family - a spellbound short story. (earinor & akira)

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    • So klein die Freude auch sein konnte, kaum verspürte er nicht die schützende Wärme seines echten Vaters, so groß war sie, als er bemerkte, dass Stigr ihn noch nicht verlassen hatte. Mit einem breiten Grinsen auf spröden Lippen ließ er sich nuschelnd durch die Höhle tragen, welche ihnen eher als Schutz diente; eine Behausung war sie zwar auch, dennoch nur temporär. Ein lautes Gähnen war es, das seine Müdigkeit untermalte, und war er ehrlich, so war ihm peinlichst klar, dass er durchaus mehr schlafen sollte, wenn er schon dazu kam. Seine kleinen Arme breitete er aus, um Stigr in sie zu schließen, und um sich anschließend an ihn zu schmiegen und zu kuscheln; wenn er es nicht selbst machte, dann würde der Kleine eben selbst dafür sorgen, dass er ausreichend versorgt wurde, koste es, was es wolle. Ein zufriedenes Gähnen entwich ihm schon bald. "Mh, laut.", warf er ihm vor. Besser, er redete nicht zu viel, und doch mochte er es, seiner Stimme zu lauschen - sie klang robust und freundlich, auch, wenn sie ihm Rätsel auftrug, die er wohl kaum verstand, wenn er sich nicht in der fremden Sprache schulen ließ, von welcher er absolut keine Ahnung hatte. "Müde ...", erwiderte er erneut, in der Hoffnung, verstanden zu werden.

      Ob er nun müde oder einsam war, das waren zwei verschiedene Schuhe, und doch drückte es an beiden ein wenig - er war müde, vielleicht sogar etwas nass und kalt, aber grundsätzlich nur durstig und weniger hungrig. Sein Bäuchchen knurrte kurz nach diesem Gedanken auch schon, als hätte es ihn auf alle Ewigkeit verdammt und wollte ihm mit offenen Augen und Ohren sagen, dass er sich auf Stigr verlassen sollte, und aufhören sollte, zu träumen, wenn er besser darin war, zu gestikulieren. "Durstig!", erklärte er eifrig, als man seine Hände in das kalte Wasser steckte und ihm kurz darauf auch noch alles gegen die Haut rieb. So hatte er das aber nicht gemeint! Tatsächlich schien Stigr jedoch zu verstehen und er trank freudig aus den schützenden Händen, diesmal mehr als einen Schluck, bevor er von dem Wasser abließ. Seine Feder hing dem Mann noch immer im Haar und der Knirps hoffte, dass seine eigene sich nicht in seinem Bett verabschiedet hatte, kaum sah er für einen Moment nach oben. Eher zufrieden gestimmt klatschte er in die Hände, konnte danach aber nur mehr kichern. Schon bald rang er wieder nach Luft und klammerte sich an die große Pranke, die ihn so ungestüm anfiel. "Ja! Stop!", kicherte er.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Der Knirps liebte es scheinbar auf Stigr herum zu klettern und schon wieder klammerte er sich an den eigentlich fremden Mann. Der Soldat wusste nicht wirklich was er davon halten sollte. Natürlich wollte er dem Jungen nichts tun, im Gegenteil, er würde ihn beschützen solange er musste, aber er fragte sich einfach was es war, das der Junge wirklich von ihm wollte. Plappern tat er und vielleicht war es sogar eine Sprache, aber Stigr verstand ihn nicht. Müde sah er immer noch aus, aber er musste etwas essen, danach konnte er ja noch weiter schlafen. Vielleicht würde Stigr ihn zusammenpacken und noch einmal nach draußen gehen. Vielleicht würde er noch etwas Essen für den Abend oder morgen besorgen können, dann hätten sie auf jeden Fall weniger Sorgen. aber vielleicht war es auch besser dem Jungen etwas Rhe zu gönnen. Stigr wusste einfach nicht was richtig war. Sollten sie morgen niemanden finden, dann musste er selbst aber auch wieder vernünftig essen. Das Kind brauchte zwar nicht viel, aber er war doch noch dabei zu wachsen, er sollte nicht hungern müssen und Stigr kam auch ein paar Tage mit etwas weniger aus.

      Wenigstens hatte Stigr damit recht, dass der Junge etwas durstig war. Im Gegensatz zum letzten Mal schlürfte er das Wasser eifrig auf. sein nasses Gesicht sah aber auch wirklich niedlich aus. Weniger beschweren sollte er sich, da war Stigr das Lachen doch lieber, als die kleinen Hände versuchten ihn zurück zu halten. "Heißt das ja?", fragte er den Knirps und stand wieder mit ihm auf. "Na dann!" Stigr brachte ihn hinüber zum Feuer, dabei drehte er sich einmal mit ihm, weil er sich dachte, vielleicht weckte es den Jungen genug auf, damit er sich nicht an seinem Essen verschluckte. Der Vogel war schon eine Weile lang fertig und lag etwas entfernt vom Feuer, damit er nicht zu sehr auskühlte. Er zupfte ein wenig weiches Fleisch aus dem Vogel und reichte es dem Jungen, nachdem er selbst erfühlt hatte, dass es nicht zu heiß war. "Schmeckt dir das? Isss dich schön satt, ja?"
    • Die Welt war winzig wenn Stigr ihn hochhob - alles rückte in die Ferne und der Kleine war sich sicher, dass er derjenige war, der gerade mit den Wolken tanzte, weil er plötzlich so weit oben war. Mit einem zufriedenen Kichern ließ er sich aus seiner Position reißen und schnappte nach der Hand, die ihn erst in eben jene gebracht hatte. Loslassen sollte er ihn auf keinen Fall; das würde nur wehtun! Knirps oder nicht, zumindest das verstand er, und dementsprechend neugierig war er auch, als er sein Köpfchen nach Stigr ausstreckte, um eventuell zu sehen, welche Geheimnisse der Bärtige vor ihm verstecken konnte, wenn er hier oben herum nuschelte. Nichts war anders, und doch freute er sich zumindest, als sie sich wieder setzten und beide dem Boden näher schienen; ebenbürtiger waren. Erneut rutschte ihm ein Gähnen heraus. Ungeachtet dessen klammerte er sich an Stigr und drückte sich gegen ihn; er wollte nicht spielen, sondern eher kuscheln, aber auch das schien dem alten Mann irgendwie ein Fremdwort zu sein - das tat beinahe weh! Böse konnte er ihm dennoch nicht sein, zu seinem eigenen Leid, und doch empfand er es als beinahe lustig, wenn er so darüber nachdachte. Was auch sonst sollte es denn sein?

      "Ja? Jaaa? Ja ja!", wiederholte er aufgeregt. Dieses Wort hatte er schon öfter aus Stigrs Mund gehört und er glaubte, dass es sich nicht schlecht anhören konnte, nein, fast freudig, so wie das Grinsen auf Stigrs Gesicht. "Ja!", lachte der Knirps schließlich noch einmal auf, als er das Feuer und Essen erspähte, vor das sie sich gesetzt hatten. Spaß machte das hier unnormal viel - auch dann, wenn er eigentlich nur abgelenkt wurde und es vielleicht gerade nicht merkte, oder eher ignorierte, weil er gerade an nicht mehr denken wollte, als die schönen Dinge, die er von seinem Ersatzpapa haben konnte. War Stigr denn so etwas? Nein, das war vielleicht zu weit hergeholt. Mit strahlenden Augen betrachtete er dafür das Stück Fleisch, das man ihm anbot - er blies vorsichtig dagegen, in der Hoffnung, dass es ihm nicht die Zunge verbrennen würde, und begann dann, daran zu knabbern. Dieses Mal waren die Federn in einer anderen Farbe gewesen und auch, wenn das Fleisch durchaus gleich aussah, bedeutete das noch lange nicht, dass es auch genau so schmeckte - der Knirps fand es dennoch nicht schlecht. Zufrieden lehnte er sich erneut gegen Stigrs Brust und kaute mit einem Lächeln, ehe er nach oben sah und Stigr angrinste. "Du auch! Du auch! Stigr Hunger!"
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    • "Du klammerst heute aber ganz schön... du brauchst dir wirklich keine Sorgen zu machen, ich lasse dich nicht einfach so alleine. Ich habe deiner Mutter versprochen dich zu retten.", erklärte er dem Jungen noch einmal, der immer noch ziemlich müde wirkte. Schliefen alle Kinder so viel? Vermutlich schon, immerhin war er noch sehr jung und da gehörten Mittagsschläfchen nun einmal dazu. Plappern tat er trotzdem und er schien Stigrs Worte langsam aufzuschnappen. Vielleicht würden sie sich ja irgendwann ganz gut verstehen und vielleicht würde es helfen, wenn er ihm tatsächlich ein paar Geschichten erzählte, damit er nicht immer nur etwas von Essen und Schlafen hörte. Aber worüber dachte er da eigentlich nach? Hoffentlich fanden sie seine Familie bald, oder zumindest eine Spur, irgendwelche Wölfe die ihn kannten, oder trotzdem aufnehmen würden, dann wäre es auch besser er kannte noch all die thrianischen Worte und Adrestianisch war unwichtig. Stigr wollte ihn nicht loswerden, aber er konnte ihn nicht großziehen. Er würde ihn beschützen bis sie seinen Vater gefunden hatten, oder jemanden der ihn eher finden konnte. Ein Name wäre hilfreich gewesen, aber so musste es auch klappen.

      "Also bist du hungrig? Gut.", lachte Stigr der den Jungen dabei beobachtete, wie er die kleinen Händchen schon nach dem Stück Fleisch ausstreckte. Brav wie er war pustete er noch einmal darauf, obwohl es wirklich nicht zu heiß war, erst dann steckte er es sich in den Mund und kaute zufrieden. Stigr sah von oben herab auf das kleine Gesicht, das ihn plötzlich ebenso angrinste. "Hm? Jaja, ich esse auch etwas, aber du sollst satt werden.", erklärte er dem Kind, das ihn sowieso nicht verstand. Er griff nach einem kleinen Stück Fleisch und stopfte es sich selbst in den Mund, damit der Rabauke zufrieden war. Anschließend riss er dem Vögelchen ein Beinchen aus und hielt es in einer Hand, mit der anderen zupfte er kleine Stücke Fleisch herunter, um sie dem Jungen anzubieten und ab und zu selbst etwas davon zu essen. Die Knochen abnagen konnte der Kleine bestimmt noch nicht, das würde Stigr dann einfach selbst machen. Und dann? Das kam wohl darauf an wozu der Knirps aufgelegt war und ob er nach dem Essen immer noch müde war.
    • Zwerg oder nicht, der Kleine klammerte tatsächlich - es fiel ihm nicht so sehr auf, wie es vermutlich sollte, aber gleichermaßen war ihm doch klar, dass er sich lieber dazu hinreißen ließ, sich von jemandem wie seinem Ersatzvater helfen zu lassen, als sich von dem Rest der Welt ignorieren zu lassen. Ein Hungertod wäre alles, nur nicht das Seine, und wenn er sich selbst treu blieb, dann würde ihm wohl auch einfallen, dass er nichts tat, das nicht erlaubt war. Zufrieden knabberte er an dem Stück Fleisch, das man ihm aufgeopfert hatte und nahm jedes einzelne an, das man ihm danach auch noch anbot. Stille kreiste durch seinen Kopf, als würde sie ihn heimsuchen und all das, worüber er sich eigentlich genierte, aus den tiefsten Gefilden seines Kopfes verbannen - er fühlte sich schlecht, wenn auch nur für den Moment, und glaubte kaum, dass er sich selbst helfen konnte, wenn er sich nicht ordentlich anstrengen würde. Dazu gehörte wohl auch, dass er das aß, was man ihm vorsetzte; aus Stigrs Händen oder seinen eigenen. "Hungrig! Ja!", flötete er zufrieden und nickte nur, als er sich in den Stücken Fleisch verbiss, die er gerade in die Hand genommen hatte. Ob Stigr ein Problem mit seiner kontinuierlichen Präsenz hatte? Er bezweifelte es.

      Während er und der Große aßen, dauerte es nicht lang, um das gesamte Federvieh zu verputzen - immer wieder bot er Stigr Knochen an, deren Zwischenräume er nicht ordentlich abnagen konnte, selbst mit den Zähnen, die er hatte. Die Knochen selbst waren zu fest, um sie zu beißen und ließen sich kaum in etwas Spucke aufweichen, aber zumindest gab der Knirps sein Bestes und versuchte, sich dazu zu motivieren, wenigstens irgendetwas zu bewerkstelligen und biss auf die harten aber brüchigen Dinger nieder. Für einen Moment überlegte er, ob das wirklich die richtige Entscheidung war, bevor er sie an Stigr weitergab und sich erneut an ihn kuschelte. Egal, worüber er sich den Kopf zerriss, es würde wenig bringen; er schlief halb, und währenddessen war er auch noch dabei, seine frisch gewaschenen Finger wieder dreckig zu machen, weil der Hunger an ihm nagte und ihm einredete, dass er nicht nur äußerst durstig sondern auch ziemlich hungrig gewesen war. Zufrieden gähnte er, kaum hatte er sich den Bauch vollgeschlagen. Kaum war er fertig, stand er auch schon wieder auf. "Spielen!", verlangte er alsbald und griff nach der großen Hand, die definitiv besseres zu tun hatte, als einen leichtfertigen Knirps zu unterhalten.
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    • Stigr freute sich beinahe zu sehr darüber, wie der Junge seine Sprache aufschnappte. Er lächelte ihn an, während der Kleine die adrestianische Sprache wiederholte. Zusammen aßen sie den kleinen Falken auf, der wohl fürs Erste genügen musste. Bei den Knochen passte Stigr auf, dass der Junge nur an größeren knabberte und sich nicht etwa mit einem dünnen in den Mund stach. Stigr selbst nagte auch noch den Rest von den Knochen, damit sie auch nichts verschwendeten. Etwas Größeres zu fangen wäre von Vorteil, aber vermutlich musste er dafür ein paar Spuren folgen und nicht einfach nur hoffen, dass ihm ein Tier über den Weg lief und das konnte er gerade schwer. Egal, es würde sich schon eine Lösung finden und der Junge schien doch satt zu sein, also war alles gut. Nachdem der Junge fertig war, kuschelte er sich sofort wieder an Stigr. War es schon wieder Zeit für ein Schläfchen? Der Knirps war hoffentlich nicht krank und Stigr legte ihm sicherheitshalber kurz eine Hand an die Stirn. Glücklicherweise fühlte er sich nicht zu warm an, das war es also hoffentlich nicht.

      Aus Schlafen wurde aber scheinbar doch nichts, denn der Junge sprang auf einmal auf und griff aufgeregt nach Stigrs Hand. "Hm? Wie?", fragte er, nachdem er die Sprache des Jungen immer noch nicht verstand und nicht einmal wusste, ob er nicht nur irgendwelche Laute von sich gab. Mit dem Jungen hatte Stigr eine Menge zu tun, aber es fühlte sich nicht unbedingt nach Arbeit an. Er machte sich nur Sorgen darüber, wie er alles was getan werden musste unter einen Hut bringen sollte, wenn man das Kind schlecht alleine lassen konnte. Seine Mutter hatte ihn alleine gelassen, aber da war er zumindest in einem Zelt gewesen, eine Höhle war da etwas ganz anderes, erst Recht dann, wenn am Eingang ein Abgrund auf das Kind wartete. Selbst in einem Zelt aufbewahrt hätte Stigr zu viel Angst davor gehabt, dass wilde Wölfe den Jungen finden konnten, solange Stigr fort war. Er nahm ihn dann doch lieber überall hin mit. Jetzt gerade tat das aber wenig zur Sache und Stigr sah den Jungen fragend an. "Was möchtest du denn? Soll ich mitkommen?", fragte er ihn und ließ den Jungen ihn zumindest in eine aufrechtere Position ziehen.
    • Er freute sich, wohl mehr als er sollte - noch immer, schon wieder. Egal, wie sehr er versuchte, vor seinen kindlichen und einfachen Gefühlen davonzurennen, es half nichts. So schnell er auch sein wollte, so langsam trugen ihn seine Beine und so unehrlich konnte sein Herz sein, wenn er sich nicht vollkommen sicher war, was er wollte. Seine großen Augen waren es, die auf dem großen Mann und seiner Kleidung lagen - Kleidung, die er größtenteils ihm gegeben hatte, die ihm im Weg war und ihm mehr als nur eine Sekunde lang aufzeigte, wie verzwickt sein Leben nicht war, wenn er sich nicht ordentlich darum kümmerte. Egal, wohin sein Blick wanderte - er sah Stigr und seinen Bart, die Narben die er vereinzelt mit sich trug und die krumme Kleidung, die sich an seinen Körper schmiegte und ihn in Thria kaum warmhalten konnte. Der Knirps selbst war es, der besseres Gewand trug, als der Riese, der sich mit wenigen Worten auf vieles zu fokussieren schien - sie sprachen wenig miteinander, und gleichzeitig von vielem füreinander, das sie kaum verstehen konnten, weil sie sich keine Sprache teilten, sondern nur Fetzen, denen sie Bedeutung zumessen durften. Wohin würde all das noch führen? Der Knirps gab sich immerhin schon viel zu viel Mühe, wenn es darum ging, herauszufinden, was all das bedeutete.

      Wie ein Äffchen wartete er hüpfend darauf, dass sein alter Herr sich endlich auf bequemte. Kurz danach war es nicht mehr lange, bis er sich an sein Bein krallte, mit Händen und Beinen daran festhielt und auf Stigrs Fuß stieg, und einen Blick auf den Höhlenausgang und dann ihr Pferd warf. Wonach war ihm denn zumute. "Da!", deutete er hin; sein Finger fiel auf einen der Bäume, auf den Schnee, der außerhalb des Felsspalts lag. Ob es eine gute Idee war, Stigr zu einer Schneeballschlaft anzustiften, das wusste er nicht, aber er war sich ziemlich sicher, dass er nur gewinnen konnte, insofern er sich nicht dumm anstellte - sie beide hatten Zeit, mehr als genug, und eben das wollte er mit seinem Aufpasser genießen. Wohin würde ihr Weg nur führen? Vermutlich weit, weit weg - nicht zu seiner Mutter, oder vielleicht doch; genau konnte der Knirps es nicht sagen, selbst wenn er wollte und sein Bestes geben sollte. Mit einem herzhaften Seufzen sah er zu Stigr. "Los! Schnell! Nach draußen!", kicherte er.
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    • Der Knirps zog Stigr auf die Beine, oder mehr er zog an seiner Hand und Stigr stand deshalb auf, nur damit der Junge sich beinahe an seinem Bein hochzog. "Huh?", fragte er das Kind das plötzlich wieder voller Energie zu stecken schien. Er sah den Soldaten aufgeregt an, dann sah er nach draußen und dann zu ihrem Pferd, dann wieder zu Stigr. "Du willst wieder raus?", fragte er den Kleinen und überlegte es sich kurz. "Es ist immer noch gefährlich da draußen... ich weiß nicht wo die Soldaten sind, sie könnten noch in der Nähe sein. Sie dürfen uns nicht finden, weißt du?", versuchte er dem Kleinen vergeblichst zu erklären, auch wenn er wusste, dass er kein Wort von dem verstand was er sagte. Er blickte selbst noch einmal zum Höhleneingang, dann zurück zu dem Jungen der an Stigrs Hose zog und aufgeregt zappelte. Er seufzte. "Na schön. Wenn du noch einmal im Schnee spielen willst, warum nicht? Und vielleicht treiben wir auch noch etwas zu Essen auf. Aber nicht zu laut, ja?", mahnte er ihn und legte erneut einen Finger auf seine Lippen. "Nur leise reden.", sagte er mit gedämpfter Stimme.

      Dann packte Stigr die Decke, die der Junge zurück gelassen hatte und seinen Mantel wieder zusammen. Er nahm auch den Bogen und die Pfeile wieder mit und verstaute erst einmal alles auf dem Pferd. Die Reste des Vogels wollte er auch gleich entsorgen und packte sie ebenfalls ein. Zuguterletzt nahm er den hibbeligen Jungen hoch, damit er ihn ein Stück den Berg hinunter tragen konnte, das Pferd führte er wieder langsam hinter ihnen her. Erst weiter unten, wo es weniger felsiger wurde, stieg er mit dem Jungen auf und wickelte ihn für den kurzen Ritt, zurück zu seiner Schneemannfamilie in die Decke ein. Dort angekommen blieb er erneut in dem kleinen Tälchen stehen und schwang sich vom Pferd. Den Jungen setzte er vorsichtig im Schnee ab und breitete den Mantel wieder für ihn aus. "Ich will sehen, ob hier jemand war.", murmelte er dem Jungen zu und legte seine Hand kurz auf den kleinen Kopf. Bei den Schneemännern war nichts, aber er wollte noch ein wenig den sanften Hügel abgehen, nur um sicher zu sein.
    • Zuerst sah er Stigr noch zuversichtlich an, aber schon bald begann er ein wenig zu zappeln. Spielen wollte er, nicht gefoltert werden - oder getragen werden, in eben jenem Fall. Der kleine Frechdachs versuchte mit aller Kraft, sich aus Stigrs Armen zu winden und ihm zu zeigen, dass er lediglich vor die Höhle wollte und nicht zurück in das Tal, aber dafür war es schon zu spät, kaum saßen sie auf ihrem treuen Ross - er hatte seines in ihrer Behausung gelassen - und trabten auch schon bergabwärts. Wie sollte er dem alten Mann denn verständlich machen, dass er das gar nicht wollte? Der Rabauke hatte keinerlei Ahnung; er gähnte lediglich herzhaft und kuschelte sich an Stigr, so lange er konnte, bevor man ihn wieder ungeniert in den niedergetretenen Schnee setzen würde, damit der Koloss vielleicht noch etwas jagen konnte. Das war doch gar nicht der Kern seiner Aussage gewesen - er hatte ihn falsch verstanden! Lange dauerte der Abstieg jedenfalls nicht, und kaum fand er sich inmitten der Schneemassen wieder und sah den Mantel auf dem Boden, zog er eine Schnute; er war keineswegs laut oder beschwerte sich in irgendeiner Weise über all das, was gerade geschah. Stattdessen sah er auf und klammerte sich wiederum an Stigrs Bein - er wollte mitgenommen werden, verdammt nochmal!

      Der Patscher auf den Kopf half wenig und der Anblick der Schneefamilie stimmte ihn nicht gerade glücklich; Stigr hatte ihn doch etwas zu wörtlich genommen und der Knirps grummelte. Beißen wollte er nicht - das war nicht seine Art - aber er zupfte an Stigrs Hand und deutete auf den Schnee, bevor er von seinem Fuß sprang und danach griff. Beinahe theatralische schlecht war sein Versuch, eine anständige Kugel zu formen, aber sobald er sie hatte, bewarf er Stigr damit; sanft aber immerhin. Zufrieden über sein Werk stemmte er die Hände in die Hüfte und grinste Stigr an, als hätte er gerade den Spaß seines Lebens. Dumm war es zwar allemal, wenn er glaubte, das würde den alten Mann zu etwas anregen, aber wieso konnte er es denn nicht versuchen? “Stigr, spielen! Nicht schauen!”, wisperte er etwas unzufrieden und umarmte erneut das Bein des Großen. Ob er nun verstanden hatte? Zumindest hoffte der Knirps das. Aber wer wusste es schon? Vermutlich ohnehin keiner, außer er selbst - erneut glaubte er jedoch, dass er auf taube Ohren traf und sich mit dem Mantel und seinen unförmigen, leblosen Freunden abfinden musste: Etwas, das er ganz und gar nicht wollte, nie und nimmer und definitiv nicht jetzt.
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    • Der Knirps schien doch ein wenig unzufrieden, aber vor ihrer Höhle konnte der Junge nicht spielen. Man würde ihn viel zu leicht entdecken und gefährlich schien es auch, das war also keine Option. Es dauerte zwar ein paar Minuten bis sie an ihrem Ziel angekommen waren, aber auch nicht allzu lang. Trotzdem, der Junge klammerte sich an Stigr. Vielleicht hatte er Angst, er würde ihn hier draußen wieder alleine lassen? Das hatte er wirklich nicht vor, aber sie mussten vorsichtig sein. "Ich gehe nicht weg, keine Sorge...", murmelte er dem Jungen zu, aber das schien ihn nicht wirklich zu beruhigen, stattdessen gestikulierte er wild herum, hüpfte dann doch in den Schnee und warf schließlich etwas davon auf den Soldaten. Er sah den Knirps an. Schneeballschlachten gab es in Wezette auch, aber gerade jetzt war er nicht sicher, ob der Junge wütend auf ihn war, weil er ihn hier heraus geschleppt hatte und sich nicht genug mit ihm beschefgtige. Aber der Junge grinste freudig, vielleicht weil er getroffen hatte und er verlangte Stigr Aufmerksamkeit. Der Soldat sah noch einmal herum und er wollte lieber von niemandem überrascht werden, aber wie konnte er dem Jungen da beibringen?

      "Wir müssen vorsichtig sein, weißt du?", fragte Stigr und ging dabei vor dem Jungen in die Hocke. "Okay, wie wäre es, wenn du dafür auf meine Schultern darfst, hm? Wir drehen eine kleine Runde und wenn ich sicher bin, dass uns nichts passieren kann, dann spielen wir ein wenig, okay?" Das war die beste Idee die ihm kam und er drehte dem Kleinen den Rücken zu, damit er selbst auf seinen Rücken klettern konnte. "Na komm, rauf mit dir.", lächelte er über seine Schulter. Der Schnee hier war ohnehin ebenfalls zu tief, als dass er den Jungen neben sich her gehen lassen wollte. Mittlerweile hatte es sogar noch mehr geschneit. Gelegen kam das Stigr trotzdem, das verwischte ihre Spuren, aber er hoffte einfach, dass die Armee nach keinen Überlebenden suchen wollte und sich einfach zurück zog. Er konnte sich nicht vorstellen, dass seine Abwesenheit nicht auffiel, aber je nachdem wie die Schlacht geendet hatte, konnte man manche der Leichen vielleicht gar nicht zuordnen. Im besten Fall glaubten sie er wäre einfach im Kampf gefallen.
    • Er hatte genug! Der Knirps wollte nichts mehr, als mit Stigr eine Schneeballschlacht abzuhalten, aber auch dieser Wunsch stieß auf taube Ohren. Stattdessen starrte er ihm entgegen und versuchte sein bestes, ihn irgendwie dazu zu bekommen, sich seinem Willen und seinem intensivem Starren zu ergeben - die Kraft dazu hatte er, das wusste er, wenn auch nur aus Erzählungen von älteren Frauen aus der Siedlung, die immer nach seiner Wange griffen und daran zogen, um ihn niedlich zu nennen. Auf Stigr hatte sein einschüchternder Blick wohl nicht die geringste Wirkung, faselte er doch nur Dinge, die er wiederum nicht verstand. Würde dieser Typ jemals verstehen, dass sie beide einander zirka so gut verstanden, wie ein Fisch und ein Vogel? Vermutlich nicht, und doch wollte er ausgerechnet deswegen nicht die beleidigte Leberwurst spielen, nur, weil er gerade damit leben musste, komplett missverstanden zu werden - verdient hatte er es allemal nicht. Wer von ihnen beiden hatte die schlechte Laune des Anderen den verdient? Keiner, und damit stand auch fest, dass sie sich alle beide zu viele Sorgen um den jeweils anderen machten. "Vorsichtig? Was ist das?", fragte er ungeniert, mit trotzigem Ausdruck, als sich der große Mann auf sein Niveau herunterließ. Irgendetwas passte hier nicht so recht.

      Als Stigr ihm den Rücken zuwandte, dachte er für einen kurzen Moment, dass sein Aufpasser ihm schon wieder zeigen wollte, dass er vor ihm davonrennen würde, wenn er sich nicht benahm. Die Beine hatte er noch nicht in die Hand genommen, er hockte einfach da, und der Knirps sah ihn mehr als nur verwirrt an. So würden sie kaum spielen können und auch, wenn der alte Herr ihm den ein oder anderen Vorteil gönnen wollte. Ausschlagen konnte er all das bei weitem nicht, zumindest nicht in seinen eigenen, kindlichen Augen. Wenn sie nicht spielen konnten, dann wollte er wenigstens die Welt von oben - aus Stigrs Perspektive - sehen und genießen. Ohne die Einladung zu verstehen kraxelte er auf den Rücken des Älteren und legte seine Patschehändchen so um seinen Hals, dass er sich festhalten konnte, oder zumindest glaubte, er konnte es. Einen Moment schien Stigr noch zu warten, bevor er wieder aufstand, und er selbst kicherte leise darüber und schmiegte sich an den Mann, der eigentlich mehr verdient hatte, als einen nervigen, übernachtigen Fratz. "Los Stigr! Hüjah?" Genießen konnte er das alles sicherlich, zumindest war der Knirps der Meinung - selbst wenn Stigr ihm die Leviten lesen würde, weil er frech wurde.
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    • Der Junge schien immer noch unzufrieden. Er schmollte und sah beinahe wütend aus nd Stigr hoffte einfach, er fing nicht an zu schreien. Kinder konnten sich nicht immer nur benehmen, oder? Der Knirps starrte ihn an, die Hände in die Hüften gestemmt und als wolle er ihn gleich anfallen, auch wenn der Soldat sich schwer damit tat, vor einem Kleinkind Angst zu haben. Er wollte ihn trotzdem nicht wütend machen, aber Vorsicht musste nun einmal sein, auch wenn der Junge nicht wusste, was das bedeutete. "Ja vorsichtig. Das heißt wir müssen aufpassen wo wir hinlaufen und was wir tun.", versuchte er ihm zu erklären, aber die einzige Reaktion war ein trotziger Blick. Vorsichtig schien ihm nicht zu gefallen, er wollte spielen, nichts anderes und das mit Stigr und nicht alleine. Ein Kleinkind bei Laune zu halten war wohl doch nicht so einfach wie Stigr gedacht hatte. Hoffentlich mussten sie nicht lange nach seiner Familie suchen, nicht Stigrs Willen, er wollte nur einfach, dass der Junge sich entspannen konnte und nicht Tagein Tagaus auf einem Pferd sitzen und sich langweilen musste.

      Der Junge schien immer noch unzufrieden als Stigr vor ihm kniete, aber schließlich kletterte er doch auf den Rücken des Soldaten. Das schien ihn nun doch ein wenig zufriedenzustellen und Stigr stand mit ihm auf. Trotzdem hätte der Knirps doch noch weiter klettern können. Der Soldat schob den Knirps bis auf seine Schultern und hielt ihn an den dünnen Beinen fest, damit er nicht herunter kippte. Er lächelte, auch wenn er das nicht sehen konnte und machte sich schließlich auf den Weg den kleinen Hügel zumindest abzugehen. Das Pferd ließ er dabei wieder nach Futter suchen. Es dauerte nicht allzu lange sich einen Weg durch den tiefen Schnee zu bahnen und eine kleine Runde am Hügel zu drehen und in alle Himmselrichtungen zu blicken. Nirgends entdeckte er jemanden, auch keine Pferdespuren und somit war Stigr vorerst zufrieden. Er joggte den Hügel wieder nach unten in das kleine Tal, mit dem Jungen auf seinen Schultern sitzend. Ob ihm die Welt von da oben gefiel? "Willst du wieder runter?", fragte er ihn dann und deutete auf den Boden. Jetzt konnten sie seinetwegen eine Schneeballschlacht machen, auch wenn er nicht genau wusste wie man so eine gegen ein Kind führt.
    • Das hatte sich der Rabauke anders vorgestellt. Wie dem auch sei wollte er sich nicht länger darüber aufregen, dass Stigr ihm nicht den Gefallen tun konnte, den er eigentlich von ihm verlangte. In einem opportunistischem Leben wie eben diesem war vermutlich nicht alles so einfach, wie man es sich vorstellte - seine Finger konnte er an die Schultern des Großen legen, aber sonst fanden sie nirgendwo Platz, als er sein kaltes Gesicht gegen den warmen Rücken presste und nach oben sah. Hier war es angenehm, vielleicht sogar etwas zu sehr; er gähnte und genoss das, was er sehen durfte, vor allem aus dem Winkel, in welchem er es ausgerechnet jetzt erblickte. Wie weit er wohl gelaufen wäre, wenn er lediglich seine eigenen Beine gehabt hätte? Anstrengend wäre es auf alle Fälle gewesen, vor allem ohne jemanden wie Stigr, der viel begabter war als er - der wusste, wo er nach Essen zu jagen hatte, oder wie er es zubereitete. Der Knirps hatte nicht einmal eine Ahnung davon, wie er ein Zelt aufschlug, wenn man ihm die nötigen Materialien geben würde, zumal er sich nicht sicher war, ob er in irgendeinem Falle alleine sein wollte. Ein murrendes, wenn auch beklommenes, wortloses 'Hier ist es bequem' wanderte zu Stigr.

      Egal, wie viel Mühe er sich wohl geben würde: So weit wäre er nie gekommen. Anfangs grinste er noch und lachte darüber, wie lustig es war, den Wind im Haar zu spüren, wenn Stigr etwas zu schnell unterwegs war - er kicherte darüber, dass ihm etwas kalt wurde, seine Nase ein roter Eiszapfen war, und dass es hier oben mehr als nur schick war, wenn er es sich nochmals durch den Kopf gehen ließ. Je länger er hier draußen war und mit dem Großen durch die Gegend stapfte, desto eher sah er sich an der immergleichen Szenerie satt und kuschelte sich gegen den Krieger, der schon mehr Schlachten geschlagen hatte, als der Knirps es hoffentlich müsste. Als Stigr innehielt, hielt er sich besonders stark an ihm fest - er würde nicht fallen gelassen werden, aber er wollte auch nicht loslassen. "Mh-mh! Ich will bleiben!", erklärte er dem Riesen, der allzeit bereit für einen Kampf war, so wie es schien. Jetzt war er ausgelaugt und hatte Stigr umsonst wieder nach hier unten gelotst - eigentlich fühlte er sich schlecht, das war richtig so, und doch war es vermutlich keine schlechte Idee gewesen. Ohne großartigen Bühel zeigte er auf die Schneefamilie. "Mama, Papa, ich!", murmelte er zufrieden und deutete dann auf den anderen Schneemann, der ebenfalls seine Hand zu halten schien. "Stigr!"
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    • Der Junge verneinte Stigrs Frage, aber er konnte nicht sicher sein, ob er ihn überhaupt verstanden hatte. Vorerst ließ er ihn auf seinen Schultern und die kleine Hand deutete an seinem Gesicht vorbei auf die Schneemänner die er vorhin gebaut hatte. Es waren seine Eltern wie es schien und der Knirps war er selbst. Als er allerdings erzählte, dass Stigr auch vertreten war, war der Krieger mehr als nur überrascht. "Du hast mich auch gebaut?", fragte er den Jungen und verrenkte seinen Hals um einen Blick auf ihn werfen zu können. Wenn er doch nur wüsste wer Stigr wirklich war und was er getan hatte, dann würde er ihn vermutlich hassen und ihm davon laufen. So war es doch einfacher und sicherer für das Kind, auch wenn ihm nicht wohl dabei war ihn anzulügen. Auch seine Mutter erwartete er vielleicht immer noch zurück. Stigr hoffte einfach er würde seinen Vater finden, oder andere Wölfe und die könnten ihm dann alles besser erklären. Stigr war nicht einmal sicher ob die Wömfe an den Himmel glaubten und er wollte dem Jungen keine Flausen in den Kopf setzen, die es ihm nur schwerer machen würden unter seinem eigenen Volk zu leben.

      "Hmm... Na schön, wenn du nicht runter willst, dann können wir und ja wenigstens noch einmal umsehen und schauen ob wir ein Abendessen und vielleicht sogar Proviant für morgen auftreiben können. Aber wenn ich etwas entdecke, dann musst du runter, sonst kann ich keinen Pfeil abschießen. ", versuchte er dem Kleinen zu erklären. Dabei war er auch schon wieder dabei durch den tiefen Schnee nach oben auf die kleine Anhöhe zu stapfen. Vielleicht entdeckten sie ja noch einen Vogel, wobei sich die Raben bestimmt zum Schlachtfeld begeben hatten und sich dort an dem labten was noch übrig war. Es war kein schöner Gedanke und Stigr wollte ihn nicht weiter ausführen.
    • Auf Stigrs Schultern fühlte er sich fast wie Zuhause - als würde seine Mutter ihn gerade durch die Weltgeschichte tragen und ihm aufzeigen, wie einfach es nicht war, sein eigener Mensch zu sein. Gerade jetzt noch waren die Worte des Koloss unverständlich für ihn, zeigten ihm vielleicht auf, wie wenig er eigentlich verstand, aber an sich war das nicht weiter wichtig. Der Knirps wollte nicht mehr, als seinen auserkorenen Ersatzpapa überall hin zu begleiten, wohin er konnte; und wenn seine kleinen Beinchen ihn nicht auf den Hügel hinauftrugen, weil der Schnee ihn beinahe gänzlich verdeckte, dann reichte es zumindest, wenn er sich durch die Gegend schleppen ließ. Mit einem freudigen Nicken stimmte er Stigr zu, als jener auf sich selbst in Schneemannform zeigte; ja, das hatte er, und verdient hatte er es auch! Seine Mutter kannte ihn - offensichtlich - und würde ihn wohl nicht missen wollen, wenn sie ihm schon ihr ein und alles anvertraute. Nicht? Vermutlich könnte er sich auch damit zufriedenstellen, wenn er seine Geschwister baute, aber darauf hatte er weder Lust, noch hatte er Zeit, wurde er doch auch schon davongeschleppt. In der Hoffnung, er würde auch ein Vögelchen erspähen, heftete er sich nun an Stigr.

      "A-abend? Essen? Essen!", versuchte er zu deuten. Den Rest des ganzen Geplappers verstand er nicht wirklich, aber Essen war wichtig, da hatte Stigr schon recht! Abgesehen davon glaubte der Winzling ohnehin nicht, dass diese kurze Reise von Dauer war - sie würden seine Mama finden und dann würde er zurück in die Siedlung kommen. Ob Stigr blieb? Das wusste er nicht. Seine Mutter würde sicher wollen, dass er als Dank vielleicht etwas blieb, aber eigentlich sah der fremde ... Schafsmann nicht sehr sesshaft aus. "Stigr! Stigr mag Essen?", versuchte er einen Satz zu künsteln. Nein, eigentlich hatte er nicht wirklich Ahnung, wie er mit ihm sprechen sollte, aber das war zumindest ein Anfang, irgendwie. Neugierig sah er nach unten, zu Stigrs Beinen, wie er vorsichtig durch den Schnee stapfte und wankelmütig den Hügel erklomm - das Wolfsbalg war beeindruckt und kicherte leicht. Das wollte er auch können! Wie lange er wohl brauchen würde, um so groß wie Stigr zu werden?
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Stigr hatte keine Kinder, keine Geschwister und er dachte eigentlich auch nie, dass er Vater werden wollte. Er wusste nicht so Recht wie man mit einem kleinen Jungen umging, obwohl er in einem Waisenhaus voller Kinder aufgewachsen war. Wie dem auch war, der Knirps schien nicht unglücklich, auch wenn das wohl größtenteils daran lag, dass er sich seiner Situation nicht bewusst war. Zumindest mochte er Stigr scheinbar und vertraute ihm genug, um nicht zu versuchen wegzulaufen, oder wie am Spieß zu schreien. "Abendessen, ja. Einen Vogel, oder vielleicht einen Hasen.", erklärte Stigr dem Jungen der sich die Worte seiner Sprache zusammenklaubte. "Mag Essen? Ja ich mag Essen, oder fragst du mich ob ich Hunger habe? Nicht unbedingt, aber selbst dann müssen wir etwas in unsere Mägen bekommen.", antwortete er dem Knirps. "Und jetzt Shhh, sonst verjagen wir noch unser Essen." Für den Moment ließ Stigr den Jungen auf seinen Schultern sitzen während er sich umsah. Es dauerte eine ganze Weile bis er einen Vogel erspähte. Stigr hob den Jungen leise von seinen Schultern und setzte ihn neben sich ab. Er deutete ihm noch einmal leise zu sein, lächelte aber dabei und nahm seinen Bogen zur Hand.

      Ein gezielter Pfeil traf den Vogel und beförderte ihn etwas entfernt zu Boden. Damit hatten sie ein Abendessen und konnten wieder in die Höhle zurück. Bislang war niemand in diese Richtung geritten und Stigr wollte hoffe, dass es so blieb, trotzdem wollte er nicht länger als notwendig hier draußen bleiben, wo man sie leicht entdecken konnte. Zusammen mit dem Jungen holte er ihr Pferd, ritt zu der Stelle an der der Vogel gelandet wurde und machte sich anschließend auf den Weg zurück in ihre Höhle. Er bereitete den Vogel zu, brachte den Jungen ins Bett und bereitete sich seelisch auf den kommenden Tag vor. Was, wenn er niemanden fand der überlebt hatte? Er konnte dem Jungen nicht einmal sagen, was das bedeutete. Stigr versuchte selbst ein wenig zu schlafen und weckte den Jungen früh am nächsten Morgen. Sie hatten noch ein wenig vom Vogel übrig und er bot dem Jungen etwas davon an, den Rest packte er ein. Anschließend setzten sie sich zusammen auf das Pferd und ritten zurück zu der Siedlung.

      Der Geruch von verbranntem Fleisch wurde unerträglicher je näher sie der Siedlung kamen. Bevor sie zu nahe kamen hielt Stigr das Pferd an. "Dreh dich um Junge.", murmelte er ihm zu und half ihm dabei sich mit dem Gesicht zu Stigr Brust zu setzen. Sobald das getan war nahm Stigr eine der Decken und legte sie dem Jungen über den Kopf, so wie er es getan hatte, als er ihn aus der Siedlung geschmuggelt hatte. Diesmal tat er es nicht, damit ihn niemand entdeckte, er wollte lediglich nicht, dass der Knirps sah was hier passiert war. Bevor er ihn gänzlich verschwinden ließ, legte er sich beide Hände auf die eigenen Augen. "Lass die Augen zu. Nicht schummeln, okay?", fragte er ihn. Er tätschelte ihm den Kopf und zog die Decke gänzlich über seinen Kopf, dann setzte er ihr Pferd wieder in Bewegung.

      Die Siedlung war völlig niedergebrannt. Kein einziges der Zelte stand noch und der Geruch war furchtbar. Stigr manövrierte das Pferd vorsichtig über die Kohle und Asche. Stigr wollte nach niemandem rufen, er wusste immerhin nicht ob auch noch Soldaten aus Wezette in der Nähe waren, hier schien allerdings nichts und niemand mehr zu sein. Stigr drehte eine ganze Runde, auch um zu sehen ob er irgendwelche Spuren sah die vom Lager der Wölfe wegführten, aber alles was er sah waren die Spuren die die Armee hinterlassen haben mussten und der Rest war bereits wieder vom Schnee verschluckt worden. Stigr verkniff sich ein seufzen und hielt den Jungen mit einem Arm fest, damit er zusammen mit ihm vom Pferd steigen konnte. Nach Überlebenden zu suchen machte hier keinen Sinn, aber Stigr konnte vielleicht noch etwas anderes Nützliches finden. Er nahm den Knirps mit und hoffte, dass er weiterhin die Augen zu ließ und die Decke nicht bekämpfte. Stigr machte sich zu den Bereichen auf in denen das Feuer nicht so sehr gewütet hatte. Überall fanden sich noch einige Schwelbrände, aber Stigr wurde trotzdem fündig. Metall hatte überlebt und sie konnten einen kleinen Topf gebrauchen. Er machte sich auch auf die Suche nach Kleidung für den Jungen die eventuell überlebt hatte, aber nichts hatte überlebt, er musste sich also etwas anderes überlegen. Am Ende musste er wohl einen Fuchs erlegen und versuchen selbst ein wenig mehr Kleidung für ihn zu basteln, bis sie eine Siedlung der Wölfe gefunden hatten. Dort hatten sie bestimmt Kleidung und Schuhe für ihn. Für den Moment entschied Stigr diesen Ort zu verlassen und das schnell. Er beeilte sich zurück auf ihr Pferd und brachte einigen Abstand zwischen sie und die verbrannte Siedlung, erst dann befreite er den Knirps von der Decke... wusste aber nicht recht, was er ihm nun sagen sollte.
    • Verstünde Runi Stigr richtig, dann hätte er es wohl einfacher, nicht aus der Decke heraus zu linsen. Trug er sie für einen bestimmten Grund? Eigentlich wusste er das gar nicht so wirklich und Stigrs Verhalten machte eventuell so viel Sinn wie das seiner Mutter in den letzten Stunden, die er mit ihr verbrachte. Was sollte das alles werden? Genau konnte er sich das selbst nicht sagen, und doch waren die Weltanschauungen eines kleinen Kindes nicht unbedingt die Besten. Der Wahrheit entsprach nichts und Stigrs Verhalten konnte er in zehntausend Richtungen deuten, selbst wenn er unter der Decke ungefähr so viel mitbekam wie ein Samen unter der Erde, der wohl erst sprießen musste. Hier roch es lediglich komisch, zuerst nach rauchigem Feuer das er aus dem Zelt kannte, aber dann nach etwas anderem, das er nicht zuordnen konnte - er mochte den Geruch nicht, also drückte er seinen Kopf in die Richtung von Stigrs Brust, in der Hoffnung, er würde ihn nicht einatmen müssen. Runi hustete wohl auch, mehrmals, weil sein Hals kratzig wurde - er wollte weg von hier, das war ihm von vorne herein klar.

      "Stigr ...", nuschelte der Kleine, in der Hoffnung, man würde ihn hören, aber er wusste wohl auch ganz genau, dass sie sich nicht lange hier aufhalten würden, zumindest wenn es nach Stigr selbst gehen sollte. Die Tatsache, dass Runi sich hier nicht wohlfühlte, war wohl eine, mit der sie beide leben mussten - lediglich, dass er sich an die Worte des älteren Mannes hielt und sich weiterhin versteckte, war wohl ein wichtiger Aspekt. Es schien eine gefühlte Ewigkeit zu dauern, bis er wieder ein wenig frische Luft abbekam - Runi hustete, aber zumindest roch es hier schon besser und die Luft war nicht so stickig. Anstatt auch nur eine Sekunde damit zu verschwenden, daran zu denken was genau passiert war, starrte er den bärtigen Mann mit riesigen Augen an - hatte er etwas, das ihm auf dem Herzen lag? Eher weniger. "Müde!", beschwerte er sich sobald bei dem alten Herren, als würde das auch nur irgendetwas an ihrer Situation ändern. Wieso verstand Stigr ihn auch nicht? Diese neuen Worte kannte er doch gar nicht so gut.
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    • Die Wölfe fahren tot oder fort und von der Heimat des Kleinen blieb absolut nichts übrig. Was nun? Nach Adrestia konnte er ihn nicht bringen, erstens sah der Knirps definitiv wie ein Wolfskind aus und Zweitens war Stigr selbst ein Deserteur. Vielleicht konnte er ihn in den Norden bringen. Die Adrestianer dort hatten ein freundlicheres Verhältnis zu den Wölfen, zumindest vor dem Krieg und einige von ihnen sahen den Wölfen auch ähnlich. Es würde jedoch Monate dauern bis dorthin zu reisen. Nein, es war vermutlich besser andere Wölfe in der Nähe zu finden, Landeinwärts Richtung Westen. Er sah den Jungen an, der absolut keine Ahnung davon hatte was passiert war. Seine Mama war tot, alle die er kannte vermutlich ebenfalls, wie sollte er ihm das erklären? Selbst wenn er seine Sprache sprechen würde, hätte er keine Ahnung was er sagen sollte. Er streichelte den Kopf des Jungen und zwang sich ein Lächeln ab. "Müde, ja? Du kannst ruhig schlafen ich halt dich fest." Er zupfte die Decke besser zurecht, sodass der Knirps überall bedeckt war und legte anschließend einen Arm um ihn. Er drückte ihn gegen seine Brust, damit er sich ein wenig ausruhen konnte.

      Stigr steuerte ihr Pferd indess Richtung Westen. Die nächste Nacht wollte er in derselben Höhle verbringen die ihnen schon einmal Unterschlupf geboten hatte, außerdem machte er sich am nächsten Morgen daran einen Fuchs oder Wolf zu jagen, auch wenn er Runi wieder in seiner Nähe brauchte. Am Ende waren es nur zwei Schneehasen die er häutete. Sie hatten nicht die Mittel um ordentliches Leder herzustellen, aber er gab sein Bestes dem Kleinen ein schneeweises Paar Schuhe zu zaubern. Er bekam außerdem eine kleine Mütze und ein paar Handschuhe, das mit einem Band an seiner Kleidung befestigt werden konnte, sodass er sie nicht so leicht verlor. Es schien ihn zu freuen und er hatte seinen Spaß damit herumzulaufen, als wollte er der Welt seine neue Kleidung zeigen. Außerdem konnte er sich damit prima verstecken und hatte Stigr beinahe einen Herzinfakt beschert. Ihre Reise ging weiter gen Westen, Stigr hielt Ausschau nach Rauch oder Spähern, aber es dauerte über zwei Wochen bis er endlich ein Zeichen von Zivilisation entdeckte und als er das hatte, wusste er nicht was er tun sollte. Würden die Wölfe ihn töten sobald er in Reichweite ihrer Pfeile war? Er kam alleine, aber das musste ja nicht so bleiben und doch konnte er Runi schwerlich mitten in der Nacht in ein Zelt schmuggeln. Nein, nach einer Nacht abseits des Lagers, so gut wie möglich versteckt, packte er Runi ein und machte sich auf den Weg. Bevor er in Reichweite irgendwelcher Pfeile kam, stieg er vom Pferd, in der Hoffnung er wirkte weniger bedrohlich und Runi nahm er ebenfalls an der Hand als sie sich der Siedlung näherten.
    • Stigr war sonderbar - Runi verstand den Mann noch immer nicht ganz, aber so glaubte er, das nie zu tun. Er fütterte ihn und kleidete ihn neu ein; Runi fand es beinahe schon witzig, als der alte Herr ihn suchen musste, verzog er sich doch einmal im Schnee und schien für die müden Augen wie vom Erdboden verschluckt worden zu sein. Die warme, weiche Kleidung ließ ihn auch gar nicht kalt werden, weswegen Stigr schon beinahe ewig nach ihm suchte - Runi sah es als Triumph an, dem alten Herren überlegen zu sein, gleichermaßen wusste er jedoch alsbald, dass er ihm wohl einen Schrecken einjagte, zumindest wenn er vom Gehabe des alten Mannes ausging, der es besser tunlichst vermeiden wollte, ihn erneut zu suchen. Na gut. Er ließ es bleiben, wenn auch etwas widerwillig, aber dafür sah er ganz viele andere Dinge, die im nächsten Augenblick wieder verblassten - wenige blieben ihm wirklich in Erinnerung, auch, wenn er sie beinahe alle interessant fand.

      Als sie nun noch immer nach etwas zu suchen schienen, so fiel ihnen beiden eine der Zeltsiedlungen auf. Runi war interessiert daran, sahen sie doch wie sein Zuhause aus - ein Gedanke kam ihm wohl gleich. “Mama?”, wollte er von Stigr wissen, den er fragend ansah, als wäre er in der Lage ihm eine Antwort zu geben. Der Siedlung näherten sie sich so oder so und Runi gab sein Bestes, um mit dem großen Mann Schritt zu halten. Wohin? Woher? Runi wusste lediglich, dass er vielleicht nicht durch den Schnee stapfen sollte und definitiv nicht unter einem Baum - die Perspektive der beiden änderte sich dementsprechend rasant, als Runi sich, mitsamt Stigr, in einem großen Netz fernab des Bodens wiederfand. “Uah!”, rief der Knirps lediglich aus als er hinunter starrte. Lange dauerte es auch nicht, bis zwei dick eingepackte Gestalten die beiden von unten herauf anstarrten. “Mama?”, rief das Kind nach unten - die Erwachsenen redeten wohl über etwas, das Runi nicht ganz verstand, aber man ließ sie wieder nach unten, nur um schließlich nach Stigr im Netz zu packen. “Papa!” Die beiden wurden über den schneebedeckten Boden in die Siedlung geschliffen.
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    • Runi hatte die Richtige Idee, seine Mutter würde er zwar nie wieder sehen, aber das hier war eine Siedlung der Wölfe und hoffentlich ein neues zu hause für ihn. Vielleicht fand er sogar seinen Vater, sofern dieser noch lebte. "Familie, hoffentlich.", erklärte er dem Kleinen mit einem Lächeln. Er überlegte ob er vielleicht seine Waffen niederlegen sollte, als Zeichen guten Willens. Vielleicht hätte er sie auch irgendwo verstecken sollen, nicht weil er jemandem etwas antun wollte, sondern eher weil er hoffte, dass die Wölfe ihn wieder gehen lassen würden, ihm aber vermutlich alles wegnahmen. Zumindest einen Bogen würde er brauchen um zu jagen. Hier wuchs absolut nichts und selbst wenn es irgendwelche wurzeln gab, dann wusste er nicht wie man sie findet. Nun hatte er die Waffen aber ohnehin dabei und er dachte es machte erst Sinn sie abzulegen, wenn er auch gesehen wurde. Bis jetzt hatte er noch keinen Wolf gesehen, es hatte ihm auch kainer zugerufen stehenzubleiben. Er machte ihm mehr Sorgen, als dass es ihn beruhigte und er hielt die kleine Hand fester. Sie würden ein Kind nicht verletzen, oder?

      Er versuchte irgendetwas auszumachen, aber stattdessen verlor Stigr plötzlich jeglichen Halt und seine Welt wurde auf den Kopf gestellt. Eine Falle? Auf dem einzigen Baum der hier weit und breit stand? Er fühlte sich selbst ziemlich dumm. Runi war relativ gelassen und er schien sich nicht verletzt zu haben. Stigr blickte anschließend nach unten als zwei Wölfe näher traten und irgendetwas in ihrer Sprache sagten. Es brach Stigr das Herz als Runi einfach nur nach seiner Mama fragte und sonst keine Sorgen hatte. Wie konnte ein so kleines Kind nur so mutig sein? Er hatte keine Zeit darüber nachzudenken, als einer der Männer das Seil abschnitt. Stigr packte Runi als sie beide auf den Boden krachten, damit er eine weiche Landung hatte, kurz darauf wurde er aus seinen Händen gerissen. Der ältere Mann hob nur seine Hände, als Zeichen, dass er nichts tun würde und kurz darauf wurde er durch den hohen Schnee gezerrt, die Hälfte davon schien in seiner Kleidung zu landen. "Tut ihm nicht weh! Er ist einer von euch!", rief er besorgt um Runi, aber mehr als das wollte er gar nicht sagen, vermutlich verstand ihn sowieso niemand.