family - a spellbound short story. (earinor & akira)

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    • Auf Stigr herumzuklettern war nichts, das er nicht vorausplanen konnte - manchmal schien er sich mehr für seine grünen Augen und die Haare auf seinem Kopf zu interessieren, als den Ziegenbart und die feinen Härchen, die er ihm eventuell noch unglimpflich und unabsichtlich ausreißen würde. Der Welpe wusste, wie er sich zu benehmen hatte, und doch versank das Meiste davon in einem Sog kindlicher Neugierde, die sich immer weiter ausbreitete, anstatt sich stillen zu lassen. Einerseits war es komisch, wenn er zu lange daran dachte und unabsichtlich bemerkte, wie sehr ihm seine Mutter fehlte - andererseits klammerte er sich an Stigr, als wäre der Fremde schon immer Teil seiner Familie und damit Teil seiner Erziehung gewesen. Ob seine Mutter ihn kannte, war schwer zu beurteilen - er selbst tat es nicht und würde es hoffentlich auch nicht weiter tun; viel lieber grabbelte er nach den Stücken Fleisch, die man ihm anbot und blies sie sicherheitshalber noch einmal kalt, bevor er sie sich in den Mund steckte und daran kaute. Wenn er so auf den Vogel starrte, dann glaubte er für einen Moment, selbst ein kleiner Spatz zu sein - auch, wenn das hier keiner war - und von seinem Elternteil mit kleinen Bissen gefüttert zu werden. Bis sein Bauch voll war, aß er all das, was Stigr ihm anbot und danach glaubte er kaum, dass er sich noch an etwas sättigen musste.

      "Essen? A-Abe?", fragte er verwirrt und versuchte sein bestes, um die fremden Worte zu wiederholen - auch dann, wenn sie schwer auszusprechen waren. Also war das hier sein Essen - das Wort war ihm geläufig, nachdem er es nicht das erste Mal hörte; ein zweites Mal sollte zumindest reichen. Als sein Blick auf das fehlende Federkleid fiel, leuchtete ihm jedoch ein, dass er nicht einmal imstande wäre, diesen übergroßen Vogel zu benennen - der Welpe hatte keine Ahnung, was es war, sondern nur, dass Stigr sich um ihn sorgte - mehr, als er wohl sollte - und, dass er nicht schlecht schmeckte. Nun, da Stigr das Federvieh hielt, streckte er seine Hände danach aus und rupfte daran herum, bevor ein Stückchen Fleisch seinen Weg in seine Hand fand - es war nicht für ihn und er blies vorsichtig daran, bevor er es hochhielt und dem Mann gegen die Lippen drückte. Wenn seine Mutter ihn schon darum gebeten hatte, auf ihn aufzupassen - auch, wenn es nur eine Mutmaßung und keine wirkliche Feststellung seinerseits war - dann musste der Fremde auch etwas essen um bei Kräften zu bleiben. Das hatten die Ältesten im Dorf immer gesagt; Wasser und Essen waren wichtig, und er bekam genug davon, also sollte Stigr sich auch an ihrer Mahlzeit beteiligen. "Stigr, Essen!", forderte er den Mann auf.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • So fasziniert der Junge sich manches ansah, so schnell vergaß er auch wieder was er eigentlich so interessant fand wie es schien. Seine kleinen Äuglein hüpften durch die Gegend, sahen sich das Feuer an, den Vogel, die Höhle, den Schnee draußen, was auch immer er erhaschen konnte. Oft genug lag die Aufmerksamkeit aber auch auf Stigr, oder auf dem was er in seinen Händen hatte und was er tat. Ob nach dem Essen wirklich ein guter Zeitpunkt war, um dem Kind zu sagen, dass er seine Mutter nicht wieder sehen würde? Stigr wusste gar nicht wie er ihm das erklären sollte, aber ihn zu belügen, wenn er auch noch so klein war, fühlte sich falsch an und er würde weiter nach seiner Mutter fragen. Bei der Gelegenheit konnte Stigr ihn vielleicht auch fragen ob er irgendwo noch einen Papa hatte. Dann wüsste Stigr wenigstens wohin mit ihm. "Mhm, ja das ist unser Essen. Und der Vogel war einmal ein Rabe. Krah, Krah.", erklärte er dem Kind mit einem kläglichen Versuch die Laute eines Raben zu imitieren. Er wusste auch nicht ob der Junge ihn verstehen würde.

      Das Kind kaute langsamer, ließ sich mehr Zeit und schien allgemein weniger Interesse an dem Fleisch zu haben als zuvor. Er schien satt zu sein und Stigr freute sich wohl mehr darüber als er sollte. Kurz darauf bekam er selbst ein Stück Fleisch an den Mund gedrückt. Vorsichtig nahm er es aus der hand des Kindes, um es sich dann vernünftig in den Mund zu stecken und zu nicken. "Ja ich esse auch. Danke.", lächelte er und pflückte auch noch das restliche Fleisch von den Vogelknochen, bis sie zusammen alles verputzt hatten. Die Hände wischte sich Stigr erst an seiner eigenen Kleidung ab, ehe er auch die Hände des Kind ordentlich abputzte. "Und jetzt, bist du müde? Es wird schon bald dunkel...", murmelte er, aber ermahnte sich selbst es nicht weiter hinauszuzögern. "Nein ich sollte mit dir über deine Mama sprechen..." Wie erklärte man einem kleinen Kind, dass es seine Mama nie wieder sehen würde? Noch dazu sprachen sie nicht einmal die selbe Sprache. Stigr rückte den Jungen auf seinem Schoß ein wenig zurück, sodass er ihn besser ansehen konnte. "Hör zu. Deine Mama... du wirst sie nicht wieder sehen..." Stigr schüttelte entschuldigend den Kopf. "Deine Mama ist jetzt woanders. Verstehst du? Im Himmel... wenn ihr daran glaubt. Ach ich weiß auch nicht wie ich dir das verständlich machen soll..." Er deutete nach oben, auch wenn über ihren Köpfen nichts weiter als Fels war Dieser Junge war zu jung um zu wissen was der Tod war und es war alles sehr schwer zu erklären. In allen Einzelheiten konnte Stigr sich die Situation ja nicht einmal selbst erklären.
    • Haufenweise Fragen schossen durch seinen Kopf - die einen verwirrender als die anderen, aber alle waren nur Rauchwolken, die im schnellen Stil wieder verpufften und ihm keinerlei Probleme bescherten. Zu jung war er, um die welligen Wogen einer unerlaubt schlimmen Welt zu erkennen, und zu jung war er, um zu verstehen, dass in seinem Leben kaum etwas anders sein würde, nur, weil er sich darauf versteifte, sich einem Schaf anzuvertrauen - im Endeffekt war ein jeder von ihnen menschlich und absolut einfältig. Stigr nahm die fremde Opfergabe an und der Welpe war es, der zufrieden grinste, als er sah, dass sein neuer Freund - seine neue Bekanntschaft - ihm keineswegs feindlich gesinnt war. Die Hoffnung, sie beide würden einander noch viel zu gut verstehen, würde auch dann nicht aussterben, wenn er sich erst einmal darauf fixierte. Seine Augen klebten im nächsten Moment jedoch an Stigr, der ihn etwas von sich herunterschob und seine Pranken abwischte, damit er es mit seinen kleinen Händen ebenfalls machen konnte - sein Blick schien etwas strenger zu werden; der Welpe war verwirrt und auch, wenn er verstand, dass sein heißgeliebter Fremder, der ihm zu allem übel nicht nur aus Eigennutz Essen und Spielzeug anbot, wurde er nicht unbedingt schlau aus seinen drängenden Worten, die seine Mama erwähnten.

      Wie eine Welle, wie das Rauschen des bitterkalten Meeres prasselte die Impression auf seine Ohren ein, und auch, wenn die Worte wohl Bedeutung hatten, so fiel sie ihm nicht ein, beinahe so, als wäre er taub. Jeder Andere, der Stigrs Worte hörte, würde wohl anders empfinden, aber das kleine Bündel lächelte lediglich und schloss die Distanz zwischen ihnen beiden wieder - nicht, dass er verstand, aber er war müde und wollte eine Umarmung. "Mama ... ist bald wieder da!", teilte er Stigr mit Gelächter mit, auch, wenn sein Finger nach oben deutete. Ob seine Mama wohl in der Richtung war? "Mama hat es mir versprochen! Bis ... bis dahin, shhh! Nicht laut sein.", teilte er dem Koloss mit, dem er sich spielerisch um den Hals hing. Der Mantel und die Decken waren unlängst vergessen, und doch kuschelte er sich an ihn, als wäre der Fremde kein Feind, der seine Mutter auf dem Gewissen hatte. Woher sollte er das auch wissen können? Stigr war aus heiterem Himmel bei ihm aufgetaucht und er selbst war nun einmal Niemand, der sich in seinem Leben Gedanken über solche kruden Dinge machte. Zu jung war er. "Müde ... Stigr auch müde?", erkundigte er sich. "Mama auch müde ...", murmelte er noch. Seine Beinchen trugen sein Gewicht schon nicht mehr, war Stigr doch angenehm warm und sein Hemd einigermaßen weich ...
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    • Der Junge verstand kein Wort, soviel stand fest. Statt traurig zu sein, lächelte das Kind und fiel Stigr plötzlich um den Hals. Er war mehr als nur überrascht als der kleine Junge ihm ins Ohr lachte und irgendetwas daher faselte, das er nicht verstehen konnte. Er glaubte wohl sie würde bald wieder bei ihm sein, als wäre Stigr nur jemand, der ein paar Tage auf ihn aufpasste, damit seine Mutter etwas anderes tun konnte. Wie lange noch, bis das Kind es von alleine verstehen würde? Vorsichtig legte er eine Hände auf den zierlichen Rücken und umarmte den Jungen ebenfalls, obwohl er gar nicht getröstet werden wollte. Er verstand nicht was passiert war und Stigr hatte nicht vor es ihm zu zeigen, auch wenn sie dorthin zurück gehen würden. "Nein. Mama...", begann der Soldat zu sprechen, aber der Junge wirkte müde und als würde er gar nicht mehr zuhören. Es wunderte Stigr, dass er nicht zitterte, obwohl er so wenig Kleidung trug. "Mh... schon gut. Du solltest schlafen und ich auch...", murmelte er und griff erneut nach der Decke, die der Junge partout nicht um sich behalten wollte. Er legte sie trotzdem um ihn und stopfte sie unter seinen Hintern, damit die kalte Luft draußen blieb. Er zog sie auch leicht über seinen Kopf.

      Stigr nahm auch seinen Mantel wieder zur Hand und rutschte ein wenig zurück, damit er sich mit dem Rücken an die kalte Felswand lehnen konnte. Das Schwert zog er ebenfalls die paar Zentimeter mit sich zurück, damit es in Reichweite war. Das Feuer würde bald von selbst ausgehen, aber er wollte es auch nicht riskieren, dass jemand das flackernde Feuer sah, egal wie kalt es werden würde. Die Überreste des Vogels mussten auch bis morgen warten, blieb nur zu Hoffen, dass es in der Nähe keine echten hungrigen Wölfe gab, die verzweifelt genug waren, um sich einem Menschen zu nähern. Er wollte den Jungen aber nicht noch einmal stören. Stattdessen nahm Stigr den Mantel zur Hand und legte diesen um den Jungen und sich selbst. Die Enden stopfte er zwischen seine Schulterblätter und den Fels. Das kleine Köpfchen verschwand unter dem Stoff und dem Pelz, in der Hoffnung, in seiner eigenen kleinen Höhle würde es warm genug bleiben. Um die Luft ein wenig aufzuwärmen, rubbelte er sanft über den Rücken und die Schultern des Kindes und selbst als er dafür zu müde wurde, streichelte er ihn sanft weiter, damit er wusste, dass er nicht alleine war. Vielleicht tat er das auch ein bisschen für sich selbst. Sein Magen fühlte sich seit geraumer Zeit seltsam an und ebenso wirkte sein Herz schwerer als sonst. Stigr hatte Schuldgefühle. Er hielt dieses fremde Kind im Arm, das im vertraute und umarmte, nur weil er es war, der seine Mutter getötet hatte. Lügen wollte er darüber nicht, aber er hatte einfach keine Möglichkeit es dem Kind zu erklären und egal was der Grund war, er fühlte sich dennoch schlecht. Jedoch beschäftigte ihn nicht nur das. Auch die Zukunft beschäftigte ihn. Er wusste nicht, wie man sich um ein Kind kümmerte und Thria war nicht seine Heimat. Ohne groß darüber nachzudenken, hatte er sein ganzes Leben aufgegeben, ein Leben das er sich so hart erarbeitet hatte. Als er ein Kind gewesen war, wollte er nie etwas anderes als Sicherheit. Ein warmes Bett, ein Dach über dem Kopf und genügend zu Essen. Er hatte all das gehabt, die meiste Zeit zumindest und er hatte nun all das weggeworfen. Er würde es wieder so tun und trotzdem konnte er nicht anders, als sich über die Zukunft zu sorgen, seine und die dieses Kindes. Es dauerte bestimmt mehrere Stunden, bevor er es selbst schaffte einzuschlafen.
    • Stigr schien nett - anders, als die meisten Erzählungen, die er so über die Schafe mitbekam. Es dauerte dennoch nicht lange, bevor er sich dem Schlaf hingab; ihm war müde, vielleicht auch etwas kalt, selbst als Stigr das Problem für ihn beseitigen wollte half es wenig, und wenn er ehrlich war, dann glaubte er für einen großen Moment, dass er die Abwechslung vielleicht sogar brauchen konnte. Die kalte Luft war angenehm und einigermaßen berauschend, auch dann, wenn er sie durch eine Decke und einen Mantel einatmete, den Stigr gerne behalten konnte. Jeder von ihnen sollte eines haben, nicht einer beide, oder beide keines - sie teilten miteinander, auf komische und ungerechte Weise. Wieso hatte er denn nichts dabei? Das Wölflein war sich nicht sicher, konnte es aber gleichzeitig nicht hinterfragen; keinerlei Gedanken konnte er daran verschwenden, als die Welle der Müdigkeit über ihn hereinbrach und, kaum verließ sie die Bucht, hatte sie ihn auch schon in ein passendes Traumland davongestohlen. Viel mehr konnte seine Welt, oder eher die Aspekte jener, nicht mehr schrumpfen - auch, wenn er glaubte, in seinem Leben nicht viel gesehen zu haben, so träumte er nicht von Stigr, oder den Schreien von heute, sondern von den Blumen des Frühlings und seine Mutter, die eifrig auf ihn wartete.

      Lange schlafen war nichts, worin er gut war - im Falle aller Fälle war er zwar gut genug dafür, ein paar Stunden im Traumland zu verbringen und Figmenten seiner Gedanken nachzurennen, aber mehr auch nicht. Der Kleine wachte unlängst dann auf, als die Sonne die Höhle nicht mehr erleuchtete; seinen kleinen Kopf hatte er aus seinem Gefängnis gestreckt und sein Blick fiel auf den Mann, der ihn die ganze Nacht warmhalten wollte. Seelenruhig schlief er, und seine Klette war es, die aufgewacht war, mit tränenden Augen und einem leichten Gähnen, bevor er sich wieder zusammenrollte und weiter nach der Gabe suchte, ein kleines bisschen Schlaf in sein Leben einzubauen, akzeptierte er gerade noch, dass er nicht immer aufwachen konnte, wenn alle Anderen schliefen. Erwachsene schienen immer müder zu sein als er selbst, ausgelaugter und zermürbter, aber das störte ihn selten. Der Welpe schlief dennoch nochmals ein, bis die Vögel ihr Lied sangen, aber Stigr sich noch immer kein Stück gerührt hatte. Er rieb sich die Augen, verbannte den Sand aus ihnen. Seine Mama würde jeden Augenblick hier sein. "Stigr ... Mama ...", erinnerte er den Mann mit piepsender Stimme. Wo? Wo war sie denn nur so lange?
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    • Stigr war müde. Normalerweise hätte er sich nach einer gewonnenen Schlacht gründlich ausgeruht, aber dieses Mal war er von eben jener geflohen. Geritten waren sie mehrere Stunden, dann musste er den Jungen waschen, Holz und Essen besorgen, etwas kochen, ihn füttern,... es war einfach zu viel Zeit vergangen. Zusätzlich hatte es eine halbe Ewigkeit gedauert bis Stigr einschlafen konnte und als er es geschafft hatte, war sein Schlaf nicht unbedingt erholsam gewesen. Ein Krieg war niemals etwas schönes, egal auf welcher Seite man stand und egal ob man verlor oder gewann. Stigr hatte es noch nie gemocht zu töten und als er jünger gewesen war hätte er auch niemals gedacht, dass er sich in einem Krieg wiederfinden würde. Der Junge in seinen Armen kannte nichts anderes... Jetzt tobte der Krieg schon so lange, dass Stigr sich kaum an friedvolle Zeiten erinnern konnte. Die Toten zu zählen machte auch keinen Sinn mehr und unter normalen Umständen hätte er den Kampf in die hinterste Ecke seines Verstandes gepackt und dort vergessen, so wie alle anderen auch, aber das konnte er dieses Mal nicht.

      Die Situation war eine andere. Er hatte sich vom Krieg zurück gezogen, auch wenn er selbst für ihn noch lange nicht vorbei war. Trotzdem brach etwas in seinem Verstand auf. Ein Riss, durch den sich kleine Tröpfchen zwängten und er hatte die Befürchtung, dass daraus irgendwann ein reißender Fluss werden würde, der ihn zu ertränken drohte. Ob es dieses Kind war, das durch den krieg alles verloren hatte, die Mutter die ihn angefleht hatte ihn zu retten, oder die beiden Soldaten, Menschen die er kannte, die er getötet hatte um ihn zu retten, wusste er nicht, aber sie alle suchten ihn in seinen Träumen heim. Eine hohe, fiepsende Stimme, wie die einer Maus, war es die ihn aus dem Schlaf riss. Stigr zuckte und riss seine Augen auf. So fest dass er nicht merkte, dass der Junge wach wurde, hätte er nicht einschlafen sollen. Die Morgenluft war eisig und kleine Wölkchen bildeten sich vor seinem Mund als er tief ausatmete und sich vergewissert hatte, dass alles in Ordnung war, oder zumindest den Umständen entsprechend gut. Er brauchte ein paar Momente, bis er sich auf den Jungen konzentrieren konnte und blickte ihn schließlich an. "Ich ähm... nein.", er schüttelte seufzend seinen Kopf. "Mama kommt nicht wieder... tut mir Leid..."
    • Ein Grummeln und ein Ruckeln gingen Hand in Hand - lange dauerte es nicht, bis sich die Figur unter ihm rekelte und streckte. Er lebte noch, das hatte er auch nie wirklich in Frage gestellt, aber gleichzeitig war es eigentlich komisch, dass Stigr kein Traum gewesen war - dad Holzpferdchen hatte er die halbe Nacht umklammert, es hätte dementsprechend einleuchtend sein müssen, dass er auf dieser Welt vielleicht doch noch nicht so allein war, wie er glaubte, es zu sein. Warum auch immer fand er in diesem Stück Holz, einem einfachen Spielzeug, etwas Kraft, die er sonst kaum glaubte, zu haben. Stigr hingegen hatte genug davon, da war er sich sicher, hievte er ihn doch mit gewitzter Leichtigkeit durch die Gegend und zeigte ihm auf, wie einfach es war, sich zu verletzen, wenn er nicht aufpasste. Für den Augenblick reichte es dennoch, in die zwei Graskreise zu starren, die mit Güte auf ihn herabsahen. Aufgesprungene Lippen bewegten sich in einem ähnlichen Rhythmus wie am gestrigen Abend; er lauschte, fand aber keinerlei Antworten. Oder zumindest keine, die er sich erwartete. Stattdessen glitt sein Blick wieder ab, die halb leeren Worte klangen verschwommen und wabernd; grundsätzlich konnte er nichts daran ändern, musste er doch erst aufwachen, und doch wünschte er sich gleichzeitig, es wäre anders.

      “Tut … tut mir leid?”, wiederholte er, ohne zu wissen, was das bedeutete. Manchmal gab er sein bestes, aber heute war wohl keiner dieser Tage. Mit einem Gähnen schmiegte er sich erneut an Stigr und suchte sich den wärmsten Punkt - an der Nähe seines Halses, auf seiner Brust, auf welche er vergebens klettern wollte. Zu steil war der Berg, den er zu erklimmen versuchte und zu einfach wäre es, ihm zu nahe zu kommen. Mit einem kurzen Schnauben gab er auf - weder Socken noch Schuhe hatte er, dementsprechend kalt war es, als er eines seiner Füßchen aus seinem Kokon steckte und sofort wieder hineinzog. Seine Augen suchten nach etwas Hilfe, aber das war unmöglich wenn Stigr nicht flach auf dem ungemütlichen Boden lag - er war zu klein um ihn zu erklimmen und wehtun wollte er sich dabei nun wirklich nicht, auch, wenn die Idee verlockend klang. “Mhhh, Mama ist bald da, oder?”, erkundigte er sich und griff nach seinem Holzpferdchen. Abgelenkt davon ließ er es über Stigrs Brust reiten und freute sich einen Ast darüber ab, wie schnell das imaginäre Tier doch war. Lange brauchte es dennoch nicht, bis er es zwischenparkte und nach links, rechts, Norden und Süden zeigte. “Mama wo?” Stigr wusste irgendetwas, bestimmt! Das musste er doch, wenn er seine Mama schon kannte.
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    • Stigr war müde und ihm tat alles weh. Der Kampf gegen die Mutter des Jungens hatte ihn schon ausgelaugt, ganz zu schweigen von dem restliche Tag, den er mit Reiten und damit verbracht hatte, das Kind in seinen Armen zu halten. Er war klein und nicht besonders schwer, aber ihn mehrere Stunden auf dem Pferd zu halten war dann doch ziemlich anstrengend. Hinzu kam, dass der steinerne Boden ihrer Höhle alles andere als bequem war, aber er beschwerte sich nicht. Viel eher musste er sich weiter um den kleinen Welpen auf seinem Schoß kümmern der ihn verwirrt und ahnungslos anstarrte und die Worte die er sprach nachplapperte. "Ja. Tut mir Leid... Ach wie soll ich dir erklären was das heißt, hm?" Zögerlich strich er dem Jungen über den Kopf, als müsse er ihm zeigen, dass es in Ordnung war, dass er nichts verstand. Er hatte noch zeit zu lernen, aber eigentlich wäre es Stigr lieber, sie fänden seine Artgenossen, bevor er so weit war Adrestianisch zu lernen. Er brauchte eine Familie und Sicherheit. Was der Soldat selbst tun würde, hätte er dieses Ziel erst einmal erreicht, wusste er gar nicht.

      Der Junge lenkte sich selbst mit seinem neuen Spielzeug ab, während Stigr noch versuchte richtig wach zu werden. Er rieb sich den Nasenrücken und streckte sich in seiner jetzigen Position so gut er konnte. Das Kind hatte aber ganz andere Ideen und versuchte auf den fremden Mann herauf zu klettern. Stigr versuchte ihn festzuhalten und ihm zu helfen, aber das wollte er scheinbar nicht, motiviert war der Junge auf jeden Fall. "Möchtest du etwa kuscheln?", fragte er ihn, aber bald schon war seine Mama wieder das Thema. Noch immer verstand er nicht was hier vor sich ging, aber erneut lenkte er sich selbst ab und ließ das Pferdchen über Stigrs Brust galoppieren. Er lachte und kicherte. Es war niedlich anzusehen und gleichzeitig so immens traurig. Stigr wusste nicht was er tun sollte, noch weniger, als das Kind ihn noch einmal fragte und dabei in alle Windrichtungen zeigte. Stigr schüttelte erneut den Kopf und stand kurzerhand mit dem Jungen im Arm auf. Er hielt ihn auf einem Arm, die kleinen Füße hingen links und rechts an seiner Seite herunter und die Decke hielt er fest, damit dem Kind nicht kalt wurde. Mit ihm auf dem Arm machte Stigr ein paar Schritte zum Höhleneingang. Er lugte heraus und sah sich um, bevor er tatsächlich einen Schritt nach draußen machte. Mit dem morgendlichen Himmel über ihren Köpfen deutete Stigr nach oben zu den Wolken. "Mama... Deine Mama ist dort oben, im Himmel. Sie sieht dich und passt auf dich auf, aber... sie kommt nicht wieder zurück, verstehst du?"
    • Müde rekelte er sich auf dem Fremden wie ein Klammeräffchen, welches gerade einen Haufen zusammenhängender Bäume gefunden hatte und sich nun selbst dazu verhalf, von einem Ort zum Anderen zu kommen. Unbequemer war es dennoch, sich einfach auf einen Hügel zu forcieren, ohne die richtigen Materialien zu haben - und Stigr um Hilfe bitten schien unfair; das hatte er von seiner Mama auch nie verlangt, selbst dann nicht, wenn er glaubte, dass er ohne weiteres abrutschen und sich wehtun würde. Ein klein wenig selbständig musste er zwar fast von Anfang an sein, aber viel wusste er nicht - seine Mutter hatte ihm der Einfachheit halber gezeigt, wie er sich am besten selbst wusch und einen Löffel ordentlich hielt, um sein Jook oder andere Leckereien alleine zu essen - Stigr hingegen schien ihn mehr zu verwöhnen und bastelte ihm sicher noch ein Pferd, wenn er lieb darum bat. Die kalte Hand erschrak ihn dennoch nicht und er lächelte - dann schüttelte er den Kopf. Auch, wenn es auf diese Frage vielleicht eine rechte Antwort gäbe, so wusste er sie nicht und er würde sie dem Fremden auch gar nicht entschlüsseln können. Mit mulmigem Gefühl lugte er in die Augen Stigrs, in der Hoffnung, eine Antwort auf all die unbeantworteten Fragen zu finden, die sein Hirn ihre Heimat nannten.

      Einen Ruck brauchte es, da standen die beiden schon wieder auf ihren - auf Stigrs - Beinen und verließen die Höhle. Kalt war es hier drinnen und das Feuer wurde, wenn er einen Blick auf den Aschehaufen warf, auch nicht wirklich wärmer. Ob er seinen Beschützer dazu anstiften konnte, das Feuer wieder zu entfachen? Ein weiteres Gähnen folgte - zuerst rubbelte er sich den Sand aus den Augen und dann fing er an, dasselbe für Stigr zu tun, der offensichtlich nicht viel davon hielt, den gestrigen Tag endgültig loszuwerden. Das Loch in seinem Hemd klaffte noch immer und störte den Welpen, der zu dem Zeitpunkt, als er die frische, eisige Morgenluft in die Lungen bekam schon an ganz andere Dinge dachte. Eigentlich ... seine Augen wanderten und Stigrs Finger taten es auch - nach oben deuteten sie, auf den Morgenhimmel, durch dessen Wolken und Nebel sich die ersten Sonnenstrahlen kämpften. Vögel zwitscherten ihre Lieder und waren ungewohnt laut, aber dafür war es - anderweitig - relativ ruhig. Mit einem Mal wollte er wieder nach unten, doch kaum erinnerte er sich and die Kälte, hielt er doch lieber an dem Mann fest. "Mama ... oben?", fragte er verwirrt mit geneigtem Kopf, wie ein echter Welpe, der sein neues Kommando nicht verstand. Was sollte das heißen? "Stigr ... ich ... hier ... Mama da?"
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    • Der Junge hielt sich an Stigr fest, immer noch ein wenig müde, aber vermutlich lange nicht so müde wie der Soldat selbst. Er rieb sich den Sand aus den Augen, nur um dem Mann dann ebenfalls ein paar Finger ins Gesicht zu drücken. Vorsichtig drückte er die kleine Hand wieder von sich und lächelte ihn kurz, aber auch traurig an. Vielleicht sollte er schnell etwas Jagen und danach etwas Zeit mit dem Jungen verbringen, den er bisher vernachlässigt hatte. Er hatte so wenig Zeit gehabt sich ernsthaft um ihn zu kümmern. Schuhe konnte er ihm nicht herbei zaubern, aber vielleicht konnte er ihm seine eigenen Socken über die Füße stülpen, auch wenn sie viel zu groß waren. Womöglich konnte er ihm auch aus dem Pelz eine Art Schuhwerk basteln, wenn er ihn ein wenig zerschnitt und vielleicht so etwas wie einen Ponscho. Dann konnte er sich zumindest ein bisschen bewegen, ohne die Decke ständig festhalten zu müssen. Ja das würde vielleicht funktionieren, aber... das war gerade nicht das eigentliche Thema. Er musste dem Jungen endlich ausreden, dass seine Mutter wieder kommen würde, auch wenn es wehtat. Irgendwann müsse er es verstehen und er erklärte es ihm lieber selbst irgendwie, damit er nicht alleine war, wenn er es realisierte.

      Der Junge folgte dem Finger nach oben in den Himmel. Ob er das verstand? Er schien verwirrt, fragte weiter und Stigr nickte langsam. "Du bist hier... und ich bin hier. Aber deine Mama ist da oben. Ganz weit über den Wolken.", versuchte er noch einmal zu erklären und deutete auf den kleinen Fratz und auf sich, dann auf den Boden und als er das Wort Mama sagte, deutete er wieder in den Himmel. "Sie hat mich gebeten auf dich aufzupassen. Ich werde dich beschützen, in Ordnung? Was ist mit deinem Papa, hm? Hast du einen Papa? Wo ist der?", fragte er das Kind. aber er erwartete keine Antwort. Stattdessen ließ er seinen Blick über die weiße Landschaft schweifen. Ganz weit im Osten konnte man Rauchschaden erkennen, die wohl immer noch von den verbrannten Zelten aufstiegen. Er drückte den Jungen ein wenig an sich, während er seinen Blick kaum losreißen konnte. Was hatte er sich da nur eingebrockt? Und was sollte er mit dem armen Jungen machen? Die Wölfe zu finden würde schwierig werden, erst recht dann, wenn sie nichts besaßen und das taten sie nicht.
    • Stigr zu verstehen war alles andere als einfach. Nicht nur wusste er nicht, ob er gerade den Fehler seines Lebens machte - über welchen er ohnehin keine Kontrolle besaß - oder ob er sich nur selbst ins Fleisch schnitt, wenn er es nicht tun würde. Ungeniert drückte er sich an die große Gestalt um etwaigen Böen zu entkommen; sie blieben aus. Wie fixiert starrte er auf den Morgenhimmel und versuchte, seine Mutter zu erkennen, wie sie zwischen den Wolken tanzte und aus dem Nebel hervorlugte, aber da war nichts - es war still, beinahe unheimlich still, und während er seinen Atem anhielt, stiegen kleine Rauchwölkchen aus Stigrs Mund auf, die sich nach oben gesellten, wo sie plötzlich verschwanden. Erneut versuchte er sie zu erkennen, aber das Nebelgeschwader und die verschwindende Sonne machte es schwer - er schmollte, bevor er es wusste, und rümpfte die Nase; nach schniefen war ihm nicht zumute, verstand er Stigr doch einfach nicht, aber gleichzeitig wusste er gar nicht, was er mit all der Information anfangen sollte. Wo seine Mutter war, das wollte er sich nicht ausmalen - potentiell war sie ihn einfach nur leid und brauchte etwas Auszeit, aber das glaubte der Knirps eher weniger.

      "Kommt Mama wieder?", wollte er wissen und deutete nach oben und dann wieder auf den Boden. Was sie dort oben machte, das wusste er nicht und vielleicht meinte Stigr auch, dass sie einfach einen Berg erklommen hatte, um nach irgendetwas zu suchen - aber wenn ja, wie lange würde das dauern? Fragen über Fragen stellten sich dem Jungen und keine davon war eine, die er sich einfach beantworten konnte; im Gegenteil, so erkannte er nicht einmal, was sein neuer Freund implizieren wollte. Erneut kullerten fremde Worte aus dem Mund von Stigr und er selbst versuchte, zu erraten, was sie bedeuteten - das Wort Mama fiel kein zweites Mal, dafür ein ähnliches, und er glaubte, zu wissen, was es war. "Papa? Papa da!", erwiderte er und deutete auf die Richtung, aus welcher sie gekommen waren - auf die unkenntlichen Rauchschwaden, die sein müdes Gehirn als ein großes Feuer abstempelten, dass das heutige Frühstück repräsentierte. Sein Papa war ... hm. Er war dort, beziehungsweise vor ein paar Tagen in eben jene Richtung losgegangen; natürlich nicht von hier aus, sondern von dort. Wo genau er sich aufhielt, das konnte der Welpe dennoch nicht sagen, auch, wenn Stigr danach verlangte. Mit einem herzhaften Gähnen drückte er sich an Stigrs Brust und Hals. "Mama ... Papa ... Stigr ..."
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    • Der Junge schien immer noch nicht u verstehen, aber er sah ein wenig unglücklich aus, weil er zu seiner Mama wollte, sie aber nicht hier war. Er schürzte die Lippen und rümpfte die Nase. Stigr glaubte langsam, dass das Kind doch verstand was er ihm sagen wollte, aber dass er nicht glauben wollte, dass seine Mama nicht mehr zurück kam. Irgendwann müsse er die Wahrheit akzeptieren, deshalb schüttelte Stigr bestimmt den Kopf. Die Frage die er gestellt bekam konnte er an dem sehnsüchtigen Ausdruck erahnen. "Mama kommt nicht zurück. Tut mir Leid."Vorsichtig strich Stigr dem Jungen über die kalte, rote Wange. Vielleicht hatte er wenigstens noch einen Papa, aber als er nach ihm fragte deutete der kleine Junge in die Richtung der Rauchschwaden. Stigr konnte zwar nicht erwarten, dass das Kind alle Himmelsrichtungen auseinander halten konnte, aber die Wahrscheinlichkeit war groß, dass auch er in der kleinen Zeltstadt gewesen war und ebenfalls dort sein Ende gefunden hatte. Selbst wenn sie dorthin zurück gingen glaubte Stigr kaum, dass sie noch einen Wolf fanden der noch lebte. Und dann? Wohin sollten sie dann? Nach Osten wollte er nicht gehen und vom Gebirge wollte Stigr sich auch fernhalten. Er fand lieber ein paar Wölfe, als adrestianische Soldaten. Es wäre wohl am Besten in Richtung Norden zu wandern.

      Der Junge klammerte sich plötzlich an Stigr, suchte seine Wärme und plapperte vor sich hin. Der Soldat nahm ihn in den Arm, tätschelte seinen Kopf und hielt ihn einfach ein bisschen fest, während er in die Ferne blickte, als gäbe es dort antworten für ihn. Nach einer Weile sprach er den Jungen doch noch einmal an. "Dein Papa... war der bei Mama und dir...?", wollte er wissen und stupste dem Jungen sanft gegen die Brust. "Oder war er nicht in eurer Siedlung?" Dann lebte er vielleicht noch, aber Wölfe wanderten viel und Stigr hatte keine Ahnung wie er einen einzelnen finden sollten. Es war wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen. Stigr brummte. "Mh... wir müssen heute noch hier bleiben. Hast du hunger Kleiner? Oder sollen wir dir zuerst etwas Kleidung basteln? Vielleicht sollten wir dir erst einmal das Gesicht waschen." Mehr oder weniger entschlossen wandte sich Stigr wieder von ihrer Aussicht ab und trug den Jungen zu ihrem kleinen Bach hinüber. Dort angekommen kniete Stigr sich auf den Boden und setzte den kleinen auf seinen Schoß. "Hast du durst?", fragte er ihn und bot ihm wie gestern etwas Wasser an.
    • Er wusste bei weitem nicht, was genau diese Worte aussagen sollten - er hatte keinerlei Ahnung, ob sie schmerzen sollten, oder ob Stigr sich einfach nicht in der fremden Sprache ausdrücken konnte, die er vor sich hin plapperte. Ein Versprechen war nicht mehr als das; es wurde nicht gebrochen, das hatten seine Eltern ihm immer nahegelegt, und doch ... vielleicht gab es Situationen in denen man sie nicht halten konnte? Sein Kopf neigte sich gen Stigrs Brust und er versuchte, sich das Ganze durch das kindliche Hirn gehen zu lassen, welches definitiv nicht imstande war, all die Information, die er soeben erhielt, zu verarbeiten. Tut mir leid - das sagte Stigr auch nicht zum ersten Mal. War seine Mama dort oben, dann kam sie vielleicht erst später wieder, wann auch immer später war ... war das unsinnig? Seine Mutter könnte auch ... nein. Seine winzigen Hände verkrampften sich für einen Augenblick in Stigrs Hemd, ließen nicht los während er versuchte, herauszufinden was genau man ihm damit sagen wollte, und doch kam er zu dem Entschluss, dass es nichts wichtiges sein konnte. Stigr hasste ihn nicht, er schien keine Wölfe zu hassen und dementsprechend glaubte der Welpe einfach an einen guten Geist, der die Hülle eines fremden Soldaten besetzte und ihn nun beschützte, während seine Mutter anderswo - zwischen den Wolken - beschäftigt war.

      "Papa? ... mh-mh." Er löste sich und schüttelte den Kopf. "Papa weg. Papa jagen. Krah krah.", versuchte er Stigr zu erklären. Ob das wirklich Sinn machte, das konnte ein Knirps wie er nur mutmaßen. Auf den Himmel wollte er sich dennoch nicht weiter fixieren - genau genommen war ihm fast schleicht bei dem Gedanken, der salzige Tränen in seine Augen drückte, die jedoch wieder abebbten, als er versuchte, sich selbst weißzumachen, dass Stigr nur vor sich hin faselte und eigentlich etwas anderes meinte. Tat er dass denn? Nein, genau konnte er es nicht sagen, und doch ... redete er noch mehr unverständliches Zeug. Genau wusste er nichts, auch wenn er es versuchte, und noch weniger glaubte er, dass er diese komische Sprache jemals entziffern würde. Sie hörte sich so anders an, und eigentlich wusste er gar nicht, wieso Stigr etwas simples wie die Wolfssprache nicht konnte. Bevor er ihn fragen konnte, lugte vor ihm auch schon eine Hand aus kaltem Wasser und sie saßen schon wieder - er trank aus der Hand, wenn auch zögerlich, und drehte sich um, um zu dem Brünetten aufzusehen. Wie ein typischer Wolf sah er wirklich nicht aus, aber er streckte seine Hände nach dem Bart aus und zog leicht zögerlich daran. "Au?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Stigr sah dem Jungen beim trinken zu, aber er schien nicht sonderlich durstig zu sein. Trotzdem ging er lieber auf Nummer Sicher, wer wusste schon, ob der Knirps es selbst merkte, wenn er etwas Flüssigkeit brauchte. Er war aber definitiv fertig, als er plötzlich nach Stigrs Bart griff und daran zog. "Hey du kleiner Frechdachs.", schmunzelte er, während er seine Hand sanft davon schob. "Ja Au. Hm... dir ist wohl langweilig. Wo hast du denn dein Pferdchen gelassen?" Es lag wohl noch bei ihrem Schlafplatz, aber es schien als sollte sich Stigr selbst mit dem Knirps beschäftigen. "Aber weißt du, wenn dein Papa noch in der Nähe ist und nicht im Lager war... vielleicht sollten wir doch etwas früher zurück, damit wir ihn nicht verpassen.", überlegte Stigr laut. Er glaubte je mehr er mit dem Jungen sprach, desto eher würde er ihn verstehen und das würde ihnen nur helfen. Wäre er alleine hätte er sich auf das Pferd gesetzt und die Gegend um das Lager ausgekundschaftet, aber mit einem kleinen Kind hielt er das für viel zu gefährlich. Sollten sich noch adrestianische Soldaten dort befinden, würde es schwer werden ungeschoren davon zu kommen und mit einem Kind auf dem Rücken kämpfte es sich schwer.

      "Na dann spiel ich mal ein bisschen mit dir und dann bastel ich dir etwas Kleidung. Morgen früh machen wir uns dann auf den Weg.", erklärte er ihm und stand mit ihm wieder auf, wobei er ihn hoch in die Luft hob und sich einmal mit ihm drehte. Dann brachte er ihn zurück in die Höhle und legte ihm das weiche Fell seines Mantels wieder zurecht, damit er eine weiche Unterlage hatte. Das Spielzeugpferd fand er auch und ließ es zu ihm galoppieren. "Ich weiß eigentlich gar nicht wie man mit einem Kind spielt. Dass ich eines war ist schon lange her und ich kann nicht behaupten, dass man viel mit mir gespielt hat, weißt du?"Stigr überreichte ihm sein Pferdchen und hob anschließend eine der Federn des Vogels den er gestern gerupft hatte vom Boden auf. Er würde die ganze Reste später los werden, aber für den Moment ließ er die Feder über die Wange des Kindes tanzen, nur kurz, um zu sehen wie er darauf reagierte. Etwas Spaß würde dem Knirps gut tun und wenn er wieder etwas müder war, konnte Stigr sich um ein paar andere Dinge kümmern, damit der arme Junge endlich etwas Kleidung hatte.
    • Sein neues Zuhause, eine Höhle unweit dieses Flusses, schien weniger einladend als ein Zelt, das mit Fellen und Decken gepolstert war. Ob Stigr noch plante, hier irgendetwas aufzustellen? Der Knirps wusste es nicht, aber der weiche Mantel reichte fürs Erste, auch, wenn ein Paar Schuhe nur von Vorteil wären. Ob er damit durch die Gegend tapsen würde? Oh ja - dann konnte er Stigr zumindest zeigen, dass er nicht nur anständig laufen konnte, sondern auch, wohin er musste, wenn er zurück zu den Zelten wollte; glaubte er. Ob er es mit Stigrs großem Pferdchen aufnehmen konnte, das wusste der Welpe gar nicht, aber kaum kam sein eigenes zu ihm herübergeritten, war er schon wieder Feuer und Flamme dafür - er nahm es entgegen und ließ es mit Geräuschen, die seiner Meinung nach Pferdehufen ähnelten, über den unwegsamen Untergrund galoppieren. Stigr nochmals mit seinem Pferdchen zu attackieren fand der kleine Fratz nicht unbedingt hilfreich, und dennoch sah er zu dem Mann auf, und deutete dann auf sein Pferd. "Pferd. Wo ist dein Pferd?", wollte er wissen und legte den Kopf schief; der Welpe deutete in die Richtung, in welche er Stigrs Reittier vermutete, und doch konnte er sich keine Sekunde lang sicher darüber sein - sie waren beinahe in der Wildnis gefangen, in welche keiner von ihnen gehörte.

      Ein Prüfender Blick schweifte nochmals zu seinem Stockpferd. Zuhause hatte er so etwas tolles nicht; es sah anders aus und war aus Holz geschnitzt, und doch mochte er dieses Ding, das in einer hastigen Knobelaktion zusammengeworfen wurde, mehr als das, was er mittlerweile noch glaubte, zu haben. "Hmm?", fragte er und sah zu Stigr. Die Worte verstand er noch immer nicht, aber für einen Moment sah der Mann etwas traurig aus. Der Welpe konnte ihn gar nicht fragen, was los war, bevor er auch schon zuckte. Eine Feder schmiegte sich über sein Gesicht und berührte an irgendeinem Punkt seine Nase - er konnte das Niesen nicht zurückhalten, fand das schwarze Gefieder allerdings lustig genug, um danach zu beißen. Für einen Moment kicherte er sogar darüber und streckte sich in Richtung der Feder, die auch schon wieder aus seinem Gesicht verschwunden war. Lustig fand er es dennoch, und Stigr schien keine schlechte Person zu sein. "Stigr, spielen!", forderte er den Mann auf und klatschte dabei in die Hände. Das Pferdchen hielt er zwar noch immer, aber gerade jetzt war es nebensächlich, zumindest schien es so. Seine Patscher griffen auch schon nach dem Federchen, aber ob er es wirklich in die Hände bekam war wohl eine andere Frage.
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    • Der Junge war jung genug um sich leicht ablenken zu lassen. Ein kleines Pferdchen und eine Feder reichten aus um ihn glücklich zu machen und das kam Stigr sehr gelegen. Er wusste gar nicht was er mit einem kleinen Schreihals machen sollte. Solange er darauf achtete, dass das Kind genug Wasser, Essen und Schlaf bekam, dürfte aber soweit alles in Ordnung sein, auch wenn er gar nicht wusste, was ihm eigentlich widerfahren war. Es war fast schon traurig ihn so glücklich zu sehen, wenn er doch weinen würde, würde er verstehen was los war und würde er wissen, dass er seine Mama nicht wieder sehen würde. "Pferd? Ah so nennst du das. In meiner Sprache heißt das Pferd, weißt du?", erklärte er ihm und wunderte sich, was das Kind gerade versuchte zu erfragen. Er sah ein wenig hin und her, als suche er etwas. "Unser Pferd ist da drüben, es wird nicht weglaufen.", erklärte er und deutete auf ihr echtes Pferd, das ruhig in der Höhle nahe des Wassers stand. Es war gut ausgebildet, es würde bleiben, aber er würde es später nach unten führen, damit es im Schnee hoffentlich etwas essbares fand.

      Der Junge ließ sein eigenes Holzpferd durch die Luft laufen und machte dazu passende Geräusche, aber die Feder schien ihm auch Spaß zu machen, zumal er nicht alleine spielen musste. Stigr lächelte ihn an. "Jaja wir spielen ein wenig.", erklärte er ihm und kitzelte ihn noch ein wenig weiter mit der Feder die der Junge zu erwischen versuchte. Er begann so sehr zu lachen, dass er auf den Rücken purzelte und Stigr sich leicht über ihn beugte um die Feder immer wieder über seinen Hals tanzen zu lassen. "Du hast eigentlich mehr was von einer Katze, als einem Wolf.", schmunzelte er und überließ der kleinen Patschehand schließlich die Vogelfeder, nach der der Junge zu greifen versuchte. Er wollte ihn immerhin nicht frustrieren, ein wenig Anstrengung war aber auch nicht verkehrt. Sie hatten im Moment sowieso nicht viel zu tun, da konnte Stigr sich auch mit dem Kind beschäftigen. Vielleicht fiel ihm später sogar eine gute Geschichte ein, die passend für ein Kind war, aber auch da hatte er nicht viel eigene Erfahrung. Er hatte lange Zeit niemanden gehabt, der sich um ihn gekümmert hatte.
    • Es machte ihm Spaß, wenn Stigr sich mit ihm beschäftigte - aber nicht nur das. Allem Anschein nach war er nicht der Einzige, der seinen Spaß hatte und wenn er so darüber nachdachte, dann verstand er auch auf eigennützige Weise, dass sie beide etwas gemein hatten; sie hatten einander, ja, und der grimmig wirkende Mann, der durch seinen Bart vielleicht erschreckender wirkte als er war, hatte Spaß daran ihn zum Lachen zu bringen. Eigentlich schien er ganz glücklich, plumpste der Welpe doch auf seinen Rücken und ließ sich übermannen, lachte darüber, als wäre es kein taktischer Angriff gewesen und versuchte sich davon zu robben. Weit kam er nicht, Stigr hatte ihn im Griff - ein Dilemma, aus dem er nicht entkommen konnte, war nun einmal Teil seiner Tagesordnung, wie es schien. Ob er ohne Stigr in der Siedlung geblieben wäre? Ob jemand anderes auf ihn achtgab, während seine Mutter über die Wolken tänzelte? All jene Fragen konnte er sich nicht beantworten - er versuchte sein bestes und tat auch gut darin, es einfach sein zu lassen, aber gleichzeitig war es wohl doch nicht so verkehrt, einen diebischen Blick zu ihrem Pferd zu werfen. "Pferd! Groß und stark! So wie Stigr!", kicherte er inmitten des Getümmels. Wohin das alles noch führte, blieb grundsätzlich offen, und doch hatte der Tunichtgut eine Idee.

      Was genau Stigr von sich gab, das würde er gerne wissen, und doch blieb ihm eben jenes Wissen verwehrt - der Welpe rollte sich am Boden und suchte nach einer ordentlicher Angriffsposition, nachdem die pechschwarze Feder in seinen Besitz überging. Seine Augen suchten nach einer Schwachstelle an dem Mann, der sich über ihn gebeugt hatte; er stichelte ihm damit in den Hals und grinste frech, als hätte er soeben eine Idee gehabt. Stigr sollte auch lachen, koste es, was es wolle, und er würde ihn dazu zwingen, ob er sich freute oder nicht! Mit einem Ruck setzte er sich auf, soweit es ging, und stichelte Stigr mit der Feder in den Hals, dann ins Gesicht und schließlich gegen die Nase. Sie beide waren gerade Feinde auf einem gänzlich anderem Schlachtfeld, einem, auf das sich auch ein Kind gefahrenlos trauen konnte ... es war beinahe schon lustig, welche Parallelen man nicht ziehen sollte, und gleichzeitig war da nur sein eigenes Gelächter und die Hoffnung, dass Stigr ebenfalls etwas für ihn übrig hatte. "Nimm das!", forderte er ihn auf, als er glaubte, die Feder hatte sich in ein Holzschwertchen verwandelt, mit welchem er Stigr gegen die Brust stupste. Wehren musste er sich noch, mehr verlangte er gar nicht von ihm! Ob der Brünette das ebenfalls so verstand, war schwer zu sagen, aber an das Gute im Menschen zu glauben war immerhin auch eine Tugend, die der Kleine nicht vergessen sollte - Stigr kam ihm gar nicht so schlecht vor.
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    • Der Junge wälzte sich auf dem weichen Fell umher und lachte ausgiebig, das allein zauberte ein Lächeln auf Stigrs Gesicht. ür ausgiebiges Lachen war er der Falsche, aber das hieß nicht, dass er nicht auch seinen Spaß daran hatte den kleinen Jungen von seiner Misere abzulenken und ihm einen Moment der Ruhe zu schenken. Irgendwann würde er realisieren was was hier vor sich ging. Irgendwann würde er verstehen, dass er seine Mama nicht wiedersehen würde und so gerne er Stigr auch zu haben schien, er wäre kein Ersatz und schon bald würde er immer öfter nach ihr fragen. Zumindest glaube Stigr das, er konnte nicht behaupten zu wissen, wie es sich anfühlte Eltern zu haben. Als er so alt war wie dieser Knirps, da war er in einem Waisenhaus gewesen. Eine strenge, alte Furie hatte sich um ihn und zig andere Kinder gekümmert und ihn schließlich vor die Tür gesetzt, als er älter wurde und kein Platz mehr war. Sechs Jahre alt war er damals maximal gewesen und seither hatte er sich alleine durchgeschlagen. Bis er den Mann getroffen hatte, der ihn aus heiterem Himmel adoptiert hatte zumindest.

      Er war wohl das für Stigr gewesen das am ehesten an einen Vater heran kam, aber also er ihn adoptiert hatte war Stigr schon sechzehn Jahre alt gewesen. Er war streng gewesen, aber auch ruhig und vielleicht liebevoll, so liebevoll wie man zu einem dummen, fremden Jungen eben sein konnte. Stigr wusste zumindest wie es sich anfühlte jemanden wie einen Vater zu verlieren und der Knirps vor ihm würde es nicht einfacher haben. Für den Moment sollte er so viel lachen wie er wollte. Stigr kitzelte ihn sanft, ehe er die Feder abgab, oder eher an ihn 'verlor'. Dann bekam er alles zurück. Er lächelte, wehrte sich gespielt und als der Junge etwas aufrief und die Feder wie einen Dolch in Stigr Brust zu drücken schien, hielt er sich eine Hand an die klaffende, imaginäre Wunde und hob abwehrend eine Hand. "Schon gut! Du hast gewonnen!", schmunzelte er gespielt verletzt, ehe er seine Finte auflöst und den kleinen Krieger nun einfach mit seinen Fingern weiter kitzelte. Schützende Kleidung hatte er ja nicht gerade, die Bewegung wärmte den Knirps hoffentlich auf und wenn er genug hatte, dann würde Stigr sich etwas einfallen lassen.
    • Er freute sich; auf Stigrs Lippen hatte sich ein Lächeln abgezeichnet und er selbst schien Spaß dabei zu haben, sich mit ihm zu beschäftigen - nein, nicht nur das, er schien auch Spaß an dem Spiel zu haben, an welches sie beide sich heranwagten. An und für sich hätte er all das nicht gedacht, und doch musste er sich eingestehen, dass es vermutlich das Offensichtlichste war, das passieren konnte. "Stigr!", rief er prustend aus. Nicht, dass der Bärtige ihn noch nie angelächelt hatte - es gefiel ihm nur zu gut; er konnte seine Freude kaum für sich behalten. Der kleine Fiesling hatte die Schlacht gewonnen, kaum kam ein dementsprechender Laut von dem alten Mann und er selbst lachte darüber - in jeder echten Situation wäre Stigr nun tot, und doch war der Knirps sich zu mehreren hundert Prozent sicher, dass er richtig handelte und von seinem Aufpasser nicht zu viel verlangte. Wie sollte er auch? Sie beide harmonisierten miteinander - sie mochten Pferde! Das alleine reichte schon für ihn, auch, wenn es mehr eine Mutmaßung als eine Feststellung war, die nicht unbedingt konkrete Infos hergab. Im besten Fall hatte er Recht, und im schlimmsten Fall würde sich sein Aufpasser negativ zu einem der beiden Rosse - ob echt oder nicht - äußern.

      Die Feder umklammerte er fest, als er Stigr die Zunge herausstreckte - seine Antwort darauf bekam er dennoch gleich, denn er Waffenstillstand hielt ungefähr so lange, wie ein Wimpernschlag; zwei große Hände attackierten ihn, wie die Pranken eines Schneeleoparden es tun würden, auch, wenn er sich Stigr nicht als übergroße Katze vorstellen konnte. Mit einem Prusten und alsbald folgendem, dröhnendem Gelächter wand sich die kleine Figuren unter der Attacke Stigrs', rollte sich über die weiche Unterlage und suchte nach einem Ausweg aus seinem temporärem Gefängnis, bis zu jenem Zeitpunkt, an welchem er vor lauter fehlender Luft rot angelaufen war. Das hier machte Spaß, auch, wenn ihm die eigenen Haare schon zu Berge standen und er sich kalt fühlen müsste - ihm war warm, sehr sogar. "Gemein!", prustete er hervor, ehe Stigr ihn kurz Luft holen ließ. Bald darauf versuchte er, sich auf die ihn kitzelnde Hand zu stürzen und einen Punkt zu finden, der Stigr auch zu Boden beförderte und ihn lachen ließ; irgendwo musste er sein, und wenn ihn jemand fand, dann er! Zumindest stellte sich der Knirps das alles so leicht vor und fing an, den Arm des Brünetten abzusuchen und sporadisch zu kitzeln, als wäre er soeben auf der Suche nach irgendeinem Punkt, vermutlich in der Beuge zwischen Unter- und Oberarm, der eine ähnliche Reaktion in ihm auslöste. "Wo ist Stigr kitzlig?", fragte er ungeniert.
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    • Der kleine Junge hatte viel zu viel Energie, blieb nur zu hoffen, dass er von all der Bewegung nicht auch noch hunger bekam. Im Moment hatten sie nichts und es würde auch noch eine Weile dauern, bis Stigr ihm etwas anbieten konnte. Es gab so viel, das er für ihn tun sollte und er fühlte sich als hätte er kaum Zeit dafür. Was war wichtiger? Kleidung oder Essen? Wir würde er das machen, wenn er einmal nichts fand? Vielleicht sollte er heute etwas mehr zu jagen versuchen und das Fleisch für morgen vorkochen, damit sie auf jeden Fall etwas in der Früh hatten und so bald wie möglich aufbrechen konnten. Vielleicht war es gefährlich, aber sollte sich ein verirrter Wolf noch dort aufhalten, dann musste Stigr diesen erwischen, bevor er das Weite suchte. Auch wenn es nicht des Jungen Vater war, er würde ihn hoffentlich kennen und aufnehmen. Und Stigr? Was würde er dann selbst tun? Zurück nach Wezette konnte er nicht, zumindest nicht als der der er war. Vielleicht konnte er sich irgendwo in den Wäldern verstecken, oder er musste in Thria bleiben. Er konnte vielleicht auch nach Stenz gehen, wo ihn keiner kannte.

      Der Junge lachte immer noch, während Stigrs Gedanken immer wieder abschweiften, er war wohl nicht ganz bei der Sache und das war ihm gegenüber unfair. Er lächelte wieder und kitzelte den Jungen unter seinen Achseln, ehe er ihm auch einmal eine Verschnaufpause gönnte. Der Konter folgte, als der Knirps sich versuchte an Stigr herauf zu hangeln und ebenfalls versuchte ihn zu kitzeln. "Dafür bin ich glaube ich ein wenig zu dick angezogen.", bemerkte Stigr mit einem Lächeln. "Und wir sollten bei dir für dasselbe sorgen, damit du nicht krank wirst." Spielerisch warf er den Jungen wieder um, wobei er darauf achtete, dass er eine weiche Landung hatte. Dann schnappte er sich die Decke und band zwei Ecken vorne beim Hals des Welpen zusammen. "So jetzt hast du ein Cape.", erklärte er ihm, ehe er nach den nackten Füßen griff. "Sollen wir dir ein paar Schuhe basteln?", fragte er ihn mit einem Lächeln, packte die Füßchen aber vorerst wieder unter die Decke. Damit dem Jungen nicht langweilig wurde, gab er ihm sein Pferdchen zurück und legte ein paar Federn in Reichweite. Eine davon steckte er zwischen die Ästchen. "Du kannst ja deinem Pferd inzwischen eine Frisur verpassen. Oder einen Pegasus daraus machen.", schmunzelte er.