Salvation's Sacrifice [Asuna & Codren]

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    • Kassandra schenkte Zoras einen ihr gar typischen Blick, den er nur belächeln konnte.
      "Die Ruhe und gute Laune macht Euch wohl übermütig."
      "Das tut sie", gab er fast schon vergnügt zurück und richtete sich wieder auf. Wenn Kassandra in die Stimmung geriet, ihn formell anzusprechen, war das immer ein gutes Zeichen. Es war ja bislang auch ein guter Tag gewesen, frei von Stress und persönlichen Konflikten. Zoras mochte es zu sehen, dass auch Kassandra unter solchen Umständen wieder aufblühte.
      Sie nahm sein angebotenes Schwert entgegen und stimmte seinem Vorschlag mit einem Nicken zum Gestell zu. Zoras spürte sein Herz ein wenig schneller schlagen in der Aussicht, wirklich wieder gegen Kassandra anzutreten. Das letzte Mal war Jahre her gewesen und obwohl er fast wieder regelmäßig trainierte, würde ihm das bei der Phönixin kein bisschen helfen. Vielleicht hätte er ja doch mal mit Esho trainieren müssen.
      Er nahm sich ein anderes der Schwerter, während Kassandra sagte:
      "Eure Kleidung ist für ein kleines Training allerdings nicht ausgelegt. Wahrscheinlich ziehe ich mir den Hass aller Schneider auf mich, aber was macht das schon."
      "Ich werde dafür sorgen, dass sie es nicht herausfinden", bekräftigte er sofort, bevor Kassandra überhaupt zeigte, was sie mit den Worten gemeint hatte. Flammen stoben aus dem Nichts und fraßen sich in Zoras' Gewänder hinein, um ihre Beschränkungen aufzuheben. Fast augenblicklich fühlte er sich freier, als auch die letzte Flamme wieder verschwunden war.
      Kassandra wechselte dafür die ganze Kleidung und blieb in einer sehr beweglichen Aufmachung zurück, die eine wahre Augenweide darstellte. Spätestens jetzt hatte sie sich die Aufmerksamkeit der anwesenden Soldaten ergattert, die sich im Innenhof zum Training versammelt waren. Ehrfürchtige, hungernde Blicke richteten sich nach ihr aus, wann immer weder Zoras noch Kassandra in ihre Richtung sahen. Natürlich waren die Soldaten genauso schnell dabei, das anwesende Herrscherpaar zu ignorieren, wenn sie sich umdrehten, um nicht noch erwischt zu werden. Zoras war sich trotzdem der Anwesenheit der Blicke bewusst, aus dem einfachen Grund, dass er selbst starrte. Immerhin durfte er es auch. Er hatte schon lange nicht mehr Kassandra in einem echten Kampf beobachten können.
      Sie gingen auf den Platz, der augenblicklich von den anderen Trainingspaaren geräumt wurde, bis genügend Platz für sie beide übrig war. Kassandra blieb fast lässig stehen, während Zoras sich einen günstigen Platz aussuchte und Aufstellung nahm. Während er sein Schwert mit beiden Händen ergriff, betrachtete Kassandra ihre Waffe missmutig.
      "Weißt du, Kurzschwerter sind eigentlich nicht meine Stärke. Ich bevorzuge Waffen mit gewisser Reichweite, wenn ich schon in den Nahkampf gehen muss."
      Ob sie damit ihren Speer oder ihr Feuer meinte, war nicht ganz ersichtlich. Letzten Endes machte es wohl auch keinen Unterschied.
      "Ich kämpfe auch nicht gerne vom Boden aus. Sobald ich ein Pferd finde, das nicht vor deiner schieren Anwesenheit scheut, können wir mit den Waffen trainieren, die uns wirklich liegen. Wie wäre das?"
      Er warf ihr ein kurzes Lächeln zu und an dem Blick, den Kassandra ihm zuwarf, konnte er sich einbilden, dass ihr der Gedanke durchaus gefiel. Nicht, dass das Zoras' Chancen steigern würde. Er würde dann nicht nur besiegt werden, er würde dabei vermutlich auch noch vom Pferd fallen.
      Aber es würde sich besser anfühlen.
      "Meinst du, du bestehst dieses Mal länger als ein paar Sekunden?"
      Kassandra richtete sich aus und Zoras tat es ihr gleich. Um sie herum wurde es ruhiger, als die Soldaten ihr Interesse nicht im Zaum halten konnten. Kalea hätte vermutlich den ganzen Palast bestraft, wenn sie gewusst hätte, dass sie im Innenhof immer noch trainierten. Da würden Zoras und Kassandra keine Ausnahme sein.
      "Ich schätze meine Zeit realistisch ein. Aber ich habe wieder zu trainieren begonnen, ich bin nicht unvorbereitet."
      Er zögerte einen Moment.
      "Zwei Sekunden, wie wäre das? Sollte ich es schaffen, zwei Sekunden lang nicht getroffen zu werden, habe ich gewonnen."
      Seine Zähne blitzten kurz auf, als er wieder lächelte. Er nahm seine Defensive Haltung an, die Beine breit, Schultern breit, Arme weit, Schwert quer. Zwei Sekunden waren schon utopisch, er bildete sich nicht ein, Kassandra auch noch selbst erwischen zu können.
      "Wer gewinnt, hat beim anderen einen Wunsch frei."
    • Dieser kleine Exkurs bot für Kassandra gleich mehrere erfreuliche Umstände. Zum einen lockerte es den Tag weiter auf, dann taten sie einmal wieder etwas, was ihr im Blute lag und zusätzlich hatte sie ihren Spaß dabei. Ein anderer Faktor war aber die Blicke, die sie zweifelsfrei auf sich liegen spüren konnte. All die Männer, die vorhin noch trainiert hatten, waren ihnen gewichen und hatten sich am Rande des Feldes gesammelt, um so zu tun, als würden sie einfach nur des Respekts wegen pausieren. Natürlich war ihr bewusst, dass ihr Aufzug die Fantasie ein bisschen mehr als nötig anregte, aber als Göttin würde sie solche Aufmerksamkeit mitnichten ausschlagen. Es nährte den übernatürlichen Anteil, so wie Nahrung ein Lebewesen.
      „Hm, ein durchaus reizvoller Gedanke. Sofern du denn jemals ein Tier findest, das dieser Kategorie entspricht“, lächelte Kassandra süffisant. Es gab nämlich keine Pferde, die nicht vor ihr Reißaus nahmen. Dann würde sie eben ein bisschen tricksen müssen, damit Zoras seinen Versuch haben konnte.
      Als Kassandra ihre Haltung annahm, bemerkte sie, wie all die Soldaten am Rande mit ihrer Farce aufhörten und nun sichtlich interessiert den Eviad und seine Göttin beobachteten. Nervös war Kassandra nicht, eher höchst unterhalten und gut gelaunt. Spielchen wie diese lagen ihr, obwohl der Ausgang immer klar sein würde.
      „Ich schätze meine Zeit realistisch ein“, sagte Zoras als könne er ihre Gedanken lesen.
      „Hast du sie das letzte Mal nicht auch realistisch eingeschätzt?“, kokettierte sie und neigte den Kopf spielerisch zur Seite.
      „Aber ich habe wieder zu trainieren begonnen, ich bin nicht unvorbereitet.“
      Doch, war er. Wenn die Phönixin es wirklich drauf anlegte, stand der Sterbliche nicht einmal eine volle Sekunde auf seinen Beinen. Das war ihm bewusst und doch hielt er es für nötig, diesen kleinen Hinweis auszusprechen. Gut für ihn, denn dann setzte sie darauf, dass ein kleiner Fußfeger ihm nicht sofort die Beine brechen würde.
      „Zwei Sekunden, wie wäre das? Sollte ich es schaffen, zwei Sekunden lang nicht getroffen zu werden, habe ich gewonnen.“
      Eine Spur Skepsis mischte sich in ihren Blick. „Wie willst du denn ganze zwei Sekunden vor mir ausweichen? Das klingt ja schon beinahe anmaßend. Zwei Sekunden sind eine beträchtliche Zeitspanne, Zoras.“
      Statt einer Rechtfertigung lächelte er breiter und bezog auch Stellung. Damals hatte er eine adäquate Kampfstellung angenommen, weil er dachte, er könne ihr aktiv widerstehen. Jetzt hingegen stellte er sich anders auf, setzte seine Füße direkt anders und das Schwert vor ihm als Schutz. Gegen einen Menschen könnte er somit vermutlich gut parieren, ein Gott jedoch würde auf die ungeschützten Stellen zielen und mit seiner übermenschlichen Geschwindigkeit ihm einfach den Todesstoß versetzen.
      „Wer gewinnt hat beim Anderen einen Wunsch frei“, verkündete er schließlich und Kassandra zeigte sich interessiert.
      „Ich muss doch keinen kleinen Wettkampf gewinnen, um einen Wunsch zu verdienen.“ Allerdings war sie nun durchaus gespannt, was für einen Wunsch er sich denn einfallen ließe. Das hier war ein kleines Spiel zwischen ihnen, aber sie würde es nutzen, um den zuschauenden Soldaten zu verdeutlichen, gegen was sie irgendwann einmal kämpfen könnten. „Schön. Dann schauen wir mal, wie viel deine Vorbereitung gebracht hat. Bereit?... Los.“
      Kassandra zeigte Zoras ein wildes Lächeln, dann war sie von einem Wimpernschlag auf den nächsten verschwunden. Die Zeit wurde nicht langsamer, sie hielt auch nicht an. Es entstand keine Wärme, Magie lag nicht in der Luft. Eine volle Sekunde war von ihr nichts zu sehen, doch dann ging alles ganz schnell. Kassandra tauchte ganz nah vor Zoras auf, leicht seitlich gedreht. Mit einem einzigen kraftvollen Aufwärtsschwung schlug sie mit ihrem Schwert gegen seines, dabei berührte sie ihn zu keinem Zeitpunkt. Ein Knall ertönte, als ihm das Schwert mit einer Urgewalt aus den Händen gerissen und fliegen geschickt wurde. Als die zweite Sekunde verstrichen war, fiel das Übungsschwert klappernd zu Boden und Kassandra nahm ihr eigenes Schwert wieder in Augenschein, so als wäre nichts gewesen. Sie hatte ihn nicht getroffen, aber entwaffnet. Das befand sie als Zugeständnis für beide Seiten.
      „So wirklich überzeugt bin ich von diesen Attrappen immer noch nicht. Wobei ich ihnen zugestehen muss, dass sie wenigstens nicht bei der leichtesten Beanspruchung brechen… Also, ich habe gehört, es stünde ein Wunsch im Raum? Was wünscht sich denn der Eviad, was er anders nicht erlangen kann?“
    • "Ich muss doch keinen kleinen Wettkampf gewinnen, um einen Wunsch zu verdienen."
      "Natürlich nicht", antwortete Zoras genauso locker wie Kassandra. "Aber dann lohnt es sich gleich, sich anzustrengen, nicht?"
      "Schön. Dann schauen wir mal, wie viel deine Vorbereitung gebracht hat. Bereit?... Los."
      Das war die einzige Vorwarnung, die Zoras von Kassandra bekam, bevor er überhaupt reagieren konnte. So gesehen war es sogar mehr Vorwarnung als nötig, denn er war sich natürlich vollständig im Klaren, Kassandra haushoch unterlegen zu sein. Wenn sie es darauf anlegen würde, könnte sie ihn treffen, bevor er überhaupt realisierte, dass sie sich bewegt hatte. Da würde auch sein Schwert nichts bringen.
      Aber vielleicht war es ja auch eine kleine Anspielung an ihre gute Laune, die ihn dazu bewegt hatte, ihr den Wunsch vorzuschlagen. Eigentlich war es Kassandra, die entscheiden würde, wer von ihnen gewinnen würde. Zoras war neugierig zu erfahren, wie ihr Entschluss ausfiel.
      Zoras wartete genau einen Atemzug lang, in dem sein Herz in Erwartung des Kampfes zu rasen begann, dann tauchte die Phönixin unvermittelt wieder vor ihm auf. Seine Muskeln zuckten aus Reflex, aber selbst dieser Reflex kam für seine Verhältnisse sehr spät. Es war nunmal etwas gänzlich anderes, mit einem Menschen und einer Göttin zu trainieren. Zoras wusste bereits, dass Kassandra treffen würde, bevor es soweit war.
      Dennoch war er nicht auf ihren Schlag gefasst. Sie ignorierte seine ungeschützten Körperhälften und schlug stattdessen gegen die Breitseite seines Schwertes, das er mit beiden Händen fest hielt. Ihre Bewegung sah geschmeidig und locker aus, aber die Kraft dahinter hätte ausgereicht, um ein ganzes Pferd umzuwerfen. Zoras spürte den Druck durch seine Hände, seine Arme, seine Schultern und selbst seine Brust gehen, bevor die Waffe aus seinen gestärkten Fingern gerissen wurde. Er stolperte einen Schritt, als die Kraft ihn nach hinten riss und er sein Gleichgewicht neu verlagern musste. Das Schwert flog wie ein Spielzeug durch die Luft und landete unter den bescheidenen, schüchternen Fürworten der umstehenden Soldaten auf dem Boden. Zoras stieß den Atem aus, den er angehalten hatte.
      Kassandra begutachtete derweil ihre Waffe wieder, ihren Sieg als selbstverständlich hinnehmend. War er ja auch.
      "So wirklich überzeugt bin ich von diesen Attrappen immer noch nicht. Wobei ich ihnen zugestehen muss, dass sie wenigstens nicht bei der leichtesten Beanspruchung brechen…"
      Dann hob sie wieder den Blick, um Zoras anzusehen.
      "Also, ich habe gehört, es stünde ein Wunsch im Raum? Was wünscht sich denn der Eviad, was er anders nicht erlangen kann?"
      Ein feines Lächeln breitete sich auf Zoras' Gesicht aus. Richtig, sie hatte ihn nicht berührt. Also hatte sie ihm einen Wunsch gewährt.
      "Ich wünsche eine Nacht mit dir."
      Zum Glück konnte er auf therissisch unter den Soldaten so frei reden.
      "Bis zum Sonnenaufgang gemeinsam in einem Bett."
      Aufmerksam beobachtete er das Feuer in ihren Augen. Zoras war nicht so plump, auf diese Weise nach Sex zu fragen, das wussten sie beide, aber das schiere Thema Zuneigung hatte sich in letzter Zeit stark abgekühlt. Er wollte nicht sehen, wie sie sich abgeschreckt von der Vorstellung fühlte, sich von ihm berühren zu lassen. Länger als für einen Handkuss.
      "Ich muss dich nicht berühren, wenn du es nicht möchtest, und du musst es auch nicht. Aber ich würde gerne bei dir liegen. Eine Nacht."
      Galant verneigte er sich vor ihr, was für die Soldaten aussehen musste, als würde er ihr für den Schlag seinen Respekt erweisen. Was er auch noch tun würde.
      "Gewährst du mir diesen Wunsch?"
    • Kassandra war interessiert gewesen. Seitdem sie im Palast eingekehrt waren und sich vieles in den Abläufen geändert hatte, hatte sich Zoras verändert. Er hatte manche Züge aus seinem früheren Ich wiedererweckt und mit Neuen vermengt, was ihm eine gewisse Prise an Unberechenbarkeit zurückgab. Deswegen ließ sie ihn absichtlich die zwei Sekunden überstehen, weil sie wissen wollte, was er nun ausgeheckt hatte.
      „Ich wünsche eine Nacht mit dir“, sagte er schließlich mit einem Lächeln im Gesicht und Kassandra hörte auf, mit ihren Fingerspitzen über das Holz zu fahren und ihn stattdessen anzusehen.
      Zeitgleich hörte sie ein Hüsteln hinten in den Reihen der Soldaten. Ihr Blick glitt umgehend am Eviad vorbei in den Hintergrund, aber wer oder warum dort scheinbar auf die therissische Sprache reagiert hatte, konnte sie nicht bestimmen.
      „Bis zum Sonnenaufgang gemeinsam in einem Bett.“
      Ihr Fokus legte sich zurück auf Zoras. In ihrer Miene war nicht wirklich abzulesen, was sie von diesem Wunsch hielt. Das machte sie absichtlich, um ihre Gedanken nicht im Voraus zu verraten. Früher, vor diesem ganzen Malheur, hätte er sie des Abends mittels einer ausgestreckten Hand zu sich geholt. Ohne Umschweife wäre sie dem nachgekommen, aber nun lag eine Kluft zwischen ihnen, über die er unablässig eine Brücke zu bauen begonnen hatte. Mit einem gewagten Sprung hätte sie es schon auf die andere Seite schaffen können, aber…
      „Hättest du den zweiten Satz nicht nachgeschoben hätte ich dich fragend angesehen. Im Umgang mit Göttern musst du manchmal etwas konkreter werden, um das zu erreichen, was du wünschst“, sagte die Phönixin gelassen, als sie sich ein paar Schritte entfernte, sich zu ihm umdrehte und ihr Schwert hob.
      „Ich muss dich nicht berühren, wenn du es nicht möchtest, und du musst es auch nicht. Aber ich würde gerne bei dir liegen. Eine Nacht“, fügte er noch hinzu und verneigte sich, nur nicht ganz so tief wie vielleicht angedacht. „Gewährst du mir diesen Wunsch?“
      Seit Langem verspürte Kassandra eine Spur Aufregung ganz tief in ihrem Magen. Die Gewohnheit, die am Ende viele Teile ihrer Beziehung zu Zoras geprägt hatte, war durch den Vorfall erschüttert worden. Er würde seine Grenzen in ihrem Beisein nie übertreten, aber als Wesen hatte auch er Wünsche und Bedürfnisse. Konsequent hatte sie ihm ihre Nähe verweigert und dass er nun diesen Anlass nutzte, um einen Schritt näher zu kommen, stimmte die Phönixin durchaus freudig. Die Vorstellung, dass er sie wieder so berühren würde, löste erwartungsvolle Schauer aus, die sie mit einem Wink ihres Schwertes kaschierte.
      Es fühlte sich ein wenig an wie… früher.
      „Was wäre ich für eine Göttin, wenn ich nicht zu meinem Worte stünde?“, erwiderte Kassandra mit einem Schulterzucken. „Deinem Wunsch soll stattgegeben werden. Und jetzt hol dein Schwert.“
      Sie deutete auf das einsame Schwert am Boden, welches Zoras nach der Aufforderung umgehend holen ging. Kaum hatte sie ihre Worte gesprochen, schwappte ihr eine Welle der Vorfreude und tatsächlich auch ein bisschen Erregung seitens des Eviads entgegen. Kein Wunder. Vermutlich schlichen sich bereits einschlägige Gedanken in seinen Geist, was Kassandra ihm keinesfalls negativ auslegen würde.
      Als Zoras sein Schwert aufgehoben und zurückgekehrt war, nahm er wieder seine defensive Haltung an. Vermutlich, weil er ernsthaft versuchen wollte, sich gegen seine Göttin zu behaupten. Dieses Mal stieg Kassandra auf dieses Spiel ein und reduzierte ihre abnorme Geschwindigkeit massiv. Als sie nun die Distanz zwischen ihnen überbrückte, konnte Zoras ihren Vorstoß sehen. Jeden Schritt, den sie nahm, der aber so aussah, als könne sie jeden Augenblick die Richtung wechseln. Ohne so nah zu kommen wie noch vorhin führte sie einen Streich aus, gerichtet auf Zoras‘ rechte Schulter, seine dominante Seite. In ihrer Wahrnehmung bewegte sich Kassandra wie in Zeitlupe, doch für Zoras war sie immer noch schnell, aber durchaus erkennbar.
    • Kassandra sah ihn fast unbewegt an. In ihrem Mienenspiel war nichts abzulesen, womit man ihre Gedanken hätte deuten können. Wenn es nach Zoras ging, hätte sie genauso gut begeistert und völlig abgeschreckt von dem Wunsch sein können. Aber zum Glück spannte sie ihn nicht lange auf die Folter.
      „Was wäre ich für eine Göttin, wenn ich nicht zu meinem Worte stünde? Deinem Wunsch soll stattgegeben werden."
      Erleichterung machte sich in ihm breit, so tiefgreifend und vollständig, dass es ihm davon schauderte. Die sanfte Sorge in seinem Magen löste sich auf und wurde von einem glückseligen Gefühl abgelöst. Sie hatte zugestimmt. Ob die Nacht gut werden würde, war eine andere Frage, aber sie hatte zugestimmt. Sie war bereit, ihm diesen einen Schritt entgegen zu kommen.
      "Und jetzt hol dein Schwert.“
      Er richtete sich auf mit einem Lächeln auf den Lippen, das für Kassandra alleine bestimmt war. Die Aussicht, mit ihr das Bett zu teilen, erfreute ihn ungemein, so banal es auch wirken mochte. Das war doch nicht ihr erstes Mal gemeinsam und Zoras war auch längst kein unerfahrener Junge mehr. Aber trotzdem war es so, als könnte diese einfache Sache seine Welt erblühen lassen.
      "Sehr wohl."
      Er ging und holte unter den aufmerksamen Blicken der Soldaten seine Waffe zurück. Jetzt fühlte sich das wesentlich leichter an. Er stellte sich wieder auf, aber diesmal voll unterdrückter Vorfreude.
      Als Kassandra jetzt angriff, konnte er sie sehen. Es war zwar nur eine schwammige Silhouette von einer Bewegung, die zu schnell für sein menschliches Auge vonstatten ging, aber es gab ihm doch den Bruchteil einer Sekunde länger Zeit, auf ihren bevorstehenden Angriff zu reagieren. Seine Muskeln konnten auch instinktiv abschätzen, aus welcher Richtung es zumindest kommen würde, und sie gewährte ihm den Gefallen, nicht auch noch ein Täuschungsmanöver durchzuführen. Ihr Schlag kam, genau in seine Abwehr hinein, und er riss das Schwert nach oben, während er den Oberkörper drehte. Ihre Schwerter krachten aufeinander und erschütterten ihn ein weiteres Mal bis in die Knochen, aber dieses mal entglitt ihm das Schwert nicht. Seine Muskeln ächzten und traten unter der großen Anspannung deutlich hervor, seine Hände krampften unter der Wucht, die durch die Waffe ging, aber er hielt stand. Kassandra hatte für ihn ihre Kraft gedrosselt. Zumindest für den ersten Schlag; als der zweite folgte, war sein Griff schon so erschöpft von dem ersten, dass die Waffe ihm doch aus der Hand brach. So viel Befriedigung musste er der Phönixin dann doch noch gewähren. Was wäre schon ein Kampf gegen einen Menschen, wenn sie ihm nicht aufzeigte, dass er genau das war.
      In den nächsten Minuten landete sein Schwert mindestens noch ein dutzend Mal auf dem Boden und Zoras war sich nie zu schade, zu gehen und es unter den Blicken der Soldaten aufzuheben. Nach fünf Minuten stand ihm schon der Schweiß auf der Stirn, verwischte sein Puder, und seine Muskeln schmerzten unter der großen Beanspruchung, während Kassandra ganz unbeteiligt aussah. Ihre Kämpfe waren kurz, höchstens zwei, drei Schläge, die Kassandra ihm großzügig gewährte, bevor sie ihren finalen Stoß ausführte. Er hatte dem niemals etwas entgegenzusetzen. Sein Schwert flog, seine Muskeln ächzten und seine Lunge brannte. Nach einer halben Ewigkeit, so wie es sich für ihn anfühlte, neigte er keuchend den Kopf vor ihr.
      "Ich fürchte... das war genug für heute..."
      Er war aus der Form, das wusste er selbst. Er konnte es ja spüren, wie schnell seine Kraft versagte, wie wenig ihm von seiner Ausdauer geblieben war. Er würde wieder wesentlich häufiger trainieren müssen als bislang. Vielleicht würde er mit seinem neuen Zeitplan wieder täglich schaffen.
      Trotzdem bot er ihr seinen Arm an.
      "Abendessen?"
      Und so, wie Zoras es sich nicht zu schade war, seine Waffe vom Boden aufzuheben, war Kassandra es sich nicht zu schade, sich bei dem schwitzenden, japsenden Eviad unterzuhängen. Vielleicht genoss sie es sogar, immerhin sah sie dadurch neben ihm noch viel göttlicher aus.

      Für den Abend bereitete sich Zoras dann mit größter Sorgfalt vor. Er wusch sich den Schweiß vom Körper und ließ sich von vier Männern so gründlich reinigen, wie es nur möglich war. Es war die reinste Tortur für ihn. Zoras biss zwar die Zähne zusammen, aber es war furchtbar, wie sorgfältig sie seine Haut schrubbten und unter seinen Nägeln puhlten. Mittlerweile hatte er zwar einen eigenen Kader an Bediensteten, denen er vertraute und die seine Eigenheiten bereits gewohnt waren, aber das machte es nicht besser. Er mochte das Gefühl auf seiner Haut nicht, es reizte ihn. Da halfen ihm auch nicht die schmeichelnden Worte oder der Anblick seiner narblosen Beine. Nur die Aussicht darauf, Zeit mit Kassandra zu verbringen, ließ ihn das durchstehen. Die Aussicht auf Kassandra hatte ihn schließlich schon viel mehr durchstehen lassen.
      Nach einem kritischen Blick in den Spiegel, ließ er auch noch den Mann bringen, der sein Gesicht puderte. Mittlerweile war wieder etwas Haar auf seinem Kopf nachgewachsen und auch an seinem Körper bildeten sich wieder Haare, wo sie zuvor von Narben behindert waren, und ließen ihn ein wenig aussehen wie früher. Aber nicht wie früher früher, niemals wieder. Sein Bart war noch immer penibel rasiert und um seine Augen hatten sich seichte Stressfalten niedergelassen. Alle Falten schienen sich vertieft zu haben. Und seine Augen selbst... Zoras starrte sich an, während er sich aus Kassandras Augen zu betrachten versuchte. Sein Blick ging tief und war von einer unterirdischen Intensität durchbrochen. Es ähnelte nicht mehr dem Herzog, der ein eigenes Land, einen eigenen Titel, einen eigenen Sitz und eine eigene Familie hatte, dem alles bereits vorgeschrieben war, wie sein Leben sich entwickeln würde. Es war der Blick eines Mannes, der zu viel gesehen, zu viel erlebt hatte, um es in sich verbergen zu können. Zoras kannte diesen Blick. Er bemerkte mit seichtem Interesse, dass der alte König von Theriss denselben Blick gehabt hatte. Als wüssten die Augen mehr, als der Mund jemals erzählen konnte.
      Da ließ er sich dann doch lieber das Gesicht pudern. Auch Kassandra würde daran Gefallen finden. Irgendwann würde sein Gesicht sowieso faltig genug sein, dass das Puder nicht mehr ausreichen würde.
      Er war pünktlich fertig, um in Kassandras Abwesenheit das Zimmer herzurichten. Bedienstete hatten das Bett frisch bezogen und einen sanften Lavendel-Geruch verbreitet, Zoras stellte jetzt noch Kerzen auf, bis der Kern des Zimmers in ein feines, warmes Licht getaucht war. Natürlich hätte Kassandra auch ihre magischen Kerzen verwenden können, aber es war seine Idee gewesen. Er wollte es ihr so verlockend wie nur möglich gestalten.
      Als das Feuer im Kamin ruhig brannte, wechselte Zoras in luftige Unterkleidung, die ihm hoffentlich alle Berührungen gestatten würde. Dann legte er sich hin und wartete nur noch darauf, dass Kassandra ihn mit ihrer Anwesenheit beehren würde.
    • Während Zoras sich für den Abend bereit machte verbrachte Kassandra ihre Zeit auf dem Dach. Genauer gesagt auf dem Vordach, wo sich sonst immer nur die Bediensteten aufhielten. Ein wenig hatte sie mit dem Gedanken gespielt, Esho hier oben anzutreffen, jedoch wurde sie enttäuscht. Als sie ihre Aura ausstreckte, spürte sie Asterios und auch Esho bei dem weitläufigen Gestüt, das seiner Familie gehören musste. Auch die anderen Ratsmitglieder befanden sich an Ort und Stelle, dort, wo Zoras sie hin kommandiert hatte. Von hier oben aus, mit der untergehenden Sonne am Horizont, wirkte alles schrecklich ruhig. Als könnte nichts den Frieden trügen und so, wie es gerade ablief, eine stabile Zukunft für Kuluar in Sicht sein.
      Aber genau das verstimmte die Phönixin. Je länger es dauerte, umso mehr juckte es sie in den Fingern, endlich zur Tat zur schreiten. Auf den ersten Blick wirkte Lokis Bürde wie etwas Schreckliches und unmöglich. Leider vermutete Kassandra mit der Zeit, dass der Gott diese Bürde extra und nur für sie ausgesucht hatte und es einfach seine Art war, seine Gunst für sie auszusprechen. Je länger sie darüber nachdachte, umso kranker fand sie diese Art der Zuneigung.
      Obwohl ihr Herz sie doch dazu antrieb, auf die Schlachtfelder zurückzukehren und sich nicht mit dem Frieden zufrieden zu geben.

      Als die Sonne längst dem Nachthimmel gewichen war, spürte Kassandra, wie der Haufen an Auren in Zoras‘ unmittelbarer Nähe sich auflöste. Das war das Zeichen, dass er mit seiner Vorbereitung fertig war und sie ihren Weg ins Schlafgemach anstreben konnte. Die Aufregung, wie sie sie vor Jahren im Zelt das erste Mal verspürt hatte, kam ihr nicht wieder auf. Dafür wusste sie einfach zu gut, wer sie erwartete und eventuell auch was. Es würde nicht so sein wie damals, als Zoras sie das erste Mal intimer berührt hatte und sie die Nervosität und das Verlangen bis in ihrer Kehle hatte spüren können.
      Dennoch fühlte sie sich befeuert und mit einer gewissen Vorfreude ausgestattet. Sie hatte den Eindruck, dass er sich wahrlich Mühe gab, alles zu kitten, was diesen Abgrund zwischen ihnen aufgerissen hatte. Was für eine Göttin wäre sie, wenn sie keine Vergebung kannte? Die Zeit unter den Menschen hatte sie gelehrt, dass es durchaus wert sein konnte, an Beziehungen festzuhalten.
      An der Tür angekommen zögerte sie keinen Augenblick. Galant öffnete sie die Tür, trat ein und schloss sie direkt wieder hinter sich. Erst dann ließ sie ihren Blick schweifen über die zahllosen Kerzen, die für eine lauschige Stimmung sorgten. Keine Kerzen erschaffen durch ihre Magie. Keine zusätzliche Arbeit für sie. Das empfand sie als nett. Ebenfalls wurden an ausgewählten Ecken Schalen mit Salz aufgestellt, das mit Aromaöl beträufelt worden war. Die Duftnote – Lavendel – traf natürlich ihren Geschmack. Immerhin hatte sie ihm offenbart, dass sie bestimmte Blumendüfte bevorzugte.
      „Lag es an der Vorfreude, dass du dir so viel Mühe gegeben hast?“, fragte sie amüsiert, als sie in den Raum schritt und währenddessen eine Wandlung durchlief. Sie trennte sich von ihrem aktuellen Gewand und tauschte es gegen ein eng geschnittenes und an den Seiten bis zur Hüfte geschlitztes Seidenkleid. Entgegen ihrer üblichen Verliebtheit zum Detail war dieses Stück komplett ohne Bestickung oder Ornamente. Es floss einfach über ihren Oberkörper, getragen von Spaghettiträgern, fast bis zu ihren Waden hinab. Passend zum Duft hatte sie einen pastellvioletten Farbton gewählt.
      Kassandra schritt vor dem Kaminfeuer hinüber zum Bett. Ihre elegante Gestalt warf einen eindrucksvollen Schatten vorm Feuer bevor sie an das Bett trat und vom Fußende bis zum Kopfstück den Blick schweifen ließ. Zoras hatte bis jetzt geschwiegen und sah sich offensichtlich einfach nur an der Aussicht satt. Jedenfalls glitt sein Blick einmal komplett über ihre Erscheinung. Er hatte sich unter die Decke begeben und noch sah sie sich nicht genötigt, ihm direkt hinzu zu steigen. Stattdessen ließ sie sich langsam auf die Bettkante sinken und betrachtete den Eviad.
      „Es sieht sehr stimmungsvoll aus. Die Kerzen… Der Duft… Ich glaube, ich hätte dir durchaus auch ohne dein Puder beigewohnt, aber ich schätze die Absicht dahinter. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr dran erinnern, wann wir das letzte Mal so… sorgsam miteinander umgegangen sind. Achtsam trifft es wohl noch eher.“
      Kassandra schlug den Blick nieder und pausierte. Das Knacken des Holzes im Kamin war alles, was für einen Augenblick die Stille trübte.
      „Das war es, was ich mir mitunter gewünscht hatte. Es fühlte sich irgendwann so an, als sei das hier – ich – eine Selbstverständlichkeit. So wie mein Schutz für dich eine Selbstverständlichkeit geworden ist. Ich war am Ende so versessen auf deinen Schutz, erst recht nach dem Anschlag, dass ich mich von den schönen Dingen losgesagt habe. Obwohl ich jetzt ja alles haben könnte, was ich wollte.“ Sie strich sich eine einzelne schwarze Strähne hinter ihr Ohr. „Du hast mir immer wieder versichert, wie sehr du mich lieben würdest. Auch das wurde irgendwann zur… Normalität. Gewissheit. Das war töricht.“
    • Zoras musste nicht lange auf Kassandra warten. Sie kam mit dem Timing einer Göttin und betrat das kleine Reich, das er für sie hergerichtet hatte. Ihre Gestalt wurde gleich von dem Kerzenschein des Zimmers aufgefasst und in einem sanften Licht beleuchtet. Zoras lächelte. Obwohl er schon unzählige Male beobachtet hatte, wie Kassandra ihr gemeinsames Schlafzimmer betrat, beglückte es ihn doch jetzt ungemein, sie so zu sehen. Fast spürte er eine Nervosität in sich aufsteigen, eine vorfreudige Anspannung, dass sie da war. Dass sie sich sogar zu ihm legen würde. Dabei war es doch nicht ihr erstes Mal.
      Kassandra ließ einen anerkennenden Blick durch das Zimmer und über die Kerzen schweifen. Sie kam ohne Eile herein und ließ sichtlich erst alles auf sie einwirken.
      „Lag es an der Vorfreude, dass du dir so viel Mühe gegeben hast?“
      "Ein bisschen. Vielleicht möchte ich auch einen besonderen Abend daraus machen. Eine besondere Nacht, für die sich der Aufwand lohnt."
      Er lächelte noch immer, als Kassandra ein Schwall von Magie ergriff. Sie wechselte ihr Gewand, noch während sie auf das Bett zukam, bis sie ein figurbetontes, intim anwirkendes Kleid umhüllte, das sowohl genug Haut, als auch Fantasie übrig ließ. Ihre langen Beine schienen noch länger zu werden und ihre Haare ergossen sich in einer dunklen Flut über ihren Rücken. Zoras konnte nicht anders, als sie zu bewundern. Ihre Wärme ergriff ihn, stärker noch als das Kamin vom Feuer, und befeuerte sein Innerstes. Sie sah wunderschön aus. Das tat sie immer, aber jetzt war es eine Schönheit, die Zoras gänzlich in ihren Bann zog.
      Kassandra ließ sich gemächlich auf der Bettkante nieder und er sah wieder in ihre Augen hoch. Ihr Blick lag auf ihm, sanft und ruhig und... vielleicht ein bisschen bedrückt.
      „Es sieht sehr stimmungsvoll aus. Die Kerzen… Der Duft… Ich glaube, ich hätte dir durchaus auch ohne dein Puder beigewohnt, aber ich schätze die Absicht dahinter. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr dran erinnern, wann wir das letzte Mal so… sorgsam miteinander umgegangen sind. Achtsam trifft es wohl noch eher.“
      Zoras' Lächeln wandelte sich jetzt auch, bis es sich anfühlte, als hätte es etwas von Kassandras Blick in sich aufgesogen.
      "Ich kann mich auch nicht daran erinnern. Aber ich möchte es ändern. Ich möchte zurückfinden zu... nein, ich möchte es überhaupt erst herstellen. Ich möchte herstellen, was wir niemals haben konnten."
      Kassandra senkte den Blick, während sie sich das anhörte. Sie sah noch immer gänzlich würdevoll aus, so galant, wie sie auf der Bettkante saß, und doch verspürte Zoras das dringende Bedürfnis, sie endlich in den Arm zu nehmen. Sie richtig in den Arm zu nehmen. Sie an sich zu ziehen und ihre Wärme zu spüren, wo er sie doch all die Zeit vermisst hatte.
      „Das war es, was ich mir mitunter gewünscht hatte. Es fühlte sich irgendwann so an, als sei das hier – ich – eine Selbstverständlichkeit. So wie mein Schutz für dich eine Selbstverständlichkeit geworden ist. Du hast mir immer wieder versichert, wie sehr du mich lieben würdest. Auch das wurde irgendwann zur… Normalität. Gewissheit. Das war töricht.“
      Sorge quoll in Zoras auf und er setzte sich ein wenig aufrechter hin. Sorge, dass sie diesen Moment verpassen könnten, an dem sie so frei reden konnten. Zum ersten Mal seit... Jahren.
      "Es ist meine Schuld und ich fürchte, das war es. Es war eine Selbstverständlichkeit, auch wenn ich es mir anders eingeredet habe. Jetzt kann ich es sehen, jetzt, wenn der Schaden schon angerichtet ist."
      Er schlug die Decke zurück und rutschte auch an den Bettrand. Nahe genug an Kassandra, ohne sie zu berühren.
      "Ich möchte glauben, dass der Himmelsbruch daran Schuld war und der Schwur, den du ausgesprochen hast, um ihn aufzuhalten. Es hat sich angefühlt, als... wäre es besiegelt gewesen. Als hätten wir keine andere Wahl gehabt, als zusammenzubleiben. Eine Selbstverständlichkeit; was hätten wir auch anderes tun können? Aber der Fehler lag nicht daran. Ich kann niemandem die Schuld geben als mir selbst."
      Er hob die Hand, um an Kassandras statt die feine Haarsträhne zurück hinter ihr Ohr zu schieben. Ihr Haar war wunderbar weich und er sehnte sich nach der Wärme, die ihre Berührung versprechen würde. Nach Kassandra.
      "Deswegen möchte ich neu beginnen. Wir können niemals einen neuen Anfang haben, aber wir können ändern, was wir haben. Und ich möchte damit beginnen, zu verzeihen."
      Er streckte ihr die Hand entgegen.
      "Ich möchte hinter uns lassen, was zwischen uns geschehen ist. Ich habe dir nicht für das verziehen, was du mit Velius getan hast, aber das möchte ich jetzt. Ich liebe dich, Kassandra, und ich habe dir versprochen, dass ich dir vertrauen werde. Dass ich dir in allen Entscheidungen vertrauen werde, die du treffen wirst. Ich vertraue dir auch damit, was du mit Velius getan hast."
      Er nahm einen tiefen Atemzug.
      "Es war eine richtige Entscheidung. Nicht, weil ich sie für gut halte, sondern weil du sie getroffen hast, als ich es nicht konnte. Ich hätte sie niemals treffen können und damit ist es umso wichtiger, dass du sie für mich triffst. Dass du es immer tun wirst. Ich vertraue dir, Kassandra. Ich liebe dich und ich vertraue dir."
    • „Es liegt leider in der Natur aller Dinge, dass man ihren Wert erst dann erkennt, wenn die Dinge längst zerbrochen sind.“
      Das war eine Lehre, die Kassandra in ihrer Zeit als Champion immer und immer wieder hatte lernen dürfen. Solange, bis es ihr fest in Fleisch und Blut übergegangen war und sie diesen Fehler eigentlich nie begehen hätte dürfen.
      Zoras schlug die Decke zurück und setzte sich neben die Phönixin an die Bettkante. Dabei achtete er darauf, sie nicht beiläufig zu berühren. Ihr entging dieses Detail nicht, ebenso wenig wie ihr eigener Gedanke, warum er sie denn jetzt nicht einfach berührte. Ihre Hand nahm, so wie immer.
      „… Wir haben am Ende die Aufgabe angenommen. Eine Aufgabe, die nicht für einen einzigen Menschen bestimmt sein soll. Es fühlte sich an, als sei unser Schicksal bis dahin bereits geschmiedet worden und es gäbe keine Alternative außer dem Zusammenbleiben“, reflektierte auch Kassandra. „Als ich gegangen war, schwebte ich für eine Zeit lang im Nichts. Und es fühlte sich genauso an: Leer. Wie das Nichts.“
      Ihr Blick hob sich erst, als sie Zoras‘ Hand an ihrem Gesicht spürte. Es war eine zarte Berührung, fast so, als fürchte er sich daran zu verbrennen. Sanft schob er ihre einsame Strähne zurück hinter ihr Ohr und ihr Blick begegnete seinem. Sofort erblickte sie eine Sehnsucht in seinen dunklen Augen, die ihr heiß und kalt zugleich werden ließ. Deswegen stand es für sie auch außer Frage, seine Hand nicht zu nehmen. Entgegen ihrer üblichen Tradition legte sie ihre Hand nicht in seine, sondern ergriff sie eigenmächtig, um sie festzuhalten. Dabei strich sie mit ihrem Daumen langsam über seinen rauen Handrücken.
      „Ich treffe die Entscheidung aus göttlicher Sicht. Eine, die nicht unbefleckt ist, sondern verzerrt wurde durch all die Jahre der Sklaverei. Ich bin mir sicher, dass meine Urteile nicht immer rechtens und fehlerfrei sind. Deswegen darfst und sollst du Einwände haben. Nur so fällt es auf, wenn es doch nicht rechtens ist“, erwiderte Kassandra, aber seine Zusicherung seines Vertrauens und seiner Liebe stärkten ihren Rückhalt.
      Wieder schlug sie den Blick nieder und richtete den Blick nach vorn. Amartius wäre nicht stolz darauf gewesen zu sehen, wie sich seine Eltern zerstritten. Er war der ultimative Beweis gewesen, dass sie sich für einen Menschen entschieden hatte, und keine Bürde. Amartius war kein Zwang gewesen, um bei Zoras zu bleiben. Sie beide hatten ihn geliebt, völlig unabhängig voneinander. Umso bedeutsamer war die Liebe, die Zoras ihr in diesem Augenblick entgegenbrachte.
      Da ließ sich Kassandra zur Seite fallen bis ihr Oberarm an dem von Zoras anlehnte. Sie neigte ihren Kopf und bettete ihn an seiner Schulter. Mit ihrer Hand hielt sie seine noch immer fest, während sie die andere in ihrem Schoß bettete. Wärme strahlte von seinem Körper zu ihr aus. Eine andere Form der Wärme, die sie allein nicht replizieren konnte. Auch Santras hatte diese Wärme nicht nachbilden können. Seine fühlte sich anders an.
      „Ich wollte dieses Mal nichts überstürzen. Nicht das Risiko eingehen, dass wir in den gleichen Trott verfallen wie zuvor. Deswegen habe ich mich unnahbar gewesen und ja, auch weil ich meine Worte so gemeint hatte. Aber es ist schwierig, Zoras. Schwierig sich dem zu entziehen, was man über Jahre genossen hatte“, fügte sie nach einer Weile an und sah weiter in die Flammen des Kaminfeuers.
    • "Ich bin mir sicher, dass meine Urteile nicht immer rechtens und fehlerfrei sind. Deswegen darfst und sollst du Einwände haben. Nur so fällt es auf, wenn es doch nicht rechtens ist", erwiderte Kassandra und Zoras konnte nicht umhin zu bewundern, wie bescheiden die Phönixin war. Wie... weise. Konnte er sich vorstellen, ein derartiges Zugeständnis von einer anderen Gottheit zu bekommen? Gar von einem anderen Menschen? Nein, das hier war Kassandras Art, Kassandras Eigenheit, die er so sehr an ihr schätzte. Sie war eine Göttin, aber gleichzeitig...
      Gleichzeitig was?
      "Einwände, ja. Aber nicht so, niemals so."
      Er wollte die Sache am liebsten schnell wieder vergessen, aber nicht, bevor sie sich damit verwundbar gemacht hatten. Nicht, bevor sie alles aus dem Weg geräumt hatten, was sie zu Fall gebracht hatten.
      Wieder schlug sie ihren Blick nieder und für einen Moment sagte Kassandra gar nichts darauf. Zoras beobachtete sie, versuchte aus ihrem Gesicht eine Regung herauszulesen, da ließ sie sich auf die Seite fallen, bis sie sich gegen ihn lehnte. Fast augenblicklich durchdrang ihre Wärme seinen Ärmel und er hob den Arm, ohne weiter darüber nachzudenken. Kassandra sank weiter, bis sie an seiner Brust lehnte und Zoras vorsichtig den Arm um ihre Schultern legte. Es war eine sanfte Berührung, aber eine zögerliche. Er war sich nicht sicher, wie weit er schon gehen konnte - ob es überhaupt ein zu weit geben könnte.
      Unter ihrem Kopf beschwerte sich Telandirs Narbe.
      „Ich wollte dieses Mal nichts überstürzen. Nicht das Risiko eingehen, dass wir in den gleichen Trott verfallen wie zuvor. Deswegen habe ich mich unnahbar gewesen und ja, auch weil ich meine Worte so gemeint hatte. Aber es ist schwierig, Zoras. Schwierig sich dem zu entziehen, was man über Jahre genossen hatte."
      "Ich weiß", murmelte er. Oh, wie gerne er sie jetzt geküsst hätte. Wie gerne er diese Halbumarmung aufgegeben hätte, um sie in eine richtige zu verwandeln. Wie gerne er... irgendwas getan hätte!
      Aber da lag das Problem, oder? Sie wollte nichts überstürzen, wollte es richtig machen, genauso wie Zoras es richtig machen wollte, aber war das richtig? War es richtig, wie sie hier saßen, halb zusammen und doch nicht vollständig? Wie sie sich auf Berührungen beschränkten, die man auch einer flüchtigen Liebschaft zukommen lassen könnte? Wie sie miteinander lebten in Vorsicht, bloß nicht zu weit zu gehen, ein Konstrukt umzuwerfen, das es in dieser Form vielleicht sogar gar nicht gab?
      "Es war richtig so. Aber -"
      Seine Hand glitt ihren Oberarm entlang. Eine geisterhafte Berührung, flüchtig und testend.
      "Ich glaube, ich habe deswegen Angst, dich zu berühren", flüsterte er. "Dich zu verschrecken. Ich fürchte, ich könnte dir eine Berührung zu viel abverlangen und du würdest mich zurechtweisen. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht..."
      Er drückte ihre Hand sanft. Sie hielt ihn ihrerseits fest.
      "Weil ich so lange dachte, du hättest mich wegen Oronia verlassen. Es hat sich angefühlt, als hätte ich alles falsch gemacht. Ich wollte nichts wieder wie zuvor machen, damit du nicht wieder verschwindest. Es war schrecklich, Kassandra. Die Angst sitzt noch tief in mir."
      Er neigte sich zu ihr und drückte ihr einen zarten Kuss auf den Scheitel. Der Geruch von Bergluft verdrängte den Lavendel und umhüllte ihn und Zoras schloss die Augen.
      "Ich habe dich so vermisst, alles von dir. Deinen Rat, deine schiere Anwesenheit, deine Wärme, deine Gedanken. Ich habe vermisst zu wissen, wo du dich befindest, ohne darüber nachzudenken. Ich habe dich jeden Morgen vermisst, wenn ich zum Fenster gesehen habe, und jeden Abend, wenn das Feuer gebrannt hat. Bitte sag mir, ob ich dich berühren kann und ob ich damit jemals zu weit gehen kann."
    • „Es war richtig so. Aber…“
      Kassandra wusste, dass Zoras ihr ohne Weiteres zustimmen würde. Die letzten Tage hatten ihr deutlich gemacht, dass er mit derselben Vorsicht wie sie an ihre Beziehung herantrat und er alles in seiner Macht Liegende in Bewegung gesetzt hatte, um ihr das auch zu verdeutlichen. Deswegen atmete sie auch langsam und tief ein, als Zoras mit seiner Hand über ihren nackten Oberarm strich. Eine gar geisterhafte Berührung, die viel mehr implizierte, aber nicht deutlich genug dafür war.
      „Ich glaube, ich habe deswegen Angst, dich zu berühren.“
      Da hörte sie einfach auf zu atmen.
      „Dich zu verschrecken. Ich fürchte, ich könnte dir eine Berührung zu viel abverlangen und du würdest mich zurechtweisen. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht…“
      Er drückte ihre Hand sanft und ihr wurde die Brust eng. Ihre Lippen wurden zu einem dünnen Strich als sie sich davor bewahrte, zu früh etwas zu sagen.
      „Weil ich so lange dachte, du hättest mich wegen Oronia verlassen. Es hat sich angefühlt, als hätte ich alles falsch gemacht. Ich wollte nichts wieder wie zuvor machen, damit du nicht wieder verschwindest. Es war schrecklich, Kassandra. Die Angst sitzt och tief in mir.“
      Oronia spielte einen nicht unerheblichen Teil, war aber bei Weitem nicht der Hauptgrund gewesen. „Du hast nicht alles falsch gemacht. Ich habe dir gesagt, weshalb ich gegangen bin. Dieser Moment war einfach zu viel gewesen. Davor war es auch schon zu viel gewesen.“
      Sachte bewegte Zoras sich und einen Augenblick später fühlte Kassandra weiche Lippen auf ihrem Haupt. Ihre angespannten Lippen wurden weicher und sie drückte seine Hand weniger kräftig. „Bei mir war es die Angst, versagt zu haben. Nicht genug zu sein. Ich bin frei in dem, was ich tue, und doch war mein Schutz auf dir nicht vollkommen. Sie haben es geschafft, ihn zu untergraben. Wer versichert mir denn, dass es nicht ein weiteres Mal geschieht? Ich kann dich nicht noch einmal aus den Trümmern ziehen und hoffen, dass mein Schutz ausreichend war.“
      Die letzten Worte hatte die Phönixin nur noch geflüstert. Nie hatte sie es offen zugegeben, dass der Moment, in dem sie ihn bewusstlos unter den Steinen freigegraben hatte, noch so zusetzte. Es war eine mächtige Erinnerung daran gewesen, wie sie bereits damals nicht schnell genug gewesen war und dass sie nicht unbesiegbar war. Dass Menschenleben flüchtig waren und es in der Tat besser war, sich nicht zu sehr an sie zu binden. Nur hatte Kassandra diese Grenze längst überschritten.
      Und dann schüttete Zoras seiner Göttin das Herz aus. Ohne all diese Gefühle hätte sich Zoras wohl nie auf den Weg zu Santras‘ Residenz gemacht. So sehr sehnte er sich nach allem von ihr und das fußte nicht auf dem Punkt der Gewohnheit. Es waren allesamt Punkte, die nur sie ausmachten.
      „Bitte sag mir, ob ich dich berühren kann und ob ich damit jemals zu weit gehen kann.“ Daraus hörte Kassandra Verzweiflung, ein Flehen, Unsicherheit, Sehnen. Es verstärkte das Engegefühl in ihrer Brust umso mehr.
      Sie löste sich von Zoras, drehte sich ihm jedoch weiter zu. Ihr Herz schlug schneller, als sie sein Gesicht, seine Augen, mit unendlich tiefen, roten Augen musterte. Bestimmt gab es in der Zukunft Momente, in denen seine Berührungen zu weit gehen würden, aber Hier und Jetzt hatte sie keine Antwort auf diese Frage. Also ließ sie Taten sprechen.
      Die Phönixin hob ihre Hand und legte die Finger an seine Wange. Sein Blick suchte noch immer nach Antworten in ihrem Gesicht, ihr Blick hingegen fiel auf seine Lippen und dann wieder auf seine dunklen Augen. Dann schob sie ihre Finger weiter, bis sich ihre Fingerspitzen bestimmt hinter sein Ohr an seinen Hinterkopf legten, und lehnte sich vor. Als Göttin fragte sie nicht, sie las ohnehin in ihm, dass er alles von ihr annehmen würde, was sie bereit war, zu geben. Deswegen wartete sie nicht, als sie ihre Lippen auf seine legte und er sofort wie Butter unter ihren Fingern wurde. Sie selbst verspürte ungemeine Befriedigung, als sie ihn nach so langer Zeit wieder küsste und das Engegefühl in ihrer Brust sprengte. Es war kein wilder, ungezügelter Kuss. Er war begleitet von Hingabe und einem Versprechen nach mehr. Früher hätte sie den Kuss nach wenigen Sekunden gelöst, jetzt zögerte sie ihn immer weiter hinaus. Bis Zoras sein Gewicht verlagerte und seine Lippen öffnete, um nach ihrer Zunge zu suchen. Da löste sie den Kuss auf, rückte aber nicht von ihm ab. Sie atmeten nun die Luft des jeweils anderen.
      „Du darfst mich berühren“, hauchte Kassandra, geflutet von einer Wärme ganz tief in ihrem Körper. „Du sollst es.“
    • „Bei mir war es die Angst, versagt zu haben. Nicht genug zu sein. Ich bin frei in dem, was ich tue, und doch war mein Schutz auf dir nicht vollkommen. Sie haben es geschafft, ihn zu untergraben. Wer versichert mir denn, dass es nicht ein weiteres Mal geschieht? Ich kann dich nicht noch einmal aus den Trümmern ziehen und hoffen, dass mein Schutz ausreichend war.“
      Angst? Angst von einer Göttin? Von Kassandra? Hätte sie diese Worte nicht selbst ausgesprochen, hätte Zoras sie nicht glauben können. Kassandra fürchtete was geschehen war, weil es geschehen war. Wie hätte er damit rechnen können? Auf ihn wirkte die Phönixin unerschrocken, in all ihren Entscheidungen und ihrem Benehmen, ungebogen von den Vorgängen der Welt, wie grausam sie auch sein mochten. Er hatte gedacht, dass Kassandra über alles hinwegsehen konnte, einfach weil sie schon so lange hier war, weil sie schon so viel erlebt und weil sie vielleicht nicht allmächtig, aber doch sehr mächtig war. Er war davon überzeugt gewesen.
      Aber Kassandra hatte Angst und das um ihn. Alleine für sich hätte das bereits ausgereicht, um sein Herz schlagen zu lassen, aber nicht in diesem Zusammenhang. Und was sollte er dem schon entgegen setzen? Er war nunmal auf Kassandras Schutz angewiesen, selbst konnte er es nicht. Ohne ihren Schwur hätte er den Anschlag nicht überlebt und ohne ihre Hilfe wäre er nicht selbst dort wieder herausgekommen. Er war nur ein Mensch in einem Zwiespalt der Götter und dabei haushoch unterlegen. Es gab nichts, was er hätte tun können, um Kassandras Angst zu mildern. Dabei war ihm das im Moment wichtiger als sämtliche Bedürfnisse.
      Unmerklich verstärkte er den Griff um ihren Körper, wenn auch nur, um ihr das Gefühl seiner Anwesenheit zu geben. Wenn er sich als Eviad gefestigt hatte, würde es sicher besser werden. Sicher würde man Anschläge und dergleichen unterbinden können, alleine durch die Macht, die er besitzen würde. Körperlich würde er vielleicht nie so stark sein wie ein Gott, aber vielleicht ja mächtig genug.
      "Wir finden eine Lösung. Es wird nicht noch einmal passieren, nicht in dieser Form."
      Kassandra löste sich sacht von ihm. Seine Seite, an der sie gelehnt hatte, war sofort kalt, als sie sich zu ihm drehte, aber ihr Blick hielt ihn fest. Ihre Augen wanderten über sein Gesicht und Zoras gestattete es sich im Gegenzug, ihrem Blick zu begegnen, ohne sich jemals abzuwenden. Er war nervös. Er fürchtete eine Antwort, die aufzeigen könnte, dass das Problem noch viel tiefer lag als angenommen. Er hatte Angst davor, dass es bereits zu spät sein könnte.
      Langsam legte sie ihre Hand an seine Wange und Zoras wurde ganz still. Er atmete nur noch flach, in der Befürchtung, ein Lufthauch könnte sie bereits wieder vertreiben, und lauschte seinem eigenen, schneller werdenden Herzen in seiner Brust. Er wollte noch mehr sagen, aber er konnte nicht. Alles wichtige war bereits ausgesprochen. Kassandra hatte ihre Antwort bereits zurechtgelegt.
      Genauso langsam neigte sie sich zu ihm. Ihr Blick verließ ihn nicht, nicht für eine Sekunde, bis ihre Lippen sich sanft und gleichzeitig entschlossen auf seine legten. Prickelnde Wärme durchströmte ihn, Kassandras Wärme, ausgehend von ihren Lippen, beschwichtigend und rein und oh so schön, ihre Lippen weich wie ein Traum, bei dem er Angst hatte, er könnte zu schnell enden. Sie bewegte sich leicht gegen ihn und als Zoras merkte, dass der Kuss nicht enden würde, zumindest nicht allzu bald, gestattete er es sich, den Arm wieder um Kassandra zu legen, sie zu sich zu ziehen und dem egoistischen Verlangen nachzugeben, mehr von ihr zu wünschen. Mehr von ihrer Wärme, von ihrem Körper, von ihrem Kuss, der seinen ganzen Körper beflügelte. Sie hörte nicht auf. Sie küsste ihn, so lange, bis Zoras sich sicher sein konnte, dass sie nicht gehen würde, dass seine Geste sie nicht verschrecken würde, dass er noch weiter gehen konnte. Da verstärkte er selbst den Kuss, zog sie noch fester zu sich und verging in Kassandras Duft, in ihrem Geschmack, in ihrer Hitze. Erst da löste sie sich von ihm und seine Augen sprangen auf, von denen er sich gar nicht erinnern konnte, sie jemals geschlossen zu haben.
      „Du darfst mich berühren. Du sollst es.“
      Und das war wohl so viel Antwort, wie sie mit ihrem Kuss bereits gegeben hatte. Selbst an ihren Augen konnte er es ablesen, ein Verlangen, das sich in ihm selbst widerspiegelte. Sie wollte ihn. Sie fürchtete seinen Tod unter den Trümmern und jetzt wollte sie ihn.
      Zoras betrachtete sie einen weiteren Moment lang, gab ihr die Gelegenheit, ihre Meinung zu ändern und ihn zurechtzuweisen, oder gar nichts zu tun. Es geschehen zu lassen. Und als Kassandra nichts tat, als sie ihm ihre Antwort ohne Worte vermittelte, wandte er sich ihr zu, löste seine Hand von ihrer und schlang beide Arme um ihre schlanke Taille. Diesmal zog er sie nicht an sich, diesmal folgte er dem Sog, den ihr Körper, ihre Wärme auf ihn ausübte und fand rein instinktiv zu ihren Lippen. Er küsste sie mit einer Sehnsucht, die in seinem Inneren aufbrodelte, vergangene Wochen, Monate, Jahre, in denen er sich in jeglicher Weise nach ihr verzehrt hatte. Ihre Lippen begegneten ihm und sie antwortete, als er fordernder wurde, als er die Hände über ihre Seite gleiten ließ, weil er es konnte, weil er sie ach so vermisst hatte, alles an ihr. Sein Kuss wurde intensiver, seine Lippen härter, seine Hand erreichte den seitlichen Schlitz ihres Kleides und legte sich um ihren warmen, unfassbar weichen Schenkel, drückte ihn, verging in dem Gefühl seiner rauen Hand auf ihrer seidenen Haut. Kassandra atmete gegen ihn. Er zog sie an sich und sie folgte mit ihrem ganzen Körper.
      Für viele Sekunden war das seichte Knistern des Feuers das einzige Geräusch, das sich über ihre Atemzüge erhob. Zoras verging an Kassandras Nähe, bis er es nicht mehr aushielt. Er schwang sich über sie, schob einen starken Arm unter ihren Rücken und hob sie an sich, um sie tiefer ins Bett zu tragen. Es wäre vermutlich für eine Göttin nicht geziemt gewesen, aber Kassandra war weich unter seinem Griff und ließ sich bewegen, bis sie inmitten der riesigen Decke lag. Zoras ragte für einen Moment über ihr auf, kurzatmig, und ließ den Blick über ihre Gestalt wandern. Sie war unfassbar schön, so wie sie vor ihm lag, so wie sich ihre Haare um ihren Kopf bauschten. Selbst nach all den Jahren verging er in dem Anblick, als wäre es das erste Mal mit ihr.
      "Okay?"
      Mit größerer Vorsichtig, aber nicht weniger verlangend, legte er sich auf sie. Telandirs Narbe schmerzte, sein Körper prickelte. Seine Hand fand zurück zu ihrem Bein, wo er den Schlitz des Kleides langsam nach oben schob, um mehr von ihr fassen zu können, mehr zu berühren. Sein Kopf tauchte ab und er zog eine Spur intensiver Küsse zu ihrem Hals hinab.
    • Zeit war ein sehr seltsames Konzept. Für Götter existierte sie praktisch nicht, für Sterbliche rann sie ihnen durch die Finger. Ganze Jahre konnten für Götter in einem einzigen Wimpernschlag vorbeigezogen sein und doch fand sich Kassandra in diesem Augenblick in einem Paradoxon wieder. Nachdem sie Zoras eine gesprochene Bestätigung gegeben hatte, sahen sie einander nur endlos lange an. Die Zeit, die sie sonst nicht wahrnahm, wurde ihr plötzlich schmerzlich bewusst. Sie dehnte sich, schien gar unendlich, je länger das Schweigen anhielt. So sehr, dass sich langsam Zweifel in der Göttin zu regen begann.
      Doch dann brach Zoras die Stränge der Zeit, indem er seine Arme nach ihr ausstreckte. Sofort erwachte auch Kassandra aus ihrer Starre, als er ihr entgegenkam und sie mit seinen Armen an einer außerfrage stehenden Flucht hinderte. Dann war sein Mund wieder auf ihrem und ihr Puls beschleunigte sich. Schlagartig war die Vorsicht wie weggeblasen, als er so viele Emotionen in diese Küsse legte, die die Phönixin nicht alle benennen konnte. Sie entzündeten etwas in der Göttin, die sich mitreißen ließ und ihre Finger in das luftige Gewand von ihm grub, während seine eigene Hand den Schlitz ihres Kleides fand und sich auf ihre kochend heiße Haut legte. Ja, Kassandra brannte wortwörtlich, ohne es vorher gewusst zu haben.
      Zoras zog sie an sich, sie folgte ihm mit einem unterdrückten Laut. Seine Küsse wurden fordernder und sie labte sich daran, wie er unter ihrer Hitze förmlich verging. Badete in seiner kürzer werdenden Atmung und in der Lust, die er auch in ihr weckte. Sie war diejenige, die als Erste die Zunge des Partners beanspruchte und liebkoste. Sie war diejenige, die ihm keine Sekunde Ruhe ließ, wenn er nach Atem rang.
      Trotzdem überraschte sie der Augenblick, in dem Zoras den Kuss löste und sich ungestüm über sie schwang. Solche Überraschungen waren es, die sie liebte, die ihr vor Augen führten, dass sie das alles wollte. Dass das Feuer in ihrem Inneren kein Schutzmechanismus war, sondern wirklich von ihr gewollt war. Sie ließ sogar ein Geräusch von sich hören, das verdächtig an ein leises Kichern erinnerte, als er ihr den Arm unterschob und sie wenig galant, dafür aber energisch, weiter ins Bett trug.
      Ganz gezielt platzierte die Göttin ihre Hände nebst ihrem Kopf in einer gänzlich unschuldig anmutenden Optik. Sehr genau beobachtete sie seine Mimik, als er hoch über ihr aufragte, und den Anblick unter sich in sich aufsog. Sie gab sich Mühe, wirklich tief und gleichmäßig einzuatmen, damit sich ihre Brust betont hob und senkte. Damit er sehen konnte, wie sich ihre Brüste unter dem figurbetonten Stoff abzeichneten.
      „Okay?“
      Sie schmunzelte, als er wieder zu Einwort-Antworten degradierte. „Wenn du mich jetzt nur noch ansiehst, nein.“
      Da legte er sich auf die, ihre Beine zwischen seinen gefangen. Doch das störte die Phönixin nicht, die genau wusste, dass sie sich jederzeit spielend leicht hätte befreien können. Genau diese Nähe wünschte sie sich jetzt, das Gewicht auf ihrem Körper, der Beweis, dass das hier echt war. Er fand nach etwas tasten den Schlitz des Gewandes an ihrer Hüfte und zwängte seine Finger zwischen Stoff und Haut. Sie hätte ja die Beine für ihn angezogen, aber das verwehrte er ihr so.
      Kassandra seufzte, als er seinen Mund an ihr Ohr legte und ihren Hals mit Küssen übersäte. Sofort reckte sie den Kopf zur Seite und erschauderte, als seine Lippen über die delikate Haut ihres Halses wanderte und dort ihren erhöhten Puls schmecken konnten. Sachte bewegte sie sich unter ihm und spürte an ihrem Becken bereits seine Vorfreude. So ein intensives Vorspiel hatten sie schon lange nicht mehr gehabt und Kassandra wusste nicht, wann es sich jemals fast so wie früher angefühlt hatte. Damals hätte sie ihn einfach umgeworfen und sich regelrecht an ihm vergangen. Jetzt jedoch wahrte sie den schmalen Spagat zwischen Wollen und Rücksicht, immer noch gewahr, dass er derjenige war, der die Grenzen des direkten Kontaktes setzte.
      Als Zoras an ihrem Schlüsselbein angekommen war, behinderte ihn der Stoff. Kassandra sah sich genötigt, einzugreifen und griff an den Saum der Seide oberhalb ihrer Brüste. In wenig eleganten Bewegungen zog sie den Stoff unter reißenden Geräuschen über ihre Brüste. Die Träger an ihrer Schulter rissen, der Stoff gab ihrer Gewalt nach. Dass es die womöglich falsche Kleiderwahl gewesen war, fiel ihr erst jetzt richtig auf, aber sie hatte nicht im Voraus damit gerechnet, dass er ihr Verlangen so einfach hatte anheizen können. Jetzt lagen ihre Brüste endlich frei, die Brustwarzen hart und ihre Haut von einer Gänsehaut überzogen. Kassandra wollte von Zoras berührt werden auf ach so vielen Ebenen. Die Lust machte sie rastlos, zwang sie dazu, sich kontinuierlich unter ihm zu bewegen. Die Finger an ihrer Hüfte waren noch lange nicht da, wo sie sie brauchte, aber ihre Zeit würde noch kommen.
    • Kassandra war unter Zoras' Fingern so bereitwillig, wie sie nur sein konnte. Sie bewegte sich mit ihm, ähnlich ihrem gemeinsamen Tanz, nur, dass sie jetzt voller Begierde auf seinen nächste Bewegung wartete. Zumindest war es das Gefühl von Begierde, als sie ihren Hals streckte, um ihm mehr Platz zu machen, und als sie ihm ihre Brust entgegen wölbte, um seine Fantasie anzuregen. Es war ein Tanz, an dem Zoras regelrecht verging. Wie lange hatten sie sich nun schon nicht mehr so berührt? Wie lange war ihnen die Leidenschaft abhanden gekommen, die jetzt aufflammte, als wäre sie niemals weg gewesen? Zoras begehrte Kassandra, sehnte sich mit jeder Faser seines Körpers nach ihr, und so wie es den Anschein hatte, erwiderte sie diese Gefühle. Es war atemberaubend. Wie hatte er es nur zur Normalität werden lassen, von einer Göttin geliebt zu werden? Von Kassandra geliebt zu werden?
      Seine eigenen Küsse sprangen ihm direkt in den Unterleib, als er über ihre seidenweiche Haut schmeckte, bis der Stoff des Kleides nicht mehr Platz zuließ. Als wäre es unter ihnen abgesprochen gewesen, hob er den Kopf zur selben Zeit, als Kassandra den Saum ihres Kleides ergriff und daran zog. Es wirkte, als würde sie ein feines Tuch von sich ziehen, dabei erklang das reißende Geräusch von Stoff und ihr Gewand teilte sich, als sie es rigoros von sich warf. Zoras blieb der Atem in der Brust stecken. Er wusste nicht, was genau es war, doch der Anblick von Kassandra in dem rohen Umgang mit ihrem feinen Kleid, jetzt in Fetzen entblößt unter ihm liegend, für ihn willig und so, so schön, entflammte heiße Begierde in ihm. Es durchströmte ihn bis zwischen seine Beine, wo selbst die lockere Stoffhose plötzlich zum Gefängnis wurde. So schnell konnte es gehen. Er war selbst völlig überrumpelt davon.
      "Große Götter im Olymp."
      Sofort war er wieder auf ihr, die Lippen auf ihrem Mund, der Kuss unordentlich und schlampig, bevor er sich mit einem obszönen Schmatzgeräusch von ihr löste und sich ihren Brüsten widmete, die sie so feierlich für ihn offenbart hatte. Ihre Nippel waren hart und eine leichte Gänsehaut bildete sich auf ihrer Haut, als er keinen Atemzug mehr verschwendete und die Lippen darum schloss. Er hätte beschämt sein können, mit welch jugendlichem Eifer er sie neckte und umspielte, aber wenn Kassandra sich ihm dabei so vorsichtig entgegen schob und ihrer eindeutigen Befriedigung kundtat, gab es nichts anderes, woran er denken konnte. Ihre Haut war Feuer auf seinen Lippen und ließ ihn von innen heraus schmelzen.
      Mittlerweile fehlte ihm selbst das Taktgefühl und Ordnung. Er wollte Kassandra haben und das jetzt. Er hatte niemals etwas so sehr gewollt wie Kassandra in diesem Augenblick.
      Mit einem leichten Ziehen löste er sich erst von ihr und setzte sich auf. Er war mehr außer Atem als sie und das von gar nichts. Von Gedanken alleine und Empfindungen, die noch lange nicht ausgeartet waren. Mit vor Lust geweiteten Augen sah er auf sie hinab.
      Dann griff er den Kragen seines Stoffhemdes und zog es sich in einer Bewegung vom Kopf. Der Raum war nicht kalt, aber trotzdem zog ihm eine Gänsehaut durch den Körper, wo feine, kurze Haare sich aufstellten, kaum hatte er sich entblößt. Telandirs Narbe pochte warnend und der Rest... der Rest bildete ein Phantomkribbeln unter seiner Haut, das ihn daran erinnerte, was vor dem Anschlag dort noch gewesen war. Er sparte sich den Blick hinab. Er hätte seinen Körper sowieso nicht wiedererkannt, frei von allen Schäden, gestählt von zu viel Söldner-Arbeit, vernachlässigt von zu wenig Reiten. Aber er wollte das jetzt, hier, so. Er wollte wieder die Intimität haben, die sie seit dem Gasthaus beim Hafen nicht mehr hatten erschaffen können. Er wollte die Illusion von Normalität.
      "Nicht berühren."
      Das kannten sie schon, es war nichts neues. Kassandra erhob auch keinen Einspruch, als er sich zurück auf sie fallen ließ, nur um sich in letzter Sekunde auf dem Bett abzufangen. Auf einen Arm abgestützt, nahm er sich mit der anderen Hand nacheinander ihre Hände und legte sie sich an den Nacken, bevor er den Kopf drehte und ihr Handgelenk küsste.
      "Bis hierhin und nicht weiter."
      Lächelnd beugte er sich zu ihr hinab. Ihre Wärme ergriff ihn, nahm ihn in sich auf, süß und verlockend und berauschend. Sein Oberkörper war tief genug, dass die Haare seiner Brust über ihre Haut strichen. Die Narbe verpasste ihm dabei einen Stich, den er routiniert ignorierte.
      "Schaffst du das, meine Hübsche?", raunte er, bevor er sich hinabbeugte, um sich einen Weg von ihrem Kiefer zu ihrem Ohr zu suchen. Es war so berauschend, wie Kassandra den Kopf neigte, um sich ihm anzupassen, wie ihr Atem dabei über sein Ohr glitt. In diesem kurzen Moment der Ruhe gefiel ihm dieses Detail nur umso mehr.
      Dann setzte er sich erneut auf, um ihre Beine freizugeben. Kassandra zog sie gleich an, als hätte sie nur auf den Moment gewartet, und Zoras zerrte sich die Hose in zwei ruppigen Bewegungen von sich. Er hätte sie gern ebenso zerrissen wie Kassandra ihr Kleid, aber er fürchtete, dass er sich damit nur blamieren würde. Vielleicht konnte sie das das nächste Mal bei ihm machen. Das war durchaus ein verlockender Gedanke.
      Er war zurück auf ihr, bevor ihnen beiden einfallen konnte, dass sie zu weit auseinander waren, und schob ihre Beine auseinander, noch weiter und noch weiter, während er mit seinen Lippen dort ansetzte, wo er zuletzt aufgehört hatte. Sie folgte ihm, folgte ihm und folgte ihm, bis er keuchte, als er die unmissverständliche Hitze ihres Geschlechtes an seinem spürte, das Feuer, in dem er zu vergehen versuchte. Er konnte nicht länger warten und nach Kassandras Bewegungen zu schließen sie auch nicht. Mit einem Stoß, der ihnen beiden den Atem raubte, trieb er sich in sie hinein.
    • Kassandra hatte ganz genau gewusst, was ihre Aktion bei Zoras bewirkte. Sie hatte ganz genau einkalkuliert, dass er nicht an sich halten konnte, sobald sie nackt unter ihm lag. Am liebsten hätte sie über seine Schultern mit ihren Händen gestrichen und sich an seinen Armen festgehalten, aber sie wahrte die Distanz. Stattdessen wölbte sie sich ihm entgegen und zuckte kurz zusammen, als er ihre Brustwarze einsaugte und wieder löste, damit er sich aufsetzen konnte. Von ihrer Position aus arbeitete die Phönixin mit Blicken, die Zoras direkt durch Mark und Bein fuhren, so wie er sie hungrig betrachtete.
      Da zog sich Zoras sein Gewand mit fahrigen Bewegungen über den Kopf. Dieser Körper, der nur noch von der sternförmigen Narbe an seiner Brust verunstaltet wurde, war Kassandra bekannt. Trotzdem stellte sie sich vor, wie sie ihre Hände über diese Haut wandern ließ, die jetzt kaum noch Narben trug. Sie wollte den Puls unter ihren Händen spüren, der im Einklang mit dem schnellen Atem seines Besitzers war.
      „Nicht berühren“, warnte Zoras seine Göttin, so als hätte er doch noch die Fähigkeit, ihre Gedanken zu lesen.
      Das Feuer ein bisschen gedämpft leckte sich Kassandra über die Lippen. Irgendwann würde der Tag kommen, an dem er sein Trauma vollends überwunden hatte. Sie würde diejenige sein, die ihn dazu brächte und vielleicht wäre es dann auch an der Zeit, weiter über die ihm verbleibende Zeit zu denken. Denn noch hatte er Zeit. Noch konnte sich die Göttin entspannen, die die verbleibende Lebenszeit aller Lebewesen sehen konnte.
      Also spielte Kassandra mit. Sie ließ sich führen, ihre Hände in seinem Nacken platzieren. Dort verschränkte sie die Finger miteinander und hielt sich an dem fest, was er ihr anbot. Es war besser als nichts, wenn auch noch lange nicht genug. Sie war gierig, sie wollte alles und würde es irgendwann auch bekommen.
      „Bis hierhin und nicht weiter.“
      „Wenn es sein muss“, erwiderte sie gespielt pikiert, als sie ihn zu sich hinab zog und ihn küssen wollte. Doch soweit ließ er sich nicht beugen. Er stoppte, als seine Stoppelhaare ihre Brust kitzelten und sie betont tief einatmete, damit ihre empfindlichen Brustwarzen über seine Haut glitten.
      „Schaffst du das, meine Hübsche?“, fragte er mit einer dunklen Note in seiner Stimme, die das Verlangen in Kassandra anfachte.
      Sie neigte ihren Kopf für ihn, gab ihm eine unsichtbare Route vor, der seine Küsse folgten. „Das hängt davon ab, wie sehr du meine Geduld strapazierst.“ Eine laszive Note schwang in ihrer Stimme mit, während sie ihre Hüfte konstant leicht bewegte und sich damit ein Bild davon machte, wie dringend er sie wollte. Ein zufriedenes Schmunzeln erschien auf ihrem Gesicht, als er sich aufsetzte, um ihr Raum zu geben. Notgedrungen musste sie ihn dafür loslassen, aber das war in Ordnung. So konnte sie ihre Beine unter ihm hervorziehen, während Zoras sich ruppig von seinen Beinkleidern trennte. Dabei wurde er von seiner Göttin beobachtet, die bei den groben Bewegungen ein Ziehen in ihrer Mitte verspürte. Das war der ursprünglichste Beweis dafür, dass er sie wollte. Seine Ungeduld strafte die Eleganz, mit der er üblicherweise bedacht vorging, und eine Erwartung ergriff Kassandra, als er es geschafft hatte und wieder bei ihr war. Mit seinen Händen an ihren Knien öffnete er ihre Beine, eröffnete den Weg, der er zu bestreiten gedachte. Er schob seinen Körper zwischen ihre Beine, die sich für ihn spreizten. Kassandras Hände schmiegten sich zurück an Zoras‘ Nacken, als er sich zu ihr hinab beugte und ihr Küsse hinters Ohr und am Hals platzierte.
      Schließlich sog Kassandra tief Luft ein, kaum spürte sie seine Länge an ihrem Zentrum. Sie neigte die Hüfte, bewegte sich ein bisschen und ließ ihn ein wenig auf und ab gleiten, damit er spürte, dass sie ihn wollte. Dass sein Vorspiel, und sei es auch noch so kurz gewesen, schon Früchte trug. Da entfernte sich seine Hüfte, um einen Moment später seine Spitze an ihren Eingang zu pressen. Kassandra drückte ihre Fingerspitzen in seinen Nacken, hob ihr Becken ein kleines Bisschen an. Das war wohl das Zeichen für Zoras, der sich daraufhin mit einem einzigen, geschmeidigen Stoß fast vollständig in ihr vergrub. Kassandra drückte ihre Rücken durch, als er sie dehnte und ausfüllte, ein Gefühl, das sie schon länger nicht mehr gespürt hatte. Ihm schien es gleich zu gehen, denn Zoras harrte aus, anstatt sofort loszulegen. Seine Erektion pulsierte in ihr, zuckte und wurde von ihren weichen Wänden umhüllt. Wieder bewegte sich die Phönixin unter dem Mann, versuchte, ihn dazu zu bewegen, es ihr gleichzutun. Doch noch harrte er aus. Noch schien er sich an das Gefühl zu gewöhnen.
      „Was ist los?“, hauchte sie ihm neckend in sein Ohr, die Stimme längst von Begierde getrübt. „So erschlagen, dass du nur ein paar Sekunden durchhältst?“
      Seine Antwort darauf war ein Schnauben, welches ihr das Lächeln zurück ins Gesicht trieb. Unverschämt langsam zog er sich fast vollkommen aus ihr zurück und nötigte sie dazu, ihm folgen zu wollen. Nur hielt er sie allein mit seinem Körper an Ort und Stelle. Gerade wollte sie ihm einen weiteren Kommentar drücken, da stieß er sich wieder in ihre feuchte Hitze und entlockte ihr damit ein leises Aufstöhnen. Das hatte den Bann gebrochen und Zoras ließ sich nicht länger aufhalten. Zoras reihte Stoß an Stoß, das Geräusch von aufeinander schlagende Körper erfüllte das Zimmer. Durch Zoras Warnung gebunden blieb ihr nichts anderes übrig, als zu empfangen, aber es war bei Weitem nicht genug. Sie war ausgehungert, begierig nach dieser Lust und dem Gefühl, sie zu befriedigen. Mit ihrer Hüfte versuchte sie, seinen Stößen zu begegnen, sein Atem beschleunigte sich unter der Anstrengung noch ein weiteres Mal. Er setzte sie in Flammen, ihr ganzer Körper wurde zu einem einzigen, empfindsamen Nerv, während er sich immer wieder in sie trieb.
    • Gleißende, überwältigende Hitze legte sich um Zoras und kroch ihm tief in den Körper hinein. Er keuchte auf, allein schon von dem Gefühl, in Kassandra drin zu sein, sie zu spüren und das mit sämtlichen Nerven; von ihrer Hitze erfüllt zu werden, die ihm von jetzt auf gleich die Kraft raubte. Seine Muskeln drohten zu schwächeln und er hätte nichts lieber getan, als sich vollständig auf Kassandra abzulegen und sie einfach nur zu spüren, ohne sich nebenher um seinen Körper kümmern zu müssen. Es war so schon überwältigend, auch wenn es längst nicht ihr erstes Mal war, auch wenn er eigentlich gewusst hatte, was kommen würde. Es war jedes Mal überwältigend und er vergrub seinen Kopf an Kassandras Hals, um ihren Duft einzuatmen, um alles von ihr zu bekommen, was sie ihm im Moment geben konnte. Unter ihm bewegte sie sich fordernd und jede Reibung verursachte ein süßes, süßes Kribbeln in seinem gesamten Unterleib.
      "Was ist los?", hauchte sie ihm ans Ohr, ihr Atem warm und verführerisch an seiner Haut. Er erschauderte davon. Für einen Moment gefiel ihm das alles viel zu gut.
      „So erschlagen, dass du nur ein paar Sekunden durchhältst?“
      Zoras hätte ihr gerne sehr viel darauf gesagt, angefangen damit, dass Kassandra es besser wissen müsste, als ihm so etwas zu unterstellen, aber ihm fehlten ein bisschen die Worte bei der Flut an Sinneseindrücken, die ihn überwältigte. So schnaubte er nur, was wohl Antwort genug sein sollte, und reckte den Kopf, um in ihr Ohrläppchen zu beißen. An seiner Wange konnte er Kassandra lächeln spüren.
      Ganz langsam, quälend langsam, zog er sich aus ihr zurück. Mit beiden Händen in der Decke erdete er sich und nahm einige dringend benötigte Atemzüge, um wirklich nicht schon zu weit zu gehen, da trieb er sich mit einem Schlag wieder in sie hinein, was Kassandra endlich ein höchst befriedigendes Stöhnen entlockte. Jetzt war es Zoras, der lächelte, als er das Tempo aufnahm und die Phönixin keine Worte mehr formte, um ihn weiter zu necken. Stattdessen presste er ihr mit jedem Stoß den Atem aus der Lunge, ein süßes, befriedigendes Geräusch unter den Geräuschen ihrer Bewegungen, und Zoras war schnell dabei, diesen Atem mit seinem Mund aufzufangen. Er keuchte selbst, das wollte er gar nicht verschleiern, er war völlig hingerissen von dem Gefühl verzehrender Begierde, die ihm bei jedem Stoß weiter durch den Körper zog. Schon jetzt hatte er keinen anderen Gedanken mehr als Kassandra, schon jetzt verlangte es ihm nach ihren Küssen, nach ihrem Körper, mehr als alles andere in diesem Moment. Ihr Atem verband sich miteinander, seine Lust steigerte sich, schwoll an und schwoll an, seine Küsse wurden unsauber, Kassandras Bewegungen fahrig. Er lehnte sich auf eine Seite und stützte sich auf dem Unterarm ab, um mit der freien Hand über Kassandras Körper zu streichen, um ihre Bewegungen zu spüren, wie sie sich ihm anpasste, wie sie von ihm genommen wurde. Feiner Schweiß setzte sich auf seiner Stirn fest und ihm wurde heiß, so heiß, dass er bald das Gefühl hatte, selbst in Flammen zu stehen. Da keuchte er und wurde ein Stück langsamer.
      "Was ist los?", raunte er, bevor Kassandra es tun konnte. Seine Lippen suchten ihren Hals, ihren Mund, ihr Ohr, alles, was er erreichen konnte. Dann packte er sie und rollte sich mit Schwung herum, ohne sie dabei zu verlassen und ohne sie dabei versehentlich auf sich zu werfen. Jetzt hatte er nämlich beide Hände frei und konnte sie ihr in die wilde Mähne ihrer Haare schieben, um sie neckend daran festzuhalten.
      "Hat es dir die Sprache verschlagen, meine Süße?"
      Sanft bewegte er sein Becken unter ihr.
    • Ganz entfernt blitzten Erinnerungen an ihre ersten gemeinsamen Nächte vor Kassandras geistigem Auge auf. Damals hatte sie sich aufgeregt gefühlt und so, so begehrt. Jetzt hatte sich die Aufregung gelegt, aber das Begehren war geblieben. Das sah sie in Zoras' dunklen Augen, als er sich aufrichtete und sie von oben herab ansah, ihre Haare in einem schwarzen See um ihren Kopf herum ausgebreitet. Feuer verlieh ihren Augen eine tiefere, lebendigere Note und ihre Mitte verlangte nach mehr, verlangte nach ihm. Selbst ohne Worte verstand er seine Göttin und versenkte sich in Kassandra, begleitet von einem melodischen Aufstöhnen. Heiße Lippen legten sich auf ihre und verschlangen jeden Atemstoß und jedes Stöhnen, welches er aus ihr heraus trieb. Mit zitternden Beinen passte sie ihre Bewegungen an die seinen an, ihre Fingernägel schabten über seinen Nacken. Ihre Hüfte zuckte ungleichmäßig, als sich das Ziehen in ein unerträgliches Brennen wandelte. Sie näherte sich dem Höhepunkt, aber dafür fehlte noch mehr. Viel mehr.
      Zoras legte sich auf die Seite, um mit seiner Hand über ihre Seite zu streichen. Kassandra löste eine ihrer Hände in seinem Nacken und griff nach seiner Hand. Ihre Finger legten sich über seine, als sie ihn an ihre Hüfte führte und seine Finger kräftig in ihr eigenes Fleisch drückte. Da wurde er langsamer, schnappte nach noch mehr Luft. War er schon so erschöpft?
      „Was ist los?“, griff er ihre Gedanken auf und sie runzelte die Stirn. Als Göttin transpirierte sie nicht, aber ihr Brustkorb hob und senkte sich extra schneller für ihn. Bei ihr war alles in Ordnung, immerhin war er es, der sein Tempo geändert hatte!
      Das verzieh sie ihm jedoch, als er ihren Hals mit Küssen bedeckte und ihre Lippen abermals in Brand steckte. Sie seufzte an seinen Lippen, schloss die Augen, tauchte völlig in der Hingabe ab.
      Bis Zoras Kassandra ergriff und sie unvermittelt mit sich herumwarf. Die Welt drehte sich in einem Farbwirbel und dann war Kassandra auf Zoras, die nicht mehr zitternden Beine an sein Becken gepresst. Er pulsierte in ihr, das spürte sie, während sie nun auf den Eviad hinabblickte. Ihre Haare, in denen Zoras seine Finger vergrub, ergossen sich über ihre Schultern. Langsam und grazil richtete sich auf seiner Hüfte auf und blockiert dabei seine weiteren, sanften Bewegungen unter ihr.
      „Hat es dir die Sprache verschlangen, meine Süße?“
      Kassandra zeigte ihm ein verführerisches Lächeln. „Nein, aber du wirst gleich außer betteln nichts anderes mehr sagen können.“
      Damit rollte sie ihre Hüfte in gleichmäßigen Bewegungen. Dabei rieb sich ihre Perle an ihm und sandte heiße Wellen durch ihren gesamten Körper. Sie spannte ihren Beckenboden rhythmisch an und entspannte ihn wieder, ihre Augen vollends auf den Mann unter sich gerichtet. Entgegen seiner Annahme blieb ihr Tempo langsam, aber intensiv. Wenn sie oben auf war, arbeitete sie sich näher an ihr Ziel heran. Ihr Hände ruhten dabei auf ihren eigenen Schenkeln, da sie ihn noch immer nicht näher anfassen durfte. Hier und da drückten sich ihre Fingerspitzen in ihr Fleisch wann immer sie eine neue heiße Welle durchflutete.
      „Nur zu. Vielleicht erhöre ich dein Betteln“, spottete Kassandra, ihre Stimme rauchig vor Lust.
    • Auf Kassandras Gesicht zeichnete sich ein Lächeln ab, das sämtliche Männer der menschlichen Spezies in ihren Bann gezogen hätte. Wäre Zoras nicht schon tief, tief in ihr, wäre er ihr damit selbst zu Füßen gelegen.
      „Nein, aber du wirst gleich außer betteln nichts anderes mehr sagen können.“
      Leidenschaft, so heiß wie Feuer strömte durch seine Adern bei diesem ach so süßen Versprechen. Zoras grinste und leckte sich die Lippen. Er würde nicht so einfach betteln und das wussten sie beide, genauso wenig wie Kassandra einfach von ihrem Vorhaben ablassen würde. Das hier war ein Tanz, den sie immer schon getanzt hatten und so sehr liebten. Das war vertraut zwischen ihnen, eine Sache, die ihnen selbst die Zukunft nicht nehmen konnte.
      "Hmm. Bist du dir da so sicher?"
      Als Antwort ließ die Phönixin ihre Hüfte rollen und eine Welle aus reiner Begierde schoss durch Zoras' Lenden. Ein Keuchen drang durch seinen Mund und er drückte sich Kassandra entgegen, das wenige Stück, das sie ihm gewährte. Seine Muskeln spannten sich in einer Welle, als er sich noch tiefer in sie presste, noch mehr von ihrer Hitze in sich aufnahm. Ihre Bewegung war lasziv und die Erkenntnis, was sie auf ihm gerade tat, gewährte ihm einen warmen Schauer. Er sah ihr dabei zu, ließ seinen Blick über ihre gesamte Schönheit gleiten und zuletzt über die hypnotisierende Bewegung ihrer Hüfte. Es war zu wenig und gleichzeitig hätte Zoras ihr stundenlang dabei zusehen können, wie sie sich so an ihm rieb. Ihre zarten Hände liegen auf ihren Schenkeln und er legte seine eigenen über ihre, um ihre Beine besitzergreifend zu umfassen, um sie daran noch fester an sich zu drücken. Ihre Haut war heiß unter seiner und wieder drückte er sich ihr ein Stück entgegen.
      „Nur zu. Vielleicht erhöre ich dein Betteln“, raunte Kassandra und Zoras grinste. Mit einem Ruck setzte er sich auf, um ihrem eindringlichen Blick deutlicher zu begegnen.
      "Es gibt nichts zu betteln, wenn ich doch schon alles habe, was ich möchte."
      Er ließ seine Hände über die Länge ihrer Beine gleiten, nach unten und wieder nach oben, zog weiter über die verführerische Kurve ihrer Hüfte, an ihrem unteren Rücken entlang nach oben, folgte ihrer Wirbelsäule, bis er sie beinahe in einer Umarmung hatte. Doch zwischen ihnen lag noch immer eine kurze Distanz und seine Arme zogen nur locker an ihrer Haut vorbei, wo er sie doch mit seinen Händen nachdrücklich streichelte. Er balancierte auf dem ihm erträglichen Grad so nahe an der Grenze, wie er nur konnte.
      Dafür konnte er sie aber ohne Zweifel anlächeln, bevor er sich nach vorne neigte, um ihre Brustwarze mit den Lippen einzufangen. Er neckte sie, spielte mit ihr und umfasste sie sacht mit den Zähnen. Seine Hände glitten über Kassandras Rücken wieder hinab und umfassten ihren Hintern, drückten sie fest genug an sich, dass es einer menschlichen Frau schon wehgetan hätte. Aber Kassandra wölbte sich nur und Zoras zog sanft an ihrer Brust, bevor er sie wieder losließ. Eine Unschuldsmiene machte sich auf seinem Gesicht breit, mit der er Kassandra wieder betrachtete. Was gäbe es schon zu betteln, wenn er seine Phönixin direkt auf seinem Schoß sitzen hatte, nackt und ihm gänzlich ausgesetzt? Da könnte sie sich noch so langsam bewegen, Zoras war schon glücklich, so wie es war.
      "Nur zu, meine Liebste. Befriedige dich. Lass mich daran teilhaben."
    • „Hmm. Bist du dir da so sicher?“
      Ja, das war sich Kassandra. Ihr Lächeln wurde noch breiter, als sie sich mittels einer einzigen Bewegung ihrer Hüften in Zoras‘ Empfindungswelt vergrub. Vor ihren Augen erzitterte seine Aura in einer heißen Welle aus Begierde und er stemmte sich unter ihr soweit er nur konnte auf. In gleichmäßigen Bewegungen rollte sie ihr Becken, baute ihre Lust immer weiter auf, während sie den armen Mann weiterhin von seiner eigenen Erlösung abhielt. Ein bisschen mehr reizte sie ihn mittels Worte, dann erwiderte er ihr Lächeln mit einem Grinsen und setzte sich auf.
      „Es gibt nichts zu betteln, wenn ich doch schon alles habe, was ich möchte“, sagte Zoras und Kassandra antwortete mit einer hochgezogenen Augenbraue. Hatte er das wirklich?
      So sitzend nahm er ihr die Möglichkeit, sich an ihm zu reiben, und ihr Gesichtsausdruck wurde unleidlich. Da halfen auch die Hände nicht weiter, die über Beine und Rücken glitten. Wirklich gern hätte sie ihre eigenen Arme um ihn geschlungen, aber die Regel bestand weiterhin. Nicht anfassen. Nicht, wenn er es nicht ausdrücklich sagte, denn sonst verschreckte sie den großen Eviad und machte ihn wieder zu dem kleinen Mann, der sich in den Schatten versteckte.
      Also lehnte sich die Phönixin vor, bis ihre Lippen über seine Ohrmuschel huschten. „Deine Hände reichen mir nicht, Zoras. Ich will mehr.“
      Statt einer wörtlichen Antwort lächelte er sie lediglich an und lehnte sich vor, um ihrer Brustwarze Aufmerksamkeit zu schenken. Ein ungeduldiges Seufzen entfloh Kassandras Lippen, während sie sich ihm entgegen wölbte. Erst sein beherzter Griff an ihrem Gesäß ließ sie ein tiefes Summen ausstoßen. Ja, sie mochte es, wenn er sie härter anfasste. Dabei zuckten ihre Finger auf ihren Oberschenkeln, die sie regelrecht dort angekettet hatte. Die Unschuldsmiene, die er ihr anschließend präsentierte, ließ sie pikiert dreinsehen.
      „Nur zu, meine Liebste. Befriedige dich. Lass mich daran teilhaben.“
      „Ach. Hast du etwa Zweifel, dass du es nicht schaffst?“, fragte sie und lehnte sich dabei so sehr nach vor, dass Zoras weichen müsste, wenn er ihrer Brust nicht mit seiner begegnen wollte. Doch zu ihrer Verwunderung hielt er stand und sie verzog das Gesicht. „Schön. Wie du willst.“
      Ohne zu zögern schwang sie sich von seinem Schoß herunter. Seine Härte verließ sie und unangenehme Leere machte dem Platz. Zurück blieb ein williges Pulsieren, das Kassandra vorerst ignorieren musste. Sie krabbelte mittiger in das Bett, ehe sie sich setzte und sich dabei halb auf ihren Rücken lehnte. Die Beine hatte sie breit ausgestellt, sodass Zoras alles sehen konnte, wonach es ihm gelüstete.
      Grazile Finger stahlen sich über ihren Venushügel, tiefer hinab, wo sie kurz in die feuchte Hitze abtauchten, um sich zu befeuchten. Dann ließ Kassandra ihre Finger lasziv über ihre eigene Perle kreisen und atmete tief durch, als das Ziehen und Verlangen sich von ihrer Mitte her ausbreiteten. Das hier war neu, das war aufregend. Bislang hatte noch niemand sie dazu aufgefordert, sich vor ihm zu befriedigen und somit wurde Zoras Zeuge von etwas bislang Einmaligem. Das konnte er natürlich nicht wissen, aber für die Phönixin bedeutete es neue Spannung. Ihre Lieder schlossen sich, als sie den Kopf in den Nacken legte und ein genüssliches Stöhnen hören ließ.
    • „Ach. Hast du etwa Zweifel, dass du es nicht schaffst?“, fragte Kassandra lockend und Zoras lächelte nur, als sie sich zu ihm nach vorne beugte, weiter und weiter, bis er sich fast schon genötigt sah, sie an die Regeln zu erinnern. Sein seichtes Brusthaar streifte sie bereits und ein unangenehmes Gefühl machte sich bemerkbar. Aber Kassandra ging nicht weiter. Sie hielt sich an die Regel, wenngleich sie das Gesicht unzufrieden verzog.
      „Schön. Wie du willst.“
      Bevor Zoras begreifen konnte, dass er etwas falsch gemacht hatte, schwang sie sich von seinem Schoß runter. Die Bewegung kam so plötzlich, dass er unfreiwillig zuckte, als Kassandras verlockende Wärme von ernüchternder Kälte ersetzt wurde. Moment, so hatte er das nicht gemeint. Egal, was sie vorhatte, das war nicht sein Plan gewesen.
      Mit aller Ruhe der Welt krabbelte sie von ihm weg und ließ ihn alleine zurück, um es sich in der Mitte des Bettes gemütlich zu machen. Zoras starrte unverfroren auf ihre erhitzte Mitte, als sie sich zu ihm ausrichtete, die Beine wie eine Einladung gespreizt. Der Anblick war köstlich, geradezu umwerfend, wäre sie nicht bis eben noch auf seinem Schoß getront. Leicht irritiert starrte er sie an.
      Da senkte sie die Hand zwischen ihre Beine und ließ einen schlanken Finger über ihre Mitte streichen. Zoras konnte sich dem Anblick nicht verwehren, selbst als er es versuchte; er verfolgte mit aufmerksamen Blick, wie sie in ihrer Feuchtigkeit abtauchte, bevor sie sich zu reiben begann, ganz langsam und genüsslich. Es war ein Anblick, der sich ihm für immer ins Gedächtnis brennen würde, Kassandra ausgestreckt auf ihrem Bett, die Augen genussvoll geschlossen und die eigene Hand zwischen ihren Beinen. Fast konnte er ihr dabei verzeihen, dass sie sich von ihm entfernt hatte. Fast.
      Nur konnte er es doch nicht auf sich sitzen lassen, dass sie ihn absichtlich falsch genommen hatte. Natürlich hatte er nicht gewollt, dass sie einfach so ging, besonders doch nicht, wenn sie eigentlich gerade mitten dabei gewesen waren. So anzüglich der Anblick auch war, Zoras wollte sie auf ihm haben und nicht neben ihm.
      Langsam setzte er sich auf und drehte sich ihr zu. Genauso langsam kroch er ein Stück nach vorne, bis er vor ihren geöffneten Beinen saß. Noch immer sah er ihren lasziven Bewegungen zu und Kassandra gab auch noch immer genüssliche Geräusche von sich. Wollten sie doch mal sehen, ob Zoras sie nicht auch dazu bringen konnte, so zufrieden zu stöhnen.
      Mit einem Ruck ergriff er ihre beiden Knöchel und zog sie zu sich heran. Kassandra öffnete die Augen, da packte er ihr Handgelenk und hielt es an ihrem Bauch fest. Lauernd beugte er sich über sie.
      "Du weißt, dass ich das nicht so gemeint habe..."
      Sie wusste es. Und wie sie es wusste.
      Zoras rückte näher heran, bis er sich gegen sie presste, dann rückte er noch näher heran, und noch näher. Er zwang ihre Beine nach hinten, bis ihre Füße das Bett verließen.
      "Mach weiter", raunte er ihr zu, ließ sie aber nicht los. "Bis ich sage, dass du aufhören kannst."
      In seinen Augen blitzte es, dann drang er ohne weitere Vorwarnung in sie ein.
      Diesmal nahm Zoras keine Rücksicht. Sein Ego war angekratzt, ja natürlich war es das, er würde es gar nicht zu verleugnen versuchte. Als ob er Kassandra nicht befriedigen könnte. Als ob sie nicht schon an seinen Lippen gehangen und gezuckt hatte, wenn er sie über die Klippe gebracht hatte.
      Aber vielleicht musste er es ihr noch einmal ins Gedächtnis rufen. Vielleicht musste er sie daran erinnern, wie gut er sich anfühlen konnte.
      Er stieß bis zum Anschlag in sie hinein, zog sich wieder zurück, versenkte sich wieder in ihrer alles verzehrenden Hitze. Ihre Beine spannten sich um ihn herum und ihr Innerstes zuckte, eine wunderschöne Reaktion auf seine Stöße. Aber Zoras hatte nur Augen für Kassandras selbst. Er beobachtete jede ihrer Regungen, während er sich immer und immer wieder in ihr versenkte, immer schneller werdend, immer fester werdend. Wenn sie ihn schon wörtlich nahm, dann sollte sie auch dabei bleiben. Zoras würde dafür sorgen, dass sie an nichts anderes mehr denken konnte.
    • Zwischen dem Spalt ihrer Lider hindurch beobachtete Kassandra Zoras dabei, wie er sie eine geraume Zeit lang beinahe fassungslos ansah. Er starrte eindeutig auf ihre Hand zwischen ihren Beinen, ein spöttisches Lächeln zupfte an ihren Mundwinkeln. Als er sich auf sie zu bewegte, hielt sie nicht inne. Zu sehr fühlte sie gerade ihre eigenen Berührungen, die sie ganz genau so steuern konnte, wie sie es gerade brauchte.
      Dann schlossen sich zwei kräftige Hände um ihre Knöchel und zogen sie ruckartig zu sich heran. Prompt flogen ihre Lider auf, ihre Hand zwischen den Beinen war bereits auf dem Rückzug. Doch Zoras hatte andere Pläne, ergriff ihr Handgelenk und hielt es an Ort und Stelle. Kassandra funkelte den Mann mit aufgeheiztem Feuer in den Augen an, selbst dann noch, als er sich über sie beugte.
      „Du weiß, dass ich das nicht so gemeint habe…“
      Das Lächeln riss mit aller Macht an ihren Lippen und enthüllte das Wissen um ihre Taten und den Zusammenhand. Selbstredend hatte sie wieder einmal die Worte von ihm anders ausgelegt und ausgereizt, dass er sich nicht recht konzentrieren konnte. Ganz absichtlich hatte sie mit ihm gespielt, um dafür zu sorgen, dass er sich nicht in fadenscheinigen Gedanken verlor. „Ich bin eine Göttin“, sagte sie mit einer schier endlosen Selbstverständlichkeit. „Wir gelten nicht umsonst als… allwissend.“
      Spielend leicht hätte sich die Phönixin jederzeit aus dem Griff befreien können. Aber sie ließ Zoras im Glauben, sie zu haben, als er ihr immer näherkam, Zentimeter um Zentimeter, wobei er ihre Beine immer enger an ihren eigenen Körper drückte. Bis sie schließlich die Füße heben musste und den Halt auf dem Bett mit ihnen verlor. Das Lächeln war wie festgewachsen auf ihrem wunderschönen Gesicht, das leichte Farbe bekommen hatte durch die Lust, die durch ihren Körper zirkulierte.
      „Mach weiter“, raunte Zoras ihr zu.
      „Womit? Du hältst meine Hand immer noch fest…“, erinnerte sie ihn und leckte sich über die Lippen. Umgehend fand sie ihre Hand wieder frei vor. „Ah, sieh einer an…“
      „Bis ich sage, dass du aufhören kannst.“
      Sie hob eine Augenbraue, als es in seinen Augen funkelte. Einen Augenblick später vereinte er sie beide wieder miteinander und trieb der Göttin die Luft aus den Lungen. Das plötzliche Völlegefühl entlockte ihr tatsächlich ein Aufstöhnen. Dank dieser Position war er so tief in ihr wie selten und ihre Finger fanden nur zögerlich den Weg zurück zu ihrem überladenen Nervenbündel zwischen ihren Beinen. Sie kämpften sich zwischen Zoras‘ Körper und ihrem bis sie mit einem Keuchen richtig lag und sich weiter rieb, während Zoras sich unaufhörlich in ihr versenkte. Das Bett knarzte mit jedem Stoß. Die Geräusche von aufeinanderschlagendem Fleische gesellten sich dazu. Kassandras leises Stöhnen fügte der Kulisse weitere Akzente hinzu. Immer intensiver wurden seine Stöße, Schweiß perlte auf seinem Körper und selbst Kassandra ließ es zu, dass sich feine Perlen Feuchtigkeit im Tal zwischen ihren Brüsten sammelte. Ihre freie Hand krallte sich in dem Stoff zu ihrer Seite fest, ihre Hüften bewegten sich völlig eigenwillig gegen ihre Hand, gegen Zoras‘ Stöße. Bereitwillig ließ die Göttin die Kontrolle fahren, während Zoras sie immer weiter auf ihren Höhepunkt zu trieb. Die Glut in ihrem Inneren hatte sich unlängst in ein wahres Inferno verwandelt, das sich kaum noch löschen ließ.
      OhMhh… Nicht aufhören!“, befahl Kassandra ihrem Liebhaber, bevor sie ungebremst über die Klippe raste und unter ihren Fingern und seinen Stößen kam. Sie rief seinen Namen aus, als sie sich unter ihm aufbäumte und ihn dabei fast mit vom Bett hob. Ihre Zehen krümmten sich, ihr ganzer Körper wurde von mehreren Beben ergriffen. Worte, die sie hatte sprechen wollen, gingen in Stöhnen unter. Warum dieses Mal so heftig war, wusste sie nicht. Alles, was sie wusste, war, dass dieser Orgasmus einer der Besten war, die sie je gehabt hatte. Einer, der noch immer anhielt, weil sie sich gnadenlos weiter selbst streichelte, so, wie er es ihr aufgetragen hatte. Die Zuckungen entließen ihren Körper nicht, als sie ihre lusttrunkenen Augen aufschlug und den Blick von Zoras suchte.