Jelena
Nadia war definitiv die seltsamste Beziehung, die Jelena je gehabt hatte. Sie zu lieben war schwierig, wenn nicht beinahe unmöglich. Sie wusste nie, wo sie bei ihrer Freundin dran war. In einer Sekunde war sie eine blutrünstige Killerin und in der nächsten kam sie mit dem seltsamsten Kitsch um die Ecke, den Jelena sich vorstellen konnte. Es war ein Drahtseilakt, jeder Schritt konnte ihr letzter sein. Sie verzog dezent den Mund, äußerte sich aber nicht weiter zu der Idee.
Sie hatte noch nie viel für Kitsch über gehabt. Er war einfach nicht realistisch. Für sie musste alles einem Plan folgen. Liebe auf den ersten Blick war ein Wunschtraum, den sich irgendwelche einsamen Menschen haben einfallen lassen, die keine Sozialkompetenz besaßen. Beziehungen dienten immer irgendeinem Zweck. Man blieb bei jemandem, weil man einen Vorteil aus der Person zog. So war es bei ihr und Nadia schließlich auch, oder? Nadia bot ihr einen gewissen Schutz und folgte ihr aufs Wort, während sie Nadia Sicherheit vor dem Gesetz bieten konnte. Sie waren nicht wegen einer emotionalen Nähe zusammen, oder weil es ihnen bestimmt war. Bei Jelenas Eltern war es nicht anders gewesen. Der einzige Unterschied war, dass ihre Eltern sich nicht gegenseitig umgebracht hätten, wenn einer von ihnen nicht bei einem vollkommen albernen Rollenspiel mitmachen wollte.
Jelena stieß ein kleines Seufzen aus, als Nadia einen Schritt zurück trat. Dabei hatte sie so sehr darauf gehofft, heute einen
normalen Abend zu haben. Aber den würde es wohl nicht geben. Jetzt musste sie sich wohl irgendeine seltsame Rolle überlegen ohne sich dabei zu fühlen, als ob sie auf einem Kindergeburtstag wäre.
Wenigstens begann Nadia das Spiel damit, Alkohol anzubieten. Vielleicht würde der helfen, sich nicht so vollkommen albern zu fühlen. Auch, wenn Jelena ein wenig Sorge hatte, dass Nadia ihre Drohung, betrunken mit ihr zu flirten, wahr machen würde.
"Oh, das wäre zu freundlich von dir- Ihnen", antwortete sie mit einem etwas gequälten Lächeln. Womit ihre Kreativität schon weitestgehend ausgeschöpft war. Am liebsten würde sie Nadia einfach darum bitten, das alles sein zu lassen und ein normales Gespräch zu führen. Aber sie hatte sie nicht aus dem Knast geholt, um direkt einen Streit vom Zaun zu brechen.
"Ihr Kleid sieht wundervoll aus", fügte sie also hinzu, was ihr sowieso schon die ganze Zeit durch den Kopf gegangen war. Wenn die anderen - streng ausgewählten - Gäste nicht sowieso schon wissen würden, dass sie zusammen gehörten, hätte Nadia sich sicherlich nicht vor Flirts retten können. Zumindest bis sie ihren Flirts Rollenspiele vorschlug.
Nadia war definitiv die seltsamste Beziehung, die Jelena je gehabt hatte. Sie zu lieben war schwierig, wenn nicht beinahe unmöglich. Sie wusste nie, wo sie bei ihrer Freundin dran war. In einer Sekunde war sie eine blutrünstige Killerin und in der nächsten kam sie mit dem seltsamsten Kitsch um die Ecke, den Jelena sich vorstellen konnte. Es war ein Drahtseilakt, jeder Schritt konnte ihr letzter sein. Sie verzog dezent den Mund, äußerte sich aber nicht weiter zu der Idee.
Sie hatte noch nie viel für Kitsch über gehabt. Er war einfach nicht realistisch. Für sie musste alles einem Plan folgen. Liebe auf den ersten Blick war ein Wunschtraum, den sich irgendwelche einsamen Menschen haben einfallen lassen, die keine Sozialkompetenz besaßen. Beziehungen dienten immer irgendeinem Zweck. Man blieb bei jemandem, weil man einen Vorteil aus der Person zog. So war es bei ihr und Nadia schließlich auch, oder? Nadia bot ihr einen gewissen Schutz und folgte ihr aufs Wort, während sie Nadia Sicherheit vor dem Gesetz bieten konnte. Sie waren nicht wegen einer emotionalen Nähe zusammen, oder weil es ihnen bestimmt war. Bei Jelenas Eltern war es nicht anders gewesen. Der einzige Unterschied war, dass ihre Eltern sich nicht gegenseitig umgebracht hätten, wenn einer von ihnen nicht bei einem vollkommen albernen Rollenspiel mitmachen wollte.
Jelena stieß ein kleines Seufzen aus, als Nadia einen Schritt zurück trat. Dabei hatte sie so sehr darauf gehofft, heute einen
normalen Abend zu haben. Aber den würde es wohl nicht geben. Jetzt musste sie sich wohl irgendeine seltsame Rolle überlegen ohne sich dabei zu fühlen, als ob sie auf einem Kindergeburtstag wäre.
Wenigstens begann Nadia das Spiel damit, Alkohol anzubieten. Vielleicht würde der helfen, sich nicht so vollkommen albern zu fühlen. Auch, wenn Jelena ein wenig Sorge hatte, dass Nadia ihre Drohung, betrunken mit ihr zu flirten, wahr machen würde.
"Oh, das wäre zu freundlich von dir- Ihnen", antwortete sie mit einem etwas gequälten Lächeln. Womit ihre Kreativität schon weitestgehend ausgeschöpft war. Am liebsten würde sie Nadia einfach darum bitten, das alles sein zu lassen und ein normales Gespräch zu führen. Aber sie hatte sie nicht aus dem Knast geholt, um direkt einen Streit vom Zaun zu brechen.
"Ihr Kleid sieht wundervoll aus", fügte sie also hinzu, was ihr sowieso schon die ganze Zeit durch den Kopf gegangen war. Wenn die anderen - streng ausgewählten - Gäste nicht sowieso schon wissen würden, dass sie zusammen gehörten, hätte Nadia sich sicherlich nicht vor Flirts retten können. Zumindest bis sie ihren Flirts Rollenspiele vorschlug.