil die Key-Karte für ihre Haus- und Wohnungstüre ziemlich viel Platz einnahm. Das Haus, in dem sie wohnte, war vor ihrem Einzug modernisiert worden. Die Wohnungen waren renoviert, aber nicht überdurchschnittlich modern, dafür war die Sicherheit im Haus aufs Maximum erhöht worden, nachdem es in der Gegend immer wieder Einbrüche gegeben hatte. Das war alles vor Mays Einzug, natürlich, aber die Key-Karte mochte sie trotzdem unheimlich gerne. Jetzt gerade zumindest, weil sie in ihrem Zustand sowieso kein Schlüsselloch finden könnte. Sie stieg mit April in den Aufzug, fuhr in den zweiten Stock und öffnete ihre Wohnungstür.
      „Wohoo, endlich kann ich mir den Burger reinziehen!“, rief sie aus, als sie in die Wohnung stolperte und ihre Schuhe von den Füßen kickte. Sie schaltete das Licht ein und tapste barfuß geradewegs ins gigantische Wohnzimmer, wo sie sich auf ihr ebenso gigantisches, weiches, mit Kissen überfülltes Sofas fallen ließ und erstmal kurz unschön sitzen blieb um zu verschnaufen.
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