Vincent lachte kurz auf, als Thomas ihn so an sich riss. Doch dann lehnte er sich in den Kuss hinein und das war nicht nur wegen seiner kleinen Show für seinen alten Meister. Er behielt die Hände an Thomas Brust und ließ sich einen langen Augenblick von dem Mann mitreißen. Dem Mann, dem er wirklich gehören wollte.
Doch alles Gute musste einmal ein Ende haben und so drückte er Thomas dann doch von sich und tätschelte ihm die Wange.
"Nicht zu gierig, mein Guter. Den Rest kriegst du später. Setz dich."
Er deutete auf einen der Sessel, bevor er selbst zurück zu Vlad ging und sich neben ihn auf das Sofa fallen ließ. Er spürte das Brennen von Vlads Blick auf sich, wusste, dass er sich am liebsten über Vincent lehnen und seine Lippen auf ähnliche Weise erobern wollte. Er lehnte sich sogar ein bisschen zu Vincent, doch der hob nur den Blick und stoppte seinen alten Meister. Vlad wollte seine Grenzen beachten? Dann würde Vincent das auch ausnutzen.
"War ich damals auch so anspruchsvoll? Ich weiß, ich war anhänglich, aber ich muss mich alle drei Tage um Thomas kümmern. Mindestens. Ist das mit allen so?"
Vlad lachte - auf Vincents Rücken breitete sich eine Gänsehaut aus - und die Hand des alten Vampirs landete gleich wieder auf seinem Knie.
"Ja. Der menschliche Blutkreislauf ist Segen und Fluch zugleich. Sie erholen sich schnell von einem Biss, aber mit der gleichen Geschwindigkeit fangen sie auch an, unserem Einfluss zu widerstehen. Deswegen sucht man sich ja auch jemanden interessanten. Sonst langweilt man sich nach einem Monat schon zu Tode."
Vincent lächelte und legte seine Hand auf die von Vlad.
"Dann muss ich ja äußerst interessant gewesen sein," meinte er.
"Der Interessanteste von allen," gab Vlad zu. "Ich habe niemanden solange behalten, wie dich."
Wieder lehnte er sich vor, um Vincent näher zu sein und Vincent ließ es zu. Doch dann wich er aus und legte seinen Kopf auf Vlads Schulter, konzentrierte sich auf dessen Hand auf seinem Knie und begann, scheinbar sinnlose Muster auf Vlads Handrücken zu zeichnen.
"Nicht einmal Verona, Marishka oder Aleera?" fragte er.
Vlad lehnte seinen Kopf gegen Vincents.
"Nein. Nach sechs Monaten wollte ich sie loswerden. Ich habe ihnen das Genick gebrochen, bevor ich mich daran erinnert habe, dass sie in der Nacht zuvor mein Blut zu sich genommen haben. Also habe ich sie oben auf einen meiner Türme in Kisten gesperrt und abgewartet. Ich hatte gehofft, sie würden alle in der Sonne verhungern oder sich gegenseitig fressen, aber sie waren clever genug, um nach zwei Tagen aus den Käfigen zu entkommen. Und da ich nicht einfach drei Jungvampire durch die Walachei rennen lassen konnte, habe ich sie jagen lassen und dann nach Hause gebracht. Sie waren nicht viel interessanter als vorher, aber sie sind mir wie Schoßhündchen hinterhergerannt, also habe ich sie behalten."
Vlad zuckte mit der freien Schulter. Der alte Vampir hatte Vincent nie erzählt, wie er die drei Frauen gefunden und erschaffen hatte. Normalerweise hielt er mit diesen Geschichten immer hinter dem Berg.
"Du bist der erste in siebenhundert Jahren, den ich mit Absicht verwandelt habe. Und jedes Mal, wenn ich dich sehe, beweist du mir, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, Steaua mea."
Vincent hob den Kopf und Vlad nutzte die Gelegenheit sofort. Er schloss die Hände sanft um Vincents Gesicht, sah ihm tief in die Augen.
"Die meisten geben sich ihren mörderischen Instinkten hin, werfen Leben weg wie kaputte Schuhe, aber nicht du. Du findest immer neue Wege, das Leben zu lieben, die Schönheit in allem zu sehen. Und du lässt andere daran teilhaben, Steaua mea. Du zeigst mir, wie schön diese Welt auch nach all den Jahrhunderten, die ich schon am Leben bin, noch ist. Zeige es mir noch einmal. Bitte."
Als sich Vlad dieses Mal vorlehnte, ging Vincent ihm nicht aus dem Weg. Er ließ den Kuss zu, wohlwissend, dass Thomas zusah. Vincent wusste nicht, was er fühlen sollte. Einerseits sehnte sich alles in ihm nach diesem Kuss, diesem Mann, der ihn da küsste. Andererseits klammerte er sich mit der gleichen Kraft an Thomas und dessen Liebe, die Liebe, die er für Thomas empfand. Er wollte schreien, weil sich der Kuss so gut anfühlte. Er wollte schreien, weil es der furchtbarste Kuss in seinem langen Leben war.
Dankenderweise hielt der Kuss nicht lange an und Vlad ließ ihn gehen, als er den Kopf hob und lächelte. Vincent tätschelte Vlads Wange ähnlich wie er es eben noch bei Thomas getan hatte.
"Langsam, mein Großer," meinte er. Du wolltest das hier auf meine Weise machen, also hast du noch ein bisschen mehr Umgarnen zu tun. Ich bin Romantiker, schon vergessen."
Vlad lachte leise.
"Immer noch so anspruchsvoll," raunte der alte Vampir.
"Jetzt tu nicht so, als ob du es nicht genießt," gab Vincent frech zurück.
Er stand auf und reichte Thomas die Hand, der sofort aufstand und sich von Vincent an sich ziehen ließ.
"Zumal du dieses Mal auch noch Konkurrenz hast, das darfst du nicht vergessen."
Vlads Augen verengten sich, Vincent konnte ein kaum hörbares Knurren vernehmen.
"Du kannst hier bleiben, wenn du möchtest. Nora wird dir schon ein Zimmer fertig gemacht haben. Aber Finger weg von meiner Belegschaft. Und, als Herr des Hauses, bestimme ich auch, dass du die Finger von Darcy und Thomas lässt. Und von mir, bis ich es dir gestatte."
Vlad verengte die Augen noch weiter, lächelte aber. Er hatte den Köder geschluckt, die Herausforderung angenommen. Und weil ihm offensichtlich langweilig war, würde er sich auch an die Regeln halten, nur um zu beweisen, dass er es trotzdem schaffte, Vincent zu verführen.
"Wenn du mich jetzt entschuldigst: ich muss mich um meinen anspruchsvollen Jäger kümmern, sonst rennt der mir noch weg und all meine Arbeit - und deine mit Darcy - ist für die Katz."
Er warf Vlad einen frechen Luftkuss zu und verschwand dann mit Thomas, den er mit sich zog als gebe er den Ton hier an. Er nahm Thomas mit hoch in sein eigenes Schlafzimmer, wo er sich von innen gegen die geschlossene Tür lehnte, bevor er sich mit einer Hand durch die Haare fuhr.
Doch alles Gute musste einmal ein Ende haben und so drückte er Thomas dann doch von sich und tätschelte ihm die Wange.
"Nicht zu gierig, mein Guter. Den Rest kriegst du später. Setz dich."
Er deutete auf einen der Sessel, bevor er selbst zurück zu Vlad ging und sich neben ihn auf das Sofa fallen ließ. Er spürte das Brennen von Vlads Blick auf sich, wusste, dass er sich am liebsten über Vincent lehnen und seine Lippen auf ähnliche Weise erobern wollte. Er lehnte sich sogar ein bisschen zu Vincent, doch der hob nur den Blick und stoppte seinen alten Meister. Vlad wollte seine Grenzen beachten? Dann würde Vincent das auch ausnutzen.
"War ich damals auch so anspruchsvoll? Ich weiß, ich war anhänglich, aber ich muss mich alle drei Tage um Thomas kümmern. Mindestens. Ist das mit allen so?"
Vlad lachte - auf Vincents Rücken breitete sich eine Gänsehaut aus - und die Hand des alten Vampirs landete gleich wieder auf seinem Knie.
"Ja. Der menschliche Blutkreislauf ist Segen und Fluch zugleich. Sie erholen sich schnell von einem Biss, aber mit der gleichen Geschwindigkeit fangen sie auch an, unserem Einfluss zu widerstehen. Deswegen sucht man sich ja auch jemanden interessanten. Sonst langweilt man sich nach einem Monat schon zu Tode."
Vincent lächelte und legte seine Hand auf die von Vlad.
"Dann muss ich ja äußerst interessant gewesen sein," meinte er.
"Der Interessanteste von allen," gab Vlad zu. "Ich habe niemanden solange behalten, wie dich."
Wieder lehnte er sich vor, um Vincent näher zu sein und Vincent ließ es zu. Doch dann wich er aus und legte seinen Kopf auf Vlads Schulter, konzentrierte sich auf dessen Hand auf seinem Knie und begann, scheinbar sinnlose Muster auf Vlads Handrücken zu zeichnen.
"Nicht einmal Verona, Marishka oder Aleera?" fragte er.
Vlad lehnte seinen Kopf gegen Vincents.
"Nein. Nach sechs Monaten wollte ich sie loswerden. Ich habe ihnen das Genick gebrochen, bevor ich mich daran erinnert habe, dass sie in der Nacht zuvor mein Blut zu sich genommen haben. Also habe ich sie oben auf einen meiner Türme in Kisten gesperrt und abgewartet. Ich hatte gehofft, sie würden alle in der Sonne verhungern oder sich gegenseitig fressen, aber sie waren clever genug, um nach zwei Tagen aus den Käfigen zu entkommen. Und da ich nicht einfach drei Jungvampire durch die Walachei rennen lassen konnte, habe ich sie jagen lassen und dann nach Hause gebracht. Sie waren nicht viel interessanter als vorher, aber sie sind mir wie Schoßhündchen hinterhergerannt, also habe ich sie behalten."
Vlad zuckte mit der freien Schulter. Der alte Vampir hatte Vincent nie erzählt, wie er die drei Frauen gefunden und erschaffen hatte. Normalerweise hielt er mit diesen Geschichten immer hinter dem Berg.
"Du bist der erste in siebenhundert Jahren, den ich mit Absicht verwandelt habe. Und jedes Mal, wenn ich dich sehe, beweist du mir, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, Steaua mea."
Vincent hob den Kopf und Vlad nutzte die Gelegenheit sofort. Er schloss die Hände sanft um Vincents Gesicht, sah ihm tief in die Augen.
"Die meisten geben sich ihren mörderischen Instinkten hin, werfen Leben weg wie kaputte Schuhe, aber nicht du. Du findest immer neue Wege, das Leben zu lieben, die Schönheit in allem zu sehen. Und du lässt andere daran teilhaben, Steaua mea. Du zeigst mir, wie schön diese Welt auch nach all den Jahrhunderten, die ich schon am Leben bin, noch ist. Zeige es mir noch einmal. Bitte."
Als sich Vlad dieses Mal vorlehnte, ging Vincent ihm nicht aus dem Weg. Er ließ den Kuss zu, wohlwissend, dass Thomas zusah. Vincent wusste nicht, was er fühlen sollte. Einerseits sehnte sich alles in ihm nach diesem Kuss, diesem Mann, der ihn da küsste. Andererseits klammerte er sich mit der gleichen Kraft an Thomas und dessen Liebe, die Liebe, die er für Thomas empfand. Er wollte schreien, weil sich der Kuss so gut anfühlte. Er wollte schreien, weil es der furchtbarste Kuss in seinem langen Leben war.
Dankenderweise hielt der Kuss nicht lange an und Vlad ließ ihn gehen, als er den Kopf hob und lächelte. Vincent tätschelte Vlads Wange ähnlich wie er es eben noch bei Thomas getan hatte.
"Langsam, mein Großer," meinte er. Du wolltest das hier auf meine Weise machen, also hast du noch ein bisschen mehr Umgarnen zu tun. Ich bin Romantiker, schon vergessen."
Vlad lachte leise.
"Immer noch so anspruchsvoll," raunte der alte Vampir.
"Jetzt tu nicht so, als ob du es nicht genießt," gab Vincent frech zurück.
Er stand auf und reichte Thomas die Hand, der sofort aufstand und sich von Vincent an sich ziehen ließ.
"Zumal du dieses Mal auch noch Konkurrenz hast, das darfst du nicht vergessen."
Vlads Augen verengten sich, Vincent konnte ein kaum hörbares Knurren vernehmen.
"Du kannst hier bleiben, wenn du möchtest. Nora wird dir schon ein Zimmer fertig gemacht haben. Aber Finger weg von meiner Belegschaft. Und, als Herr des Hauses, bestimme ich auch, dass du die Finger von Darcy und Thomas lässt. Und von mir, bis ich es dir gestatte."
Vlad verengte die Augen noch weiter, lächelte aber. Er hatte den Köder geschluckt, die Herausforderung angenommen. Und weil ihm offensichtlich langweilig war, würde er sich auch an die Regeln halten, nur um zu beweisen, dass er es trotzdem schaffte, Vincent zu verführen.
"Wenn du mich jetzt entschuldigst: ich muss mich um meinen anspruchsvollen Jäger kümmern, sonst rennt der mir noch weg und all meine Arbeit - und deine mit Darcy - ist für die Katz."
Er warf Vlad einen frechen Luftkuss zu und verschwand dann mit Thomas, den er mit sich zog als gebe er den Ton hier an. Er nahm Thomas mit hoch in sein eigenes Schlafzimmer, wo er sich von innen gegen die geschlossene Tür lehnte, bevor er sich mit einer Hand durch die Haare fuhr.

