Vincent sah den letzten beiden Gästen seiner kleinen Feier hinterher. Sobald sie außer Sicht waren, rollte er die Schultern, als wäre eine Last von ihm abgefallen. Es war eine Sache, sich zwischen Menschen zu bewegen. Ein vollkommen andere Angelegenheit war es, sich vor einem Jäger als Mensch auszugeben. Warum mussten die Van Helsings nur alle so attraktiv sein?!
Als Eric, George und Esther aus dem Keller zurückkehrten, wies er die kleine Gruppe an, sein Foyer zu säubern, bevor sie sich für den Rest der Nacht zurückziehen konnten. Vincent selbst kehrte in sein Studierzimmer zurück. Draußen tobte noch immer der Sturm und ein kleiner Teil fragte sich, ob dieses Wetter vielleicht doch nicht so natürlich entstanden war, wie er zuerst angenommen hatte.
"Was für ein Quatsch. Das ist viel zu kompliziert," murmelte er vor sich hin und wandte sich von den Fenstern ab.
Er hatte noch ein paar wenige Stunden, bevor die Sonne aufging. Wie die meisten seiner Gäste würde er den Vormittag verschlafen. Es würde ihm auch niemand übelnehmen, wenn er das Mittagessen verschlief, konnten doch die meisten bezeugen, dass er sich erst später zur Ruhe gebettet hatte. Aber er würde nicht umher kommen, zum Nachmittagstee aufzutreten. Es gab einen Grund, warum er die Festlichkeiten auf den großen Salon und den Ballsaal im Erdgeschoss beschränkte. Natürlich stand es seinen Gästen frei, das Gelände zu erkunden - sofern man sich mit einem dichten Wald auseinandersetzen wollte, der recht schnell in ein kleines Moor überging. Wie jedes Jahr würde Vincent sich als verkatert geben. Kein allzu schweres Schauspiel, fühlte er sich doch oft wie von einem Pferd zertrampelt, wenn er am Tag erscheinen musste.
Als sich Vincent auf eines der Sofas fallen ließ, musste er an den Blick des guten Doktors denken, daran, wie schnell dessen Herz geschlagen hatte, als er ihn an die Wand gedrückt hatte. Er brauchte einen Augenblick, um zu realisieren, dass diese Gedanken von einem Geruch und einem Gefühl getragen wurden. Beides kannte er nur zu gut; Harker Height hatte schon immer einen Drang dazu gehabt, seine Bewohner an der Lust anderer teilhaben zu lassen. Nur, dass dieses Mal anders war. Es fühlte sich geradezu falsch an. Nicht vulgär, einfach nur... falsch.
"Oh Thomas... Wem willst du hier was beweisen?" fragte er in die Stille des Sturms hinein.
Nora war es als einzige erlaubt, die Privatgemächer Vincents zu betreten. Wie jedes Jahr stahl sie sich durch die dunklen Flure von Harker Heights zu ihrem Arbeitgeber und betrat das große Zimmer ohne anzuklopfen. Vincent hätte es sowie so nicht gehört.
Nora ging sicher, dass die Vorhänge an den Fenstern auch wirklich geschlossen waren, bevor sie die am Bett öffnete und in die Halterungen an den Bettpfosten klemmte.
"Vincent," sagte sie sanft, als wolle sie ein Kind wecken.
Doch mittlerweile wusste sie genug über ihren Arbeitgeber, um es nicht weiter auf die sanfte Art zu versuchen. Also packte sie ihn an der nackten Schulter und rüttelte ihn so lange durch, bis Vincent müde die Augen aufschlug und zu ihr hinauf blinzelte.
"Ist es wirklich schon Mittag?" grummelte er.
"Ja. Und Ihre Gäste fragen schon vermehrt nach Ihnen."Als Eric, George und Esther aus dem Keller zurückkehrten, wies er die kleine Gruppe an, sein Foyer zu säubern, bevor sie sich für den Rest der Nacht zurückziehen konnten. Vincent selbst kehrte in sein Studierzimmer zurück. Draußen tobte noch immer der Sturm und ein kleiner Teil fragte sich, ob dieses Wetter vielleicht doch nicht so natürlich entstanden war, wie er zuerst angenommen hatte.
"Was für ein Quatsch. Das ist viel zu kompliziert," murmelte er vor sich hin und wandte sich von den Fenstern ab.
Er hatte noch ein paar wenige Stunden, bevor die Sonne aufging. Wie die meisten seiner Gäste würde er den Vormittag verschlafen. Es würde ihm auch niemand übelnehmen, wenn er das Mittagessen verschlief, konnten doch die meisten bezeugen, dass er sich erst später zur Ruhe gebettet hatte. Aber er würde nicht umher kommen, zum Nachmittagstee aufzutreten. Es gab einen Grund, warum er die Festlichkeiten auf den großen Salon und den Ballsaal im Erdgeschoss beschränkte. Natürlich stand es seinen Gästen frei, das Gelände zu erkunden - sofern man sich mit einem dichten Wald auseinandersetzen wollte, der recht schnell in ein kleines Moor überging. Wie jedes Jahr würde Vincent sich als verkatert geben. Kein allzu schweres Schauspiel, fühlte er sich doch oft wie von einem Pferd zertrampelt, wenn er am Tag erscheinen musste.
Als sich Vincent auf eines der Sofas fallen ließ, musste er an den Blick des guten Doktors denken, daran, wie schnell dessen Herz geschlagen hatte, als er ihn an die Wand gedrückt hatte. Er brauchte einen Augenblick, um zu realisieren, dass diese Gedanken von einem Geruch und einem Gefühl getragen wurden. Beides kannte er nur zu gut; Harker Height hatte schon immer einen Drang dazu gehabt, seine Bewohner an der Lust anderer teilhaben zu lassen. Nur, dass dieses Mal anders war. Es fühlte sich geradezu falsch an. Nicht vulgär, einfach nur... falsch.
"Oh Thomas... Wem willst du hier was beweisen?" fragte er in die Stille des Sturms hinein.
Nora war es als einzige erlaubt, die Privatgemächer Vincents zu betreten. Wie jedes Jahr stahl sie sich durch die dunklen Flure von Harker Heights zu ihrem Arbeitgeber und betrat das große Zimmer ohne anzuklopfen. Vincent hätte es sowie so nicht gehört.
Nora ging sicher, dass die Vorhänge an den Fenstern auch wirklich geschlossen waren, bevor sie die am Bett öffnete und in die Halterungen an den Bettpfosten klemmte.
"Vincent," sagte sie sanft, als wolle sie ein Kind wecken.
Doch mittlerweile wusste sie genug über ihren Arbeitgeber, um es nicht weiter auf die sanfte Art zu versuchen. Also packte sie ihn an der nackten Schulter und rüttelte ihn so lange durch, bis Vincent müde die Augen aufschlug und zu ihr hinauf blinzelte.
"Ist es wirklich schon Mittag?" grummelte er.
Seufzend richtete sich Vincent auf und sortierte die Instinkte seines unnatürlichen Körpers. Alles in ihm schrie danach, zu schlafen, in der Sicherheit der Finsternis zu bleiben bis sich die Sonne verzogen hatte. Aber das konnte er nicht. Nicht heute. Nicht mit einem Jäger im Haus.
Also raffte er sich auf, ließ die Träume, die er nicht haben sollte hinter sich, und schlüpfte in die Kleidungsstücke, die Nora ihm reichte. Sie richtete außerdem seine wilde Mähne, sodass er zwar immer noch mitgenommen aussah, aber eher auf die Art, die man von einem reichen Junggesellen nach einer langen Nacht erwartete. Zum Schluss drückte sie ihm noch ein großes Glas in die Hand. Wie immer drehte sie sich um, als Vincent das Glas an die Lippen setze und das Schweineblut in großen, hastigen Schlucken hinunterwürgte.
"Dann mal auf ins Getümmel," murmelte Vincent und machte sich auf den Weg in seinen eigenen Salon.
Köpfe drehten sich in Richtung der Tür, als Lord Harker den Salon betrat. Viele seiner Gäste waren noch vergleichsweise entspannt gekleidet, aber niemand hatte es gewagt, in einer Morgenrobe hier aufzuschlagen - geschweige denn in einer nur halb geschlossenen und dann auch noch barfuß!
Vincent schlenderte hinüber zu einem seiner Bediensteten, die mit kleinen Häppchen auf Tabletts durch die Gegend liefen, und griff sich zwei, nachdem er sich eins in den Mund geschoben hatte. Dann fragte er wenig diskret nach einen Drink, damit diejenigen, die die längsten Ohren machten, ein gutes Bild von dem noch immer betrunkenen Mann bekamen, als den er sich hier ausgab.
Der Bedienstete nickte und eilte davon, während Vincent seinen Weg in die gleiche Ecke fand, in die er letzte Nacht Dr. Van Helsing entführt hatte. Lustlos ließ er sich auf einen der Sessel fallen, von Haltung keine Spur. Er sehnte sich danach, die Augen zu schließen und sich der süßen Ohnmacht des Tages hinzugeben, aber das konnte er nicht. Stattdessen suchte er sich eine hübsche Aussicht. Thomas Van Helsing zu finden war ihm ein Leichtes.
Also raffte er sich auf, ließ die Träume, die er nicht haben sollte hinter sich, und schlüpfte in die Kleidungsstücke, die Nora ihm reichte. Sie richtete außerdem seine wilde Mähne, sodass er zwar immer noch mitgenommen aussah, aber eher auf die Art, die man von einem reichen Junggesellen nach einer langen Nacht erwartete. Zum Schluss drückte sie ihm noch ein großes Glas in die Hand. Wie immer drehte sie sich um, als Vincent das Glas an die Lippen setze und das Schweineblut in großen, hastigen Schlucken hinunterwürgte.
"Dann mal auf ins Getümmel," murmelte Vincent und machte sich auf den Weg in seinen eigenen Salon.
Köpfe drehten sich in Richtung der Tür, als Lord Harker den Salon betrat. Viele seiner Gäste waren noch vergleichsweise entspannt gekleidet, aber niemand hatte es gewagt, in einer Morgenrobe hier aufzuschlagen - geschweige denn in einer nur halb geschlossenen und dann auch noch barfuß!
Vincent schlenderte hinüber zu einem seiner Bediensteten, die mit kleinen Häppchen auf Tabletts durch die Gegend liefen, und griff sich zwei, nachdem er sich eins in den Mund geschoben hatte. Dann fragte er wenig diskret nach einen Drink, damit diejenigen, die die längsten Ohren machten, ein gutes Bild von dem noch immer betrunkenen Mann bekamen, als den er sich hier ausgab.
Der Bedienstete nickte und eilte davon, während Vincent seinen Weg in die gleiche Ecke fand, in die er letzte Nacht Dr. Van Helsing entführt hatte. Lustlos ließ er sich auf einen der Sessel fallen, von Haltung keine Spur. Er sehnte sich danach, die Augen zu schließen und sich der süßen Ohnmacht des Tages hinzugeben, aber das konnte er nicht. Stattdessen suchte er sich eine hübsche Aussicht. Thomas Van Helsing zu finden war ihm ein Leichtes.

