The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    • Milo

      Aaron war definitiv die richtige Person für ihn. Wenn er vorher noch irgendwelche Zweifel gehabt hätte, hätten die sich spätestens jetzt erledigt. Wie konnte man sich auch nicht zu jemanden hingezogen fühlen, der so enthusiastisch einem Kuss zustimmte? Auch wenn Milo sich irgendwie wünschte, dass er ihn doch einfach geküsst hätte. Dann hätte er es jetzt hinter sich. So löste Aarons Zustimmung irgendwie nur noch mehr Nervosität in ihm aus, was eigentlich überhaupt keinen Sinn machte.
      Er musste kurz mitlachen, als Aaron sich verbal selbst überschlug und ließ sich von ihm etwas näher ziehen, während er seine Hand an Aarons Wange legte. Dann küsste er ihn vorsichtig, bedacht darauf ihn und sich selbst nicht zu überfordern. Was wahrscheinlich eine gute Strategie war, weil der einfache, kleine Kuss schon einen Elektroschock durch sein Nervensystem schickte. Aarons Lippen waren weich und warm und sein Pyjama war samtig unter seinen Fingerspitzen. Er fühlte sich kurz wieder so, als ob er 16 wäre und sofort aufspringen müsste, um irgendjemandem zu erzählen, dass er es gerade geschafft hatte, den heißesten Typen der Schule zu küssen.
      Milo hielt den ersten Kuss kurz, bevor er es sich anders überlegte und Aaron direkt nochmal küsste. da war er wieder, dieser komische, berauschende Einfluss, den Aaron auf ihn hatte. Als würde er einfach nie genug von dem Blonden bekommen. Seine Hand wanderte von Aarons Wange in seine Haare, während er ihn noch ein kleines bisschen enger an sich zog.
      Er ließ ihn erst los, als er Luft holen musste. Seine Wangen waren warm, sein Herz schlug viel zu schnell, er war definitiv viel zu glücklich und würde absolut nicht schlafen können. Ein krönender Abschluss für dieses seltsame Date. Milo strich ihm mit einem kleinen Lächeln die Haare glatt, die er soeben ein bisschen ruiniert hatte und versuchte irgendwie damit klar zu kommen, dass das hier alles real war.
      "Jetzt müssen wir auf jeden Fall nochmal zusammen übernachten. Ich muss doch wissen, ob du in dem Bärchenschlafanzug genau so gut küsst."
    • Aaron

      Aus irgendeinem Grund hatte Aaron keinen sanften, niedlichen Kuss erwartet, was wahrscheinlich ein Fehler seinerseits war. Auch wenn er sich nicht beschweren wollte, es passte irgendwie, und das war ein erstklassiger Abschiedskuss ohne Abschied, den er sich genau so gewünscht hätte, wenn er vor seiner Haustür abgesetzt wurde. Die Tatsache, dass sie im selben Bett saßen, hatte wahrscheinlich irrationelle Erwartungen in ihm ausgelöst. Es war allerdings zu schnell vorbei. Er wollte deutlich mehr davon.
      Dass Milo ihm dann mit einem zweiten Kuss zuvor kam, der viel mehr den unbeabsichtigten Erwartungen entsprach, die er gehabt hatte, überforderte ihn schon fast. Er stieß ein kleines „Mh“ in den Kuss aus und ließ sich von Milo näher ziehen, fuhr mit den Fingerspitzen an seinem Nacken unter den Rand seines T-Shirts und hatte kurz das Gefühl, den Verstand zu verlieren, als er Milos Hand leicht an seinen Haaren ziehen spürte. Oh bitte, er konnte jetzt nicht den letzten Funken Rationalität verlieren nur weil er seit Ewigkeiten niemanden gedatet hatte.
      Wahrscheinlich war es gut, dass Milo entschied, wann sie stoppen sollten, weil es nach Aaron kein Stop gegeben hätte. Was… irgendwie furchtbar lächerlich war, weil er sich immer so hervorragend zusammenriss und es wirklich kein normales Verhalten seinerseits war, sich jemandem an den Hals zu werfen. Erm.
      Er räusperte sich etwas, um zu verbergen, dass er völlig überforder mit sich selbst war und wahrscheinlich knallrot im Gesicht. Er grinste nervös auf Milos Worte hin. „Oh, sag das nicht, sonst hol ich ihn mir zurück und wir machen das gleich nochmal“, scherzte er. Es war kein Scherz. Er meinte es leider todernst.
      Und jetzt? Sollte er sich hinlegen, umdrehen und nach einem kleinen ‚Gute Nacht‘ einfach schlafen? Vermutlich. Zu viel Körperkontakt würde das absolute Gegenteil bewirken. Aber wahrscheinlich könnte er auch nicht schlafen, wenn ihm nur bewusst war, dass Milo im selben Raum war. Ah, was soll‘s, er machte lieber kein Auge zu und konnte dafür Milo beim Atmen zuhören wie ein Psychopath.
      Er machte den ersten Schritt und rutschte ins Bett runter, den Kopf auf seine Hand gestützt und in Milos Richtung gedreht, nur darauf wartend, sich an ihn zu drücken. Zumindest musste er sich wohl keine Sorgen machen, dass Milo Nachts zu heiß zum kuscheln war, wenn er allgemein eher fröstelte.
      „Irgendwie ist das seltsam, nicht auf schlechte Art, aber wir schreiben vielleicht gerade Geschichte was Dating-Reihenfolgen angeht“, meinte er plötzlich. Er konnte nicht wirklich unausgesprochen lassen, was sie beide ganz offensichtlich denken mussten. „Vielleicht ist es weniger seltsam, wenn wir uns nochmal kurz küssen“, fügte er leise hinzu. Die Logik war längst bei der Tür raus. Aber, naja, vielleicht half es sogar beim Einschlafen, ein bisschen rumzuknutschen.
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    • Milo

      Er stieß ein kleines Lachen aus, als Aaron meinte, dass er die Hose direkt zurückholen würde. Irgendwie war die Vorstellung davon, dass er direkt aus dem Bett springen und Jude die Hose vom Leib reißen würde, zu unterhaltsam und das einzige, was sein Kopf gerade verarbeiten konnte. Alles andere war ein bisschen zu überfordernd. Jetzt hatte er wohl seine Ziele für den Abend weit übertroffen, egal, ob sich noch einer der Teenies übergeben würde, oder nicht.
      Milo rutschte ebenfalls ein wenig nach unten, als Aaron sich hinlegte, auch, wenn es sich irgendwie komisch anfühlte. Er hatte absolut recht damit, dass ihre Dating-Reihenfolge vollkommen durcheinander war. Der erste Kuss lag schließlich meistens irgendwo zwischen dem Mittelteil eines Dates und dem Ende und normalerweise setze man danach das Date fort, oder verabschiedete sich eben. Das hier war irgendwie nichts halbes und nichts ganzes. Sie setzten das Date nicht fort, weil sie schlafen gehen würden, was aber auch kein richtiger Abschied war.
      Außerdem war Aarons Vorschlag, sich nochmal zu küssen, viel zu verlockend.
      "Wir können es zumindest versuchen." Milo musste erneut kurz lachen, bevor er sich Aaron wieder entgegen lehnte und ihn erneut küsste. Daran konnte er sich auf jeden Fall gewöhnen. Er drückte den Blonden zurück auf die Matratze, ohne den Kuss zu unterbrechen. "Wir müssen das nochmal wiederholen, wenn wir keine Teenager im Haus haben", murmelte er, als er das nächste mal Luft holte. Und wenn sie nicht gerade im Bett seiner Eltern lagen. Obwohl sich Aarons Finger auf seiner Haut fast gut genug anfühlten, um ihn das vergessen zu lassen.
      "Aber es fühlt sich wirklich weniger seltsam an. Oder bilde ich mir das nur ein?", fragte er mit einem Grinsen und lehnte sich Aaron für den nächsten Kuss entgegen. Es war wirklich verdammt schwer, die Finger von ihm zu lassen, jetzt, wo ihre Beziehung offenbar eine neue Stufe erreicht hatte. "Ich schwöre, dass ich keine Hintergedanken gehabt habe, als ich vorgeschlagen habe, dass wir uns das Bett teilen."
    • Aaron

      Aaron lächelte zufrieden als sein dämliches Argument angenommen wurde und Milo sich ihm nochmal für einen Kuss entgegen lehnte. Sanft in die Matratze zurück gedrückt zu werden war noch ein Bonus. Und der nächste Kuss sprach dafür, dass Aaron das hier wirklich zum Einschlafen brauchte. Oder halt eben so lange, bis er einschlief, weil er bis dahin kaum Ruhe geben wollte.
      „Ich hab immer recht“, flüsterte Aaron belustigt und küsste Milo zurück. Die Teenager oben störten ihn eigentlich nicht. Sie waren alle alt genug um eine Nacht allein zu überleben und auch wenn das Schwarmdenken sie allgemein dümmer machen würde, konnten sie sich hoffentlich noch ein wenig gegenseitig helfen. Soweit, dass niemand hier an der Tür klopfen musste, das wäre nämlich lächerlich und würde Aaron womöglich doch etwas frustrieren, ganz kurz. Gut, er würde jetzt auch nicht direkt auf Milo draufspringen, solange sie nicht völlig alleine waren, weil er aus der ‚wir müssen leise sein, meine Familie ist zuhause‘-Phase echt rausgewachsen war, aber ein bisschen Küssen hatte noch keinem weh getan.
      Aaron legte wieder seine Hand in Milos Nacken um ihn davor zu bewahren, zu schnell aufzugeben und ihn nicht weiter zu küssen. „Echt?“, fragte er, um Milo etwas zu triezen, nachdem er die Hintergedanken angesprochen hatte. Okay, Aaron hatte sich selbst eingeredet, dass ihre Übernachtung so unschuldig verlaufen würde, wie es nur ging, gerade weil es ihr zweites Date war, aber… Das hieß nicht, dass er nicht ständig daran gedacht hatte, mit Milo ein bisschen rumzumachen. Spätestens als er ihn im Pub entdeckt hatte, hatte er daran gedacht. Egal, wie überzeugt er davon gewesen war, dass es auch schlechtes Timing für den ersten Kuss wäre, er hatte definitiv daran gedacht. „Ich nämlich auch nicht. Der Aufschrei vorhin war nur, weil ich absolut keine Sekunde irgendwelche Hintergedanken gehabt hab, die so einen Enthusiasmus auslösen könnten. Ehrenwort. Christliches… Ehrenwort, oder so. Du musst mich schon erst heiraten, bevor wir nochmal im selben Bett liegen“, lächelte er und zog Milo wieder zu sich um ihn nochmal zu küssen, vorsichtig darauf bedacht, auf seinen Verstand zu hören und nicht zu verlangender damit zu werden.
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    • Milo

      "Oh, ist das so?", fragte Milo mit dramatisch hochgezogener Augenbraue. Das Spiel konnte man zum Glück zu zweit spielen. "Freut mich, dass wir beide vollkommen ohne Hintergedanken an die Sache rangegangen sind. Dann will ich dich wirklich nicht in Versuchung führen und dich von deinen christlichen Wegen abbringen." Er löste sich von Aaron, was ihm schwerer fiel, als er zugeben wollte und legte sich zurück auf seine Seite. Er schaffte es nur nicht, den Blick von ihm abzuwenden. Aaron sah fantastisch aus. Der Schlafanzug, die Haare, die leicht durcheinander waren, die geröteten Wangen, die geküssten Lippen.
      "Zu schade. Ich hätte dich wirklich gerne länger geküsst. Oder wäre irgendwann nochmal mit dir im Bett gelandet. Aber wenn wir schon keine Zeit für ein ordentliches Date finden, wird sich eine Hochzeit wohl noch deutlich länger ziehen." Obwohl es bei ihrem schrägen Dating-Ablauf irgendwie gar nicht so schräg wäre, wenn sie noch vor dem ersten richtigen Date heiraten würden. Irgendwie würde es fast passen, auch wenn es ein seltsam deprimierender Gedanke war, dass sie es nie schaffen würden, richtig miteinander aus zu gehen.
      "Naja. Jeder Tag muss ja mal enden, nicht?", fuhr er mit seinem kleinen Schauspiel fort. "Sollen wir das Licht anlassen, damit du sicher sein kannst, dass immer genug Abstand zwischen uns ist? Raum für Jesus und so? Du hast einen Lichtschalter da drüben, falls du es doch ausschalten willst." Er bemühte sich, möglichst unschuldig auszusehen, während er sich bewusst über Aaron hinweg lehnte, um auf den Lichtschalter an seiner seite des Bettes zu deuten. "Deine Wahl, Sonnenschein", fügte er hinzu, während er sich wieder zurück auf seine Seite legte und dabei zufällig mit seiner Hand über Aarons Rippen strich.
    • Aaron

      Eh, das war nicht, was er gewollt hatte. Im selben Moment, in dem Milo sich von Aaron löste, der noch kurz irritiert aussah, stützte der Blonde sich auch schon wieder auf.
      „Das heißt nicht, dass ich will, dass du aufhörst“, murmelte er und wich von seinem eigenen spielerischen Standpunkt ab. „Jesus kann sich auch perfekt neben uns legen, wenn er unbedingt will, aber zwischen uns muss echt nicht sein“ Aaron drehte sich herum und schaltete kurzerhand das Licht aus,— weil das ein guter Hinweis gewesen war —, was Milo und ihn erstmal in Dunkelheit zurückließ. Er rutschte vorsichtig näher an Milo heran, bis er sich neben ihn legen und einen Arm um ihn schlingen konnte. „Okay, ich beichte, ich hatte ein paar unreine Gedanken“, sagte er leise und versuchte nicht zu grinsen, bevor er sich wieder zu Milo lehnte um ihn etwas länger zu küssen. „Und das mit der Jungfräulichkeit ist für mich eh schon ziemlich gelaufen. Ich seh keinen Grund, warum heute nicht noch ein paar Küsse drin sein sollten“ Er küsste Milo erneut, beugte sich etwas über ihn und wagte es, ihn auf der Wange zu küssen, dann auf dem Kiefer, dann auf dem Hals. Routinemäßig wollte er sich schon fast über ihn rollen. Aber er machte einen Schritt zurück und küsste wieder Milos Lippen. Währenddessen versuchte er seine eigenen Haare nicht zu essen.
      „Ich finde, es wird immer weniger seltsam“, flüsterte er. „Also hatte ich recht“ Der erste Kuss war immer eine Überwindung, und scheinbar waren sie beide jemand, der danach nicht mehr genug bekam. Aber die Müdigkeit kehrte langsam doch zurück und Aaron hatte die Sicherheit, dass Kuscheln völlig in Ordnung war, und damit war er zufrieden. Bevor er noch eins drauf setzte, sollten sie wahrscheinlich versuchen, zu schlafen.

      Kaia

      Der Film war eine gute Ablenkung. Sie wurde gegen Ende zwar ziemlich müde, aber sobald tatsächlich der Abspann lief und sich alle irgendwie mit Gähnen in Richtung ihrer eigenen Betten bewegten, wurde Kaia wieder wacher. Natürlich ging ihr der Kuss nicht aus dem Kopf. Es war ihr erster richtiger Kuss gewesen und es hatte vielleicht als Spaß begonnen, sich für aie dann aber ziemlich ernst angefühlt. Sie hatte keine Ahnung, was Wyatt darüber dachte, aber sie wusste genau, was Jias Meinung war, und das ging ihr ebenfalls nicht aus dem Kopf. Nachdem die Tür zum Gästezimmer hinter ihr zufiel und sie sich neben den beiden Mädchen auf dem großen Schlafsofa zugedeckt hatte, starrte sie einfach nur ewig lange die Decke an. Und dann die Tür, nachdem sie sich zur Seite gedreht hatte.
      Was hatte sie sich dabei gedacht, Wyatt zu sagen, dass er sie küssen sollte? Es war keine direkte Aufforderung gewesen… aber irgendwie ja doch. Das war bloß… ein dämlicher Gedanke im Moment gewesen und sie hatte halt gedacht, wenn Wyatt sie im Schrank wirklich küssen würde, wäre es ein wenig seltsam und wie zwischen Freunden und… Sie hatte dabei völlig außer Acht gelassen, dass Wyatt eigentlich echt gut aussah, und nett war, und witzig, und dass es vielleicht garkein so dämlicher Gedanke gewesen war. Natürlich hatte sie es gut gefunden. Wyatt war total das Crush-Material. Sie mochte Nerds. Sie mochte Jungs, die auf mysteriös und cool taten aber das Gegenteil waren. Wyatt war so furchtbar leicht zu durchschauen und genau das gefiel ihr. Und er roch gut, und er hatte zwei Mal ihren Arm festgehalten, damit sie nicht umfiel, und ihr immer hoch geholfen. Und er hatte ihre Haare unter dem blöden Schal rausgezogen und sah immer so irritiert aus, wenn ihn mit einem komischen Spruch spaßhalber anflirtete, wenn er es denn überhaupt schnallte. Ugh.
      Sie seufzte leise und drückte ihr Gesicht in den Kopfpolster. Sie hatte Gänsehaut, jedes Mal wenn sie an den blöden Kuss dachte. Das war eigentlich eine richtig gute Erster-Kuss-Story. Aber ihre Freundin musste ja genau Beef mit dem Typen haben. Und der Typ musste sie genau dann ernst nehmen, wenn sie in einem Schrank in einem Raum voll ihrer Freunde saßen. Sie wollte schreien. Aber die nächstbeste Option war wahrscheinlich ein Glas Wasser.
      Kaia bemühte sich, leise die Treppen runter zu tapsen, aber in dem Haus knarrte echt alles. Wenigstens war es nicht zu laut. Unten war überall das Licht aus, weshalb sie sich mit ihrer Handy-Taschenlampe fortbewegen und bestimmt zwei Minuten lang den Lichtschalter in der Küchen suchen musste. Als sie ihn gefunden hatte, erblindete sie fast. Und dann öffnete sie so gut wie jeden Schrank auf der Suche nach einem Glas. Es war der reinste Horror, irgendwo zum ersten Mal zu übernachten. Das übergroße Schlaf T-Shirt rutschte ihr alle drei Sekunden von der Schulter und langsam schien Schreien doch hilfreicher als das Glas Wasser.
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    • Milo

      "Du hast immer recht. Ich sehe es ja ein", bestätigte Milo mit einem kleinen Lachen, während er Aaron an sich heran zog. Wie konnte eine Beziehung zeitgleich so aufregend und so leicht sein? Er setzte sich nur noch einmal kurz auf, um seine Brille abzusetzen und neben sich auf den Nachttisch zu legen, bevor er sich zurück in Aarons Arme kuschelte. Wenn es so schwer war, die Zeit für ein ordentliches Date zu finden, könnte das ja einfach ihr Ding werden - kleine Übernachtungsparties, bei denen sie wenigstens zusammen einschlafen könnten. Das klang doch nach einer wundervollen Alternative, nicht?

      Wyatt

      Es war schwer, wach zu bleiben. Wyatt war fast ein wenig erleichtert, als sie nach dem Film einstimmig entschieden, dass es Zeit war zu schlafen. Er fühlte sich irgendwie schwer und ein wenig träge. Jude und Lucas teilten sich die Gästematratze, die deutlich breiter war, als Wys Einzelbett und die Konversation zwischen den dreien erstarb relativ schnell, nachdem er das Licht ausgemacht hatte. Nur, dass Wyatt trotzdem nicht schlafen konnte. Ihm ging einfach zu viel durch den Kopf. Er war froh, dass die Feier so gut gelaufen war, er fragte sich, wie Milo und Aaron den Abend verbracht hatten und er landete immer wieder bei dem Kuss mit Kaia.
      Es hätte eigentlich keine große Sache sein dürfen. Sie waren befreundet, mehr oder weniger, und es war nur ein blöder Kuss in einem blöden Spiel gewesen, aber irgendwie schlug sein Herz immer ein wenig schneller wenn sein Gedankenkarusell ihn wieder an diesen Punkt zurückbrachte. Er hatte sich nie großartig für Beziehungen und Romantik interessiert, aber irgendwie konnte er gerade an nichts anderes mehr denken. Kaia war nett, selbstbewusst und wirklich hübsch, auch, wenn sie die furchtbarste beste Freundin der Welt hatte. Aber reichte das, um mehr als eine Freundschaft zu wollen?
      Wyatt seufzte leise, als sich langsam Kopfschmerzen ankündigten. In den nächsten Tagen würde er sicher nichts alkoholisches mehr trinken und garantiert niemanden mehr küssen. Das schien keine gute Kombination zu sein. Er fischte sich eine Kopfschmerztablette von seinem Nachttisch und presste kurz genervt die Lippen aufeinander, als er realisierte, dass sie kein Wasser mehr hatten. Die letzte Flasche hatten sie während des Films getrunken. Also aufstehen, Prothese anziehen und runter in die Küche. Wundervoll.
      Er brauchte kein Licht auf dem Weg nach unten. Er war in den Haus aufgewachsen und wusste auch mit verbundenen Augen, wo er lang gehen müsste und welche Treppenstufen knarrten. Er blieb erst ein wenig irritiert stehen, als er sah, dass in der Küche Licht brannte. Offenbar war er nicht der einzige, der noch etwas trinken wollte. Mit ein bisschen Glück war es Emma. Vielleicht konnte die ihm wenigstens einen kleinen Rat zu dem Kuss geben.
      Aber offensichtlich hatte er nicht so viel Glück. Es war Kaia, die in der Küche stand, als er im Vorbeigehen kurz auf die offenstehende Tür klopfte und ich mit einem, wahrscheinlich wenig hilfreichen, "Nicht erschrecken" ankündigte. Sie sah in dem viel zu großen Shirt wirklich niedlich aus. Wyatt bemühte sich, sie nicht anzustarren, als er an ihr vorbei ging und den Schrank mit den Gläsern öffnete, um zwei davon herauszuziehen und anschließend nach der Wasserflasche griff.
      "Bei dir alles gut?", fragte er schließlich, weil er nicht wusste, was er sonst sagen sollte. Sollte er den Kuss ansprechen, jetzt, wo sie alleine waren?
    • Kaia

      Kaia riss den Kopf herum wie ein Reh im Scheinwerferlicht, als sie das Klopfen an der Tür hörte. Gott, sie war viel zu angespannt. Sie richtete sich auf und schloss langsam die drei Schranktüren um sie herum, die noch offen standen, und Wyatt schien zum Glück schnell zu checken, was sie überhaupt in der Küche wollte. Sie schob ihr T-Shirt zum achtundfünfzigsten Mal wieder ihre Schulter hoch und drückte sich zur Seite, als Wyatt an ihr vorbeiging, als würde sie um jeden Preis vermeiden wollen, ihn irgendwie zu berühren. Was wohl stimmte.
      "Danke", sagte sie heiser, als Wyatt ihr das Glas Wasser entgegen hielt und trank sofort einen Schluck, weil sie in den letzten Minuten echt Durst bekommen hatte.
      "Ich hatte nur… Durst", antwortete sie. Wenigstens stimmte das mittlerweile. Aber wieviel Pech musste man eigentlich haben, genau den Grund in der Küche anzutreffen, der einen wach gehalten hatte? Sie schwieg kurz, bevor ihr auffiel, dass ihr Grund wahrscheinlich auch einen Grund hatte. Auch wenn sie hier beide mit Gläsern standen und die Antwort relativ offensichtlich war.
      "Bei dir?", fragte sie.
      Jedes einzelne Wort, das sie miteinander wechselten, nahm sie jetzt anders auf, als vorher. Als würde immer irgendein nerviges, leises Stimmchen mitschwingen, das in einer Tour 'haha, wir haben uns geküsst' sagte. Das war irgendwie seltsam. Normalerweise entwickelten sich ihre Crushes in der Sekunde, in der sie jemanden sah, den sie heiß fand, und da gab es nie ein 'vorher' und 'nachher'. Was es deutlich weniger stressig machte. Sie hatte mit ihren Crushes ja auch nie wirklich gesprochen. Aber sie war gerade bei Wyatt zuhause und das alles fühlte sich seltsam realistisch an. Und nicht so leicht und kribbelig wie sonst. Eher, als würde ihr Magen sich umdrehen, weil sie für das alles garkeine emotionale Vorbereitungszeit gehabt hatte.
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    • Wyatt

      "Kopfschmerzen", antwortete er knapp, während er die kleine Schachtel mit Kopfschmerztabletten hoch hielt. Er drückte eine davon aus dem Blister heraus und warf sie sich ein, bevor er sie mit ein paar Schlücken Wasser runterspülte und dann noch weiter trank, um sich selbst etwas mehr Zeit zu geben, bevor er wieder reden musste. Was sagte man in so einer Situation? Kaia wirkte auch nicht gerade gesprächig. Oh. Fuck. Ob sie sauer auf ihn war? Er hatte das Gefühl, dass sie sich beide gegenseitig geküsst hatten, aber Mädchen waren in der Hinsicht manchmal sprunghaft, oder nicht? Was, wenn sie es jetzt bereute?
      Die leichte Panik, die in ihm aufstieg, machte den Kopfschmerz nicht unbedingt besser. Wyatt konnte nur hoffen, dass die Tablette schnell genug wirken würde. Er hatte immer noch keine richtige Ahnung, was er sagen sollte, als er das Glas abstellte. Er kannte Kaia nicht gut genug, um zu wissen, wie genau er sie irgendwie beruhigen könnte, wenn sie tatsächlich sauer auf ihn wäre. Bei Emma reichte es normalerweise, sie nach dem nächsten Persönlichkeitstest zu fragen, aber Emma war einfach ein bisschen weird. Und Lucas wurde irgendwie nicht sauer, oder bleib es zumindest nicht lange.
      "Hey", setzte er an, während er das Glas wieder abstellte. Vielleicht bildete er sich das auch einfach alles ein. Vielleicht waren sie beide einfach nur müde und Kaia dachte gar nicht so sehr über den Kuss nach, wie er. Ugh, war das alles anstrengend. "Ist zwischen uns alles okay?", entschied er sich für die Flucht nach vorne, auch, wenn er schon beim sprechen merkte, wie unangenehm ihm das alles war. "Wegen der Sache mit dem Schrank, meine ich. Ich bin wirklich gerne mit dir befreundet. Oder, wäre gerne mit dir befreundet, kein Plan, wo genau du uns da siehst." Waren sie befreundet? Sie kannten sich immerhin nicht richtig. Das hier war erst das dritte mal, dass sie sich überhaupt gesehen hatten. Vielleicht hätten sie sich im Schrank doch einfach weiter anschweigen sollen.
    • Kaia

      Kaia nickte leicht, als Wyatt die Kopfschmerzen ansprach. Machte wohl Sinn. Sie hatte bisher noch nie irgendwelche negativen Auswirkungen von Alkohol gehabt, aber sie hatte bisher auch nicht sehr oft getrunken und wenn dann war es nicht so viel, wie heute, also würde sie sich wohl einfach überraschen lassen.
      Sie überlegte, ob sie einfach gehen sollte, weil es irgendwie seltsam war, Wyatt dabei zuzusehen, wie er Wasser trank. Aber er stellte sein Glas ab und sprach sie an, bevor sie sich entschieden hatte.
      Kaias Augen weiteten sich ungewollt etwas, als Wyatt seine Frage aussprach. Sie versteckte es offenbar nicht gut genug, wie verwirrt sie von der ganzen Sache war. Dann musste sie aber etwas lächeln. „Klar, wir können… Freunde sein“, antwortete sie mit einem kleinen Schulterzucken. Es wäre auch komisch, Nicht-Freunde zu seiner Geburtstags-Übernachtungsparty einzuladen. Auch wenn Kaia den Grund dafür ja ohnehin nicht ganz geschnallt hatte. Aber spätestens nach heute hätte sie Wyatt wohl auch als Freund kategorisiert. Vor der Schrank-Sache zumindest. Jetzt überschlugen sich die Kategorien in ihrem Kopf.
      Sie wollte Wyatt anbieten, das alles zu vergessen. So zu tun, als hätten sie sich nicht geküsst. Aber das wäre bescheuert, weil sie nicht zugeben wollte, dass es für sie überhaupt der Rede wert war, und auf der anderen Seite könnte sie es sowieso nicht ‚vergessen‘, selbst wenn sie es ihm anbot. Sie war nach dem Motto ‚Ehrlichkeit währt am längsten‘ erzogen worden. Und weil sie das Ganze nicht einfach ignorieren konnte… Hatte sie eh nur eine Wahl. Wenn sie dafür eine eintägige Freundschaft riskierte, war es eben so. Wer erlebte schon ein Happy End mit der Person, die ihr erster Kuss war? Realistisch betrachtet war das wahrscheinlich alles super vergänglich und in zwei Wochen war sie dann drüber hinweg, also hatte sie ja nicht viel zu verlieren.
      „Ähm… nur um… das klarzustellen. Du willst nur befreundet sein?“, fragte sie. Sie hatte auch keine Intention, Wyatt wissen zu lassen, was sie sich dabei dachte. Sie wollte nur klipp und klar hören, was er dachte. Und dann konnte sie ja immernoch entscheiden, ob sie ihr Familien-Motto so toll fand.
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    • Wyatt

      Für einen Moment war Wyatt wirklich erleichtert. Er schien sich wirklich nur eingeredet zu haben, dass sie sauer war. Zumindest lächelte sie, als sie antwortete und das war ein gutes Zeichen, oder? Also entspannt ausatmen, gute Nacht sagen und zurück aufs Zimmer. Easy. Dann kam die Rückfrage.
      Wyatt erstarrte ein wenig, als Kaia fragte, ob er nur befreundet sein wollte. "Ähm. Also wir können auch eine Freundschaft aufbauen, uns dann richtig zerstreiten und Erzrivalen werden, wenn dir das lieber ist", scherzte er etwas überfordert, weil ihm das irgendwie realistischer vorkam, als jede andere Alternative. "Ich schwöre auch, dass ich immer fair spiele, selbst, wenn wir uns gegenseitig den Tod wünschen und so." Er zuckte kurz mit den Schultern und stieß ein nervöses Lachen aus. Irgendwie kam ihm dieses Thema zu groß für ein angetrunkenes Gespräch mitten in der Nacht vor. Sollte man Beziehungen nicht eher nach einem netten Nachmittagstreffen diskutieren, oder so?
      "Oder wir...gehen mal miteinander aus, oder...oder so? Wenn das mehr dein Ding ist?", schob er unsicher hinterher und klammerte sich ein wenig an die Arbeitsfläche der Küchentheke. Es war seltsam, aber noch vor zehn Minuten wäre ihm die Antwort zu der Frage vollkommen egal gewesen. Jetzt gerade kam sie ihm wie die wichtigste Frage der Welt vor, während sein Herz viel zu schnell in seiner Brust schlug. Er mochte Kaia und wenn eine richtige Beziehung auch nur ansatzweise so gut war, wie der bedeutungslose Kuss im Schrank, konnte es nur absolut fantastisch werden!
      "Dann müsstest du Jia auch nie beichten, dass du nur so getan hast, als ob du auf mich stehen würdest", schob er wenig hilfreich hinterher. Er hatte sowas noch nie gemacht. Dates waren bisher nie etwas gewesen, für das er sich interessiert hatte und wahrscheinlich war es vollkommen dämlich, als erstes direkt eine Freundin zu fragen und die Freundschaft zu riskieren, aber er wollte die Gelegenheit nicht einfach so verstreichen lassen und sich später ärgern.
    • Kaia

      Okay, es war wirklich gut, dass Kaia gefragt hatte. Sie konnte nur etwas skeptisch eine Augenbraue hochziehen, als Wyatt von Erzrivalen sprach. Er hatte sie definitiv verstanden, sonst würde er nicht so nervös lachen, oder? Wenn er keine ehrliche Antwort darauf hatte, dann-
      Da war sie ja doch. Die ehrliche Antwort. Wyatt hätte genauso gut sagen können, dass er wirklich nur mit ihr befreundet sein wollte. Irgendwie hatte sie damit wohl auch gerechnet, weil ihr Herz so schnell schlug, als wäre ihr die Idee nichtmal gekommen, dass Wyatt mit ihr ausgehen wollte. Es war wirklich gut, dass sie gefragt hatte. Nach der Aussage mit den Erzrivalen war Kaia sich nämlich relativ sicher, dass Wyatt sich die Frage selbst nicht gestellt hätte.
      „Okay“, sagte sie schnell, bevor Wyatt noch irgendetwas seltsames sagen konnte. Dann schmunzelte sie etwas, was relativ schnell zu einem Grinsen wurde, als sie realisierte, dass sie vielleicht bald ihren ersten Freund hatte. Oder… hieß das bereits, dass sie zusammen waren? Wahrscheinlich nicht, aber das sollte sie vielleicht noch fragen. Demnächst. Sie kannten sich ja irgendwie kaum. Aber wer kannte schon irgendwen so richtig? War doch alles völlig egal. Vielleicht war sie auch noch zu betrunken, um Entscheidungen zu treffen, aber dafür war es jetzt sowieso zu spät.
      Kaia machte wieder einen Schritt auf Wyatt zu. „Also… trink noch ein Glas Wasser, damit die Kopfschmerzen morgen früh nicht schlimmer sind“, sagte sie, weil sie irgendwie das Gefühl hatte, dass man seinem möglicherweise zukünftigen festen Freund Tipps geben sollte. Er sollte ja gesund bleiben. Damit sie ihr Date durchziehen konnten.
      Sie versuchte, so nebensächlich wie möglich noch einen kleinen Schritt zu Wyatt zu machen und sich zu ihm zu beugen, um ihm einen winzigen Kuss auf die Wange zu geben. Es war ein wenig verrückt, dass sie das kleine Bisschen Nähe seit heute Abend auf einmal so aus der Fassung brachte, aber jetzt, wo sie wieder wusste, wo sie stand, drehte ihr Magen sich nicht mehr um und es fühlte sich eigentlich deutlich besser an als die ganzen bedeutungslosen Crushes, die sie so gehabt hatte.
      „Gute Nacht“, sagte sie lächelnd, bevor sie sich umdrehte und ihr Glas mitnahm. Sie hatte eigentlich keine Erwartungen an diese Party gehabt, aber das war eine verrückte Wendung. Wenn sie morgen früh ausgenüchtert noch immer dachte, dass es eine gute Idee war, war es ein voller Erfolg.
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    • Wyatt

      'Okay'. Noch nie hatte ihn ein einziges Wort so zum Grinsen gebracht. Zum Glück grinste Kaia ähnlich begeistert zurück, sonst wäre ihm das vermutlich furchtbar peinlich gewesen. Das Grinsen wurde noch etwas breiter, als Kaia ihm einen Kuss auf die Wange drückte und selbige damit zum Glühen brachte. Das war irgendwie überraschend unkompliziert gewesen. Jetzt musste er nur darauf hoffen, dass keiner von ihnen einen Rückzieher machte, sobald sie wieder nüchtern waren und dass er das erste Date überlebte und dann würde schon alles gut werden, oder?
      "Gute Nacht", antwortete er, während er sich tatsächlich nochmal Wasser hinterherkippte. Er konnte nicht so wirklich fassen, was da gerade passiert war. Er wiederholte sie letzten paar Minuten wieder und wieder in seinem Kopf, während er eine Flasche Wasser mitnahm und die Treppen hoch zurück in sein Zimmer ging. Irgendwie kam es ihm mehr und mehr wie eine hardcore Halluzination vor. Irreal.
      Er stellte die Flasche in Reichweite von Lucas und Jude auf den Boden, während er in sein eigenes Bett stieg und versuchte damit klar zu kommen, dass er bald in einer richtigen Beziehung stecken könnte. Mit Kaia. Die mit Jude befreundet war, weshalb das Date wirklich funktionieren musste, wenn er nicht direkt die Hälfte seines neugefundenen Freundeskreises verlieren wollte, aber...das würde schon werden. Wenigstens schien Kaia wirklich nett zu sein. Entspannt und offen. Da konnte gar nichts schief gehen, oder?
      Der einzige Nachteil des Gesprächs wurde ihm kurz danach bewusst, als er wieder die Decke über sich zog. Wo ihn eben noch die Erinnerungen an den Kuss wachgehalten hatten, durchmischten sich jetzt selbige mit dem Gedanken daran, dass er bald eine Freundin haben könnte, was Schlaf noch unrealistischer machte. Vor allem, als er realisierte, dass er für ein erfolgreiches Date erst mal überhaupt irgendein Date vorschlagen müsste. Was könnten sie machen? Kino? Essen gehen? Das ganze Standartzeug? War Kaia ein Fan von Aquarien? Irgendwie hatte er das Gefühl, dass die Kopfschmerztablette nicht wirklich helfen würde.
    • Aaron

      Aaron hatte erstaunlich gut geschlafen, dafür, dass sich das Einschlafen beinahe als unmöglich herausgestellt hatte. Wahrscheinlich hatte sein viel zu schnell schlagendes Herz ihn letztlich doch erschöpft.
      Er blinzelte sich den Schlaf aus den Augen und streckte sich etwas, sobald er merkte, dass er sich wohl irgendwann aus Milos Armen gerollt hatte, und dann setzte er sich auf. Zwischen den Vorhängen stahl sich die Sonne durch, und Aaron griff zum Nachttisch, um nach der Uhrzeit zu sehen. Eigentlich war es völlig egal, wie spät es war, denn es war Sonntag und Aaron hatte nicht das Bedürfnis, früher als notwendig nachhause zu fahren, wenn er länger bei Milo sein konnte. Also legte er sein Handy nach einem schnellen Blick wieder weg und schmiegte sich wieder an Milo. Es war fast schon seltsam, morgens mit seinem Date im Bett zu kuscheln, wenn man sich gerade mal ein wenig geküsst hatte, aber die Erinnerung schlich Aaron gleich wieder ein Lächeln auf die Lippen. Es war wirklich seltsam. Aber auch perfekt. Er wollte es garnicht anders haben.

      Kaia

      Ugh. Doch, scheinbar war sie nicht immun gegen Kopfschmerzen. Sobald Kaia langsam wach wurde, begann ihr Kopf zu dröhnen und ihr war etwas übel, weshalb sie sich ein wenig im Bett herumrollte, bevor sie sich erinnerte, wo sie war. Dann setzte sie sich doch auf. Jia saß bereits aufrecht neben ihr und scrollte durch ihr Handy.
      „Morgen“, flüsterte sie, vermutlich um Emma nicht zu wecken, aber Kaia hatte so das Gefühl, dass laute Geräusche sie gerade sowieso umbringen würden.
      „Mhm…“, raunte sie und ließ sich gegen die Rückseite des Schlafsofas fallen. Es war zu hell, zu… tagsüber und zu wach. Sie erinnerte sich langsam wieder daran, dass sie in der Nacht Wyatt in der Küche getroffen hatte. Und was sie gesagt hatte. Und was er gesagt hatte. Dann war da noch der Kuss im Schrank und… das Date, oder so. Auch wenn sie sich ziemlich sicher war, dass sie keine Details geklärt hatten. Kaia rieb sich über die Augen. Ihr schoss wieder in den Kopf, wie Wyatt und sie sich gegenseitig dämlich angegrinst hatten und sie musste schmunzeln, weil es so lächerlich war. Solche Gespräche sollte man nüchtern führen. Aber dann wäre es wahrscheinlich nichtmal passiert.
      „Ugh… ich glaube, ich muss duschen“, murmelte sie letztlich und hievte sich aus dem Bett. Das kam ihr gerade am sinnvollsten vor. Sie schleppte sich ins Badezimmer und schloss die Tür ab, bevor sie sich beeilte, falls noch jemand demnächst ins Bad wollte. Sie duschte schnell, zog ihre frischen Klamotten an und putzte sich die Zähne, dann schminkte sie sich ein wenig. Sie hatte nichts vor, aber sie hatte ständig im Hinterkopf, dass sie einen umso besseren Eindruck machen wollte, wenn Wyatt sie später sah. Was dämlich war. Sie machte sich nie einen Kopf um Eindrücke, und ihr Eindruck war außerdem immer gut. Aber falls Wyatt merkte, dass gestern die Kopfschmerzen aus ihm gesprochen hatten, oder so, dann konnte es vielleicht nicht schaden, ihn nochmal irgendwie drüber nachdenken zu lassen. Hatte mit dem Kuss ja auch funktioniert. Kaia hatte sich jedenfalls ein bisschen zu sehr über die Sache gefreut, um das jetzt einfach ziehen zu lassen. Sie wollte auch mal wissen, wie es war, in einer Beziehung zu stecken.
      Als sie wieder zurück im Gästezimmer war, hatte Jia auch bereits normale Kleidung an, und Emma lag weiterhin auf dem Schlafsofa.
      „Wollen wir sehen, ob irgendwas zum Frühstücken da ist?“, fragte Jia leise und stand von ihrem Rucksack auf, in den sie gerade ein Ladekabel gestopft hatte. Kaia nickte. Das kam ihr zugute. Nicht das Frühstücken, aber die Chance, sich kurz mit Jia zu unterhalten. Obwohl… sollte sie damit warten, bis sie mit Wyatt geredet hatte? Das war wahrscheinlich die bessere Idee.
      Sie folgte Jia trotzdem in die Küche, wo sie relativ schnell herausfanden, wie sie sich einen Tee machen konnten. Und Kaia wünschte sich gerade, sie hätte Wyatt gestern Nacht eine dieser Tabletten abgezweigt.
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    • Milo

      Dafür, dass er sich die letzten Tage über so viele Sorgen gemacht hatte, hatte Milo überraschend gut geschlafen. Was bestimmt an Aaron lag, der sich gerade wieder an ihn kuschelte und ihn damit ein bisschen wacher werden ließ. Milo legte beide Arme um ihn und raunte ihm ein verschlafenes "Morgen" ins Ohr. Er konnte noch immer das Shampoo in seinen Haaren riechen, während er ihm einen Kuss auf die Wange drückte. Eigentlich war Milo noch nie jemand gewesen, der noch lange liegen blieb, wenn er erst mal wach war. Es gab eine kleine Phase, die er brauchte, um sich selbst daran zu erinnern, dass er existierte und einen Job hatte, aber danach war es ihm nie schwergefallen, die Bettdecke zurück zu schlagen und aufzustehen. Jetzt gerade kam ihm das vollkommen unmöglich vor.
      "Hast du gut geschlafen?", fragte er. Aaron lag gerade noch nah genug an ihm, um ihn auch ohne Brille einigermaßen scharf sehen zu können, was wunderbar war, weil Milo nicht das Gefühl hatte. dass er sich aus der Umarmung lösen konnte. Auch, wenn sie wahrscheinlich irgendwann aufstehen mussten, wenn sie nicht am Ende des Tages ein paar Teenager im Zimmer stehen haben wollten, die nur kurz prüften, ob sie überhaupt noch lebten.
      "Trinkst du morgens Kaffee, oder bleibt es bei dem Tee?", fragte er, während er eine Hand unter Aarons Shirt schob, um über die warme Haut auf seinem Rücken zu streichen. Ein bisschen riskant, vielleicht, aber es war schwer, seine Finger von ihm zu lassen, wenn er schon so nah bei ihm lag.


      Lucas

      Lucas begann den neuen Tag so, wie der alte geendet hatte - mit absoluter Panik.
      Es war schon schlimm genug, sich die Matratze mit Jude teilen zu müssen, wenn der Rotschopf es gestern irgendwie geschafft hatte, sein Herz immer schneller schlagen zu lassen - offenbar war er ein ziemlich aktiver Schläfer. Lucas schob Judes Arm von sich und setzte sich auf, um so schnell wie es geht möglichst viel Abstand zwischen ihn und sich zu bringen. Er war nicht ganz so hetero, wie er gerne wäre, was...eigentlich etwas war, was Lucas immer schon gewusst hatte. Das Problem war nur, dass er das noch nie so krass gespürt hatte, wie jetzt. Sonst hatte er sämtliche Gedanken an einen anderen Mann immer erfolgreich irgendwie unterdrücken können, aber das war schwer, wenn er fast unter Jude erstickte.
      Was an sich ja eigentlich nichts Schlechtes war - Milo war bi und er und Aaron hatten gestern echt happy ausgesehen - aber irgendwie hatte Lucas der Gedanke, nicht hetero zu sein immer schon missfallen. Seine Mom würde ausrasten, wenn er mit nem Typen nach Hause kommen würde. Hinzu kam, dass Jude sowieso hetero war. Lucas musste sich einfach bemühen, eine Freundin zu finden.
      "Alter, du hast wirklich mehr als genug Platz", beschwerte er sich leise, während er Jude von sich schob.
      "Ihr liegt seit mindestens ner halben Stunde so zusammen. Richtig süß", kommentierte Wyatt von der Seite, ohne seinen Blick vom Handy zu nehmen.
      Lucas antwortete mit einem eloquenten "Fick dich", was Wyatt zum Lachen brachte.
      "Ich bin schon mal im Bad", informierte Wyatt ihn, während er sein Handy zur Seite legte und sich aufsetzte. "Wenn du es schaffst, Jude irgendwie wach zu bekommen, können wir danach was Frühstücken."
      Lucas nickte kurz, bevor er das Naheliegendste tat und Jude schlicht am Arm durchschüttelte. "Jude? Frühstück?"
    • Aaron

      Okay… Vielleicht mussten sie doch eine Grenze ziehen. Milo konnte unmöglich nicht wissen, was er damit verursachte, wenn er Aaron ins Ohr flüsterte und seine Hand unter sein Hemd schob. Ihm lief sofort ein Schauer über den Rücken und es war wahrscheinlich gut, dass sie nicht alleine im Haus waren, weil das das einzige war, das ihn gerade aufhielt, und er eigentlich vermeiden wollte, am zweiten Date — nach dem zweiten Date? am dritten Date? — mit jemandem zu schlafen, bei dem er die Hoffnung hatte, es konnte etwas langfristiges werden. Vielleicht… widersprach sich das auch selbst, aber er war ursprünglich ein Fan davon, die Dinge langsam anzugehen. Vorfreude war die beste Freude und so.
      „Zu gut, weil ich eigentlich garnicht mehr aufstehen will“, antwortete er leise, hob lächelnd den Kopf und führte ihre Kuss-Reihe fort, indem er Milo einen kleinen Kuss auf die Wange gab. Aaron beschloss, sich ein wenig an ihm zu rächen und schob seine Hand unter Milos Shirt, um ihm über den Bauch zu streichen. Er lächelte weiter. Mann, wäre das ein gutes Spiel, wenn sie alleine wären.
      „Ich mag Kaffee. Wenn ich nicht frei habe, trinke ich alles, was irgendwie koffeinhaltig ist. Schwarzen Tee finde ich auch gut, oder Matcha. Energie Drinks in den Prüfungsphasen. Ich passe mich dir einfach an“, antwortete er und stützte den Kopf in seine Hand, während er auf Milo herab sah. „Ich hoffe, du hast gut geschlafen?“

      Jude

      Wach gerüttelt zu werden zählte nicht unbedingt zu Judes Lieblingsmethoden, aber es war jedenfalls eine, die er gewohnt war. Er gab ein genervtes Stöhnen von sich, während er sich auf den Rücken rollte und über die Augen rieb. Stimmte ja, er hatte bei Wyatt übernachtet. Jude blinzelte etwas und sah Lucas, der etwas genervt aussah.
      „Frühstück?“, wiederholte er verschlafen, als hätte er keine Ahnung, was das Wort bedeutete, und das hatte er im Moment auch nicht. Er setzte sich auf. „Oh. Ja, okay“, stimmte er zu, als es endlich bei ihm ankam. Frühstück. Hm, ein Sandwich wäre jetzt der Hammer.
      „Wieso weckst du andere eigentlich so brutal auf?“, fragte er schließlich gähnend und stand langsam auf. Er zupfte sein Shirt zurecht und schob Aarons Pyjamahose, die sich über seine Knie gerollt hatte, wieder nach unten. Er hatte verdammt gut geschlafen. Nichts geträumt. Einfach nur stille Dunkelheit. Traumhaft. Wenn man ihn jetzt noch wach geküsst und ihm ein Sandwich serviert hätte, wäre er wunschlos glücklich. „Wie kann man so früh morgens schon schlecht drauf sein?“, setzte er nach und gähnte erneut. Ein verdammt befriedigendes Gähnen. „Ugh, ich könnte noch zehn Stunden schlafen. Vielleicht sollte ich zuhause mal meine Matratze auf den Boden legen, hm“ Manche Leute schliefen besser auf hartem Untergrund, oder? Er hatte zwar das Gefühl, auf einer warmen Wolke geschlafen zu haben, aber einen Versuch war es wert. Nur, dass er dann riskieren musste, dass Emery morgens auf ihn drauf stieg. Nicht unabsichtlich. Einfach, weil die Option bestand.
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    • Milo

      Das wurde langsam irgendwie gefährlich. Obwohl das irgendwie offensichtlich gewesen war, nicht? Das hier war zumindest das erste mal, dass Milo überhaupt mit jemandem im Bett lag, den er datete, mit dem er aber noch nicht geschlafen hatte. Normalerweise war das gemeinschaftliche Aufwachen immer ein deutlich späterer Punkt in seiner Beziehung. Obwohl ja irgendwie nichts normal lief, wenn es um Aaron ging.
      "Du musst dich mir nicht anpassen", merkte er mit einem kleinen Lächeln an, während er eine Hand hob, um mit Aarons Haaren zu spielen. "Ich mache mir gerne etwas extra Mühe für dich." Außerdem würde Aaron mit ihm so wahrscheinlich nie wieder schwarzen Tee, Matcha, oder Energydrinks trinken. Milos eigene Trinkvorlieben bestanden nur aus Kaffee und Früchtetee. Aaron sollte sich nicht beschränken müssen nur, weil er selbst einen furchtbar spezifischen Geschmack hatte.
      "Ich habe überraschend gut geschlafen", beantwortete er schließlich die Gegenfrage, während er Aarons Haarsträhle losließ. "Und wenn wir jetzt nicht aufstehen, fürchte ich, dass du mein Frühstück wirst", schob er mit einem kleinen Zwinkern hinterher, bevor er Aaron den nächsten Kuss auf die Wange drückte und sich aufsetzte, um seine Brille vom Nachttisch zu nehmen. Er blinzelte kurz, bevor er zu Aaron sah und ein frustriertes Seufzen ausstieß.
      "Verschlafen steht dir. Aber dir steht ja alles irgendwie."


      Lucas

      "Ich wäre super drauf, wenn du nicht die halbe Nacht an mir geklebt und versucht hättest, mich zu erwürgen." Lucas schenkte Jude sein bestes passiv-aggressives Lächeln, während er nach seiner eigenen Tasche griff und kurz nach seinem Handy kramte um zu cheken, welche Nachrichten er verpasst hatte - und wann der nächste Bus fahren würde. Es würde noch was dauern, bis Emma wach war, aber Lucas wollte wirklich nach Hause. Seine soziale Batterie war mehr als leer und es wurde durch Jude in seiner Nähe nicht gerade besser.
      "Wenn du wieder meine Klamotten haben willst, kannst du mir das auch einfach sagen. Du musst mich dafür nicht erst im Schlaf ermorden", fuhr er schließlich ein wenig besser gelaunt fort. Wenigstens musste er nicht mehr allzu lange hier bleiben. Dann konnte er zuhause in seinem Zimmer versumpfen und Jude vielleicht höchstens ab und an sehen, wenn er was mit Wyatt zusammen machte. Oder er würde schauen, ob er Judes Social Media Accounts fand und einfach ab und an aus sicherer Entfernung schauen, was so in seinem Leben vor sich ging. Alles war besser, als hier neben ihm zu sitzen.
      Es dauerte nicht lange, bis Wyatt wieder rein kam, fertig angezogen, aber im Gesicht noch halb tot. Obwohl Lucas selbst nicht besser aussah, als er ins Bad ging und in den Spiegel sah. Er sah müde aus, mit Ringen unter den Augen. Wahrscheinlich hätten sie alle den Sonntag durchschlafen sollen. Lucas packte seine letzten Sachen in seine Tasche, bevor sie die Treppen runter in die Küche gingen. Jia und Kaia waren offenbar ebenfalls schon wach. Wyatt grüßte die beiden beinahe auffällig beiläufig, während er direkt die Kaffeemaschine ansteuerte, um neuen Kaffee aufzusetzen. Lucas grüßte ebenfalls mit einem kurzen "Hey", bevor er sich an den Tisch setzte und sich eines der Brötchen schnappte, die darauf lagen. Vielleicht würde Kaffee das alles besser machen.
    • Aaron

      Aaron lächelte nervös, weil er sich gerade noch so zurückhalten konnte, nicht zu sagen, dass er da garnichts dagegen hatte. Es war definitiv zu früh. Und der absolut falsche Zeitpunkt. Aber gleichzeitig wollte Aaron die Zeit nutzen, die sie mal alleine hatten, wo sie beide sonst viel zu beschäftigt waren. Was… ein grauenvoller Grund wäre.
      Das klingt besser, als richtiges Frühstück.
      War es, was er nicht sagte. Stattdessen schluckte er kurz, als er Milo seine Brille aufsetzen sah, was ihn noch zehn Mal süßer aussehen ließ. Er stand auf Brillen. Milos Brille vor allem. Und die erotische Möglichkeit, sie ihm abzunehmen, wenn sie sich küssten. Aaron setzte sich auf und folgte Milo aus dem Bett, fast schon wollte er frustriert seufzen, als dieser ihm wieder ein Kompliment machte.
      Nichts steht mir auch sehr gut.
      Sagte er nicht. Er war verrückt. Aber er dachte es sich zumindest. Man durfte wohl noch denken?
      „Gehen wir frühstücken, bevor sich jemand Sorgen macht“, sagte er und klopfte Milo leicht auf den Rücken, bevor er an ihm vorbeiging und die Tür öffnete, weil es das einzige war, dass die Spannung zwischen ihnen zumindest nicht größer machen würde.

      Jude

      „Ah… ja, mache ich manchmal“, antwortete er darauf unbekümmert. Wenn es Lucas so gestört hatte, hätte er ihn ja in der Nacht auch mal aufwecken können, oder nicht? Schlimmstenfalls hätte Jude auch unten auf der Couch geschlafen, oder so, auch wenn er das Problem nicht so richtig nachvollziehen konnte. Aber an ihn hatte sich auch noch nie irgendein Kerl im Schlaf geklammert, also… Er selbst bekam das ja nichtmal mit. Aber er hatte echt verdammt gut geschlafen. Lucas könnte sich wenigstens darüber freuen, dass er offenbar eine klasse Kissen abgab.
      Jude machte sich im Gegensatz zu den Zweien garnicht die Mühe, ins Bad zu gehen, sondern lief gleich vor in die Küche, um mal zu sehen, ob die Chance auf ein Sandwich bestand. Er fand Kaia und Jia vor und ein paar Brötchen, was wohl eine akzeptable Alternative war. Dann setzte er sich neben Jia an den Tisch.
      „Du siehst wunderschön aus, Jude“, kommentierte Kaia mit einem Grinsen über ihr Brötchen hinweg.
      „Danke. Ich hab keinen Spiegel, aber ich bin mir sicher, dass du recht hast“, sagte er und schnitt sein Brötchen auf, um es mit Marmelade zu bestreichen, und fragte Jia dann: „Trinkst du den Tee noch?“
      Sie zog die Tasse näher zu sich und beäugte ihn skeptisch. „Ja. Aber da drüben im Schrank sind Tassen“
      „Eh…“ Jude überlegte, dann wandte er sich einfach wieder dem Brötchen. Wenig später kamen Wyatt und Lucas ebenfalls in die Küche und Aaron und Milo stießen auch dazu. Was die beiden gemacht hatten, dass sie jetzt so aneinander klebten, wollte Jude garnicht wissen.
      „Morgen“, strahlte Aaron. „Ihr seht… teils fit und teils tot aus. Habt ihr wenigstens gut geschlafen?“, fragte er lächelnd.
      „Wie ein Baby“, antwortete Jude kauend und Kaia setzte ein kleines „Ganz okay“ nach.
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    • Wyatt

      Der Morgen war furchtbar anstrengend. Nachdem er kaum geschlafen hatte, weil ihm die Sache mit Kaia und dem Date so durch den Kopf gegeistert war, dass er einfach nicht zur Ruhe gekommen ist, hat eine kleine Googlesuche nach den besten Date-Ideen das alles nur noch schlimmer gemacht. Sämtliche Ideen waren entweder furchtbar langweiliger Standart, spießig, oder so abgehoben, dass Wyatt schon beim Lesen cringen musste.
      Kaia so beiläufig in der Küche zu treffen machte es nicht besser. Sie hätten die ganze Sache mit dem Kuss und den Dates besser klären sollen, wenn sie sich verabschiedeten. Dafür war er zum ersten mal froh, dass Jia da war. Vor ihr würde Kaia das alles wenigstens nicht ansprechen, was bedeutete, dass er auch nichts peinliches Antworten konnte. Vielleicht war Jia doch gar nicht so schlecht. Zumindest heute nicht. Zum Glück konnte sie keine Gedanken lesen.
      Wyatt ignorierte Aarons Frage danach, wie er geschlafen hatte und wartete darauf, dass der Kaffee durchlief, bevor er ihn in eine Thermoskanne umfüllte und sich daran machte, Tassen zu füllen. Er wusste, dass Milo und Lucas Kaffee tranken. Emma, die einen Moment später und überraschend frisch gestyled in die Küche kam, lehnte dankend ab. Wy füllte seine Tasse Kaffee mit genug Milch und Zucker an, um Kaffeeliebhabern einen spontanen Herzinfarkt zu verpassen. Er hatte Kaffee noch nie gemocht, aber die Kopfschmerztablette gestern konnte ihm nicht alleine über den Kater hinweghelfen, der sich langsam anbahnte.
      "Wir wollten nicht mehr lange bleiben", merkte Lucas neben ihm an, während Emma über sein Handy wischte, um sich wohl die Busverbindung anzuschauen, die er rausgesucht hatte. "Ich muss noch ein wenig zuhause aushelfen", schob er erklärend hinterher.
      "Alles gut", erwiderte Wy mit einem Lächeln, bevor er einen Schluck vom Kaffee trank. "Ich bin froh, dass ihr überhaupt hier ward. Ich fand es echt gut." Er Lächelte Lucas kurz an und sah dann in die Runde, wobei sein Blick für einen Moment an Kaia hängen blieb. Er sah sofort zu Milo, als ihm das selbst bewusst wurde. "Außerdem haben wir nichts abgebrannt und das Haus steht noch."
      Milo warf ihm einen kleinen, leicht amüsierten Blick zu. "Ich bin stolz auf euch. Ein Hoch auf das absolute Minimum und so."
      Wyatt grinste den Sarkasmus fröhlich weg. "Und was habt ihr beide gestern abend gemacht?"
    • Kaia

      Das war irgendwie… unangenehm. Kaia wollte dringend mit Wyatt sprechen. Sie hatte keine Ahnung, was diese halbherzige Begrüßung eben bedeutet hatte. War es wegen Jia? Sie hielt es nicht aus, nicht zu wissen, ob Wyatt bereute, was er gestern gesagt hatte, und ob das Date noch stand. Sie fand es zwar selbst verrückt und die Art, wie es dazu gekommen war, war definitiv dem Alkohol zu verschulden, aber sie freute sich trotzdem. Nur versuchte sie, sich nicht zu sehr zu freuen, bevor sie wusste, was Wyatt dachte. Ehrlich gesagt versuchte sie sogar, durch kleine Zeichen irgendetwas herauszufinden. Wyatt hatte sie eben lange angesehen, oder? Oder war das noch eine… normale Länge? Erinnerte er sich überhaupt an irgendetwas oder war er schlafgewandelt?! Ihre Kopfschmerzen brachten Kaia komplett um den Verstand.
      „Frag nichts, worauf du keine Antwort haben willst“, sagte Jude plötzlich zu Wyatt. Kaia riss ihren Blick von Wyatt los und sah, wie Aaron sich wohl nicht entscheiden konnte, wie er darauf reagieren sollte. Irgendwie war es ein wenig traurig mitanzusehen, wie er sich bemühte, dass Wyatt ihn mochte.
      „Wir haben Spiele gespielt, einen Film angesehen und sind dann schlafen gegangen“, antwortete Aaron also auf Wyatts Frage und überging Jude einfach.
      „Alte Leute gehen halt früh ins Bett“, sagte Kaia spaßhalber und zuckte mit den Schultern.
      „Hey, beleidige lieber nicht die Leute, die dir mit 15 durchgehen lassen, dich zu betrinken“, lächelte Aaron zurück und Kaia hielt die Klappe. Sie fürchtete eigentlich nicht, dass Aaron jemand war, der zu ihren Eltern petzen würde, aber sie wusste, dass er jemand war, der sich immer viel zu viele Sorgen machte und im Notfall würde er jedem alles erzählen. Und der Notfall könnte genauso gut sein, dass er herausfand, dass Kaia Kopfschmerzen hatte, und sie jetzt ihren Eltern sagen musste, dass sie für den Rest des Tages kontrollieren sollten, ob sie eh keine Alkoholvergiftung hatte. Und ihre Eltern waren definitiv nicht okay mit Alkohol. Wahrscheinlich würde sie sich auch erstmal zurückhalten, ihnen von ihrem zu erzählen. Apropos.
      Ihr Blick schweifte zurück zu Wyatt. Sie hielt das alles nicht mehr aus. So wie es aussah, würden sie keine Sekunde mehr alleine sein, und sie wollte mit Jude nachhause fahren, wenn er abgeholt wurde, was… vermutlich bald war!
      „Oh, ich hab mein Handy oben liegen lassen“, sagte sie spontan etwas lauter zu Jia, die sie vollkommen irritiert ansah, und dann stand sie auf, sah Wyatt im vorbeigehen nochmal eindringlich an und lief die Treppen wieder hoch ins Gästezimmer. Sie setzte sich seufzend auf das Schlafsofa und wartete. Wenn Wyatt das nicht geschnallt hatte musste sie ihn sie später anrufen, und das wollte sie nicht. Sie wollte nicht das Risiko eingehen, am Handy abserviert zu werden!
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