I wanna be a knight, no matter what [Kiimesca & Haruka]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Lorae

      Ich konnte mich bis hierhin schon kaum zurückhalten, aber alle wissen lassen, was wir hier machen? Hier drin müsste ich mich für nichts schämen, schon gar nicht vor Baldr, denn es war schließlich nicht unser erstes Mal.
      "Okay..", hauchte ich leise und stöhnte noch viel lauter, als ich ihn kurz darauf in mir spürte. Das fühlte sich irgendwie noch viel besser als in meiner Erinnerung an.
      Mein Kopf war vollkommen leer, als ich mich meiner Intuition folgend bewegte. Es war kaum in Worte zu fassen oder mein Wortschatz reichte nicht dafür aus, um dieses unglaubliche Gefühl zu beschreiben. Nicht nur das körperliche Erlebnis, sondern auch das geistige. Nur in diesem Augenblick zu leben und sich um nichts, rein gar nichts, Gedanken zu machen. Nur Baldr und ich, die sich der Lust hingaben, als gäbe es kein Morgen. Sich in keiner Weise zu zügeln, völlig ungeachtet dessen, was andere von uns hörten oder darüber denken würden.
      Ich könnte nicht mal erklären, was genau wir alles taten. Da war einfach so viel, das auf mich einwirkte. Die Lust, die Hitze, der schnelle Herzschlag, unser Atem, Baldr's Stöhnen, seine Hände, seine Lippen, seine Augen.. und der Höhepunkt, der all das fast in den Schatten stellte. Konnte man durch Sex wahnsinnig werden? Es konnte mir doch keiner erzählen, dass man je wieder bei klarem Verstand sein würde, sobald man es einmal getan hatte. Zweimal. Dreimal. Konnte man überhaupt jemals genug davon haben? Das wagte ich nach dieser Nacht stark zu bezweifeln, aber es war mir gerade auch vollkommen egal.

      Ich hatte keine Ahnung wie spät es war, oder wie oft wir es getan hatten, bis wir so erschöpft waren, dass wir einschliefen. Nackt, eng umschlungen und glücklich. Sehr glücklich. So glücklich war ich noch nie. So entspannt und sorglos.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Wir verbrachten die ganzen zwei Tage in diesem Zimmer und verbrachten die Zeit miteinander; wir redeten über alte Zeiten, kuschelten miteinander - und trieben es wie die Karnickel. Im Bett, vor dem Bett auf dem kleinen Teppich, auf dem Tisch, von vorne, von hinten, wir probierten so viele Spielarten wie möglich in diese zwei Tage zu pressen, denn wir wussten, dass danach keine Zeit mehr dafür wäre.
      Jedoch...hatte ich zunehmend das Gefühl, dass es mir nur um den Sex ging, meine Emotionen waren irgendwie für den Moment...weg...alles was blieb, war das Verlangen nach mehr und mehr Sex mit ihr...
      Am späten Abend des zweiten Tages klopfte es schließlich an der Tür und eine Stimme ertönte: "Zimmerservice."
      Jedoch kam mir diese Stimme bekannt vor. Basim?
      Glücklicherweise hatten wir gerade eine weitere Runde beendet - Lorae hatte zwischenzeitlich den Oralverkehr für sich entdeckt und alles brav geschluckt - sodass wir nicht mittendrin unterbrochen wurden und durchatmen konnten.
      "Bist du das, Basim?"
      "Ja."
      "Woher weißt du, wo wir sind?"
      "Weil ich euch neulich hierher gefolgt bin. Außerdem ist es von draußen schwer, euch zu überhören."
      "Was willst du?"
      "Euch mitteilen, dass morgen zur Mittagsstunde der Ritterschlag stattfinden wird. Darüber hinaus wird danach eure Entscheidung fällig werden, in welche militärische Abteilung ihr gehen wollt. Außerdem geht es dem General wieder besser, sodass er der Veranstaltung beiwohnen wird."
      "Danke."
      "Wir sehen uns dann morgen. Weitermachen."
      Dann verschwand die Stimme. Wir beschlossen, den restlichen Abend wirklich weiterzumachen und auch die Nacht noch gemeinsam zu verbringen.
      Es war bereits nach zehn Uhr des nächsten Morgens, als ich aus diesem Abenteuer der Lust erwachte, es fühlte sich wie ein Drogentrip an, das Erwachen eines surrealen Traumes und ich war wie leergepumpt, wie eine ausgebeutete Milchkuh, die permanent von gierigen Bauern ihrer Milch entledigt wurde. Dennoch waren diese Tage unglaublich gewesen doch ich wusste, dass es ab hier nur noch bergab gehen konnte. Was wäre denn noch nach diesen zwei Tagen in der Lage, mich gleichermaßen glücklich zu machen ? Vielleicht Flavius mit seiner Jörmungandr, aber daran wollte ich gerade nicht denken und ich konnte es auch nicht, denn ich war wund und lustlos...
      Zur Ablenkung an diese unanständigen Gedanken blickte ich mich um und stellte fest, dass ich alleine im Zimmer war. Wo war Lorae abgeblieben?

      -------

      Unterdessen hatte sich Dimitri mit seinem Trupp im Zimmer um den Schreibtisch herum versammelt und ihnen den Plan für den Sturm auf die Eulenakademie erklärt.
      "Das ist der Plan?"
      "Ja. Wir brechen in drei Tagen auf. Die Ausrüstung, die wir brauchen wird an einem sicheren Ort sein und wo ist es sicherer als im Inneren eines Berges? Das Ziel wird demnach unterirdisch liegen. Es gibt nur eine Regel, vermeidet unnötige Tode, sonst sind wir nicht besser als jene, wegen denen wir in dieser Lage stecken."
      "Gut. Wie gehen wir bis dahin weiter vor?"
      "Ihr gebt Falco Training im Bogenschießen und strategischem Denken. Ich übernehme weiterhin den Nahkampf und das Sprachtraining."
      "Verstanden."
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • Lorae

      Nach Basim's Bekanntgabe für den Ritterschlag, kehrten meine Gedanken nach und nach zurück. Die Zeit mit Baldr war wirklich schön und ich bereute es absolut nicht, aber ich konnte nicht sagen, wohin uns das noch führen würde.
      Alle bisherigen Fragen und neue schwirrten in meinem Kopf herum.
      Ob wir uns nach dem Ritterschlag nicht mehr so nah sein würden?
      Ob ich dem Orden beitreten sollte?
      Ob ich eines Tages vielleicht doch eine Familie gründen würde?
      Mit Baldr?
      Ich liebte Baldr, aber war das wirklich die gleiche Liebe, die Marius und Lisbeth füreinander empfanden?
      Gab es überhaupt eine noch stärkere Liebe, die jemanden über meinen größten Wunsch stellen könnte?

      Und es war keine Frage, rund um Baldr, die mich am meisten beschäftigte.
      Die Frage, die mich am meisten quälte war, ob ich überhaupt einen Ritterschlag bekommen würde.
      Levi hatte damals gesagt, dass ich ihn womöglich nicht bekomme, weil ich ein Mädchen bin, aber unabhängig davon in den Aufklärungstrupp dürfte. Das beruhigte mich ein wenig, aber da Levi diese Wunde hatte, stellte sich die Frage: Würde sein Nachfolger das überhaupt zulassen?
      Wenn nicht, dann könnte ich all meine Hoffnungen nur noch in den Orden setzen.
      Aber was genau war dieser Orden eigentlich?

      Um dieser letzten Frage auf den Grund zu gehen, war ich früh aufgestanden, hatte mich gewaschen und herausgeputzt. Frische Kleidung hatte ich nicht, aber ich hatte diese ja kaum getragen, da wir die meiste Zeit nackt waren.

      Deshalb kehrte ich in die Herberge zurück, wo ich Marius und den anderen begegnete. Und Lisbeth. Deswegen war Marius auch etwas grimmig, weil er sich wohl Sorgen machte, wenn so eine hübsche junge Frau unter einem solchen Haufen Jungen war. Warum sie da war, erklärte sich auch sehr schnell. Sie schnitt Marius und Ruven die Haare, weshalb auch ich auf sie zutrat und fragte, ob sie sich um meine struppigen Spitzen kümmern könnte.

      Mit nicht mehr ganz so furchtbarem Haar konnte ich also weiter nach Basim suchen. Aber vielleicht musste ich ihn gar nicht suchen. Er hatte Baldr und mich ja schließlich immer schnell gefunden. Wenn ich mich also einfach nur irgendwo hinsetzen würde, wo er mich nicht übersehen konnte, würde er vielleicht selbst zu mir kommen und mir meine Fragen beantworten.
      Also fand ich mich schließlich vor der Wand der Herberge wieder und blickte hinauf. Das sah gar nicht mal so einfach aus. Ich tastete die Wand ab und mühte mich wirklich ab, um gerade mal einen Meter empor zu klettern, als Valerius hinter mir auftauchte.
      "Was tust du da?", fragte er und sah mich an, als würde ich mich wie der ungeschickteste Mensch auf Erden anstellen.
      "Wonach sieht's denn aus?"
      "Jedenfalls nicht danach, dass du jemals das Dach erreichst."
      Tja.. ich hätte ja mit Baldr üben können, aber wir waren mit anderen Dingen beschäftigt..
      "Kannst du das etwa besser?"
      "Besser als du."
      "Dann zeig es mir."
      Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er es mir wirklich zeigen würde, aber damit wollte er sich vielleicht für unser gemeinsames Training revanchieren.
      Ein wenig Übung bedurfte es schon, aber dank Valerius hatte ich es geschafft. Allerdings saß er jetzt neben mir, so würde Basim vermutlich nicht zu mir kommen..
      "Warum kannst du so gut klettern?" War er auch im Orden? Baldr schien ihn nicht wirklich zu kennen und Basim hatte ihn auch nicht erwähnt.
      "Naja.. also.. auf einem Dach kann man sich am besten verstecken, wenn man nicht gefunden werden will.."
      Aha.. Okay. Er war also wirklich kein geselliger Typ.
      "Okay.. Danke für deine Hilfe.. aber könntest du mich jetzt bitte allein lassen? Ich erwarte jemanden.." Ich wollte nicht unhöflich sein und lächelte deshalb noch hinterher.
      "Klar. Ich wollte sowieso dieses Mädchen fragen, ob sie auch meine Haare etwas kürzen könnte.." Etwas? Damit hatte er wohl etwas lange gewartet, oder? Seine Haare kitzelten schon seine Nasenspitze - aber nach dem Haarschnitt hingen sie ihm immer noch vor den Augen -
      "Sie heißt Lisbeth. Wenn du dir Ärger mit Marius ersparen willst, sag, dass du zu mir gehörst", schmunzelte ich und stupste ihn mit meinem Ellenbogen an.

      Kurz darauf war ich dann also endlich allein und ließ meinen Blick über die anderen Dächer schweifen. Ob Basim mich hier finden würde? Wenn er nicht in der Herberge war, wäre es jedenfalls wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, so groß wie Praha war. Also warte ich hier oben am besten einfach. Es wäre schön, wenn ich meine Antworten vor dem Ritterschlag bekommen würde, damit ich nicht völlig dumm dastehe, wenn ich keinen bekomme und nicht weiß, wo ich dann hin sollte.
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      - Eugene Ionesco

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    • Ein wenig traurig verließ ich die Taverne, unser Zimmer wurde sogleich vom Reinigungspersonal gereinigt. Die Sonne des jungen Morgens schien mir ins Gesicht; in etwas weniger als zwei Stunden würde der Ritterschlag vollzogen werden.
      Ich trat vor die Tür und erschrak. Basim kam von oben neben mich gesprungen und landete auf beiden Beinen, dann richtete er sich auf und lehnte lässig einen Arm an die Wand: "Na, wie war es, junger Hengst?"
      "Was meinst du?"
      "Ich weiß, was ihr die letzten beiden Tage gemacht habt. Ich bin nicht dumm. Also wie war es?"
      Basim lächelte amüsiert. Seufzend zog ich mir die Kapuze meiner Montur über den Kopf, sodass mein Sichtfeld eingeschränkt wurde und ich dieses süffisante Grinsen nicht über mich ergehen lassen musste.
      "Es war gut. Nein...fantastisch...Lorae ist echt ein gieriges Mädchen, hat mich immer wieder gemolken und dafür gesorgt, dass ich ihr regelmäßig meinen Samen gebe. Nur leider ist sie irgendwann heute morgen einfach abgehauen und hat mich alleine zurückgelassen...Hast du sie gesehen?"
      "Sie ist schon vor einer Weile aufgebrochen, in Richtung der Herberge. Vielleicht will sie dich überraschen, schließlich ist heute dein Geburtstag."
      "Erinnere mich nicht daran..."
      "An deinen Geburtstag?"
      "Ja. Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt und hab es früher schon gehasst, wenn alle für einen singen und einem gratulieren. Das ist mir irgendwie...unangenehm."
      "Was ist denn daran schlimm, sich feiern zu lassen?"
      "Ich hab nur keine große Lust darauf und ich gehe ohnehin nicht davon aus, dass sich außer Lorae jemand daran erinnern wird. Lass uns jetzt lieber aufbrechen."
      "In die Herberge?"
      "Nein. In unser Hauptquartier."
      "Findest du alleine dorthin? Mir wurde vom General aufgetragen, die künftigen Ritter von den Dächern aus zu überwachen und sie gemeinsam mit den Palastwachen zum Palast zu begleiten. Nach diesem Angriff neulich wollen wir kein Risiko eingehen."
      "Klar. Wir sehen uns dann vor dem Palast. Wie geht es eigentlich dem Hauptgefreiten?"
      "Gut...nur hat auch die letzte Operation nicht geholfen, diese Flecken sind wieder da. Dennoch wird er dem Komitee beiwohnen, bei dem ihr eure Entscheidung für eine der Militäreinheiten fällt und verteidigt."
      "Fein."
      "Hast du noch etwas auf dem Herzen?"
      "Nein...ich bin nur traurig, dass Lorae einfach abgehauen ist und dass es ab hier nur schlimmer werden wird."
      "Sag sowas doch nicht..."
      "Ist doch wahr...was kann mir nach zwei Tagen voller Sex und Zärtlichkeiten jetzt noch diese Art der Freude vermitteln? Der Höhepunkt meines Lebens ist erreicht, ab jetzt geht es bergab...Naja, wie auch immer. Ich gehe dann mal. Wir sehen uns später, ja?"
      "Warte...wenn du heute Abend nichts vor hast, dann komm zu mir. Dann stoßen wir auf deine Volljährigkeit an, okay?"
      "Okay", entgegnete ich knapp und machte mich auf den Weg in das Hauptquartier.
      Basim blickte mir besorgt nach und brach dann zur Herberge auf, er war spät dran.

      Auf dem Dach bemerkte er schließlich Lorae.
      Er schloss zu ihr auf und stellte sich zu ihr, den Blick auf die Herberge und die ersten Wachen fixiert.
      "Ah...da ist ja die junge Stute. Wie war es und wie fühlst du dich nach diesen zwei Tagen? Doch was mich im Moment am Meisten interessiert...warum hast du deinen Hengst zurückgelassen? Ihr hättet gemeinsam herkommen können, weißt du?"
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    • Lorae

      Als Basim tatsächlich irgendwann auftauchte, ließ ich mich auf den Rücken fallen und sah zu ihm hoch. Gleich 2 Fragen auf einmal.
      "Ich wollte ihn nicht wecken und ausschlafen lassen. So wie an jedem Geburtstag. Und da ich noch etwas zu erledigen hatte, bin ich vorgegangen", beantwortete ich seine zweite Frage, ehe ich zur ersten kam.
      "Und wie es war? Großartig. Ich kann mit Gewissheit behaupten, dass es bisher die besten Tage meines Lebens waren. Aber ich frage mich, wie es weitergeht. Mal sehen. Baldr hat sich noch nicht für mich entschieden und ich bin nicht sicher, ob ich das überhaupt will. Also... Baldr schon, aber er hat gesagt, dass er eine Familie mit mir will und ich weiß nicht, ob ich das auch will. Es kommt irgendwie auch darauf an, wie es jetzt für mich weitergeht... Deswegen bin ich hier. Ich wollte mit dir sprechen."
      Ich atmete kurz durch und setzte mich wieder auf.
      "Ich möchte mich gern dem Orden anschließen. Baldr hält das auch für eine gute Idee. Aber was genau ist der Orden und was erwartet ihr von mir?" Ich wusste, dass dort die unterschiedlichsten Leute zusammen kamen und außerdem unterstützten sie uns bei diesem Verrat und sie arbeiten für den König. Anscheinend musste man auch klettern können.
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      - Eugene Ionesco

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    • "Was unser Orden ist? Nun...", Basim trat näher an Lorae heran und sprach nur leise, "...kurzgesagt sind wir ein Haufen von Schläfern, die im Auftrag unseres Auftraggebers politische Attentate begehen. Aktuell ist das der König, doch geleitet werden wir von einem mächtigen Mann von einer Festung weit im Osten aus, der neben uns noch weitere Assassinen in anderen Reichen lenkt. Wenn du eine von uns werden willst, musst du geduldig sein, eine hervorragende Beobachtungsgabe und jede Menge Charisma haben. Wir meucheln unsere Ziele nicht einfach so nieder, sobald wir sie sehen, sondern schleichen uns in deren näheren Kreis, freunden uns zum Beispiel mit ihnen an oder gewinnen auf andere Art ihr Vertrauen, um auf den richtigen Moment zu warten und das manchmal für Monate. Von mir aus kannst du dich uns anschließen, doch zuerst musst du den Todessprung überleben und unser Programm durchlaufen. Doch wolltest du nicht dem Aufklärungstrupp beitreten um weiter bei Baldr sein zu können?"
      Dann trat er einen Schritt zurück und wandte seinen Körper Lorae zu.
      "Bestimmt machst du dir Sorgen, dass du den Ritterschlag nicht bekommst, weil du eine Frau bist stimmts? Doch mach dir da mal keine Sorgen, der König hat dem General zugesichert, dass du ihn bekommst. Und was die Sache mit der Familie angeht, so müsst ihr euch nicht beeilen. Ich bin bereits über dreißig und mein erstes Kind haben meine Frau und ich erst vor zehn Jahren bekommen. Dennoch solltest du dich mit dem Thema beschäftigen, besonders nach den zwei Tagen mit Baldr. Das Leben ist unberechenbar und solltest du davon schwanger geworden sein, was bei der Menge an Samen, die ein gesunder Mann in zwei Tagen produzieren kann, absolut nicht unwahrscheinlich ist...du weißt schon. Deine Ausbildung im Aufklärungstrupp wäre erledigt, dennoch wärst du bei uns Willkommen. Doch konzentrier dich erstmal auf den Trupp und beobachte dich in der nächsten Zeit genauer. Sollte deine Periode ausbleiben, dir in den nächsten Wochen häufig übel werden, du dich oft müde und schwindelig fühlen und neben Heißhunger auch Blähungen, Verstopfungen, ein Ziehen in den Brüsten und verstärkter Harndrang auftreten, wirst du sehr sicher schwanger sein. So war es zumindest bei meiner Frau immer so.
      Dennoch solltest du im Falle einer Schwangerschaft die Schuld dafür nicht alleine bei Baldr suchen, schließlich gehören immer zwei dazu, okay? Zumindest ist es in eurem Fall so, da ihr beide es miteinander wolltet."

      Basim wusste, dass dies eine ernste Sache war, doch er wollte Lorae nun nicht noch weiter verunsichern und verängstigen, daher wechselte er nun das Thema und legte seine große Hand auf ihre zierliche Schulter: "Warst du eigentlich schon zurück in der Herberge, als der General heute Morgen nach dem Frühstück seine Ankündigung gemacht hat?"


      -----

      Als am Morgen beim Frühstück im Speisesaal die Nachricht die Runde machte, dass die anderen Akademien noch Schüler aufnehmen und die Schüler schon sehr bald dorthin umgesiedelt werden, herrschte in der Herberge helle Aufregung, auch weil der General diese trotz seiner Verletzung persönlich verkünden würde, da er keinen Stellvertreter hatte, denn Dimitri - der diese Rolle eigentlich übernehmen und irgendwann seinen alten Herren gänzlich beerben sollte - war ja gegangen und Basim hatte andere Verpflichtungen. Außerdem hatten einige unter den Jüngeren noch immer gedacht, dass es zurück an die vertraute Wolfsakademie geht. Entsprechend bestürzt würden sie die Ankündigung des Generals später aufnehmen.

      Im Rollstuhl sitzend wurde der General daher von einer Krankenschwester unmittelbar nach dem Frühstück in den Speisesaal gerollt, nachdem Basim tags zuvor die Antwortschreiben der anderen Akademien erhalten und ihn darüber unterrichtet hatte.
      "Guten Morgen. Ich verkünde nun eure Zukunft."
      Dann räusperte er sich und laß mit einer stoischen Ruhe aus einer Liste vor.
      "Ruven, Lars, Martin und Franz...ihr kommt an die Eulenakademie. Misha, Sebastian und Gregor werden Teil der Skorpionakademie, für..." Nach und nach verlaß er, welche Schüler welcher Akademie zugewiesen werden.
      Anschließend wandte er sich an die baldigen Ritter: "Und die künftigen Absolventen denken daran, dass zur Mittagsstunde euer lange erwarteter Ritterschlag ansteht. Also wascht euch gründlich und kleidet euch in die besten Gewänder die ihr habt."
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    • Lorae

      Ein mächtiger Mann aus dem Osten? Auch die Aufgaben schienen recht anspruchsvoll zu sein, aber nichts unmöglich. Dieser Todessprung klang allerdings seltsam. Was sollte das sein?
      Als er mich fragte, ob ich nicht dem Aufklärungstrupp beitreten wollte, sah ich kurz zu ihm auf. Natürlich wollte ich das und ich hoffte auch, dass ich es dürfte. Dennoch hatte er gesagt, dass ich zusätzlich auch dem Orden beitreten könnte. Vielleicht ja nicht unbedingt jetzt sofort, aber eines Tages schon. Denke ich.
      Dann sprach Basim jedoch meine Sorge an, als könnte er meine Gedanken lesen und das obwohl er mich nicht so gut kannte, wie Baldr. Es beruhigte mich sehr, dass ich meinen Ritterschlag wirklich bekommen würde. Der Rest seines Vortrags war allerdings ziemlich ernüchternd.
      Noch während er über die Anzeichen sprach, auf die ich achten sollte, stand ich auf und sah ihn wieder an. Natürlich war das nicht Baldr's Schuld. Ich hätte auch Nein sagen können, aber ich wollte es so.. Dennoch hoffte ich das beste.
      "Verstehe.. Ich danke dir, Basim", antwortete ich und lächelte schulterzuckend. Es blieb wohl nichts anderes übrig, als zu warten.
      "Ja, war ich."
      Nachdenklich verschränkte ich meine Arme hinter dem Rücken und sah in die Ferne.
      "Hast du schon mit Baldr gesprochen oder muss ich zurück und ihn wecken?"
      Ausgerechnet vor seinem 18. Geburtstag musste die Wolfsakademie fallen.. Damit ist auch das Geschenk, das ich ihm besorgt hatte zu Arsche zerfallen..

      _____

      Ruven Avenor

      Eulenakademie.. Wie oft ich dann wohl noch meine Familie zu Gesicht bekäme? Aber eigentlich.. kümmerte sich jeder von ihnen um seinen eigenen Kram. Theo war der einzige, der wirklich Anteil an meinem Leben hatte. Sie würden ohne mich zurecht kommen und ich ohne sie. Was nicht bedeutete, dass ich sie nie wieder besuchen würde. Doch die letzten Tage waren wirklich anstrengend. Nicht nur der Fall der Wolfsakademie und die zahlreichen Toten, wobei das natürlich das schlimmste war. Wobei.. das schlimmste erfuhr ich am Morgen nach Lorae's Verschwinden.
      Erst musste ich Krista weinen sehen und dann Isabelle. Sie hatte mich ein paar Stunden später besucht, sodass ich es ihr mitteilen konnte. Ich leistete ihr eine ganze Weile Gesellschaft, damit sie nicht allein mit ihrer Trauer war.
      Und dann traf ich Valerius, der mit Lorae trainieren wollte. Dabei erfuhr ich, dass er vor mir Harald's Schüler war, aber das war noch nicht alles. Als wir so darüber sprachen und Valerius erfuhr, dass ich Theo's Bruder war, hat er mir schweren Herzens verraten, dass Theo ein Teil dieser Verschwörung oder was auch immer war. Mein Bruder. Mein Vorbild. Das erklärte, warum er in den letzten Tagen so seltsam war.
      Darauf hatte ich eine ganze Weile zu kauen und auch jetzt hab ich es noch nicht so richtig verarbeitet. Warum? Warum Theo?

      Gemeinsam mit Marius saß ich auf einer Bank und beobachtete Lisbeth, wie sie nicht nur uns und Lorae die Haare geschnitten hatte, sondern auch Valerius und ein paar anderen. Ob sie es bereute? Immerhin nutzten viele die Gelegenheit einen kostenlosen Haarschnitt zu bekommen. Sie konnte das auch wirklich gut, da sie im Waisenhaus den anderen Kindern oft die Haare geschnitten hatte.

      Marius war ein wenig angespannt, aber nicht wegen dem Ritterschlag, sondern wegen seiner Hochzeit heute Nachmittag. Auf Lis' und seinen Wunsch hin, haben wir den nächstmöglichen Termin genommen. Gerade rechtzeitig, würd ich sagen. Allerdings war der Tag nicht nur wegen des Ritterschlags ungünstig. Lis hatte die Waisenkinder eingeladen und natürlich mich. Marius meinte zu mir, dass auch Lorae und Baldr kommen könnten, allerdings musste ich ihn da enttäuschen. Ich bezweifelte, dass die beiden an Baldr's Geburtstag zu seiner Hochzeit kämen. Außerdem waren sie auch beide verschwunden, deswegen wussten sie noch gar nichts davon. Ich hatte Baldr zwar noch nie zu seinem Geburtstag gratuliert, da wir vorher nie Kontakt hatten, aber ich hatte vor 3 Jahren mitbekommen, wie Lorae ihm ein Geschenk machte. Dann war er jetzt auch volljährig. Das würde er bestimmt feiern wollen. Vielleicht sogar nur mit Lorae.

      "Bist du dir wirklich sicher, dass du das machen willst?", fragte ich Marius, der Lis nicht nicht eine Sekunde aus den Augen ließ.
      "Hm.."
      "Du musst das nicht tun. Ich komme auch ohne dich zurecht", meinte ich.
      "Doch muss ich. Wenn ich nicht auf deinen Arsch aufpasse, wird Lis mich hassen. Du bist ihr bester Freund."
      Ich seufzte und stützte meinen Kopf ab, bevor Lis zu uns rüber sah und ich ihr Lächeln erwiderte.
      Sie hatte nicht locker gelassen, also musste ich ihr von der Sache mit Theo erzählen und sie erzählte es Marius und jetzt war er der Meinung, dass er mir folgen müsste. Wobei er genau genommen vorausging. Ich wollte nicht länger meinem Bruder nacheifern, auch wenn die Aufgabe eines Ausbilders nicht unwichtig war. Allerdings hatte ich mir vorgenommen Theo's Fehler wieder gut zu machen. Seinetwegen - oder wer auch immer ihn dazu verleitet hat - starben gute Ritter und der Aufklärungstrupp war nicht stark genug, um schlimmeres zu verhindern. Deshalb hatte ich mich dazu entschieden, nächstes Jahr auch dem Aufklärungstrupp beizutreten. Und Marius wollte sich jetzt gemeinsam mit Lorae und Baldr dafür melden.
      "Der Hauptgefreite musste mit Rekruten nach Paradis, um die Bewohner zu beschützen. So arm ist der Aufklärungstrupp dran. Egal, wo ich mich mit Lis niederlassen würde, ich könnte diesen Anblick nie vergessen. Was, wenn unser Dorf eines Tages so endet wie Paradis? Kann ich sie dann nicht besser beschützen, wenn ich dazu beitrage, dass der Aufklärungstrupp nicht wieder so eine Niederlage erleben muss?"
      Ich lächelte und sah zu ihm rüber.
      "Du hast dich in den letzten Wochen wirklich sehr verändert, Marius. Lorae hatte wohl großen Einfluss auf dich.."
      "Tz.. was bin ich denn für ein Mann, wenn ich mich von einem Mädchen in den Schatten stellen lasse? Du hättest sie sehen müssen. Ohne sie hätte ich mir damals in die Hosen geschissen."

      _______

      Valerius Hazen

      Gleich nachdem ich Lorae allein gelassen hatte, nahm sich das nette Mädchen auch meiner Haare an. Ich mochte sie nicht so kurz, weil ich so die Narbe verdecken konnte. Allerdings wünschte ich mir im nächsten Moment, dass ich auf dem Dach geblieben wäre.
      Ein paar Palastwachen kamen zur Herberge, um Lorae und die anderen zur Zeremonie zu geleiten. Gott, gab es nicht mehr als genug Wachen? Warum ausgerechnet er?

      Wahrscheinlich weil er für die Königin uninteressant war, denn er stand nicht auf Frauen - wobei ich von den Aktivitäten der Königin nichts wusste.

      "Hallo Val.."
      Dieses unverschämte Grinsen in seinem Gesicht..
      "Hallo.. Ron..", murmelte ich und sah zu seinen Kameraden. Zum Glück waren wir nicht alleine und er hatte hier zutun, weshalb ich schnell davon kam und zu Meredith und ihren Hinterhof flüchtete, wo ich die letzten zwei Tage trainiert hatte, da Lorae nicht da war.

      "Hey, Val. Morgen ist es soweit, hm?", begrüßte mich Meredith mit einem Lächeln, wobei sie sich kaum von ihrer Arbeit abwendete. Ich musste gestehen, dass ich überrascht war, wie gut sie voran kam. Sie hatte sich direkt ein paar Gussformen für die Einzelteile des Bogens gemacht, sodass sie am ersten Tag 6 Stück vorbereiten konnte. Am nächsten Tag bereitete sie dann die Teile für den dritten Tag vor, während sie die Teile vom Vortag zusammenfügte. Das bedeutete, dass sie 6 Bögen am Tag machte! Ob sie genug schlief? Das Feuer ging schon um 6 Uhr morgens an und erst um 10 Uhr abends machte sie Feierabend. Aber sie sah fit aus.
      "Ja.. ich hoffe, dass du dich dann selbst an deine Mahlzeiten erinnerst und nicht elendig verhungerst", meinte ich, da ich sie bisher jedes Mal an eine Pause erinnern musste.
      Sie lachte herzhaft und grinste mich an. Der Angriff auf den General hatte sie wirklich fertig gemacht, aber jetzt ging es ihr besser, wo es dem General besser ging. Sie war wieder Feuer und Flamme.
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      - Eugene Ionesco

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    • "Baldr ist auf dem Weg ins Hauptquartier und wird rechtzeitig zum Ritterschlag anwesend sein. Und du solltest dich auch langsam auf den Weg machen."
      Dann ging Basim in Stellung und wartete auf den Aufbruch der Gruppe.

      ---

      Ich erreichte - frisch gewaschen, die Haare dank Basims Haargel und -Harzgemisch streng nach hinten gegelt und in meine Montur gekleidet - den Königspalast ein wenig zu früh. Also wartete ich. Nach und nach näherten sich mehrere kleine Gruppen. Im Gegensatz zu uns trug jede der Gruppen eine individuelle Uniform, ich vermutete, es handelt sich hierbei um deren Akademieuniformen, etwas das wir nie in der Form hatten. Schließlich erreichte auch die Gruppe um Lorae und Co. den Königspalast, welche wie auch die anderen Gruppen von einigen Wachen begleitet wurden.
      Stumm blickte ich das Dach hinauf und direkt zu Basim, der einen Daumen nach oben ausgestreckt hatte und optimistisch nickte.
      Ich nickte stumm zurück, dann öffnete sich das Tor und wir wurden - nach einer Aufforderung, uns in Zweierreihen aufzustellen und jegliche Gespräche zu unterlassen - durch das Tor und den pompösen Garten zum Eingang geleitet.
      Dort wurden wir durch mehrere Gänge geführt, bis wir schließlich den Thronsaal erreichten. Der König und seine Gemahlin hatten auf ihren Thronen Platz genommen und blickten auf die etwa drei Dutzend Absolventen hinab. Neben dem Königspaar hatten sich einige Ritter versammelt, die scheinbar einen hohen Rang innehatten und die Zeremonie beaufsichtigen sollten.
      "Guten Morgen, künftige Ritter. Verbeugt euch vor eurem König". Dann erhob er sich und streckte sein Zepter empor.
      Ich tat wie geheißen und verbeugte mich, wobei ich nicht wirklich wusste, wie das ging, daher machte ich einfach, was die Absolventen der anderen Akademien machten und ich schien damit durchzukommen.
      "Stellt euch nun eurem Vornamen entsprechend in einer Reihe auf, beginnend bei A und zu meiner Linken und endend mit Z zu meiner Rechten."
      Nun brach ein Gewusel aus und es dauerte mehrere Minuten, bis die Schüler entsprechend ihrer Namen in einer Reihe standen.
      Dann wurde der erste Rekrut aufgerufen, er kniete vor dem König nieder und küsste die linke Hand des Königs und die rechte der Königin, dann legte er den Schwur ab, seinem Reich, seinen Bewohnern und ihren Herrschern ewige Treue zu schwören, dann bekam er seinen Ritterschlag vom König, die Spitze seines Schwertes wurde ihm erst auf die linke, dann auf die rechte Schulter getippt. Damit war der Ritterschlag für ihn vollzogen.
      Alle applaudierten, dann wurde er von einer Palastwache in einen Raum geführt, in dem die Führer der regulären Militäreinheiten saßen. Zu ihnen gehörte auch Levi.
      Das ging noch eine Weile so weiter, bis schließlich mein Name aufgeführt wurde: "Baldr!"
      Mir rutschte vor Aufregung das Herz in die Hose, dann trat ich nach vorne.
      Wie schon meine Vorgänger kniete ich vor dem König nieder und gab ihm und der Königin den Handkuss, als er seine obligatirische Rede begann:
      "Edler Baldr. Ihr habt Euch hier eingefunden, um die Würde eines Ritters zu erhalten. Gleichwohl haben sich hier weitere hohe Herrschaften von edlem Stande eingefunden um zu sehen und zu bestätigen, dass diese Zeremonie
      mit der gebotenen Ordnung gehandhabt werde. Es ist nun der Moment, wo Ihr Eure ritterlichen Absichten vor dem Einen und diesen Zeugen mit Eurem Schwur bestätigen sollt. Ich frage Euch daher: Seid Ihr bereit, Eurem Herrn als Ritter mit ganzer Kraft und ganzem Herzen zu dienen?"
      "ja, Eure Majestät."
      "Seid Ihr willens, die heiligen Manifeste des Einen zu achten, zu ehren und nach ihnen zu leben?"
      "ja, Eure Majestät."
      "Seid Ihr bereit, für Eure Ehre mannhaft einzustehen und sie von jedem Zweifel reinzuhalten?"
      "ja, Eure Majestät."
      "Seid Ihr bereit, in der Schlacht mit allem Mut und aller Tapferkeit zu kämpfen, und auch den Einsatz Eures Lebens nicht zu scheuen?'
      "ja, Eure Majestät."
      "Werdet Ihr Euch üben in rechter Höflichkeit, Bescheidenheit und weiser Beherrschung Eurer selbst?"
      "ja, Eure Majestät."
      "Werdet Ihr einstehen für Eure Anbefohlenen, die Schwachen stützen und die Not der Leidenden lindern?"
      "ja, Eure Majestät."
      "So Sei es. Hiermit schlage ich Euch offiziell zum Ritter des Reiches Bohemia."
      Dann tippte er mit seinem Schwert erst auf meine linke, anschließend auf die andere Schulter.
      Somit war es vollbracht und ich war ganz offiziell ein Ritter.
      Als ich von einer Palastwache in den Nebenraum geführt wurde, lächelte ich Lorae im Vorbeigehen zu.

      Wenige Augenblicke später fand ich mich in einem quasi Verhör wieder.
      Ich saß in der Mitte auf einem Stuhl, zu dem kein Tisch gehörte, mir gegenüber saßen in erhöhter Position mehrere Herren an einem langen Tisch.
      Unter ihnen war auch Levi. Nach und nach stellten sie sich mir vor, anschließend wurden mir einige Fragen über meine Vergangenheit gestellt, die ich wahrheitsgemäß beantwortete. Schließlich wurde mir vom Vorsitzenden die alles entscheidende Frage gestellt:
      "Welcher Einheit wirst du dein Herz opfern?"
      "Ich werde mich dem Aufklärungstrupp anschließen."
      "Bist du dir sicher, du Made? Hast du etwa meine Worte nicht mehr in Erinnerung?"
      "Mäßigen Sie sich, Hauptgefreiter. Es obliegt letztlich den jungen Rittern selbst, welcher Einheit sie sich anschließen."
      "Warum willst du dir das antun?"

      Ich überlegte einen kurzen Moment, dann gab ich ihm meine Beweggründe preis:
      "Ich möchte die Welt sehen, Hauptgefreiter. Die Welt innerhalb dieser Mauern erdrückt mich. Außerdem möchte ich stärker und mutiger werden und in der Lage sein, später auf meine Familie aufzupassen. Und naja, Lorae wird sich dem Aufklärungstrupp auch anschließen und ich möchte bei ihr sein und sie beschützen. Schließlich soll sie die Mutter meiner Kinder werden."
      Levi knirschte mit den Zähnen, atmete dann jedoch durch und strich sich eine Strähne aus dem Haar.
      "Wie du willst, du Made! Abtreten!"
      "So ist entschieden. Du, Baldr, wirst Mitglied des Aufklärungstruppes."
      Ein Protokollant schrieb meine Entscheidung nieder, Levi war damit so gar nicht einverstanden, jedoch konnte er nichts dagegen machen.
      Dann durfte ich endlich den Raum durch eine andere Tür verlassen und fand mich schließlich bei den anderen Rittern im Garten wieder.
      Irgendwie hatte ich gehofft, dass Flavius auftaucht, jedoch war dem nicht so. Wahrscheinlich war er älter als ich und das, obwohl er noch so jung, beinahe schon kindlich aussah...oder er war jünger, im schlimmsten Falle zu jung...wobei das nicht sein kann, sonst wäre er kein Assassine geworden...und hätte keinen so großen Penis...mir fiel nun ein, dass ich nie nach seinem Alter gefragt hatte...

      -----

      Als wenig später Lorae den Nebenraum betrat, um ihre Entscheidung zu präsentieren, ging ein Raunen durch die - mit strenger Miene am Tisch sitzenden - Gruppe der Vorsitzenden.
      Levi saß mit verschränkten Armen schweigend auf seinem Stuhl, den Rücken an die Lehne gedrückt, während die anderen Männer untereinander eine Diskussion führten:
      "WIe kann das sein?"
      "Unverschämtheit!"
      "Frauen haben in der Armee nichts verloren!"

      "Beruhigt euch", griff Levi irgendwann mit seiner ruhigen Stimme ein: ,"Der König hat dies mit dem General bereits geklärt und das Mädchen ist sich durchaus bewusst, dass sie in euren Einheiten keine Zukunft hat. Deshalb wird sie sich meiner Eimheit unterordnen, doch bevor wir dies zu Papier bringen und Gültigkeit erhält, muss ich noch eines wissen... ."
      Der Hauptgefreite richtete sich nun auf und stützte sich mit beiden Händen auf dem Tisch ab, um sich Lorae zuzuwenden.
      "Mädchen! Warum soll ich dich in meine Einheit aufnehmen? Warum gründest du nicht einfach eine Familie mit deinem Baldr, so wie er es mit dir vorhat? Was ist dein Ziel in meinem Trupp? Was treibt dich an?"
      Der Protokollant schrieb ihre Aussagen nieder und auch die Dinge, die Levi über ihre Vergangenheit wissen wollte. Anschließend wurde die Entscheidung vom Vorsitzenden der Gruppe verkündet: "So sei es. Lorae wird sich dem Aufklärungstrupp anschließen."
      Schließlich wurde sie von der Palastwache durch eine andere Tür hinaus in den Garten geführt, in der die anderen frisch ernannten Ritter - mich eingeschlossen - bereits warteten.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.

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    • Lorae

      Baldr würde ich also nicht noch einmal sehen, bevor es losging.. Aber zumindest konnte ich dem Ritterschlag jetzt mit Optimismus entgegentreten.
      Gemeinsam mit Marius begab ich mich schließlich zum Palast. Er stand neben mir und sah mich schweigend an - wir wurden allerdings auch zum Schweigen aufgefordert - aber irgendwie wirkte er ziemlich entschlossen und kein bisschen nervös. Er hatte ja auch nichts zu befürchten und würde mit Lisbeth ein ruhiges Leben führen - so dachte ich jedenfalls.
      Dank Basim hatte sich auch meine Nervosität auf Null reduziert. Als Leon konnte mich nichts aus der Ruhe bringen, außer dem Waschraum. Das hatte sich ja glücklicherweise erledigt. Und das ich nicht erst nach meinem Ritterschlag auffliegen würde, war ebenfalls eine große Erleichterung.

      Im Thronsaal angekommen, erblickte ich den König, dem ich einzig und allein meine Aufmerksamkeit schenkte, da ich nicht sehen wollte, ob und wie irgendjemand auf mich reagiert. Aber ich war ja nicht die einzige im Raum, sodass es nicht jedem sofort auffallen dürfte. Auf Geheiß des Königs verbeugte ich mich vor ihm, ehe ich wieder Haltung annahm.
      Nachdem wir uns dann alphabetisch eingereiht hatten, stand Marius noch immer direkt neben mir. Baldr allerdings ziemlich weit vorn. Als er nach seinem Ritterschlag an mir vorbeiging, erwiderte ich sein Lächeln kurz, ehe ich meinen Fokus wieder auf den König und dem nächsten Absolventen legte.
      Es dauerte eine Weile, bis ich an der Reihe war, um meinen Schwur abzulegen und meinen Ritterschlag zu bekommen. Innerlich platzte ich fast vor Freude, doch ich riss mich zusammen, um vor dem König und den anderen einen guten Eindruck zu machen.

      Anschließend trat ich vor Levi und die anderen, die nicht überraschend auf mich reagierten. Ich schwieg, während sie sich unterhielten und blickte mit Entschlossenheit und Stolz nach vorn. Auch als Levi die anderen darüber aufklärte, dass meine Entscheidung bereits stand, verharrte ich so und richtete lediglich meinen Blick auf den Hauptgefreiten.
      Ich legte meine Faust an meine Brust, sah Levi in die Augen und antwortete ruhig, aber laut und deutlich.
      "Ich stand bereits auf der Seite derjenigen, die ich beschützen will. Ich habe mit angesehen, wie meine Familie abgeschlachtet wurde und tötete den Verantwortlichen, als ich 6 Jahre alt war. Ich hatte Glück und bekam die Chance weiterzuleben. Ich kämpfe dafür, um anderen ein derartiges Schicksal zu ersparen. Ich kann und will meine Augen nicht vor diesem Leid verschließen, indem ich eine Familie gründe und andere für mich kämpfen lasse."

      Nachdem meine Entscheidung festgehalten wurde, folgte ich der Palastwache in den Garten, wo ich Ausschau nach Baldr hielt und mich zu ihm stellte. Ein Lächeln schmückte mein Gesicht, ehe ich ihm eine kurze Umarmung gab.
      "Alles Gute zum Geburtstag, Baldr..", hauchte ich leise und sah ihm dann etwas betrübt in die Augen.
      "Ich hab dieses Jahr leider kein Geschenk für dich.."
      Dann schmunzelte ich und legte meinen Kopf schief.
      "Was hast du denn mit deinen Haaren angestellt? Vorher hat mir irgendwie besser gefallen", meinte ich und grinste nun breit, da ich die Freude über den Ritterschlag und natürlich auch Baldr's Gesellschaft nicht länger verbergen musste.
      "Wir haben's geschafft.."

      _____

      Direkt nach mir trat Marius vor Levi und die anderen und verkündete, dass er sich ebenfalls dem Aufklärungstrupp anschließen wollte.
      "Ich gebe zu, dass ich mir lieber ein ruhiges und sicheres Leben auf dem Land gewünscht habe. Doch bei den letzten zwei Schlachten, die so viele Leben gekostet haben, habe ich erkannt, dass es kein sicheres Leben geben wird, wenn nicht mehr Ritter ihre Herzen mit Tapferkeit und Entschlossenheit opfern, um ernsthaft für Sicherheit zu kämpfen.
      Ich habe nur eine Bitte.. Die Frau, mit der ich in 4 Stunden vermählt sein werde, soll mich begleiten. Ohne sie werde ich nicht gehen und mich andernfalls der Militärpolizei anschließen, um Däumchen zu drehen"
      , erklärte er offen und möglicherweise ein wenig respektlos gegenüber den Militärpolizisten, aber das war seine Meinung, hinter der er fest entschlossen stand.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco

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    • Während ich draußen im Garten gelangweilt Däumchen drehte, beobachtete ich die anderen Ritter. Einige von Ihnen waren untereinander befreundet, kein Wunder, trugen besagte Ritter doch dieselben Uniformen und waren daher an denselben Akademien.
      Ich hingegen hatte nur Lorae. Marius kannte ich nicht gut genug, Yoichi würde zu den Bogenschützen gehen und die Anderen meiner Akademie, die mir noch bekannt waren, waren noch keine Ritter. EIn wenig neidisch war ich ja schon.

      Stumm schob ich mir die Kapuze über den Kopf und setzte mich mit hängenden Schultern auf eine nahegelegene Bank, um auf Lorae zu warten.
      Irgendwann trat ein Junge mit aschblonden Haaren an mich heran und setzte sich neben mich.
      "Von welcher Akademie bist du?", fragte er nach einem Moment des Schweigens und des mich Musterns.
      "Wolfsakademie. Wir haben keine Uniformen."
      "Warum das?"
      "Keine Ahnung. Wer bist du überhaupt?"
      "Sirius Riannon, Schüler der Eulenakademie. Du hast übrigens voll die coole Kleidung an. Und wer bist du?"
      "Eulenakademie?". Ich horchte auf: "Kennst du einen Flavius? Er hat braune Haare, hellgrüne Augen und ist ungefähr einen Kopf kleiner als ich."
      "Flavius? Nein, tut mir Leid, der Name sagt mir nichts."
      Ich blickte traurig auf den Boden.
      "Macht nichts. Mein Name ist übrigens Baldr...und danke."
      "Baldr, hm? Ein schöner Name. In unserer Mythologie gibt es einen Gott, der Baldr heißt. Er ist ein Sohn von Odin und Frigg und Vater von Forseti. Übersetzt bedeutet sein Name soviel wie Herr, Fürst oder Held. Wobei man ihn auch den Leuchtenden nennt."
      Sirius blickte mich für einen Moment schweigend an.
      "Es ist interessant, dass du diesen Namen hast. Kommt deine Familie aus dem hohen Norden?"
      "Nein, ich...ich kann mich an meine frühe Kindheit nicht erinnern und auch nicht an meine Familie. Ich wurde im Waisenhaus groß."
      "Oh, tut mir Leid. Wie war es dort?"
      "Ganz gut, schätze ich."
      Dann schwieg Sirius erneut einen Augenblick lang
      "Als ich dich vorhin nach deinem Namen fragte, hast du dich stattdessen nach diesem Flavius erkundigt. Er muss dir sehr wichtig sein und du vermisst ihn, hab ich Recht?"
      "Du bist ein ganz schöner Klugscheißer, wie? Ja und ja."
      "Nicht nur das, ich bin auch Jahrgangsbester, wobei mir meine Schwester Cirilla inzwischen Konkurrenz macht. Sie ist einen Jahrgang unter mir. Aber zurück zu Flavius, ich bin neugierig. Erzähl mir von ihm."
      "Wenn ich muss", seufzte ich ein wenig genervt.
      "Er ist ein Freund von mir und ich mag ihn und mich scheint er auch zu mögen. Jedoch ist er neulich einfach gegangen, ohne sich von mir zu verabschieden...dieser Idiot. Außerdem muss ich mit ihm über eine wichtige Sache sprechen, weshalb ich hoffe, ihn eines Tages wiederzusehen."

      Ich sah nun, dass Lorae endlich den Garten betrat, mein Herz machte einen kleinen Sprung.
      "Ich wäre dir übrigens dankbar, wenn du mich jetzt alleine lassen würdest."
      "Wegen des Mädchens, dass da auf uns zukommt? Die ist ja hübsch."
      "Finger weg, klar? Die gehört zu mir!"
      "Ahh, verstehe. Na dann will ich euch zwei mal nicht weiter stören. Auch wenn es ungewöhnlich ist, dass ein Mädchen Ritter werden kann. Das gab es bisher nur eine handvoll Male in der glorreichen Geschichte Bohemias. Du solltest besser stolz auf sie sein."
      Sirius zwinkerte mir zu und stand auf, um zu verschwinden: "Man sieht sich."

      Ich erhob mich daraufhin ebenfalls und erwiderte Loraes´Umarmung, ihr sanftes Lächeln erheiterte mein Gemüt ein wenig.
      "Danke", hauchte ich, dann drückte ich ihr einen Kuss auf den Mund.
      "Ist schon in Ordnung, denke ich. Wenn du magst, können wir heute Nacht wieder gemeinsam in einem Bett verbringen und du kannst mir dort ein unvergessliches Erlebnis schenken. Zumindest hätte ich das gesagt, hätten wir die letzten beiden Tage sowas nicht ständig miteiander gemacht. Dennoch...ist das unser letzter Abend in Freiheit und außerdem mein Geburtstag und den möchte ich mit dir nochmal genießen...es muss nicht unbedingt Sex sein, wenn du nicht willst...hauptsache Zeit mit dir alleine..."
      Ich errötete und zog die schwarze Kapuze meiner Montur tiefer ins Gesicht um meine Scham vor den anderen Rittern zu verbergen; dann kam Lorae auf meine Haare zu sprechen.
      "Naja, ich dachte, das sieht irgendwie cool aus, lässt mich härter und entschlossener wirken. Aber ja, du hast recht. WIr haben es geschafft."
      Ihr breites Grinsen erwiderte ich ebenfalls mit einem Grinsen, einer Mimik, die bei mir nur sehr selten vorkam.
      "Übrigens hast du mir noch nicht gesagt, wie dir meine Montur gefällt. Meine alte ist leider den Flammen zum Opfer gefallen."

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      (ohne Umhang und Schwerter; Anm.d.Red.)

      -----

      Kurz darauf betrat Marius ebenfalls den Garten, nachdem auch er seinen Ritterschlag erhalten hatte...und einen Rüffel von seinem Vater.

      "Mäßige dich in deinem Ton, mein Sohn. Die Wichtigkeit der Militärpolizei ist nicht zu verachten."
      Sein Vater, der Marius sehr ähnlich sah, blickte von seiner erhöhten Sitzposition neben Levi zu ihm hinab.
      "Wie hast du dir das überhaupt vorgestellt? Dass wir deine künftige Frau einfach mit in den Aufklärungstrupp lassen? Wir sind keine Spaßtruppe, in dem jeder seine Geliebte mitbringen darf und dann machen wir es uns am Lagerfeuer so richtig gemütlich, erzählen uns Geschichten und singen Lieder. Wir werden oft unterwegs sein, meist in gefährlichen Gebieten tief im Feindesland und deine künftige Frau überall mitzuschleifen ist ein zu großes Risiko, das ich nicht eingehen werde. Wenn du sesshaft werden willst, solltest du dich der Militärpolizei anschließen oder du suchst ein Zuhause für euch in der Nähe unseres Ausbildungslagers. Doch auf diese Weise werdet ihr euch nur selten sehen, da Freigang nur bei guter Führung an zwei Wochenenden im Monat erlaubt ist und auch nur dann, wenn keine Übungen und Einsätze anstehen. Für Liebe und Familiengründung haben wir im Trupp keinen Platz. Das ist der Preis, der gezahlt werden muss, um Teil des Aufklärungstruppes zu sein!"
      Levi beugte sich mit gleichgültiger Miene zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.
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    • Lorae

      Als Baldr seinen Wunsch äußerte die letzte Nacht mit mir zu verbringen, lächelte ich sanft. Ich war auch vorher schon immer gern in seiner Nähe, das würde sich nicht ändern. Unabhängig davon, ob wir es miteinander tun würden oder nicht.
      "Klingt gut."
      Mein Grinsen wurde noch größer, als es auf ihn abfärbte, da es mir zeigte, dass es Baldr gerade gut ging.
      Bei seiner Frage bezüglich seiner Montur, trat ich einen Schritt zurück und musterte sie etwas genauer. Sie war mir schon bei unserer Begegnung auf dem Dach aufgefallen, aber ich hatte ihr keine besondere Beachtung geschenkt. Er wirkte damit wesentlich professioneller als ich, die froh war, dass sie inzwischen die Kleidung von jemanden in ihrer Größe bekommen hatte.
      "Steht dir.. hat was. Machst jedenfalls mehr her, als ich", lachte ich und nahm seine Hände in meine.
      "Was hast du denen da drin eigentlich erzählt? Levi hat mich gefragt, warum ich nicht einfach eine Familie mit dir gründe, so wie du es mit mir vorhast.. Wie steh ich denn jetzt da?"
      Ich schmunzelte ein wenig. Irgendwie machte es mich glücklich, auch wenn ich noch nicht wusste, ob ich es eines Tages auch wollen würde. Im Moment wollte ich einfach nur bei ihm sein. Wir hätten noch reichlich Zeit, um darüber nachzudenken.

      ____

      Marius sah nur kurz zu seinem Vater, der ihn ermahnte, doch das schien ihm ziemlich egal zu sein. Sein Blick richtete sich auf Levi, als er kurz seine Hände und Schultern hob.
      "Zwei mal im Monat sind bessere Aussichten, als zwei Mal im Jahr, wenn ich sie hier lasse. Sie begleitet uns so weit wie möglich, bis wir im Ausbildungslager ankommen."
      Auch wenn das keine besonders rosigen Aussichten waren, konnte er jetzt keinen Rückzieher machen. Zum einen wollte er nicht unter seinem Vater dienen, wenn es eine andere Möglichkeit gab und zum anderen war es schließlich der Einfluss von Lisbeth, der ihn zu dieser Entscheidung brachte. Wegen Ruven, Lorae und natürlich auch dem Grund, den er den Männern genannt hatte.
      "Scheiße, Mann.. ich hab zwei höllische Kämpfe überlebt, weshalb ich durchaus behaupten kann, dass ich ein fähiger Mann mit ner gehörigen Menge Glück bin. Ich bin bereit, mir den Arsch aufzureißen, um noch besser zu werden. Und mir den Freigang zu verdienen."
      Ein breites Lächeln, fast schon ein Grinsen - selbstbewusst und auch ein wenig herausfordernd - erschien in seinem Gesicht. Der Blonde war mit den Bedingungen einverstanden. Er könnte irgendwann - vielleicht in 10 Jahren - immer noch irgendwo sesshaft werden.


      Nachdem das also geklärt und protokolliert war, betrat er den Garten und sah sich die anderen Ritter an, ehe er uns erblickte und auf uns zu kam.
      "Tja. Sieht aus, als müsste ich eure Visagen noch länger ertragen", meinte er und setzte dabei sein typisches Grinsen auf. Manchmal wirkte er ja wie ein ganz gewöhnlicher Kerl, aber oft merkte man ihm seine Herkunft an, so selbstgefällig wie er gelegentlich wirkte.
      Da ich ihn nur etwas verdutzt ansah, erklärte er seine Aussage:
      "Ich hab' mich dem Aufklärungstrupp angeschlossen. Kann mich doch nicht einfach zurücklehnen und einem Mädchen und einem Jammerlappen die ganze Arbeit überlassen. Außerdem wird Ruven sich auch nächstes Jahr anschließen, also muss ich ihn beschützen."
      Marius war charmant, wie eh und je, aber im Grunde hatte er ein gutes Herz und großen Respekt vor uns.
      Ich hob eine Augenbraue und sah kurz zu Baldr, ehe ich meine Hand an Marius' Schulter legte.
      "Dann solltest du dich beim Training wohl etwas mehr ins Zeug legen. Aber was ist mit Lisbeth?"
      "Sie begleitet uns ein Stück und wird in unserer Nähe leben, sodass ich sie hin und wieder besuchen kann. Dort wird sie sicherer sein, als in irgendeinem anderen Dorf und in Praha werde ich nicht bleiben, um mich in Knechtschaft meines Vaters zu begeben."
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      - Eugene Ionesco

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    • "Ich nehm das mal als Kompliment", witztelte ich und umschlang ihre Finger mit meinen.
      "Ich hab ihnen die Wahrheit erzählt, dass ich in den Trupp gehe, um dich beschützen zu können, denn naja..."; ich blickte verlegen zur Seite, "...ich möchte, dass du die Mutter meiner Kinder wirst...also irgendwann, nicht jetzt gleich..."
      Ein wenig nervös drückte ich ihre FInger fester.
      "Doch bis es so weit ist, lass uns solange wir können überleben."
      Ich legte meine Stirn auf ihre und schloss für einen Moment meine Augen.

      Als nun auch noch Marius den Garten betrat, ließ ich Loraes Hände los und trat einen Schritt zur Seite.
      Stumm lauschte ich dem Gespräch der Beiden und hielt mich dabei im Hintergrund, da ich nicht wirklich etwas beizutragen hatte.
      Marius würde sich auch dem Aufklärungstrupp anschließen, das ist schön. Noch jemand, der auf Lorae aufpassen kann...und viellleicht auf mich, obgleich ich nicht wusste, wie und was er überhaupt über mich dachte und von mir hielt.
      Meine Aufmerksamkeit schweifte mit der Zeit ab und mein Blick wand sich Sirius zu. Er stand knapp ein Dutzend Meter von mir entfernt bei anderen Rittern, die diesselbe Uniform wie er trugen: dunkelgrau, fast schon anthrazit mit hellgrauen Verzierungen. Dazu ein kurzer grauer Umhang, der mit einer goldenen Brosche an der Uniform fixiert wurde, der eine Eule abbildete.
      Dann musterte ich die anderen Uniformen. Die der Skorpionakademie war sandfarben mit einigen dunkelroten Verzierungen. Der kurze Umhang war ebenfalls dunkelrot, fixiert durch eine mit eine - mit einem Skorpion verzierten - Goldbrosche.
      DIe anderen Uniformen waren nicht minder edel und ich fragte mich, warum wir keine solchen hatten. War dafür kein Geld da? Wieso können sich die anderen Akademien Uniformen leisten und wir nicht? Stattdessen hatten wir lediglich schlichte Kleidung, wie sie einfache Landarbeiter trugen.
      Mir fielen nun die Bicke einiger Ritter auf. Ich fühlte mich ein wenig unwohl, beinahe schon wie ein Fremdkörper umgeben von jungen Rittern, die mit Überzeugung ihre Akademien represäntieren und ich...hatte nur meine Montur, gleichwohl sie mir sehr gefiel. Es schien, als würden sie sich fragen, warum wir keine Uniformen tragen, wahrscheinlich lästern sie sogar über uns...über uns von der Wolfsakademie. Einst der Stolz Bohemias und berüchtigt für seine kampfstarken Ritter, nun dafür bekannt, nurmehr eine niedergebrannte Ruine ohne Zukunft zu sein.
      Ich biss meine Zähne zusammen und drehte ich von allen weg, während Lorae mit Marius ein lockeres Gespräch führte, dessen Inhalt ich jedoch nicht mitbekam. Warum wurde sie angegriffen? Ich verstand es nicht.
      Nach und nach kamen immer mehr Ritter in den Garten und sie alle trugen Uniformen, um ihre Akademie zu repräsentieren, nur wir nicht.
      Ich wandte mich schließlich wieder Marius und Lorae zu: "Tjaa...was machen wir jetzt? Es sieht aus, als würde es noch eine Weile dauern, bis es weitergeht und Yoichi ist auch noch nicht da."
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    • Lorae

      Komplimente zu machen, gehörte eben nicht gerade zu meinen Stärken. Er sah gut aus, besser als Marius und ich. Wobei Marius sich scheinbar irgendwann etwas feinere Kleidung besorgt hatte. Er wohnte hier ja immerhin irgendwo..
      Ich konnte nicht anders, als bei seinen Worten zu lächeln, seine Finger ebenfalls ein wenig zu drücken und die Zweisamkeit zu genießen, ehe Marius dazu gekommen war und von seiner Entscheidung berichtete. Ich sah Baldr kurz nach und führte das Gespräch mit Marius fort.

      "Das freut mich. Ich hoffe, dass es ihr dort gefällt."
      "Ja, das hoffe ich auch. Wie lief es denn für dich da drin?"
      "Hm.. naja, wie erwartet, würde ich sagen.. Da ich keine andere Wahl habe, als dem Aufklärungstrupp beizutreten, stand meine Entscheidung ja bereits fest.. Ein paar von ihnen waren von mir nicht sehr begeistert..", meinte ich und zuckte mit den Schultern.
      "Der Hauptgefreite wollte dennoch wissen, warum ich beitreten will. Nun.. eigentlich viel mehr, warum ich überhaupt kämpfen will, anstatt eine Familie zu gründen."
      "Ich wette, mein Alter war am wenigsten begeistert, oder? Das gleich danach auch noch sein missratener Sohn vor ihm steht, hat seine Laune bestimmt nicht verbessert", scherzte er.
      "Waren sie mit deiner Antwort zufrieden?"
      "Weiß nicht. Ich denke schon. Aber vielleicht versuchen sie auch nur verzweifelt den Aufklärungstrupp zu verstärken", erwiderte ich und blickte seufzend auf meine rechte Hand.
      "Was denkst du eigentlich? Bin ich naiv? Töricht? Wahnsinnig?"
      Marius lachte.
      "Von allem etwas."
      Dann nahm er meine rechte Hand in seine Hände und schloss meine zu einer Faust, wobei seine Hände meine fast vollständig umschlossen, weshalb ich wieder zu ihm aufsah.
      "Aber du bist auch mutig, ehrgeizig, stark und felsenfest entschlossen. Du hast in Paradis nicht gezögert und mich dazu gebracht, dir zu folgen und dir zu vertrauen. Wenn du ein Mann wärst, hätte ich niemals eine Chance gegen dich. So.. kann ich vielleicht eines Tages besser werden als du", schmunzelte er zum Schluss, um mich aufzubauen.
      Das war das netteste, was Marius mir jemals gesagt hatte und ich war ein wenig sprachlos und gerührt.
      Ich schwieg daraufhin und legte meine freigegebene Hand an meinen Ellenbogen, bevor Baldr sich wieder zu uns gesellte.

      Ja.. Yoichi dürfte so ziemlich der letzte Absolvent sein, der zum Ritter geschlagen wird.
      Ich sah mich ein wenig um und betrachtete die anderen Ritter. Nicht nur ihre Uniformen waren ganz nett, sie waren auch deutlich mehr, wie wir. Aus der Wolfsakademie gab es nur 4 Absolventen und das nicht, weil alle anderen einfach zu unfähig waren. Sondern weil sie sich ohne ausreichend Erfahrung in einem Kampf um Leben und Tod behaupten mussten. Ich fragte mich, ob die Absolventen der anderen Akademien in unserer Situation besser dagestanden hätten.
      "Ist dir langweilig oder willst du dich nur wieder mit Lorae irgendwo verkriechen?", fragte Marius schmunzelnd und legte seine Hand auf Baldr's Schulter.
      "Ein Vöglein hat mir gezwitschert, dass du ab heute volljährig bist. Gerade rechtzeitig, um diesen Tag noch in Freiheit zu genießen, hm? Ich würde dir ja einen ausgeben, aber ich bin heute ein wenig verhindert."
      Während er das sagte, strahlte er richtig glücklich.
      "Lis wird heute zu meiner Frau."
      Das erklärte seine gute Laune.
      Ich schaffte es lediglich meinen Mund zu öffnen, bevor er schon weitersprach.
      "Wenn ihr nicht zu beschäftigt seid, könnt ihr ja vorbeikommen", meinte er und klopfte Baldr auf die Schulter, ehe er sich streckte.
      "Das klingt toll. Das freut mich für euch."
      Allerdings wollte Baldr mit mir allein sein und auch wenn ich die beiden mochte, war ich nicht sehr versessen darauf irgendwo was zu trinken.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Als Marius mir seine Hand auf die Schulter legte, musste ich wegen seiner Aussage ein wenig erröten.
      "Du bist doch nur neidisch...und mir ist nicht langweilig, ich musste nur über etwas nachdenken."
      Langsam machte ich einen Schritt zur Seite, damit Marius mich losließ.
      "Dein Vöglein hatte schon recht, ich hab heute Geburtstag. Auf Met hab ich heute ohnehin keine Lust, ich muss klar im Kopf sein, wenn es morgen losgeht, von daher ist das schon in Ordnung."
      Als ich erfuhr, dass Marius heute noch heiratet, blickte ich sanft lächelnd zu der massigen Gestalt vor mir auf.
      "Glückwunsch, Marius. Ich freue mich für euch. Natürlich werde ich vorbeikommen und Lorae bestimmt auch...solange es nicht so spät wird, ich möchte nämlich den Abend alleine mit Lorae verbringen...und die Nacht auch."

      Schließlich kam auch Yoichi durch die Tür in den Garten und blickte sich um. Als er uns entdeckte, schloss er zu uns auf.
      "Hey Leute. Scheint, als würden sich unsere Wege morgen trennen. Ich gehe zu den Bogenschützen, wie schon mein Vater und wie ich euch kenne, werdet ihr euch morgen dem Aufklärungstrupp anschließen."

      Als schließlich alle ihren Ritterschlag erhalten und in den Garten getreten waren, wurde die Tür erneut geöffnet und eine Wache betrat die Grünfläche. Sie erhob ihre Stimme, um gegen die Geräuschkulisse der jungen Ritter ankommen zu können: "Werte Ritter, es erwartet euch nun zum Abschluss der Zeremonie noch ein Festmahl im Speisesaal des königlichen Palastes! Folgen Sie mir bitte!"
      Es herrschte nun Ruhe, gesittet schritten die jungen Ritter durch die Tür und wurden durch mehrere breite Gänge geführt, bis sie schließlich einen riesigen Speisesaal erreichten, an dessen beiden langen Tischen jeweils mindestens 100 Leute Platz hätten.
      An einem von ihnen sollten wir sitzen. Besteck, Geschirr und Servietten waren bereits drapiert. Außerdem warteten zahllose Schüsseln voller Kartoffeln, Knödel, Rotkohl, Bottiche mit brauner Soße, mehrere Sorten Fleisch, Wein, Kuchen und und und nur darauf, von uns geleert zu werden.
      Der Anblick des riesigen Essensberges machte mich glücklich, ich grinste Lorae an und suchte mir einen Platz. Nebenbei sorgte ich dafür, dass sie neben mir sitzen konnte.
      Nachdem alle Platz genommen hatten - das Komitee aus dem Nebenraum um Levi und Marius´ Vater war ebenfalls anwesend - hielt der König noch eine kurze Ansprache, dass er stolz sei und er hoffte, dass wir uns für Bohemia aufopfern und große Taten vollbringen. Anschließend setzte er sich neben seine Gemahlin ans Kopfende des Tisches, dann wurde das Essen von ihm eröffnet. Sofort füllten sich Dutzende hungrige Mäuler die Teller und fingen an, ihre Mägen zu füllen.
      Das Festmahl war ein wahrer Wohlgenuss, ein gustatorischer Orgasmus. Herrlich! Ich füllte meinen Teller immer und immer wieder nach und als nach über einer Stunde endlich alles aufgegessen war, fühlte ich mich, als könnte ich jederzeit platzen.
      Glücklich und satt klopfte ich mir sachte auf den Bauch und lehnte mich leise rülpsend zurück.
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    • Lorae

      Ich sah kurz zu Baldr, als er Marius' zusagte, dass er - oder viel mehr wir - vorbeikommen würden und verschränkte lächelnd die Arme hinter meinem Rücken. Baldr hatte offenbar kein Problem damit so offen darüber zu sprechen. Marius gluckste kurz.
      "Keine Sorge. Du wirst genug Zeit für dein Schätzchen haben, denn ich habe nicht vor, die Nacht mit jemand anderem außer Lis zu verbringen. Die Trauung findet zur vierten Stunde am Nachmittag statt", informierte er uns mit einem schelmischen Grinsen.
      "Ah, ihr müsst euch auch keine Gedanken um euer Aussehen machen. Es werden nur die Leute und Kinder aus dem Waisenhaus und Ruven da sein. Also kein Grund sich herauszuputzen."
      Herausputzen wäre ohnehin schwierig, da wir keinerlei Besitztümer mehr hatten.

      Als Yoichi dazu kam, wandte sich Marius auch ihm zu. Wenn er wollte, könnte er ebenfalls kommen. Sie waren schließlich Kameraden.

      Wenn ich mich im Garten nicht völlig erbärmlich gefühlt hatte, dann spätestens, als wir an dieser überwältigenden Tafel saßen, die unsere Augen und Nasen verführte. Wir fielen wegen unserer fehlenden Uniform sowieso schon auf und dann war auch noch eine Frau dabei. Ich wusste nicht, wen Sir Wiliam Rosegard mehr beäugte. Mich oder Marius zu meiner linken. Vielleicht auch Baldr zu meiner rechten, weil dieser vor ihm aussagte, dass ich ihm eines Tages Kinder schenken würde. Vermutlich Marius, der gegen seinen Willen eine Waise heiratete.
      Ich erwiderte seinen Blick nur kurz, aber dann musste ich wieder dieses ganze Essen bewundern, welches uns beim Betreten des Saals empfing. Wo sollte ich nur anfangen? Bevor ich mir etwas griff, sah ich zu Marius, der als Adliger wusste, welche Manieren man an einem solchen Tisch zeigen sollte. Ruhig und ohne Gier füllte er seinen Teller, sodass ich es ihm gleichtat. Schon nach dem ersten Bissen war ich hin und weg, sodass es mir schwer fiel nicht alles runter zu schlingen, wie ich es sonst immer tat. Wobei ich das meist tat, um mehr Zeit für mein Training zu haben, das heute nicht auf mich wartete.
      Ich war mit Sicherheit nicht die einzige, die mehr gegessen hatte, als eigentlich in meinen Magen passte. Aber man konnte einfach nicht aufhören und es war so viel da. Unglaublich. Leise seufzend wischte ich mir mit der Serviette über den Mund und sah dann zu Baldr. Bei seinem Anblick musste ich schmunzeln.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Nachdem alles Essen verspeist und aller Wein getrunken war, erhob sich der Vorsitzende, der bereits im Nebenraum anwesend war, um einige letzte Worte mit den Rittern zu wechseln.
      "Normalerweise würde der General höchstselbst an meiner statt hier stehen, doch aufgrund eines...Unfalles ist er leider verhindert, sodass ich als seinen Stellvertreter diesen Teil übernehmen muss. Jedenfalls habt ihr euch morgen früh pünktlich zur siebten Stunde auf dem großen Marktplatz vor der Basilika des heiligen Georg zu versammeln. Wenn ihr nicht wisst, wo sie ist, folgt den Wegweisern oder fragt die Bürger der Stadt."
      Dann setzte er sich. Anschließend erhob sich der König, um sich von den Rittern zu verabschieden: "nun denn, brecht auf, meine tapferen Recken und bereitet eurem Reich keine Schande! Ich wünsche euch alles Gute in euren neuen Einheiten und erinnert euch an den Schwur, den ihr vor eurem König geleistet habt!"

      Den Mund mit meiner Serviette gesäubert, trottete ich satt und schwerfällig den anderen hinterher aus dem Raum.
      Einige Minuten später fand ich mich gemeinsam mit den anderen Rittern vor dem Tor des Königspalastes wieder.
      Besagte andere Ritter verschwanden nun wieder in ihren Gruppen und ließen Lorae, Yoichi, Marius und mich alleine zurück.
      Ich konnte mir ein ausgedehntes Gähnen nicht verkneifen und musste mich auf offener Straße strecken.
      "Gut...wäre das auch erledigt...ich brauch jetzt eine Mütze Schlaf. Wer noch?"
      Eine kleine, von lediglich einem Pferd gezogene Kutsche rauschte an uns vorbei. Auf dem Kutschbock saß ein älterer Mann, der bei meinem Anblick verständnislos den Kopf schüttelte.
      "DIe Jugend von heute...", murmelte er, jedoch konnte ich es nicht hören.
      "Ich könnte auch ein Nickerchen gebrauchen", sprach Yoichi schließlich und strich durch sein schwarzes Haar, "das Essen war anstrengend und ich will mich heute noch mit einigen der anderen Ritter treffen, die sich auch den Bogenschützen anschließen werden und das wird ein langer Abend, fürchte ich. Ich gehe schonmal zur Herberge. Achso, Marius...wo genau ist diese Kirche eigentlich, in der ihr heiraten wollt?"
      Yoichi wirkte irgendwie...motiviert, so als würde er sich schon tierisch auf seine Ausbildung freuen.
      Ich hingegen bekam beim Gedanken daran ein unwohles Gefühl im Magen.
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    • Lorae

      Unfall? So konnte man es auch bezeichnen... Aber mir war schon klar, dass es manchmal besser war die Wahrheit zu verschweigen.
      Den Weg zur Basilika kannte ich durch den Hauptgefreiten jedoch inzwischen in- und auswendig.
      Nachdem auch der König uns noch ein paar Worte mit auf den Weg gab, verließen wir den Saal und den Palast.
      Hast du nicht lang genug geschlafen, würde ich Baldr jetzt fragen, da er immerhin deutlich später aufgestanden war, als ich. Allerdings waren wir auch nicht besonders früh eingeschlafen, weshalb ich lediglich die Hände an meinem Hinterkopf aufeinander legte und schmunzelte.
      Als Yoichi jedoch das gleiche sagte, sah ich zu ihm und lauschte seinen Worten. Wir kannten ihn zwar nicht besonders gut, aber dennoch gehörte er zu uns und hat an unserer Seite denselben grauenvollen Kampf durchleben müssen. Allerdings schien ihn das nicht zu sehr runterzuziehen und er sah fast schon freudig in die Zukunft. Tja, mir ging es da ähnlich. Immerhin hatte ich mich all die Jahre nach diesem Tag gesehnt und jetzt war er da. Endlich.
      "Von hier aus kommst du direkt daran vorbei, wenn du zur Herberge gehst."
      Ah, die Kirche war also nicht sehr weit von unseren Schlafplätzen entfernt. Marius würde jedoch kaum mit Lisbeth dort unterkommen, oder? Das bezweifelte ich. Ob Baldr diese Nacht in der Herberge verbringen wollen würde?
      "Ich sollte mich wohl auch so langsam fertig machen, schätze ich. Bis später."
      Ich erwiderte sein Lächeln und sah ihm kurz nach, ehe ich Baldr's Hand nahm und in seine Augen blickte.

      "Gehen wir in die Herberge oder willst du dein Nickerchen auf einem Dach halten?", fragte ich schmunzelnd.
      "Oh, da fällt mir ein, dass Valerius mir ein paar Tricks zum Klettern gezeigt hat. Ich wollte mit Basim reden und habe ihm gesagt, dass ich beitreten werde. Aber zuerst werde ich mich auf die Kampfausbildung konzentrieren und nebenbei das Klettern üben", erzählte ich überschwänglich und konnte nicht anders, als zu grinsen. Ich war im Moment einfach sehr glücklich. Ich hatte Baldr und meinen Ritterschlag. Außerdem würden wir beide zusammen bleiben, was mich am meisten freute.
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    • Als er von Marius den genauen Ort des Treffens erfahren hatte, brach Yoichi in die Herberge auf.
      Wenig später folgte ihm Marius nach, sodass Lorae mit mir alleine zurückblieb.
      "Gute Frage", entgegnete ich auf Loraes' Bemerkung bezüglich des Ortes meines Nickerchens.
      Ihre Aussage, dass sie sich von Valerius Klettertipps hat geben lassen, sorgte in meinem Kopf jedoch für eine schnelle Entscheidung.
      "Das würde mich natürlich freuen, wenn du dich dem Orden anschließt. Aber jetzt zeig mir mal deine Klettertricks. Ich bin gespannt, was du gelernt hast."
      Ich erwiderte ihr Grinsen mit einem sanften Lächeln und einem nicht minder sanften Kuss auf die Lippen. Anschließend wandte mich von ihr ab, um die breite Allee vor dem Königspalast entlangzugehen.
      Zielstrebig blickte ich in die angrenzenden Straßen und suchte diese nach einem passenden Dach ab. Es sollte schön hoch und flach sein, zeitgleich jedoch nicht zu schwer zu erreichen.
      Schließlich fand ich ein geeignetes; es gehörte zu einem mehrstöckigen Wohnhaus aus Stein einige Straßen weiter.
      Ich deutete mit einem Zeigefinger darauf: "Lass uns dort hinauf klettern."
      Dann machte ich mich schnellen Schrittes auf den Weg.
      Mit einem Satz krallte ich mich ein Stück über dem Boden an der Steinwand fest und bahnte mir relativ schnell und ziemlich geschickt meinen Weg nach oben, gleichwohl ich noch Luft nach oben hatte, um so gut zu werden die Basim.
      Zum Glück waren die Steine recht groß und der Putz nur dünn aufgetragen wurden, sodass man sich gut an deren Kanten mit den Händen festhalten und hochziehen, beziehungsweise mit den Füßen abstützen konnte.
      Nach nicht ganz hatte ich die Wand erfolgreich erklommen und es mir auf dem Dach sitzend bequem gemacht.
      Wie von mir vermutet, hatte Lorae Schwierigkeiten, weshalb ich meinen Arm ausstreckte und sie den letzten Meter nach oben zog.
      "Das war doch gar nicht so schlecht", entgegnete ich und strich ihr zufrieden lächelnd eine Strähne aus dem leicht verschwitzten Gesicht, ihr schneller Atmen wehte in meines.
      "Wobei diese Wand ziemlich dankbar war. Sobald die Wände glatter werden, wird es schwierig, da es nur noch wenige Stellen zum Festhalten gibt."
      Zuletzt legte ich mich neben ihr auf den Rücken und blickte in den wolkenvergangenen Himmel. Ein langes Gähnen entfleuchte meinen Mund, dann schloss ich meine Augen und lauschte den Geräuschen der Stadt.
      "Ich hoffe nur, dass ich nicht die Hochzeit verschlafe..."
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    • Lorae

      Ein leises, womöglich verliebt klingendes, Seufzen verließ meine Kehle, nach dem sich unsere Lippen abermals berührten. Ein Dach also, um meine Kletterkünste zu demonstrieren. Ich folgte Baldr, der uns eine geeignete Stelle zum Klettern suchte, die wir wenig später auch fanden. Mein Blick krabbelte die Wand hinauf, die deutlich höher war als die, die ich am vormittag erklommen hatte. Ob ich das schaffe? Es erforderte viel Kraft in Händen, Handgelenken und Unterarmen, die bisher nicht besonders von mir trainiert wurden.
      Bei Baldr sah das so leicht aus.. Dann war ich jetzt wohl an der Reihe.
      Trotz den Tipps, die Valerius mir gegeben hatte, die an dieser Wand auch recht gut umsetzbar waren, brauchte ich eine ganze Weile. Zum einen zählte die Beschaffenheit der Wand eine große Rolle und diese hier eignete sich ganz gut. Zum anderen sollte ich anfangs lieber in kleinen Etappen empor steigen.
      Diese Wand schien allerdings kein Ende nehmen zu wollen und verlangte mir einiges ab. Wenn ich in Zukunft nicht so erbärmlich dabei aussehen will, sollte ich unbedingt mehr üben.
      Über Baldr's Hilfe am Ende war ich sehr dankbar und atmete in kurzen Zügen durch. Baldr's Lob und sein Lächeln, zauberten mir ebenfalls ein Lächeln ins Gesicht. Von glatteren Wänden sollte ich mich vorerst lieber fern halten, wenn mich diese Wand schon so viel Kraft kostete.
      "Mit etwas Übung wird das schon", keuchte ich etwas und streckte mich, ehe wir es uns gemütlich machten.
      "Ich weck dich..", beruhigte ich ihn und drehte meinen Kopf zur Seite, um ihn anzusehen.
      Ich war nicht besonders müde, schon gar nicht nach dieser Kletterpartie, die meinen Körper mit Adrenalin flutete. Deshalb lag ich einfach nur da und betrachtete Baldr's friedliches Gesicht. Es freute mich, dass ich dieses Gesicht auch in Zukunft weiter sehen könnte. Vielleicht käme ich auch allein zurecht, aber mit ihm an meiner Seite fühlte ich mich deutlich wohler. Es beruhigt mich, wenn er bei mir war. Außerdem spornte er mich an, denn wen ich auf dieser Welt am meisten beschützen wollte, war er. Dafür müsste ich stärker werden. Körperlich und mental. Und eines Tages.. wer weiß.. würden wir ja wirklich eine Familie gründen. Jedenfalls wäre Baldr der einzige, bei dem ich das auch nur annähernd in Betracht zog.

      Nach einer ganzen Weile stand ich langsam auf und warf einen Blick über die Stadt. Unter anderem, weil sich mir dieser Anblick noch nicht sehr häufig geboten hatte, aber auch, um eine Uhr ausfindig zu machen, damit ich Baldr rechtzeitig wecken konnte.
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    • "Ich verlass mich auf dich, Lorae", murmelte ich noch. Dann lauschte ich den Geräuschen der Stadt. Eine Kutsche fuhr durch die Straßen, das Auftreten von Pferdehufen auf die Pflastersteine; ich vernahm das geschäftige Treiben der Bewohner, die hin und wieder unverständliche Laute von sich gaben, die langsam lauter wurden und vereinzelt sogar Worte ergaben.
      "Folge mir", dann wieder diese unverständlichen Laute, ehe ich wieder "Folge mir", verstand.
      Für eine Weile wieder diese Laute, bis schließlich ein Ruck durch meinen Körper ging und mir die Worte "FOLGE MIR!" gefühlt in die Ohren gebrüllt wurden, sodass sie noch Sekunden später in meinem Kopf hämmerten.
      Ich schreckte panisch atmend hoch und stellte fest, ich war auf dem Dach, jedoch allein. Lorae war nicht da. Und es war ruhig, so ruhig, dass es schon unheimlich war. Das belebte Treiben in den Straßen war wie weggeblasen. Lediglich das Rauschen des Windes durch die Stadt und mein Haar war zu vernhemen. Mein Blick suchte beunruhigt die Umgebung ab.
      "Lorae?", entgegnete ich. "Lorae?! Wo bist du?"
      Schließlich fiel mir eine vollständig in schwarz gehüllte Gestalt auf, die von einem Dach aus zu mir blickte, dass nur wenige von meinem entfernt war.
      Sie gab mir mit einer deutlichen Handbewegung zu verstehen, dass ich folgen sollte.
      Als ich mich unsicher aufgerafft hatte und langsamen Schrittes näher kam, entfernte sich die Gestalt und sauste mit dieser Apparatur - die ich schon von Levi kannte nur nicht grau, sondern gänzlich in schwarz gehalten wurde - auf ein anderes, weiter von mir entferntes Dach. Das markante Surren war deutlich zu vernehmen, ebenso das Zischen der Gasbehälter.
      Ich folgte ihr zu Fuß und sprang von Dach zu Dach, balancierte über dünne, straff zwischen den Dächern gespannte Seile, sprang von einem Dach, rollte mich auf der leeren Straße ab, um an der nächsten Wand emporzuklettern und schließlich das Dach zu erreichen, auf dem die Gestalt erneut auf mich wartete und die Handbewegung machte.
      Als ich oben ankam, war sie jedoch bereits weitergezogen und hatte sich auf einem anderen Dach positioniert.
      Genervt seufzend atmete ich durch und stützte mich mit den Händen auf den Knien ab.
      "Was soll die Scheiße?", fragte ich mich selbst. Die Gestalt stand indes wie festgefroren da und machte wie eine Winkekatze wieder und wieder dieselbe Handbewegung, dass ich ihr folgen solle.
      Dann fing ich an, ihr erneut zu folgen, doch immer kurz bevor ich sie erreicht hatte, setzte sie sich in Bewegung und zog sich mithilfe der Apparatur auf ein anderes, von mir weiter entferntes Dach zurück. Diese Verfolgungsjagd durch die menschenleere Stadt ging noch eine ganze Weile weiter, bis die Gestalt schließlich am massiven Eingangstor vor dem Grundstück des Königspalastes zum stehen kam.
      "Was willst du von mir?", rief ich ihr erschöpft zu und atmete schnell.
      "Sieh dich um", raunte die Gestalt mir verzerrter, vollkommen fremdartiger Stimme.
      Ich tat wie geheißen. Die Straßen, die eben noch leer waren, waren nun von zahlosen Leichen übersät - Männer, Frauen, Kinder. Abgeschlachtet wie Vieh und dann liegengelassen, damit sich Ratten und Hunde an deren Gebeinen laben können.
      Außerdem herrschte nun ein riesiger Stadtbrand, dichte Rauchschwaden zogen durch die halb zerstörte Stadt, Aschepartikel hafteten an meiner Kleidung.
      Vom Anblick vollkommen entsetzt drehte ich mich zur Gestalt zurück, die geduldig gewartet hatte, der Palast hinter ihr war nun ebenfalls zerstört, das riesige Tor hinter ihr scheinbar gewaltsam geöffnet.
      "Warst du das?", rief ich ihr entgegen.
      Als Antwort schüttelte sie verneindend den Kopf und streckte stumm ihre Hand nach vorne aus. Der Boden unter meinen Füßen begann zu beben, dann lösten sich einige Pflastersteine und fielen hinab in ein schwarzes Nichts.
      Immer mehr und mehr Steine lösten sich und jeder Versuch, der sich bildenden Tiefe unter mir zu entrinnen, scheiterte, da meine Beine wie gelähmt waren und sich nicht mehr bewegen ließen. Als der Boden schließlich vollends nachgab und in die Tiefe zu stürzen drohte, hielt ich mich panisch und verängstigt an den Steinen der Abbruchkante fest, jedoch gaben auch die schließlich nach.
      Dann fiel ich in die Dunkelheit.
      Während ich fiel, hatte ich vor meinem inneren Auge immer wieder schwammige, unscharfe Szenen, die schnell an mir vorüberzogen.
      "Ich bin du und du bist ich", ertönte schließlich eine hallende Stimme in meinem Kopf.
      "Was meinst du?", rief ich.
      "Du kannst deinem Schicksal nicht entrinnen."
      "Was?"
      "Es waren einfach zu viele..."
      Die Szenen wurden nun schärfer und ich konnte schwarze Sillouetten vor einem weißen Grund erkennen.
      Eine Gestalt mit einem Speer, eine andere mit langen Haaren, sie sich vereinigten und zu einer kleinen Gestalt wurden, die mit Bauklötzen spielte und im Zeitraffer wuchs, bis sich ihr eine zweite Gestalt anschloss, die beide gemeinsam weiter wuchsen und schließlich, nachdem das Wachstum beendet war, anfingen, einander ihre Hände zu umschlingen. Eine kleine Gestalt manifestierte sich schließlich neben ihnen und dann noch eine, schließlich eine Art Filmriss. Die beiden kleinen Gestalten lagen am Boden, die beiden größeren vor ihnen knieend ineinander geschlungen, ein leises, fernes verzweifeltes Wehklagen war zu vernehmen. Dann ein erneuter Filmriss. Eine auf einem Pferd sitzenden Gestalt mit Krone bellte scheinbar einen Befehl, dann setzten sich Tausende und Abertausende weiterer Gestalten in Bewegung, die Waffen scheinbar zum Kampfe erhoben.
      "Praha wird fallen...die ewige Stadt...vernichtet...jene die du liebst getötet...ein neuer großer Krieg...nicht zu vermeiden...sieh dich vor...und kämpfe..."
      Dann wurden die Szenen realistischer, ein Rabe flog über die brennende Stadt, Leichen pflasterten die Straßen und Gassen, mehrere Gruppen an Soldaten zogen durch die Stadt auf den Königspalast zu. Überall zerstörte Katapulte und anderes Kriegsgerät. Szenenwechsel, Marius kämpfte auf dem Hradschin tapfer, doch wurde letztlich von der Überzahl überrannt und im Vorbeigehen von einem Reiter mit einer Axt enthauptet. Erneuter Szenenwechsel, Lorae lag schwer verletzt am Boden in einem brennenden, halb eingestürzten Haus und streckte ihre Hand nach jemandem aus, ehe ihr Kopf von einem herabstürzenden Balken zermatscht wurde.
      Dann erloschen die Szenen und ließen mich noch immer fallend in der Dunkelheit zurück.
      Von oben stürzte blitzschnell ein Schatten auf mich herab, eine Klinge bohrte sich in mein Herz. Dann schreckte ich laut keuchend hoch und erblickte beinahe aufrecht sitzend mit panischem Blick und feuchten Augen Lorae, mein Puls raste. Das vertraute Treiben der Stadt war zu hören und wir noch auf dem Dach, auf dem ich vorhin eingeschlafen sein musste.
      "Gott sei Dank", keuchte ich und warf mich mit all meiner Kraft um ihren Hals.
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