[2er RPG] In his Thrall [Codren feat. Pumi]

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    • Vincent starrte das falsche Pärchen offen an.
      "Also erst einmal: Es geht nicht darum, ob ein Klavier funktioniert oder nicht. Es geht darum, wie es klingt. Würde ich mich jetzt and Thomas' Flügel setzen, würde ich unser aller Ohren nur verletzen. Und zum Zweiten: Ich werde mir die Finger blutig spielen, nur um euch beiden - bitte sagen Sie mir nicht, Stephen, dass Sie Klaviere auf langweilig finden, ich brauche hier einen Freund - zu beweisen, dass Klaviere alles andere als trivial sind. Vorher kann ich nun wirklich nicht nach Harker Heights zurückkehren."
      Er nahm einen Schluck von seinem Wein, während Stephen seinen neusten Plan präsentierte. Clever, eigentlich. Er würde wohl keine Ruhe geben, bevor er Vincent nicht im Sonnenlicht gesehen hatte. Er hatte gehofft, dass Thomas ihm Bericht darüber erstattet hatte, das bereits gesehen zu haben, aber sein kleiner Stunt im Frühstückszimmer hatte wohl nicht ausgereicht. So langsam wurde ihm dieser Stephen richtig unsympathisch. Nicht, weil er sich hier aufführte, als gehöre ihm alles - daran war Vincent gewöhnt. Viel mehr strahlte dieser Mann etwas aus, was Vincent nicht gefiel: Hunger. Dieser Mann jagte nicht, um Menschen zu beschützen. Dieser Mann jagte ob der Gewalt willen. Er wollte töten. Etwas, was Vincent nur zu gut nachempfinden konnte, aber zu meiden gelernt hatte.
      "Diese Fenster habe ich tatsächlich schon bewundern dürfen, allerdings war ich von Thomas' nicht kleiner Sammlung and Büchern abgelenkt. Und einem vernachlässigten Klavier."
      Er warf Thomas einen freundlichen, aber wissenden Blick zu. Diese Gegenstände waren nicht das Einzige an diesem Abend gewesen, das ihn von den großen Fenstern des Anwesens abgelenkt hatte.
      "Samstag klingt wundervoll. So wundervoll tatsächlich, dass ich da schon vergeben bin. Ein Freund vom College gewährt mir Einlass in die alten Sammlungen - eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen kann. Dort befinden sich einige sehr interessante Stücke, auf dich ich schon immer mal ein Auge werfen wollte. Mit etwas Glück schaffe ich es, mich für ein Abendessen von den Texten loszureißen. Anderenfalls... wie wäre es Sonntag? Zum Tee? Ich bin sicher, die Abendsonne zeichnet einige interessante Bilder durch die hohen Fenster."
      Und es wäre leichter, sie zu vermeiden, selbst in einem Haus wie dem der Van Helsings. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich Vincent im Sonnenlicht präsentierte. Er hatte das schon ein paarmal gemacht, mit unterschiedlichen Erfolgen. Aber hier würde er sich Mühe geben müssen. Er wusste schon, wie er diesen Test über sich ergehen lassen wollte. Allerdings war er sich nicht mehr sicher, ob das Stepen überzeugen würde. Der Mann schien erpicht darauf, jede Ausrede zu nutzen, die sich ihm bot, um Vincent umzubringen. Sollte er es ruhig versuchen. Er war nicht der Erste und würde auch nicht der Letzte sein.


    • Darcy schien gedanklich einen Sieg zu feiern, so wie ihr Lächeln sich ausbreitete und ihr Gesicht vereinnahmte. Eigentlich war das sogar recht angenehm anzusehen, denn Thomas war ebenso sehr nach Lächeln zumute, nur hatte er seine Gesichtsmuskeln deutlich besser unter Kontrolle. Sie waren beide gleichermaßen von Vincents Charme verzaubert - eigentlich waren das alle am Tisch.
      Zumindest alle bis auf Stephen.
      Die Gesichtsmuskeln des Mannes schienen es verlernt zu haben eine aufrichtige Heiterkeit darzustellen, oder zumindest eine, die ein anderer hätte hervorbringen können. Stattdessen schienen sie wie dazu verdammt Neutralität auszudrücken, womit er Vincent auch einen kurzen Seitenblick zuwarf, während er einen Zug von seiner Zigarre nahm.
      "Ich bin eher ein Typ für Blasinstrumente. Trompeten und so ein Zeug."
      Soviel zu Vincents Versuch, dem Mann etwas Freundschaftlichkeit entgegen zu bringen.
      Zur Enttäuschung der anderen beiden, lehnte Vincent das hervorgebrachte Angebot ab, brachte allerdings einen ähnlich guten Gegenvorschlag. Darcy, die offensichtlich Angst hatte, der Mann würde bei der nächsten Absage sich doch dazu entschließen, zurück nach Harker Heights zu gehen, nickte schnell und kräftig.
      "Tee klingt doch gut, oder nicht? Stephen, Thomas? Tee ist gut."
      "Sicher. Drei Uhr? Besser noch um zwei", brummte der Direktor in seine Zigarre.
      "Wann es Vincent beliebt! Sie können ganz ungezwungen bei uns auftauchen - oh, Thomas, wir könnten doch Sonntag brunchen! Und abends ins Theater? Samstag müssen wir die Reeves besuchen gehen, wenn Vincent schon nicht kommt, Thomas. Ich habe ihnen versprochen, das nächste Mal vorbeizuschauen, wenn ich wieder in der Stadt bin. Aber Sonntag, nach dem Brunch, können wir Tee trinken!"
      Thomas, der noch von Vincents unschuldigem Blick die Hitze hinabzukämpfen versuchte, kühlte bei dem Gedanken daran, dass Darcy ja wieder seine Wochenenden in Anspruch nehmen würden, schlagartig ab.
      Er nickte trotzdem. Das war der Preis, den er zu zahlen hatte.
      "Sicher. Machen wir."
      "Ganz wundervoll! Und Sie kommen am Sonntag zum Tee, Vincent. Vergessen Sie es bloß nicht!"
      "Und bringen Sie Ihre Klavierhände mit, wenn Sie schonmal da sind", murrte Stephen, der wohl noch nicht ganz zu verkraftet haben schien, dass sein Plan so gänzlich von Darcy außer Kraft gesetzt worden war. Er warf ihr dafür einen ärgerlichen Blick zu und fing sich den exakt selben Blick von Thomas ein, der sich mittlerweile vornahm, mit seinem Freund noch ein Wort zu reden. Wenn sie alleine waren, selbstverständlich.

      Als das Essen kam, versuchte Stephen weiterhin mit einer erstaunlichen Unermüdlichkeit, Vincent entweder Silbergegenstände anzudrehen oder ihn in Gespräche zu verwickeln, die den eindeutigen Sinn hatten, ihn unvorsichtig werden zu lassen und sich damit selbst zu verraten. Er fragte - so wie schon Thomas - nach seiner Religion, seiner Familie, besonders seinen Eltern, seiner Heimat, seinen Interessen, wie er zu Harker Heights und dessen Reichtum gekommen war, ob er jemals eine größere Schiffsreise unternommen habe. Wenn es eine Gemeinsamkeit gab, die alle Vampire inne hatten, dann war es Inkonsequenz. Mit ein paar Jahrzehnten zu viel, in denen man die Welt mit anderen Augen kennenlernen und erkunden durfte, entfielen einem gerne Sachen, die dann trivial wurden. Wozu sich den Namen der Eltern merken, wenn man schon die Enkel sterben gesehen hatte? Wieso eine Heimat in Ehren halten, die schon voriges Jahrhundert dem Erdboden gleichgemacht wurde? Die meisten Vampire waren außerdem verdreht religiös: Entweder sie waren überzeugte Atheisten, oder aber der Ansicht, sie selbst seien Götter. Nur die wenigsten begriffen noch rechtzeitig, dass keine der beiden Ansichtsweisen sehr zeitgenössisch war.
      Vincent beantwortete aber die Fragen, die er zu beantworten gewillt war, ohne eine Denkpause, ohne einen Namen zu korrigieren, ohne die Antwort hinauszuzögern, ohne zu stottern und sich die Nase zu kratzen, nach den Haaren zu greifen oder seinen Anzug zu glätten. Letzteres war besonders auch Thomas' Angewohnheit, der sich selbst immer wieder dabei ertappte, wie er seinen Unwohl subtil ausdrückte, aber auch das tat Vincent nicht. Vincent war einfach nur Vincent, selbst Stephen musste das früher oder später einsehen.
      Aber wenn er es tat, dann ließ er es sich nicht anmerken. Seine Miene war noch immer so starr wie schon das ganze Essen lang, mit gelegentlichen Blicken in die Runde. Er war wohl nicht sehr gut gelaunt. Er würde es wahrscheinlich auch nicht werden, solange er keine Jagd eröffnen konnte.
    • Vincent ließ den Abend mit Würde über sich ergehen. Dieser Stepehen erhielt die gleichen Antworten wie auch schon alle anderen vor ihm: Er war nicht religiös aber durchaus interessiert an Spiritualität und hin und wieder auch am Okkulten; er war in England geboren worden, aber größtenteils ins Frankreich aufgewachsen - im Haushalt eines langweiligen Politikers, dem sein Sohn nie wirklich genug war, dafür hatte Vincent eine enge Verbindung mit seiner Mutter gehabt; er sah sowohl Frankreich als auch England als seine Heimat an; wenn er nichts Besseres zu tun hatte, genoss er ein gutes Buch oder Musik, manchmal brachte er sich selbst auch einfach eine Sprache bei, das Theater war eine nette Abwechslung, aber nicht Vincents erste Wahl in Sachen Freizeitgestaltung. Er wiederholte seine Geschichte, wie er zu Harker Heights kam mit der ein oder anderen kleinen Stichelei, da Stephen diese Geschichte erst vor einer halben Stunde gehört hatte, und beantwortete die Frage nach Schiffreisen damit, dass er ja wohl irgendwie vom Festland nach England hatte finden müssen und dass er schon das ein oder andere Mal in Irland gewesen war. Vincent musste sich tatsächlich das Grinsen verkneifen ob dieser Frage. Als ob Wasser ihn aufhalten würde. Die Macht des Aberglaubens.
      Während er das Verhör durch Stephen über sich ergehen ließ, gab sich Vincent Mühe, auch Kommentare über das gute Essen fallen zu lassen und die Themen in bisschen interessanter für alle Beteiligten zu gestalten. So gab er beispielsweise ein paar Anekdoten über die französische Landschaft zum Besten, darüber, dass er zwar nicht Seekrank wurde, aber ihm sein Gleichgewicht auf See verloren ging, weswegen er durch die Gegend torkelte wie ein Betrunkener und furchtbar tollpatschig wurde, sobald es Seegang gab. Als er über seinen Vater berichtete, legte er einen Teil des Schmerzes, den er bereits Thomas offenbart hatte, in seine Erzählung und beeilte sich, das Thema auf seine Mutter zu bringen. Hin und wieder warf er den Ball auch gezielt zurück: Was machte Stephen so in seiner Freizeit? Wenn er Blasinstrumente mochte, spielte er dann auch welche? Wie gefiel ihm seine Heimat? Oder sehnte er sich nach dem Zuhause seiner Kindheit? Wie stand es mit seinen und Darcys Eltern? Gab es eine Frau in seinem Leben abgesehen von seiner Schwester? Unverfänglicher Smalltalk, um jemand anderen kennenzulernen, säße Vincent hier nicht einem mordlustigen Jäger als dessen vermeintliche Beute gegenüber.
      Vincent war, trotz all der Worte, die er notgedrungen verlor, als erstes mit dem Essen fertig und lehnte sich zurück, wie es ein wohlgesättigter Mann eben tat, und überschlug die Beine. Er winkte einen Kellner heran und bestellte eine Runde Drinks, die ein bisschen mehr Umdrehungen hatten als eine gute Flasche Wein. Außerdem ließ er dem Koch seine Komplimente ausrichten.
      "Wer auch immer von euch dieses Restaurant ausgesucht hat, dem gebühren ebenfalls Komplimente," meinte er an die beiden anderen Männer gerichtet. "Ausgezeichnete Wahl, meiner Meinung nach."


    • Stephen hatte verloren. Er musste seine Niederlage schließlich einsehen, etwas anderes blieb ihm gar nicht übrig bei der Unmöglichkeit an Beweisen, die existieren konnten. Thomas verspürte eine gewisse teuflische Befriedigung dabei. Beim nächsten Mal würde er nicht so einfach zulassen, dass das Urteil eines van Helsings in Frage gestellt wurde.
      Besonders gegen Ende hin wurden die Antworten des Jägers karg und dürftig und galten nur noch dem Zweck, einem Mindestmaß an Höflichkeit entgegen zu kommen. Er berichtete davon, dass die Arbeit gleichzeitig seine Freizeit war, dass er kein Instrument spiele, dass er London mehr anstrebte als Manchester, dass er jetzt, nachdem er so viele Jahre schon weg war, Cambridge als das kleine Kaff wahrnahm, dass es immer gewesen sei. Von seinen Eltern lebte nur noch die Mutter und es gab keine andere Frau in seinem Leben. Gründe für seine ganzen Antworten nannte er kaum welche und nachdem damit die Last, das Gespräch noch weiter gezwungen aufrecht zu erhalten, zu groß wurde, legte Vincent sie vollends ab. Stephen schien das nichts auszumachen und Thomas versuchte, Vincent ein Lächeln zu schenken, das nicht allzu verfänglich war.
      "Ich habe es ausgesucht. Es erschien mir als gute Abwechslung zur Goldenen Krone, womit ich wohl richtig lag."
      Er lächelte noch immer, aber nicht ganz so beschwingt, als er sich an den anderen Mann wandte.
      "Stephen?"
      Er legte sein Besteck beiseite und griff sich die Serviette, um sich einen unsichtbaren Fleck vom Mund zu putzen.
      "Auf ein Wort, wärst du wohl so nett?"
      "Sicher."
      Sie standen gleichzeitig auf und während Thomas seinen Stuhl zurecht rückte, fischte Stephen bereits wieder nach einer Zigarre.
      "Ihr entschuldigt uns, wir sind gleich wieder da."
      Die beiden Männer zogen ab, während Darcy sich die Lippen leckte und zu Vincent aufblickte. Ihr Lächeln war durch das Essen in den letzten Minuten ein wenig von ihrem Gesicht gewichen, aber jetzt war es so strahlend wie vorhin wieder da.
      "Sie müssen meinen Bruder entschuldigen, Vincent, er ist wohl nicht besonders elegant darin, eine Unterhaltung zu führen. Eigentlich ist er gar nicht elegant, eher mehr wie ein Klotz, dabei ist Eleganz in unserer Familie eigentlich weit verbreitet."
      Sie legte auch ihr Besteck ab, stützte ihr Kinn sachte auf ihren verschränkten Fingern auf und klimperte ein wenig mit den Wimpern.
      "Wo, sagten Sie noch, liegt Ihr Haus? Ich habe es noch gar nicht bestaunen können. Wir sollten doch viel lieber zum Tee zu Ihnen kommen, finden Sie nicht? Wir kennen ja schon alle den Familiensitz der van Helsings, aber Sie könnten uns sicherlich mit Ihrer Sammlung vertraut machen. Ich wäre ganz erpicht darauf ihre besten Stücke aus nächster Nähe bewundern zu können."
      Sie klimperte erneut mit den Wimpern, im selben Moment, als die Spitze ihres Schuhs ihren Weg zu seinem Bein gefunden hatte und dort zaghaft über seinen Knöchel fuhr.
    • Vincent sah den beiden Männern hinterher. Ein Teil von ihm hoffte, dass Thomas sein wenig genutztes Selbstvertrauen nun in Anspruch nehmen und Stephen einen Vortrag halten würde.
      "Aber aber, meine Liebe," tadelte er Darcy mit einem Blick, der alles andere als tadelnd war. "Ich habe keinen Flügel hier in meinem Stadthaus. Wie soll ich denn da mein Talent präsentieren? Aber wenn du meine Sammlung sehen willst, dann lade ich dich und Thomas gern zu mir nach Hause auf ein Abendessen ein."
      Er lächelte ein schiefes, mehrdeutiges Lächeln. Vielleicht war das hier ein unendlich cleveres Spiel und sie versuchte, hinter seine Mauern zu blicken, hinter seine Maske der Normalität. Oder aber Darcy war wirklich hinter einem reichen Junggesellen her, der sich mehr mit seinen Mitmenschen zu beschäftigen schien als ihr aktueller Partner. Egal, welche Wahrheit sich hinter Darcys glitzernden Augen verbarg, er würde mitspielen - und wenn es nur des Spiels wegen war. Sollte sie doch glauben, ihn zu verführen, das könnte lustig werden. Außerdem... Er hatte Thomas Blick gesehen, als Darcy sich auch heute wieder an ihn geworfen hatte. Vincent wusste noch nicht genau, ob es Eifersucht war oder etwas anderes. Dem wollte er auf die Spur gehen und dafür brauchte er notgedrungen jemanden, der sich auf eine solche Weise für ihn interessierte.
      Als er die Berührung an seinem Bein wahrnahm, gab Vincent seine zurückgelehnte Haltung auf. Er platzierte beide Füße wieder fest auf dem Boden und lehnte sich leicht vor, die Ellenbogen auf den Tisch gestützt, die Hände locker ineinander verschränkt.
      "Wonach steht dir denn der literarische Sinn? Vielleicht finde ich ja etwas in meiner Sammlung, das dich interessieren könnte? Ich versichere dir, es gibt keinen bequemeren Ort, um sich in einem guten Buch zu verlieren, als meine Salons. Ich lege großen Wert auf Komfort, musst du wissen", schnurrte er schon beinahe.
      Von außen war das hier bloß eine weitere Unterhaltung unter Freunden. Selbst der Inhalt schien unschuldig. Derlei Spiele spielte Vincent wirklich gern, ob er damit etwas erreichte oder nicht.


    • Ob die Vorstellung, Thomas zu einem Abendessen mitbringen zu müssen sie abschreckte, war aus dem strahlenden Lächeln von Darcy nicht herauszulesen. Selbstverständlich hatte sie gehofft, einen Weg allein zum Harker Anwesen zu finden - zum Frühstück zum Beispiel, wenn Thomas in seiner Praxis war - aber die prompte Einladung begeisterte sie so sehr, dass sie diesen Gedanken gänzlich wieder über Bord warf. Sie hätte selbst Stephen mitgenommen, wenn das die Chance ihrer Verabredung steigerte, aber selbstverständlich war der störrische Mann in dieser Planung nicht involviert.
      Darcy rutschte bei Vincents Gegenfrage ein wenig auf dem Stuhl herum und einen Moment später hatte ihr Schuh sich wieder in seine Präsenz verirrt und wanderte sein Schienbein entlang nach oben. Ihr leicht veränderte Herzschlag zeugte am meisten davon, dass sie angebissen hatte.
      "Oh, ich bin nicht wählerisch, ganz und gar nicht. Ich möchte stets erst ein bisschen lesen, bevor ich mich dazu entscheide das ganze Buch zu durchstöbern, aber dazu reicht zumeist die erste Seite. Ich besitze ein Talent dazu, Bücher richtig nach ihrem Einband zu beurteilen, musst du wissen. In 9 von 10 Fällen liege ich damit richtig."
      Sie griff nach ihrer Gabel und leckte die Soße davon ab, während ihre Schuhspitze sein Knie erreicht hatte und von dort wieder nach unten glitt. Für eine provokativere Geste saß sie zu weit entfernt, allerdings glich sie es durch ununterbrochenen, angeregten Augenkontakt wieder aus.
      "Ich bin mir sicher, du hast nur das beste vom besten, aber wenn ich wählen müsste, würde ich wohl einen umfangreichen Roman bevorzugen. Die Geschichten werden erst spannend, wenn sie eine gewisse Länge erreicht haben, findest du nicht auch? Du musst es wissen, schließlich bist du doch der Experte in solchen Sachen."
      Sie legte die Gabel wieder ab, lehnte sich ein Stück zurück und verschränkte die Hände im Schoß. Dadurch kam sie mit ihrem Schuh ein Stück weiter, aber dennoch nicht den ganzen Weg. Dann lächelte sie mit einer gewissen Zweideutigkeit, die nur durch ihren leicht erhöhten Herzschlag richtig hervorstach.
    • Kannte diese Frau denn überhaupt keine Scham? Vincent amüsierte sich köstlich. Er folgte Darcys überflüssiger Geste mit der Gabel ganz genau, lauschte auf die Signale ihres Körpers. Sollte er sie vielleicht daran erinnern, dass sie so gut wie verlobt war? Vielleicht. Aber noch nicht jetzt, er wollte sehen, wie weit sie willens war, zu gehen.
      "In Sachen Romane? Vielleicht. Romanzen sind nicht mein Fachgebiet, aber ich denke, ich habe da den ein oder anderen Wälzer, in dem du dich in aller Ruhe versenken kannst, auch wenn meine hiesige Sammlung nicht besonders groß ist."
      Vincent griff nach seinem Drink und lehnte sich ebenfalls wieder zurück. Nicht einen Moment ließ er seinen Blick sinken, sein Lächeln verschwinden. Er überschlug seine Beine und streifte dabei mit der Spitze seines Schuhs ganz zufällig Darcys Wade.
      "Vielleicht kannst du mir ja ein paar deiner Favoriten empfehlen, damit ich meinen Horizont erweitern kann?"
      Just in diesem Moment verschwand seine charmante Maske und zurück kehrte der harmlose Mann, der sich mit ein paar neuen Freunden traf, keine Sekunde bevor Thomas und Stephen an den Tisch zurückkehrten.
      "Gentlemen! Eure Drinks werden warm."
      Er gestikulierte vage in Richtung der beiden Gläser, die brav darauf warteten, geleert zu werden. Vincent selbst war schon halb fertig mit dem seinen.
      "Jetzt muss ich aber die Trilogie vervollständigen: Von Thomas weiß ich, dass er Interesse an Anatomiebüchern hat, und Darcy hat mit eben erzählt, sie bevorzugt Romane. Also Stephen: Wenn Sie wählen müssten, was würden Sie lesen? Die Wahl eines Buches kann einem viel über die Persönlichkeit eines Mannes - oder einer Dame - verraten, wenn man sich mit Literatur auskennt."


    • Darcy war so voller Entzücken über die Auseinandersetzung mit Vincent, dass sie es kaum schaffte, ihre Aufmerksamkeit auch nur ansatzweise von ihm zu lenken. Das Lächeln war wie eingemeißelt in ihrem Gesicht, mittlerweile kaum mehr wegzudenken und wenn sie sich auf ihrem Stuhl räkelte, wurden ihre Bewegungen von ihrer aufwölbenden Brust unterstrichen, die sie ganz bewusst in Szene setzte.
      "Oh, ich lese alles, was so modern ist. Charles Dickens, Edgar Allan Poe, Arthur Conan Doyle. Ich bin mir sicher, du wirst auch an ihnen Gefallen finden, der Einstieg ist eigentlich immer ganz leicht. Und falls du dich doch schwer tun solltest, gehe ich gerne zur Hand."
      Sie suchte den Kontakt zu seinem Fuß, als wolle sie sich um diese unterschwellige Unterhaltung bestätigt fühlen, als Thomas und Stephen gerade zurückkamen. Im Gegensatz zu Vincent, dessen Pokerface an Meisterlichkeit nicht zu übertreffen war, brauchte sie einen deutlichen Moment länger um sich zu sammeln, was sie damit überspielte, dass sie sich in einer fließenden Bewegung die Haare neben das Gesicht kämmte und ihre Gesichtszüge damit abschottete. Als die beiden Männer sich gesetzt hatten, schien sie auch einigermaßen wieder normal.
      "Ich entschuldige die Unterbrechung, es gab nur etwas zu klären."
      Thomas lächelte Vincent an, aber auf seiner Stirn war noch der feine Nachhall einer Falte zu sehen, die eindeutig nicht durch das Lächeln hervorgerufen worden war.
      Stephens Miene war so eisern wie schon davor, aber er sah nicht in Thomas' Richtung. Als Vincent ihn ansprach, richtete er sich dennoch wieder zur Tischmitte aus und lehnte sich zurück, sodass seine Lehne knarzte.
      "Ich lese keine Bücher, höchstens Zeitung", kam die trockene Antwort, gefolgt von einem flüchtigen Blick in Thomas' Richtung, der gerade dabei war, seinen Drink zu verkosten. Dann geschah ein Wunder, Stephens Augen wandten sich wieder Vincent zu, die kleinen Fältchen an ihren Rändern glätteten sich und er gab einen Teil seiner abweisenden Haltung auf. Als er wieder sprach, hatte seine Stimme einen versöhnlichen Klang.
      "Mich interessiert Fiktion wenig und Fachbücher sind absolut scheußlich. Wenn ich etwas neues lernen wollte, würde ich mich an Experten wenden und nicht einem Autor vertrauen, der damit angeben will, wie viele Fachbegriffe er in seiner Branche schon anwenden kann. Verstehen Sie, was ich meine? Das wäre in etwa damit zu vergleichen, als würden Sie ihre Sprachen durch Schrift erlernen und dann versuchen, sie auszusprechen. Nehmen Sie französisch als Beispiel - schreibt sich furchtbar und spricht sich viel furchtbarer. Das kann man doch nicht durch einen Wälzer lernen."
      Thomas war zufrieden mit diesem neuen Umgang, auch wenn er wohl der einzige war, der mitgekriegt hatte, dass Stephen seine Geschäftsmiene aufgesetzt hatte. Sollte er doch, solange er Vincent mit mehr Respekt behandelte, sollte er ihn ruhig als Kunden sehen. Thomas war insofern erstaunt darüber, wie erfolgreich das Gespräch wohl gewesen war.
      Er trank von seinem Drink und räusperte sich gleich.
      "Himmel, Vincent, der ist stark! Willst du uns etwa allesamt abfüllen?"
      Er sah auf sein eigenes, halb ausgetrunkenes Glas.
      "Vergiss, was ich gesagt habe, bei diesem Tempo müssen wir dich noch heim tragen."
      Darcy gab ein Kichern von sich und stocherte dann in den Resten ihres Essens.
      "Wäre doch ein gelungener Abschluss für diesen Abend", bemerkte Stephen recht neutral, griff dann nach seinem eigenen Glas und trank beherzt. Auch er verzog kurz das Gesicht, hatte es aber auch schnell wieder weggesteckt.
    • "Oh, ich verstehe das vollkommen. Solange Sie keine dieser furchtbaren Klatschblätter lesen, die viel öfter publizieren, als Dinge in der Welt passieren. Meiner Meinung nach sind diese sogenannten Zeitungen allein für einen Großteil der Verdummung der Gesellschaft verantwortlich. Viel mehr noch als die französische Sprache. Ce langage a plus de sens qu'on ne le pensez*."
      Woher der Sinneswandel, fragte sich Vincent. Nun war er wirklich ein bisschen verunsichert. Was das nur eine weitere Strategie von Stephen? Oder hatte Thomas dem Mann so sehr den Kopf gewaschen, dass er tatsächlich seine Mordlust aufgegeben hatte? Irritierend, aber nichts, was Vincent zu sehr aus der Fassung brachte.
      "Stark? Thomas, das nennt man Aroma und Qualität. Und ich bin trinkfest, das weißt du selbst. Ich habe nicht vor, die ganze Flasche hiervon zu leeren, wir haben noch Wein übrig. Es sei denn, du willst mich nach Hause tragen und uns beide lächerlich machen."
      Vincent betonte seine Aussage mit einem weiteren Schlückchen seines Drinks. Der Alkohol brannte nicht minder in seiner Kehle als er das bei Thomas und Stephen tat, nur dass er weniger Auswirkungen auf Vincents allgemeinen Zustand hatte. Trinkfest war eine Sache, ein vampirischer Metabolismus etwas vollkommen anderes. Er hatte genug getrunken, um leicht angetrunken zu sein und hin und wieder gab sich Vincent auch eine Blöße, die man darauf zurückführen konnte.
      "Zu einem guten Drink sage ich nicht Nein."





      *Diese Sprache macht mehr Sinn als Sie denken.


    • "Bis nachhause ganz sicher nicht. Bis zur Kutsche könnte ich es noch schaffen, ohne einen von uns zu erniedrigen."
      Er prostete Vincent zu.
      "Oh, sicherlich nicht! Keiner von euch wird sich heute Abend betrinken. Wir genießen einfach ein Glas von… was war das noch gleich?"
      Darcy roch daran, trank und verzog in einer überraschend ähnlichen Mimik wie Stephen das Gesicht. Ihre Verwandtschaft war bei diesem Ausdruck wohl kaum zu leugnen.
      "Ih!"
      "Schmeckt's dir nicht? Ich trinke es für dich aus."
      "Untersteh dich!"
      "Also mir gefällt's. Der Mann hat Geschmack."
      Und damit war das erste und einzige Kompliment von Stephen an Vincent für den Abend ausgesprochen.

      Mit der nun etwas besseren Stimmung unterhielten sie sich eine weitere Stunde, bis Darcy schließlich verkündete, sie sei müde und überhaupt sollen die Herren nur aufpassen, nicht doch ihr Versprechen zu brechen, nicht betrunken zu werden. Vincent und Thomas waren beide schon angetrunken und wenn Stephen es war, versteckte er es hinter seiner kalten Miene. Zumindest konnte er noch deutlicher sprechen als Thomas, der manchmal schon etwas schwammig redete.
      "Ihr habt die Prinzessin gehört, kein Alkohol mehr."
      "Klingt fair."
      Er lehnte sich zurück, um die Rechnung vom Kellner zu fordern. Mit einem großzügigen Trinkgeld machte er sich danach daran, Darcy in ihren Mantel zu helfen.
      "Es war mir ein Vergnügen, Sie kennenlernen zu dürfen, Vincent."
      Stephen klopfte mit einer Hand auf Vincents Schulter, bevor er es den anderen beiden nachtat und aufstand. Seine Miene war so versteinert wie schon die ganze Zeit.
      "Ich freue mich auf Ihr kleines Konzert am Sonntag. Sie werden uns sicher allesamt beeindrucken."
      Dann teilten sich seine Lippen für ein Lächeln und er zeigte Vincent für einen Moment die Aussicht auf seine gepflegten Zähne. Im nächsten Moment hatte er sich schon umgewandt und spazierte dem Pärchen nach, von dem die Frau etwas an Thomas' Ankleidungskünsten auszusetzen hatte und er sich wiederum damit verteidigte, dass sie ja auch nicht still halte, wenn er ihr die Jacke hinhielt. Schließlich gingen allesamt nach draußen.
      Darcy verabschiedete sich mit einem herzlichen Lächeln von Vincent und streckte ihm erneut ungefragt den Handrücken hin, bevor sie in die Kutsche kletterte. Stephen hielt ihm unverbindlich die Hand hin, schüttelte sie knapp und verschwand dann hinter seiner Schwester, während Thomas bei seiner eigenen Kutsche auf den anderen wartete.
      "Nach Ihnen, Lord. Ich bestehe darauf. Ich hoffe doch, es war erträglich?"
    • "Ach, die Freude war ganz meinerseits, Stephen," entgegnete Vincent und erhob sich nun auch endlich.
      Er gab sich Mühe, ganz im Sinne seiner Rolle als angetrunkener Gentleman, mit einem der Ärmel seines Mantels zu hadern. Schließlich schlüpfte er dann aber doch hinein und folgte dem Rest der Gruppe nach draußen, wo er sich mit einem eleganten und nur leicht übertriebenen Handkuss von Darcy verabschiedete.
      "Ich soll ein ganzes Konzert spielen? Ob ich mich überhaupt an so viele Noten erinnern kann, weiß ich ja nicht", scherzte er, als er Stephen während ihres Handschlages noch einmal gegen den Oberarm klopfte. "Aber für die Dame werde ich mir natürlich Mühe geben."
      Mit einem Lächeln sah er der Kutsche einen Augenblick hinterher. Ein Lächeln, zu dem Vincent nicht wirklich zumute war. Er hätte sich den Abend angenehmer vorstellen können.
      "Nach Ihnen, Lord. Ich bestehe darauf. Ich hoffe doch, es war erträglich?"
      "Er wäre um einiges erträglicher, wenn du mich nicht mit meinem Titel ansprechen würdest. Doktor."
      Er zwinkerte Thomas mit einem ernstgemeinten Lächeln zu und kletterte in die Kutsche, wo er sich mit einem Seufzen auf die Sitzbank fallen ließ.
      "Und?" fragte er, als Thomas sich ebenfalls gesetzt hatte, "Habe ich den Test bestanden? Darf ich auch weiterhin deine Anwesenheit genießen, oder hat Stephen etwas gegen den Umgang seines besten Freundes?"
      Vincent streckte den Hals ein wenig nach rechts, dann nach links, um die Steifheit des langen Sitzens aus seinen Muskeln zu verbannen. Viel half es nicht, aber für den Moment fühlte es sich besser an. Er überschlug die Beine und lehnte sich zurück, kaum hatte sich die Kutsche in Bewegung gesetzt."


    • Thomas konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Er hatte selbst ein bisschen zu tief ins Glas geschaut, fürchtete er.
      "Verzeihung, Mr. Harker."
      Er ließ Vincent einsteigen, um den interessanten Ausblick zu genießen - natürlich hatte er ihm ausschließlich den Vortritt überlassen, weil er sein Gast war und nicht etwa, weil man sich beim Eingang dieser modernen Kutschen ziemlich bücken musste - und kletterte ihm dann nach. Sie ließen sich in dem begrenzten Raum gegenüber nieder.
      "Den Test?", echote er, für einen Moment aus dem Konzept gerissen in dem plötzlichen Glauben, Vincent habe die Tests bemerkt, die Stephen an ihm durchgeführt hatte. Aber dann entspannte er sich wieder einigermaßen.
      "Ah. Hm. Ich wüsste nicht, was er dagegen ausrichten sollte. Es ist ja nicht so, dass du ein…" Huch, nicht verplappern! "... Schwerverbrecher oder irgendwas in der Art wärst. Dann würde ich wohl erlauben, dass er sein Veto einlegt."
      Er beobachtete, wie Vincent seinen Hals reckte, wie sich die Haut an seiner Halsbeuge straffte und nur für einen Moment unter dem Kragen seines Jacketts zum Vorschein kam. Himmel, sah dieser Mann immer so zum Anbeißen aus oder war Thomas einfach nur betrunken? Ersteres war der Fall, ganz sicher, 100 %. …Vielleicht auch ein bisschen vom zweiten.
      "Ich habe ihm gesagt, dass er gerne seine eigenen Freunde vergraulen kann, sobald er wieder Zuhause ist; hier würde ich das ein bisschen zu persönlich nehmen."
      Eine geistreiche Umschreibung dessen, was er tatsächlich zu ihm gesagt hatte, wie Thomas fand: Nämlich, dass er nicht zulassen würde, dass Stephen in Thomas' eigenem Revier einen auf Vampirismus begründeten Mord begann. Entweder, er ließ seinen Unsinn bleiben, oder er durfte sich demnächst einen neuen Jagdgefährten suchen.
      Natürlich hatte das bei Stephen gezogen, das tat es bisher immer, auch wenn er die Sticheleien hinterher nicht ganz gelassen hatte. Aber das wäre auch mehr gewesen, was Thomas von ihm hätte erwarten können.
      Er richtete sich breitbeinig nach Vincent aus, dessen überkreuztes Bein lange genug war, um beinahe gegen Thomas' Schienbein zu stoßen. Er machte sich die mentale Notiz, beim nächsten Mal eine kleinere Kutsche zu besorgen. Wäre sonst doch schade um den vergeudeten Platz.
      "Du hast mir meine Frage aber nicht beantwortet. Ich habe doch gesehen, wie Stephen sich manchmal aufgespielt hat; Hattest du trotzdem einen schönen Abend?"
    • Vincent würde lügen, behaupte er, sich nicht in Thomas Blicken zu sonnen.
      "Du machst dir zu viele Sorgen, mein Guter. Ich gebe zu, ein Gentleman ist Stephen nicht, und das wird er in diesem Leben wohl auch nicht mehr werden, aber ich habe unseren kleinen Schlagabtausch durchaus genossen. Mit begegnet selten jemand, der so ehrlich ist wie ich und sich nichts daraus macht, was Leute über seine Meinung denken. Ich glaube nicht, dass ich mich jemals mit ihm anfreunden kann, aber ich habe nicht vor, ihm gleich an die Kehle zu gehen, nur weil er mir auf den Schlipps tritt."
      Vincent warf einen Blick auf seine Finger und verzog das Gesicht. Nicht, weil er die Rötungen jetzt erst bemerkte. Das hier war alles noch Teil seines kleinen Schauspiels. Er konnte ja schlecht keine Reaktion auf Silber zeigen, nachdem er Thomas von seinem mysteriösen Leiden berichtet hatte.
      "Ich wusste doch, dass der Mann zu viel Silber für meine Haut bei sich trägt," kommentierte er und hielt seine Hand in die Höhe.
      Seine Fingerspitzen waren bei weitem nicht so sehr gerötet wie bei dem Abendessen mit Thomas vor einer kleinen Weile, dank seiner getroffenen Vorkehrungen. Für Thomas war die Erklärung wohl, dass der Kontakt sehr viel kürzer gewesen war.
      "Du hast nicht zufälligerweise noch etwas von dieser Salbe übrig? Die hat letztes Mal wahre Wunder gewirkt. Abgesehen von der Tatsache, dass ich eine kleine Weile absolut hilflos war, weil ich meine Hände nicht nutzen konnte."


    • "Das ist schon mehr als ausreichend", stellte Thomas auf Vincents Ausdruck über seine Zusammenkunft mit Stephen fest, was auch der Wahrheit entsprach. Es war wohl mehr als ausreichend, dass er sich von ihm nicht den Abend ruinieren gelassen hatte.
      Erst im Anschluss fielen ihnen beiden auch die Auswirkungen von Stephens Tests auf, oder zumindest primär Vincent, bevor Thomas seinem Blick folgte. Ein tief sitzendes Schuldgefühl machte sich in ihm breit, als der Mann ihm scheins seine Finger präsentierte, als müsse er beweisen, dass seine Krankheit noch immer mit Symptomen besetzt war. Er hatte es schließlich zugelassen, dass Stephen mit ihm herumsprang wie mit einem Verdächtigen und das hatte er nun davon.
      Er rückte ein Stück nach vorne auf die Kante der Bank und streckte fordernd eine Hand nach ihm aus, ehe Vincent seinen Handrücken auf seiner Handinnenfläche platzierte. Er strich so zärtlich, wie es ihm beim Ruckeln der Kutsche möglich war, über seine geröteten Fingerkuppen, die definitiv schon bei ihrem gemeinsamen Abendessen so ausgesehen hatten, wenn auch stärker gereizt. Das war aber auch kein Wunder, nachdem er jetzt nicht mit Silberbesteck herumhantiert hatte.
      "Aber Vincent. Das fragst du noch? Wofür hältst du mich etwa, einen schlechten Freund oder einen schlechten Arzt?" Seine Stimme hatte allerdings einen belustigten Unterton, der seinen Tadel vollständig entkräftete. Er griff mit der freien Hand in die Innentasche seines Jacketts und beförderte die Salbe zu Tage. So wie Stephen seine Spielzeuge mitgebracht hatte, hatte natürlich auch Thomas vorgesorgt, nur auf eine etwas andere Weise.
      "Das ist übrigens eine Fangfrage, die du mir hoffentlich gar nicht erst beantworten willst. Ich hätte doch nicht zugelassen, dass du dich für uns quälst."
      Er schraubte die Tube auf und massierte die Creme mit chirurgischer Präzision auf Vincents Rötungen auf. Als er beide Hände versorgt hatte, hob er Vincents Rechte und platzierte einen innigen Kuss auf die Innenseite seines Handgelenks. Der Geruch der Salbe war nicht gänzlich stark genug, um seinen Duft zu übertünchen.
      "Ich werde schon noch herausfinden, woher deine Krankheit rührt, mach dir darum keine Sorgen."
      Er lächelte ernstgemeint zu ihm auf, drückte seine Hand ein weiteres Mal und ließ sie dann los.
      "Und bis dahin verbiete ich dir, Silber anzufassen. Oder die Salbe zu verschmieren."

      Er unterstützte seine Anordnung tatkräftig, indem er Vincent die Tür öffnete, als sie bei seinem Anwesen angekommen waren, und dann auch noch darauf bestand, ihm die Eingangstür zu öffnen. Er wusste, dass er unnötig herumlungerte, um ihren Abschied weiter hinauszuzögern, alles um nicht die friedliche Zeit mit Vincent durch die Anstrengung aufgeben zu müssen, die Zuhause auf ihn wartete. Wahrscheinlich hätte er sich mehr Gedanken darüber gemacht, wenn er weniger getrunken hätte, aber das ließ sich nunmal nicht rückgängig machen.
      "Kann ich dich auch sicher deiner Haushälterin überlassen? Soll ich ihr die Salbe geben, falls es schlimmer wird? Weiß sie überhaupt, wie sie aufzutragen ist? Ich kann es ihr zeigen."
      Er lehnte sich gezwungen entspannt gegen den Türrahmen.
    • Wortlos betrachtete Vincent die präzise Arbeit, die Thomas da lieferte. Der Kuss an der Innenseite seines Handgelenks sandte einen wohligen Schauer über sein Rückgrat und er musste sich davon abhalten, Thomas am Kragen zu packen und wirklich zu küssen. Den ganzen Abend schon hatte er den guten Bekannten geben müssen. Das war beinahe schon anstrengender gewesen, als Stephens Tests über sich ergehen lassen zu müssen.
      An seiner Haustür konnte er es dann aber doch nicht mehr aushalten: Er trat so dicht vor Thomas, dass es beinahe schon unschicklich war.
      "Hast du nicht eben noch behauptet, ein guter Freund zu sein?" schnurrte er. "Und da willst du mich hier einfach in meinem Foyer stehen lassen, unfähig mich aus meinem warmen Mantel zu schälen? 'Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht'."
      Ein vielleicht nicht ganz so sittliches Lächeln legte sich auf Vincents Lippen mit jedem Wort, das er aus dem Hippokratischen Eid zitierte.
      "Darcy wird es mir bestimmt nicht übelnehmen, dass ich ihren Beinahe-Verlobten noch auf einen Drink eingeladen habe, bevor er nach Hause gefahren ist. Zu dumm nur, dass ich dir diesen Drink gar nicht servieren kann nach dem, was du mit meinen Händen angestellt hast. Ich fürchte, du wirst dich selbst bedienen müssen."


    • Seine Gebete müssen erhört worden sein, etwas anderes war gar nicht möglich. Thomas warf einen kurzen Blick über die Schulter, wie um sich zu vergewissern, dass Darcy nicht plötzlich hinter ihm auftauchen würde - oder dass der Kutschführer entscheiden würde, die Warterei aufzugeben und nach seinem Herrn zu suchen. Aber Darcy war nicht hier und die dunkle Gestalt auf der Kutsche regte sich nicht, also fühlte Thomas sich in seinem Gebet bestärkt. Hätte Gott nicht gewollt, dass er sich in diesem Moment verführen ließ, hätte er ihm sicherlich ein Zeichen geschickt.
      Er drehte sich wieder zu Vincent um und grinste. Amen.
      "Oh, bitte. Wo hast du das denn her, etwa aus deinen Büchern? Werde ich jetzt einen Eidbruch begehen, wenn ich dich mit deinem Mantel im Stich lasse?"
      Er schob sich dennoch ins Foyer, wobei ihm der Mann kaum genug Platz ließ, um es nicht grenzwertig werden zu lassen. Als er ihm aus dem Mantel half, fiel sein Blick auf Vincents Hals, der ihm in der Kutsche schon mehr als aufgefallen war. Er könnte doch nur ganz kurz...
      Nein. Sie waren im Foyer, das war alles andere als schicklich. Was war er, etwa ein Teenager? Er könnte wenigstens seine Gedanken etwas unter Kontrolle bringen, Alkohol hin oder her.
      "Weißt du, wie es weitergeht? 'Welche Häuser ich betreten werde, ich will zu Nutz und Frommen der Kranken eintreten, mich enthalten jedes willkürlichen Unrechtes und jeder anderen Schädigung, auch aller Werke der Wollust an den Leibern von Frauen und Männern'. Das ist ein ziemlich langer Eid, wenn du mich fragst. Zu lange, um sich ständig an alles erinnern zu können."
      Er warf einen flüchtigen Blick in den Flur, darauf wartend, jeden Moment einen Bediensteten antanzen zu sehen. Für den Bruchteil einer Sekunde wurde er mutig genug seinem Drang nachzugeben, dann war der Moment aber auch schon wieder vorüber und er riss sich von dem Anblick los. Er hatte zwar genug getrunken um unvorsichtig zu werden, aber nicht gänzlich genug, um sein Gehirn auszuschalten. Entweder, er würde sich Mühe darum geben, nüchtern genug zu werden um sich nicht zu blamieren, oder er würde betrunken genug werden, um sich darüber keine Gedanken mehr zu machen - eine dieser beiden Möglichkeiten peilte er an.
      "Du setzt dich und ich bediene uns, das ist genauso eine ärztliche Anordnung. Du willst doch sicher nicht, dass ich gegen den Eid verstoße, oder?"
      Er musste über seine eigene Aussage grinsen und begleitete Vincent in den Salon, bevor er abdrehte und die kleine Bar ansteuerte. Vincents Alkohol-Sammlung stand der seiner Bücher nur in wenigen Facetten nach, also suchte Thomas sich aufs Geratewohl etwas heraus, schenkte ihnen zwei Gläser ein und kam damit zurück zu Vincent spaziert. Er setzte sich zu ihm und war drauf und dran, ihm das Glas reichen zu wollen.
      "Auf einen abgeschlossenen Abend. ... Oh. Hm. Hier."
      Er hob Vincents Glas an und hielt es ihm vor den Mund.
    • Vincent lachte leise in sich hinein und ließ sich von Thomas aus seinem Mantel helfen.
      "Vorsicht, Herr Doktor. Wenn du dich noch schneller bewegst, könnte jemand bemerken wie verzweifelt du meiner Aufmerksamkeit bedarfst," scherzte er, wohlwissen, dass sie allein im Haus waren.
      Nora war seinem Rat also gefolgt und hatte sich die Nacht sehr wohl freigenommen. Er hoffte nur, dass diese Dame aus dem Theater gut zu ihr war. Ansonsten würde er morgen wohl selbst ins Theater gehen. Und dann würden Köpfe rollen.
      Vincent ließ sich entspannt auf eines der Sofas in seinem Salon sinken und ließ sich bedienen.
      "Auf ein bisschen Ruhe," toastete er Thomas zu.
      Doch statt zu dem Glas führte er seine Lippen zu Thomas Handgelenk. Er kopierte das, was der Mann in der Kutsche mit ihm gemacht hatte, und platzierte einen sanften Kuss auf die empfindliche Haut direkt über der Schlagader, ohne den Blickkontakt mit Thomas zu unterbrechen. Dann erst wandte er sich dem Alkohol zu. Der Geruch allein verriet ihm, dass Thomas gut gewählt hatte - ob nun mit Absicht oder nicht.
      Er nippte an dem Glas, dann ließ er sich mit dem Rücken gegen die Armlehne sinken und legte seine Beine auf Thomas' Schoß.
      "Meine Zeit in Cambridge neigt sich ihrem Ende zu," gestand er. "Harker Height ruft nach mir."


    • Ein Schauer durchfuhr Thomas vom Kopf durch den gesamten Körper, ein wohliges Gefühl, das ihm eine Gänsehaut beschaffte. Wenn er gerade eben noch gedacht hatte, der Anblick von dem aus seinem Glas trinkenden Vincent könnte eine interessante Aussicht werden, hatte er soeben etwas besseres gefunden. Die Haut an der Stelle, die Vincent geküsst hatte, prickelte nach der Berührung und fühlte sich um ein Hundertfaches sensibler an. Thomas trank schnell, um sich nicht selbst zu verraten.
      Er stellte beide Gläser ab und lehnte sich zurück, was Vincent ihm gleich tat, bevor er seine irrsinnig langen Beine quer über Thomas' eigene legte. Thomas hob bereitwillig seine Arme, um ihm Platz zu machen und legte seine Hände auf eines seiner Beine, eine Hand auf seinen Ober- und eine auf seinen Unterschenkel. Ein Teil von ihm - der Teil, der definitiv am meisten unter dem Einfluss des Alkohols stand - jubilierte innerlich. Dieser Abend hatte soeben den perfekten Abschluss gefunden.
      Er fing mit beiden Händen an, sanft durch die Hose hindurch zu kneten.
      "Hm? Oh. Schon?" Er runzelte die Stirn. "Ich ziehe die Frage zurück, ich habe dich vermutlich schon viel länger hier gehalten als vernünftig wäre. Das müsste schon eine ganze Woche sein; nein, länger sogar."
      Er massierte kleine Kreise mit den Daumen, bevor er die Stellen wieder glattstrich und drüber knetete.
      "Aber das war wohl besser als gar nichts. Viel besser."
      Das Grinsen war zurück und war ausschließlich für den Mann neben sich bestimmt. Er nahm den Anblick für einen Moment in sich auf, den beinahe ausgestreckten Mann neben und auf sich, der in seiner entspannten Haltung das halbe Sofa ausfüllte. Sein Blick fiel hinab auf seinen Hals und diesmal gab es keine Ablenkung, die ihn aus dem Konzept gebracht hätte; wobei sie im Salon auch eher ungeschützt waren. War er dafür schon betrunken genug? Nein. Egal. Er beugte sich unter Herzklopfen hinab und reckte sich, bis er sich weit genug geschoben hatte, um Vincents Mund zu erreichen. Seine Lippen schlossen sich um die des anderen und ein sehnsüchtiges Seufzen entfuhr ihm aus den Tiefen seiner Seele. Er könnte für Vincent auf sämtliche Drogen der Welt verzichten, nur um seine Lippen zu spüren. Auf alles könnte er verzichten.
      "Du wirst mir fehlen", murmelte er, nachdem er sich einigermaßen von ihm losreißen konnte und seine Hand der Kontur von Vincents Hüfte folgen ließ. War nicht eigentlich sein Hals das Ziel gewesen? Auch egal. Ein bisschen war er wohl doch angetrunken.
    • "Versuch es mal besser mit zwei Wochen. Bedenkt man, dass mein Konzert erst am kommenden Wochenende stattfindet," gab Vincent zurück.
      Als sich Thomas verräterisch nach vorne lehnte, kam ihm Vincent ein wenig entgegen. Es kam schon der Schwerkraft der Erde selbst gleich, wie sehr er sich nach diesem Mann sehnte. Wenn er könnte, würde er Thomas wie seine Koffer in die Kutsche packen und mit zurück nach Harker Heights zu nehmen.
      Er legte seine Arme um Thomas' Hals, als sich dieser von ihm entfernen wollte.
      "Ich bin ja nicht aus der Welt," sagte er, "bloß aus der Zivilisation. Es steht dir frei, mich zu besuchen, wann immer dir danach der Sinn steht. Du hast eine offene Einladung."
      Vincent zog den Arzt für einen weiteren Kuss zu sich, bevor er von ihm abließ und sich wieder zurücklehnte. Für einen langen Moment betrachtete er Thomas einfach nur, genoss dessen physische Zuwendung in Form von der kleinen Massage seiner Beine.
      "Wie sehr würde Darcy es mir übelnehmen, wenn ich dich nicht nach Hause lasse?" fragte er dann aus dem Nichts heraus. "Ich weiß nämlich nicht, ob ich das schaffe. Nicht, wenn ich bald auf dich verzichten muss."


    • Thomas ließ sich mehr als bereitwillig wieder hinunterziehen, um ein weiteres Mal mit Vincents Lippen aufzuschließen. Manchmal dachte er noch darüber nach, wie merkwürdig es war, dass eine solch simple Zuwendung ihn so beflügeln konnte, aber sein ganzer Körper schien ein Faible für Vincents Lippen zu haben. Eigentlich für alles an Vincent.
      Er gab ein missbilligendes Brummen von sich, als sie sich wieder lösten und er sich wohl oder übel wieder aufrichten musste, um sich aus der Verrenkung zu befreien.
      "Aus der Zivilisation ist aus der Welt. Aus meiner zumindest."
      Er fuhr damit fort, Vincents Muskeln mit kleinen Kreisen zu bearbeiten, die er stark genug hineindrückte, um seine Beine unter der Hose überhaupt fühlen zu können. Er wusste, dass er sich anhörte wie ein schmollendes Kind, aber dazu hatte er auch allen Grund, wie er fand. Er hätte sich gut daran gewöhnen können, Vincent nahe genug bei sich zu haben, um ihn jeden zweiten Abend zum Essen auszuführen; wobei das auch eher nur Wunschdenken war. Darcy war schließlich hier und Vincent hatte sicherlich auch besseres zu tun, als sich von seinem Liebhaber umgarnen zu lassen, auch wenn der Gedanke Thomas mehr als gefiel. Vielleicht würde Vincent sich ja eines Tages besser an die Zivilisation gewöhnt haben, um genau das geschehen zu lassen.
      Er sah auf den blondhaarigen hinab, während dessen Bemerkung sein Lächeln wieder hervorlockte. Seine Hand schlüpfte über seinen Knöchel hinweg unter sein Hosenbein, bevor er das besagte Bein anwinkelte, sich daran vorbeischob und sich vollständig zu Vincent drehte, bevor er sich zwischen dessen Beinen hindurch auf ihn legte. Vincents ausstrahlende Hitze empfing ihn als sehr angenehmes, sehr vertrautes Gefühl, das seinen Effekt besonders zwischen seinen Beinen ausübte. Dabei hatte er noch keinen richtigen Gedanken gefasst, er genoss einfach nur das Gefühl von Vincents Beinen um ihn herum.
      "Ich glaube", begann er langsam und schob sich noch ein Stück hoch, um auf gleicher Höhe mit Vincents Kopf zu sein. "Das ist die falsche Frage. Richtig würde sie lauten: 'Lassen wir uns davon aufhalten, dass Darcy es dir übel nehmen könnte?'."
      Der Thomas der Zukunft würde sich über diese Aussage sicher noch ärgern, aber der Thomas der Gegenwart konnte an nichts anderes denken als den Mann unter sich, der mit seinem verräterischen Glitzern in den Augen zu ihm aufsah. Gott, wie sehr er sich nach diesem Mann verzehrte. Wenn er könnte, würde er ihn gar nicht erst nachhause gehen lassen.
      Er beugte sich zu einem ungeduldigen Kuss hinab, der wesentlich unordentlicher von statten ging als die letzten beiden. Irgendwo zwischen dem Versuch, ihre beiden Lippen miteinander verschmelzen zu lassen und Vincents Unterlippe mit seinen Zähnen zu erwischen, brachte er schließlich einen halbwegs verständlichen Satz zustande:
      "Wann werden wir uns dann wiedersehen?"
      Er ließ von dem Mann ab, um ihm die Gelegenheit für eine Antwort zu geben, als sein Blick auf dessen Hals fiel und er sich daran erinnerte, was er eigentlich an der Tür schon hatte machen wollen. Ohne zu zögern beugte er sich wieder hinab, schob den Kopf an dessen Halsbeuge und suchte mit den Lippen seine Halsmuskeln ab, bis er die Stelle gefunden hatte, die ihm in der Kutsche schon aufgefallen war, und seine Zähne darin versank; sanft genug, um nicht zu schmerzen, fest genug, um spürbar zu sein. Er glättete die Haut mit einem unnachgiebigen Kuss und wanderte dann ein Stück nach oben, um dasselbe an einer anderen Stelle zu wiederholen.
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