Gab es sowas wie magische Transfusionen? Konnte man das, was in den schwarzen Adern steckte, einfach auswaschen und ersetzen? Lag das im Bereich des Möglichen? Was hätte Ember nicht alles dafür gegeben, auf diese Fragen Antworten zu haben. Mit absoluter Sicherheit sagen zu können, dass alles wieder gut werden würde. Dass sie noch Zeit hatten.
Zeit...
„Hör auf von deinem Herzen als schwarzen Klumpen zu sprechen“, zischte sie ihn leicht angegriffen an, das Resultat von der ständig anhaltenden Anspannung. Sie hatte keine magischen Fähigkeiten, das Voranschreiten aufzuhalten. Wusste nicht, ob es andere Wege gab, ihm Einhalt zu gebieten. Alles, was sie machen konnte, war die spärliche Zeit zu nutzen und ihn zu denjenigen zu bringen, die etwas wissen konnten. „Wenn du es noch mal so bezeichnest, scheuer ich dir eine. Und ich schwör dir, das tut weh.“
Unangekündigt erwachte Augusts Körper wieder zum Leben. Ember rückte eilig von ihm ab als er sich plötzlich auf die Füße kämpfte. Mit vor Schreck geweiteten Augen sah sie, wie sich die Adern fortsetzten. So als hätten sie ein Eigenleben entwickelt. Und wenn sie ihn jetzt recht betrachtete, wirkte er weniger real. Weniger greifbar.
Eine Sekunde später war auch Ember auf die Beine gekommen. Nun war es ihr nicht mehr möglich, den Ausdruck in ihrem Gesicht zu kaschieren. Ihre Augen sprangen zwischen seinen hin und her, doch sie war sich sicher, dass er sie nicht sah. Umso schwerer schien sein Arm auf ihr zu lasten während sie ihn immer noch nur schockiert ansehen konnte. Sie hatte ihn schon zerfleischt gesehen. Sie hatte ihn totvor sich gesehen. Aber diese Phase, der Leidensweg vor dem Tod war nicht nur neu, er war auch noch viel grausamer. So grausam, dass ihr Herz sich auf die Größe einer Walnuss zusammen zog. In der Tat, er sah nichts mehr.
„Okay. Mach ich. Wenn wir bei ihm sind“, bestätigte sie ihm und nahm die blaue Kugel an sich, um sie in ihrer Tasche zu verstauen.
Dann besah sie den mehr tot als lebendig wirkenden Zauberer. Einen Herzschlag lang, einen zweiten und dritten. Dann hielt sie es nicht mehr aus und drehte sich zu ihm ein. Eng legte sie ihre Arme um seinen Körper, drückte ihn an sich und hielt ihn einfach nur. Er mochte sie vielleicht sehen, aber spüren und hören konnte er sie noch. Ihre Augen waren zusammengepresst als sie mit erstaunlich fester Stimme sagte: „Ich hab dich. Ich bring dich zurück und dann halten wir es auf. Ich lass' dich nicht los, okay?“
Sicherlich zehn Sekunden standen sie einfach nur so da ehe Ember sich mit einem sanften Streichen ihrer Hände über seinen Rücken von ihm löste und ihn an seinem noch intakten Arm zu führen begann. Kaum hatte sie sich von ihm abgewandt und den Blick dorthin gerichtet, wo sei hin musste, trat ein verbissener Ausdruck auf ihr Gesicht.
Sie wollte immer die Chance haben, etwas zu tun. Nun hatte sie sie.
Ember folgte rigoros dem Weg, den sie gekommen war. Als sie durch die Wand traten, rechnete sie fest damit, die Essenzen zu sehen. Doch gab es weit und breit keine Spur von ihnen. Eigentlich kam ihr das ganz recht, denn so konnte sie sich auf August konzentrieren und darauf achten, dass sie in angemessenem Tempo durch den Wald kamen. Sie warnte ihn vor Wurzeln, führte im Notfall seine Füße für den nächsten Tritt und ließ seinen Arm in keiner einzigen Sekunde los. Alles, was sie heute erfahren hatte, war in weite Ferne gerutscht. Fast hatte sie ihn soweit.
Ihr fiel das Herz beinahe in die Schuhe als sie plötzlich und eigentlich zu früh auf Perley stieß. Dieser hatte seinen Begleiter, Marya, scheinbar verloren und war allein unterwegs. Vermutlich hatte sie sich wie die anderen Essenzen einfach verzogen und würde kein Hindernis mehr für sie darstellen. Embers Lippen bildeten nur mehr einen dünnen Strich als Perley sie entdeckte und dann erkannte, wen sie mit sie schleppte. Sein Gesicht glich einer in sich zusammen brechenden Maske, unfähig ein klares Gefühl auszudrücken. Die Detective schüttelte nur vehement den Kopf, um jegliche Nachfrage zu unterbinden. Kaum war sie bei ihm, wühlte sie das blaue Orb hervor und ließ es vor ihnen zu Boden fallen. Dann begann es sich um sie zu drehen, die Umrisse verschwammen und das Nichts verschluckte die Drei.
Das Nächste, woran sich Ember erinnerte, war der ekelige Boden der Kammer vor dem trüben Spiegel. Neben ihr auf dem Boden lag August, daneben Perley, der wie sie selbst sich gerade orientierte. Dann kickte die Realität.
„Perley, wir brauchen Hakim, sofort. Magiekorrumption sagt er“, erklärte Ember knapp und war in der nächsten Sekunde schon wieder bei August. Sie fasste direkt wieder seine Hand, dann fühlte sie sein Gesicht ab. Die Adern waren weiter gewachsen und seine Sicht immer noch trüb.
„Wir sind wieder zurück, August. Wir holen Hakim und dann geht’s weiter, ja? Komm her...“ Sie fing erneut seinen Arm ein und drängte ihn dazu, auf die Beine zu kommen.
Zeit...
„Hör auf von deinem Herzen als schwarzen Klumpen zu sprechen“, zischte sie ihn leicht angegriffen an, das Resultat von der ständig anhaltenden Anspannung. Sie hatte keine magischen Fähigkeiten, das Voranschreiten aufzuhalten. Wusste nicht, ob es andere Wege gab, ihm Einhalt zu gebieten. Alles, was sie machen konnte, war die spärliche Zeit zu nutzen und ihn zu denjenigen zu bringen, die etwas wissen konnten. „Wenn du es noch mal so bezeichnest, scheuer ich dir eine. Und ich schwör dir, das tut weh.“
Unangekündigt erwachte Augusts Körper wieder zum Leben. Ember rückte eilig von ihm ab als er sich plötzlich auf die Füße kämpfte. Mit vor Schreck geweiteten Augen sah sie, wie sich die Adern fortsetzten. So als hätten sie ein Eigenleben entwickelt. Und wenn sie ihn jetzt recht betrachtete, wirkte er weniger real. Weniger greifbar.
Eine Sekunde später war auch Ember auf die Beine gekommen. Nun war es ihr nicht mehr möglich, den Ausdruck in ihrem Gesicht zu kaschieren. Ihre Augen sprangen zwischen seinen hin und her, doch sie war sich sicher, dass er sie nicht sah. Umso schwerer schien sein Arm auf ihr zu lasten während sie ihn immer noch nur schockiert ansehen konnte. Sie hatte ihn schon zerfleischt gesehen. Sie hatte ihn totvor sich gesehen. Aber diese Phase, der Leidensweg vor dem Tod war nicht nur neu, er war auch noch viel grausamer. So grausam, dass ihr Herz sich auf die Größe einer Walnuss zusammen zog. In der Tat, er sah nichts mehr.
„Okay. Mach ich. Wenn wir bei ihm sind“, bestätigte sie ihm und nahm die blaue Kugel an sich, um sie in ihrer Tasche zu verstauen.
Dann besah sie den mehr tot als lebendig wirkenden Zauberer. Einen Herzschlag lang, einen zweiten und dritten. Dann hielt sie es nicht mehr aus und drehte sich zu ihm ein. Eng legte sie ihre Arme um seinen Körper, drückte ihn an sich und hielt ihn einfach nur. Er mochte sie vielleicht sehen, aber spüren und hören konnte er sie noch. Ihre Augen waren zusammengepresst als sie mit erstaunlich fester Stimme sagte: „Ich hab dich. Ich bring dich zurück und dann halten wir es auf. Ich lass' dich nicht los, okay?“
Sicherlich zehn Sekunden standen sie einfach nur so da ehe Ember sich mit einem sanften Streichen ihrer Hände über seinen Rücken von ihm löste und ihn an seinem noch intakten Arm zu führen begann. Kaum hatte sie sich von ihm abgewandt und den Blick dorthin gerichtet, wo sei hin musste, trat ein verbissener Ausdruck auf ihr Gesicht.
Sie wollte immer die Chance haben, etwas zu tun. Nun hatte sie sie.
Ember folgte rigoros dem Weg, den sie gekommen war. Als sie durch die Wand traten, rechnete sie fest damit, die Essenzen zu sehen. Doch gab es weit und breit keine Spur von ihnen. Eigentlich kam ihr das ganz recht, denn so konnte sie sich auf August konzentrieren und darauf achten, dass sie in angemessenem Tempo durch den Wald kamen. Sie warnte ihn vor Wurzeln, führte im Notfall seine Füße für den nächsten Tritt und ließ seinen Arm in keiner einzigen Sekunde los. Alles, was sie heute erfahren hatte, war in weite Ferne gerutscht. Fast hatte sie ihn soweit.
Ihr fiel das Herz beinahe in die Schuhe als sie plötzlich und eigentlich zu früh auf Perley stieß. Dieser hatte seinen Begleiter, Marya, scheinbar verloren und war allein unterwegs. Vermutlich hatte sie sich wie die anderen Essenzen einfach verzogen und würde kein Hindernis mehr für sie darstellen. Embers Lippen bildeten nur mehr einen dünnen Strich als Perley sie entdeckte und dann erkannte, wen sie mit sie schleppte. Sein Gesicht glich einer in sich zusammen brechenden Maske, unfähig ein klares Gefühl auszudrücken. Die Detective schüttelte nur vehement den Kopf, um jegliche Nachfrage zu unterbinden. Kaum war sie bei ihm, wühlte sie das blaue Orb hervor und ließ es vor ihnen zu Boden fallen. Dann begann es sich um sie zu drehen, die Umrisse verschwammen und das Nichts verschluckte die Drei.
Das Nächste, woran sich Ember erinnerte, war der ekelige Boden der Kammer vor dem trüben Spiegel. Neben ihr auf dem Boden lag August, daneben Perley, der wie sie selbst sich gerade orientierte. Dann kickte die Realität.
„Perley, wir brauchen Hakim, sofort. Magiekorrumption sagt er“, erklärte Ember knapp und war in der nächsten Sekunde schon wieder bei August. Sie fasste direkt wieder seine Hand, dann fühlte sie sein Gesicht ab. Die Adern waren weiter gewachsen und seine Sicht immer noch trüb.
„Wir sind wieder zurück, August. Wir holen Hakim und dann geht’s weiter, ja? Komm her...“ Sie fing erneut seinen Arm ein und drängte ihn dazu, auf die Beine zu kommen.