The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

    • Caleb

      Oh, es war ein absoluter Fehler gewesen, Richard etwas neuen Sprengstoff zu geben. Caleb konnte nur hoffen, dass er es später darauf schieben könnte, dass er einfach gesagt hatte, was Richard hören wollte, oder so ähnlich. Obwohl das bei ihm wahrscheinlich nicht funktionieren würde. Auch egal, dem Problem würde er sich stellen, wenn Richard irgendwann den Mund aufmachte. Gerade war er deutlich zu abgelenkt.
      Spätestens, als Richard in ihn eindrang, verschlug es Cal sowieso die Sprache, was jeglichen Kommentar unmöglich machte. Er stöhnte sanft auf, während er seinen Kopf zurück auf die Matratze drückte und einfach nur das Gefühl genoss. Er seufzte ein leises "Fuck", während er begann, seine eigenen Hüften zu bewegen. Richards Finger an seinem Bein brachten seine Gedanken vollkommen durcheinander, auf eine irritierend schöne Art und Weise. Er stützte sich auf, um sich den nächsten Kuss zu stehlen, bevor er sich wieder auf die Matratze zurückfallen ließ.
      "Vermisst zu werden fühlt sich wundervoll an." Er strich mit einer Hand über Richards Brust, während sich die andere in das Bettlaken klammerte. Die Muskeln in seinem Bein zogen, als er den Takt seiner Hüften ein wenig erhöhte, aber er ignorierte das Gefühl. Alles andere fühlte sich zu gut an. Irgendwie seltsam, als er die Wohnung ausgesucht hatte, hatte er keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, über eine zweite Person in seinem Schlafzimmer nachzudenken. Er hatte irgendwas gewollt, dass eine gute Lage hatte. Jetzt war er froh, dass die Wohnung einigermaßen schalldicht war. Zumindest hoffte er das - seine Nachbarn hörte er zumindest nie, aber er wusste nicht, ob seine Nachbarn sonderlich sexuell aktiv waren. Er selbst würde sich zumindest nicht zurückhalten.
      Er stöhnte erneut auf, während er sich etwas ins Hohlkreuz legte, um einen besseren Winkel zu bekommen. "Gott, Richy, die zwei Wochen waren wirklich zu lang."
    • Richard

      Okay, sie waren sich also einig, dass zweiwöchige Abstände ein No-Go waren. Richard fühlte sich jedes Mal etwas besser, wenn Cal ihm bewies, dass er nicht der einzige war, der dumm genug war, sich so sehr in den Bann ziehen zu lassen.
      Er zog das Tempo an. „Du kannst ja anfangen, mir süße Nachrichten zu schicken. Wenn du mit den Emojis nicht sparst, bin ich vielleicht motiviert genug, früher von der Arbeit wegzugehen“ Er lachte leicht, schob Calebs Bein von seiner Schulter und beugte sich über den Blonden. „Du würdest nicht glauben, wie weit man mit betteln und flehen bei mir kommt“, raunte er. Es war zwar nicht leicht, gedanklich klar genug zu bleiben, um Caleb noch immer zu verarschen, aber für sowas hielt er stand. Niemand konnte ihm diese kleine Freude im Leben nehmen.
      Die nächsten Minuten stahlen ihm dann aber doch etwas zu viel von seiner Denkfähigkeit. Ihm war heiß, sein Herz schlug gegen seine Brust und ihr beider lauter Atem war berauschend. Richard ließ sich nach einer Weile wieder gehen und drehte Caleb auf seinen Bauch, um von hinten weiter in ihn zu stoßen. Es war vermutlich einer seiner liebsten Anblicke, wenn er Cal in die Matratze drückte und er die Schweißperlen aus seinem Nacken weg-küssen konnte.
      „Du siehst verdammt heiß aus“, murmelte er ihm ins Ohr, bevor er sich aufrichtete und ihn beidseitig an der Hüfte festhielt, um mehr Widerstand zu bekommen.
      Vielleicht konnten sie von zwei Wochen auf zwei Tage verkürzen. Das war vermutlich alles, was Richard noch aushalten würde, wenn er ehrlich war.
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    • Caleb

      Süße Nachrichten. Sicher. Das war bestimmt das, was in ihrer Beziehung noch fehlte. Als nächstes würden sie dann doch noch in stereotypen Dates enden und sich darum streiten, wer von ihnen beiden den anderen jetzt Blumen mitbringen musste. Das konnte er sich genau so abschminken, wie das Betteln und Flehen - zumindest außerhalb des Bettes. Realistisch betrachtet, würde ihr Chat morgen wahrscheinlich genauso leer bleiben, wie er es die letzten zwei Wochen gewesen war. Cal konnte höchstens versuchen, Richard so oft in seinen Terminplan zu quetschen, wie er konnte, solange er noch hier war und dafür schien ein einfacher Anruf auszureichen.
      Caleb stöhnte leicht überfordert auf, als Richard die Position änderte und ihn auf den Bauch drehte. Es war irgendwie jedes mal wieder heiß zu spüren, dass er ihn so mühelos positionieren konnte. Caleb stützte sich auf die Unterarme und krallte sich in das Laken, während er seine Stirn auf die Matratze drückte und sein Becken in Richards Richtung schob. Das Kompliment entlockte ihm das nächste lustvolle Stöhnen.
      "Du fühlst dich fantastisch an", antwortete Caleb atemlos. Seine Gedanken kreisten wundervoll im Nichts, während er sich einfach nur auf das fantastische Gefühl zwischen Richard und ihm konzentrierte. Wie konnte man sich im Bett so wundervoll ergänzen, wenn man sich sonst so abgrundtief auf die Nerven ging? Vielleicht war es besser, wenn er nicht zu sehr darüber nachdachte. Nicht jetzt, wo er dem Höhepunkt so verdammt nah war.
      "Fuck, härter, Richy." Sein Herz hämmerte gegen seine Brust, während er das Gefühl hatte, vollkommen verlernt zu haben, wie man atmete. Ihm war, als würde die Luft, die er stoßweise und viel zu schnell einsog, seine Lungen nicht erreichen. "Ich bin so nah drann", fügte er hinzu, bevor er schluckte und erneut aufstöhnte. Er schob seine eigenen Finger zwischen seine Beine, um dem Orgasmus ein wenig nachzuhelfen, bevor er sich einfach vollkommen gehen ließ, ein wenig mit sich selbst überfordert, aber durch und durch zufrieden.
    • Richard

      Es war nicht schwer, Calebs Bitte nachzugehen. Richard hatte sich ja selbst schon kaum mehr unter Kontrolle, und das war wohl auch der einzige Grund, weshalb er nicht darauf bestand, das ein oder andere ‚Bitte‘ über Cals Lippen rollen zu hören. Mal sehen, vielleicht würde der Tag dennoch kommen.
      Er gab Cal, was er wollte, und brauchte bei dem berauschenden Stöhnen, das von der Matratze gedämpft wurde, selbst nicht lange, um den Höhepunkt zu erreichen. Er ließ sich schwer atmend über Cal fallen, bevor er sich zur Seite und auf den Rücken rollte, um Luft zu schnappen. Oh Gott. Er fühlte sich so warm und zufrieden… Wann war er zuletzt so zufrieden gewesen?
      Richard drehte sich zur Seite und blinzelte Caleb an. Wenn sein Mund zu beschäftigt damit war, heftig zu atmen, und ihm die ganzen Sprüche erspart blieben, konnte Richard sich darauf konzentrieren, wie gut er eigentlich aussah. Die Ähnlichkeiten zu Ezra waren ihm ein Dorn im Auge gewesen, aber langsam fiel ihm das kaum mehr auf. Vielleicht, weil er Caleb besser kennenlernte. Er verhielt sich völlig anders, sprach ganz anders. Gott sei Dank.
      Richard hob den Arm und wischte Cal mit dem Handrücken sanft über den Nacken. „Willst du später ne Pizza bestellen? Ich hab schon den ganzen Tag Lust drauf“, murmelte er. Manchmal kamen ihm die Worte über die Lippen, bevor sein Gehirn sie überhaupt richtig erfasst hatte. Meistens schockierte er sich damit eh nur selbst. Cal hatte keine Ahnung, für was die Pizza in seinen Gedanken vorhin noch eine Analogie gewesen war.
      „Isst du Ananas auf Pizza oder nicht?“, hing er dann an. Das war eine dieser dämlichen Fragen, nach denen Mittelschüler entschieden, ob sie befreundet sein konnten. Die Debatte war sogar im Büro manchmal sehr viel ernster genommen worden, als sie sollte. Nach einer Weile hatte sich das Interesse, ob seine Mitmenschen Ananas auf Pizza aßen, aber sogar in Richard festgefahren. Vielleicht war das hier ein seltsamer Moment, sowas zu fragen, aber wann kamen sie außerhalb des Bettes schon mal dazu, sich normal zu unterhalten, ohne sich umbringen zu wollen? Wenn überhaupt konnte eine angeregte Diskussion gerade nur seinen Sex Drive anheizen.
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    • Caleb

      Sein Herz fühlte sich an, als wolle es in seiner Brust explodieren. Caleb schloss kurz die Augen und konzentrierte sich darauf, seine Atmung in den Griff zu bekommen. Das hatte er gebraucht. Eine fantastische Ablenkung zum ganzen Alltagsstress. Er hatte sich in den letzten beiden Wochen kein einziges mal so entspannt gefühlt, wie jetzt gerade. Wahrscheinlich war er die letzten Jahre einfach chronisch untervögelt gewesen. Zum Glück schien das jetzt ein Ende zu haben.
      Caleb öffnete seine Augen wieder, um schwach zu nicken, als Richard - ziemlich aus dem Nichts - eine Pizza vorschlug. "Klar. Es gib eine kleine Pizzeria um die Ecke", nuschelte er, bevor die nächste Frage ihn ein wenig zum Lachen brachte. "Nein", antwortete er, während er sich aufrappelte. "Aber dafür Salzstangen mit Nutella. Und ich dippe Fritten in Milchshakes." Er drückte ihm einen kleinen Kuss auf die Lippen, bevor er sich zur Bettkante rollte und sich Richards Hemd vom Boden stahl. Er zog es sich kurzerhand über und griff nach seinen Zigaretten auf dem Nachttisch, bevor er das Fenster ansteuerte.
      "Und du?", fragte er, während er das Fenster öffnete und die Zigarette anzündete. "Wird die Pizzabestellung gleich so peinlich, dass ich umziehen muss, oder kann ich noch was in der Wohnung bleiben?" Er lehnte sich mit dem Rücken an das Fensterbrett, während das Nikotin in langsam aus seinem kleinen High heraus zog. Er zog das Hemd ein wenig enger um sich, als die kühle Luft von draußen auf seine aufgeheizte Haut traf. So konnten sie von ihm aus gerne jeden Abend ausklingen lassen. Vorausgesetzt, Richard würde es jetzt nicht schaffen, innerhalb der nächsten paar Minuten wieder die altgewohnten Mordgelüste in ihm aufkommen zu lassen. Was bei dem Diskussionsanfang fast vorausgesetzt war.
    • Richard

      Er verzog angewidert das Gesicht, gerade als Caleb ihm einen Kuss aufdrückte. „Urgh, du bist pervers“, murmelte er und setzte sich auf. „Mit dem Mund küsst du mich? Bitte iss nie vor meinen Augen in Milchshake getunkte Fritten“ Jede Faser in seinem Körper, die sich je mit gutem Essen befasst hatte, wollte sich bei dem Gedanken daran gerade selbst umbringen. Richard beobachtete, wie Cal sich sein Hemd schnappte und darin rauchend am Fenster stand und es machte etwas mit ihm. Er wusste nicht so recht, was, aber er rappelte sich auf und stellte sich hinter Caleb, die Hände seitlich von ihm ans Fensterbrett gestützt. „Ich kann beides essen, und du solltest garnichts sagen, Mister Fritten im Milchshake“, nuschelte er, schnappte sich Cals Hand mit der Zigarette und führte sie an seine eigenen Lippen, um daran zu ziehen. Er rauchte selten, weil es ziemlich gegen seine gesundheitliche Ideale sprach, aber wenn er es tat, war es wie eine kleine Belohnung. „Nutella mit oder ohne Butter?“, fragte er anschließend. Warum auch immer es ihn gerade so interessierte, welche Essgewohnheiten Caleb hatte. Vielleicht, damit er einschätzen konnte, ob sie ein gemeinsames Essen überleben würden.
      Er blies den Rauch langsam wieder aus und ließ sich von Cals nacktem Hals dazu verleiten, einige Küsse darauf zu verteilen. „Sag mal“, murmelte er gegen seine Haut. „Wie groß würdest du dein Ego einschätzen? Sicher, dass ich dich nicht zum betteln bringe?“
      Zumindest wäre es ein einmaliger Anblick. Richard hatte sich noch nie sonderlich mit Kinks auseinandergesetzt, aber er hatte das Gefühl, dass Caleb und er beide aufgelegt genug waren, das ein oder andere auszuprobieren. Solange ihre beiden Egos es zuließen. Vermutlich sollte er sich mal eine Weile damit auseinandersetzen, welche Fantasien sie in die Realität bringen könnten. Nichts sprach gegen 08/15 Sex, aber wenn man im Bett schon so gut miteinander arbeiten konnte, wäre es irgendwie eine Schande, das nicht auszunutzen. Vielleicht war es dieser Gedanke, den der Ausblick von Caleb in seinem Hemd gerade ausgelöst hatte.
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    • Caleb

      Oh. Offenbar war Richard weniger auf Mord aus und mehr auf Kitsch. Zumindest kam es Caleb so vor, als er sich fast automatisch gegen ihn lehnte und einfach nur die Nähe zwischen ihnen genoss. Wahrscheinlich sollte er den kurzen einigermaßen friedlichen Moment einfach ausnutzen, so lange er konnte.
      "Es ist die perfekte Balance zwischen 'zu salzig' und 'zu süß'. Du hast es einfach noch nie ausprobiert", rechtfertigte er seine Essgewohnheiten mit einem kleinen Grinsen, bevor die nächste Frage das ganze wohl zum Thema des Abends erklärte. "Mit Butter. Außer ich esse nur, weil es mir vernünftig vorkommt, dann bin ich zu faul für Butter." Was...in den letzten Jahren erschreckenderweise irgendwie zur Norm geworden war. Meistens übersprang er das Frühstück generell und ging sofort zu einem Snack irgendwo zwischen Mittag- und Abendessen über. Aber das war wirklich kein Thema, das er mit Richard anschneiden wollte. Es war irgendwie schon schlimm genug, dass er überhaupt von seinen Depressionen wusste. Er brauchte nicht noch jemanden, der ihm erklären würde, dass sein Lebensstil ungesund und dezent bedenklich war. Obwohl er sich da bei Richard zum Glück relativ wenig Sorgen machen musste. Ein weiterer seiner Vorteile, offenbar. Neben den Küssen, die er auf seinem Hals verteilte.
      Caleb lehnte seinen Kopf ein wenig zur Seite, um Richard mehr Platz zu geben, voll und ganz damit zu frieden, die kleine Raucherpause für eine zweite Runde zu beenden, als ihn die nächste Frage ein wenig unvorbereitet traf. "Kommt drauf an, denke ich?", antwortete er etwas überfordert und wenig überzeugt. Sein Ego stand ihm definitiv weniger im Weg, als Richard vielleicht meinen würde. Es war mehr seine eigene Schamgrenze, die nicht ganz mitspielen würde. "Wenn es dich anturned?" Er zuckte kurz mit den Schultern, bevor er die Zigarette in einen Aschenbecher auf dem Fensterbrett ausdrückte und sich zu Richard drehte.
      "Ich bin mehr klare Anweisungen gewohnt. Bei One Night Stands gibt es irgendwie nicht viel Raum, um herum zu probieren, wenn man am Ende nicht enttäuscht werden will", erklärte er, während er seine Arme um Richards Hals legte. Zum Glück war das hier mehr, als ein One Night Stand. "Was schwebt dir denn vor? Dass ich darum bettel, dass du mich fickst, oder wie du es tun sollst?"
    • Richard

      Verdammt, ihre Vorlieben waren derart gegensätzlich, dass es kein Wunder war, dass sie sich auch so die ganze Zeit bekriegten. Obwohl es Richard gerade wenig störte, er war nur überrascht. Wie bizarr konnte ein einzelner Mensch sein? Vielleicht war Sex wirklich die Lösung, die sie im Endeffekt auch in anderen Lebensbereichen miteinander auskommen ließ.
      „Na schön, darüber kann ich hinwegsehen“, gab er nach. „Aber von mir kriegst du Nutella nur ohne Butter, take it or leave it“
      Es war seltsam, wie schnell man von purem Hass zu einer Beziehung überwechselte, in der man zwar nicht richtig datete, den anderen aber am liebsten verschlingen würde. Richard nutzte die Chance, das ein klein wenig wahrer werden zu lassen, und hinterließ ein paar Knutschflecken an Calebs Hals und Nacken, bis dieser sich herumdrehte. Er war schon bereit, an seinen Schultern weiterzuarbeiten, als die Antwort Richard stutzen ließ. „Ich hab mit deutlich mehr Widerstand gerechnet“, gab er zu. Er wollte Cal in erster Linie ärgern, und in zweiter Linie turnte ihn genau das auch seltsam an. Also… „Was auch immer dir schwerer fällt“, grinste er. Er mochte heute vielleicht noch herausfinden, ob er einen Praise Kink hatte, aber was er bereits wusste, war, dass er Cal gern verzweifelt sah. Je peinlicher es ihm war, desto besser. Und der Bonus: An seinem Betteln wäre hundertprozentig etwas Wahres dran. Er musste sich bloß überwinden.
      „Aber ich kann dir auch gern noch andere Anweisungen geben, wenn dir das gefällt. Ich kommandiere sowieso gerne herum. Es gibt nichts Schöneres, als wenn alles perfekt nach Plan läuft“ Er lächelte, etwas zu unschuldig für die Schwere seiner Worte und die Aktivität in seiner unteren Körperhälfte. Auf Caleb sympathisch zu wirken hatte er aber längst aufgegeben, beziehungsweise war es nie sein Ziel gewesen. Er konnte ja sowieso die Finger nicht von Richard lassen, also wieso sollte er sich noch verstellen?
      Er beugte sich in einen Kuss hinab, der sich wieder über Calebs Hals und Schulter fortsetzte, bevor Richard der Höhenunterschied wieder zu unbequem wurde und er den Blonden in Richtung Bett schob. Zu was auch immer er ihn heute bringen konnte, brauchte schließlich eine gute Motivation im Hintergrund.
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    • Caleb

      "Ein bisschen erbärmlich, denkst du nicht?", fragte Caleb mit einer hochgezogenen Augenbraue, auch wenn er sich widerstandslos zurück ins Bett ziehen ließ. Betteln und Flehen war nie sein Stil gewesen und er wusste immer noch nicht, ob ihm die Vorstellung wirklich gefiel. Theoretisch wäre es leicht, praktisch kam kein einziges 'Bitte' über seine Lippen, als er seine Finger wieder in Richards Haare schob und ihn näher an sich zog. Er konnte das Nikotin auf Richards Lippen schmecken, als er ihn küsste. "Warum überrascht es mich eigentlich so absolut überhaupt nicht, dass du andere Leute gerne herumkommandierst?"

      Als sie endlich lang genug von einander ablassen konnten, um sich was zu Essen zu bestellen, war es draußen bereits dunkel. Cal stellte die beiden Kartons auf den Wohnzimmertisch, bevor er sich vorsichtig auf den Sessel sinken ließ und durch seine Haare strich, die nach der letzten Dusche noch nass waren. Es war ein Wunder gewesen, dass er es geschafft hatte, schnell genug zu duschen, um den Lieferanten nicht ewig vor der Tür warten zu lassen - seine Muskeln protestierten bei jeder kleinen Bewegung.
      Er stieß ein kleines genervtes, leicht schmerzhaftes Seufzen aus, als er sich wieder nach vorne lehnte, um nach seiner Pizza zu greifen und hatte zum ersten mal an dem Abend das Gefühl, dass es vielleicht gar nicht so schlecht war, dass Richard nicht über Nacht blieb. Er schlug den Deckel des Pizzakartons zurück und lehnte sich so weit in den Sessel, wie es ging. "Ich werde zu alt für sowas", murmelte er mehr zu sich selbst, als zu Richard, während er das erste Stück Pizza mit Schinken und Brokkoli raus zog.
      "Du musst mir noch die Nummer von deiner Anwaltsfreundin schicken", fügte er etwas lauter hinzu, während er Richard einen kurzen Blick zuwarf. Gut, der Umschwung von Küssen und Stöhnen zu fast schon geschäftlichen Themen war vielleicht etwas krass, aber...im Grunde hatte er keine Ahnung, was er sonst ansprechen sollte, ohne, dass Richard direkt in seinen nächsten Monolog über sich selbst rutschen würde.
    • Richard

      Erbärmlich... Das war das Gegenteil von dem, was Richard erreichen hatte wollen. Aber diese scharfe Zunge war ja auch genau der Grund, weshalb er Caleb mal in einem anderen Zustand erleben wollte. Er musste sich wohl erstmal mit der Vanilla Version von Calebs netter Seite zufrieden geben. Es gab schlimmeres...

      Was beispielsweise schlimmer war, war die Tatsache, dass Richard sich auch zu Caleb hingezogen fühlte, wenn er sich in seinen Sofasessel sinken ließ wie ein alter Mann, der müde von seinem Spaziergang war. Richard hatte eben noch protestiert, dass sie getrennt hatten duschen müssen, aber er hätte vermutlich nicht die Finger von Cal lassen können und dem Pizzalieferanten nie die Tür geöffnet.
      Er war eigentlich garkein großer Fan von Pizza. Zu viel Fett und Zeug, das sein Körper nicht mochte. Was er aber mochte, war die Nostalgie, als er in seiner Ausbildungszeit mit seinen Kollegen ständig Pizza und Bier bestellt hatte und die interessantesten Abende zustande gekommen waren. Pizza war ein soziales Essen, so kam es ihm vor. Und jetzt, auch wenn er Angst vor dem Grund hatte, genoss er es, so etwas nostalgisches mit Caleb zu teilen. Vielleicht wurde Pizza ja ihr After-Sex Essen. Hoffentlich nicht... Nächstes Mal sollte er was kochen, das ihnen bei dem Tempo, in dem sie im Bett landeten, nicht die Lebenserwartung verkürzte. Jeden zweiten Tag Pizza zu essen würde ihm die Entscheidung nehmen, den Job zu kündigen, und ihn einfach bewegungsunfähig machen.
      "Wofür? Für Pizza, fürs Aufstehen im Allgemeinen oder für Sex?", fragte er neckend und nahm sich ebenfalls ein Stück von der Pizza. Es widerte ihn sofort an, wie ölig seine Finger nach jeder Berührung wurden, aber...gut war sie trotzdem. Ha, Caleb war auch ein bisschen wie Pizza. Minus dem Öl, dafür mit ganz vielen Mikro-Aggressionen.
      "Oh, ja", sagte er und sah sich kurz um. Okay, sein Handy war verschollen und er konnte zwar mit links schreiben, aber dafür bräuchte er mal einen Stift. "Ich hab nur nichts zum Schreiben", stellte er fest, abgesehen davon dass er nicht jede einzelne Nummer in seinem Handy im Kopf abgespeichert hatte, und beließ es dann dabei, lehnte sich wieder zurück und aß seine Pizza. Er konnte sie ja später schicken oder? Es war sowieso zu spät, als dass May sich noch zurückmelden würde. Außer sie machte wieder einmal die Nacht durch.
      Jetzt gerade wollte er sich eigentlich viel lieber auf Caleb und seine eigenen gemischten Gefühle konzentrieren. "Was hast du nach der Schule gemacht? Studiert? Oder bist du direkt ins Familien Business reingezwungen worden?" Dafür brach er gerade seine eigene Regel, sich nicht mit Cals Familie zu beschäftigen. Aber hey, der Gedanke, wenn sie sich im College getroffen hätten, war mal was. Im Prinzip verhielten sie sich nur jetzt auch nicht sehr anders, als irgendwelche rest-pubertären Idioten.
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    • Caleb

      "Für die Sportübungen beim Sex. Als du gedroht hast, dass ich morgen nicht mehr laufen kann, bin ich nicht davon ausgegangen, dass du mir die Hüfte auskugelst", beschwerte sich Cal mit einem kleinen Lächeln, das er nicht ganz unterdrücken konnte, während er sich zur Seite lehnte, um einen Stift aus dem Regal seiner Neffen zu fischen. Er erwischte einen dunkelblauen Wachsmalstift, entschied mit einem kurzen Schulterzucken, dass er gut genug war und legte ihn in ermangelung eines anderen Stück Papiers auf eines der Notenblätter. Obwohl es verdammt ungemütlich werden würde, wenn Richard jetzt aufstand, um sein Handy zu holen.
      "Familien Business", antwortete Caleb, ein kleines bisschen irritiert über die Frage. War sein Job nicht irgendwie ein Tabu-Thema? Obwohl ihm selbst das ja irgendwie egal sein konnte, nicht? Er ging nicht davon aus, dass Richard versuchte, ihn irgendwie offiziell zu überführen und wenn er ganz ehrlich war...würde er es ihm fast gönnen, wenn er es doch tat. Es hätte doch fast was poetisches an sich, wenn der Typ, der ihm so unglaublich auf die Nerven ging, am Ende dafür sorgen würde, dass er sich keine Gedanken mehr um seine kriminelle Zukunft machen musste, weil Cal entweder im Gefängnis landen, oder tot sein würde, nicht?
      "Wir waren während der Schulzeit schon ziemlich engagiert. Bis zu einem bestimmten Alter ist man als Kind sowieso nicht haftbar und danach ist man auf Verdächtigenlisten nicht sonderlich weit oben, was meinen Eltern ziemlich gelegen gekommen ist. Ich war nie sonderlich talentiert, wenn es um Einbrüche und Diebstähle ging-", was Richard selbst wahrscheinlich absolut bestätigen konnte, "-also durfte ich immer auf meine Geschwister aufpassen. Ich hab es geschafft, beide jüngeren Geschwister zu verlieren, bevor ich mit der Schule fertig war, also ist mir die Ladenkette aufgedrückt worden, weil wir nichts hatten, was weniger Verantwortung beinhaltet." Wenigstens war sein Vater anständig genug gewesen, ihm das direkt zu sagen und nicht erst drauf zu warten, dass Caleb irgendwann von selbst darauf kommen würde, dass seine Eltern ihm nichts zutrauten, auch, wenn er so wahrscheinlich ein paar Nächte ruhiger geschlafen hätte.
      "Was irgendwie ziemlich deprimierend ist. Stell dir vor, du kommst aus einer Familie, die dir unbemerkt deinen halben Hausstand klauen kann und das einzige, was dir liegt, ist BWL." Er stieß ein kleines Lachen aus, während er auf die Pizza vor sich starrte. "Oh, außerdem glaube ich, dass ich die Akzeptanz meiner Eltern mit der ganzen Trans-Geschichte schon genug strapaziert habe. Wenn ich jetzt noch irgendwas sinnloses studiert hätte, hätten sie mich wahrscheinlich direkt in eine Geschlossene eingewiesen." Was rückblickend vielleicht doch eine ganz nette Alternative gewesen wäre. Aber dafür war es jetzt so oder so zu spät.
      "Und bei dir? Deine Eltern müssen doch unfassbar stolz gewesen sein, als du beschlossen hast, Held zu werden. Oder haben sie sich eher Sorgen gemacht, dass dir was passieren könnte? Auf die falschen Menschen einlassen und so?" Er zwinkerte Richard kurz zu, in der Hoffnung, dass der Themenwechsel zu ihm ihn davon abhalten würde, mehr Fragen über Calebs deprimierendes Leben zu stellen.
    • Richard

      Er hatte keine Ahnung, wovon Caleb redete. Gut, Einbrüche, Diebstähle und das alles, das kannte er schon von Ezras glorreicher Vergangenheit und mit Calebs kleinem Manöver in seiner Wohnung damals, hatte er bereits darauf schließen können, dass er nicht unschuldig war, was das anging. Es war nur irgendwie schockierender als gedacht, dass seine Eltern wohl alle ihrer Kinder ausgenutzt hatten, um ihre eigenen Geschäfte zu erleichtern. So wenig konnte man sich also um seinen Nachwuchs scheren. Wieviele da auch waren, denn Richard kannte schließlich nur Caleb und Ezra. Er versuchte sich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, dass er eben gesagt hatte, er wäre der Älteste unter seinen Geschwistern, denn langsam könnte Richard fast glauben, er wäre auch älter als er selbst.
      Aber, verloren? Das war es, was Richard nicht verstand. Er hatte mehrmals erwähnt, dass der Kontakt zu Ezra nicht sehr flüssig gewesen war. Dann war er wohl vor seiner Familie weggelaufen, was? Richard wollte es nicht zugeben, aber ausnahmsweise hatte sein Nemesis wohl mal was schlaues gemacht. Aber er konnte es Cal kaum verübeln, dass er nicht ebenfalls abgehauen war, wenn ihm offensichtlich jegliche Lebensfreude und Energie ausgesaugt worden war. Richard war noch nie der herzlichste Mensch gewesen, auch sein Mitleid sparte er sich meistens, weil es keinen Sinn machte, bei seinem Job noch persönliche Meinungen zu haben. Gesetz war Gesetz. Aber Caleb tat ihm erschreckend leid. Oder… nein… das war es nicht. Es war eher ein Gefühl von Verständnis, sehr bizarrem Verständnis, das er gerade spürte. Und es machte ihm plötzlich nichts mehr aus, Calebs Frage ehrlich zu beantworten. Obwohl es ein bisschen schwierig war, eine Ja oder Nein Antwort gab es darauf nicht.
      „Du kannst dir meine Kindheit etwa so vorstellen, wie Chucky, der bei zwei teuren Porzellanpüppchen aufgewachsen ist“, antwortete er. „Stolz war da nicht grade vorhanden. Und ich will die Probleme meiner Jugend nicht auf meine Eltern schieben, aber… Sie haben die Zuweisung genug verdient, dass ich sie seit 10 Jahren nicht gesehen hab. Jetzt wären sie wahrscheinlich stolz. Aber das… könnte mir nicht mehr am Arsch vorbeigehen“
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    • Caleb

      Oh. Offensichtlich schienen sie beide ein ähnlich herzliches Verhältnis zu ihren Eltern zu pflegen. Richard hatte nur den Schritt geschafft, den Caleb sich nie getraut hatte. Seine Mundwinkel zuckten in einem Anflug von Verständnis nach oben. Jetzt war es fast schon bewundernswert, dass Richard es geschafft hatte, sich so viel Selbstvertrauen anzutrainieren. Bisher war Caleb einfach davon ausgegangen, dass er Eltern hatte, die ihn in dieses Mindset gepusht hatten. Offenbar war das nicht der Fall.
      "Zu schade, dass man sich seine Eltern nicht selbst aussuchen kann", schloss Cal das Thema ab. Unter anderen Umständen wären sie wahrscheinlich beide absolute Vorzeigekinder geworden. Caleb wäre wunderbar mit Eltern zurechtgekommen, die vielleicht etwas ruhiger und akademischer unterwegs gewesen wären und Richard hätte sicherlich von einem Psychologen in der Familie profitiert. Aber man konnte ja nicht alles haben. Ein weiterer Grund, warum er selbst nie Kinder haben wollte. Abgesehen von dem Lärm und dauernden Stress.
      "Was hättest du jetzt gemacht, wenn du nicht vorbeigekommen wärst?", wechselte er das Thema. "Und wehe du sagst 'Sport'. Das ist die langweiligste und offensichtlichste Antwort. Dein Leben muss aufregender sein, als das." Außerdem konnte man den Sex irgendwie als Sport gelten lassen, wenn man ein Auge zudrückte, nicht? Immerhin war er sich ziemlich sicher, dass er in den nächsten Tagen Muskelkater bekommen würde. Verbrannte man dabei nicht auch Kalorien? Irgendwie? Cal hatte sich nie genug für Sport - oder Sex - interessiert, um es mit Sicherheit zu sagen. Im Endeffekt war es auch vollkommen egal, er wollte nur einschätzen können, wie Richards Leben außerhalb des Bettes aussah. Hatte er sie beide vor einem langweiligen Abend vor dem Fernseher gerettet, oder war er jemand, der in Bars und Clubs ging? Verbrachte er seine Feierabende mit Freunden? Hatte er überhaupt Freunde? Es musste doch sicher irgendjemanden geben, der mit Richards seltsamer Art klar kommen würde, oder?
    • Richard

      Er zuckte mit den Schultern. Es gab wohl kaum jemanden, der eine perfekte Familie hatte. Idealerweise musste man nicht den Kontakt abbrechen, um nicht völlig durchzudrehen, aber das alles war für Richard lange genug her, um sich nicht mehr daran aufzuhängen. Wenn Caleb sich mal von seinen Eltern abkapseln würde, könnte er mit der Frustration sicher auch irgendwann abschließen. Aber war es Richards Problem?
      „Hm. Ich schätze, ich hätte mich zwangshalber wieder auf ein paar Drinks mit meinen Kollegen eingelassen, weil ich keine gute Ausrede gehabt hätte“, grummelte er und nahm sich ein weiteres Stück von der Pizza. Er konnte sich Tag und Nacht über diese hirnlosen Idioten beschweren, aber manchmal waren die Feierabende mit ihnen garnicht so übel. Aber auch nur, wenn er wirklich absolut nichts besseres zu tun hatte. In letzter Zeit hatte er sowieso so viele Überstunden gemacht, dass zwischen Arbeiten und Schlafen nicht mehr viel passiert war. Das heute war eine schöne Abwechslung.
      „Und gut, dass du es erwähnst. Ich sollte mal wieder ins Fitnessstudio gehen, damit ich die nicht umsonst finanziere“, merkte er an. Calebs Kommentare dazu überhörte er. Er würde sich früh genug beschweren, wenn Richards Energielevel sanken. „Ich hab nur deutlich weniger Freizeit, als du denkst“ Im Moment jedenfalls. Es war schonmal besser, aber dann hatte er sich wieder auf den verdammten Heldenjob einlassen müssen. Er war eigentlich ein sehr aktiver Mensch, selbst wenn er nicht arbeitete. Richard war nicht so hilflos wie etwa Andrew, dessen Leben ohne einen Job scheinbar völlig leer war. Es gab einiges, das ihm Spaß machte. Ein ausgeglichener Alltag half auch dabei, energiegeladen und konzentriert bleiben zu können.
      Er grinste Caleb an. „Aber danke, dass du mich für interessant hältst. Kann ich nicht leugnen. Und was machst du den ganzen Tag so, wenn du keine illegalen Geschäfte abziehst?“
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    • Caleb

      Der Kommentar mit dem Fitnessstudio erntete ein kleines Augenrollen seitens Caleb. Obwohl er sich eigentlich nicht beschweren konnte. Seltsam, er hatte wirklich nie viel für Muskeln über gehabt, bis er gefühlt hatte, wie Richards unter seinen Fingerspitzen arbeiteten. Generell war alles an dieser Beziehung seltsam. Nichts passte so richtig, Richards abschließende Antwort war wieder hoffnungslos selbstüberzeugt und doch hatte Caleb das Bedürfnis, ihn möglichst lange hier zu halten.
      "Ich glaube, ich halte dich für nur halb so interessant, wie du dich selbst", antwortete Caleb mit einem kritischen Blick in Richards Richtung. Nicht, dass ihn das sonderlich interessieren würde. Er hatte schließlich seine ganz eigene Welt. "Jetzt um die Zeit hab ich normalerweise schon das erste Glas Wein in der Hand und suche krampfhaft nach irgendwas, was mich vom Denken abhält", erklärte Caleb, während er den Pizzakarton auf den Couchtisch stellte und seine Beine zum Schneidersitz hochzog. "Ich spiele Geige, streite mich mit meiner Schwester oder babysitte meine Neffen. Ich bin selten draußen unterwegs." Was nicht zuletzt daran lag, dass er keine Freunde hatte. Aber Richard hatte auch explizit von Kollegen gesprochen - wahrscheinlich waren sie in der Hinsicht also doch auf einer Wellenlänge. Langsam wurde es echt ekelerregend, wie ähnlich sie sich waren.
      "Ich glaube, wenn ich nicht arbeite, verbringe ich die meiste Zeit aber trotzdem vor Netflix, mit dem Handy in der Hand", gab er schließlich zu. Wahrscheinlich war er damit nicht alleine, aber es klang trotzdem irgendwie furchtbar langweilig. Es wurde nicht besser, wenn er darüber nachdachte, dass er trotzdem viel zu viel arbeitete. Es war einfacher, sich in Bilanzen zu stürzen, als zu sehr über das eigene Leben nachzudenken.
      "Nehmen deine Kollegen dich eigentlich noch freiwillig mit, oder musst du sie erpressen, damit sie dich einladen?", fragte er amüsiert, während er wieder zu Richard sah. Das erste und letzte mal, dass er ihn mit Kollegen gesehen hatte, hatte er selbige für einen One Night Stand sitzen gelassen, also konnte das Verhältnis nicht allzu warm sein, oder?
    • Richard

      „Geige“, wiederholte Richard ungläubig. „Echt? Du bist schnöseliger, als du aussiehst“ Er grinste. Er hatte nicht erwartet, dass Caleb tatsächlich ein Hobby hatte, und zwar auch noch eines bei dem er Skills brauchte, aber es war ja irgendwie furchtbar typisch, dass er sich genau eines der kostspieligsten aussuchte. Aber wer wusste schon, wie gut er wirklich spielte? Vielleicht trällerte er bloß darauf herum, um seine Gedanken zum schweigen zu bringen, und wie ging das besser als mit ohrenbetäubendem Lärm.
      „Ah, du bist also einer von denen, die sich nicht auf einen Bildschirm konzentrieren können, sondern drei oder vier um sich herum brauchen“, lachte er. „Wir sollten uns mal nen Film angucken und ich halte dich davon ab, auf dein Handy zu schauen, um deine Konzentrationsfähigkeit wiederzubeleben“ Er hatte das gesagt, bevor er es noch zuende gedacht hatte. Ein Film? Na schön, irgendwie hatten sie sich ja auf dating geeinigt, nicht? Und selbst wenn das zwischen ihnen bestenfalls nicht gefühlsduselig wurde, waren Filme und Kinobesuche typische Date Ideen. Zumindest konnten sie sich da nicht gegenseitig anpflaumen, weil sie beschäftigt waren.
      „Ich verstehe mich gut mit meinen Kollegen. Nur, weil wir uns gegenseitig nicht ausstehen können, heißt das nicht, dass man es offensichtlich macht. In beiden meiner Jobs braucht es leider Teamwork und alles, das hilft, einander auszuhalten, ist da willkommen. Zum Beispiel bei Drinks nach der Arbeit versuchen die anderen unter den Tisch zu saufen, damit sie sich am nächsten Tag hoffentlich krank melden“ Er nahm einen Schluck von der Cola, die er mitbestellt hatte. Wenn schon ungesund, dann richtig.
      „Außerdem bin ich deutlich besser in meinen Job als diese Idioten also sollten sie sich besser einschleimen, damit ich ihnen helfe“ Wenn seine Kollegen noch einen Funken Intelligenz besaßen, versauten sie es sich jedenfalls nicht mit ihm, wenn er drauf und dran war ihr Vorgesetzter zu werden.
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    • Caleb

      Er hatte die Wahl zwischen Geige und Blockflöte gehabt und hatte seine Entscheidung bis heute nicht bereut. Nichts hatte seine Familie so schnell an den Rand des Wahnsinns treiben können, wie ein paar schiefe Noten und für gewöhnlich war es immer ein Punkt gewesen, mit dem er andere beeindrucken konnte. Nur Richard schien mal wieder aus der Art zu schlagen. Eigentlich sollte das Caleb nicht mehr wundern. Irgendwie störte ihn die Spitze auch nicht mehr wirklich. Es war fast angenehm, schon mit blöden Kommentaren rechnen zu können. Wenigstens wurde man so nicht überrascht. Oder doch.
      Die Erwähnung eines gemeinsamen Filmabends ließ Caleb kurz stocken. Was albern war. Das gehörte zum Daten irgendwie dazu, nicht? Filme gucken, Essen gehen, die ganzen Standardsachen halt. Vielleicht war der Vorschlag gerade deshalb so überraschend. Zwischen ihnen war bisher immerhin nichts wirklich normal gewesen. Er war fast davon ausgegangen, dass ihre Beziehung so bleiben würde. Einer von ihnen würde sich melden, wenn ihm langweilig war und dann würden sie einen Abend mit Sex und Pizza verbringen. Eigentlich kam ihm dieser Gedanke gar nicht so schlecht vor. Vor allem, nachdem Richard sofort in die nächste Selbstbeweihräucherung abrutschte.
      Irgendwie...wagte er es zu bezweifeln, dass Richard wirklich so gut in seinem Job war, wie er behauptete. Immerhin hatte er mit Caleb jemanden vor sich sitzen, der ihm genug Zündstoff für eine sofortige Beförderung geben könnte und seine erste Regel war es gewesen, nicht über Calebs Job zu reden. Es war egal, wie viele Informationen Cal ihn an den Kopf knallen würde, Richard schien nicht gewillt zu sein, weiter nachzufragen, was in einem von Ezras kitschigen Büchern wahrscheinlich ziemlich romantisch wäre, Caleb aktuell allerdings einfach ziemlich dumm vorkam. Er würde ihre kleine Beziehung auf jeden Fall nutzen, um sich persönliche Vorteile zu sichern. Zumindest war er sich einigermaßen sicher, dass er es tun würde. Wenn es irgendwelche Vorteile für ihn geben würde.
      "Schon mal drüber nachgedacht, dass die Einladung vielleicht schon das Einschleimen ist? Vielleicht würden sie dich sonst gar nicht mitnehmen." Caleb warf ihm das unschuldigste Lächeln zu, zu dem er sich durchringen konnte. Obwohl er das Gefühl, sich mit Kollegen abzugeben, nur, um die Illusion eines Zusammenhaltes aufrecht zu erhalten, selbst zu gut kannte. Er brauchte die Nummer der Anwältin immerhin auch nur, weil zu viele, zu wichtige Informationen im Raum standen. April - die unglückliche Bekannte, die sich in Schwierigkeiten gebracht hatte - war ihm vollkommen egal. Eigentlich wäre er fast froh, sie los zu sein. Aber sie wusste zu viel, also war eine kleine Geste des Entgegenkommens wichtig, um größeren Schaden zu vermeiden. Es war ätzend, aber da musste er durch.
      "Was für Filme schaust du gerne?", wechselte er wieder das Thema. "Du hast so überzeugt geklungen, mich vom Handy abzuhalten, dass ich jetzt fast neugierig bin, womit du das schaffen willst."
    • Richard

      „Vermutlich, aber dann machen sie da keinen guten Job“, murmelte Richard. Wenn er seine Abende deutlich lieber mit anderen Dingen verbrachte, war das Einschleimen ja wohl ein Fehlschlag.
      Richard war etwas überrascht, auch wenn er es wohl nicht sein sollte, als Cal tatsächlich auf seinen Vorschlag ansprang, zusammen einen Film anzusehen. „Naja… Ich hab kein Lieblingsgenre aber es gibt viele gute Filme, die man nicht nur nebenbei schauen würde. Avatar zum Beispiel. Oder sowas wie Passengers… Science Fiction und Action mag ich, aber die Filme unterscheiden sich qualitativ trotzdem ziemlich“ Er sah Caleb an. „Lass mich raten, du stehst entweder auf Tragödien um in Selbstmitleid zu baden, oder Komödien für ein bisschen Abwechslung im Leben“ Eigentlich war keins von beidem schlecht, aber Richard traute Caleb keinen sehr guten Filmgeschmack zu, wenn er nebenbei sein Handy in der Hand halten musste. „Was ist mit Thrillern? Willst du eher einen Film sehen, den wir beide kennen oder nicht kennen?“ Es war irgendwie bizarr, mit Caleb Dates zu plane, aber man landete im Leben nie da, wo man es erwartete.

      May

      Nach fünf Jahren gewöhnte man sich irgendwann daran, morgens zu dreißig neuen E-Mails aufzuwachen, begleitet von dutzenden Nachrichten und mindestens zwei verpassten Anrufen, weil man es gewagt hat, eine Pause einzulegen, selbst wenn diese von zwei Uhr nachts bis sechs Uhr morgens stattgefunden hat. Ehrlicherweise tat May der Schlafmangel nicht gut, weder ihrem klaren Verstand, noch ihrem Gesicht, das mit tiefen violetten Augenringen geziert war, die nurnoch teures Makeup eingermaßen abdecken konnte. Aber, ja, auch wenn der Job ihr ein wenig auf die Psyche ging, waren einige geopferte Stunden Schlaf nichts gegen die Traumata, mit denen ihre Klienten leben mussten. Für ein bisschen Gerechtigkeit lohnte es sich doch, einen Teil aus dem eigenen Leben aufzugeben. Zumindest war das ihre Meinung. Ihre Mutter sah das ganz anders.
      May hatte wie immer wenig Zeit, die ganzen Mails und Anfragen abzuarbeiten, und bearbeitete das meiste im Taxi auf dem Weg zur Arbeit. Sie hatte heute einen Gerichtstermin und wie es aussah einen neuen Fall, den sie im Gefängnis besuchen durfte. Urgh. Das war nicht ihre Lieblingsaufgabe. Genau aus dem Grund war sie zumeist Anwältin der Ankläger, nicht der Angeklagten. Aber in manchen Situationen war es für sie nach Einarbeitung in einen Fall völlig klar, dass der oder die Angeklagte nur teils oder sogar garkeine Schuld an dem Verbrechen hatte. Missverständnisse passierten und nicht alles war schwarz und weiß zu betrachten. So war die Welt eben.
      Abseits davon… hatte sie aber heute auch etwas am Plan stehen, das ihr fast noch weniger gefiel. Einen Gefallen, wie es aussah. Eine Frau hatte sich bei ihr gemeldet und Richard Pierce in ihrer Nachricht erwähnt, was für May nicht unbedingt ein Grund war, den Fall anzunehmen, aber nachdem sie sich informiert hatte, kam es ihr recht spannend vor. May übernahm, wie bereits gesagt, nicht gerne Fälle, in denen sie auf Seiten der Angeklagten stand, aber das hier war komplex. Der Frau waren nach eigener Angabe Steine zugesteckt worden auf einer Party, die zwielichter nicht sein könnte. May konnte nur hoffen, dass sie offen war, zu kooperieren, ihr alles zu erzählen und dann, sollte sie nicht völlig unschuldig sein, auch einen Deal einzugehen. Sie hatte allerdings normalerweise ein ganz gutes Urteilsvermögen und sofern bei dem Gespräch am Nachmittag keine völlig andere Geschichte rauskommen sollte, würde das nicht ohne Strafe enden.
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    • Caleb

      "Nein, ganz so klischeebehaftet bin ich dann doch nicht", antwortete Caleb trocken. Obwohl Richard nicht ganz daneben lag. Er selbst machte sich meistens auch nicht viel aus bestimmten Genres. Filme mussten einfach das gewisse Etwas haben, um seine Aufmerksamkeit zu halten, aber es war schwer, dieses Etwas in Worte zu fassen. Außerdem hatte er das Problem, dass Tragödien ihn tatsächlich ziemlich leicht zu Tränen rühren konnten, weshalb diese Option generell ausfiel. Er würde eher sterben, als sich vor Richard die Augen auszuheulen.
      "Thriller sind immer riskant. Entweder, sie sind wirklich gut, oder man weiß in den ersten Fünf Minuten, wo es enden wird." Außerdem waren sie meistens ziemlich unrealistisch, was kriminelle Aspekte anbelangte, aber das musste er einem Helden wahrscheinlich nicht erzählen. "Ich mag eher so die Mittelalter-Fantasy Richtung. Filme, bei denen viel zu viele Charaktere vorkommen, die man sich alle merken muss, um den Plot zu verstehen. Oder Trash-Filme, die so schlecht sind, dass sie irgendwie wieder gut sind." Abgesehen von Musicals, aber das wäre ein weiterer Punkt, den er mit ins Grab nehmen würde. "Ich wäre aber auf jeden Fall für etwas, was wir beide noch nicht kennen. Dann ist die Chance geringer, dass wir den Lieblingsfilm des jeweils anderen zerreißen." Da würden sie früher oder später zwar eh landen, aber bis dahin könnten sie wenigstens so tun, als ob sie ein einigermaßen normales Date haben würden. Gott, wie abwegig es klang, das alles ein 'Date' zu nennen. "Ich...weiß nicht, wann ich wieder in London bin, aber wir können dann ja einfach schauen, was im Kino läuft."


      April

      Angeklagt zu werden war irgendwie langweiliger, als April gedacht hätte. Gut, bei dem ganzen Zeug, das sie abzog, hatte sie auch nie damit gerechnet, für etwas verhaftet zu werden, was sie nicht getan hatte. Vielleicht lag es daran. Vielleicht war der Adrenalin-Rush höher, wenn man besorgt darüber war, dass irgendein Held irgendeinen wichtigen Beweis finden würde. Aber Beweise gab es hier nicht. Sie war auf einer Party gelandet, auf der sie eigentlich nichts zu suchen gehabt hatte und als selbige Party plötzlich von Helden gestürmt worden war, hatte sie Steine in der Tasche gehabt, die sie vorher nicht gehabt hatte - und sie war sich ziemlich sicher, dass sie nicht betrunken genug gewesen war, um sich einfach nicht mehr daran zu erinnern, dass sie sie gestohlen hatte. Zumal sie die Steine nie in ihre Handtasche stecken würde. Das wäre ein absoluter Anfängerfehler und sie war weitaus professioneller unterwegs!
      Aber leider schien das niemanden zu interessieren. Also wurde eine Kaution gezahlt und April dazu verdammt, Löcher in die Decke ihres Hotelzimmers zu starren, weil sie London nicht verlassen durfte. Calebs Verdienst. Wahrscheinlich sollte sie ihm dankbar sein, aber sie hatte das Gefühl, dass er nur für das Hotel zahlte, weil er Angst hatte, dass sie sich sonst bei ihm eingeschlichen hätte. Hätte sie auch, aber das war unwichtig. Das Hotel war langweilig, London nicht ihre Welt und die Anwältin, an die Caleb sie empfohlen hatte, war ihre letzte Hoffnung, das alles schnell zu beenden. Weshalb sich jede Sekunde, die sie damit verbrachte, auf ihr Gespräch am Nachmittag zu warten, anfühlte, wie Kaugummi. Nicht mal guter Kaugummi, sondern solcher, der nach zwei Sekunden den Geschmack verlor.
      April schaltete ein letztes mal das Fernsehprogramm rauf und runter, bevor sie mit einem Seufzen aufgab. Sie ließ irgendein Kinderprogramm im Hintergrund laufen, während sie nach ihrem Handy griff. Vielleicht sollte sie heute Abend doch feiern gehen. Es wäre verdammt dämlich, aber wenigstens eine Abwechslung zu der traurigen, beigen Einrichtung ihres Zimmers. Sie tippte auf ihre Nachrichten und ließ sich auf ihr Bett zurückfallen. April übersprang die Nachricht von Emil, der beteuerte, nicht gewusst zu haben, dass die Party hochgenommen wurde und tippte stattdessen auf ihren Chat mit Olivia, einem ihrer One Night Stands, mit den sie irritierenderweise ab und an tatsächlich noch Kontakt hatte und die...ihr ein Bild von ihrem Hamster geschickt hatte, was sie gerade nicht unbedingt aufheiterte. Sie tippte trotzdem eine kurze Antwort zurück, bevor sie wieder auf die Uhr sah. Super. Zwei Minuten totgeschlagen. Fehlten nur noch...sehr viel mehr. Der Tag würde nie enden. Sie würde hier drin ersticken, während sie darauf wartete, für ein Verbrechen vor Gericht zu kommen, das sie nicht begangen hatte. Es war fast ironisch.
    • May

      April O‘Connor. Irrwitzig. Menschen sollten aufhören, ihre Kinder nach Monaten zu benennen.
      May hatte ihre Tagesplanung beinahe fertig durchlaufen, jetzt saß sie in ihrem Büro in der Kanzlei und notierte sich mit einem Stift einige Fragen auf Papier, die sie April nun jeden Moment stellen würde. Da dies nur ein Erstgespräch war, auf dessen Basis sie entscheiden würden, ob sie miteinander arbeiten wollten, war es May wichtig, einen guten Eindruck zu machen und April im Voraus über alle Optionen aufzuklären, damit später keine Probleme entstanden. Dafür musste April aber auch kooperieren und ihr alles erzählen, was sie wusste. Im Prinzip standen ihre Chancen gut, da sie nicht vorbestraft war, aber das würde sie ihrer Klientin gleich noch erklären. Sie machte ihren Job vielleicht noch nicht lange, aber May nahm das hier sehr ernst. Schließlich lag es in diesen Fällen immer an ihr, ob jemand etwa ins Gefängnis kam und wie lange. Damit spaßte man nicht.
      Aus der Büroküche hatte sie vorhin eine Kanne Kaffee und zwei Tassen geholt, sowie einen Krug Wasser und eine Schüssel mit Biscuits angefüllt. Ihr Büro war recht klein, hatte aber große Fenster und einige Pflanzen, alles in allem eine gute Arbeitsatmosphäre und, wie sie hoffte, erzeugte es eine gemütliche Stimmung für ihre Klienten. Wer sich wohl fühlte, war erfahrungsgemäß auch ehrlicher.
      May schnappte sich selbst einen der Biscuitkekse, während sie eine letzte Frage notierte und auf ihrem Laptop anschließend auf die Uhr sah und einen Blick auf den Wochenplan warf. Sollte April sie als ihre Anwältin wollen, stand ihr heute noch ein Haufen Arbeit bevor. Sie musste die Ermittlungsakte beantragen und checken, wie gut oder schlecht es mit der Beweislage aussah. Oh Mann, das anstrengendste an dem Job war immer, wenn man bei Null anfing.
      May warf einen kurzen Blick in den kleinen Standspiegel auf ihrem Schreibtisch und zupfte an einer Haarsträhne, die seit heute Morgen tat was sie wollte. Das Makeup unter ihren Augen ließ langsam nach, vielleicht hätte sie nochmal nachschminken sollen… Es machte nicht gerade den besten Eindruck, übermüdet auszusehen. Aber es ging wohl gerade noch. Vielleicht fiel es auch garnicht auf, das war oft genug so. Sie war ein wenig perfektionistisch und übervorsichtig unterwegs, aber besser so, als anders.
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