The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    • Wyatt

      Okay, das war ein bisschen weird. Hatte Kaia doch Bedenken wegen dem Date und versuchte nun, irgendwie Abstand zwischen sie zu bringen? Oder was sollte dieser seltsame Blick bedeuten? Sollte er hinterher und sie fragen? Irgendwie kam Wyatt sich gerade so vor, als ob gleich eine riesengroße Leuchtreklame über ihm erscheinen würde, die allen direkt verkündete, dass er ein Date mit Kaia hatte, wenn er was falsches tat. Es wäre ja nicht mal schlimm, wenn es alle wüssten. Er wollte nur lieber das erste Date abwarten und sehen, ob es überhaupt funktionierte, bevor sie sich dazu entschieden, dass sie doch besser als Freunde funktionierten und wieder zurückrudern mussten.
      "Vielleicht ist ihr schlecht", merkte Emma mit einem kurzen Blick zur Tür an. "Mir ist zumindest schlecht", schob sie nach einer kurzen Pause hinterher, während sie ihren Tee anstarrte, als ob er sie gleich anfallen würde.
      "Ich geht Tabletten holen und schau mal nach ihr", bot Wyatt an und schob seinen Stuhl zurück. "Haben wir noch was gegen Übelkeit?"
      Milo nickte kurz. "Im Schrank im Bad", antwortete er, während er seinen Kaffee zur Seite stellte. "Da müsste auch was gegen Kopfschmerzen sein und so." Das war wohl der Vorteil, wenn man einen Arzt in der Familie hatte - sie hatten immer keinen kleinen Vorrat an Medikamenten und jemanden der wusste, was an nehmen sollte. Der Nachteil war, dass Wyatt sich nicht mehr krank stellen konnte, um die Schule zu schwänzen.
      Wyatt ging die Treppen nach oben und stoppte tatsächlich kurz im Bad zwischen, bevor er die Tabletten für Emma vergaß, bevor er kurz an die Tür zum Gästezimmer klopfte und schließlich hineintrat. Kaia saß auf dem Bett und sah nicht so aus, als ob sie ihr Handy suchen würde. Also war ihr entweder tatsächlich schlecht, oder sie wollte mit ihm reden.
      "Hey", grüßte er vorsichtig. "Alles okay? Ich, äh, hab was gegen Übelkeit und Kopfschmerztabletten bei, falls du was brauchst?"
    • Kaia

      Oh, zumindest hatte er es soweit geschnallt, dass er hinterher gekommen war. Auch wenn der Grund der falsche war und Kaia kurz seufzen musste. „Siehst du, ich versteh das nicht. Was hast du zu Jia gesagt, dass sie dich nicht leiden kann? Du redest mit mir als… wärst du ein süßes kleines Kaninchen“ Sie wollte sich fast selbst schlagen für die Aussage, auch wenn sie ziemlich gut passte. Wyatt war die ganze Zeit so unsicher, dass man denken könnte, er verschwand gleich zwischen zwei Büschen.
      „Ich nehm trotzdem die Kopfschmerztablette, danke“, murmelte sie und streckte die Hand aus, um die Tabletten entgegenzunehmen und später mit ihrem Tee zu schlucken. Ganz so dringlich war es auch nicht. Etwas zu trinken hatte jedenfalls bereits gegen die leichte Übelkeit geholfen.
      Kaia blieb sitzen und sah Wyatt einen Moment lang an, bevor sie sich doch überwand. „Dass wir ein Date haben steht noch, oder?“, fragte sie knapp. „Ich will nur sichergehen bevor ich mit irgendjemandem darüber rede. Also, mit irgendjemandem meine ich Jia. Und vielleicht Jude um ihn damit zu nerven“ Vorrangig weil sie sich ein Date geklärt hatte und Judes lächerliches Flirten mit Emma zu nichts geführt hatte. Ob sie Wyatt datete, würde ihn wahrscheinlich eh nicht interessieren. Aber Jia… seit gestern Abend hatte Kaia irgendwie ein schlechtes Gefühl. Sie wollte nicht, dass das irgendwas mit ihrer Freundschaft machte. Aber gleichzeitig wollte sie das Date auch wirklich, also musste Jia halt irgendwie damit leben. Es wäre nur schön, wenn sie zumindest wüsste, was Wyatt getan hatte, damit sie sich was einfallen lassen konnte, wie er es wieder gut machen konnte. Und eigentlich war es furchtbar nervig, dass sie das überhaupt machen musste, und ihre beste Freundin sich nicht einfach für sie freute, und dass Wyatt überhaupt solche Komplexe hatte, dass er andere beleidigte. Was auch immer er getan hatte. Aber Jias Ärger war definitiv gerechtfertigt.
      „Falls… es noch steht, könntest du irgendwie versuchen nett zu Jia zu sein? Noch netter? Ugh, ich hasse es, dass ich das überhaupt fragen muss. Das ist so seltsam. Klärt eure Angelegenheiten doch selbst“, murmelte sie gestresst und ließ sich letztlich mit einem weinerlichen Laut zurück aufs Bett fallen. Sie starrte die Decke an. Das war alles sehr suboptimal. Und sie wusste noch nichtmal, wo sie stand, und machte jetzt schon Anforderungen. Vielleicht hätte sie sich halt einfach zwei Mal überlegen sollen, Wyatt zu küssen. Aber Überlegen war ja wohl nicht gerade ihre Stärke seit gestern Abend. So wie sie sich aufführte, würde sie es Wyatt nicht verübeln, einen Rückzieher zu machen.
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    • Wyatt

      Ein Kaninchen? Wyatt warf Kaia einen höchst kritischen Blick zu. Das war jetzt nicht unbedingt ein Tier, mit dem er sich selbst verglichen hätte. Er hätte sich eher als...okay, er hatte vielleicht noch nie Gedanken drüber gemacht, welches Tier er war, aber es war definitiv kein niedliches, kleines Kaninchen!
      "Ich habe gar nichts gesagt. Sie kommt einfach nicht damit klar, dass ich Aaron nicht leiden kann." Wyatt zuckte kurz mit den Schultern. Gut, vielleicht hatte er sie mal langweilig genannt, aber damit musste sie doch wirklich klar kommen, oder? Zum Glück lag ihm sowieso nicht viel an Jia. Wenigstens musste er sich keine Gedanken darum machen, diese Beziehung irgendwie zu retten.
      "Natürlich steht das Date noch! Also, wenn du willst." Wyatt hielt Kaia eine Kopfschmerztablette entgegen und setzte sich neben sie aufs Bett. Offenbar hatte sie ihren Freunden gegenüber eine andere Einstellung, als Wyatt selbst. Irgendwie wäre es ihm lieber, wenn sie nicht mit Jia über ihr Date reden würde. Wahrscheinlich würde Jia versuchen, ihr das alles auszureden. Er hatte ja jetzt schon keine Idee, wie er noch netter zu ihr sein konnte. Ignorieren hatte super funktioniert. Sollte er ihr jetzt noch Blumen mitbringen und ihr auch die Haare flechten, wie Emma es gemacht hatte?
      "Sie ist diejenige, die eingeschnappt ist. Ich habe keine Ahnung, was genau ich da tun soll", antwortete er ebenso frustriert, wie Kaia aussah. Er presste die Lippen zusammen, während er überlegte. "Bist du sicher, dass du mit ihr über das Date reden willst? Ich habe das Gefühl, dass sie nicht sonderlich begeistert sein wird. Wahrscheinlich macht sie dir ein schlechtes Gewissen und erwürgt mich dann im Schlaf." Rückblickend war er froh, dass er die Nacht überhaupt überlebt hatte. Vielleicht gerade weil Aaron dabei gewesen war und Jia keinen Mord in seiner Nähe begehen wollte.
    • Kaia

      Kaia runzelte die Stirn, als Wyatt weiterredete. „Irgendwas musst du aber gemacht haben…“, flüsterte sie mehr zu sich selbst, bevor sie sich wieder aufsetzte und plötzlich viel zu nah an Wyatt saß und sich doch nochmal durch den Kopf gehen ließ, ob sie Jia irgendetwas erzählen sollte. Wyatt hatte zwar unrecht, weil Jia nicht versucht hatte, ihr irgendetwas auszureden, zumindest bisher… Aber begeistert wäre sie auch nicht und Kaia wollte eigentlich nicht kritisiert werden, oder so. Sie musste wahrscheinlich einfach mit irgendjemand anderem darüber reden, der sich für sie freuen konnte.
      „Ich kann nichts versprechen“, meinte sie also schulterzuckend. „Vielleicht fragt sie ja mal. Dann lüge ich sie nicht an, aber sie muss auch nicht alles wissen. Sei trotzdem nett zu ihr, dann ändert sie ihre Meinung wahrscheinlich schneller, als du denkst“
      Sie lächelte leicht und sah dann wieder auf ihre Füße. Das Wichtigste war ja, dass ihr Date noch stand… Gut, sie hatte sich nämlich unbewusst eh schon zu sehr darauf versteift, um jetzt nicht etwas verletzt zu sein, wenn es nicht dazu kam. „Wir sollten einfach vermeiden, über Jia oder Aaron zu reden“, sagte sie noch. Da gingen ihre Meinungen schließlich ziemlich auseinander. Kaia fand es etwas kindisch, dass Wyatt ein Problem mit Aaron hatte. Aber das war ja nicht ihre Angelegenheit. „Eigentlich ist es ja auch egal, du kannst beiden einfach aus dem Weg gehen, oder so… Jia zumindest. Ähm… anderes Thema, hast du… eine Idee, was wir zusammen machen könnten?“ Sie hob den Blick wieder. Eigentlich war das das einzige, worüber sie nachdenken wollte. Nicht, wer aller ein Problem mit ihrem Date haben könnte oder wen Wyatt nicht leiden konnte. Wyatt mochte Kaia genug, um mit ihr auszugehen, und mehr interessierte sie gerade garnicht wirklich. Sobald er und Jia nicht mehr im selben Haus gefangen waren, würde es auch keine Probleme geben. Jia würde garnicht mitkriegen, dass irgendwas anders war. Kaia würde genauso viel Zeit für sie haben, wie vorher.
      „Ich bin nicht sehr wählerisch, hauptsache es ist nichts blödes“, sagte sie nun deutlich fröhlicher. Und Hauptsache Wyatt zerschlug sich unnötig den Kopf. Das war auch eine ihrer Prioritäten.
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    • Wyatt

      Irgendwie war Wyatt sich ziemlich sicher, dass Jias Meinung sich nicht so schnell ändern würde. Er wusste ja nicht mal mehr, was genau er gemacht hatte, dass sie so sauer auf ihn war. Abgesehen von dem kurzen Nervenzusammenbruch, als er ihr gesagt hatte, dass er wusste, dass sie trans ist, aber das war ihm selbst absolut egal und wenn sie sich daran aufhängen würde, war das absolut ihr eigenes Problem und nichts, worauf er auch nur irgendeinen Einfluss hatte. Aber Kaia hatte wohl absolut recht damit, dass sie wohl nicht über Jia und Aaron reden sollten. Also am besten sofort anfangen, nicht? Auch, wenn das nächste Thema nicht minder aufregend war.
      "Ich, ähm, ich hab mir ein paar Gedanken gemacht", erklärte er, während er imaginären Staub von der Bettdecke wischte, um Kaias Blick auszuweichen. Eigentlich war es vollkommen egal, ob sie leicht zufrieden war, oder nicht, Wyatt wollte irgendwas finden, was sie umhauen würde. Das war nur furchtbar schwer, wenn man das Date im betrunkenen Zustand ausgemacht und danach nicht sonderlich viel Zeit gehabt hatte, um sich etwas zu überlegen. Was war 'blöd' für Kaia?
      "Ich hatte ja sowieso versprochen, dir dein Eis für den Sommer zu finanzieren, also hatte ich gedacht, dass wir Eisdielen-Hopping machen könnten. Einfach ein paar Eisdielen aussuchen und überall eine Kugel essen. Oder wir könnten einen Escape-Room ausprobieren, oder so?" Zumindest waren das die beiden Vorschläge, die ihm heute morgen beim Googeln als erstes ins Auge gesprungen waren und die er nicht ganz so langweilig gefunden hatte.
      "Wir können das ja sonst per SMS planen. Ich glaube, wenn wir länger hier oben sitzen werden die anderen irgendwann misstrauisch, was wir machen. Außerdem wartet Emma auch auf die Tabletten." Er hielt die beiden Packungen nochmal nach oben. Irgendwie wäre es furchtbar unangenehm, wenn irgendjemand vorbeikommen würde, um nach ihnen zu sehen und sie hier sitzen und ein Date planen würden.
    • Kaia

      Kaia schmunzelte. „Hm. Vielleicht“, antwortete sie auf die Date Ideen bevor sie aufstand und Wyatt ihre Hand entgegen hielt, um ihn hochzuziehen. „Du kannst mich auch anrufen“, gab sie den kleinen Hinweis und hielt Wyatts Hand weiterhin, nachdem er aufgestanden war. Dann zog sie ihn mit in Richtung Treppen, um zurück zu den anderen zu gehen. Was so schlimm daran war, dass sie sich irgendetwas dazu denken würden, wenn Wyatt und sie länger alleine waren, verstand sie zwar nicht, aber wenn er lieber abwarten wollte, bevor er irgendwem etwas sagte… war es auch okay. Dann konnte sie ja kurz erleben, wie sich so eine geheime Romanze anfühlte, oder so. Was man eben so im Fernsehen sah. Auch wenn sie davon vermutlich noch ein gutes Stück entfernt waren. Sie wusste selbst, dass sie sich besser kennenlernen mussten, bevor sie der Sache zu viel Bedeutung zusprechen konnte. Nur, weil es sie leicht nervös, aber glücklich machte, Wyatts Hand zu halten, oder sie wachlag, wenn sie an den Kuss dachte, oder sie aus vermutlich absolut verrückten Gründen das Bedürfnis hatte, ihn zu umarmen oder sowas, hieß das ja noch nicht, dass sie auch gut zusammenpassten. Auch wenn sie die Idee mit dem Escape Room schon wieder… ziemlich nerdig süß fand.
      „Was ist dein Lieblingsessen?“, fragte sie leise, während sie die Treppen runtergingen. „Wenn man es in einem Restaurant essen kann, sollten wir da nach dem Escape Room hingehen. Oder vor dem Eis. Oder… was auch immer dir sonst noch einfällt“ Sie sah kurz zur Seite und lächelte. Das ganze Lächeln war vollkommen unnatürlich. Sie würde ja auch ein paar Ideen einbringen, aber… wie gesagt, es war für Kaia höchste Priorität, dass Wyatt sich ein wenig den Kopf zerbrach, wenn er überlegte, was ihr gefallen könnte. Im Gegenzug würde sie auch bei allem so tun, als hätte sie noch nie was besseres erlebt.
      „Ich mag Pizza. Italienisch allgemein. Oder Sushi“, begann sie aufzuzählen. „Ich bin echt ein Fan von Sushi. Meine Tante macht auch hammer Maccaroni Pie, aber keine Ahnung, ob man das in Restaurants bekommt, also gehen wir mal nach deinem Lieblingsessen, bevor wir immer nur Pizza und Sushi essen“ Sie zuckte leicht mit den Schultern. Wenn Wyatts Lieblingsessen auch Pizza oder Sushi war, dann war es wohl Schicksal.
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    • Wyatt

      "Bei Pizza schließe ich mich an", antwortete Wyatt. Irgendwie lenkte Kaias Hand in seiner ihn unfassbar ab. Hatte er ein Lieblingsessen? Hatte er in seinem Leben überhaupt schonmal was gegessen? Gemessen an dem leichten Ziehen in seiner Bauchgegend würde er wahrscheinlich vor Nervosität nie wieder etwas essen. Aber langsam nahm das Date doch irgendwie Form an, oder? Je nachdem, wie lange sie zwischendurch Reden würden, könnten sie fast zwei Dates draus machen, wenn es gut lief und Kaia ihn am Ende nicht auch wegen irgendeinem Grund hasste, den er sich nicht erklären konnte.
      Er ließ Kaias Hand los, als sie die Küche erreichten, um ihr die Tür aufzuhalten und legte die Tabletten im Vorbeigehen vor Emmas Nase, als er wieder seinen Platz ansteuerte. Sein Kaffee war mittlerweile eher lauwarm, was zum Glück vollkommen egal war, weil er ihn vorher auch nicht gemocht hatte. Augen zu und durch. Wenigstens hatte er jetzt ein Date. Sie mussten jetzt nur noch ein Datum finden und sich auf einen genauen Ablauf einigen und dann würde schon alles passen!
      "Danke!" Emma lächelte schwach, während sie sich eine der Tabletten gegen Übelkeit rauskramte und sie anschließend einwarf. "Meine Rettung. Ich glaube, ich habe gestern zu viel Pizza gegessen. Braucht sonst noch wer was?" Sie schob die restlichen Tabletten in die Mitte des Tisches, was zwischen den Brötchen und dem Aufstrich irgendwie fast witzig aussah.
      "Denkst du nicht, dass das eher am Alkohol lag?", fragte Lucas beiläufig, was Emma mit einem kleinen genervten Wink zur Seite wischte.
      "Der setzt mir nur zu, weil ich klein bin. So groß wie du bist ist das, was du gestern gegessen und getrunken hast ja immer noch nicht in deinem Magen angekommen." Emma presste kurz gespielt beleidigt die Lippen aufeinander, bevor sie wieder in ihr Brötchen biss.
      "Wenn Luc auf dem Rückweg mit dem Schwanken anfängt, weißt du wenigstens, woran es liegt", merkte Wyatt belustigt an. Irgendwie mochte er das hier. Das Frühstück mit allen. Es war deutlich lebhafter und fröhlicher, als wenn er alleine, oder nur mit Milo hier saß. Vielleicht sollte er sie alle öfter einladen.
    • Kaia

      Dann also Schicksal. Sie hatten wohl beide keine sehr hohen Ansprüche an Essen. Pizza war aber ein perfekter Ausklang, oder? Und sie würden nie diskutieren müssen, wenn sie mal was zu Essen bestellen wollten.
      Kaia fand es fast ein wenig frustrierend, Wyatts Hand loszulassen, als sie zurück in die Küche gingen. Gleichzeitig musste sie aber langsam zustimmen, dass es manchmal besser war, etwas für sich zu behalten. Sie setzte sich wieder mit neutralem Gesichtsausdruck zu Jia und legte demonstrativ ihr Handy auf den Tisch, dass sie schon die ganze Zeit in ihrer Hosentasche hatte, und sie drückte eine der Kopfschmerztabletten aus dem Blister, um sie mit dem Tee zu schlucken.
      „Gib mal deine Hand her“, sagte Jude, nachdem Emma die Tablette eingeworfen hatte. Er schnappte ihre Hand, drehte sie um und legte drei Finger unter ihr Handgelenk, danach drückte er darunter auf ihrem Unterarm herum. „Akupunktur-Punkt gegen Übelkeit“, sagte er mit einem Lächeln, während er ihren Arm mit der linken Hand festhielt und den Punkt mit dem Daumen massierte. Kaia wollte das garnicht mitansehen. Wie offensichtlich konnte man jemanden noch anflirten? Es hätte wohl gereicht, wenn Jude es ihr einfach gezeigt hätte. Kaia schmunzelte amüsiert und sah zurück auf ihr Brötchen. Woher wusste Jude überhaupt irgendwas über Akupunktur? War das wieder eine von tausend deprimierenden Krankenhausgeschichten?
      Kaia musste plötzlich daran denken, dass Wyatt wahrscheinlich auch einen Haufen solcher Geschichten hatte. Die Prothese merkte man ihm beim Gehen zwar irgendwie kaum an, sie wusste davon eigentlich auch bloß, weil Jude und er sich im Museum am Boden herumgerollt hatten, aber Wyatt störte es bestimmt trotzdem oder? Ob es ihn jetzt irgendwie einschränkte? Bestimmt. Sie wusste darüber überhaupt nichts, aber einfach so zu fragen wäre auch seltsam.
      „Also, ich zieh mich mal an. Jude, vergiss nicht mir später die Hose zurückzugeben, und pack sie nicht- Oh, vergiss es“, unterbrach Aaron sich selbst, bevor er die leere Kaffeetasse wieder in die Abwasch stellte, Milo einen furchtbar kitschigen Kuss auf die Wange gab und verschwand. Heute hatten es alle mit PDA, was? Aber sie musste Wyatts Hand loslassen. Na klar.
      „Wann wirst du abgeholt?“, fragte Kaia, wo das Thema schonmal im Raum stand.
      „Ah, irgendwann demnächst“, meinte Jude, weiterhin mit vollem Fokus auf Emmas Handgelenk, was Kaia langsam fast zu nerven begann.
      „Warum siehst du dann noch aus, wie du aussiehst?“, murmelte sie.
      Jude sah auf. „Ist doch kein Stress. Helen braucht sowieso immer Jahre, bis sie aus dem Bett kommt. Aber gut, ich bin gleich wieder da“ Er stand doch auf und ließ Emmas Arm los, um aus der Küche zu gehen.
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    • Emma

      Emma wusste nicht so ganz, was sie denken sollte. Jude war nett, aber...flirtete offensichtlich mit ihr, was sie irgendwie ein bisschen überforderte. Sie ließ ihm ihren Arm. Seltsamerweise half die Massage tatsächlich ein wenig, auch wenn sie nicht wusste, ob es tatsächlich irgendein medizinischer Trick oder einfach ein Placebo war. Trotzdem war sie ein wenig erleichtert, als er verschwand, um sich wohl umzuziehen.
      "Wir müssen auch gleich los", wiederholte Lucas mit einem kurzen Blick auf sein Handy, bevor er es in seine Tasche zurück schob. Emma nickte kurz. Langsam freute sie sich darauf, nach Hause zu kommen. Sie wollte dringen duschen und ihre Leggins gegen eine bequeme Jogginghose eintauschen. Außerdem war sie froh, wenn sie sich abschminken konnte.
      "Das war eine wirklich tolle Party, Wy." Emma lächelte Wyatt fröhlich entgegen, während sie über ihr eigenes Handgelenk strich, um das Gefühl von Judes Fingern los zu werden.
      "Danke!" Wyatt schenkte ihr ein strahlendes Lächeln, das wieder ein wenig abflachte, als er den nächsten Schluck von seinem Kaffee trank. Emma hatte keine Ahnung, warum er das Zeug überhaupt runterwürgte. Tee war doch mindestens genau so gut!


      Milo

      Nachdem der Pizzaabend so ausgelassen gewesen war, war das Frühstück mit fünf verkaterten Jugendlichen und einer stillen Jia fast ein bisschen witzig. Zumindest war es deutlich ruhiger und alle stellten problemlos ihre Tassen und Teller zurück in die Spüle, bevor sie sich nach und nach verabschiedeten, bis nur noch Aaron und Jia übrig waren. Milo wollte sie jetzt schon nicht gehen lassen. Er wollte so viel Zeit mit ihm verbringen, wie es nur ging und wenn sie dabei nur noch die letzten Dinge zusammen wegräumen würden, wäre das auch egal.
      "Weißt du schon, was du heute Nachmittag machst?", fragte Milo, während er Aaron im Vorbeigehen einen Kuss auf die Wange drückte. Er hatte den Pyjama mittlerweile gegen eine Jogginhose und ein Sweatshirt getauscht und räumte die Teller von der Spüle in die Spülmaschine. Wy hatte sich vor ein paar Minuten verabschiedet, um oben schon mal die Gästematratzen abzuziehen, wahrscheinlich, um nicht mehr Zeit mit Jia zu verbringen, als nötig. Milo hatte keine Ahnung, was sein Bruder gegen das Mädchen hatte - auf ihn wirkte sie wirklich nett, wenn auch vielleicht etwas schüchtern. Gerade tat es ihm nur leid, dass sie hier sitzen musste, weil sie offenbar bei Aaron mitfuhr und daher nicht einfach gehen konnte.
      Der Himmel vor dem Küchenfenster hatte sich ein wenig zugezogen. Nach den schönen letzten Tagen schien sich nun wieder Regen anzubahnen. Eigentlich das perfekte Wetter, um zuhause zu bleiben und wieder in Filmen zu versinken, aber dafür hatte er selbst ja auch keine Zeit. Er würde über der Planung für die nächste Woche hängen.
    • Aaron

      „Nicht viel“, antwortete Aaron, während er im Türrahmen zur Küche stand und sich die Haare zu einem unordentlichen Zopf band, aus dem vorne und hinten die meisten Strähnen herausfielen, weil seine Haare derzeit nicht lang genug waren. „Ich muss eine Hausarbeit schreiben, aber das hat noch Zeit. Ich helfe dir gerne noch beim Aufräumen und… was auch immer dir noch als Ausrede einfällt“, lächelte er. Ewig konnte er nicht bleiben, weil er das Jia nicht antun wollte. Eigentlich hatte Aaron es als gutes Zeichen gesehen, dass Wyatt sie beide eingeladen hatte, aber wie es aussah, sprachen die beiden kaum ein Wort miteinander und irgendwie fand Aaron es auch seltsam, dass Jia garnicht versuchte, sich mit ihm zu verstehen. Wyatt hatte sich mit allen anderen ja auch völlig normal unterhalten, und Jia war es doch aus dem Jugendzentrum gewöhnt, sich mit Leuten zu unterhalten, mit denen sie nichts gemeinsam hatte, und trotzdem… hielt sie sich völlig von Wyatt fern. Was Aaron nur darauf zurückführen konnte, dass sie sich gestritten hatten, oder so. Jedenfalls wollte er das Mädchen deshalb nicht dazu zwingen, länger hier zu sein, als nötig, wenn ihre Freunde schon nachhause gefahren waren.
      Sie saß immernoch am Küchentisch und scrollte durch ihr Handy. Aaron verfluchte sich schon selbst ein wenig dafür, was er gleich sagen würde. „Willst du Wyatt nicht beim Aufräumen helfen?“ Er schenkte ihr ein Lächeln, das seine egoistischen Absichten ein wenig überdecken sollte. Er wollte, dass die beiden sich verstanden, und außerdem wollte er noch etwas Zeit mit Milo haben. Vielleicht fanden die zwei Jugendlichen auf magische Weise etwas, das sie verband, und für ein, zwei Stunden beschäftigt halten würde.
      Jia sah absolut nicht begeistert über die Aufforderung aus, was Aaron ihr nicht wirklich verübeln konnte. Gut, er war früher selbst deutlich aufgeschlossener und sozialer gewesen, als Jia, aber wenn er so daran zurück dachte, wie Thomas manchmal in einer Ecke am Handy gesessen war, um seine Ruhe zu haben, konnte er es trotzdem verstehen. Manche Menschen waren halt so. Oder Jia hatte einfach nur eine enorme Abneigung gegen Wyatt.
      „Klar“, sagte sie motivationslos und stand auf, um die Treppen hochzugehen.
      Aaron presste die Lippen aufeinander und wartete, bis sie weg war, dann blinzelte er Milo an. „Ich hab irgendwie ein schlechtes Gewissen“, gestand er. Es war verrückt, weil Wyatt Jia schließlich eingeladen hatte und sie sowieso seit gestern Abend zusammen waren, aber trotzdem hatte Aaron das Gefühl, sie zu irgendwas total furchtbaren zu zwingen. „Ich würde echt gerne wissen, warum die zwei nicht klarkommen. Unterschiede und so, klar, aber… dann kann man sich ja immernoch friedlich anschweigen, anstatt sich gehässig anzuschweigen, oder?“ Er verstand das alles nicht.
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    • Milo

      "Aufräumen, sicher gehen, dass du alles gepackt hast, nochmal sicher gehen, dass alles aufgeräumt ist, die Rush-Hour abwarten...mir fallen bestimmt noch ein paar Ausreden mehr ein." Milo warf Aaron ein kleines Lächeln zu. 'Aufräumen' an sich war schon die größte Ausrede überhaupt - die Teenager waren alt genug gewesen, um das größte Chaos selbst zu beseitigen, oder erst gar kein Chaos zu veranstalten. Eigentlich wären Wyatt und er auch wunderbar alleine klar gekommen. Im Grunde mussten sie nur noch die Gästematratzen auf den Speicher tragen und waren durch. Aber er würde Aaron definitiv nicht wegschicken. Obwohl Jia ihm wirklich leid tat. Sie sah zumindest nicht begeistert aus, als Aaron ihr vorschlug, Wy zu helfen.
      "Ich habe keine Ahnung, was genau da passiert ist", gab er zu, während er seinen Blick von der Tür löste, durch die Jia gerade verschwunden war. "Ich befürchte, dass Jia einfach das Pech hatte, die erste Person gewesen zu sein, die er im Jugendzentrum gesehen hat." Vielleicht hätte er ihn doch nicht dort hin bringen sollen. Obwohl es am Ende ja schon irgendwie für sie beide funktioniert hatte, oder? Wy hatte mit Jude und Kaia wenigstens zwei neue Freunde gefunden und er hatte Aaron wiedergetroffen.
      "Früher war er nicht so. Da war er deutlich offener und super einfach für alles zu begeistern. Ich glaube die Kombination aus Pubertät und Trauma ist tödlich." Er seufzte kurz, bevor er seine Brille zurecht rückte und den letzten Teller einsortierte.
      "Worum geht es in deiner Hausarbeit?"


      Wyatt

      War der Escaperoom eine blöde Idee gewesen? Als Wyatt von der Idee fürs Date gelesen hatte, war sie ihm wirklich gut vorgekommen, aber je länger er darüber nachdachte, desto schlimmer wurde es irgendwie. Sie müssten sich noch auf ein ungefähres Thema einigen und dann erst mal einen finden, der sie beide ansprach und was wäre dann, wenn die Rätsel zu schwer waren und er sich vollkommen blamieren würde? Oder wenn sie währenddessen realisierten, dass ihre Kommunikation einfach nicht funktionierte? Sie wären dann bis zum Ablauf der Zeit gezwungen, noch irgendwie das Beste daraus zu machen. Vielleicht hätte er doch irgendeines der langweiligen Standarddates vorschlagen sollen. Essen gehen, oder Spazieren, oder so.
      Das Radio spielte leise im Hintergrund, während Wyatt den Spannbettbezug von der Gästematratze in seinem Zimmer zog und ihn auf einen Haufen mit den Kissen und Decken legte, die er gleich noch abziehen musste. Die Matratze war zusammenklappbar und damals extra von seinen Eltern gekauft worden, als Wy angefangen hatte, sie zu fragen ob seine Schulfreunde bei ihm übernachten könnten. Zusammengeklappt war sie etwas größer, als ein Hocker. Die Extramatratze bei den Mädchen war hingegen eine komplett normale Matratze, die sie irgendwann mal ausgetauscht hatten. Vielleicht war es Milo alte Matratze gewesen, als er noch ein Zimmer gehabt hatte. Wy war sich nicht ganz sicher.
      Er war beim ersten Kopfkissen, als er Schritte auf der Treppe hörte und wenig später Jia sehen konnte. Ugh. Bisher hatte es wirklich gut funktioniert, sie einfach zu ignorieren, aber irgendwie wurde das schwerer, wenn außer ihr kaum noch jemand hier war. Was machte sie überhaupt hier? Sollte sie nicht Aaron hinterherlaufen, wie ein kleiner Hund? Wyatt lag schon der erste spitze Kommentar auf der Zunge, aber er zwang sich, die Klappe zu halten. Kaia hatte ihn immerhin eindringlich darum gebeten, netter zu sein und er war sich ziemlich sicher, dass Jia ihm das Date noch ruinieren konnte, wenn sie es wirklich darauf anlegte, also würde er ihr lieber keinen Grund dazu geben.
      "Hey", grüßte er knapp, bevor er in die Richtung des Gästezimmers nickte. "Hast du was vergessen, oder so?"
    • Aaron

      „Hm“, machte Aaron. Trauma und Pubertät, was? Das konnte jemanden wohl ziemlich wütend auf die ganze Welt machen. Auch wenn Aaron nicht so richtig verstand, was man gegen Jia-
      Wyatt war nicht… transphob, oder? Er hatte nicht deshalb was gegen Aaron, weil er der Mann war, der mit seinem Bruder ausging, oder? Nein, das… war sicher nicht das Problem. Und selbst wenn er es vermuten würde, konnte Aaron kaum Milo fragen: ‚Hey, ist dein Bruder zufällig homophob? Haben deine Eltern vielleicht doch abgefärbt?‘. Ugh. Es gab wahrscheinlich kaum etwas schlimmeres, über das er mit Milo reden konnte. Aber Wyatt hatte wohl auch so genug Gründe, um sich mit manchen Leuten nicht zu verstehen. Trauma und Pubertät, halt. Aaron würde Milo einfach mal zustimmen.
      „Oh, ähm…“ Aaron konnte nicht anders, als zu schmunzeln, weil es so gut passte. „Traumapädagogische Ansätze bei Jugendlichen“, beantwortete er die Frage. Natürlich wählte er eher Kurse und Themen, die mit seiner Arbeit zu tun hatten. Alles andere wäre sinnlos, aber… jetzt war es fast schon ironisch.

      Jia

      Ugh, vielleicht hätte sie Aaron nicht so sehr bei der ganzen Milo-Sache untersützen sollen. Jetzt zog er Jia da schon mit rein. Klar wollte sie, dass er eine glückliche Beziehung hatte und das alles, damit er nicht einsam und depressiv wurde, oder so, aber konnte er daran nicht arbeiten, wenn sie nicht gerade bei Wyatt zuhause waren?
      Jia ging die Treppen so langsam wie irgend möglich hinauf, als wäre es Zeit nachhause zu fahren sobald sie oben ankam. Leider blieb das Traum.
      „Nein“, sagte sie. „Wahrscheinlich machen Aaron und Milo gleich in der Küche rum, oder so, deshalb soll ich dir beim Aufräumen helfen“ Sie ging langsam rein in Wyatts Zimmer, erspähte den Haufen mit Kissen und sah das als Chance, sich zu beschäftigen, also setzte sie sich auf den Boden und zog die Kissen ab. Die Situation war ziemlich unangenehm. Kaia hatte sich seit gestern Abend merkwürdig benommen, und dass beim Frühstück Wyatt hinter ihr hergegangen war, statt jemand der sie besser kannte, zum Beispiel Jia (!) oder Jude, war alarmierend gewesen. Zwischen den beiden lief sicher was. Womit quasi Jias größter Alptraum wahr wurde. Wyatt würde Kaia an sich reißen und dann würden sie sich nie wieder sehen. Sie sah es schon kommen.
      „Hey“, fing sie an. „Du meintest doch, du willst nichts von Kaia. Warum küsst du sie dann? Um mich zu nerven, oder so, weil ich gesagt hab, du sollst dich von ihr fernhalten? Das ist abartig. Wenn du es nicht ernst meinst, such dir irgendjemand anderen an den du dich kletten kannst“
      Das war weitaus unfreundlicher raugekommen als geplant, aber irgendwie fühlte es sich auch befreiend an. Genau das hatte sie sich die ganze Zeit gedacht. Wenn Wyatt Kaia irgendwelche Hoffnungen machen wollte, um Jia eins auszuwischen, war er ein richtiger Arsch. Und wenn er es ernst meinte, was Jia absolut bezweifelte, war er trotzdem nicht gut genug. Jemand, der andere andauernd beleidigte, sollte definitiv nicht ihre beste Freundin daten. Das würde nur böse enden.
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    • Milo

      "Oh. Dann hättest du vielleicht nach oben gehen und Jia hier bleiben sollen. Da hättest du wenigstens schon ein lebendiges Forschungsobjekt gehabt." Milo grinste leicht. Wyatt würde sich schon irgendwann wieder fangen. Er hoffte drauf, dass das alles nur irgendeine seltsame Übergangsphase war und er am Ende zur Vernunft kommen würde und wieder zur Therapie ging. Sobald er aus der Pubertät raus wäre und nur noch mit seinem Trauma zu kämpfen hätte, würde er bestimmt eine super nette Person werden. Zumindest hielt Milo sich verzweifelt an diesem kleinen Wunschtraum fest.
      "Hast du bei dem Thema schon irgendeine Empfehlung für mich?" Milo lehnte sich an die Küchentheke, während er zu Aaron sah. Eigentlich wollte er Wyatt nicht so zum Thema machen. Sein Bruder war sein persönliches Problem und er wollte nicht, dass er irgendwie zwischen ihnen stehen und Aaron mehr belasten würde, als er unbedingt musste, aber...wenn er schon mit Aaron ausging konnte er dessen Expertise auch nutzen, oder? Vielleicht half es auch einfach schon, dass Aaron eine außenstehende Person war. Milo hatte das Gefühl, dass er manchmal viel zu sehr in seinem eigenen Kopf feststeckte, wenn es um Wy ging. Aber wie sollte man auch damit umgehen, dass eine Person, die früher so lieb und offen war plötzlich nicht mehr wusste, ob sie einen hasste, oder sich an ihn kletten wollte?


      Wyatt

      Warum musste sie sich von all den Streitthemen, die ihm einfielen, ausgerechnet das aussuchen? Warum musste Kaia ihr offenbar erzählen, dass sie sich geküsst hatten? Wyatt konzentrierte sich darauf, die Matratze zusammen zu klappen und spielte kurz mit dem Gedanken, Jia einfach komplett zu ignorieren. Zählte das als 'netter sein'? Sie einfach so behandeln, als ob sie gar nicht da wäre? Aber er wollte das alles nicht einfach so stehen lassen. Am Ende würde Jia Kaia noch überzeugen, dass er es nicht ernst meinte, oder so!
      "Sie hat mich praktisch dazu aufgefordert, sie zu küssen", antwortete er, während er zu Jia hoch sah. Ob Kaia ihr das auch erzählt hatte? "Du wirst überrascht sein, aber ich denke tatsächlich nicht so oft an dich, wie du glaubst. Sobald ich dich nicht sehe, verschwindest du praktisch aus meinem Kopf. Mein Leben ist nicht danach ausgerichtet, deines zu ruiniern." Okay. Ein bisschen, vielleicht. Aber auch nur, weil sie es ihm so einfach machte und Kaia hatte damit definitiv nichts mehr zu tun.
      "Ich mag Kaia und sie mag mich offensichtlich genug, um mit mir auszugehen. Du bist der einzige negative Punkt an ihr, der mir einfällt." Warum musste sich Kaia auch ausgerechnet mit der nervigsten Person im Universum anfreunden? Hätte sie nicht einfach mit Jude befreundet sein und Jia links liegen lassen können? Aber nein! Sie musste ihn ja sogar noch darum bitten, irgendwie seine Beziehung zu Jia zu retten, was offensichtlich vollkommen unmöglich war.
      "Wenn sie dich irgendwann widererwartend vollheulen sollte, dass ich es nicht ernst gemeint habe, kannst du mich gerne weiter hassen, aber bis dahin wäre es echt cool, wenn du mich einfach in Ruhe lassen würdest." Warum hatte Jude nicht auch Jia mit nach Hause nehmen können? Oder Emma und Lucas? Es gab bestimmt irgendeine Buslinie, die sie nehmen konnte! Aber nein, sie saß hier und machte sich tatsächlich nützlich. Frustrierend.
      "Ich mische mich nicht in deine Beziehungen ein und du dich nicht in meine. Deal?" Das alles nervte. Er fühlte sich ein wenig wie Scott Pilgrim, der sich durch Ramonas böse Exbeziehungen kämpfen musste, um ein Date mit ihr zu bekommen. Nur, dass Jia ihn deutlich mehr nervte.
    • Aaron

      Aaron zögerte, bevor er sich Milo gegenüber stellte und seine Hände an dessen Taille legte. Er überlegte weiter, bevor er etwas sagte. Das war eine komplizierte Angelegenheit.
      „Also, ich kann dir natürlich erzählen, was ich so gelernt habe, aber im Endeffekt ist jeder Mensch anders und man muss immer feinfühlig bleiben. Es gibt nicht wirklich die richtige Art, jemandem zu helfen. Was hilft, das hilft. Und weil du kein Außenstehender bist, sondern für Wyatt verantwortlich, macht das eure Beziehung ja auch viel komplexer als die, die er zu einem Pädagogen in einem Jugenzentrum oder in der Schule hätte, oder sogar zu einem Therapeuten“, erklärte er vorsichtig. Es war nicht so, dass er Milo nicht helfen wollte, aber Aaron hatte eher das Gefühl, dass das nach hinten losgehen würde. Er wollte nicht dafür verantwortlich sein, dass Wyatt sich weiter distanzierte, das wäre dann noch ein größerer Stein im Weg ihrer Beziehung. Aber es gab ein paar harmlose Dinge, die man sich immer wieder ins Gewissen rufen konnte. Nur konnte er Milo keinen Sozialarbeit-Crashkurs geben.
      „Außerdem bin ich mir sicher, du machst sowieso schon alles, was geht, oder?“, fragte er mit einem kleinen Lächeln. „Eine vertrauensvolle Beziehung mit klaren Strukturen, eine Vorhersehbarkeit, die ihm Sicherheit gibt. Regeln sind gut, aber sie müssen immer transparent sein. Außerdem solltest du… verstehen, dass Wyatts Verhalten einen guten Grund hat. Was du ja tust. Das Trauma ist der Grund. Das heißt nicht, dass du ihm alles durchgehen lassen musst, aber du solltest ihn nicht verurteilen. Abseits davon ist es wichtig, dass es ihm körperlich gut geht, damit man sich auf die inneren Verletzungen konzentrieren kann. Und ich weiß nicht, ob du das bei ihm durchbringen kannst, aber es ist wichtig, zu lernen, mit Stress umzugehen, auch wenn es Zeit braucht. Vielleicht was kreatives machen, oder meditieren, oder einfach einen Spaziergang. Das hilft auch, besser zu schlafen. Viele Jugendliche haben Alpträume, wenn sie sowas erlebt haben“ Mehr fiel ihm gerade nicht ein. Zumindest nichts, das für Milo hilfreich war. Der beste Weg war immernoch Therapie und Aaron war ebenfalls kein Therapeut. Er war nur darauf ausgestattet, ein sicheres Umfeld zu bieten, und von außen ein wenig zu helfen, wenn man die Hilfe zuhause nicht bekommen konnte, aus welchem Grund auch immer. Das funktionierte aber, wie alles, auch nur, wenn die Jugendlichen mitmachen wollten. Was allerdings selten der Fall war. Das kam mit der Zeit. Man brauchte halt Fingerspitzengefühl und durfte nichts persönlich nehmen.
      „Es ist auch normal, wenn das alles nicht gleich funktioniert. Eure ganze Lage ist kompliziert. Du bist genauso belastet und keiner verübelt dir, wenn du nicht so viel Geduld für alles hast“, sagte er leise und gab Milo einen Kuss auf die Wange, überlegte es sich nochmal und küsste seine Lippen. Da waren sie ja endlich angekommen. „Hilft dir das?“, murmelte er und küsste Milo nochmal. Mit der Frage meinte er eigentlich, was er eben erzählt hatte, aber ihm fiel selbst auf, dass das missverständlich war.

      Jia

      Es war von Kaia ausgegangen, hm? Jia wollte sich irgendwie am liebsten aus dem Fenster stürzen. Sie hatte wohl von Anfang an keine Chance gehabt, Wyatt von ihr fernzuhalten, wenn alles von Kaia ausging. Jia war sich so sicher gewesen, dass das alles nur ein Scherz war, um sie zu nerven, und dabei stand Kaia die ganze Zeit schon auf ihn und wahrscheinlich würde das nur schlimmer werden. Kaia würde über Wyatt reden, sich mit ihm treffen und keine Zeit mehr haben und sie würde nicht mehr ins Jugendzentrum kommen, weil Wyatt das blöd fand, und dann würden sie sich nie wieder sehen.
      Jia stand auf und ließ das Kissen und den Überzug fallen, den sie gerade abgenommen hatte. „Gut, ich lasse dich in Ruhe“, sagte sie bitter und ging aus dem Zimmer. Sie ging auf direktem Weg die Stufen runter, stampfte an der Küche vorbei zur Haustür und hinaus auf die Terasse, wo sie sich setzte. Sie würde Wyatt in Ruhe lassen, weil sie ihn bestenfalls eh nie wieder sehen würde, wenn Kaia ihn für den Rest ihres Lebens beschäftigt hielt. Beide würden einfach verschwinden und Jia würde sich neue Freunde suchen.
      Sie bemühte sich verzweifelt, nicht zu weinen, weil sie das Wyatt nicht gönnte. Sie war sich auch nicht mehr sicher, ob sie sauer auf ihn war, oder auf Kaia, oder einfach nur verzweifelt bei dem Gedanken daran, dass sie wahrscheinlich nie wieder jemanden finden würde, wie Kaia. War es dämlich, dass Jia sie nicht teilen wollte? Sie war ihre beste Freundin. Sie hatte sonst niemanden, mit dem sie sich wirklich wohl fühlte. Und immer sie selbst sein konnte. Sie würde wahrscheinlich echt jemanden umbringen, wenn sie musste, damit Kaia ihre beste Freundin blieb, aber nicht wenn es ihre eigene Entscheidung war, sich wen anderen zu suchen, mit dem sie ihre ganze Zeit verbrachte.
      Jia zog ihre Beine an sich und legte die Stirn auf ihre Knie. Ihre Jeans hatte sie auch von Kaia bekommen. Das war eine, die ihr zu groß gewesen war, und auf die hinteren Taschen hatte sie zum Spaß Blumen aufgestickt und dann so getan, als wären die schon immer dran gewesen. Sie würde nie, nie wieder jemanden finden wie Kaia. Wyatt sollte einfach vom Erdboden verschluckt werden.
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    • Milo

      "Der Kuss? Vielleicht würde ein zweiter helfen." Milo grinste leicht, während er seine Arme um Aarons Hals legte und ihn in einen zweiten Kuss hinein zog. Es sollte nur ein Scherz sein, aber irgendwie half es tatsächlich, ihn zu küssen. Wenigstens fühlte sich Milo nicht mehr ganz so alleine. Sicher, er hatte Charles und Lottie, die ab und an zwischenfragten, wie es ihm ging, aber mit Kollegen sprach man immer noch ein wenig anders, als mit einem Freund.
      "Danke. Ich-" Milo seufzte frustriert. Tat er alles, was er tun konnte? Er wusste es selbst nicht so richtig. Er hatte ziemlich viel Zeit mit Papierkram verbracht, sein Job nahm einiges an Zeit ein und er versuchte Aaron irgendwie in seinen Terminplan zu quetschen. War Wyatt dabei vielleicht ein wenig untergegangen? Milo hatte den Eindruck gehabt, dass Wyatt einfach ein bisschen Freiraum gebraucht hatte, aber er war sich da nicht mehr ganz so sicher.
      "Ich schätze, dass sich alles irgendwie einfach noch einspielen muss." Vielleicht sollte er irgendwann nochmal eine Therapie ansprechen. Mit etwas Glück würde Wy einsehen, dass ihm das am Ende gut tun würde. Bis dahin musste er wohl einfach irgendwie versuchen, Wy möglichst bei Laune zu halten, ohne Aaron dabei irgendwie in den Hintergrund zu schieben. Er brauchte diese Beziehung wirklich.
      "Ich bin froh, dich zu haben." Er drückte Aaron den nächsten Kuss auf die Wange, bevor er an ihm vorbei zur Tür im Flur sah, an der Jia vorbei lief. Sie sah nicht sonderlich begeistert aus. Einen Moment später hörte man die Türe nach draußen zufallen. Wahrscheinlich war es wirklich die falsche Entscheidung gewesen, sie nach oben zu schicken. Milo fragte sich wirklich, was es war, dass die beiden sich nicht leiden konnten.
      "Das sieht nicht gut aus", flüsterte er leise, als Wyatte eine Sekunde später folgte, allerdings nicht nach draußen, sondern zu ihnen in die Küche ging.
      "Ignoriert mich", grüßte er, während er an ihnen vorbei zum Wasserkocher ging, ihn anstellte und zwei Teetassen aus dem Schrank zog.
      "Alles okay?", Milo löste sich von Aaron, um seinem Bruder einen fragenden Blick zuzuwerfen.
      Wyatt stieß ein kleines "Ugh" aus, während er Teebeutel in die Tassen warf. "Ich glaube, Jia ist eingeschnappt, weil ihre Freunde mich mögen." Er verdrehte theatralisch die Augen und füllte die Tassen mit Wasser. "Warum muss sie immer so überdramatisch sein?"


      Wyatt

      Einen Augenblick lang war Wyatt wirklich froh darum, wieder alleine zu sein. Dann setzte das schlechte Gewissen ein. Okay, vielleicht weniger das schlechte Gewissen und mehr die Gewissheit, dass Kaia das garantiert nicht als 'netter sein' durchgehen lassen würde. Und jetzt stand er in der Küche und machte Tee. Alles nur, weil Jia meinte, aus allem ein Drama machen zu müssen. Gott war er froh, wenn er sie zukünftig vielleicht höchstens noch auf Kaias Geburtstagen sehen musste.
      "Sei nett zu ihr", erinnerte Milo ihn.
      "Was denkst du, versuche ich gerade?" Wyatt deutete kurz auf die Teetassen, bevor er einen weiteren Schrank öffnete und ein paar Kekse rauszog, sich die Tassen schnappte und Jia hinterher nach draußen folgte.
      "Du bist überdramatisch", teilte er ihr mit, während er einen Tee auf den kleinen Tisch neben sie stellte, die Kekse zwischen sie legte und sich setzte. Jia sah nicht gerade zufrieden aus. Mehr so, als ob sie jeden Augenblick losheulen würde, was fast ein bisschen Mitleid in Wyatt auslöste, auch wenn er immer noch nicht verstand, was ihr Problem war. Er würde ja auch nicht heulen, wenn sie Lucas daten würde. Oder Emma. Auf wen auch immer Jia halt eher stehen würde. Sie konnten sich ja trotzdem weiterhin wunderbar aus dem Weg gehen.
      "Würde es dich aufmuntern, wenn du mich nochmal in einer Runde Mario Kart schlägst, oder so?"
    • Aaron

      Aaron lächelte Milo ihn den nächsten Kuss entgegen, bevor er hörte, und dann sah, wie Jia zur Eingangstüre stürmte und der schöne Moment direkt wieder vorbei war. Er konnte nicht anders, als bei Jia immer etwas empfindlicher zu reagieren, als er es bei anderen würde. Sie war ihm viel zu sehr ans Herz gewachsen, weil sie ständig bei ihm war. Außerdem war sie eine von wenigen, die er betreut hatte, die nicht versteckte, dass sie furchtbar sensibel war. Sie konnte auch garnicht verstecken, wie sehr sie Freunde und Familie haben wollte. Es war unmöglich, das nicht mitzubekommen, und es war unmöglich, sich nicht an sie zu heften, sobald man es mitbekam. Aaron konnte zwar nicht ihre Eltern ersetzen, und das sollte er ziemlich sicher auch nicht, aber er konnte auch einfach nicht anders, als es irgendwie zu versuchen. Klar tat sie ihm zu einem großen Teil leid, aber zu einem noch größeren Teil mochte er sie einfach zu sehr, und verstand nicht, wie irgendjemand gemein zu ihr sein konnte, und immer wenn es jemand war, hatte er das Gefühl, dass sein Herz ein bisschen zerbrach. Und verrückterweise waren verdammt viele Menschen gemein zu ihr. Nicht wie Wyatt (hoffentlich nicht wie Wyatt), der selbst einfach ein bisschen schwierig war, sondern auf eine Art, die Aaron tatsächlich wütend machte, so selten er sich auch aufregen ließ.
      Jetzt gerade hatte er zum Glück eine Sekunde zu lang gezögert, Jia nachzugehen, weil es besser war, wenn Wyatt einfach mit ihr redete. Oder ihr Tee brachte, was auch immer. Sie mussten das jedenfalls selbst regeln.
      Er seufzte kurz, nachdem Wy gegangen war, und rieb sich über das Gesicht, und fragte sich, wo eigentlich der Punkt war, an dem es eher unvorteilhaft wurde, haufenweise traumatisierte Jugendliche in einen Raum zu stecken. Sicher war es gut, wenn sie sich mit der Sache nicht so alleine fühlten, aber in diesem Fall hatte Aaron eher das Gefühl, dass sie mit ihren Problemen einfach nur aneinander gerieten.
      Er sah Milo wieder an. Wenn Wyatt auch nur ein Fünkchen von Milos Fürsorglichkeit irgendwo in sich versteckt hatte, würde es schon gut gehen. Auf der anderen Seite wirkte er auf Aaron wie eine ziemlich wild card.
      Er machte wieder einen Schritt zu Milo und legte etwas erschöpft seine Stirn auf dessen Schulter, was sofort half, alles wieder etwas irrelevanter zu machen. "Mh, ich mag deine langweiligen Sweatshirts, die sind wie ein Ruhepol", murmelte er. Tatsächlich war es ganz nett, nur den einfärbigen Stoff und den Boden im Blickfeld zu haben. Das machte es leichter, alles rundherum auszublenden und sich weniger Sorgen zu machen.

      Jia

      Sie hatte frustrierend wenig Zeit alleine, weil Wyatt nur drei Minuten später auf einmal neben ihr saß. Was war das nochmal mit 'lass mich in Ruhe'? Sie antwortete nicht, als er sie überdramatisch nannte, und ignorierte das Zeug, das er auf den Tisch stellte.
      "Es würde mich aufmuntern, wenn du meine Freunde in Ruhe lässt", murmelte sie, bevor sie Wyatt ansah. "Du bist so heuchlerisch. Der Grund, wieso du Aaron nicht leiden kannst, ist, weil er dir Zeit mit Milo wegnimmt und trotzdem verstehst du nicht, wieso ich will, dass du Kaia in Ruhe lässt" Wieso war es falsch, wenn sie ein Problem damit hatte, aber wenn Wyatt es hatte, war es gerechtfertigt?
      "Außerdem bist du unsympathisch. Du beleidigst Leute wie ein unkontrolliertes kleines Kind und Kaia wird auch nicht glücklicher werden, wenn sie mit so jemandem zusammen ist", setzte sie nach. "Also, es würde mich aufmuntern, wenn du sie in Ruhe lässt. Oder du machst eine 180 Grad Persönlichkeits-Drehung, dann meinetwegen"
      Und was sollten die Kekse überhaupt? Als würde das irgendetwas ändern. Wenn er nett sein wollte, hatte er schon versagt an dem Tag als sie sich kennengelernt hatten. Bisher war beinahe alles, das Wyatt je zu ihr gesagt hatte, eine Beleidigung.
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    • Milo

      Er hoffte wirklich, dass Jia bestechlich war, sonst würde das gleich wahrscheinlich in einem absoluten Desaster enden. Egal, wie nett und abenteuerlustig Wy früher gewesen war, Entschuldigungen waren nie so seine Stärke gewesen und Milo wollte nicht wissen, wie viel größer diese Schwäche über die letzten Monate geworden war. Vor allem, weil Aaron ziemlich an seinen Teenagern zu hängen schien und er wirklich nicht wollte, dass der Blonde sich nach dem wirklich schönen Abend direkt wieder den Kopf zerbrechen musste, weil einer von ihnen weinte.
      Obwohl Aaron es wohl irgendwie selbst darauf anzulegen schien.
      "Entschuldigung? Was heißt hier 'langweilig'? Das ist ein ganz normales Sweatshirt!", verteidigte er sich mit einem dramatischen Schmollen, während er seine Arme um Aaron legte. "Für dich heute extra in einem fröhlichen Dunkelblau! Wenn wir alle mit Teddyflausch-Pullovern durch die Gegend laufen, hätte niemand mehr Platz." Er drückte ihm einen Kuss aufs Haar und versuchte, ein Grinsen zu unterdrücken.
      So könnte gerne der ganze restliche Tag aussehen - hier stehen, kuscheln, Witze machen und ignorieren, dass Wy und Jia sich offenbar stritten. Gut, letzteres war vielleicht nicht ganz ideal, aber die beiden waren alt genug, um das unter sich aus zu machen. Außerdem würden sie ab heute Nachmittag sowieso wieder Abstand zueinander haben und Milo konnte sich nicht vorstellen, dass einer nochmal freiwillig Zeit mit dem anderen verbringen würde. Zum Glück mussten sie das ja auch nicht unbedingt. Wyatt hatte immerhin ein paar Freunde gefunden, denen Milo halbwegs vertraute...ansatzweise vertraute...irgendwie nicht so ganz vertraute, abgesehen von Kaia, die wirklich keinen schlechten Eindruck machte, aber trotzdem - seine Freundesgruppe musste mittlerweile groß genug sein, damit zumindest einer sie stoppte, wenn sie wieder etwas furchtbar dummes anstellen wollten. Mehr hatte Milo nicht gewollt und wahrscheinlich war es wirklich besser, wenn er Wy nicht mehr zum Jugendzentrum schickte und Jia dort ihre Ruhe haben würde.
      "Hattest du eine große Freundesgruppe zu Schulzeiten?", fragte er, während er mit einer Hand über Aarons Rücken strich. "Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du zu den beliebten Kindern gehört hast. Wahrscheinlich haben alle Schlange gestanden, um mit dir einkaufen gehen zu dürfen, mhm?"


      Wyatt

      Das war überhaupt nicht das selbe. Jia hatte noch andere Freunde, unter anderem Aaron selbst. Kaia hatte immer genug Zeit für sie gehabt und würde sie garantiert nicht anders behandeln, nur weil sie mit ihm zusammen war. Milo war vorher schon distanziert gewesen und Aaron hatte sich erfolgreich in das kleine bisschen Freundschaft gequetscht, das sie langsam wieder aufgebaut hatten. Außerdem hatte Kaia seines Wissens nach keine Zeitnot und musste jetzt schauen, wie sie Wyatt und Jia irgendwie reinquetschen konnte.
      "Oh, sorry, ich wusste nicht, dass du Kaia 24/7 brauchst." Er warf Jia einen kritischen Blick zu, während er seine Gedanken bei sich behielt. Jia musste ihn jetzt sicher nicht noch psychoanalysieren. "Ich werde mich schon nicht dazwischen drängen, wenn ihr shoppen gehen wollt, oder so." Zumal Kaia das wahrscheinlich eh nicht zulassen würde, oder? Sie schien irgendwie zu eigensinnig dafür. Auf eine gute Art und Weise.
      "Außerdem beleidige ich nicht einfach Leute. Ich finde, dass ich es sogar richtig gut geschafft habe, die Leute die ich nicht mag die letzten zwei Tage einfach zu ignorieren. Was erwartest du? Dass ich dich jetzt mit Komplimenten überschütte? Das würde sowieso nicht funktionieren." Weil sie ihm keines davon abkaufen würde und...weil ihm ehrlich keines einfiel. Jia war langweilig und außer Mario Kart zu spielen fiel ihm nichts ein, worin sie irgendwie überragend gut war, außer ihre Anhänglichkeit an Aaron, die wirklich kein Kompliment wert war. "Und wenn ich versuche, halbwegs nett zu sein, nimmst du es eh nicht an", fügte er mit einem kurzen Nicken zum Tee hinzu. "Warum sollte ich mir dann die Mühe machen?"
    • Jia

      Jia kniff irritiert ihre Augen zusammen, während Wyatt sprach. Jedes Wort aus seinem Mund war das falsche. Er hatte doch keine Ahnung, wie man nett zu anderen war.
      „Warum genau sollte ich dir das glauben?“, fragte sie. „Du kannst mich nicht leiden, also wäre dir doch nur recht, wenn Kaia nicht mehr meine Freundin ist. Falls du es überhaupt ernst mit ihr meinst, und ich kaufe es dir echt nicht ab. Vielleicht mischt du dich nicht beim ‚Shoppen‘ ein, und das ist übrigens nicht alles was wir machen, aber du überredest sie wahrscheinlich, sich stattdessen mit dir zu treffen“
      Jia brauchte sie vielleicht nicht 24/7, aber sie brauchte sie. Sie konnte es nicht mit Worten erklären, nichtmal mit einem klaren Gedanken, aber sie brauchte Kaia, weil sie sonst mit niemandem so offen reden konnte und sie mit niemandem so eng war. Und Wyatt hatte zumindest den Vorteil, dass Milo und er zusammen wohnten und er gezwungenermaßen nicht alleine sein musste, aber Jia war alleine, weil sie in ihrem dämlichen ‚Zuhause‘ niemanden zum Reden hatte. Und wenn sie bei Kaia zuhause war, fühlte sich ausnahmsweise alles normal an. So hätte es immer sein sollen. Kaia drehte ihr ihre Kleider an und sie quatschte sie über Jungs zu, wie man seine Freundinnen halt vollquatschte, und sie vergaß einfach, dass Jia anders aufgewachsen war als sie, und sie vergaß, dass sie in einem blöden Waisenhaus war und keine Eltern zum reden hatte, und manchmal sagte sie deshalb seltsame Sachen, aber das war Jia milliarden Mal lieber, als all die Leute, die fünf Mal darüber nachdachten wie sie mit ihr reden sollten und worüber. Kaia vergaß das alles so gut, dass Jia es selbst vergaß. Vielleicht war das der Grund, wieso sie sie so sehr brauchte. Aber Wyatt würde das absolut nicht verstehen und außerdem hatte Jia Angst, dass sie für Kaia wie jede andere ihrer Freundinnen war, und sie sie kaum vermissen würde, weil sie ja einfach mit jemand anderem reden konnte. Aber Jia konnte das nicht so einfach machen.
      „Und ich brauche keine Komplimente von dir“, fuhr sie lauter fort. Sie setzte sich auf. „Aber wie findest du es, wenn dir jemand ins Gesicht sagt, dass du langweilig bist? Dass du irrelevant bist? Fändest du es vielleicht schön zu hören, dass ich verstehe, wieso Milo lieber Zeit mit Aaron verbringt als mit jemandem wie dir? Wer will mit dir freiwillig Zeit verbringen? Wie wär‘s, wenn du mich in Ruhe lässt, hm?!“
      Sie schmiss sich wieder gegen die Lehne der kleinen Bank und verschränkte ihre Arme, den Blick auf die Straße gerichtet. Sie hatte das Gefühl, dass sie explodieren könnte. Aber Wyatt verdiente es irgendwie. Oder? Es war ihr doch egal, ob Wyatt sich für sie auch nur ansatzweise interessierte, aber manche Worte bekam man nicht gerne unter die Nase gerieben. Vor allem, wenn man immer an der Kippe stand, sie selbst zu glauben.

      Aaron

      Wenn Milo versuchte, Aarons Laune zu heben, schaffte er das definitiv. Er konnte ein belustigtes Lächeln nicht unterdrücken, als Milo sich gegen die kleine Beleidigung wehrte. Und er schmolz beinahe, während er Aaron über den Rücken streichelte. Er wollte den Kopf nicht mehr heben. Nur noch eine Weile so stehen bleiben.
      „Ja“, antwortete er nach einer Weile lächelnd, weil Milo ihm viel zu sehr schmeichelte. „Also, es war schon ein bisschen peinlich, dass wir immer als riesen Gruppe Mittagessen gekauft haben“ Seine Schulzeit war schön gewesen. Abgesehen von Francesco eben. Und von seiner Mutter, die ihm wochenlang nicht richtig in die Augen gesehen hatte. „Ich hatte aber nur zwei sehr gute Freunde. Und Leo. Also, meinen Bruder, der mir ausnahmslos überall hin gefolgt ist. Hauptsächlich, weil er so Dinge machen konnte, die meine Mutter nur erlaubt hat, weil ich dabei war. Hausparties und sowas“ Leo hatte seine eigene Freundesgruppe in seinem Jahrgang gehabt, aber sie hatten trotzdem so ziemlich alles zusammen gemacht. Aaron wollte sich nicht beschweren. Er zählte Leo immernoch zu seinen besten Freunden und das würde sich wahrscheinlich nie ändern, egal wieviele Kinder er noch unabsichtlich bekam. Aaron wurde nur zur Nanny geupgraded und im Endeffekt verbrachten sie genauso viel Zeit zusammen wie vorher.
      „Ich wette, dass alle einen riesen Crush auf dich hatten, weil du so mysteriös und cool warst. Entweder das, oder alle Mädchen haben irgendwie mit dem 6. Sinn geschnallt, dass du Boyfriend Material bist“, träumte er leise vor sich hin. Oh Mann, wenn er Milo damals gekannt hätte, wäre er sicher total auf ihn geflogen. Er hatte damals sicher schon die Brille, oder? Vielleicht war er der stille Typ, der immer mit ein paar Freunden in einer Ecke gesessen hatte und niemand wusste, worüber sie so redeten, und was eigentlich sein Deal war… Aber er sah immer gut aus, und vielleicht damals schon übermüdet? Weil er nächtelang gelernt hatte, damit er seinen guten Doktor-typischen Notenschnitt aufrecht erhalten konnte? Aaron hätte es sich zum Ziel gemacht, ihn irgendwie abzulenken. Ihm kleine Geschenke nebenbei gemacht, ganz unauffällig, und seine Brille beim Lesen abgenommen um ihn zu nerven, und ihm morgens immer was zu trinken mitgebracht, bis er es jeden Tag erwartete. Hihi.
      „Hast du eigentlich Sport gemacht in der Schule?“ Vielleicht wollte er gerade nur seine Fantasien intensivieren.
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    • Wyatt

      Ugh, warum musste alles bei Jia immer so kompliziert sein? Wyatt musste sich darauf konzentrieren, nicht die Augen zu verdrehen, auch wenn das wahrscheinlich nichts mehr schlimmer gemacht hätte. Obwohl er sich mittlerweile tatsächlich fast ein bisschen schlecht fühlte. Ob Milo auch so über ihn dachte, wie er gerade über Jia? Er selbst hatte wenigstens den Anstand, Milo nicht direkt vollzuheulen.
      "Es wäre nicht schön, aber es wäre mir egal. Ich weiß selbst, warum Milo lieber Zeit mit ihm verbringt, als mit mir. Aaron ist nicht von ihm abhängig, er hat kein Trauma und war offensichtlich nicht unbewusst das Lieblingskind unserer Eltern. Es macht absolut Sinn, dass Milo lieber mit ihm rumhängen will, als mit mir." Gerade deshalb wünschte er sich ja, dass Milo trotzdem mehr Zeit mit ihm verbringen würde, auch wenn er keinerlei Vorteil daraus hätte. Das alles hätte nach dem Tod ihrer Eltern so ein Lichtblick sein können. Wie cool war es bitte, einfach bei seinem älteren Geschwisterkind zu wohnen, das normalerweise deutlich weniger streng war, als die eigenen Eltern? Leider war die Vorstellung vollkommen nach hinten los gegangen.
      "Aber wenn er es schafft, trotzdem ab und an mal fünf Minuten für mich zu opfern, schafft Kaia das sicher auch bei dir." Sie konnte Jia ja zumindest aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen leiden und Wyatt ließ sie lieber regelmäßig Sachen ohne ihn machen, als dass Kaia auf die vollkommen absurde Idee kommen würde, was mit Jia und Wyatt zusammen zu machen. Wenn Jia schon so austickte, bevor er und Kaia überhaupt auf einem einzige Date waren, wollte er nicht wissen, wie sie reagieren würden, wenn das zwischen ihnen tatsächlich funktionieren würde. Eigentlich wäre er echt froh, wenn Aaron und Jia einfach nach Hause fahren würden.
      Eigentlich wäre das der Moment, wo er einfach aufstehen und gehen sollte. Stattdessen schnappte er sich seine Teetasse und schob die andere noch ein Stück näher in Jias Richtung, während er sich das Gespräch nochmal durch den Kopf gehen ließ.
      "Falls...falls du je das Gefühl hast, dass Kaia keine Zeit mehr für dich hat, sag einfach bescheid. Dann verschiebe ich das nächste Date halt einfach, damit ihr einen Nachmittag zusammen habt, oder so."


      Milo

      Milo musste bei Aarons Einschätzung über seine Schulzeit kurz ungewollt auflachen. Kam er so rüber? Irgendwie hatte er das Gefühl, dass Aaron ihn für weitaus erwachsener hielt, als er tatsächlich war.
      "Ich glaube, ich muss dich enttäuschen. Ich war weniger Team 'cool und mysteriös' und mehr so 'denkst du der Stuhl schwimmt, wenn wir ihn in den Tümpel werfen'. Ich glaube, ich war Wyatt ein bisschen ähnlich." Obwohl die Sachen, die er angestellt hatte, meistens nicht so weitreichend gewesen waren. Er kannte das - sie hatten sich im Freundeskreis gegenseitig angestachelt und sich manchmal zu Sachen hinreißen lassen, die man nach kurzem Nachdenken wahrscheinlich sonst nicht gemacht hätte, aber es gab immer noch einen Unterschied zwischen Kreide verstecken und sich in einem Museum zu betrinken.
      "Ich habe ziemlich lange Fußball gespielt, also hatte ich eine entsprechend große Freundesgruppe. Wir haben uns erst im Studium ein wenig auseinandergelebt. Ein paar sind für Ausbildung und Studium weggezogen, andere sind mittlerweile Eltern und so. Da war es irgendwie schwer, sich unter Freunden noch regelmäßig zu treffen. Und den Fußballverein hab ich irgendwann aufgegeben, als es mehr ums Saufen ging, als ums Spielen." Obwohl es wirklich fit gehalten hatte. Was ja kein Problem wäre, wenn er stattdessen irgendeinen Ausgleichssport gemacht hätte, aber in den letzten Monaten war er wirklich faul geworden. Er merkte jetzt schon, dass ihm ab und an viel zu schnell die Luft ausging.
      "Du hattest dieses...Gymnastik-Ding gemacht, von dem ich den Namen nicht mehr weiß, richtig? An den Seilen?" Vielleicht hätte er es sich aufschreiben sollen.
    • Jia

      Jia warf Wyatt von der Seite einen skeptischen Blick zu. Was sollte der plötzliche Umschwung? Außerdem ging es ihr irgendwie gegen den Strich, dass Wyatt dachte, er musste dann dafür sorgen, dass Kaia und sie sich oft genug sahen. Als würde er Play Dates für seinen Hund ausmachen. War das nicht etwas kühn? Zum
      Glück hörte Kaia ihr Gespräch nicht. Der Versuch, nett zu sein, hatte einen ekelhaften Beigeschmack, aber wenigstens war der Versuch da, oder so…
      „Pft. Als ob es überhaupt ein zweites Date geben wird“, sagte sie, war aber weniger wütend, als noch vor einer Minute. Es hatte sie ein bisschen überkommen.
      „Kümmer dich erstmal ums erste Date, bevor du denkst, dass du es dir leisten kannst, eins zu verschieben“ Sie griff nach der Teetasse und schwieg Wyatt eine Weile an. Beste Freunde würden sie definitiv nicht werden. Außer Wyatt wurde tatsächlich irgendwann netter und es war ihr einziger Weg, um mit Kaia befreundet zu bleiben, dann würde sie sich dazu herablassen. Vorausgesetzt er versagte bei dem ersten Date nicht sowieso vollkommen. Wahrscheinlich musste Kaia ihn nur mal besser kennenlernen, um ihn zu hassen.

      Aaron

      Aaron hob den Kopf und sah Milo irritiert an. Das zerstörte wirklich seine ganze Vorstellung. Er war doch so süß und ruhig und irgendwie etwas kühl, was ihn zum perfekten Einzelgänger gemacht hätte. Hatte das Medizinstudium ihn traumatisiert und so gemacht, oder so?!
      „Du machst mir total meine Fantasie kaputt. Aber mit dem Fußballspielen kann ich arbeiten“ Dann wäre Milo eben der überdrehte Sportler gewesen. Auch gut. Aaron hätte ihn eben bei jedem Spiel gestalked und ihn angefeuert. Und dann hätten sie sich im Regen auf einem Fußballfeld geküsst. „Du willst nicht zufällig nochmal Fußball spielen, damit ich dich anfeuern kann?“, fragte er während sich ein charmantes Lächeln auf seine Lippen legte und er einen Finger in Milos Sweatshirt Kragen einhakte. „Du hast sicher richtig sexy Beine“, meinte er und es kam nicht so unschuldig raus, wie geplant, weil er es furchtbar ernst meinte. Hatten Fußballer nicht sexy Beine? Muskeltraining für das ganze Laufen, Schießen und die Richtungswechsel?
      „Leichtathletik hab ich in der Schule gemacht, übrigens. Nur war das bei uns eine seltsame Mischung aus allem und ich hab deshalb mit Akrobatik angefangen, weil es lustiger ausgesehen hat. Und dann hab ich einen Poledance Kurs gemacht, und bin so zum Aerial Silk gekommen, was übrigens Tücher sind, keine Seile. Es gibt aber auch einen Reifen. Aber seit meinem Studium bin ich nurnoch ins Fitnessstudio gegangen, und dann nichtmal das, jetzt mache ich zuhause Calisthenics, damit ich irgendwann wieder problemlos anfangen kann. Ich wünschte, ich könnte auch so einen… Ballsport machen. Dem Ball nachjagen und sich dann dramatisch auf den Boden werfen“ Er grinste begeistert. „Habt ihr das auch gemacht? Hast du dich fünf Mal durchs Gras gerollt, nachdem du gestolpert bist? Aw, ich würde mir das so gerne ansehen und deine Schürfwunden verarzten“ Er drückte Milo einen Kuss auf die Wange. Tatsächlich meinte er das auch vollkommen ernst, er fand das alles nicht in geringster Weise lächerlich, wenn Milo es machte. Er wollte nur eben zusehen, ihn in jedem Element seines Lebens mal kurz beobachten.
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