seabound. (Earinor & Akira)

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    • Shuren lauschte, als würde Rain ihm gerade erklären, warum die Welt eine Kugel war oder wieso Seemonster nicht wirklich existierten, aber gleichermaßen realisierte er dabei, dass ihre Welten sich vielleicht doch nicht so sehr unterschieden, wie es anfangs den Anschein hatte. Nicht nur, dass es unter der Meeresoberfläche auch Konflikte zu geben schien, es war wohl auch so, dass Rain jemand war, der sich dummerweise im Mittelpunkt des Ganzen wiederfand. Was tat er sich da auch an? Vermutlich mehr Arbeit, als gut war. "Sirenen? Nein. Ähm, wir haben davon gehört. Mit den Ohren. Aus Büchern, weißt du? Es sind Gruselgeschichten, damit wir uns nicht einfach so ins Wasser trauen. Aber so Proletten wie Nayantai kennen das nicht.", erklärte er und versuchte, seine Gestik dabei schlüssig zu halten, als würde Rain sonst nicht verstehen, was Shuren ihm da gerade zeigen wollte. Ob er denn wusste, was ein Buch war? Nein, vermutlich nicht, außer es gab einige davon, die sich Unterwasser so hielten, wie hier oben - wie dem auch sei, so wollte er nicht alles daran festmachen und Shuren hatte noch einen Haufen zu lernen, verstand er Rains Satz doch auch nur zirka so halb, wie er es eigentlich wollte. Sie machten Fortschritte, aber das komische, phonetische Geblubber machte ihm irgendwo fast Angst. Ob er die Sprache jemals wirklich verstehen würde?

      "Also wurdest du angegriffen? Armer Rain ... tut mir leid.", nuschelte er leise und ließ sich von den rauschenden Wellen beruhigen, die ihre Konversation begleiteten. Kein Wunder, dass noch keiner wach war - sie schliefen doch allesamt gerade halb ein, und abgesehen davon hatte sich Nayantai wohl einen ruhigen Platz für die Nacht ausgesucht, damit man sie nicht weiter störte. Dieser Idiot dachte auch noch dann an sie, wenn es kein Anderer tat, huh? "Zwei ... Tage? So lange?" Shuren war schon länger auf See und von seiner Familie entfernt, aber die Entscheidung hatte er alleine getroffen und beigebracht hatte er sich dabei mehr, als was er je Zuhause lernen würde - es schien wohl so, als hätte er sich für Dinge entschieden, die allerhand Sinn ergaben, und dennoch hatte er keine Rücksicht auf das genommen, was dort draußen eigentlich die Norm darstellte, der er sich so oder so hingeben sollte; Shuren hasste Normen. "Ja, Shuren hilft dir, ob du willst, oder nicht.", lachte er zufrieden, aber noch einigermaßen gedämpft, bevor er seine dünnen Arme und Rain legte, kaum hatte er sich etwas zur Seite gedreht. Shuren drückte ihn. "Rain braucht keine Angst haben. Rain ist in Sicherheit. Hier.", erklärte er ihm, aber das ergab vermutlich nicht viel Sinn. "Wer kann Rain helfen?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Rain verstand in dem langen Satz kaum ein Wort, aber sie schienen wirklich nicht viel Ahnung von den Sirenen zu haben die sie eigentlich fürchten sollten. War Rain so weit weg von ihrem Territorium? Vielleicht. Die Aquarianer konnten nur vermuten wo sie waren, vielleicht hatten sie ihre Städte verlegt und Rain wusste nicht einmal wo er sich gerade befand. Er war einfach nur los geschwommen und die Orientierung hatte er in dem Sturm verloren. Den restlichen Weg wäre er fast eingenickt und das Schiff segelte auch in eine unbekannte Richtung. Selbst eine Karte der Menschen würde ihm vermutlich nicht viel helfen, kannte er sich doch mit der Welt hier oben nicht aus. Eine Unterwasserkarte hatten die Menschen bestimmt nicht. Rain hatte so viele Aufgaben zu meistern, er wusste gar nicht wo er anfangen sollte. Er sollte die Sprache der menschen lernen, er musste herausfinden wo er war und wo seine Heimat war, dann musste er natürlich auch noch herausfinden wo die Sirenen waren und was mit seiner Familie passiert ist und zuguterletzt musste er noch jemanden finden, der ihn in einem Kampf unterstützen würde. Keine der Aufgaben schien leicht.

      "Nicht nur Rain. Alle Aquarianer...", erklärte er Shuren und schüttelte seicht seinen Kop. Es musste ihm nicht Leid tun, Shuren hatte damit nichts zu tun. Er nickte als Shuren seine Worte wiederholte und hob erneut zwei Finger, um das Wort besser zu verdeutlichen. "Rain m-müde. Nayantai Netz, nach oben.", erklärte er weiter und deutete mit seiner Hand gen Himmel. So hatte es sich abgespielt, sonst wäre er wohl auch nicht direkt in ein Netz geschwommen. Erneut lächelte Rain. Shuren wollte ihm wirklich helfen, ja? Es war genug, dass er ihn verarztet hatte und dass er ihm ihre Sprache beibrachte. Irgendwann würde Rain selbst sehen müssen wie er zurecht kam. Auf einmal kam Shuren jedoch näher und legte seine Arme um Rain. Überrascht quiekte der Aquarianer ein bisschen. Diese Menschen waren seltsam und die vertrauten ihm viel zu schnell. Trotzdem war das nichts Schlechtes. Rain kannte diese menschen nicht und doch halfen sie ihm - er hatte Glück. Rain legte vorsichtig einen Arm um den Menschen und klopfte ihm sanft auf den Rücken, als müsste Shuren getröstet werden. Dann löste er sich wieder von ihm und lächelte ihn an. "Danke.", nickte er leise, aber musste anschließend den Kopf schütteln. Er wusste nicht was er tun sollte, absolut nicht und so zuckte er mit den Schultern und schüttelte den Kopf.
    • Normalerweise näherte er sich keinem so schnell an, geschweige denn war er in der Position, Gefühle wiederzugeben - aber Rain wirkte wie jemand, der etwas Aufmunterung gebrauchen könnte, und wie jemand, der vielleicht etwas Schlaf nötig hatte, irgendwo, wo es etwas Anderes außer einem beengenden, kleinen Raum gab, aus dem er nicht zu fliehen wusste. "Alle ... das hört sich nach einer Zwickmühle an.", gab Shuren zu und schüttelte den Kopf, während er zu realisieren hatte, dass er sich gerade auf etwas einließ, von dem er keinerlei Ahnung hatte. Wie sollte er Rain auch helfen? Dinge zu konzipieren lag ihm im Blut, aber all das hieß eben noch immer nicht, dass er sich gut umsetzen konnte, geschweige denn, dass irgendetwas davon anderweitig brauchbar wäre. Einen Moment lang hielt er inne, dann war es auch schon so, dass man ihm auf den Rücken klopfte und er entschieden aufsah, als wolle er ergründen, wieso Rain so etwas tat, oder aber, weswegen Shuren sich gerade mit ihm unterhielt. Etwas naiv war er dann doch - was sollte er ihm auch sagen, wenn es darum ging, herauszufinden, wem er vertrauen konnte und wem nicht? Rain war nicht mehr als ein Laie, der sich selbst nicht gut genug kannte, und auch anhand von keiner Person erkennen würde, was gut oder schlecht für ihn war.

      "Nayantai also? Nayantai ... gut ... nur dumm.", teilte er Rain mit, als hätte er das alles nicht schon aus den ganzen Konversationen gefiltert, die sie hier und dort miteinander hatten. Prozentuell musste das zwar nichts heißen, aber er war sich auch sicher, dass Rain zumindest davon hören wollte, oder die unliebsame Welt dort draußen nicht in sein Herz schließen konnte. Sie alle waren verschieden und jeder einzelne von ihnen hatte Ideen und krumme Gedanken, die sich wohl nur schwer in Worte fassen ließen, geschweige denn ergaben sie für die Meisten sonderlich Sinn. Was glaubte er, von jemandem wie Shuren zu bekommen? Hilfe, die er allerdings nicht vielseitig anwenden konnte, und vielleicht eine Moralpredigt der besonderen Art. "Nichts zu danken.", gab er knapp an und löste sich dann von Rain. Shuren streckte sich und piekte dem Blonden leicht in die Seite, bevor er sich abwandte. Rain meinte zwar, er war nicht müde, aber das lag vermutlich an der Atmosphäre, die sie beide auszuhalten hatten - und Shuren hatte eine dumme Idee, die er gar nicht erst anmerken sollte. "Rain ... willst du ... mitkommen? Mit mir?", fragte er und deutete dann in die Richtung unter das Deck, dort, wo auch sein Zimmer war. Dann könnten sie vielleicht gehen üben ...
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    • "Alle...", wiederholte Rain mit trübem Blick. Seine Situation war aussichtslos, das wusste er, aber er konnte doch seine Familie nicht einfach vergessen und mit diesen Menschen auf einem Schiff leben. Es war was sein Vater von ihm wollte, aber... es musste doch irgendetwas geben das er tun konnte! Der Gedanke seine Familie in Ketten zu sehen war unerträglich. Darauf zu hoffen, dass Shuren irgendwann irgendeine Idee hätte, wenn Rain ihm erst einmal alles genauer erklären konnte, war nichts was Rain tun sollte. Shuren hatte mit dem Allen nichts zu tun und er musste sich nicht damit beschäftigen, auch wenn er wirkte, als wolle er Leuten einfach nur helfen, inklusive Rain. Keiner dieser Menschen verhielt sich so als wäre Rain ihr Feind, wenn er darüber nachdachte und Nayantai war einfach nur jemand mit dem Rain nicht klar kam und der nicht wusste was sich gehörte und was nicht. Trotzdem hatte er ihn nicht töten wollen - vermutlich. Shuren schien Rains Anmerkung über ihn jedoch falsch verstanden zu haben. Gut war er also? Vermutlich, aber das war nicht was Rain gemeint hatte. Er schüttelte den Kopf und deutete nach hinten zu dem Netz in dem er gewesen war und dann wieder nach oben. "Oben. Nach oben gezogen. Nayantai hat Rain nach oben gezogen.", erklärte er es noch einmal.

      Diese Menschen kamen ihm alle sehr schnell nah. Das war ein wenig befremdlich, aber in Shurens Fall nicht unangenehm. Nayantai war eine andere Geschichte. Von den anderen wusste er bisher nicht viel. Auch Aquarianer waren verschieden, diese Gruppe war ein bunter Haufen und das war in Ordnung, aber keiner von ihnen schien Rain ernsthaft verletzen zu wollen. Er zuckte leicht als Shuren ihn auf einmal piekte und stieß seine Hand sanft von sich. Die Luft hier draußen war feucht, das gefiel Rain und er sog für einen Moment die Meeresluft ein. Wenn es nicht so sonnig und heiß war, schien er auch nicht so häufig etwas trinken zu müssen. Als Rain seinen Namen hörte wandte er seinen Kopf wieder zu seinem neuen Freund. Erneut verstand er kein Wort, aber folgte Shurens Finger. Er meinte wohl, dass Rain vielleicht doch noch einmal versuchen sollte zu schlafen und nachdem er kurz darüber nachdachte, nickte Rain. Er schwang seine Beine zurück über die Reiling und rutschte dann vorsichtig von dem Holz. Als sein nackter Hintern das Holz verließ und er die paar Zentimeter Richtung Boden flog, fragte er sich ob das eine gute Idee war. Seine Beine wirkten nicht schwach, nur unbeholfen, aber auch die Wunde an seinem Bein schmerzte ein bisschen. Er verlor beinahe den Halt und griff nach Shurens Schulter, schaffte es aber durch das bisschen Halt sich größtenteils selbst auf den Beinen zu halten.
    • Gerade noch wollte er sich umdrehen und vorgehen, da hatte er auch schon eine freche Hand, die Zuflucht auf seiner Schulter suchte und an seiner unordentlichen Kleidung riss. Ein Kichern unterband er, als er Rain dabei zusah, wie er unbeholfen und hosenlos durch die Gegend kommen wollte, und erneut fragte er sich, ob es denn nicht ungewohnt war, dass sein neuer Freund keinerlei Kleidung trug, die er irgendwo und irgendwie anderweitig gebrauchen konnte. Aber was wusste er schon? Aquarianer hatten Flossen und Shuren war derjenige, der keine davon besaß und lieber Hosen trug, weil es natürlich für ihn erschien. "Ich weiß. Nayantai ist dumm. Aber er ist nicht böse.", bestätigte er Rain mit einem Nicken und zog danach an seinem Arm, um ihn sich über die Schulter zu legen. In jener Hinsicht verhielt es sich beinahe so, als wäre Rains Seite nicht das Problem, sondern seine Beine, und in gewisser Hinsicht waren sie das auch. Dennoch grinste er leicht - Rain wollte sich also wirklich hinlegen? Dann fanden sie sicher ein angenehmeres und weicheres Plätzchen für ihn, eines, an dem er sich wahrlich ausruhen konnte und nichts, das ihn früher oder später noch um den Verstand bringen würde, weil die Decke so kratzte oder ein Fenster fehlte, das ihm genug Licht gab.

      "Vorsicht.", teilte er Rain mit, als er anfing, sie beide in Bewegung zu setzen und ihm eine Stütze zu sein, so gut er konnte. Was wollte er denn auch sonst tun? Ihn wie ein kleines Kind unverhofft über den Boden krabbeln lassen? Nein, wenn das passierte, dann würde er ihm dabei nicht zusehen wollen, geschweige denn hegte er das Verlangen danach, ihn bloßzustellen. Anstatt sich zurück in die Kammer des Schreckens, oder auch das Krankenzimmer zu begeben, ging Shuren bestimmt weiter, bis ans Ende des Flures, und dann nach rechts, bevor er das letzte Zimmer in der kleinen Nische erreicht - wenn Muhan nicht zu sehr schnarchte, dann hatte er zumindest auch meist angenehme Träume. Ohne viel zu diskutieren stieß er die Tür auf; das Zimmer war vermutlich etwas klein und mit komischen Möbeln von oben bis unten vollgestopft, die wiederum mit Büchern angereichert waren, und von den lästigen Balken oben hangen diverse Kräuter, die Shuren trocknen ließ, aber nicht nur das - aufgefädelte Kristalle, die gebrochenes Licht auf diverse Oberflächen warfen und Windspiele schienen in diesem verrauchten Zimmer, mit einem Bett aus abertausend Decken und Tüchern, heimisch zu sein. "Lass dich nicht abschrecken. Leg dich ins Bett.", bot er Rain an, kaum machten sie davor Halt - Shuren mochte es kuschelig, und das war seine Definition davon.
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    • Rain wollte Shuren nicht verletzen und ihm auch nicht auf die Nerven gehen, aber es schien ihm nicht so viel auszumachen, dass Rain sich an ihm festhielt. Stattdessen legte er Rains Arm um seine Schulter, damit er ihm helfen konnte ein paar Schritte zu machen. Rain tat sich nicht gerade leicht damit, vor Allem, weil die Gliedmaßen seines Erachtens nach nicht so aussehen sollten. da gehörte eine Flosse hin und nicht zwei Beine, auch wenn es die Sache an Land einfacher machen sollte. "Nayantai gut... aber... zu aufdringlich.", erklärte Rain, auch wenn Shuren das Wort wohl nicht verstehen würde. Rain wollte nicht recht nach unten sehen, er wollte nicht sehen wie sich etwas von seinem Körper löste, das zusammen gehörte, aber er gab sich Mühe Shuren nicht zu lange zur Last zu fallen und zügig über das Deck zu wandern. "Danke. Tut mir Leid...", murmelte er etwas verlegen, weil diese Menschen so viel für ihn machen mussten. Wenn er nur seinen Kopf dazu bringen könnte sich nicht so zu wehren, dann fiele ihm das gehen vermutlich einfacher, aber er war noch nicht so weit.

      Rain ließ sich nach unten helfen und wollte schon abbiegen und ihn sein Zimmer zurück gehen, aber Shuren führte ihn weiter, den gesamten Gang hinunter. "Hm?", machte Rain nur, wusste er doch ohnehin nicht wozu jeder dieser Räume gut war, nicht einmal wozu sein eigener gedacht war. Shuren entschied die letzte Tür zu öffnen. Ein seltsamer Geruch stieß Rain ins Gesicht, aber hier draußen roch alles etwas seltsam. Abgesehen davon war der Raum in den er geführt wurde sehr voll, mit allerlei wunderlichen Dingen die irgendwo standen oder von der Decke hingen. Er sah sich um, während Shuren ihn bis zu seinem Bett führte und ihn aufforderte sich hinzusetzen. Rain ließ vorsichtig von ihm ab und sank auf das weiche Bett, das größer war als das das er gehabt hatte und weicher auch. Rain war es sowieso nicht gewohnt auf etwas zu liegen. Statt sich aber hinzulegen sah er sich die leuchtende Decke an. Der Mond schien nur bedingt in das kleine Zimmer und die Kristalle brachen das wenige Licht. Rain ließ seine Finger über ein Stück Holz wandern, das von ein wenig Licht beschienen wurde. "Zuhause...", murmelte er leise und er war nicht sicher ob er sich freuen oder weinen sollte. Es gefiel ihm hier, er fühlte sich nicht so verloren, aber gleichzeitig konnte er nicht an zu Hause denken, ohne an das zu denken was gerade dort geschah. Vorsichtig griff Rain nach Shurens Hand und sah zu ihm auf. "Hier gut. Danke..."
    • Shuren wusste nicht, ob es Rain gefallen würde, oder ob er lieber in die kleine Kajüte zurückkehren würde, aus der er anfänglich gekommen war. Was auch immer seine Entscheidung wäre, lag nun einmal bei ihm und eben jene wollte er nicht beeinflussen, gleichermaßen wurde ihm aber klar, dass er vermutlich keine Untat damit begann, wenn er sich einfach nur um den Armen kümmern wollte, als wäre er schon immer ein Bestandteil dieser großen, aber verschobenen und verwirrenden Familie gewesen. Oftmals hatte er keinerlei Ahnung, was genau er wollte, oder worauf er hinauskonnte, wenn er sich nur ein klein wenig anstrengte, aber in eben diesem Fall hatte er es wohl geschafft, Rain dazu zu bringen, ein klein wenig Vertrauen in ihn zu haben - Shuren fand es beinahe schön, und auch umso hilfreicher, dass er beinahe schon grinsen musste. Der Morgen war turbulent gewesen, aber schlafen konnte er unter diesen Bedingungen auch nicht. "Meinst du?", lachte er. Nayantai war hart im Nehmen. "Nayantai gut ... aber sehr ... Nayantai ist ein Affe.", lachte er schließlich darüber und sah sich Rain und seine beinahe kindliche Neugier an, als er anfing, nach den Dingen zu greifen, die Shuren hier herumhängen hatte. Das war fast schon süß, aber ... naja, Muhan war gleich kindisch.

      "Das ist ... mein Zuhause. Shurens Zuhause.", erklärte er. Eigentlich war es doch das Schiff, doch in Realität war es mehr als das - das hier war sein Rückzugsort und hier gab es allerhand Dinge, die er von Zuhause mitgenommen hatte, aber auch genug Zeug, das sie auf ihren Reisen entweder ausgeborgt oder für ein klein wenig Geld erwirtschaftet hatten; anders sollte es nicht sein und Shuren wollte sich auch keinen Tag ohne das weiche Bett, die vielen Bücher, oder den gesamten Firlefanz vorstellen, den er sein eigen nannte. "Nichts zu danken, wirklich. Aber es freut mir, dass es dir gefällt.", lachte er zufrieden. Rain konnte sich hier gerne wie Zuhause fühlen, immerhin freute sich Shuren darüber und wenn er ehrlich war, dann bereitete ihm all das nur noch mehr Grund zur Freude, als es das sonst tun sollte. Warum denn auch nicht? "Magst du das? Die Kristalle?", fragte er und deutete auf Rain und dann das Ding, dass noch im Mondlicht glitzerte. Shuren ging währenddessen zu seinem Schrank, einer, der von oben bis unten mit Kleidung vollgestopft war, alles verschiedener Art, bevor er Kleidung fand, die er wohl nicht mehr brauchte und auch zuvor nicht wirklich getragen hatte. Mehr als Unterwäsche und eine Hose war es dennoch nicht - Nayantai würde ihm schon ein neues Hemd geben. "Willst du es anprobieren?"
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    • Shuren verteidigte seinen Freund, obwohl er ihn so oft ankeifte. Rain fand es eigentlich ganz schön. Diese Menschen - ob sie nun verwandt waren oder nicht - waren eine Familie, die zusammen auf diesem kleinen Boot lebt. Rain hatte zu Hause viel mehr Platz gehabt und selbst ihm gingen manchmal andere Aquarianer auf die Nerven. Gerne wollte er diese Menschen näher kennen lernen und beobachten, gerade dann, wenn sie miteinander interagierten und Rain nur zusah. Er hatte eigentlich keine Zeit dafür, aber solange er hier war, konnte er sich dieser Idee wohl hingeben. Er kannte im Moment noch nicht einmal alle ihre Namen, nur Shuren und Nayantai. Das Mädchen wirkte auch sehr nett und vielleicht ein wenig offener als Shuren es war. Die anderen waren bisher nur neugierig um ihn herum gestanden. Vielleicht war es an der Zeit sich richtig vorzustellen, nicht verängstigt auf dem Boden hockend und er musste ihnen wohl allen danken, dass sie ihn nicht einfach über Bord warfen. Sie gaben ihm sogar zu essen und auch wenn es typischerweise genug Fisch gab, vielleicht war es für die Menschen gar nicht so einfach welchen zu fangen.

      "Shurens Zuhause...", wiederholt Rain um sich die Worte einzuprägen. "Shurens Zimmer.", korrigierte er dann ein wenig. "Rain Zimmer Zuhause groß." Erklärte er weiter und machte eine ausladende Bewegung mit seinen Armen. Dann griff er nach den Polstern die auf Shurens Bett herum lagen und drückte jeden einzelnen, als wolle er genau wissen, welcher davon der weichste war. Rain hatte zu Hause keine Polster, das würde da unten auch nicht wirklich funktionieren. Meist rollten sie sich einfach nur zusammen und wenn es romantisch werden sollte, dann besorgte man ein paar angeschwemmte und untergegangene Tücher aus Seide. Die Aquarianer lebten nicht sehr luxuriös und sie hatten eine Menge Komfort aufgegeben, als sie sich von den Sirenen abgespalten hatten und trotzdem war es ein angenehmes Leben gewesen. Eines, das sich ein Mensch vermutlich nur schwer vorstellen konnte. Rain lächelte und Shuren schien sich auch zu freuen, auch wenn er nicht genau sagen konnte wieso. Dann lenkte er Rains Blick auf einen der Kristalle und Rain nickte. "Kristalle?", wiederholte er. Das wenige Licht am Meeresboden brach ähnlich, es gefiel ihm. Er beobachtete Shuren wie er inzwischen zu einem hölzernen Schrank ging und Stoff zutage förderte. r präsentierte ihm zwei Arten von Hosen und Rain sah Shuren an, als wollte er ihm sagen, dass er ihn bitte nicht zwingen sollte, dieses Zeug zu tragen. Er versuchte sich zu erklären. Er hob seinen Zeige- und seinen Mittelfinger, die er aneinander presste. "Rain Flosse.", erklärte er und griff mit der anderen Hand nach einem Finger. Er tat so als würde er daran ziehen, aber es tat sich nichts. "Eins.", erklärte er weiter, dann deutete er auf seine Beine und spreizte anschließend seine Finger. "Zwei." Dann umgriff er mit der anderen hand beide Finger und drückte sie wieder zusammen, während er den Kopf schüttelte. Dann schob er ein wenig Stoff von dem Hemd das er trug zwischen die beiden Finger und drückte sie wieder zusammen. "Eins?" Erneut schüttelte er den Kopf.
    • Nichts war einfacher, als sich eine Welt vorzustellen, in der er vollkommen alleine war - Shuren liebte es, er selbst zu sein und doch glaubte er, er profitiere nicht davon, wenn er sich sein Leben lang an seine Heimat festgebunden hätte und für den größten Teil seines Lebens nichts weiter getan hätte, als seinem Vater als Laufbursche zu dienen, der lieber an seinen Schriften feilte, als sich wirklich der Welt zu zeigen. Shuren wollte nach draußen, wollte vor dem Tumult fliehen und jemand werden, der er vermutlich gar nicht war, aber das hier war der Stichpunkt gewesen, an welchen er sich zu gewöhnen hatte, und dementsprechend war es auch eben jener Ort, an dem er sich Zuhause fühlte. "Shurens Zimmer, ja. Und das Schiff ist mein Zuhause.", erläuterte er weiter, nun, da sie ein paar Barrieren überwunden hatten, wenn auch längst nicht alle. Wie all das weitergehen sollte konnte er beim besten Willen selbst nicht genau sagen, und doch reichte es wohl, wenn es einen von ihnen gäbe, der sich zumindest irgendwie mit Rain verstand, wie auch immer er all das bewerkstelligen wollte. "Hm. Rain ... wichtiger Aquarianer? Rain ... Krone?", fragte er und deutete auf seinen Kopf, auf dem er gerade ein Krönchen zeichnete, das eher klein als groß war. Wer wusste das schon? Er kannte die Welt dort unten eben nicht.

      "Ja, das, was an der Decke hängt. Was du dir ansiehst. Kristalle.", lachte er und griff nach den schimmernden, ungeschliffenen Steinen, die transparenter nicht sein könnten. Wann auch immer er sich einsam fühlte, so fiel ihm ein, dass er doch noch etwas bei sich hatte, das ihm aufzeigte, wie gut es ihm doch eigentlich ging, und wie sehr er sich damit abmühte, jemand zu sein, der er nicht sein musste. Rain schien nicht anders, und Shuren setzte sich neben ihm auf sein Bett, auch, wenn er sich nicht darüber im klaren war, wie einfach es wäre, ihm zu erklären, dass er sich eventuell ebenfalls hier hinlegen wollte und es mit ihm teilen konnte - das Bett war riesig. "Ja, Flosse?", lauschte er auf. Was wollte er ihm jetzt damit erklären? Dass er das nicht tragen wollte? Shuren hörte ihm aufrichtig zu, aber er fand die Herangehensweise ungemein dämlich. Dennoch, wer war er um Rain vorzuschreiben, was er zu tun und zu lassen hatte? Nayantai? Sein Vater? Nein. "Shuren ... keine Flosse. Zwei Beine. Rain auch zwei Beine, keine Flosse, jetzt. Ähm, Shuren ... freut sich ... wenn Rain probiert? Nur ... kurz?", wollte er ihm weißmachen und lächelte ihn an. Ob er das alles verstand war fraglich, aber er schoss damit auch nicht über sein Ziel hinaus - und wenn er nicht wollte, dann würde er ihn dafür auch kaum belangen.
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    • Rain versuchte Shuren weiterhin zu verstehen. "Zimmer.", nickte er, um sich auch dieses Wort einzuprägen und dann machte er noch eine große Bewegung mit den Armen. "Schiff?", wollte er wissen. War das das Wort das ein Schiff in der Sprache der Menschen beschrieb? Sie kamen doch eigentlich ganz gut voran, vorausgesetzt sie konnten sich beide alles merken. Shuren schien intelligent zu sein und Rain war auch nicht auf den Kopf gefallen. Rain wusste was Bücher waren, auch wenn er selbst nur zerfleddertes Papier am Meeresgrund gesehen hatte, aber er erkannte all die Bücher in Shurens Zimmer. Er las wohl viel, so wie Rain auch. Immer schon wollte er mehr von der Welt hier draußen erfahren, aber Aquarianer trauten sich selten ihre Grenzen hinter sich zu lassen und es gab auch Gesetze, um ihre Heimat zu schützen. Jetzt war er hier, unter den schlimmsten Umständen, aber zumindest hatte er jemanden getroffen, der ihm ähnlich war. Rain lächelte und sah zu was Shuren sich auf den Kopf zeichnete. Rain überlegte kurz, legte den Kopf schief und nickte schließlich. "Rain Prinz.", erklärte er und malte eine kleine Krone in die Luft. "Papa König.", erklärte er weiter und malte eine große.

      Dann sah Rain auf und betrachtete all die Kristalle und Kräuter noch einmal. Er wagte es nicht einen von der Decke zu pflücken, aber sie sahen so und so schön aus. Wertvolle Steine kannte Rain zuhauf, aber hier oben sah alles viel farbenfroher aus, als in seiner Heimat. Es war schön zu betrachten. Shuren setzte sich neben ihn und brachte das Bett in Bewegung. Der Erklärung schien er zwar zu folgen, aber Shuren schien nicht zufrieden damit. Rain sah auf die Hose und überlegte erneut. Er wollte sie eigentlich nicht tragen. Es war vermutlich dumm zu glauben er konnte seine Flosse nicht zurück haben, nur weil etwas Stoff zwischen seinen Beinen hing, aber trotzdem machte es ihm ein wenig Angst. Vorsichtig nahm Rain ihm die Hose ab und faltete sie auseinander. Er seufzte leise, aber er steckte seine Füße kurz darauf in die zwei Öffnungen und zog den Stoff vorsichtig nach oben. Er hasste das. Ganz allgemein fühlte er Dinge die er zuvor noch nie gefühlt hatte, an Stellen die normalerweise nicht zugänglich waren. Ein Schauer lief ihm über den Rücken.
    • "Mein Zimmer.", gestand er, und lachte darüber, auch wenn es einigermaßen schräg klang, wenn er ehrlich war. Er wollte Rain keine Last sein, aber früher oder später sollte er das passende Vokabular zumindest kennen, auch, wenn es einiges an Arbeit erforderte, das Ganze zu verstehen und erst recht zu meisten. War er ihm böse? Keineswegs, es war einfach der natürliche Verlauf vielerlei Dinge, die erst als solches angesehen werden mussten. "Ja, das hier.", Shuren deutete auf das gesamte Schiff, auf das Holz, das sie umgab und gerade ihre Heimat und Zuflucht bildete, und auf den Boden, der sie vom Meer trennte, auch, wenn er ein kleines aber feines Fenster besaß, das ihn wissen ließ, wie spät es ungefähr war, und wie viele Stunden er damit verbracht hatte, in seinem Zimmer vor sich hinzusiechen und nach einer Antwort für das unendliche Leben zu suchen, oder eine Heilung für die Sterblichkeit, die er sein eigen nannte. Was half es ihm schon, nur ein paar Jahre zu leben, wenn er sein Leben lang damit verbringen konnte, nie auch nur eine Sekunde an den eigenen Tod zu denken? Allein das war absurd, aber noch viel schlimmer war es zumindest, zu glauben, er wäre jemand, dem das ewige Leben stand.

      "Rain ... wichtig. Rain Prinz? Rains ... Vater König?", schlussfolgerte er aus diesen Dingen. Da hatte er sich ja einen extra großen Fang ausgesucht. Nicht nur, dass er sich mit einem Meeresprinzen anfreundete, er musste wohl auch darauf klarkommen, dass er diesen von seiner Heimat trennte und ihm keine Sekunde lang dabei helfen konnte, ihr wieder näherzukommen. Lediglich beschwichtigen konnte er den Blindfisch, der sich weiter von ihnen allen in die Irre führen ließ, weil er doch glaubte, Nayantai - jemand, dem Shuren genug zu verdanken hatte - war nun einmal wirklich so freundlich, wie sie ihn alle hinstellten. Begeistert aber gleichermaßen belustigend fand er das Schauspiel, das er sehen durfte, als Rain die Hose anprobierte. Ohne Unterwäsche. Weit geschnitten war sie allemal und kaum war er fertig, lachte Shuren und hielt das feinere Tuch hoch, das er noch in den Händen hielt. "Das ... eins.", dann deutete er auf die Hose, die Rain nun trug. "Das zwei.", machte er ihm klar, aber kurz darauf schüttelte er den Kopf und sah den Blonden erwartungsvoll an. Sein Gesichtsausdruck verriet Shuren einiges, aber nichts, das er wirklich als negativ deuten wollte, selbst dann nicht, wenn es das wirklich war. "Komisch?"
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    • Rain fragte sich ob jeder hier ein eigenes Zimmer hatte, genug Türen hatte er ja bereits gesehen. In welchem Raum hatte Rain dann gelegen? Er war sich nicht ganz sicher. Ob er auch jemandem gehörte? Oder gehört hatte? Shurens Zimmer war jedenfalls hübscher und angenehmer, auch wenn der Geruch hier drin etwas seltsam war und Rains Kopf ein wenig leichter wirken ließ. Ob Shuren die Dunkelheit hier drin störte? Rain störte sie nicht, er mochte es dunkel, immerhin war er zu viel Sonnenlicht gar nicht gewohnt. Vielleicht war er deshalb im Vergleich zu diesen Menschen so weiß, dennoch schien ihm die Sonne nichts zu tun. Da war kein Zeichen von Sonnenbrand, oder etwas Ähnlichem. Rain hätte auch gar nicht gewusst was das war. Am Ende schienen Sirenen und Aquarianer doch besser ausgerüstet als die Menschen und doch fürchteten sie sich nicht mehr vor den Meeresbewohnern. Das war schon eigenartig, aber Rain wusste nicht wo er mit seinen Fragen diesbezüglich anfangen sollte. Dafür hätten sie später noch Zeit, wenn er die Sprache der Menschen besser kannte und die Antworten die er bekam auch tatsächlich verstehen konnte.

      Er war nicht sicher ob Shuren ihn richtig verstanden hatte, aber er sah zumindest ein wenig überrascht aus. "Aquarianer... wenig." Rain formte eine kleine Kugel mit seinen Händen. "Kleines Volk.", versuchte er zu erklären. Soe viele Aquarianer hätte er nicht seine Untertanen nennen können, er wusste, dass menschliche Siedlungen viel größer sein konnten, aber Menschen definierten sich ja auch durch ihre schiere Anzahl wie es schien. Rain zuckte leicht mit den Schultern. Er wollte diese Hose nicht wirklich, aber es war ganz lustig mit anzuhören wie Shuren versuchte seine Sprache zu imitieren. Es klang kaum richtig, aber Rain konnte ihn verstehen, dennoch war sie so gänzlich unterschiedlich, dass es Shuren wohl ebenso schwer fiel. "Zwei?", fragte Rain dann. Hätte er beide anziehen sollen? Wieso? Reichte eine nicht? "Shuren zwei?", fragte er mit schiefgelegtem Kopf, aber er war nicht Nayantai und würde an seinem Hosenbund ziehen nur um nachzusehen. "Das...", er zupfte an der Hose die er trug. "...immer?" Wie sollte er dieses Wort nur erklären? Naja, er begann damit eine schlafende Position zu imitieren, dann fragte er noch einmal nach der Hose.
    • Einfach zu akzeptieren, dass alles immer so ablief, wie er es wollte, war wohl das, was Shuren am allerwenigsten konnte, wusste er doch, dass sich ihm früher oder später ein Haufen Hürden in den Weg stellen würden. Mit Rain war es nicht wirklich anders, aber er genoss diese Hürde und kostete sie aus, insofern er konnte, nur damit er sie nicht auch noch teilen musste. Wer wollte das denn schon? Vielleicht reichte es einfach, wenn er Rain hierblieben ließ und ihm Beschäftigung suchte, aber ebendas war auch nicht richtig und eigentlich war es doch egal, mit wem er redete, so lange er sich dabei wohlfühlte; Shuren konnte ihn nicht beschützen, zumindest nicht körperlich, vor allem nicht, wenn er sich gegen einen der anderen Männer an Bord aufhalste, die ihm physisch alle überlegen waren. Wie peinlich. "Aber ... Rain Prinz, ja?", beharrte er dennoch. Egal wie wenige von ihnen es gab, Shuren wollte sie kennenlernen und ihren Prinz wohlauf wissen - nicht nur, weil er gerade herausgefunden hatte, dass er ein Prinz war, sondern auch, weil er wusste, dass besagter Prinz sein Wort hatte und dementsprechend auch nichts fürchten musste. Dementsprechend hangelte sich Shuren mit ihm auch von einem Gespräch ins Nächste und wollte nicht loslassen.

      "Ja, zwei.", erklärte er und wedelte mit der viel kürzeren, dünneren Hose in der Luft, bevor er sie beiseite legte. Das konnte Rain später noch anziehen, zumindest dann, wenn er sich danach fühlen sollte. Shuren war sich immerhin nicht sonderlich sicher, wie gut er sich selbst als eine Art Aquarianer vorstellen konnte, oder wie befremdliche es wäre, beide Beine in Form einer Flosse gleichzeitig zu bewegen - Rain war jemand sonderbares, jemand, den Shuren erst ergründen wollte, aber keineswegs jemand, der vollkommen verloren oder unverständlich für ihn war. Gerade jetzt galt es wohl eher, ihn mehr zu verstehen, als sich selbst oder jeder Andere. "Ich trage zwei, ja.", erklärte er. Aber gab es dafür wirklich brennenden Erklärungsbedarf? Nun ja, zeigen wollte er es Rain nicht, Nayantai war er zumindest nicht, und er hoffte, dass er ihm das alles glaubte, nur weil er ihn soeben darauf hinwies, dass er - entsprechend seiner eigenen Vorstellung - etwas am Leibe trug, das wohl nicht alle von ihnen haben wollen würden. War das nicht komisch? Wer verweigerte sich selbst schon Kleidung? "Nein. Du musst nicht.", erklärte er in einfachen Worten, auch, wenn er wusste, dass das nicht auf jede Situation zutraf. "Nicht hier.", besserte er aus und deutete aus dem Fenster, auf das Stückchen Land, das dort draußen war. "Dort schon."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Prinz. Ja.", nickte Rain langsam. Das Volk der Aquarianer war klein, noch kleiner jetzt da sie angegriffen wurden. Er wusste nicht was mit ihnen geschehen würde. Viele von ihnen wurden vermutlich getötet, oder verschleppt. Was hätten die Sirenen auch für einen Nutzen von ihnen? Rain wusste auch nicht was sie mit seinem Vater und seinem Stiefvater machen würden. Machte es einen Sinn sie am Leben zu lassen? Eigentlich nicht. Rain konnte aber auch nicht viel über die Kultur und die Strukturen der Sirenen sagen. Die Informationen die sie hatten waren alle veraltet. Niemand der Aquarianer spähte die Sirenen aus, sie hatten auch keine Spione. Alles was sie wollten war in Frieden zu leben. Sie hatten nicht einmal etwas dafür getan die Sirenen zu ändern, sie hatten nicht versucht die Menschen zu beschützen, sie wollten sie einfach nur nicht als ihre Hauptnahrungsquelle, das war alles. Wieso griffen sie sie dann überhaupt an? Sie hatten niemandem etwas getan und hatten es auch nicht vorgehabt. War das das Problem? Dass sie Menschen nichts taten? Was ging die Sirenen das überhaupt an?

      Rain wollte sich nicht länger damit belasten, wenn er doch im Moment sowieso nichts tun konnte. Rain blickte auf die zweite Hose, die wohl unter die Erste gehörte. Rain war nicht empfindlich auf Kälte und so ein kleines Ding konnte kaum viel ausrichten. Er war nicht ganz sicher wozu es gut war. Trotzdem griff er danach, obwohl Shuren sie gerade weggelegt hatte. Er faltete sie auseinander und deutete an die Hose einfach in der Mitte - im Schritt - zu zerreißen oder zu zerschneiden und sah fragend zu Shuren auf. Das würde wohl auch alles bedecken, ersparte Rain aber, was ihn an der Hose am Meisten störte. Anschließend folgte er Shurens Finger. Auf der Insel war es wichtiger etwas zu tragen? Nun, er konnte sich vorstellen, dass andere Menschen ihn wohl lieber in Kleidung sahen, aber auf dem Schiff kannte ihn schon jeder und auf der Insel schien es keine anderen Menschen zu geben. Er sah wieder zu Shuren und hatte eine ganz andere Frage. "Shuren m-müde...?", wollte er wissen. Immerhin war er auch wach, anstatt zu schlafen und Rain hatte ihn vorhin gar nicht gefragt wieso das so war. "Shuren wach. Wieso?", fragte er und unterstrich seine Frage mit ein paar Handbewegungen.
    • Shuren gähnte. Wenn er könnte, dann würde er all das vermutlich irgendwo niederschreiben damit er irgendetwas hatte, um seine Erfahrungen zu untermalen und nicht wieder zu vergessen, aber da gab es nichts und das Verlangen danach, endlich etwas für sich selbst zu haben, war nun einmal absolut nichts, das er sich erlauben konnte - abgesehen davon, dass Rain nicht mehr als ein Testsubjekt war, das er zwar nicht foltern, aber ausfragen würde, weil er so komisch und anders war, als Shuren ihn geglaubt hatte. Was wollte er auch von einer Welt, die ihn selbst nicht erkennen wollte? "Rain ... Prinz ... Rain gut. Rain guter Prinz.", reimte er sich nickend zusammen, in der Hoffnung, dass er auch verstanden werden würde. Was auch sonst sollte er von jemandem wollen, der ihm so oder so nicht helfen konnte, auch dann nicht, wenn er sich selbst am Ende sah? Für eben jene griesgrämigen Gedanken hatte er keinen Kopf mehr, stattdessen wollte er lieber etwas mehr Schlaf und später vielleicht genug Tee, um jede Welle an anbahnenden Kopfschmerzen endlich loszuwerden - wenn er überhaupt in den Genuss eben jener kam.

      "Nein, zieh die Hose wieder aus. Du musst sie nicht tragen, wirklich.", erklärte er Rain mit einem Kopfschütteln - das Ding gehörte zwar ihm, aber zerreißen sollte er sie nun wirklich nicht. Abgesehen davon war es ihm auch herzlich egal ob er die Kleidung in seiner Nähe trug oder nicht; Nayantai würde sich ihn schon vorknöpfen, sollte ihm etwas nicht passen. Shuren lächelte Rain lediglich an. "Ja, Shuren müde.", erklärte er ihm, beinahe schon traurig darüber, dass es eindeutig der Wahrheit entsprach. Er war dennoch nicht nur müde, vielleicht fühlte er sich auch das kleinste Bisschen krank, einfach deswegen, weil er die letzten Tage damit zubrachte, nichts anderes zu tun, außer seinem Umfeld die Nerven zu rauben. Wovon profitierte er, wenn nicht davon? "Shuren ... schläft nicht gut. Shuren hört alles.", erklärte er Rain so gut und theatralisch wie er konnte, klopfte dann aber wieder auf das Bett, bevor er seine eigenen Schuhe einfach auszog und nach hinten, in ein Eck, rutschte, und sich dort hinlegte. Teilen störte ihn nicht, zumal es wohl angenehmer war, wenn jemand bei ihm war, der nicht komplett verrückt und von allen guten Geistern verlassen war. Das hier war nicht mehr als eine Hürde, die er so oder so nicht überwinden musste. "Rain kann bei Shuren schlafen.", erklärte er weitläufig und zog ein paar der vielen Decken zurück, damit Rain sich auch hereinlegen konnte. Dieses Bett war wirklich groß und fraß einiges an Platz in seinem Zimmer auf, aber er hatte das so gewollt - und was Shuren wollte, das bekam er auch.
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    • Rain sah Shuren an, als er versuchte ihn als einen guten Prinz zu verkaufen. Rain lächelte und zuckte lediglich mit den Schultern. Er war da nicht so sicher. Was hatte er je für sein Volk getan? Er konnte niemanden beschützen und nun war er hier, statt bei ihnen. Helfen konnte er auch keinem. Vorsichtig nahm er Shurens Hände in seine. "Ich wünschte du könntest mir helfen. Aber du hast schon genug getan...", lächelte er sanft. "Ich weiß nicht ob ich ein guter Prinz bin. Im Moment gibt es nicht, das ich für mein Volk tun kann..." Lernen konnte er, das war vielleicht alles. Hatte er nicht ein wenig zu viel Spaß hier? Durfte er sich Ruhe überhaupt erlauben, selbst wenn er es sich als Hilfe verkaufte? Vermutlich sollte er sich lieber auf den Weg machen? Aber wohin? Ohne es zu wollen drückte er Schurens Hände etwas fester, ließ aber schnell wieder gänzlich los als er es bemerkte. Er unterdrückte ein Seufzen und lächelte schnell wieder, als gäbe es gar kein Problem. Er war Shuren dankbar, das war alles, das der Mensch wissen musste.

      Rain sah stattdessen wieder auf die Hose. Da war ein Gefühl in Rains Magengrube, das er einfach nicht mochte, wann immer er an seine Beine dachte. Die Hose erinnerte ihn noch mehr daran. Er zupfte daran und zog sie langsam wieder aus, gleichzeitig zupfte er das zu große, blutige und teils tintenbefleckte Hemd wieder zurecht. Dann nahm er trotzdem die kleinere Hose, in der Hoffnung, sie würde weniger stören und es mache die Menschen an Bord glücklicher. Er zog sie schnell über und nickte, auch wenn er kein großer Fan davon war. Anschließend sah er wieder zu Shuren, er war also müde? Rain sollte ihn nicht wach halten. Er sah ihn entschuldigend an. Die nächste Erklärung verstand Rain nicht ganz. Ob Shuren krank war? Rain hatte ihn wohl aufgeweckt. "Das tut mir Leid...", erklärte er beschämt, während Shuren schon in sein Bett rutschte. Er war ein bisschen verwirrt, dass der Mensch ihm den Platz neben sich anbot und Rain sah ihn fragend an. "Störe ich dich nicht?", fragte er besorgt, aber dennoch zog er die verhassten Beine in das Bett. Ob er Shuren irgendwie helfen konnte besser zu schlafen? Sirenen waren bekannt dafür, dass sie Menschen in eine Form von Sicherheit wiegen konnten, aber Rain wusste nicht genau wie das alles funktionierte - es war verbotenes Wissen bei den Aquarianern. Abgesehen davon wäre es wohl falsch etwas in der Art zu versuchen.
    • Mehr als eine wohlig weiche Decke wollte er nicht - sein Liebling bestand aus Schafwolle, und sie hatten jene irgendwo aufgegabelt, als sie einmal auf einer eher ländlichen Insel unterwegs waren und ein paar Bauern einfach bei der Feldarbeit halfen, während sie einige ihrer Habseligkeiten gegen anderen Ramsch tauschten. Shuren war sich damals schon eindeutig sicher gewesen, dass er diese vermaledeite Decke haben wollte, und dementsprechend wurde er nicht enttäuscht, nun, da er sie wirklich in seinen Händen hielt. "Ich wünschte, ich könnte die verstehen.", fiepte er leicht betrübt, aber egal wie viele Worte sie austauschten, in ein paar Tagen hatte noch keiner eine Stadt errichtet, geschweige denn eine völlig fremde Sprache gelernt, die der eigenen nicht auch nur um ein Haar ähnelte. Peinlich war es allemal, dass er sich so sehr auf jemanden wie Rain verlassen musste, aber was sonst sollte er auch tun? Auf bessere Zeiten hoffen? Das wurde immer schöner. Sie machten schon allerhand enorme Fortschritte und zu Shurens Leidwesen war er wohl auch jemand, dem die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben war. Rain war sanft, mehr als es andere Personen waren, und wenn sich Nayantai auch nur ein einziges Mal dazu abmühen würde, dann wäre es auch gar nicht weiter schlimm, wenn er sich ihm annährte.

      Aufbrausend war der große, einigermaßen muskulöse Idiot schon immer gewesen, seitdem Shuren ihn kannte, und einen Haufen seiner Narben und Wunden hatte er geflickt, ob er wollte oder nicht. Alles war einigermaßen zusammengewachsen, auch, wenn die ersten seiner Versuche markantere Stellen an der gebräunten Haut hinterließen als so manch andere. "Muss es nicht.", nuschelte er kopfschüttelnd und im Glauben, verstanden zu haben, was diese vielen Worte bedeuteten. Wieso sollte es Rain leidtun? Das musste es nicht, und erwacht wäre er früher oder später sowieso. Eine Kuschelpartie wollte er mit Rain sowieso nicht einlegen, aber es war immer schöner, sich das Bett mit jemandem zu teilen, wenn das eigene Herz nach etwas verlangte, dass man anderweitig unbeantwortet ließ. In diesem Fall war es genau so, und es würde kaum je anders werden. "Du ... was? Ich weiß leider nicht, was du willst, aber ... alles gut. Komm her.", lachte er und rutschte noch ein kleines Stück zur Seite. Insofern Rain einen einigermaßen ruhigen Schlaf hatte, störte es Shuren nicht, sein Hab und Gut mit einer ruhigen Seele wie ihm zu teilen - selbst dann nicht, wenn er lieber alleine sein würde und die Stille, die ihm obgleich einer einzelnen, knisternden Kerze, in sich aufnehmen. Ungefragt bot er Rain mehrere Decken an, manche davon dick und schwer, andere dünn und leicht, aber alle von ihnen waren durchaus weich, gleich wie viele seiner Polster. "Bedien' dich.", bot er Rain lächelnd an.
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    • Sie tauschten Worte aus die keiner von Ihnen verstand und selbst für Rains Ohren klangen seine eigenen Worte fremd. Ob es nun daran lag, dass sein Körper sich hier draußen verändert hatte, oder daran, dass Luft das vorherrschende Medium hier war und nicht Wasser, konnte er nicht sagen. Selbst seine Stimme klang nicht wie die seine und vielleicht war das der Grund, warum er selbst jetzt nicht so viel redete. Er lernte lieber die Sprache der Menschen, als das Shuren seine Sprache lernte, die hier draußen so falsch klang. Es war niemandes Schuld, Rain fühlte sich nur nicht sonderlich gut dabei all die Worte auszusprechen. Es zeigte ihm nur noch mehr auf, dass er nicht mehr zu Hause war. Nichts glich seiner Heimat, außer vielleicht die Lichter in Shurens Zimmer. Zu atmen war anders, sich fortzubewegen war anders und selbst irgendwo zu stehen, zu sitzen, oder zu liegen war nicht zu vergleichen mit dem, was er gewohnt war. Es war schwer für ihn, auch wenn er es sich nicht so sehr anmerken ließ. Im Wasser hätte er zumindest die Augen schließen und sich vorstellen können, dass er immer noch zu Hause war. Hier draußen wurde er ständig und durch alles daran erinnert.

      Shuren schien wirklich zu wollen, dass Rain heute bei ihm blieb. Vielleicht war der Mensch selbst einsam, trotz all seiner Freunde, oder er hatte Mitleid mit Rain, der sich hier draußen kaum zurecht fand und der seine Heimat vermutlich nie wieder betreten konnte. Vorsichtig legte Rain sich auf das Bett - Shuren hätte ihm wirklich nciht so viel Platz machen müssen - und bettete seinen Kopf auf die weichen Polster. Selbst das Laken unter ihnen fühlte sich fremd an. Trocken - alles war trocken und in gewisser Weise kratzig. Es tat Rain nicht weh, aber er wusste nicht, wie er es anders beschreiben sollte. Trotzdem war Shurens Bett weich und so waren es auch die Decken die ihm dargeboten wurden. Rain tastete jede der Decken ein wenig ab und zupfte dann an einer dünnen, seidenen, die er über seinen Körper zog. Der Stoff war angenehm weich. Auch die dickeren hatten ihren Reiz. Der konstante Druck, den die Schwere auslöste, war in gewisser Weise beruhigend und doch war es nicht als läge ein Stein auf Rain. Einigermaßen zufrieden mit seiner Auswahl rollte Rain sich ein wenig zusammen. Er sah Shuren an, wie er selbst da lag und wollte nur sicher gehen, dass der Mensch auch wirklich schlafen wollte und seine Augen geschlossen hielt, bevor er selbst dasselbe tat.
    • Einschlafen war nicht das Problem, gleich wenig wie es die Anwesenheit eines wildfremden in seinem Bett war, den er ohnehin dort haben wollte - es war die Tatsache, dass er nichts träumte und in jeder Sekunde, die er sich im schwarzen Nichts befand, paranoider wurde, und glaubte, Leute zu hören, die gar nicht dort waren; Geister aus vergangenen Tagen, die ihn heimsuchten und nach seiner vollsten Aufmerksamkeit verlangten, ehe sie ihm den Schädel abtrennten, oder aber einfach nur Muhans Schnarchen, nur, um zu realisieren, dass da nun wirklich nichts war. Rain war derjenige, der ihn etwas in seiner Ruhe bestärkte und ihm weiß machte, dass er sich keine Sorgen machen musste, dass es vollkommen in Ordnung war, noch dreimal aufzuwachen und sich wieder in die eigene Decke einzuwickeln, damit er einen einigermaßen ruhigen Schlaf sein eigen nennen konnte. Still wurde es, früher oder später, allemal und doch wollte er kein Vertrauen in ein übergroßes Plüschtier fassen, dass er früher oder später auf seinem Seziertisch wissen würde, wenn Nayantai es nicht für das richtige Geld an den Mann brachte. Wer sinnierte jetzt auch schon darüber? Shuren wollte nicht daran denken, er wollte schlafen und sich in seine Decke einkuscheln - etwas, das er bitter nötig hatte.

      Dumpfes Klopfen war am Morgen an seiner Tür zu hören, beinahe schon schwer, wenn er eigentlich darum nachdachte, doch bevor er wirklich wach war, setzte er sich schon auf und ließ sich kurz darauf wieder in das Bett zurückfallen. Er greinte unzufrieden. "Was willst du?", keifte er an die Tür, ungeachtet dessen, dass Rain neben ihm vielleicht noch sch- ach, verdammt, da war ja was. "Hast du den Fisch gesehen?", fragte die Stimme an der Tür, die definitiv wie Muhans klang, was wiederum bedeutete, dass er wieder das Schoßhündchen der Anderen spielte und durch die Gegend pirschte, um die verschollene Schatzkarte zu finden, die sich hier eingenistet hatte. Ohne Vorwarnung öffnete sich die Tür einen Spalt - Shuren erkannte es am quietschen - und ein neugieriges Augenpaar lugte herein. Finster funkelte Shuren zurück. "Sag doch gleich, dass du ihn flachlegen wolltest!" Sein Lachen dröhnte unangenehm in Shurens Ohren und er griff nach einem Kissen, um es gegen die Tür zu werfen - absolut nichts hatte sich geändert, mit dem feinen Unterschied, dass ein gewisser Jemand sich wieder eine eigene Situation in seinem Erbsenhirn zusammenmischte. "Wollte ich nicht und halt die Klappe. Hast du nur ihn gesucht?" "Ja, Khasar hat außerdem gekocht. Wollt ihr aufstehen? Sonst verschlaft ihr mit Tei noch den ganzen Tag.", räusperte der Brünette sich, bevor er eine Kehrtwende einschlug - und die Tür offen ließ. Shuren setzte sich auf und seufzte, bevor er sich die Müdigkeit aus dem Gesicht rieb und die Decken zurückschlug. "Rain?"
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    • Rain konnte seinerseits nicht wirklich schlafen. Er konnte nicht aufhören an seine Familie zu denken und an das, was ihnen womöglich in diesem moment zustieß. Er wollte es sich gar nicht vorstellen - konnte es vielleicht auch gar nicht, denn die Aquarianer waren immer schon friedfertig gewesen. Sie hatten ein Gefängnis, aber kaum war es je befüllt gewesen und wurde jemand bestraft, dann niemals mit Gewalt oder gar dem Tod. Kinder rauften, oder schürften sich die Flossen beim Spielen auf, aber das war auch schon alles an Gewalt, die Rains Generation kannte. Trotz all dieser Gedanken wollte Rain Shuren nicht stören. Er wartete, bis der Mensch schlief und selbst dann blieb er wach liegen und bewegte sich kein Stück. Er merkte wie unruhig Shuren war, wie oft er selbst wieder aufwachte und dass er sich herum wälzte, aber Rain sagte nichts. Was hätte er auch sagen sollen? Helfen konnte er ihm auch nicht wirklich, auch wenn er daran dachte seine Hand zu greifen. Er ließ es bleiben. Shuren schien seine eigenen Probleme zu haben und es war falsch von Rain gewesen anzunehmen, dass diese Menschen ein unbeschwertes Leben führten. Jeder von ihnen hatte vielleicht ebenso ein Päckchen zu tragen wie Rain.

      Die Sonne, die durch das kleine fenster schien, ließ die Kristalle noch mehr glitzern. Rain sah dem Lichtspiel ein wenig zu, bis er schwere Schritte hörte und spürte, die in ihre Richtung kamen. Es war schwer für ihn die neuen Schwingungen zu deuten, aber glücklicherweise fiel es ihm relativ einfach sich nicht zu sehr auf all die Eindrücke zu konzentrieren. Das Meer war immer in Bewegung, man musste nur wissen, wann man hellhörig werden musste und wann nicht. Es klopfte, aber da es nicht Rains Zimmer war und Shuren bereits antwortete, verhielt Rain sich still. Dem Gespräch konnte er nicht folgen, aber Shuren schien nicht gerade glücklich zu sein. Er schien relativ häufig mit seinen Kameraden zu schimpfen. Der Mann verschwand und Shuren richtete sich nun an den Blonden, der sich langsam aufrichtete. "Shuren... gut...?", fragte er vorsichtig und besorgt, während er sich auch schon ein wenig aus dem Bett bewegte, um das Kissen aufzuheben, das der Mensch an die Tür geworfen hatte. Er legte es vorsichtig zurück ins Bett und blieb auf der Bettkante sitzen. "Shuren müde?"