I wanna be a knight, no matter what [Kiimesca & Haruka]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Lorae

      Als ich mich in der Taverne umsah, erhaschte Baldr gleich meine Aufmerksamkeit, weshalb ich nicht anders konnte, als zu lächeln. Marius sah ich hinter ihm zwar auch und vermutlich wäre ich auch zu ihm gegangen, hätte Baldr mir nicht gewunken, um ihn und Basim nicht zu stören.
      Deshalb war ich umso erfreuter darüber, dass er mich mit einer Geste zu sich bat. Ich hatte mir zwar fest vorgenommen mit ihm über Levi's Ultimatum - das war es ja schließlich. Entweder Baldr oder Aufklärungstrupp - zu sprechen, aber als ich ihn erblickte, verschwand dieser Gedanke in irgendeine Ecke meines Kopfes. Ich wollte.. am liebsten beides haben.. warum sollte das nicht gehen? Was, wenn wir es einfach verheimlichten? Wobei schon das erste Mal kein Geheimnis war, so viele wie bereits davon wussten oder es zumindest vermuteten.

      Also setzte ich mich neben Baldr und sah zu Basim, während mein Herz vor Aufregung schneller schlug. Ob Basim es bereits wusste? Er hatte den Fleck ja auch schon heute morgen gesehen.. Selbst wenn Baldr nichts gesagt haben sollte, würde er es sich sicher denken.
      "Hey, Basim. Sag mal.. kennst du den Mann, den Levi jeden Tag in der Basilika besucht? Ich soll ihn morgen früh wieder dort hin bringen."
      Ich wollte nicht, dass Baldr sich meinetwegen Gedanken machte und legte meine Hand auf seinen Oberschenkel. Er sollte nicht denken, dass ich ihm aus dem Weg ging, nur weil ich ihn bisher kaum angesehen hatte. Ich war ja auch eben erst hereingekommen und wir waren auch nicht allein. Er würde mich wohl kaum mit einem Kuss in der Öffentlichkeit begrüßen wollen, oder doch? Nein, ich glaube nicht. Wenn wir uns jetzt wie ein Paar verhielten, würde Basim bestimmt Levi davon erzählen und dann würde ich rausfliegen, wenn Levi das wirklich ernst meinte, woran ich nicht zweifelte.

      ___

      Valerius Hazen

      Hinter der Tür war nichts, wirklich nichts interessantes. Eine kleine Besenkammer, weshalb ich die Tür wieder schloss und nun tatsächlich in Richtung des stillen Örtchens ging. Ich hatte keine Ahnung, was ich hier überhaupt tun sollte. Da mir jedoch eine Palastwache entgegen kam, betrat ich den Raum und seufzte. Wenn ich vorher von diesem Plan gewusst hätte, hätte ich nicht zugesagt. Ob ich einfach zurückkehren sollte? Wie sollte ich hier ungesehen überhaupt irgendetwas mitbekommen? Etwa aus dem Fenster klettern und nach oben? Das war wohl eindeutig noch verdächtiger, als sich in den Gängen zu verirren.
      Kaum hatte ich das Örtchen verlassen, stand mir eine Wache gegenüber, die ich überrascht ansah. Er war nur etwas größer als ich und... Oh Nein..
      "Val? Ich dachte du faulenzt irgendwo auf dem Land?"
      "Ehm.. ja.. hab ich.. Jetzt nicht mehr."
      "Wegen des Angriffs auf die Akademie?"
      "Mhm.." Ich vermied es ihm in die Augen zu sehen und hoffte, dass er mich einfach wieder zurückgehen lassen würde. Hatte er nichts zutun?! Er soll patrouillieren und seinen König beschützen!
      "Immer noch schüchtern?"
      "Ich bin nicht schüchtern", widersprach ich und sah ihm nun doch in die Augen.
      "Aber immer noch genau so süß.."
      Als er seine Hand an meine Wange legte, griff ich nach seinem Handgelenk.
      "Ich hab zutun, Ron. Du nicht?"
      "Sag bloß, du bist kein kleines unterwürfiges Hündchen mehr, dass immer das tut, was andere von ihm verlangen."
      "Bin ich nicht. Leb wohl", verabschiedete ich mich und kehrte zum General zurück, wo ich mich noch einmal voller Scham verbeugte. So lange wie ich weg war, dachten sie bestimmt, dass ich ein großes Geschäft verrichten musste. Wie demütigend..
      Ich setzte mich wieder auf meinen Platz und hoffte, dass das ganze hier bald vorbei wäre.
      Kleines unterwürfiges Hündchen.. Er hat sich mir doch aufgedrängt.. So ein Bastard. Hat sich kein Stück verändert, obwohl er doch verheiratet war. Wäre nicht der erste treulose Hund in dieser Welt.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Ich war erfreut, dass sich Lorae tatsächlich zu mir und nicht zu den anderen gesetzt hatte. Andernfalls wäre ich vermutlich gegangen, nicht, weil ich eingeschnappt oder gar eifersüchtig wäre, sondern weil es mich verletzt hätte.
      Jedoch war alles gut. Sie saß neben mir, ihre linke Hand lag auf meinem Oberschenkel.
      Ohne etwas zu sagen legte ich meine Hand auf ihre und ließ unsere Finger ineinandergleiten wie ein richtiges Pärchen.
      Als Lorae Basim ihre Frage gestellt hatte, blickte er ein wenig ratlos.
      "Das ist Keith. Früher war er Ausbilder im Aufklärungstrupp. Levi war sein erster Schüler und bis heute schweißt sie ein Band der Freundschaft zusammen. Jedoch geriet Keith vor...zehn Jahren oder so in einen Hinterhalt. Pfeile flogen ihm aus allen Richtungen um die Ohren und obwohl er am Boden lag und damit ein leichtes Ziel war, traf ihn kein einziger Pfeil. Er hat das als göttliches Wunder aufgefasst und trat daraufhin dem Trupp aus, um künftig das Wort Gottes zu verbreiten. Mehr weiß ich allerdings auch nicht."
      Unsere umklammerten Hände sorgten bei mir für leicht errötete Wangen, was Basim natürlich nicht entgangen war.
      "Ich muss dann aber mal, die Geschäfte rufen. Ich werde dich abholen, wenn deine Kleidung fertig ist, Baldr. Habt noch einen schönen Abend."
      Dann erhob er sich und da ich bezahlen musste, verschwand er einfach aus der Taverne und ließ mich mit Lorae alleine zurück.
      "Tja...hi, nehme ich an."
      Ich war verlegen und drückte ihre Hand ein wenig fester.
      "Wie war dein Tag? Hast du heute schon was gegessen?" ich leckte mir unbewusst über die Lippen. Ich wollte einen Kuss, jedoch saßen Ruven, Marius und Lisbeth am Tisch hinter mir und irgendwie war mir nicht ganz wohl dabei, sie in der Öffentlichkeit zu küssen.
      Nicht weil ich mich wegen ihr schämte oder so - das Gegenteil war der Fall - jedoch hatte ich keine Lust auf komische Kommentare der Anderen. Gott, ich war so unsicher...
      "Dieses Halstuch...ist dir der Fleck unangenehm? War es ein Fehler ihn dir zu machen? Ich...es tut mir Leid."
      Ich drehte mich ein wenig beschämt weg und blickte auf meinen leeren Becher.

      ...

      Wenige Augenblicke später betrat Valerius wieder den Salon. Der General war bereits im Begriff, sich vom König zu verabschieden.
      "Also dann, ich werde es dich wissen lassen, wie unsere Schmiedin auf dein Angebot reagiert."
      "Alles klar, Wladimir. Kommt gut heim."
      Dann verließ der General den Salon, den Bogen umklammert, und trat mit Valerius in den Gang hinaus. Als sie wenig später schweigend den Palast und dessen Grundstück verlassen hatten und sich vor dem großen eisernem Tor wiederfanden, unterbrach er sein Schweigen und wandte sich Valerius zu: "Also, wie sieht es aus? Irgendwelche verdächtigen Dinge gefunden?"
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    • Lorae

      Als ich Baldr's Hand auf meiner spürte, wurde dieses Kribbeln wieder stärker, doch ich versuchte mich auf Basim zu konzentrieren. Meine Wangen fühlten sich normal an, also waren sie hoffentlich nicht errötet.
      Dieser Mann war also Levi's Ausbilder? Ob Levi ihn wohl dazu überreden könnte uns auszubilden, wenn er nur oft genug nachfragte? Das blieb wohl nur abzuwarten..
      Basim verabschiedete sich jedoch kurz darauf, weshalb ich ihm nachsah und dann zu Baldr blickte. Beim Anblick seiner zartrosanen Wangen musste ich lächeln.
      "Hi.."
      Auch ich drückte seine Hand ein wenig und blickte kurz auf seine Lippen, als er über diese leckte.
      "Ja, hab ich.. Ich habe den Hauptgefreiten begleitet und danach ins Bett gebracht und mich ein wenig um ihn gekümmert. Dann hab ich noch etwas trainiert und.. hab Meredith getroffen", fasste ich meinen Tag zusammen.
      "Wegen gestern.. brauchen wir uns keine Sorgen zu machen..", sagte ich etwas leiser und spürte, wie meine Wangen nun doch etwas wärmer wurden.
      Wenn ich bei Baldr war, war ich immer anders. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht immer wie ein starker Krieger aussehen musste und auch mal etwas Schwäche zulassen durfte, solange ich ihm damit keinen Kummer bereitete.
      Mit meiner freien Hand zupfte ich an dem Halstuch, als Baldr es ansprach.
      "Nein. Lisbeth hat es mir gegeben. Ich weiß nicht. Der Hauptgefreite weiß es sowieso schon.. Ich.. wollte nur nicht, dass mich jeder so komisch anguckt, aber.. eigentlich gucken sie sowieso komisch. Die anderen Rekruten, mein ich. Es war kein Fehler. Nichts davon." Zum Schluss zeigte ich ihm wieder mein strahlendstes Lächeln, um ihn aufzumuntern.
      "Basim weiß es auch, oder?", fragte ich und löste meine Hand aus seiner, um das Halstuch zu öffnen. Dann legte ich es an meinen Nacken und zog es unter meine Haare, sodass ich es oben auf meinem Kopf zusammenknoten konnte und es stattdessen als Haarband trug.
      "Besser?" Ich legte meinen Kopf schief und lächelte unbekümmert. Die Blicke hatten sich auch nicht wirklich verändert durch das Halstuch und Baldr's Blicke waren mir viel wichtiger.
      Dann legte ich wieder meine Hand auf seinen Oberschenkel.
      "Können wir woanders hingehen?"

      ____

      Valerius Hazen

      Ich war wirklich erleichtert, als wir den Palast hinter uns gebracht hatten. Doch angenehmer wurde es nicht, als der General mich nach meinem Fund fragte.
      "Nein, tut mir leid.. Da war eine Wache und ich musste auf dem Klo verschwinden..", erklärte ich und kratzte mich am Hinterkopf.
      "Er kannte mich und schien seine Aufgabe nicht all zu ernst zu nehmen." Dabei sollte der Schutz des Königs doch wichtiger sein, als ein alter Bekannter, würde ich meinen.
      "Ist der König eigentlich immer so ungeschützt? Ich hätte ja ein paar Wachen vor der Tür erwartet, aber da war nur eine Patrouille."
      Das war vielleicht nicht verdächtig, aber für mich schon etwas ungewöhnlich. Ich dachte ja, dass Könige paranoid wären und an jeder Ecke schwer bewaffnete Wachmänner stehen würden.
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      - Eugene Ionesco
    • Ich war erleichtert. Zum einen, dass wir uns wegen unserem Sex gestern keine Sorgen machen mussten und zum anderem, dass der Fleck kein Fehler war.
      "Natürlich weiß Basim davon. Er hat mich schnell durchschaut."
      Mit einem Kribbeln im Bauch beobachtete ich, wie Lorae ihr Halstuch abnahm und es als Haarband wieder anlegte.
      "Viel besser", hauchte ich verliebt lächelnd und näherte mich ihrem Gesicht, um sie zu küssen.
      Jedoch kam es nicht dazu, da sie mir bereits die nächste Frage stellte.
      "Klar. Lass uns an die frische Luft gehen. Hier in der Nähe gibt es einen kleinen Teich."
      Ich winkte eine Bedienung heran und machte mein Geldsäckchen um 15 Gulden leichter, damit wären meine finanziellen Möglichkeiten für den Moment fast erschöpft.
      Dann verließ ich mit Lorae Händchenhaltend die Taverne und ging mit ihr ein kurzes Stück, bis wir ein kleines Parkgrundstück erreichten, in dessen Mitte sich ein Fischteich befand. Um den Teich herum standen mehr als ein Dutzend Bäume sowie einige Bänke. Auf einer davon nahm ich Platz, Lorae's Hand dabei weiter haltend. Im Sitzen küsste ich ihren Handrücken.
      "Ich nehme an, wenn du reden willst, setzt du dich neben mich und wenn du mehr als das willst, kommst du auf meinen Schoß?"
      Erneut leckte ich mir über die Lippen. Es fiel mir schwer, mich zurückzuhalten. Meine Hormone spielten verrückt.

      ----

      "Verstehe", murmelte der General und lief langsam mit Valerius die Straße entlang.
      "Es gibt für den König keinen Grund, paranoid zu sein. Die Stadt wurde seit Jahrzehnten nicht mehr angegriffen und man kommt ohnehin nicht ohne Weiteres in den Palast. Oder ist dir der große Zaun entgangen, der das komplette Grundstück umzäunt? Über die massiven Spitzen kommt man nicht drüber. Es sei denn, der Mensch könnte fliegen, aber das ist ein absurder Gedanke. Und selbst wenn man den Zaun überwinden könnte, müsste man noch in den eigentlichen Palast und der einzige Zugang ist die massive Tür, durch die wir vorhin gegangen sind. Ich mache mir da keine Gedanken. Und der Schutz des Königs liegt außerdem nicht in meinem Aufgabenbereich, da die Wachen der Königsfamilie direkt unterstellt sind. Ich für meinen Teil werde ohnehin schon bald auf die Halbinsel Chin aufbrechen. Der König hat mir die Verantwortung über das Militär dort gegeben, ich werde dort quasi der Gouverneur."
      Dann drückte der General seiner Begleitung den Bogen sowie das Angebot in die Hand: "Ich werde direkt zur Herberge zurückkehren. Gib Meredith das Angebot und gib mir zeitnah Bescheid, wie sie sich entschieden hat."
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    • Lorae

      Ein kleiner Teich? Das klang gut.
      Das Baldr meine Hand nicht losließ, brachte mich etwas in Verlegenheit. Marius und jeder andere in der Taverne dachte jetzt vermutlich, dass wir ein Paar wären. Aber was soll's.. Letztendlich denken andere doch immer, was sie wollen. Egal ob es wahr war oder nicht. Deshalb dachte ich einfach nicht darüber nach. Sein Kuss auf meinen Handrücken löste einen kleinen Schauer in mir aus und als mir die zwei Optionen zur Auswahl gab, sah ich ihn einen Moment an.
      "Ich.." Es fiel mir schwer, da ich nicht wusste, wie ich es Baldr sagen sollte. Ich wollte nicht, dass er sich schuldig fühlte und ich wollte auch nicht, dass es endete. Naja.. zum Reden hätten wir ja noch mehr als genug Zeit..
      Also setzte ich mich auf seinen Schoß und sah in seine Augen, während ich mit einer Hand durch sein Haar strich und kurz darauf meine Lippen auf seine zu legen.
      Doch ich dachte immer mehr daran, dass Baldr es wissen sollte, bevor er oder ich irgendeine Entscheidung träfen, weshalb ich mich wieder löste und meine Stirn an seine legte.
      "Levi.. sagte, dass ich nicht in den Aufklärungstrupp darf, wenn ich.. eine Beziehung mit dir anfange.. Was.. Was sollen wir tun..?" Levi davon überzeugen, dass wir kein Paar waren? Das sah gerade wohl nicht danach aus, also würde er es uns nicht abkaufen, auch wenn es eigentlich der Wahrheit entsprach. Noch jedenfalls, da Baldr erst mit Flavius reden wolle oder hatte er es mittlerweile abgehakt? Eher nicht.

      ____

      Valerius Hazen

      Dann war der König wohl nicht paranoid. Ich hatte keine Ahnung, wie der Adel und vor allem die Königsfamilie so dachten. Ich war nur ein einfacher Mann, der von einem Verwandten ein Haus auf dem Land bekommen hatte.
      "Verstehe", antwortete ich lediglich und nahm den Bogen und die Papier an mich.
      "Jawohl, General."
      Ich nickte noch einmal und ging dann direkt zur Schmiede. Nach einem Klopfen öffnete mir Meredith die Tür und schien etwas erleichtert zu sein. Weil sie lächelte, lächelte ich auch und trat herein.

      "3 Bögen pro Tag?"
      "Ja, das kl-"
      "Das bekomm ich schon irgendwie hin."
      Was? Also Selbstbewusstsein war ja schön und gut, aber Selbstüberschätzung ganz gewiss nicht.
      "Bist du sicher?"
      "Ja, ich mach mir einfach mehr Gussformen und kann damit mehrere Bögen am nächsten Tag zusammenbauen."
      Na wenn sie meint..
      Allerdings sah sie mir etwas unsicher aus, so wie sie auf und ab ging und ihre Hand an ihr Kinn hielt. Vermutlich rechnete sie alles noch einmal durch, bevor sie etwas zustimmte, was sie nicht einhalten könnte.
      "Wenn ich um 6 Uhr morgens anfange und um 10 Uhr abends aufhöre..", murmelte sie so leise, dass ich es kaum verstand.
      "Du musst auch schlafen... und essen.."
      "Na das sind doch 8 Stunden zum Schlafen und nebenbei etwas zu essen kostet mich hochgerechnet eine halbe Stunde oder so."
      Ich zog meine Augenbrauen zusammen und betrachtete sie, doch sie schien es ernst zu meinen.
      "Das ist verrückt."
      "Na und wenn schon. Man hat mich schon oft verrückt genannt."
      Dagegen hatte man wohl keine Chance, oder?
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      - Eugene Ionesco
    • Als sich Lorae auf meinen Schoß gesetzt hatte, legte ich meine Arme um sie und drückte sie leicht an mich. Ich genoss ihre Berührungen und keuchte leicht in unseren Kuss, meine Augen waren geschlossen.
      Mit einem Seufzen erwiderte ich den Moment, als sich unsere Lippen wieder lösten und sie ihre Stirn an meine schmiegte.
      Dann fing sie an zu sprechen und ich hörte zu.
      "Naja, da wir noch nicht in einer Beziehung sind...zumindest nicht so richtig...sollte es kein Problem sein, schätze ich...denn ich hab mich noch nicht entschieden...zuerst möchte ich noch mit Flavius reden, weißt du? Trotzdem möchte ich dich weiter küssen dürfen und dir auf diese Art und Weise nahe sein. Gleichzeitig möchte ich dich natürlich nicht zu etwas zwingen, dass du vielleicht gar nicht möchtest."
      Ich fing nun an, ihren Rücken zu kraulen und blickte verlegen zur Seite.
      Eine Katze hatte sich zu uns auf die Bank gesellt und fing an, ihre Pfötchen zu lecken.
      "Was würdest du machen, wenn wir beim Aufklärungstrupp sind und ich mich für dich entscheide? Würdest du meine Gefühle für dich verwehren und mir einen Korb geben oder sie erwidern und damit das Risiko eingehen, dass Levi dich oder uns suspendiert?"
      Die Katze miaute und sprang von der Bank, da ein Vogel ihre Aufmerksamkeit erhaschte.

      ----

      Der General kehrte unterdessen in die Herberge zurück. Er wusch sich, aß noch eine Kleinigkeit, reinigte seine Zähne und zog sich danach in sein Zimmer zurück. Levi schlief wieder, schien jedoch einen schlimmen Traum zu haben.
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    • Lorae

      Er wollte noch immer mit Flavius reden, das war gut, schätze ich. Also waren wir nur Freunde die.. Pärchensachen machten.. Was war schon dabei, solange wir beide uns wohlfühlten? Da brauchte Baldr sich keine Sorgen machen, dass ich es nicht auch wollte. Sah ich etwa gezwungen aus?
      "Ich sag Bescheid, wenn ich etwas nicht möchte..", flüsterte ich leise und genoss seine Berührungen, die das Kribbeln in meinem Bauch verstärkten.
      Dann stellte Baldr mir jedoch die Frage, die ich mir selbst schon den ganzen Tag stellte.
      "Ich weiß nicht", seufzte ich und legte meine Arme um seinen Hals.
      "Was, wenn wir Levi davon überzeugen können, dass es nichts ändert? Ich will dich beschützen, ob Beziehung oder nicht, spielt für mich keine Rolle. Aber.. im Kampf dürfen wir keine Rücksicht darauf nehmen.. Wir.. müssen damit rechnen, dass einer von uns.. nicht zurückkehrt.. Unser bestes geben, ungeachtet was dem anderen passiert. Meinst du, du bekommst das hin?"
      Langsam hob ich meinen Kopf, um in seine Augen zu sehen.
      "Und was ist mit mir? Lässt du mich weiter kämpfen?"
      Mein Herz schlug schneller, weil ich bei dem Gedanken an seine Antwort nervös wurde. Aber es wäre für jeden das beste, wenn wir ehrlich waren und über alles sprachen, bevor einer von uns es bereuen würde.

      ____

      Meredith Ravel

      Lieber arbeite ich 16 Stunden in der Schmiede, als mich nebenbei noch in der Taverne auszustellen. Je hübscher die Bedienung, desto mehr Gäste, oder nicht? Widerlich. Nur im äußersten Notfall.
      Aber wenn ich mehrere Teile gleichzeitig gießen würde, sollte das machbar sein. Normalerweise war ein einzelner Schmied nicht für so eine Massenproduktion ausgerichtet und am Ende hätte ich einen Haufen Formen, mit denen ich vielleicht nichts mehr anfangen könnte, aber für den König persönlich zu arbeiten, würde mir mit Sicherheit einige Türen öffnen.
      "Also nimmst du an?"
      Ich atmete tief durch, stemmte meine Hände in die Hüfte und nickte entschlossen.
      "Ja!"
      Eine Ravel konnte man nicht so einfach in die Knie zwingen! Ob er einfach nur keine Vorstellung davon hatte, wieviel Arbeit das war oder er mir absichtlich eine kaum lösbare Forderung stellte, spielte keine Rolle. Ich bekomm das hin! Ich verbrachte ohnehin den ganzen Tag in der Schmiede und arbeitete bis spät abends. Die Arbeit war ich also gewohnt.
      "Ich mach eine Liste, was ich alles benötige. Holst du sie morgen früh ab?"
      Sein Blick verriet mir, dass er zögerte und weder ja noch nein sagen wollte, weshalb ich ihn am Kragen packte und aus der Nähe in seine Augen blickte.
      "Du willst mir doch helfen, oder nicht?"
      "Ja! Ja, ich hol sie morgen früh ab.."
      Sag ich doch.. Dieser Kerl ließ sich viel zu schnell etwas aufzwingen. Was für ein Weichei. Edward hätte mich ausgelacht und ich hätte ihn angeschrien und.. wie auch immer..
      "Danke." Ich lächelte und ließ von ihm ab. Ich war schließlich kein Monster und das würde mir wirklich helfen. Dann könnte ich morgen schon direkt mit dem Fertigen weiter Formen anfangen, während Valerius mir half die Materialien für die Bögen zu beschaffen.
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      - Eugene Ionesco
    • Auf ihre Frage hin, ob ich all das hinbekommen würde, wusste ich keine Antwort. Stattdessen schwieg ich für einen Moment und blickte auf die Stelle, wo zuvor noch die Katze gesessen hatte.
      "Was ist, wenn ich dich im Kampf verliere? Vermutlich würde ich durchdrehen oder noch schlimmer...mich umbringen. Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht vorstellen...für einen Tag okay, vielleicht noch einen zweiten, aber für immer? Ausgeschlossen...ich hab den ganzen Tag mit Basim verbracht und obwohl wir einander gut leiden können, so hatte ich nach einer Weile dennoch diese Leere in meiner Brust...dieses schmerzliche Gefühl, dass jemand fehlt...ich will dieses Gefühl nicht mein ganzes Leben mit mir herumtragen müssen...ich weiß, dass ich auf dem Schlachtfeld meinen Kopf ausschalten und Befehlen folgen muss, aber alleine der Gedanke, dass dir etwas zustößt, hält mich davon ab, meinen Kopf nicht zu benutzen. Daher ist für mich jede andere Einheit als der Aufklärungstrupp unvorstellbar, weil ich mich dort nicht vergewissern kann, dass es dir gut geht. Ich werde dir überall hin folgen und alles dafür tun, dass sich daran nichts ändern wird. Doch sei dir gewiss dass, sobald du stirbst, ich dir folgen werde. Du wirst mich niemals los."
      Auch ihre andere Frage beantworte ich nach einer kurzen Gedenkpause.
      "Ich möchte nicht den Rest meines Lebens nur kämpfen. Irgendwann, wenn ich die Welt gesehen habe und müde vom Kämpfen geworden bin, möchte ich mich zur Ruhe setzen und eine Familie gründen und das mit dir gemeinsam. Ich möchte mindestens zwei Kinder haben und eine kleine Farm kaufen und irgendwann mit dir im Schaukelstuhl sitzen und unseren Enkeln beim Spielen zuschauen. Ich lasse dich kämpfen, doch denk auch an mich, ja? Und selbst, wenn ich mich für Flavius entscheiden sollte, möchte ich mit dir eine Familie gründen, denn unabhängig von alldem liebe ich dich über alles auf der Welt. Der einzige Unterschied ist, ob ich dich als meine beste Freundin liebe oder auf diese besondere Art..."
      Meine Worte mussten unglaublich kitschig klingen, vermutlich würden sie nicht einmal einen zusammenhängenden Sinn ergeben, jedoch drückten sie meine Gefühle und meine unglaubliche Verwirrung aus, die sich in meinem Kopf einnistete. Der Gedanke an Flavius Jörmungandr und die Sache mit ihm auf dem Dach erregt mich noch immer, gleichzeitig werde ich auch hart, wenn ich an die Küsse und mein erstes Mal mit Lorae denke.
      Bevor sie etwas sagen konnte, küsste ich sie leidenschaftlich und drang mit meiner Zunge in ihren Mund ein.
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    • Lorae

      Anfangs schwieg ich, um Baldr's Worten aufmerksam zu lauschen, doch sie verschlugen mir schnell die Sprache. Ich wollte mir selbst nicht vorstellen müssen, wie das Leben ohne ihn wäre. Ob ich einfach weitermachen könnte, wenn er nicht mehr da wäre.
      Vielleicht.. aber dann würde ich mich vermutlich voll und ganz dem Kampf widmen ohne Rücksicht auf mein eigenes Leben.
      Doch das er mir überall hin folgen wird, selbst in den Tod, bestätigten die Worte des Hauptgefreiten, dass alles, was Baldr betrifft, mir zuzuschreiben ist.
      Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, als Baldr mir auch meine letzte Frage beantwortete. Er wollte eine Familie mit mir, selbst wenn er sich für Flavius entscheiden würde? Meine Wangen färbten sich bei dem Gedanken, aber ich wusste noch immer nicht was ich sagen sollte. Irgendwann.. Ja, irgendwann vielleicht. Vielleicht denke ich in 10 Jahren anders darüber. Oder schon in 5. Wer weiß das schon..
      Bevor ich überhaupt daran denken konnte, etwas darauf zu sagen, hatte er mich schon in einen Kuss verwickelt, der alles um mich herum ausblendete und den ich nur zu gern erwiderte. Ich schlang meine Arme wieder etwas fester um seinen Hals und drückte mich an ihn, sodass er sich an die Rückenlehne lehnen musste. Ich hatte keine Chance, dagegen anzukämpfen. Allein der Gedanke an die bisherige Zeit mit Baldr erregte mich, da konnte ich mich bei diesem Kuss nicht dagegen wehren. Doch das wollte ich auch nicht. Ich wollte Baldr, jetzt. Was später mal sein würde, spielte im Moment keine Rolle. Selbst der Gedanke an eine Familie - zumindest nicht in naher Zukunft - schreckte mich nicht ab. Ich würde stärker werden und könnte meine Familie beschützen, so wie ich Baldr beschützen werde. Einerseits hatte ich noch immer ein wenig Angst davor, aber andererseits reizte mich dieser Gedanke. Im Moment vielmehr der Gedanke daran, die Kinder zu zeugen, befürchte ich..
      Denn ich wurde gieriger nach seinen Lippen und seiner Zunge, mit der ich leise keuchend spielte. Was machte Baldr nur mit mir? Früher hatte ich kaum einen Gedanken an so etwas verschwendet. Ein, zwei Mal. Vielleicht auch dreimal. Aber jetzt bekam ich nicht genug davon. Dieses Gefühl davor und vor allem währenddessen.. Das Gefühl, wenn er in mir war.. Das wollte ich wieder spüren, doch das Husten eines Passanten - ob versehentlich oder absichtlich - erinnerte mich daran, dass wir gerade nicht für uns allein waren, weshalb ich mich schwermütig von Baldr löste und sein Gesicht betrachtete. Mein Herz schlug schnell, meine Atmung war kurz und flach und mein Körper glühte. Es kribbelte überall und vor allem im unteren Bereich meines Körpers. Ich hätte mich fast dazu hinreißen lassen, ihn von seinem Hemd und darauf auch der restlichen Kleidung zu befreien, so sehr hatte ich vergessen, wo wir gerade waren, weshalb mein Gesicht gerade vor Scham rot leuchten musste und ich mir auf die Unterlippe biss. Ich war.. nicht stark genug ihm zu widerstehen.. Nicht mal, wenn das bedeuten würde, dass ich nicht in den Aufklärungstrupp dürfte.
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      - Eugene Ionesco

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    • Sehr zu meiner Freude stieg sie in den Kuss ein und drückte mich willig gegen die Rückenlehne der Bank.
      Ich wurde hart und in mir machte sie die Befürchtung breit, dass meine Hose einfach im Schritt aufplatzen und meine pulsierende Erregung preisgeben würde. Immer wieder entfleuchte mir ein erregtes Keuchen, während unsere Zungen miteinander tanzten.
      Dieses starke Kribbeln im Bauch zeichnete sich erneut ab und eine Hand verschwand unter ihrem Oberteil, um langsam über ihren warmen, weichen Bauch gleitend ihre Oberweite zu berühren.
      Mir wurde klar, wohin das führen würde und oh Gott, ich wollte es unbedingt wiederhaben, dieses Gefühl von gestern am See, nachdem wir uns am Morgen bereits in einer ähnlichen Situation befanden, dort jedoch von Yoichi erwischt wurden.
      Für dieses Mal hoffte ich jedoch, dass wir uns endlich wieder vereinigen konnten, jedoch hustete unweit von uns ein Passant, woraufhin sich Lorae ein Stück von mir löste. Sie blickte schnell keuchend in mein Gesicht, ich blickte beschämt zur Seite auf den Boden, vor Lust leise keuchend.
      "Das ist heute schon das zweite Mal, dass wir uns in so einer Situation befinden...es ist, als könnten wir einander nicht widerstehen, als wären wir füreinander eine Droge...und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll...soll ich jetzt gehen, ein Bordell aufsuchen und den Kontakt mit dir für einige Zeit vollständig meiden oder mich diesem Gefühl einfach hingeben und mit dir jetzt für einige Tage an einen Ort verschwinden, wo uns niemand finden kann und wir es wieder und wieder und wieder miteinander tun können, bis wir abgehärtet sind und der Lust aufeinander nicht mehr sofort erliegen? Noch haben wir die Zeit dafür, doch sobald wir im Aufklärungstrupp sind, werden wir vermutlich keine Möglichkeit mehr dafür haben und wenn wir da unserer Lust füreinander erliegen...können wir es nur runterschlucken und uns selbst berühren...doch das kann nicht für immer funktionieren...verbotene Äpfel schmecken nun mal am Besten. So wie es aktuell ist, kann es nicht weitergehen...erst recht nicht im Trupp..."
      Ich lehnte meinen Kopf nach hinten auf die Lehne und starrte ausdruckslos in den bewölkten Himmel, mein Hals lag komplett frei.
      "Wenn dort auffällt, dass wir es miteinander treiben, ist deine Karriere in Gefahr und das will ich nicht. Also entweder verschwinden wir für einige Tage und toben uns miteinander aus oder wir gehen bis zum Ritterschlag getrennte Wege, in der Hoffnung, dass Gras über die Sache wächst und wir wieder normal im Kopf werden, so wie wir damals an der Akademie waren. Einfach nur Freunde, die ihr Leben leben und sich Abends erzählen, was sie so gemacht haben. Und am Ende des Tages legt sich jeder in sein eigenes Bett und schläft."
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    • Lorae

      Baldr hatte das Problem offenbar durchschaut. Es war mir schwer gefallen, ihm von Levi zu erzählen, nachdem Baldr vor mir war. Allerdings wusste ich nicht, ob seine Vorschläge uns wirklich helfen würden. Uns einfach irgendwo verkriechen würde uns nicht gut dastehen lassen, zumal ich den Hauptgefreiten morgen früh wieder zur Basilika bringen sollte. Nein, das würde wohl nur für Ärger sorgen. Das wir es ignorieren könnten, hatte bisher ja auch nicht so wirklich funktioniert.. Ich wusste auch nicht was wir tun sollen. Mir ging es da wie Baldr.
      Ich schwieg eine ganze Zeit und sah ihn einfach nur an. Dann atmete ich tief durch und versuchte mich zu beruhigen, so wie ich im Kampf immer versuchte einen klaren Kopf zu bewahren. Das half ein wenig, auch wenn mein Körper sich ihm immer noch hingeben wollte. Ein kaum zu ertragendes Gefühl. Wenn ich Levi allerdings beweisen will, dass mein Kopf stärker als mein Herz ist, dann musste ich das aushalten.
      "Als ob du dir ein Bordell leisten könntest..", scherzte ich und lachte dabei ein wenig erzwungen, während ich meinen Blick von ihm abwandte. Allerdings weigerten sich meine Beine noch, mich von ihm zu trennen.
      Eigentlich hatte Baldr ja angefangen mich zu küssen... Aber ich hatte mich auf seinen Schoß gesetzt, anstatt neben ihn! Jemandem die Schuld daran zu geben, dass es dazu kam, würde allerdings auch nichts bringen. Wenn Flavius hier wäre, könnte Baldr sich.. mit ihm ablenken.. Dann könnten wir den Hauptgefreiten vielleicht beschwichtigen. Und ich? Ich kam vorher auch ohne zurecht.. Aber.. es fühlte sich so gut an..
      Nachdenklich kaute ich ein wenig auf meiner Unterlippe herum und blickte noch immer auf den Baum in der Nähe. Solange ich Baldr nicht gesehen hatte, hatte ich kaum daran gedacht. Aber Baldr sagte, dass er den Tag kaum ohne mich auskäme. Sollte ich also dafür stimmen, dass wir uns aus dem Weg gehen?

      Langsam gelang es mir aufzustehen und auf Baldr hinabzusehen.
      "Wir.. kämpfen einfach dagegen an..?" Das Kribbeln und die weichen Knie machten es nicht gerade einfach, doch ich atmete noch einmal tief durch und stemmte meine Hände in die Hüfte.
      "Ich.. Ich schaff das..", meinte ich und wandte meinen Blick ab, da Baldr's Anblick es mir nur schwerer machte.
      "Wir.. können uns doch nicht wie Tiere.. unseren Trieben hingeben.. Wir sind.. Ritter. Wir haben eine Aufgabe!"
      Bald waren wir jedenfalls Ritter. Oder zumindest Baldr, da ich nicht wusste, ob ich meinen Ritterschlag bekäme. Sehr glaubwürdig brachte ich das allerdings wohl nicht rüber.
      "Ich.. geh spazieren!" Ja, das war eine gute Idee. Etwas kühle Luft und Abstand von Baldr würden mein Gemüt schon wieder abkühlen.
      "Und heute Nacht.. geh ich in mein eigenes Bett!" Ich musste mich einfach nur dazu zwingen! Ich bin stark! Mein Wille ist stärker! Ich muss Levi beweisen, dass ich das hinkriege! Ihm und all meinen Kameraden, die sich darauf verlassen, dass ich im Kampf einen klaren Kopf behielt.
      Mist, ich stand immer noch hier, als würde ich darauf warten, dass Baldr mir erlaubte zu gehen oder mich davon abhielt. Ja. Ich muss einfach für uns beide stark sein und auch für ihn handeln!
      "G-gute Nacht, Baldr!", verabschiedete ich mich und drehte mich um, um zu gehen. Mein Herz beruhigte sich nicht und mein Kopf glühte noch immer. Außerdem war ich..
      Nein! Blick nach vorn! Immer auf mein Ziel gerichtet! Ob Baldr jetzt unglücklich war? Es war doch.. sein Vorschlag getrennte Wege zu gehen und dem Verlangen zu widerstehen.
      Als ich merkte, dass ich nur ein paar Schritte gegangen war und schon wieder stehen blieb, sah ich auf meine Füße. Nicht umdrehen.. Nicht umdrehen.. Ich hob meinen Kopf und atmete mehrmals tief durch. Warum war das so schwer? Seufzend legte ich meine kühlen Hände an meine warmen Wangen und hoffte, dass dieses.. Verlangen einfach wieder gehen würde.
      Würde es uns wirklich abhärten, wenn wir es wie Baldr sagte wieder.. und wieder.. und wieder.. Würde es uns lehren, damit umzugehen? Ich weiß nicht..
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Stillschweigend beobachtete ich sie bei ihrem Monolog und spürte, wie sie mit sich haderte, dennoch mussten wir einen Weg finden, mit unseren Gefühlen, unserer Lust umzugehen. Entweder versuchen wir sie zu vermeiden und zu unterdrücken oder wir springen in den reißenden Sturzbach unserer Lust und geben ihm uns hemmungslos hin, wohlwissend, dass die Fahrt für eine Weile turbulent werden würde. Doch irgendwann würde sicher ein Wasserfall kommen, unsere unkontrollierbare Fahrt im Fluss der Lust würde enden und wir würden in einem See landen, wo diese Lust zwar noch immer vorhanden ist, uns jedoch nicht mehr unkontrolliert mitreißen würde. Stattdessen könnten wir selbst entscheiden, ob wir uns ihr hingeben oder den See für eine Weile verlassen.
      Scheinbar gehören solche Momente in dieser Phase einfach dazu, aber ich wusste es nicht besser. Woher auch, hatte ich mit solchen Sachen doch zuvor keine Ahnung gehabt.

      Als Lorae im Begriff war zu gehen, jedoch nach einigen Schritten bereits wieder zum Stehen kam, saß ich noch auf meiner Bank und blickte ihr nach.
      Schließlich stand ich gefasst auf und schob mir die Hände in die Taschen, da mir langsam kalt wurde.
      "Gute Nacht, Lorae", murmelte ich. Mehr hatte ich nicht zu sagen. Es war genau so, wie ich es schon vor Tagen gesagt hatte: solche Gefühle waren Gift für unsere Freundschaft, da könnte ich auch gleich unser Essen vergiften. Es würde den Geschmack verderben und uns beide umbringen, spätestens auf dem Schlachtfeld, wenn einer verletzt fällt und der andere aus Sorge zu ihm eilt und dabei selbst draufgeht. Allerdings hab ich das Gift selbst in Essen gemischt, zumindest teilweise. Ich war ein Mörder.
      Dann drehte ich mich wortlos um und ging langsam die entgegengesetzte Richtung von Lorae entlang. Weiter und weiter und weiter, ohne zu stoppen oder mich umzublicken. Ich beschloss, bis zum Ritterschlag der Herberge und allen anderen dort fernzubleiben. Tagsüber würde ich üben, Passanten zu bestehlen, nachts würde ich mich im Hauptquartier der Assassinen aufhalten. Zwar war ich dort noch nie, jedoch hatte mir Basim mal erzählt, wo es sich befindet. Ein großes Gewölbe unter dem Königspalast, nur durch zwei geheime Zugänge im Tunnelsystem zu erreichen, an einem Ort, wo Nicht-Eingeweihte einen nicht finden würden. Ein Ort, der Essen für mehrere Tage, Wasser für Wochen, sowie Schlafmöglichkeiten, Waschräume und sogar Unterhaltungsmöglichkeiten bietet, sofern man auf Literatur, Waffen, Kämpfen, Klettern und Wassersport steht. Zumindest hatte Basim mir diesen Ort als solchen beschrieben.

      ---

      Auf einem Dach ganz in der Nähe, von der Dunkelheit geschützt, hockte Basim auf einem Schornstein und hatte sich die Szenerie angesehen. Er war sich nicht sicher, ob er es albern finden, weil wir viel Drama um nichts machen, oder ob er Mitleid empfinden sollte.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • Lorae

      Als sich Baldr schließlich von mir verabschiedete, hielt ich einen Moment die Luft an und setzte meinen Weg fort. War das richtig? War er jetzt gekränkt? Wie ernst meinte er es, dass er mit mir eine Familie gründen wollte? War das nur die Lust, die aus ihm sprach? Ich verstand es nicht. Aber wie sollte ich Baldr verstehen, wenn ich nicht einmal mich selbst verstehe?
      Da ich über eine Menge nachdenken musste, machte ich einen langen Spaziergang. Ich.. will doch gar nicht.. Ich will keine Kinder. Oder doch? Aber wann? Nicht so schnell jedenfalls.. Und dann? Für einen Moment wünschte ich, dass Dimitri hier wäre. Nicht, weil ich sein Gesicht sehen wollte, sondern weil ich gern mehr über seine Mutter wüsste. Den General würde ich niemals danach fragen. Dimitri's Mutter war doch 'eine Bestie'. War sie das auch, nach der Geburt von ihm und Luzia? Bei den Göttern.. Er hätte jetzt wirklich andere Sorgen, als mit mir über seine verstorbene Mutter zu sprechen, wenn seine Schwester gerade erst gestorben war. Wie dumm von mir..

      Es war nicht mehr weit zur Herberge und ich vermutete, dass Baldr wohl auch zögerte dorthin zurückzukehren, aber ich wollte noch einen Moment allein sein, weshalb ich mich in schmale Gasse begab, in die kaum Licht dran. Dort rutschte ich mit meinem Rücken die Wand herunter, zog meine Knie an und legte meine Arme um sie, um auf den Boden vor mir zu starren. Das Verlangen war tatsächlich verschwunden, aber ich fühlte mich irgendwie schuldig. Und so.. War es das, was Baldr mit Leere in seiner Brust meinte?

      Als sich mir jemand näherte, sah ich nicht auf und versuchte die Gestalt zu ignorieren. Mir war klar, dass man sich lieber nicht in dunklen Gassen aufhalten sollte, schon gar nicht als Frau. Aber ich war keine wehrlose Frau.
      "Du weißt schon, dass es in solchen Gassen gefährlich sein kann?", hörte ich eine Stimme, die eindeutig nach Ruven klang.
      "Hungrige Männer könnten über dich herfallen!" Dabei hob er seine Hände und tat so, als würde er sich auf mich stürzen.
      "Du hast vor nichts Angst, oder?" Das hatte bestimmt Marius behauptet..
      "Es gibt nur eines, was ich fürchte..", meinte ich und vermied immer noch, zu ihm zu sehen.
      "Lass mich raten.. Baldr zu verlieren?"
      War das so offensichtlich? Gut, ich hatte ja klar und deutlich gesagt, dass ich mein Leben für Baldr geben würde.. Also war das nicht schwer zu erraten.
      Ruven setzte sich an die Wand gegenüber, sah jedoch an die Wand neben mir.
      "Ich weiß nicht, was ich.." Eigentlich ging es ihn ja nichts an..
      Doch er schwieg und ich auch. Mehrere Minuten lang, ehe ich doch wieder den Mund aufmachte.
      "Wir wissen beide nicht, ob wir mehr füreinander empfinden, weil wir.." Doch dann stockte ich wieder, da ich meinen Kopf gehoben hatte und in sein Gesicht sah. Er sah mich an und.. irgendwie hatte es eine beruhigende Wirkung auf mich. Sein Blick war frei von irgendeinem Urteil über mich, frei von Mitleid und auch kein Lächeln war darin, was mich in Verlegenheit bringen könnte. Ein ganz neutraler, sanfter Blick.
      "Weil ihr es miteinander gemacht habt?", fragte er, doch auch in seiner Stimme war nichts, dass ich negativ auffassen könnte. Als würde er mir lediglich helfen meinen Satz zu beenden. Wie machte Ruven das? Mich überkam das Bedürfnis ihn zu umarmen und an seiner Schulter auszuweinen, da ich glaubte, dass er es niemandem erzählen und auch mit mir nie wieder darüber sprechen würde.
      Allerdings war Ruven noch jünger als wir, also wusste er vermutlich auch nicht mehr über die Liebe.
      "Vielleicht habt ihr euch nur mitreißen lassen und in ein paar Tagen, lacht ihr einfach darüber und denkt im Guten an die Erfahrung, die ihr gemacht habt. Ist doch besser es mit seinem besten Freund zu machen, als völlig betrunken mit einem Fremden, oder?"
      "Ja.. natürlich.." Irgendein Fremder.. unvorstellbar.. Ich war wirklich froh, dass es mit Baldr war. So war ich wenigstens nicht völlig unerfahren, wenn ich.. falls ich.. mit jemand anderem..
      Seufzend lehnte ich meinen Kopf an die Wand und blickte Ruven noch weiter an, dessen Gesicht nun ein sanftes Lächeln zeigte. Jetzt verstand ich, warum Lisbeth ihn so mochte und warum Marius anfangs ein wenig eifersüchtig war..
      "Ihr könnt es auch nochmal tun, um zu lernen. Dann blamiert ihr euch später nicht bei jemand anderem."
      Er scherzte und was immer in seinem Gesicht war, steckte mich an und brachte mich zum Schmunzeln. Ich war noch nie wirklich mit Ruven allein. Nur kurz und dann beim Essen oder Holzhacken, wobei er mir da einfach die Axt weggenommen hat! Weil er.. sich um mich sorgte.. Weil er sich um jeden sorgte. Er war für Marius da, für Lisbeth, für mich, für alle. Er war zwar immer allein, wenn Marius ihn nicht mitschleifte, aber niemand hatte je etwas schlechtes über ihn gesagt. Warum hatte er Marius bei seinem Problem damals nicht geholfen?
      "Warum.. hast du Marius damals nicht geraten, Lisbeth zu wählen, anstatt die Adlige, wie sein Vater es wollte?"
      "Hab ich. Aber als Lis' Freund, war ich ihm nicht unparteiisch genug. Er hat mich weggejagt und sich betrunken. Aber dann kamst du. Du kanntest weder ihn, noch Lisbeth und hast ihm dasselbe geraten, wie ich."
      Ahh..
      "Wobei wir beide gar nicht nachvollziehen können, wie er sich fühlt. Du bist eine Waise und ich nur der Sohn eines Bäckers. Mir schreibt keiner vor, wen ich heiraten soll."
      "Ja.. Adlige haben es wohl doch nicht immer so leicht.."
      "Ja.."
      Wir schwiegen wieder, doch diese Stille war eigentlich ganz entspannend. Dann sah Ruven in den Himmel.

      "Weißt du, Lorae? Ich habe dich und Baldr immer bewundert. Baldr hing immer fleißig über seinen Schriften und du hast jeden Tag so verdammt viel trainiert.."
      Als er seinen Blick wieder auf mich legte, konnte ich nichts darauf antworten.
      "Jetzt hockst du hier wie ein Haufen Elend. Versinkst in Selbstmitleid und Zweifeln. Ich dachte, du willst ein Ritter werden?" Seine Stimme wurde am Ende etwas bestimmender, aber nicht lauter.
      Ich blinzelte und sah ihn nur an. Da hatte er auf jeden Fall einen wunden Punkt getroffen.
      "Was willst du?", fragte er nachdrücklich.
      "Ich will in den Aufklärungstrupp."
      "Da hast du deine Antwort."
      Welche Antwort? Mein Blick verriet wohl, was ich dachte, als er weitersprach.
      "Du hast nicht mit Baldr geantwortet."
      Und das soll jetzt die Antwort auf all meine Fragen sein?
      "Das.. wars? So einfach..?", fragte ich etwas verunsichert, da er das offensichtlich ernst meinte.
      "Vielleicht. Ich weiß nicht. Seh ich aus wie ein weiser Mann?" Er lachte und stand nun auf, um mir die Hand zu reichen.
      Ich ließ mir aufhelfen und sah ihn etwas skeptisch an.
      "Hast du Angst, dass Baldr nicht damit umgehen kann?"
      "Ja.."
      "Hm.. Ich denke, eure Freundschaft ist stark genug. Wie war das.. Du siehst ihn als deinen Bruder?
      Er legte seinen Kopf schief und grinste noch unverschämter, wie Baldr es tat, wenn er mich neckte.
      "Und du hast es trotzdem mit ihm getan?"
      Lachend stupste er mich mit seinem Ellenbogen an, während mein Kopf rot wurde. So.. war das auch nicht gemeint..
      "Idiot..", murmelte ich und verschränkte die Arme vor der Brust.
      "Nimm das doch nicht so ernst..", meinte er und legte seine Hände auf meine Schultern, während er hinter mir stand, um mich dann aus der Gasse rauszuschieben.
      "Geh schlafen. Morgen ist ein neuer Tag. Außerdem willst du doch nicht wieder verschlafen, oder?"
      Nein, ganz bestimmt nicht!
      Seufzend setzte ich mich in Bewegung und ging mit Ruven in die Herberge zurück.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco

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    • Ich lief eine ganze Weile durch die in der Dunkelheit der Nacht versunkenen Stadt.
      Um diese Uhrzeit waren nur noch wenige Leute unterwegs, mein Kopf war leer wie die Straßen, durch die ich ging.
      Irgendwann erreichte ich den Königspalast. Zwar wusste ich, dass unter ihm das Assassinen-Hauptquartier lag, jedoch hatte ich keine Ahnung, wie ich in das Tunnelsystem kommen sollte.

      Hinter mir sprang etwas auf die Straße.
      "Baldr...wo willst du hin? Zur Herberge geht es in die andere Richtung."
      Ich drehte mich um, mein Blick kühl, beinahe schon kalt.
      "Ich gehe nicht zurück. Stattdessen werde ich ins Hauptquartier gehen. Jedoch weiß ich nicht, wie man ins Tunnelsystem kommt."
      Basim seufzte, jedoch gab es für ihn keinen Grund mich abzuweisen. "Hier entlang."
      Er ging voraus, ich folgte ihm. Wenig später fanden wir uns vor einem Brunnen wieder. Wir kletterten hinein und dann den Schacht hinab, bis wir in einem unterirdischen See landeten.
      Ans Ufer geschwommen, erreichten wir eine mit Efeu verkleidete Tür. Diese geöffnet, befanden wir uns im Tunnelsystem.
      "Wieso hilfst du mir überhaupt?"
      "Ich kann dich ja schlecht alleine durch die dunkle Stadt laufen lassen. Nachts ist es gefährlich auf den Straßen, besonders in den Seitengassen."
      Wir traten hindurch, dann schloss er die Tür von der anderen Seite.
      Als wir uns nach einer Weile des durch die stockfinsteren Gänge des Systems schließlich vor einer Wand wiederfanden, zog er einen bestimmten Ziegelstein heraus, was ein Schloss freigab. In dieses er einen Schlüssel und drehte ihn. Ein leises Klacken war zu hören, dann schwang die Wand auf.
      "Tadaa...willkommen in unserer Zentrale."
      Dann schritten wir hindurch, Basim drehte den Schlüssel erneut, sodass die Wand wieder zu schwang, das Schloss auf der Innenseite.

      Hier verbrachte ich meine Nacht. Ich masturbierte in dieser dreimal und dachte dabei sowohl an Lorae, als auch an Flavius.
      Am folgenden Mittag kletterte ich alleine über die Dächer der Stadt und suchte nach geeigneten Zielen, an denen ich meine Diebes-Fähigkeiten trainieren könnte.
      Dabei meidet ich den Umkreis der Herberge sowie die Basilika mitsamt des angrenzenden Marktplatzes wie ein Vampir das Knoblauch.
      Obwohl ich einige Male von Passanten erwischt wurde und fliehen musste, konnte ich am ersten Abend satte vier Gulden, vier Kreuzer und 58 Pfennige nachweisen. Letztere tauschte ich in einer Wechselstube in fünf Kreuzer um, da das Säckchen von Flavius sonst zu voll geworden wäre.

      Auch die nächste Nacht verbrachte ich im Hauptquartier. Dabei war ich den größten Teil alleine, da Julius, Augustus und Deimos noch in der Klink waren und Basim anderen Dingen nachging.
      Wenn Lorae hier wäre, hätten wir hier ungehemmt und geräuschvoll Sex haben können und das so hart, oft und wo wir wollten, jedoch war dieses Kapitel - für den Moment zumindest - für mich gestorben.

      -----

      Am frühen Morgen erreichten Dimitri und Falco Petrograd und ritten durch die Straßen, nachdem sie bereits die ganze Nacht durchgeritten waren.
      Die Menschen sprachen in einer Sprache, die Falco nicht verstand.
      "Worüber reden die?"
      "Über nichts besonderes. Mach dir keinen Kopf."
      Ihr Ziel war ein Gasthof am anderen Ende der Stadt, dort würden sie sich vom Geld, dass sie in Überfällen auf fahrende Händler und Geschäfte in kleineren Städten erbeuten konnten, für einige Tage einquartieren, bis Dimitri seine Vorbereitungen abgeschlossen hatte.
      "Was machen wir jetzt?"
      "Uns einquartieren. Dann schau ich mich im Untergrund der Stadt um. Es gibt hier eine berüchtigte Widerstandsbewegung aus Marodeuren, die ich mir näher ansehen möchte."
      "Marodeur? Was ist das?"
      "Ein Soldat, der wegen Krankheit oder Verletzungen nicht kampftauglich ist oder wegen grober Verfehlungen unehrenhaft entlassen wurde."
      "Also sind die böse?"
      "Wir alle sind für irgendjemanden auf dieser Welt böse. Mach dir darüber keine Gedanken, Falco. Ich werde dafür sorgen, dass sie dir kein Haar krümmen werden."

      -----

      Tag zwei in meiner selbstgewählten Selbstständigkeit; erneut zog ich durch die Straßen und beklaute Leute, wobei ich erneut die mir altbekannten Orte mied und von einigen Passanten beim Klauen erwischt wurde.
      Gegen Mittag hatte ich dennoch knapp zwei Gulden zusammen, von denen ich mir bei einem Markt im Stadtteil Yamato-town einige Lebensmittel kaufte, aus einem nahegelegenen Fluss Wasser trank und mich anschließend auf die Dächer der Stadt zurückzog, um dort in Ruhe zu essen.
      Irgendwann fiel mir eine schwarze Gestalt auf, die ebenfalls auf den Dächern unterwegs war und in hohem Tempo geradewegs auf mich zusteuerte.
      Zuerst dachte ich, es war Val doch...diese Person trug eine Maske. In der Hand hielt sie einen seltsamen Dolch. Obwohl sie alleine war, bereitete sie mir ein gewisses Unbehagen.

      ----

      "
      Ayauhteotl. Da ist noch jemand auf dem Dach. Was meinst du, Freund oder Feind?"
      Eine blassblaue, weibliche Gestalt schwebte neben ihr her.
      "Sieht harmlos aus, das in seiner Hand ist nur Brot. Ignorier ihn und lass uns in der Nähe der Basilika suchen. Um diese Zeit dürfte da einiges los sein."
      "Verstanden."
      Dann drehte die Gestalt ab und verschwand in Richtung Süden.

      Ich blickte ihr verwundert nach und rieb mir die Augen. Hatte sie gerade die Apparatur des Aufklärungstrupps genutzt?
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      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Haruka Watanabe ()

    • Lorae

      Den ersten Tag, nachdem Baldr und ich uns getrennt hatten und er nicht zum Schlafen zurückkehrte, verbrachte ich wie zuvor. Den Hauptgefreiten herumschieben und dann trainierte ich. Es klappte mit der Zeit deutlich besser, auch wenn es noch ein wenig schmerzte. Doch irgendwie hielt mich dieser Schmerz davon ab, an Baldr zu denken, der auch in dieser Nacht nicht zurückkehrte. Ging er mir nur aus dem Weg, oder war ihm was passiert? Was sollte ihm passiert sein.. Er war doch kein Schwächling.. Sicher ging es ihm gut..

      Also brachte ich auch am nächsten Tag den Hauptgefreiten zur Basilika. Levi war wirklich stur, oder? Wie lange sollte das noch weitergehen? Ich verbrachte die Wartezeit auf einer Bank und blickte ins Nichts, darauf wartend, dass Levi meine Hilfe nicht mehr benötigte. Jedes Mal, wenn ich nichts zutun hatte, musste ich an Baldr denken, was dieses Kribbeln zufolge hatte, dem ich nicht nachgeben durfte. Obwohl ich in der vergangenen Nacht mit dem Gedanken gespielt hatte, mich selbst zu berühren.. Aber das war mir unangenehm im gleichen Raum, wo Yoichi und Marius schliefen und Baldr vielleicht doch auftauchen würde.
      Den Rest des heutigen Tages würde ich wieder mit Trainieren verbringen.

      ____

      Valerius Hazen

      Ich hatte dem General Meredith wahnsinnige Zusage mitgeteilt, ihre Liste abgegeben, damit sie ihr Material bekäme und mich dann wieder meinem Schwerttraining gewidmet. Abends probierte ich noch eine Weile den neuen Bogen aus, der mich noch immer begeisterte. Diese Meredith war ziemlich gut und ließ mich auch weiter ihren Hof nutzen, solange ich für sie kochte. Aber sie war ganz schön herrisch.. Es wunderte mich nicht, dass sie in ihrem Alter noch keinen Mann hatte, obwohl sie so hübsch war.
      "Was ist?"
      Oh ich muss beim Essen wohl wieder so sehr in Gedanken versunken sein, dass ich sie angestarrt hatte.
      "Nichts."
      "Warum glotzt du dann so?"
      Oh Mann, hatte sie gerade die Phase, die Frauen immer hatten? Heute war sie besonders kratzbürstig..
      "Ich hab dich nicht angestarrt, ich hab nur nachgedacht."
      Zum Glück gab sie danach Ruhe. Vielleicht sollte ich mir einen anderen Platz zum Trainieren suchen?
      "Ich glaub, ich seh mich mal in der Stadt um."
      "Du meinst, du flüchtest vor mir."
      Was zum- Standen mir meine Gedanken etwa auf der Stirn? Ich musste wirklich an meinen Überzeugungskünsten arbeiten..
      "Tu, was du nicht lassen kannst. Du könntest ja mit Lorae trainieren. Ich bin ihr heute morgen begegnet, da meinte sie, sie trainiert auf dem Hinterhof der Herberge."
      Mit Lorae? Ich trainierte nicht gern mit anderen, aber sein Schwert nur in der Luft herumzuschwingen machte einen auch nicht zum Krieger. Jetzt, wo ich dem Aufklärungstrupp beitreten würde, war es vielleicht an der Zeit meine Gewohnheiten abzulegen.
      "Okay.."
      Also ging ich zur Herberge, um mir das Training des Mädchens anzuschauen. Ich mied die Gegenwart von anderen, da mir so niemand etwas aufdrängen konnte, was ich nicht mochte. Aber was sollte dieses Mädchen mir schon aufdrängen?

      Sie ließ sich nicht von mir ablenken und schwang ihre beiden Schwerter selbst in diesem Zustand noch besser als ich. Doch das Handicap mit dem linken Arm hatten wir wohl gemeinsam. Nach einer Weile wischte sie sich über die Stirn und sah zu mir.
      "Willst du nicht mitmachen?", fragte sie mich, woraufhin sie ihre Schwerter wegsteckte und wir zu Holzschwertern griffen. Wir wollten ja niemanden verletzen.
      "Du kämpfst auch mit zwei Schwertern?"
      "Wenn ich ein Schild trage, dann versteck ich mich nur die ganze Zeit dahinter. Mein Gegner fällt aber nicht irgendwann von selbst um."
      Sie zuckte nur mit den Schultern und wir fingen an. Zuerst hielten wir uns beide zurück, da wir einander nicht kannten und nicht wussten, wie weit wir gehen konnten. Doch je mehr Zeit verging, desto erbitterter wurden wir.
      Ich traf sie an der linken Schulter, was sie ziemlich schmerzte, glaubte ich.
      "Tut mir leid.."
      "Entschuldige dich nicht und halt dich nicht zurück, nur weil ich ein Mädchen bin!"
      Bildete ich mir das ein oder waren alle Frauen so aggressiv? Die da schien wenigstens was am Laufen zu haben, wenn ich mir den Fleck an ihrem Hals so ansah.
      Wie sie wollte, hielt ich mich nicht mehr zurück, was sie dazu veranlasste noch mehr zu geben.

      "Pause..", keuchte ich und stützte meine Hände auf die Knie. Ich musste mich ganz schön bewegen, um mit ihr mitzuhalten. Obwohl ich sehen konnte, dass auch sie schneller atmete, konnte sie sich aufrecht halten und schien noch nicht am Ende zu sein.
      "Du bist gut.."
      "Du nicht.. obwohl du schon Ritter bist."
      "Ich bin Bogenschütze, kein Schwertkämpfer."

      ____

      Ruven Avenor

      Ich hatte Marius gebeten, nicht an die große Glocke zu hängen, dass ich heute Geburtstag hatte. Dann fühlten sich alle nur dazu gezwungen mir zu gratulieren, obwohl es der gleiche Tag wie letztes Jahr war und ihn sich nur keiner gemerkt hatte.
      Wie immer verbrachte ich den Tag mit meiner Familie und würde am Abend wohl wieder mit Marius und Lis in die Taverne gehen. Seit wir hier in Praha waren, waren wir wirklich jeden Abend dort.. Wie das für die anderen wohl aussah?
      Alle fragten sich jedoch, wo Theo wäre und die Stimmung war gedrückt. Bis auf Krista hatten alle wohl schon in Betracht gezogen, dass Theo nie wieder zurückkehren würde. Ich versuchte dennoch ein wenig gute Laune zu verbreiten und sagte Krista, dass Theo leider viel zutun hätte und die Stadt wegen der Arbeit verlassen musste. Keiner widersprach mir, aber keine hatte mir die Last abgenommen eine Lüge zu erfinden. War das in Ordnung? Sie war ja nun keine 5 mehr, sondern 13. Aber an meinem Geburtstag sollte sie nicht weinen müssen. Deshalb hielt ich es für besser so.
      Am Nachmittag legten sich Vater und David immer hin, da sie noch vor Sonnenaufgang aufstanden, damit die Leute früh morgens ihr Brot bekamen. Deshalb verabschiedete ich mich und ging mit Krista spazieren. Sie verhielt sich wie eine kleine Lady, was Mutter ihr beigebracht hatte. Sie würde bestimmt keine Probleme haben einen Mann zu finden. Die standen doch jetzt schon alle Schlange. Hoffentlich würde sie es mal gut haben.
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      - Eugene Ionesco
    • Am nächsten Tag - der General hatte von Valerius die Zusage Merediths sowie eine Materialliste erhalten - machte er sich in Begleitung eines jungen Mannes - die Gestalt tippte auf einen Bogenschützen - auf den Weg in den Königspalast, um den König über das angenommene Angebot Merediths zu unterrichten und ihn über die benötigten Materialien zu unterrichten.
      Die Gestalt hatte ihn inzwischen ausfindig gemacht, nachdem er auf die Idee gekommen war, Levi und dieses Mädchen zu folgen, wohlwissend, dass Levi und der General schon länger kannten und er ihn womöglich zum General führen würde und er sollte richtig liegen.
      Durch die Überwachung von Levi erfuhr er neben dem Aufenthaltsort des Generals auch von der Herberge und konnte sich einen Überblick über die Leute verschaffen, die dort regelmäßig ein- und ausgingen, in dem er sich im Dachstuhl des gegenüberliegenden Gebäudes einnistete.

      Der General wurde von der Gestalt von den Dächern aus beobachtet, wie er eine Weile später einen Beutel mit den 1000 Gulden sowie einen Brief mit wichtigen Informationen für Meredith den Palast verließ und sich auf den Weg in die Schmiede machte.
      Da der Bogenschütze jedoch dem General stets auf den Versen blieb und sie zudem nur menschengefüllte Straßen und Wege passierten, griff die Gestalt erstmal nicht ein. Zu riskant wäre ein Attentat unter so vielen Zeugen, die eingreifen könnten. Es sollten nicht sinnlos Menschen sterben. Nur der General, so wie der Befehl lautete.

      Deshalb hielt er sich zurück und behielt die Beiden von den Dächern der Stadt aus im Auge.
      Geduldig verfolgte er sie geschickt und flink wie ein Windhund von Dach zu Dach kletternd und springend durch die Stadt, wobei er manchmal auch von der Apparatur Gebrauch machte, um Kreuzungen und große Abstände zwischen den Dächern aufgrund breiter Straßen überbrücken zu können.
      Als er schließlich die kleine, zur Schmiede führende, menschenleere Nebenstraße erreichte, wollte er den Befehl der Königin endlich vollstrecken. Die Gestalt wollte jedoch nicht einfach vom Dach springen und ihn direkt töten, sie hatte zuvor noch Fragen an den General.
      Außerdem müsste er die Begleitung unschädlich machen.

      Also hastete sie ans andere Ende der langen, aber leeren Straße und zückte ihren Dolch: "Ayauhteotl, leih mir deine Kraft."
      Schwarze dornige Ranken umschlossen sein Handgelenk, um den Blutzoll einzufordern, dann stürzte sie sich vom Dach. Sein Dolch emittierte nun einen schwarzen Rauch, der die Klinge wie einen Schleier umgab.
      Mittels der Apparatur verhakte sie sich an zwei Seilen an den Wänden der Häuser und schoss durch die Straße auf die beiden zu.
      Der Bogenschütze bemerkte den Feind früh, der Gestalt fiel der fremdartige Bogen auf; Entfernung zur Zielperson etwa 200 Meter.
      Ein Pfeil flog auf sie zu und streifte ihre Schulter.

      "Tzzz...lassen wir unsere Muskeln spielen, Ayauhteotl."
      Die Gestalt löste die Seile und rutschte einige Meter über den Boden, ehe sie zum stehen kam.
      Dann rannte sie auf den Bogenschützen zu.
      Der nächste Pfeil kam herangerauscht, jedoch verwandelte sich die Gestalt für einen Moment in schwarzen Rauch, ohne jedoch seine menschliche Gestalt zu verlieren, sodass der Pfeil durch sie hindurch flog und in einer Hauswand einschlug; Entfernung etwa 150 Meter.
      Sie war einem weiteren Pfeil auf diese Art ausgewichen, dann schossen wieder die Seile aus der Apparatur und verhakten in den Wänden.
      Die Gestalt machte einen flinken Satz nach vorne und wich mit einer grazilen Drehung in der Luft einem Schwertangriff des Generals und einem erneuten Pfeil aus, dann fing sie an, den Bogenschützen angreifen.
      "Denk an dein Ziel. Entwaffne ihn, aber töte ihn nicht. Wir wollen unnötige Morde vermeiden.", sprach Ayauhteotl.

      "Verstanden."
      Mit einem Tritt schlug sie dem Schützen in der Luft schwebend den Bogen aus der Hand. Mit einem Greifhaken, der aus dem Ärmel der Gestalt schoss, schnappte sie sich diesen und brachte ihn in ihren Besitz.
      Anschließend eine erneute Drehung, um einem weiteren wilden Schwerthieb des Generals auszuweichen, bevor er landete und scheinbar beiläufig mit seinem Dolch einen verzweifelten Nahkampfangriff des Schützen abblockte und zu einem Konter ansetzte.
      Dann begann ein wilder Nahkampf, jedoch hatten sie keine reelle Chance.
      Mit wenigen Hieben hatte die Gestalt ihre Gegenüber jedoch nicht nur entwaffnet, sondern regelrecht überwältigt.
      Sie kämpfte auf einem ganz anderem Niveau als ihre Gegner: Flink, hinterlistig, die nächsten Angriffe scheinbar vorhersehend.
      Schließlich packte die Gestalt den Schützen am Hals und hob ihn hoch.

      "Du kannst nicht gewinnen, Junge. Gib auf!"
      Dann schleuderte er ihn wie Ungeziefer gegen eine Hauswand und sah, wie er hart dagegen krachte und auf den Boden sackte.
      Zuletzt wandte er sich dem General zu, der entwaffnet und durch die Strapazen erschöpft auf dem Boden saß und schnell atmete.

      "W...was bist du und was willst du von uns?"
      Die Gestalt antwortete jedoch in einer fremden Sprache, die der Schütze nicht verstehen konnte, sollte er noch bei Bewusstsein sein.
      "Dein Sohn...wo ist Dimitri?"
      "Was willst du von meinem Sohn? Und wer bist du überhaupt?"
      Langsam nahm die Gestalt ihre Maske ab und offenbarte ihr wahres Gesicht.
      Der General wurde kreidebleich, seine Augen weiteten sich. Er hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit einem von den Toten Auferstandenen.
      "Lange nicht gesehen, Meister."

      "N..nein..das kann nicht sein.. du solltest doch tot sein...Porco...wie?"
      "Jaaa..ich war tot. Levi persönlich hat mich gerichtet", er zeigt auf die Narbe, die seine komplette Kehle umkreiste.
      "Und doch lebe ich. ICH LEBE! Verrückt nicht wahr? Dieser Dolch hier, das Erbstück meines Vaters, gab mir eine zweite Chance. Und jetzt sag mir, wo Dimitri ist!"
      Der General schwieg. Er war entsetzt und vollkommen verstört. Porco, der Musterschüler der Wolfsakademie und beste Freund seines Sohnes..lebte..LEBTE! Er hatte wieder das Bild seines Sohnes vor Augen, wie er sich die Augen nach Porcos Tod ausweinte.
      "WO...IST... DIMITRI?!", wurde er nun deutlich.
      Er packte den General am Kragen, zerrte ihn hoch und drückte ihn hart gegen eine Wand, den Bogenschützen dabei immer im Auge habend, jedoch zeigte er keine Regung.

      "Er ist weg...nach dem Angriff auf die Akademie ist er verschwunden...aber er machte Andeutungen, dass er König werden will...also wird er wohl zurückkehren....früher oder später..."
      "Geht doch! Nimm das hier nicht persönlich, ich führe nur einen Befehl aus."
      Dann rammte er ihm seinen Dolch in den Bauch.
      Blut spuckend und sich die tiefe Wunde haltend sackte der General auf den Boden und blieb reglos an eine Hauswand gelehnt sitzen.
      Hinter ihm nahm Porco eine Bewegung wahr.
      Es war der Schütze, der einen letzten Verzweiflungsangriff ausführen und ihm ein Messer in den Rücken rammen wollte.
      Jedoch blockte er auch diesen Versuch. Er packte ihn am Arm und schleuderte ihn gegen eine Wand.
      Dann rauschte er an ihn heran und boxte ihn in Gesicht und Bauch. Wieder und wieder und wieder, bis er sich vor Schmerzen am Boden krümmte.
      "Das reicht. Du hast bereits gewonnen, was willst du noch?", sprach Ayauhteotl schließlich.

      "Wag es nie wieder, mir in die Quere zu kommen. Sonst bist du mein nächstes Opfer."
      Dann spuckte er ihn an, setzte sich seine Maske auf und verschwand mit seiner Apparatur auf den Dächern der Stadt, den Bogen des Schützen nahm er mit.

      Minuten später wurde der General von Meredith versorgt.
      Es grenzte fast schon an ein Wunder, dass er es überhaupt bis zur Schmiede geschafft hatte, nachdem der General einen Adrenalinschub bekam und sich trotz seiner Verletzungen noch irgendwie bis zur Pforte des Gebäudes kriechen konnte.
      Was aus seinem Begleiter wurde, wusste er jedoch nicht. Zu sehr war mit seinem eigenen Überleben beschäftigt.
      Das Geld und der Brief lagen noch an der Stelle, wo er angegriffen wurde, der Gestalt schienen diese Gegenstände nicht wichtig gewesen zu sein und es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Neuigkeiten in der Herberge rumsprechen würden...

      ---

      Unterdessen bekam ich davon nichts mit, sondern verbrachte auch den dritten Tag meiner Selbstständigkeit wie die Tage zuvor, ebenso den Vierten, den aktuellen Tag. Inzwischen hatte ich meine Ausgaben aus der Taverne wieder eingefahren, dennoch fehlte mir Lorae furchtbar. Wie gerne hätte ich sie bei mir in der Zentrale.
      Neben Basim kehrte nun auch Deimos zurück, dessen Zustand sich gebessert hatte und damit aus der Klinik entlassen wurde, damit ein Bett frei wird.

      Zuerst war er über meine Anwesenheit verwundert, nach einem klärenden Gespräch schien er sich jedoch damit arrangiert zu haben.
      Er war sogar fit genug, mich im Kampf mit Schwert und Bogen zu trainieren, sodass ich meine Überlebenschancen im Aufklärungstrupp verbessern und gleichzeitig Lorae beschützen konnte.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.

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    • Valerius Hazen

      Ich begleitete den General auf seinem Weg in den Palast und ebenso zu Meredith. Irgendwie war mir nicht ganz wohl dabei. Womöglich lag es daran, dass wir mit einer Menge Gulden an so vielen Menschen vorbeigingen! Unsere Waffen sollten Diebe allerdings abschrecken, hoffte ich. Dennoch blieb ich wachsam, dafür war ich schließlich hier, oder? Als wir die vollen Straßen hinter uns gebracht haben, atmete ich erleichtert auf, doch hier würde es nicht weniger gefährlich sein. Und leider bestätigte sich meine Befürchtung, als am anderen Ende der Straße jemand viel zu schnell auf uns zukam. Diese Person hatte die gleiche Apparatur wie der Hauptgefreite. Aber das konnte er unmöglich sein.
      Da ich jedoch davon ausging, dass sich kein Freund uns auf diese Weise nähern würde, zog ich schnell meinen Bogen und feuerte einen Pfeil ab. Spätestens jetzt wäre ein Freund stehen geblieben und hätte die Hände gehoben, aber damit hatte ich nicht gerechnet. Wer immer das war trug eine Maske und einen Dolch, weshalb ich nicht zögerte und einen weiteren Pfeil abschoss.

      "Was.." Wie war das möglich? Was war das für ein Rauch? Unbeirrt schoss ich noch einmal, doch ich traf wieder nicht. Als mir mein Bogen geraubt wurde, griff ich zu meinen Schwertern, um den General zu unterstützen, allerdings hätte es dafür wohl deutlich fähigere Kämpfer gegeben. Wenn das nur ein einfacher Dieb gewesen wäre, hätte ich ihn längst mit meinen Pfeilen erledigt und das hier wäre nicht nötig gewesen.
      Verdammte Scheiße! Was war das für einer? Als er mich packte, dachte ich schon, ich würde sterben, doch stattdessen warf er mich einfach gegen eine Wand, als würde ich nichts wiegen. Ich spürte einen heftigen Schmerz an meinem Kopf und war einen Moment lang etwas benommen. Den Stimmen zufolge, unterhielten sich die beiden über irgendetwas, während ich an meine Stirn fasste und versuchte mich zusammenzureißen.
      Allerdings war ich nicht schnell genug auf die Beine gekommen, um die Gelegenheit zu nutzen den Angreifer von hinten mit meinem Dolch zu verletzen. Vielleicht hätte ich nicht daran zweifeln sollen, ob ich erfolgreich wäre. Obwohl selbst dann hätte er mich vermutlich überwältigt. Dieser Kerl war nicht von dieser Welt..
      Jetzt würde ich garantiert sterben, so wie ich einen Schlag nach dem anderen einsteckte. Anfangs hatte ich noch versucht mich zu wehren, doch ich gab auf und sackte letztendlich zusammen, bevor er irgendetwas zu mir sagte und verschwand.

      _____

      Meredith

      Dieser Valerius sollte sich wirklich dringend ein paar Eier wachsen lassen.. War ja kaum auszuhalten.. Aber für seine Hilfe war ich ihm trotzdem dankbar. Die nächsten Tage tauchte er jedoch nicht auf. So konnte ich mich wenigstens auf meine Arbeit konzentrieren.

      Dachte ich zumindest, denn an diesem Tag kroch der General in meine Schmiede, weshalb ich alles fallen ließ und zu ihm eilte.
      Im ersten Moment konnte ich nur meine Hand auf die Wunde drücken. Da war so viel Blut. Wie bei Mama.. Warum.. Warum nur.. Schon wieder..
      "Oh Gott.." Ich musste was tun und zwar schnell. Die nächste Klinik war zu weit weg, also sah ich zu Valerius, der sich wider Erwarten auf die Beine gekämpft hatte. Ich dachte, er würde einfach liegen bleiben und jammern. Aber gut..

      "Hilf mir!"
      "Was hast du vor?"
      "Ihn retten?" Hoffte ich jedenfalls. Ein Treffer in die Brust wäre viel effektiver gewesen. Wollte er nun den Tod des Generals oder ihm nur Angst machen? Wie auch immer.. Wenn wir nichts tun, könnte er dennoch sterben.
      "Drück das da drauf.." Schnell hatte ich seine Hand ergriffen und ein Tuch geschnappt, welches ich in diese drückte und dann zum Bauch des Generals führte.
      "Beeil dich!"
      Ja, verdammt! Das musste er mir nicht extra sagen!

      Hastig riss sein Hemd auf und schüttete etwas von dem hochprozentigen über die Wunde, den mein Vater unten im Schrank aufbewahrt hatte.
      "Oh Gott.." Ich trank einen Schluck, um mich zu beruhigen - was nicht wirklich half - und blickte zur Schmiede.
      Valerius panischer Blick machte mich unglaublich nervös.
      Mit zitternden Händen nahm ich einen bisher stumpfen Dolch und überschüttete ihn mit einer großen Menge Alkohol, ehe ich ihn über das Feuer hielt.
      Mein Herz raste, aber ich wusste, dass das funktionieren würde, aber nicht, wieviel Zeit er noch hatte.
      Das wird schon.. Keine Panik.. Vielleicht sah es nur schlimmer aus, als es ist..

      Als die Klinge heiß genug war, setzte ich mich auf seine Beine, während Valerius seine Arme fixierte. Nur um sicher zu gehen, dass der General nicht aufwachte und sich bewegte.
      "Also dann.." Ob er mich dafür hassen wird? Ich rette ihm hier sein verdammtes Leben!
      Dann drückte ich die heiße Klinge auf seine Wunde. Das war ganz sicher nicht angenehm.. Das Zischen und der widerwärtige Gestank waren aber auch für uns nicht angenehm!

      Kurz darauf rannte Valerius mit einer beachtlichen Geschwindigkeit zur nächstgelegenen Klinik, um einen Arzt in meine Schmiede zu schicken. Anschließend zur Herberge, um den Hauptgefreiten zu informieren.
      Ich saß derweil mit weit aufgerissenen Augen und dem Bogen in der Hand an den Tisch gelehnt und behielt die Tür im Blick, nur falls irgendwer sein Werk hier vollenden wollte..
      Dabei hatte ich gehofft, dass all das endlich ein Ende hätte und ich nie wieder durch so etwas müsste..
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco

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    • Am Nachmittag desselben Tages erreichte Flavius die Eulenakademie, ein riesiges Schloss hoch oben auf dem Monte Blanco, dem weißen Berg, der seinen Namen aufgrund der ganzjährig vorhandenen Schneedecke erhielt, der den halben Berg vom Gipfel abwärts in eine weiße Schicht hüllte.
      Flavius hatte ein schlechtes Gefühl, seinem Vater gegenüberzutreten. Dennoch musste er zu ihm, lagen doch nur in seinem Labor die nötigen Werkzeuge und Ersatzteile, um seine Apparatur zu reparieren.
      Er betrat die gotische Eingangspforte des ihm so vertrauten und gut besuchten Eingangsbereiches und durchquerte diese, bis er einen breiten, lichtdurchfluteten Gang erreichte, der ihn in den südlichen Flügel führte. Dort befand sich die Werkstatt des Vaters, sowie sein Schulleiterbüro, die Büros der Lehrkräfte und dessen Wohnquartiere. Es sah so viel beeindruckender aus und ließ die Wolfsakademie beinahe schon schäbig wirken.
      Den Gang entlanggeschritten und einige Treppen nach unten gegangen, öffnete er eine hölzerne Tür und trat ein.
      "Ich bin zurück, Vater."
      "Willkommen zurück, mein Sohn. Haben die Revolver-Prototypen funktioniert, die du mir geklaut hast? Und wie war dein Ausflug?"
      "Ja." Auf die andere Frage ging er nicht ein.
      "Gut", sein Vater drehte sich um und warf einen Blick auf seinen Sohn, der gerade die Apparatur abgenommen hatte. Sie sahen sich - abgesehen von der Augenfarbe, die des Vaters waren grau - sehr ähnlich, nur war sein Vater fast zwei Meter groß und könnte Flavius jederzeit einfach zerquetschen.
      "Was willst du hier?"
      "Meine Apparatur reparieren...sie ist auf dem Weg hierher kaputtgegangen. Wo sind die Werkzeuge?"
      "Liegen auf dem Tisch bei den anderen Apparaturen."
      Flavius zog seine Felljacke aus, sodass sein Oberkörper lediglich von einem kurzärmligen, grauen Hemd bedeckt war, zudem wurde sein linker Arm von einem, vom Handgelenk bis zur Schulter reichenden Verband verdeckt, an beiden Handgelenken befand sich je eine versteckte Klinge.
      Er setzte sich auf einen Hocker und fing an, die Reparatur durchzuführen.
      Währenddessen bastelte sein Vater an einem anderem Tisch am Ende des großen Raumes an einer anderen Erfindung, die er Donnerspeer nannte.
      "Mir ist das Blut an deinem Verband aufgefallen. Was hat dir diesmal wehgetan?"
      "Geht dich nichts an."
      "Warum sprichst du in diesem Ton mit mir?"
      "Du weißt warum. Ich bin nur hier, weil du die Werkzeuge für die Apparaturen hast. Das Tischtuch zwischen uns ist für mich zerschnitten."
      Dann schwiegen sie sich eine Weile an.
      Nachdem Flavius seine Reparatur abgeschlossen hatte, zog er sich wieder an und schnallte sich die Apparatur um.
      Sein Vater trat an ihn heran: "Gehst du wieder zu diesem Ragnar?"
      "Ja."
      "Richte ihm aus dass, wenn er wieder mit seinen Lakaien herkommt und an meiner Akademie Unruhe stiftet, um mich für meine Sünden bluten zu lassen, ich ihn endgültig umbringen lassen werde. Deine Freundschaft zu ihm und das was er für dich getan hat, waren lange die einzigen Gründe, warum er noch am Leben ist. Doch irgendwann ist mein Mitleid erschöpft."
      "Willst du uns drohen?"
      "Nein. Ich verspreche es dir."
      Flavius blickte ihn finster an und fuhr die versteckten Klingen aus
      Sein Vater erwiderte seine bedrohliche Geste, indem er seine graue Rektorenrobe so zur Seite schob, dass man eine verbesserte Version - sie war merklich dunkler als das Originalmodell - der Apparatur erkennen konnte, inklusive Klingen und dem Donnerspeer.
      "Lass es uns zu Ende bringen, hier und jetzt."
      Er grinste überlegen und wusste, dass er gegen seinen Sohn sicher gewinnen würde.
      "Tzz...ich werde jetzt meine restlichen Sachen holen und dann wirst du mich nie wieder sehen. Und die hier nehme ich mit."
      Flavius griff den Werkzeugkasten.
      "Ein Jammer", sprach er beinahe schon herablassend.
      Dann trennten sich ihre Wege, Flavius verließ den Raum und ließ die Tür laut ins Schloss fallen.

      -----

      Es hatte nach der Ankunft zwei Tage gedauert, dann hatte Dimitri sich eine Truppe aus Mitgliedern der Widerstandsbewegung zusammengestellt. Inzwischen hatte er sich eine Augenklappe zugelegt, um sein verletztes rechtes Auge abdecken zu können.
      Sie unterhielten einander in einer Sprache, einer, die in Petrograd und dem gesamten dazugehörigen Reich die Muttersprache ist.
      In Begleitung Dimitris trat die Gruppe in den Gasthof, wo er noch immer einquartiert war und schritten in den Raum, in dem er gemeinsam mit Falco lebte.
      Dieser war gerade am Lesen einer Schrift, die ähnlich eines Wörterbuches war und zeigte sich erschrocken von den fünf fremden Menschen, mit denen Dimitri eintrat.
      "Keine Sorge, Dimitri. Diese Leute tun dir nichts."
      "Ist das das Wunderkind, von dem du erzählt hast? Hätte nicht gedacht, dass das wirklich noch ein Kind ist."
      "Was hat er gesagt?"
      "Nichts Wichtiges", wandte er sich Falco zu. Dann sprach er mit seinen Begleitern.
      "Ich werde euch jetzt ihm vorstellen."
      Dimitris Blick ging erneut zu Falco, die fünf Menschen - vier Männer und eine Frau - stellten sich in einer Reihe auf. Sie mussten mindestens fünf Jahre älter sein als Dimitri.
      "Das ist Pawlitschenko, ehemalige Bogenschützin dieses Landes. Mit ihrem speziellen Bogen sind Ziele selbst auf 500 Meter in Gefahr. Außerdem ist sie Ingenieurin und wird für unser Vorhaben essentiell sein."
      "Guten Tag", sprach sie und winkte.
      "Was hat sie gesagt?"
      "Guten Tag. Das ist ihr Verlobter, Saizew, ebenfalls Bogenschütze. Steht Pawlitschenko in nichts nach."
      "Guten Tag", sprach er ernst.
      Falco nickte.
      "Das ist Karpow, Militärstratege und ehemaliges Mitglied der Eliteeinheit, befehligt von Zarin Katharina höchstpersönlich. Seine Fähigkeiten im Kampf sind universell, das macht ihm auf einem Schlachtfeld zu einem Taschenmesser."
      "Guten Tag."
      Gut...ten Tag."
      "Weiter so, Falco. Dein erstes Wort. Nummer vier hier ist Kasparow. Ehemaliger Kamerad von Karpow, in den Fähigkeiten seinem Kameraden sehr ähnlich."
      "Guten Tag."
      "Guten...Tag."
      "Der letzte im Bunde ist Tschigorin. Er ist der Alchemist im Bunde und kennt sich hervorragend mit chemischen Waffen aus, also Brandbomben und dergleichen."
      "Guten Tag."
      "Guten Tag."
      Dann wandte Falco sich wieder Dimitri zu. "Und was machen wir jetzt?"
      "Ich werde dir die Grundlagen unserer Sprache beibringen. Die anderen bereiten alles vor und in einer Woche brechen wir zur Eulenakademie auf. Es gibt dort einiges, dass wir für den Plan und die Bezahlung unseres Teams brauchen werden."

      ----

      Levi wurde wenig später von Valerius über den Angriff auf den General informiert. Er war gerade mit Lorae von der Basilika zurückgekehrt - jegliche Versuche, Keith zu überzeugen blieben erfolglos - und wollte sich gerade ein wenig ausruhen, jedoch stand er nach der Information plötzlich unter Spannung und blickte mit besorgter Miene zu Valerius. Ein so gefährlicher Kämpfer dürfte auf keinen Fall frei herumlaufen. Noch mehr jedoch beunruhigte ihn die Tatsache, dass er im Besitz einer Apparatur war und damit scheinbar sehr gut umgehen konnte. Und dann war da noch die Sache mit dem Rauch.
      "Ist dir irgendetwas an dieser Gestalt aufgefallen? Irgendwelche Merkmale? Hat sie etwas gesagt?"
      In seinem Gesicht hatte sich über Nacht ein nekrotischer Fleck gebildet. Im Umkehrschluss bedeutete dies, dass das, was Levi durch die Dreizackspitze in den Körper bekam, weiter streute und auch die Eingriffe keine Besserung bringen würden. Sein Tod ist spätestens damit besiegelt.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • Valerius Hazen

      "Ja, aber ich konnte es nicht verstehen. Der General schon." Das war schon alles, was ich wusste. Wie er kämpfte, der Rauch, seine Stärke, seine Sprache, Größe, Maske. Allerdings hatte er sich mir ohne Maske zugewandt, auch wenn ich dabei beschäftigt war, seine Angriffe zu blocken.. erfolglos.. Naja, wie auch immer.
      "Warte.." Ich hob einen Finger und dachte nach, aber vor allem musste ich erstmal zu Atem kommen. Langsam ging ich zum Tisch rüber, legte ein Papier darauf und schüttelte meine rechte Hand. Sie zitterte ein wenig - vor Aufregung und weil ich so schnell gerannt war, wie ich konnte - "Ich.. brauch einen Moment.." Ich musste mich erst beruhigen, doch dann fing ich an zu zeichnen.
      Harald hatte tatsächlich recht, dass mir dieses 'Talent' mal nützlich sein würde. Ich würde sein Gesicht wieder erkennen, wenn ich es sähe und Harald hatte mich genötigt, meine Zeichenkünste zu verbessern. Ich war nicht gut mit Worten und konnte schlecht beschreiben, was ich gesehen hatte, aber dank Harald's Unnachgiebigkeit und meinem fotografischem Gedächtnis konnte ich das Gesicht zeichnen. Ich könnte ebenso eine Karte vom Schloss - wobei ich nur die Gänge und die angrenzenden Türen gesehen hatte - oder von den Teilen Praha's zeichnen, in denen ich schon war. Egal. Mit meinem Zeigefinger verwischte ich die Konturen ein wenig, um weiche Schattierungen zu erzeugen.
      Zum Schluss betrachtete ich das Bild und nickte. Ja, das war der Kerl..
      "Da", sagte ich lediglich und hielt Levi das Bild hin.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco

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    • Unterdessen saß ich, vom Angriff auf den General nichtsahnend auf einem Dach unweit der Herberge und beobachtete Lorae.
      Der Diebstahl der Passanten ist mir inzwischen ein wenig zu riskant geworden, zudem mein Säckchen bereits gut gefüllt war.
      Außerdem vermisste ich sie. Meine Beine baumelten in der Luft, in Gedanken war ich mit ihr bereits im Hotelzimmer zugange. Ob sie das noch mit mir möchte?
      Während ich mich meinen Gedanken hingab und dabei meinen Kopf verträumt dreinschauend mit einem Arm abstützte, kam Basim plötzlich die Wand hochgeklettert und eilte mir entgegen.
      "Ah, hier bist du!"
      "Was ist los?"
      "Deine neue Kleidung ist fertig und der Schuhmacher hat seine Arbeit ebenfalls abgeschlossen."
      "Fein. Danke für die Info."
      Basim schien jedoch noch etwas auf dem Herzen zu liegen.
      "Ist noch was?"
      "Du hast es noch nicht mitbekommen, stimmts?"
      "Was denn?"
      "Der General...er wurde angegriffen und schwer verletzt."
      Entsetzt weitete ich meine Augen und sprang regelrecht auf.
      "Wer war das? Und lebt er noch?"
      "Er lebt, doch wer es war und warum weiß ich nicht. Ich hab es nur von Julius bei meinem täglichen Besuch erfahren. Er wurde nämlich in dieselbe Klinik eingeliefert."
      "Das ist...lass uns aufbrechen."
      "Wohin?"
      "In die Klinik. Schneider und Schuhmacher machen erst in ein paar Stunden zu. Außer, Lorae wird auch dorthin gehen, dann muss ich zuerst meine Sachen holen und mich waschen. Ich will nicht, dass Lorae mich so sieht."
      "Sie wird ziemlich sicher auch kommen. Ich werde sie als Nächstes informieren und ich kann mir nicht vorstellen, dass es sie nicht interessiert."
      "Dann hole ich erst meine Kleidung."
      "Gut. Wir treffen uns dann in der Klinik."
      "Ist das eitel von mir? Normalerweise müsste ich jetzt alles stehen und liegen lassen und zum General gehen, statt mich um mein Aussehen zu kümmern."
      "Du bist alt genug, um deine eigenen Entscheidungen zu treffen. Nimm den."
      Basim drückte mir einen Schlüssel für das Hauptquartier in die Hand, dann machte er sich auf den Weg zu Lorae. Ich spurtete währenddessen zum Schneider und dem Schuhmacher, der sein Geschäft gleicht neben der Schneiderei hatte.

      ------

      Angespannt beobachtete Levi, wie Valerius etwas auf ein Blatt Papier zeichnete und als er schließlich das Resultat zu sehen bekam, weitete er entsetzt seine Augen und nahm es ihm ab.
      "Bist du dir sicher, dass er es ist?"
      Er drehte sich mitsamt seines Stuhles von Valerius weg, um seinem Entsetzen nicht noch weiter Ausdruck zu verleihen.
      "Lass mich alleine, ja? Ich muss nachdenken. Und noch etwas...solltest du diesem Mann erneut begegnen, greif ihn nicht an sondern weich ihm aus. Er ist äußerst gefährlich und unberechenbar."

      Nachdem er alleine war, ließ er das Papier fallen und blickte ungläubig in seine leeren Handinnenseiten.
      "Porco...aber wie...ich hatte dich doch eigenhändig getötet! Wie kannst du...? Und wenn du dich wirklich in Rauch verwandeln kannst, wirst du auch eine dieser Waffen haben... ."
      Levi hielt sich am Tisch fest und zog sich aus dem Rollstuhl. Seine Beine waren wacklig, zudem fühlte er nun wieder diesen Schmerz, den er seit letzter Nacht spürte und der vom nekrotischen Gewebe auszugehen schien. Dann sackte er keuchend auf den Boden.
      "Ich muss dich erneut töten, Porco. Du bist zu gefährlich für diese Welt."
      Schreiend zog er sich nun erneut hoch und krallte sich regelrecht in den Tisch.
      "Ich muss...durchhalten...wieder in Form kommen...ich muss zu Keith...meine Apparatur...mir bleibt nicht mehr viel Zeit.."
      Hastig riss er die Tür auf und stolperte aus seinem Raum, seine Beine waren noch immer schwach, doch er konnte jetzt keine Rücksicht darauf nehmen. Sein erstes Ziel war die Reparatur seiner Apparatur. Vielleicht könnte Keith ihm dabei weiterhelfen.
      Kurz darauf hastete er aus der Herberge und an Lorae und Basim vorbei, die sich gerade unterhielten:
      "Der General wurde angegriffen und schwer verletzt. Möchtest du mit mir kommen und nach ihm sehen? Baldr wird vielleicht auch dort sein."

      ----

      Unterdessen war Porco mit der Königin in ihrem privaten Raum, der nur über den Salon zu erreichen war. Er hatte diesen durch den Geheimgang betreten, da ihm das Tunnelsystem vertraut war. Porco unterrichtete sie über die Vollstreckung des Befehls und brachte ihr als Beweis ein Stück blutigen Stoff vom roten Mantel des Generals. Die Königin saß gerade auf ihrem Schreibtischstuhl und hatte einen Brief fertiggeschrieben; sie zeigte sich über diese Tatsache sehr erfreut.
      "Gut gemacht, mein Junge. Hier deine Belohnung, wie abgemacht."
      Sie drückte ihm im Sitzen und ohne ihn anzublicken den kleinen Sack voller Gulden in die Hand, der auf ihrem Schreibtisch stand.
      "Außerdem hab ich noch einen Bonus für dich." Die Königin legte nun die Schreibfeder aus der Hand und wandte sich ihm zu; Gierig griff sie ihm in den Schritt und knetete, was sie dort vorfand: "man erzählt sich, du hättest keine Skrupel und ich will mich davon selbst überzeugen."
      "Was ist mit dem König?", er blickte grinsend auf die Königin herab und verhärtete sich.
      "Mein Gemahl ist noch für Stunden in seinem Thronsaal beschäftigt, wir haben daher den ganzen Flügel nur für uns."
      "Und die Wachen?"
      "Die wissen schon Bescheid und werden keinen Finger rühren, auch wenn ich wegen dir schreie. Und jetzt stell keine weiteren Fragen, sondern fang an! Sei mein großer böser Zuchthengst!"
      "Wie sie wünschen, Eure Majestät. Ich werde mich auch nicht zurückhalten!~"
      Grinsend öffnete Porco seine Hose und entblößte seine steife Erregung, die Königin blickte willig zu ihm auf und leckte sich über die Lippen.
      Dann packte er ihren Kopf mit beiden Händen und drückte sich mit einem Ruck vollständig bis in ihre Kehle.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.

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