Lorae
Als ich mich in der Taverne umsah, erhaschte Baldr gleich meine Aufmerksamkeit, weshalb ich nicht anders konnte, als zu lächeln. Marius sah ich hinter ihm zwar auch und vermutlich wäre ich auch zu ihm gegangen, hätte Baldr mir nicht gewunken, um ihn und Basim nicht zu stören.
Deshalb war ich umso erfreuter darüber, dass er mich mit einer Geste zu sich bat. Ich hatte mir zwar fest vorgenommen mit ihm über Levi's Ultimatum - das war es ja schließlich. Entweder Baldr oder Aufklärungstrupp - zu sprechen, aber als ich ihn erblickte, verschwand dieser Gedanke in irgendeine Ecke meines Kopfes. Ich wollte.. am liebsten beides haben.. warum sollte das nicht gehen? Was, wenn wir es einfach verheimlichten? Wobei schon das erste Mal kein Geheimnis war, so viele wie bereits davon wussten oder es zumindest vermuteten.
Also setzte ich mich neben Baldr und sah zu Basim, während mein Herz vor Aufregung schneller schlug. Ob Basim es bereits wusste? Er hatte den Fleck ja auch schon heute morgen gesehen.. Selbst wenn Baldr nichts gesagt haben sollte, würde er es sich sicher denken.
"Hey, Basim. Sag mal.. kennst du den Mann, den Levi jeden Tag in der Basilika besucht? Ich soll ihn morgen früh wieder dort hin bringen."
Ich wollte nicht, dass Baldr sich meinetwegen Gedanken machte und legte meine Hand auf seinen Oberschenkel. Er sollte nicht denken, dass ich ihm aus dem Weg ging, nur weil ich ihn bisher kaum angesehen hatte. Ich war ja auch eben erst hereingekommen und wir waren auch nicht allein. Er würde mich wohl kaum mit einem Kuss in der Öffentlichkeit begrüßen wollen, oder doch? Nein, ich glaube nicht. Wenn wir uns jetzt wie ein Paar verhielten, würde Basim bestimmt Levi davon erzählen und dann würde ich rausfliegen, wenn Levi das wirklich ernst meinte, woran ich nicht zweifelte.
___
Valerius Hazen
Hinter der Tür war nichts, wirklich nichts interessantes. Eine kleine Besenkammer, weshalb ich die Tür wieder schloss und nun tatsächlich in Richtung des stillen Örtchens ging. Ich hatte keine Ahnung, was ich hier überhaupt tun sollte. Da mir jedoch eine Palastwache entgegen kam, betrat ich den Raum und seufzte. Wenn ich vorher von diesem Plan gewusst hätte, hätte ich nicht zugesagt. Ob ich einfach zurückkehren sollte? Wie sollte ich hier ungesehen überhaupt irgendetwas mitbekommen? Etwa aus dem Fenster klettern und nach oben? Das war wohl eindeutig noch verdächtiger, als sich in den Gängen zu verirren.
Kaum hatte ich das Örtchen verlassen, stand mir eine Wache gegenüber, die ich überrascht ansah. Er war nur etwas größer als ich und... Oh Nein..
"Val? Ich dachte du faulenzt irgendwo auf dem Land?"
"Ehm.. ja.. hab ich.. Jetzt nicht mehr."
"Wegen des Angriffs auf die Akademie?"
"Mhm.." Ich vermied es ihm in die Augen zu sehen und hoffte, dass er mich einfach wieder zurückgehen lassen würde. Hatte er nichts zutun?! Er soll patrouillieren und seinen König beschützen!
"Immer noch schüchtern?"
"Ich bin nicht schüchtern", widersprach ich und sah ihm nun doch in die Augen.
"Aber immer noch genau so süß.."
Als er seine Hand an meine Wange legte, griff ich nach seinem Handgelenk.
"Ich hab zutun, Ron. Du nicht?"
"Sag bloß, du bist kein kleines unterwürfiges Hündchen mehr, dass immer das tut, was andere von ihm verlangen."
"Bin ich nicht. Leb wohl", verabschiedete ich mich und kehrte zum General zurück, wo ich mich noch einmal voller Scham verbeugte. So lange wie ich weg war, dachten sie bestimmt, dass ich ein großes Geschäft verrichten musste. Wie demütigend..
Ich setzte mich wieder auf meinen Platz und hoffte, dass das ganze hier bald vorbei wäre.
Kleines unterwürfiges Hündchen.. Er hat sich mir doch aufgedrängt.. So ein Bastard. Hat sich kein Stück verändert, obwohl er doch verheiratet war. Wäre nicht der erste treulose Hund in dieser Welt.
Als ich mich in der Taverne umsah, erhaschte Baldr gleich meine Aufmerksamkeit, weshalb ich nicht anders konnte, als zu lächeln. Marius sah ich hinter ihm zwar auch und vermutlich wäre ich auch zu ihm gegangen, hätte Baldr mir nicht gewunken, um ihn und Basim nicht zu stören.
Deshalb war ich umso erfreuter darüber, dass er mich mit einer Geste zu sich bat. Ich hatte mir zwar fest vorgenommen mit ihm über Levi's Ultimatum - das war es ja schließlich. Entweder Baldr oder Aufklärungstrupp - zu sprechen, aber als ich ihn erblickte, verschwand dieser Gedanke in irgendeine Ecke meines Kopfes. Ich wollte.. am liebsten beides haben.. warum sollte das nicht gehen? Was, wenn wir es einfach verheimlichten? Wobei schon das erste Mal kein Geheimnis war, so viele wie bereits davon wussten oder es zumindest vermuteten.
Also setzte ich mich neben Baldr und sah zu Basim, während mein Herz vor Aufregung schneller schlug. Ob Basim es bereits wusste? Er hatte den Fleck ja auch schon heute morgen gesehen.. Selbst wenn Baldr nichts gesagt haben sollte, würde er es sich sicher denken.
"Hey, Basim. Sag mal.. kennst du den Mann, den Levi jeden Tag in der Basilika besucht? Ich soll ihn morgen früh wieder dort hin bringen."
Ich wollte nicht, dass Baldr sich meinetwegen Gedanken machte und legte meine Hand auf seinen Oberschenkel. Er sollte nicht denken, dass ich ihm aus dem Weg ging, nur weil ich ihn bisher kaum angesehen hatte. Ich war ja auch eben erst hereingekommen und wir waren auch nicht allein. Er würde mich wohl kaum mit einem Kuss in der Öffentlichkeit begrüßen wollen, oder doch? Nein, ich glaube nicht. Wenn wir uns jetzt wie ein Paar verhielten, würde Basim bestimmt Levi davon erzählen und dann würde ich rausfliegen, wenn Levi das wirklich ernst meinte, woran ich nicht zweifelte.
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Valerius Hazen
Hinter der Tür war nichts, wirklich nichts interessantes. Eine kleine Besenkammer, weshalb ich die Tür wieder schloss und nun tatsächlich in Richtung des stillen Örtchens ging. Ich hatte keine Ahnung, was ich hier überhaupt tun sollte. Da mir jedoch eine Palastwache entgegen kam, betrat ich den Raum und seufzte. Wenn ich vorher von diesem Plan gewusst hätte, hätte ich nicht zugesagt. Ob ich einfach zurückkehren sollte? Wie sollte ich hier ungesehen überhaupt irgendetwas mitbekommen? Etwa aus dem Fenster klettern und nach oben? Das war wohl eindeutig noch verdächtiger, als sich in den Gängen zu verirren.
Kaum hatte ich das Örtchen verlassen, stand mir eine Wache gegenüber, die ich überrascht ansah. Er war nur etwas größer als ich und... Oh Nein..
"Val? Ich dachte du faulenzt irgendwo auf dem Land?"
"Ehm.. ja.. hab ich.. Jetzt nicht mehr."
"Wegen des Angriffs auf die Akademie?"
"Mhm.." Ich vermied es ihm in die Augen zu sehen und hoffte, dass er mich einfach wieder zurückgehen lassen würde. Hatte er nichts zutun?! Er soll patrouillieren und seinen König beschützen!
"Immer noch schüchtern?"
"Ich bin nicht schüchtern", widersprach ich und sah ihm nun doch in die Augen.
"Aber immer noch genau so süß.."
Als er seine Hand an meine Wange legte, griff ich nach seinem Handgelenk.
"Ich hab zutun, Ron. Du nicht?"
"Sag bloß, du bist kein kleines unterwürfiges Hündchen mehr, dass immer das tut, was andere von ihm verlangen."
"Bin ich nicht. Leb wohl", verabschiedete ich mich und kehrte zum General zurück, wo ich mich noch einmal voller Scham verbeugte. So lange wie ich weg war, dachten sie bestimmt, dass ich ein großes Geschäft verrichten musste. Wie demütigend..
Ich setzte mich wieder auf meinen Platz und hoffte, dass das ganze hier bald vorbei wäre.
Kleines unterwürfiges Hündchen.. Er hat sich mir doch aufgedrängt.. So ein Bastard. Hat sich kein Stück verändert, obwohl er doch verheiratet war. Wäre nicht der erste treulose Hund in dieser Welt.
~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
- Eugene Ionesco
- Eugene Ionesco