[2er RPG] Dusk & Dawn [Asuna & Nico]

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    • August hätte diese Pause durchaus verteufeln können.
      Eine Sekunde länger und er hätte nicht gewusst, ob er seine Hand von ihrer Hüfte lösen konnte. Hier, an ihrem Kiefer, war es unverfänglicher und sicherer, nicht wahr? Musste doch, oder?
      Als sie die Entfernung schloss und ihre Münder versiegelte, hätte er seufzen wollen. Viel zu sehr begehrt war das Gefühl, das ihn ereilte, wenn sie die Lippen wieder vereinigte. Viel zu verloren der Geist, als er sich wieder darauf einließ, obwohl selbst sein Verstand Alarm schlug. Wie sollte er sich auf ein Stopp einlassen, wenn er nicht mal mehr Herr seiner Eigenen Gefühle war? Ein mutiges Unterfangen, dachte August halb grinsend und genoß ihren Leib an seinem zu spüren.
      Bei einer Pause sah er sie nur atemlos und beinahe verständnislos an, als sie ihre Frage stellte. Wie schaffte es diese Frau eigentlich, zu jeder Situation den passenden Killer zu finden? August leckte sich über die wundgeküssten Lippen und atmete durch, ehe er sie wieder fest ansah.
      "Ich...Wie schaffst du es eigentlich immer, die Stimmung zu töten?", kicherte er kopschüttelnd und seufzte. "Ich habe es dir versprochen und ich halte mich daran. Wenn du "Stopp" sagst, werde ich dich loslassen und mit dem aufhören was ich gerade tue. Und jetzt lass mich dir eine Frage stellen, Ember Sallow!"
      Er positionierte sich noch einmal um und legte seine Hand auf ihre Hüfte, um ihrem Gesicht näher zu sein. Grinsend sah er sie an und suchte nach Worten, ehe er sie fand.
      "Wovor hast du eigentlich Angst?", fragte er. "Davon, dass ich wie ein Tier über dich herfalle? Du bist eine ausgewachsene Polizistin, die mich vermutlich mit zwei Handgriffen auf den Bauch befördern könnte. Außerdem bin ich kein Tier und besitze durchaus den Anstand die Grenzen einer Lady zu wahren...Oder..."
      Sachte näherte er sich ihren Lippen erneut, berührte diese aber nur für einen Hauch. Ganz sacht, als sei es ein seidender Atemzug auf ihren noch feuchten Lippen, ehe er abdrehte.
      Der Hals war das nächste Ziel, das er sich vornehmen konnte. Sacht und dennoch bestimmt, drängte er sich zwischen ihre Schulterbeuge und ihren Hals, um mit seiner Zunge über die erhitzte Haut zu lecken, ehe er einen Kuss darauf drückte. Sie schmeckte nach Salz, wenngleich nur leicht und doch...Es erschien ihm jetzt wie das Manna des Himmels, ehe er sich von ihr löste und fuhr mit seinem Gesicht der Linie ihres Halses nach, ehe er an ihrem Ohr weilte.
      "Oder hast du Angst, dass ich es nicht tue?", flüsterte er.

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    • „Sorry, bin halt Kopfmensch“, war lediglich Embers knappe Begründung auf ihr verborgenes Talent. Rein theoretisch hatte sie ja den Oberhammer schlechthin noch in Petto, was das Töten von Stimmung betraf. Sie konnte ihn so schnell auf die Bretter schicken, das konnte er sich gar nicht ausmalen. Dass er ihr jetzt auch noch eine Frage stellen wollte ließ darauf schließen, dass er auch noch mehr Verstand zur Verfügung hatte als er eigentlich offenbaren wollte. Sogleich positionierte er sich um, griff nach ihrer Hüfte und ließ zu, dass sie wieder ein bisschen zu Atem kam. Sie hielt seinem Blick eisern stand während er nach den passenden Worten suchte und sie schließlich fand.
      Er fragte sie nach ihrer Angst. Diese rührte nicht daher, dass sie sich unterlegen fand. August hatte mit seiner Annahme recht; solange er keine Magie nutzte würde sie ihn überwältigen können. Darin war sie geschult, darin war sie gut. Sie rührte auch nicht daher, dass sie ihm misstrauen könnte. Denn das tat sie bei Weitem nicht mehr und wusste, dass er sein Wort halten würde, dass er ihr vorhin gab. Er würde nur zum Tier werden wenn sie ihn unmissverständlich dazu aufforderte und keinen Augenblick eher. Es war das oder, das ihr am meisten Sorge bereitete.
      Er peilte ihre Lippen ein weiteres Mal an, streifte sie jedoch nur und weckte längst vergessene Erinnerungen an ihre erste Auseinandersetzung dieser Art. Auch da hatten sie getanzt, gedruckst und waren schlussendlich eingeknickt. Deswegen war sie nicht einmal enttäuscht als er von ihren Lippen abließ und sein neues Ziel anvisierte. Sie leistete ein wenig Widerstand, gab ihm nicht so leichtfertig Zugang zu ihrer Halsbeuge. Als er ihn jedoch bekam zog sie scharf die Luft zwischen ihren Zähnen ein und drückte ihm die Fingerkuppen in die Schulter, wo ihre Hand noch immer geruht hatte. August folgte der Linie ihres Halses aufwärts bis er an ihrem Ohr angekommen war und dort den Rest der Frage stellte, den sie spielend leicht beantworten konnte. Trotzdem bewirkte sein Flüsterton, dass sie das Gefühl hatte, den Boden unter sich zu verlieren.
      „Ich bin mal so töricht und vertraue deinem Wort“, beantwortete sie diesen Teil der Frage. Worum sie sich Gedanken machte, war Ruairi, den sie nicht einfach aus ihrem Kopf hatte streichen können. Er war die sichere Wahl, die glänzende Seite der Medaille, selbst wenn er sich nicht als solche sehen würde. Auf der anderen Seite stand August, der sich scheinbar genauso sehr in sie verguckt hatte. Doch ihm hing das Damoklesschwert über dem Kopf und wäre es gerechtfertigt zu sagen, dass sie diese drei Wochen abwarten wollte ehe sie wusste, welchen Weg sie einschlagen wollte? Viel konnte in drei Wochen passieren, das hatte sie nun mehrfach am eigenen Leib erfahren. Wenn August erführe, dass sie noch jemanden hätte, wäre er am Boden zerstört. All das, was sie gerade mühsam wieder aufgebaut hatten würde mit einem Vorschlaghammer niedergerissen werden.
      „Vielleicht hab ich ja ein bisschen Angst, dass es mir gefallen könnte.“ Und du nach drei Wochen einfach von dieser Erde verschwindest und mich zurücklässt. „Oder dass du feststellst, wie gern du Grenzen überschreitest und dich dabei vergisst?“ Biologie und Hormone waren die reinsten Verräter. Sie selbst spürte genug Anzeichen, die sie in eine bestimmte Richtung lenken wollten, aber sie war ebenfalls ein Mensch mit Sinn und Verstand, der in Lage war, Entscheidungen zu treffen. Zumindest sollte man das meinen. „Oder dass du dich vergisst, wenn ich dir sage, dass du mich berühren könntest. Dich nicht nur auf Küsse beschränken müsstest. Und am Ende doch vergisst, was Stopp heißt.“
      Ember hatte die Augen derweil geschlossen und sich nach ihrem Satz auf die Unterlippe gebissen. Worte, die einmal ausgesprochen waren, konnte man nicht wieder zurücknehmen. Eigentlich wollte sie sie auch gar nicht wieder zurücknehmen. Eigentlich wollte nur einmal etwas tun, ohne großartig darüber nachzudenken. Nicht abzuwägen, was richtig und was falsch war. Was angemessen war und was nicht. August bot ihr all dies unter dem Vorwand von lächerlichen drei Wochen und sie konnte nicht leugnen, dass er ihr so ein wenig des Schmerzes nahm, der noch in ihrer Brust lungerte.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August gab sich damit zufrieden, nach seinem Satz zu der weichen Haut am Hals zurückzukehren, die sie ihm vorenthielt wie einen kostbaren Schatz.
      Das erste Mal bemerkte er ein wenig der Gegenwehr und beendete sein Streben in diesem Moment. Er hatte esversprochen und ein "Nein" oder "Stop" konnte immerhin auch eine Geste sein. Zumindest hatte er das vor einiger Zeit in einem Ratgeber im Internet gelesen. Sorgsam atmend entfernte er sich etwas von ihr und sah Ember an.
      Beinahe zärtlich strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht und lächelte.
      "Zum einen glaube ich, dass es dir bereits gefällt", murmelte er. "Und ich kann dir versprechen, dass ich mich noch nicht vergessen habe. Alles, was ich getan habe, habe ich getan, weil ich es so wollte. Zumindest was uns beide betraf. Ich würde dir niemals etwas antun oder mich derart vergessen, dass du um deine Grenzen fürchten müsstest. Selbst jetzt, Frau Kopfmensch, könntest du mich mühelos aus meinem eigenen Bett verbannen, indem du es wünschst."
      August lehnte sich etwas zurück und fuhr mit seinem Finger über ihre Körperseite, die kritischen Punkte ihres Körpers ganz bewusst auslassend.
      "Und weißt du...", begann er erneut als er ihr wieder näher kam, um ihr erneut ins Ohr zu flüstern. "Ein Kopfmensch zu sein, hat einen gravierenden Nachteil."
      Jetzt fuhr seine Hand nach einer kurzen Kurve ihrer Hüfte jedoch nicht mehr den eigentlich Weg lang. Stattdessen fuhr er über ihren unteren Bauch nach oben. Sachte schob er durch die Reibung sacht das Hemd ein Stück nach oben, ehe es durch die Trägheit wieder an Ort und Stelle zurück schnellte. Als er auf der Höhe ihrer Brust angelangt war, streifte er mit einem Finger ihre Brustwarze, die er selbst jetzt zumindest zu erfühlen glaubte. Es war nicht mehr als eine kurze Berührung, ein Flimmern im Dunkeln gerade zu, ehe er wieder an ihrem Kiefer angelangt war.
      "Man neigt dazu, jede Entscheidung zu hinterfragen und zu zerdenken in der Illusion, die volle Kontrolle dadurch zu haben. Und man vergisst dabei zu leben."
      Ein weiteres Mal senkten sich seine Lippen, langsam und zärtlich auf ihre. Dieser Kuss hatte mit den anderen, fordernden nichts mehr gemein. Es war vielmehr ein seidenes Streicheln, ein Liebkosen von zwei Menschen, die sich nach Nähe sehnten. UNd selbst wenn sie es nicht taten, war es genug, um ihr zu zeigen, wonach ihm gelegen war.
      Zweimal, dreimal drängte sein Kiefer gegen ihren und erhöhte das Verlangen in seinen Küssen, obschon er nichts an Zärtlichkeit einbüßte. Sich zumindest alle Mühe gab. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit, als er nicht mehr wusste, ob sein Herz noch schlug, löste er sich von ihr und ergriff sachte die Hand auf seiner Schulter.
      Nur um ihr einen zärtlichen Kuss darauf zu hauchen.
      "Sagst du Stop?", flüsterte er.

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    • „Zum einen glaube ich, dass es dir bereits gefällt.“
      Es hatte Umstände gegeben, da hätte Ember diesen Satz mit einem wölfischen Grinsen quittiert und anschließend gezeigt, wie viel Gehalt in dieser Annahme steckte. Nun war jedoch nicht die Zeit für derlei Geplänkel obzwar ihr langsam gewahr wurde, dass sie sich vielleicht doch langsam wieder in den aktiven Part zurückkämpfen sollte. Auf den Verweis hin, dass ein einziger Hinweis ihrerseits ausreichen würde, um ihn aus dem Bett zu bannen, musste sie dennoch leicht herablassend lächeln. „Ach was. Du würdest es tun, aber zeitgleich dir die Haut vom Leib schälen.“
      Statt einer Antwort bekam sie einen sprichwörtlichen kleinen Fingerzeig von August. Mit einer gewissen Erwartungshaltung sagte sie den Pfad voraus, den sein Finger an ihrem Körper beschreiben würde. Obwohl er keine nennenswerte Stelle berührte kribbelte der Pfad, den sein Finger hinterließ gnadenlos.
      Dass es gravierende Nachteile hatte, ein Kopfmensch zu sein, musste man Ember Sallow nicht noch auf die Nase binden. Sie konnte problemlos dutzende Punkte nennen und durch diese Vorahnung zog sie ihre Beine unwissentlich etwas an, bis sie an August anstießen. Von Etwas überrascht zu werden hatte durchaus seinen Reiz, es aber im Voraus noch angekündigt zu bekommen war für Ember deutlich schwieriger zu managen. Sie wusste, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für ein Stoppwar, doch war dieses Wort aus ihrem Sprachschatz verschwunden. Und so ergab sie sich seiner offensivstarken Berührung, angefangen von ihrem unteren Bauch bis hin zu ihrer Brust. Als er mit einem Finger – ob absichtlich oder nicht sei dahingestellt – ihre Brustwarze berührte, zuckte sie kurz zusammen, blieb ansonsten aber stumm. Langsam aber sicher wurde es zur Folter, weiterhin an dem fadenscheinigen Konstrukt der Vernunft festzuhalten. August verweilte dort nicht einmal, sondern ignorierte es regelrecht und schenkte viel lieber ihrem Kiefer erneute Aufmerksamkeit. Ihre Augen fanden keinen anderen Fokus als die seinen. Nicht, als er einen Nachteil offenbarte, nicht, als sich sein Gesicht wieder ihrem näherte. Ihre Lider nahmen ihr schlussendlich die Wahl als sie nicht anders konnte als sich diesem Kuss, der alles vorher gegangene toppte, hinzugeben. Beinahe erschreckte es Ember, wie sanft und hingebungsvoll der Zauberer sein konnte und war direkt über sich selbst entrüstet, so etwas zu denken. Noch immer hing ihre eine Hand an seinem Rücken, die andere war unterdessen in seinen Nacken gewandert, um ihn daran zu hindern, wieder zu gehen. Irgendwann musste er es jedoch, doch sie ließ ihn nur eine Armlänge abweichen. Dafür bekam er ihre Hand von seiner Schulter.
      „Sagst du Stopp?“
      Für ein paar grausige Herzschläge lang sagte Ember gar nichts. Zu sehr war sie damit beschäftigt, die Hormone aus ihrem Hirn zu scheuchen und die gefühlten Erlebnisse zu verarbeiten. Dann kam wieder Leben in sie als sie plötzlich hoch schnellte, ihre Arme um seinen Torso schlang und sich mit solch einer Inbrunst an ihn drückte, dass ihr selbst Angst und Bange wurde. Sie waren nun Ohr an Ohr, genau das, was sie brauchte.
      „Noch nicht“, entgegnete sie, wobei sie es brauchte, nicht direkt in seine Augen zu sehen. Sonst hätte sie vielleicht noch deutlichere Worte gefunden. Also gab sie etwas nach, damit sie ihre Hände langsam über seinen Rücken abwärts gleiten lassen konnte. Auf Lendenhöhe fanden sie ihre Ruhe und verweilten dort einen Moment, in dem sie ihre Lippen so nah an seine Ohrmuschel brachte, dass sie beim Sprechen in Berührung kamen. „Nicht, wenn du mich so küsst.“
      Vorbei war es mit dem Kopfmensch Ember. Viel zu viele schlaue Sätze oder angebrachte Fragen hätte sie nun stellen können. Genug von ihnen schwirrten ihr durch den Verstand. Aber keine davon hielt sie gerade als relevant. Sie konnte nicht einmal mehr zerdenken, wie es zu dieser abgefahrenen Situation gekommen war. Einzig und allein dieser Moment, in dem die Hitze ihrer beider Körper zu verschmelzen schien, spielte für sie noch eine Rolle.

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    • „Nicht, wenn du mich so küsst.“
      Ob sie ahnte, was sie mit diesem Sätzchen auslöste? Vermutlich ja. Ember Sallow war vieles, aber nicht dumm. Zumindest nicht in Augusts Vorstellung, die gerade Flügel bekam. War es wirklich das Richtige, was er hier tat? Drauf gepfiffen! Was brachte die Vernunft, wenn die Begierde mit ihr Tango tanzte?
      Schweigsam grinste der Zauberer bis über beide Ohren und schüttelte den Kopf.
      "Dann sollte ich das wohl beibehalten, nicht wahr?", wisperte er und nahm einen tiefen Atemzug ihres Geruches in sich auf.
      Es wirkte wie ein Aphrodisiakum auf seinen Leib, der die Nähe alsbald nicht mehr schamlos ertragen konnte. Für den Zauberer selbst war es leicht seine körperlichen Erscheinungen dieses kurzen Intermezzos zu unterdrücken, aber was sollte er tun? Wenn sie nun Stopp sagte...Nicht, dass er weiter machen würde. August Foremar stand zu seinem Wort. Aber was würde das über sie beide nun sagen?
      Sachte legte er seine Hand an ihren Kiefer und zwinkerte ihr zu.
      Eine kurze, sanfte Geste, ehe er seinen Lippen gleichsam auch seine Zunge folgen ließ und den ersten, fiebrigen Kuss von ihr erwiderte. Got, wie lange hatte es gebraucht, den Mut dafür zu finden und nicht so zu tun als wäre er der König der verfluchten Welt.
      Während die eine Hand an ihrem Kiefer zur Ruhe kam, fand die freie Linke ihren Weg erneut ihren Körper hinab. Mit dem Zeigefinger fuhr er ihren Hals entlang und entließ kleine, aber schmerzlose Stöße von Magie in ihre Sehnen und Nervenbahnen. Es würde sich ein wenig anfühlen als spielte er Tango an ihren Nerven, doch aufgrund seiner Zusammenarbeit mit Hakim wusste er, dass diese Nervenbahnen in den Lendenbereich der Detective münden würde.
      Vielleicht war es ein wenig provokant, aber so lange er den Kuss aufrecht hielt...
      Dummkopf, dachte er und musste beinahe über sein kindisches Verhalten kichern, ehe er mit der Hand tiefer fuhr und die Schocks sein ließ. Er brauchte keine Magie um eine Frau zu begehren. Hatte er noch nie. Magie war nicht für alles gut.
      Als er an ihrem Hüftbogen angelangt war, ging er den Weg, den er vormals unterschlagen hatte und fuhr mit der Hand sachte unter ihr (nein, sein) Hemd und schob es langsam über ihren Bauch hinweg nach oben.
      "Sagst du Stop?", wisperte er erneut und kniff ihr leicht ins Ohr.

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    • In diesen grauen Stunden zwischen Nacht und Morgen, Trauma und Alltag, fand Ember sich selbst in einem Zustand der Schwäche. Sie hatte einiges von ihrem Biss, ihrem Widerstand eingebüßt, und August hatte einen nicht gerade kleinen Anteil daran gehabt. Er hatte sie nicht bearbeitet oder gar einen passenden Moment abgewartet. Nein, er hatte ihr lediglich einen Raum geschaffen, in dem niemand sie für das beurteilte, was sie tat oder wer sie war.
      In dieser Sphäre um sie herum war es okay, dass sie sich weich seinem Kuss fügte. Dass sie sogar in ihn hinein seufzte und zuließ, dass die Anspannung aus ihren Gliedern wich. Ihre Zunge begegnete seiner und sie hätte sich am liebsten noch enger an ihn gedrückt. Damit sie nicht mehr sicher bestimmen konnte, wo ihr Körper aufhörte und ein anderer begann. Sie fühlte sich wie in einer warmen Blase, gespickt mit kleinen aufblühenden roten Blumen aus Hitze und Leidenschaft.
      Zu den vereinzelten roten Blumen gesellten sich sprunghaft ein paar deutlich größere Vertreter, als August mit seinem Finger im ersten Augenblick harmlos an ihrem Hals entlangfuhr. Reflexartig begann sie leicht zu zucken und nur den Küssen sei Dank hörte man nur ein ersticktes Aufkeuchen ihrerseits. Er hatte noch nie seine Magie in dieser Art und Weise bei ihr angewendet und mit welch süffisanter Präzision er es tat, war einfach nur lächerlich. Bei jedem rhythmischen Zucken wand sich leicht und suchte blind mit ihren Händen nach etwas, an dem sie sich festhalten konnte. Die Oberarme des Zauberers erfüllten diesen Zweck. Dann erstarben die Reize plötzlich und sie wusste nicht, ob sie sich darüber freuen sollte oder nicht. Stattdessen wurde ihre Konzentration wieder auf seine Hand gelenkt, die sich weiter über ihren Bauch hinweg mogelte. Sie brannte nicht wie sonst auf ihrer Haut, sondern trug einen Pfad der Wärme mit sich. Etwas, das sie mit offenen Armen überall auf ihrem Körper in Empfang nehmen würde.
      „Mh-mh“, verneinte sie seine Frage daraufhin und ließ ihn unbehelligt seinen Weg fortführen. Er hatte alles von ihr bereits gesehen, Scham war also gar nicht mehr in ihrem Repertoire. Vermutlich hätte sie dieses Gefühl in ihrem aktuellen Zustand auch nicht mehr erbringen können. „Du hast vorhin deine Magie benutzt... Hast du bisher noch nie.“
      Es lag keine Anklage in ihrer Stimme, einfach nur sanftes Interesse dafür. Inzwischen hatte sie ihren Oberkörper etwas angehoben, damit er das sperrige Stück Stoff noch höher schieben konnte und schließlich zu Tage förderte, was darunter lag. Die enthüllte Haut erschauderte kurz unter der kühleren Luft, die nun über sie strich. „Moment“, hielt sie ihn kurz von einem weiteren Kuss ab, um sich ganz aus dem geliehenen Stück zu schälen. Dann war sie wieder in seinen Armen während die Finger seiner einen Hand kleine Kreise am äußeren Rand ihrer Brust zogen.
      Ember konnte sich nicht daran erinnern, ob sie jemals so eine Zärtlichkeit mit August ausgetauscht hatte. Ihre nächtlichen Übereinkommen waren bisher geprägt gewesen von Wildheit und Wollust. Das hier war weniger davon getränkt als man es vielleicht vermutet hätte. Nun ließ auch sie ihre Hand über seine Schulter, sein Schlüsselbein und die Brust fahren wobei sie ebenfalls seine Brustwarze streifte, doch ihren Pfad nicht stoppte. Er endete erst, als ihre Finger mit dem Bund seiner Hose spielten ohne tatsächlich die Anzeichen zu machen, sie entfernt sehen zu wollen.
      „Es war eine echt heftige Nacht. Ich weiß nicht, ob ich heute in die Vollen gehen kann“, murmelte sie leise, teilweise erstaunt und beschämt zugleich über dieses Geständnis. „Ist das okay?...“

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    • Ein wenig ertappt zuckte Augusts Hand auf ihrem Bauch und fuhr ein wenig zurück.
      Ihre Haut fühlte sich wunderbar an. Wie ein Lied, das man zu spielen gedachte, obgleich man die Noten nicht kannte. Und obschon der Tatsache, dass er alles an ihrem Körper kannte (und begehrte), so war es doch einem Wunderland gleich, als er mit den Fingerkuppen die Erhebungen und Schwünge ihrer Kurven nachfuhr, ohne das störende Hemd dazwischen zu wissen.
      Wie gerne hätte er sie einfach auf den Rücken geworfen und seiner Begierde hemmungslos nachgegeben. Wie gerne hätte er sich einfach einmal mehr in ihr verloren und sich danach wieder in die Zeit zurück gesehnt? VErmutlich wäre es eine Erinnerung fürs Leben gewesen, wenn er nicht sein Wort gegeben hätte.
      Schweigsam sah er ihr in die Augen und wirkte einen Moment lang jugendlicher als je zuvor. Einem Burschen gleich, den man beim Stehlen erwischt hatte.
      "Ja, äh...", wisperte er stockend und hörte mit den Streicheleinheiten auf, um sich kurz durch das Gesicht zu wischen.
      Herrgott, war es heiß hier? Es war eindeutig heiß hier!
      "Also...Okay, verurteile mich nicht, ja? Ich habe neulich in einem dieser komischen Heftchen gelesen, die man am Kiosk kaufen kann. Jene, die merkwürdigerweise alle Frauennamen tragen. Sei's wie es sei, auf jeden Fall entdeckte ich bei meinem Stöbern einen Artikel über äh...Nun, also Sex. "Wie man SIE glücklich macht!", stand da. Und ich möchte zu Protokoll geben, dass ich keinerlei Absicht damit hegte oder dergleichen, ich fand es nur...nun...informativ..."
      Seufzend fuhr er sich erneut durch das schwitzige Gesicht und verdrehte die Augen.
      "Naja und da stand, dass man Reizpunkte auf dem weiblichen Körper treffen soll und was besseres fiel mir nicht ein, okay? Wenn es dir nicht gefällt, lasse ich es , aber ich..."
      Warum schweigst du schon wieder? Ehrlichkeit, August!
      "Ich wollte so gerne sehen, wie deine Augen funkeln, wenn du Glück oder Erregung findest."
      Herrgott, konnte es noch kitschiger werden?, fragte er sich und legte seine Hand wieder auf ihre Hüfte. Nur um ihre über seinen Körper wandern zu sehen. ALs sie an seiner Brustwarze vorbei ging, spürte er einen Schauer über seinem ganzen Rücken und seufzte leise während er ihre FInger an seinem Hosenbund spürte.
      Erst danach konnte er wieder aufsehen und sie anstarren. Ehe er lächelte. Natürlich...
      "Natürlich, du hast Recht", nickte er. "Es tut mir Leid, ich hätte nicht. Ich wollte einfach nur bei dir sein", sagte er und legte seine Hand an ihre Wange.
      "Aber deine Aussage hätte wesentlich mehr Durchschlagskraft, wenn du dabei nicht mit dem Hosenbund spielen würdest", kicherte er.

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    • August kam ins Stocken.
      Das überraschte Ember mehr als sie eigentlich hätte zugeben wollen. Viel eher hatte sie damit gerechnet, dass er nun seine Finger wahrlich nicht mehr von ihr lassen können würde und nun lag er knapp vor ihr und rang sich Worte ab. Nie zuvor hatte sie ihn so zerstreut erlebt. Mit jedem weiteren seiner Wörter wanderten ihre Augenbrauen ein Stück weiter gen Himmel und sie musste sogar ein wenig Abstand nehmen, um den Zauberer vollends zu begutachten. Der arme Mann trug mehr Farbe im Gesicht als jemals zuvor. Er glitzerte sogar leicht – ein sich neu bildender Schweißfilm. Was hatte den armen Mann denn plötzlich so in die Bredouille gebracht? Als er dann noch eine ganz bestimmtes Klientel an Schundblattlesern ansprach, hielt sie es beinahe nicht mehr aus. Unwillkürlich biss sie sich bereits auf die Unterlippe, wollte ihn nicht vorzeitig abwürgen. Als er es endlich beendet hatte, drängte sich das lang angehaltene Prusten aus ihr hervor und bildete sich in einem losgelösten Lachen aus. Natürlich las er solche Zeitschriften ganz uneigennützig. Genau. Und dann erst recht auch noch diese Rubriken...
      „Du hast deutlich wichtigere Dinge zu tun und dann verplemperst du deine Zeit damit, ausgerechnet solche Klatschblätter zu lesen? Ich bin entsetzt“, lachte sie weiter und musste sich sogar das ein oder andere Tränchen aus dem Augenwinkel streichen. Die Vorstellung, wie August an einem Kiosk stand und ernsthaft interessiert in diesen Zeitschriften las, war einfach zu komisch. Sie wusste gar nicht, wie lange sie eigentlich lachte, aber wie alles fand es irgendwann ein Ende und sie konnte ihn einfach nur offenherzig angrinsen. „Willst du damit etwa behaupten, dass ich tote Augen hatte, damals im Twisted Mind?“
      Auch damals war Ember bereits weit entfernt gewesen vom rechten Weg. Damals hatte sie sich mit der Ausrede gerettet, dass ihnen die Apokalypse bereits am Arsch klebte und sie deswegen nichts bereuen oder fürchten müsse. Noch immer würde sie behaupten, dass sie ihn in dieser Nacht verdammt gut um den Finger gewickelt hatte, aber damals wirkte er auch deutlich versierter als jener August vor ihr mit seinem Rotschimmer im Gesicht. Wo er damals den Blick nicht von ihrem Gesicht hatte abwenden können, folgte er nun mit einer bestimmten Aufmerksamkeit der Bewegung ihrer Hand auf seiner Brust ehe er doch den Blickkontakt wieder herstellte. Unter ihrer Berührung hatte sie den Schauer gespürt, den sie bei ihm ausgelöst hatte und wurde barsch daran erinnert, wie sehr sie dieses Gefühl liebte. Und das Wissen, dass sie es ausgelöst hatte. Sanft legte er seine Hand an ihre Wange, woraufhin ihr die Lieder kurzweilig zufielen. Als sie ihm eine Antwort lieferte, öffnete sie jedoch ihre Augen wieder und hatte wieder den Schneid in den Augen, für den sie typischerweise die richtige Ansprechpartnerin war.
      „Ich fürchte, du vergisst meine genaue Wortwahl von vorhin, mein Lieber“, erinnerte sie ihn mit Engelszungen. „Ich habe noch nichtgesagt. Da war noch nicht die Rede von Stopp und einvielleicht kam auch noch im Satz mit vor. Ich weiß, schwierig um die Uhrzeit, das zu bemerken.“
      Sie grinste erneut. Dann nahm sie seine Hand von ihrer Hüfte, justierte den Griff etwas und führte blind seine Fingerspitzen über ihre Flanke nach oben. Dabei wand sie nicht eine Sekunde ihren Blick von ihm ab. „Ich verrate dir ein bisschen, wie viel Wahrheit in den Worten von Jolie, oder welches Blatt auch immer du gelesen hast, steckt, ja?“ Sie passierten die Seite ihrer Brust, sie griff einmal um und setzte den Weg über ihr Schlüsselbein zu ihrem Hals fort. „Jeder Zentimeter meiner Haut, den du so berührst, kribbelt. Ich reagiere besonders auf die Seite meines Halses“, sie führte seine Finger nahe der Schlagader vorbei, „und eine weitere, die ich dir vielleicht verrate falls du sie jemals finden solltest.“ Es blitzte kurz in ihre Augen wie ein Vorbote. „ Und wenn du das mit deiner Magie da machst, frag ich mich ernsthaft, ob das bei anhaltender Dauer nicht schon ausreicht, um einen in die Knie zu zwingen. Ich fand es auf jeden Fall sehr anregend.“
      Da entließ Ember Augusts Hand aus ihrer Gefangenschaft und legte ihre Hände an seine Wangen. Dort verweilten sie zwei Herzschläge lang, dann strichen sie abwärts über seinen Hals, seine Schultern, bis wieder hinunter zu seinem Hosenbund, wo sie ursprünglich gelegen hatten. Ihr Kopf neigte sich leicht. „Ich weiß, dass du bei mir sein möchtest. Und wenn ich dem allem so abgeneigt wäre, säße ich ja wohl nicht nur im Slip vor dir, oder? Es gibt Nichts, was du jetzt falsch gemacht hast.“

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Es war so unendlich schön, ihr Gelächter zu hören. Auch das Aufbäumen gegen den Lachkrampf war bereits ein Erlebnis für sich, wenn man ihre Unterlippe beben sah. Gott, wie wunderschön sie aussah, wenn sie einfach loslachte. Hatte sie jemals derartig frei...Vermutlich nicht, sonst würde er sich daran erinnern.
      "Ja, ja", grunzte er und grinste doch breit. "Lach du nur...Außerdem habe ich meine Zeit nicht verplempert, ich brauchte nur etwas Zerstreuung..."
      Leicht amüsiert verzog er das Gesicht und seufzte. "Und die Zeitschrift hieß nicht 'Jolie'. Sie hieß 'Amber'. Und da dies sehr ähnlich zu deinem Namen klang, fiel sie mir ins Auge okay. Und nein, du hattest keine toten Augen, du warst...wunderschön...".
      Das letzte Wort wisperte er mehr in den Raum als dass er wollte, dass es wirklich gehört wurde. Sie musste nicht wissen, dass er verrückt nach ihrem Gesicht war. Ihren Ausdrücken, das Leuchten in ihren Augen und das Glockenhelle ihrer Stimme. Es war erschreckend, wie sehr er die Nähe hier gerade genoß, obgleich sie nicht wie Schulkinder übereinander herfielen und sich begatteten wie die Paviane. Dies hier war tiefer, schöner.
      Während der ganzen Erzählung hatte er die Stelle an ihrer Hüfte gestreichelt und gehalten. Als würde die Wärme das sein, was ihn am Leben hielt auch wenn der störende Stoff nun dort wieder zugegen war.
      Die nächsten Sekunden ihres Spieles waren wie eine betäubende Seelenreizung.
      Einerseits fand Ember Sallow ihren Schneid wieder und wies ihn auf eine Offensichtlichkeit hin, die er zwar bewusst bemerkt hatte, jedoch freiwillig außer Acht gelassen hatte. Gerade um ihr die Möglichkeit zu geben, dies zu verhindern und diesen ganzen Zirkus zu beenden wenn ihr danach war. Doch anscheinend wollte sie das gar nicht.
      Kein Stop...
      August musste lächeln und holte bereits Luft um etwas taktloses zu erwidern, als sie seine Hand umjustierte und mit ihr ihren Körper entlang fuhr. Es fiel ihm schwer, nicht ihren Blick zu brechen und seiner Hand zuzusehen. Doch kannte er alles, was sie ihm unter seinen Fingern zärtlich präsentierte. Jeder Zentimeter dieser Haut erschien ihm vertraut und gleichsam unentdecktes Land, das er zu erobern gedachte, sofern es ihm gestattet wurde. Er ließ sich führen, unter diesem hypnotischen Blick gefesselt, und erkundete ihren Körper mit ihrer Hand. Und es jagte ihm Schauer um Schauer durch die Hand und gerade um die Rundung der Seite ihrer Brust herum, durchfuhr die Hand ein merkliches Zucken, als wollte sie umgreifen, als wollte sie...Nein. Lass dich führen...
      Die Haut an ihrem Hals war markant weich und wunderschön...Als würde man über einen Seidenfluss streichen spürte er sanft ihren Puls unter der dünnen Haut liegen und seufzte leise, während sein Körper sich daran erinnerte wie man atmet.
      "Das...", begann er mit belegter Stimme. "Das war...Ich meine..."
      Ein Räuspern und seine Hand legte sich wie automatisch an ihren Hals. Sachte schloss er die Augen und genoß ihrerseits zunächst die Berührungen, während er nach kurzer Pause wieder aufsah und sich über die Lippen mit der Zunge fuhr.
      "Ich...Ich möchte...Also...Lass mich etwas probieren. Wenn es dir nicht zusagt, halt mich gerne auf, aber..."
      Warum musste sie das auch sagen?
      Eine Weile lang schloss er einfach nur die Augen und flutete seine Hände mit seiner Aura. Es war selten, dass er dieses Kribbeln in den Fingerspitzen fühlte und lange her, dass er eine Idee umgesetzt hatte.
      Und seine eigene Magie verwendete.
      Sachte tastete er nach ihrem Körper und wand seine Aura regelrecht um ihn. Es war leicht, die offenen Hautporen zu verwenden, um hinein zu gleiten und sie regelrecht mit ihm zu fluten. Sie würde vermutlich nicht mal etwas merken, vielleicht ein leichtes Kribbeln, aber er...Er spürte sie überdeutlich.
      Ihre Hitze, ihren Herzschlag...August wollte ihr nahe sein. Und wie ging es näher, als wenn man...
      Es dauerte einen kurzen Moment, da öffnete er die Augen wieder und sah sie an.
      "Ich...Schau.", sagte er und nahm ihre Hand. Ein Kribbeln stieg in seiner Hand an, während er ihre Finger von seinem Hosenbund hinauf über seinen Bauch zog. Sachte nur, als berührten sie die Wasseroberfläche.
      Ein Schauer glitt über seinen Rücken, der ihn selbst erschreckte und ein kleiner glitzernder Hauch erschien auf Embers Haut und vollzog dieselbe Berührung unter ihrem Hemd.
      "Wenn du mich berührst...Kannst du spüren was ich spüre", sagte er. "Warte."
      Langsam beugte er sich vor und drückte ihre Hand an sein Herz. Es dauerte einen kurzen Moment, ehe er ihre Lippen fand und sie erneut mit seinen versiegelte. Und seinen Gefühlen einmal freien Lauf ließ.
      Die Wärme ihrer Lippen legten die seinen im Flammen und schossen Blitze von Erregung wie auch Hitze durch seinen Körper, der sich beinahe zu krümmen schien. Die Hand auf seinem Herzen gab pulsierende Stöße in seinen Leib, die Schauer auf seinem Rücken auslösten, die seinen ganzen Körper hinab fuhren. So intensiv, dass er beinahe zu zittern begann, ehe er sich löste.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Zu allem Übel war das Klatschblatt auch noch ein Namensvetter von Ember. Hätte ja nicht besser laufen können, wenn man bedachte, dass diese Kleinigkeit ausgereicht hatte, um Augusts Aufmerksamkeit zu erregen. Im Zuge dessen fiel ihr nicht auf, wie sich seine Worte zum Ende hin verloren und nahm an, dass er das Wort wunderschön nur so leise sprach weil er eh das Gefühl hatte, nichts mehr bewirken zu können.
      Was sie jedoch nicht erwartet hatte, war seine Reaktion auf die kurze Lehreinheit. Sie hatte angenommen, dass es bei ihm keine sonderlich sichtbaren Spuren hinterließ, wenn sie ihm erklärte, was sie gerne hatte. Was seine Berührungen bei ihr bewirkten. Vielmehr hatte sie daran gedacht, ihm einfach nur einen kleinen Leitfaden hinzulegen. Stattdessen verfiel er wieder in seine abgehackten Sätze, räusperte sich und fand doch nicht die Worte um auszudrücken, was ihn beschäftigte. Zu gern hätte sie in diesem Moment in sein Hirn geblickt um zu verstehen, welche Gedanken gerade in ihm vorgingen. Schließlich konnte sie nicht wissen, wie es sich für ihn angefühlt hatte als sie seine Hand mit auf Reisen genommen hatte.
      Embers Blick wurde leicht fragend, als sie ihre Hände von dem Zauberer loseiste und in ihren eigenen Schoß ablegte. Sehr gut erinnerte sie sich daran, dass sie früher auf höchster Alarmbereitschaft gelaufen war, wenn ein Zauberer dazu ansetzte, Magie zu nutzen. Zur Hölle, sie war sogar einen Schritt weiter gegangen und hätte diesen Arkana versucht zu bedrohen, wenn er auch nur einen Schlenker mit seinen Fingern gezeigt hätte. Und jetzt saß sie seelenruhig vor ihm, gab ihm Zeit zu probieren, was auch immer er testen wollte. Dass die Gefüge sich verschoben hatten, war ihr schon klar, aber glasklare Momente wie dieser waren dennoch selten.
      Schließlich fassten seine Hände nach ihrem Leib und eine immense Erwartungshaltung flutete ihre Sinne. Gedanklich öffnete sie sich für alles, um auch die kleinste Veränderung nicht zu verpassen. Und das erste, was sie wahrnahm, war der Geruch von Ozon. Das war neu. Dann wurde ihr leicht warm, angefangen von den Stellen, wo er sie direkt berührte bis über den gesamten Körper hinweg. Als tauchte man sie in eine zähe, warme Flüssigkeit breitete sich das Gefühl aus und sie hätte schwören können, es ganz leise summen zu hören. Das Prägnanteste jedoch war das sukzessive Kribbeln, als hätte sie ständig eine leichte Gänsehaut.
      Schweigend überließ Ember August ihre Hand und die Führung. Er zog ihre Finger über seinen Bauch nach oben. Daran sah sie eigentlich noch nichts Schlimmes, bis sich das Kribbeln auf ihren eigenen Bauch fokussierte und sie mit absoluter Sicherheit sagen konnte, dass die Empfindung gerade exakt den gleichen Weg beschrieb wie jener, den August gerade gezogen hatte. Ihre Augen weiteten sich in Überraschung. „Wie?...“
      Selbst die Erklärung klang wahnwitzig. Unvorstellbar, wenn man es genau nehmen wollte. So viele Fragen würden sich klären lassen, wenn man in der Lage war das zu fühlen, was der andere spürte. Das war nicht nur faszinierend, das war gefährlich obendrein. Es begann schon, als er ihre Hand wieder auf sein Herz legte. Einem Pulsschlag gleich bekam sie die Reaktion zu spüren und sie war sich mit einem Schlag sicher, dass sie wirklich nicht wusste, ob sie es aushielt wenn sie diese Verbindung ausnutzen würden. Er nahm ihr die Entscheidungsmöglichkeit indem er ihr seine Lippen aufdrückte und sich einmal nicht zurückhielt. Fast augenblicklich keuchte sie in seinen Mund hinein und das Gefühl hatte, nicht mehr atmen zu können. Reflexartig griff sie mit ihrer freien Hand nach seinem Oberarm und vergrub die Finger halt suchend in ihm. Jetzt hätte sie das Stopp anbringen sollen, sich trennen und die Küsse unterbrechen müssen. Nichts von alle dem konnte sie zustande bringen sondern reizte die Verbindung nur noch weiter aus. Er hatte recht behalten, sie spürte seine Empfindungen und konnte trotzdem klar differenzieren, welche seine und welche ihre eigenen waren. Das gekoppelt reichte aber schon fast aus um ihre Nerven zu frittieren. Für die doppelte Empfindung waren die nämlich eigentlich nicht konzipiert. Wo sein Körper es schaffte, nicht zu zittern, hatte ihr eigener diesen Kampf bereits verloren.
      „Das ist absolut verrückt“, stellte Ember atemlos fest und musterte August mit einem Glitzern in den Augen, wie es Kinder hatten, wenn sie etwas Neues entdeckten. Ihr selbst war heiß, nein, kalt, Moment, doch heiß? Ach, sie wusste es einfach nicht mehr. Dafür wusste sie allerdings, dass sie schon im nächsten Augenblick wieder an seinen Lippen hing, sich jedoch nicht auf dort beschränkte. Sie wanderte über seine Kieferlinie hinab zu seinem Hals, wollte wissen, welche Empfindungen ihre Lippen auf ihrem Weg bei ihm auslösen mochte. Seinen Oberarm durfte er mittlerweile wieder zurückhaben, dafür hatte sich ihre Hand nun auf seinem Oberschenkel in relativ gefährlichem Territorium abgelegt.
      „Gilt das eigentlich auch andersherum?“, fragte sie und hauchte die Worte an seinen Hals.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August liebte die Reaktion, die es in ihr auslöste. Das sanfte Keuchen an seinen Lippen fühlte sich bittersüss und anregend zugleich an und es fiel ihm schwer, die beinahe wundgeküssten Lippen von ihr zu lösen. Für einen Moment lang genoss er den Schauer, der ihm über den Rücken in seine Beine fuhr und war dankbar, dass sie bereits lagen. Andernfalls wäre dies der Moment gewesen, wo seine Beine den Dienst verweigert hätten.
      Schweigsam wartete er einen Moment lang, ehe er seine Haare aus dem Gesicht Strich und sich fragte, wie viel Zeit sie wohl noch hatten.
      Er quittiert ihre stotternde Anfrage mit einem Lächeln und genoss auch hier das brennende kribbeln in seinem Arm, wo sie ihre Finger in ihn geschlagen hatte. Für einen kurzen Moment sah er ihr ins Gesicht und begann mit belegter Stimme zu sprechen:
      "Das...", begann er und musste doch zwischendurch Atem holen, um sich davon abzuhalten, über sie herzufallen um ihr zu zeigen, welche Reaktionen sie noch hervor rief.
      "Es ist meine eigene Magie", sagte August und grinste breit. "Also die, die ich als erstes erhielt. Von Geburt an. Ich bin in der Lage, alles mit allem zu verschmelzen. Und bisher wusste ich über anatomie nicht allzu viel, wenn ich ehrlich bin. Als ich länger mit Hakim zu tun hatte, entdeckte ich, dass die Nervensysteme von Menschen durchaus kompatibel sind. Und ich dachte mir, ich verbinde dein Nervensystem mit meinem..."
      Er wollte weiter berichten und ihr mehr vom seiner Entdeckung erzählen, jedoch spürte er erneut Embers Lippen auf seinen. Pulsartig schossen Schauer von seinen Lippen bis in seinen unterkörper hinein und belebten das, was er beschlossen hatte, ruhig zu halten. Mit jedem brennenden Kuss, brannte sein Unterleib und erwachte unbeabsichtigt zum Leben.
      August keuchte auf, als er ihre Lippen an seinem Hals spürte und betete, dass sie es wahrnehmen konnte, wie pulsartig die Erregung und gleichzeitig dieses süße kribbeln durch seinen Körper schoss. Als würde man die Schalter der Nerven allesamt gleichzeitig umlegen.
      "Ich...", begann er und zog die Luft durch die Zähne als sie an seinem Hals zugange war und das wispern seine Ohren erreichte. Es kitzelte an seinem Hals und in ihm brandete der Wunsch auf, ihre Lippen überall an sich zu spüren.
      "Ja, das wäre wohl...möglich...", wisperte er und griff mit zitternden Fingern an ihre Schläfe.
      Und während er sacht ihren Scheitel küsste, Verband er die Systeme in beide Richtungen, ehe er das brennen auf seinem Oberschenkel bemerkte.
      "Ich kann auch fühlen, was du fühlst", wisperte er. "Mach weiter...bitte."

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    • So klar und deutlich hatte August noch nie erklärt und gezeigt, was seine von Natur aus gegebene Form der Magie war. Wusste das überhaupt jemand in den Reihen der Öffentlichkeit? Sicher, die anderen Arkana würden es wissen, aber was war mit all den anderen? Was war mit den komischen Fingerzeichen, die sie immer wieder bei ihm gesehen hatte? Was war mit dem Bannkreis, der erschienen war als er Gefahr lief in ihrer Wohnung zu verbluten?
      Embers verstand prozessierte seine Worte und wollte noch etwas hinzufügen, doch die Reaktion des Zauberers unterbrach sie dabei. Es jagte ihr gleichermaßen Schauer über den Rücken als sie durch die Verbindung zu spüren bekam, dass sie eine Welle der Erregung nach der anderen durch seinen Körper jagte. Das war ja die reinste Tortur wenn man ganz genau wusste, worauf der Andere jeweils reagierte. Man konnte ihn dann spielend leicht in eine Richtung treiben, in die er vielleicht gar nicht wollte.
      Ember harrte für den kurzen Moment aus, in dem August ihren Scheitel küsste und mit zittrigen Fingern ihre Schläfe berührte. Dieses Mal machte sich kein besonderer Geruch bemerkbar und auch eine Veränderung im Körpergefühl blieb aus. So als sei sie völlig unberührt von diesem Band geblieben.
      „Du musst das unbedingt lösen, wenn das hier vorbei ist“, erinnerte sie ihn noch während ihre Lippen an seinem Hals warteten. Tat er dies nicht, würde jeder wissen, dass sie mit ihm angebändelt hatte und dann war sie wie auf dem Silberteller serviert. Außerdem bräuchten sie dann nur im Wirkungsbereich seiner Aura sein und dann.... wobei... Sagte er nicht, es ginge nur um die Empfindungen, die ihre Berührungenauslösten? Oder war das schon Haarspalterei?
      Darüber zerbrach sich Ember nicht mehr weiter den Kopf. August hatte sie um etwas gebeten und sie war drauf und dran, es ihm zu erfüllen. Die Hand, die noch immer an seiner Brust lag, gewann plötzlich an Kraft. Sie nötigte ihn dazu, sich auf den Rücken zu drehen, doch sie folgte ihm direkt. Ein Bein schwang sich über ihn, sodass sie sich breitbeinig auf seine Hüfte setzen konnte. Mit einem Schütteln ihres Kopfes brachte sie die wilden Silbersträhnen fort aus ihrem Gesicht, dann sah sie August an. Bestimmt griff sie wieder nach seiner Hand, legte sie an ihren Bauch und beschrieb den Weg aufwärts. Seine raue Hand war wie glühender Sand auf ihrer Haut und als sie seine Hand auf ihre Brust legte, nahm sie eine tiefen Atemzug. Ihr Herz schlug so stark in ihrer Brust, dass sie fürchtete, es würde demnächst die ein oder andere Rippe brechen. Sie tat einen weiteren tiefen Atemzug, als sie speziell nach seinen Fingern griff und seine Fingerspitzen gezielt um und über ihre Brustwarze kreisen ließ.
      „Spürst du das?“, fragte sie leise und spielte auf die eigenen Schauer an, die wie Blitze quer durch ihren Körper schlugen. Mit jeder Bewegung war sie sich weniger im Klaren darüber, ob ihr heiß oder kalt sein sollte. Dass sie breitbeinig auf ihm saß verstärkte das langsam erwachende Pulsieren zwischen ihren Beinen nur noch. Bis vor wenigen Minuten war sie sich sicher, dass sie nach dieser Nacht nicht mehr zu irgendwelchen Intimitäten fähig wäre. Jetzt war sie sich nicht mehr sicher, ob sie dem überhaupt standhalten konnte.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • "Keine Sorge", wisperte er und nickte leicht.
      Natürlich würde er es lösen.
      Für den Anderen, dachte eine fiese Stimme in seinem Hinterkopf, die er gezielt und ruhig zum Schweigen brachte, während er Ember ansah. Seit ihrer Verbindung fühlte sich sein Leib an wie ein freigelegter Nerv, den zu stimulieren eine scheinbar Hobbyaufgabe geworden war.
      Als sie sich auf ihn schwang, beschleunigte sich sein Puls beinahe sekündlich um die 100 Schläge gefühlt. Sein Herz wollte zerspringen, so erschien es ihm und die Situation war dermaßen wirr. Hier lagen sie, von Regeln zerfressen und der Bitte beseelt, keine Intimitäten auszutauschen. Und nun saß sie auf ihm, die warmen Schenkel an seine Hüften gepresst und er bemerkte nicht einmal mehr, wie sein Atem aussetzte, als sie seine Hand nahm.
      Die Sieben Himmel waren ihm Gnäden. ODer sollten es sein...
      Denn Mit einem Mal fand sich seine raue Hand auf ihrer weichen Haut wieder. Auf seinem Bauch bemerkte er die Hitze, die er ausstrahlte und wie sie seine Hand nach oben führte, ihre Hand nur ein Kitzeln in einem Meer aus Empfindungen, die er nicht mehr zuordnen konnte. An der Brust angekommen musste sie ihn nicht anleiten. Wie von selbst legte sich seine Hand um das weiche Fleisch und beinahe zärtlich erhöhte er den Druck. Sie passte perfekt. Als wäre sie für seine Handfläche gemacht worden.
      Als sie seine Finger um seine Brustwarze herum führte, fühlte sich August einem Schlaganfall nah. Sein Herz beschleunigte nochals und wilde Schauer rasten durch seinen Körper, sodass er die Luft stark einziehen musste. Seine Augen weiteten sich vor Überraschung und der Unterleib, der unter ihrem begraben wurde, erwachte nun endgültig zum Leben.
      Seine Beinmuskeln verkrampften sich regelrecht und er fing an zu zittern. Hitze strömte aus seinem Unterleib in die Winkel seines Körpers und machte es beinahe unmöglich, sich ohne Zittern zu bewegen.
      "J-ja...", flüsterte August und wäre zu nicht mehr fähig gewesen.
      Ruhig griff er nach oben zu ihrem Oberkörper und zog sie sanft ein Stück zu sich.
      Ihres wunderbaren Oberkörpers gewahr musste er sich zusammenreißen, um nicht vor Begierde zu wimmern, während seine Finger erneut über ihre Brüste tanzten. Erst nachdem er sich vergewissert hatte, welche Reaktionen er damit auslösen konnte, begann er seinen nächsten Test.
      Sanft und beinahe zu langsam legte August seine Lippen auf ihre Brustwarze. Mit der Zunge umfuhr er die Spitze und war sich nicht sicher, ob er zu weit ging. Aber alleine die Hitze, die seine Brust erfasste, sagte ihm schon beinahe genug.

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    • Von ihrer Position aus konnte Ember genauestens mitverfolgen, welche Zerstörung sie unter sich gerade anrichtete. Sie sah es an Augusts Blick, der mittlerweile so verklärt war, dass sie sich nicht mehr sicher war wie viel er eigentlich noch mitbekam. Seine Brust hob und senkte sich in einem aberwitzigen Tempo und an ihrer Hand bemerkte sie, wie seine eigene zu zittern begonnen hatte. Noch deutlicher wurde das Zittern seines Körpers zwischen ihren Beinen zu spüren, denn sein ganzer Leib schien förmlich zu beben. All das hatte sie bei ihm zuvor noch nie erlebt und sie war sich nicht sicher, ob er vielleicht doch auch stärker entkräftet war als er zugeben mochte. Oder seine Versuche mit dem Nervenkonstrukt doch nicht die beste Idee gewesen war.
      Ein einziges Wort entkam ihm als Antwort auf ihre Frage. Und selbst dieses Wort war fernab der Selbstsicherheit, die er üblicherweise ausstrahlte. Er war derjenige, der scheinbar auf Grenzen gepfiffen hatte und jetzt wirkte er wieder so, als hielten dünne Fäden ihn zurück. Dünne, unsichtbare Fäden, die in Embers Faust zusammenliefen, gebündelt unter einem Wort, das einer Guillotine gleich über ihren Hälsen schwebte.
      Dann, endlich, griff August nach ihr und holte sie ein Stück näher an sich heran. Ihre Hände stützte sie links und rechts von ihm auf der Matratze ab während findige Finger ihre Brüste erkundeten. All das kannte er bereits und trotzdem fühlte es sich so an, als berührte er sie das erste Mal auf diese Art und Weise so. Er zog leicht prickelnde Spuren kreuz und quer über ihre Haut bis seine Finger kurzweilig verschwanden und Ember durchatmen konnte. Das war auch dringend notwendig gewesen, denn einen vergleichsweise tiefen Zug würde sie nun nicht mehr tun können. Seinen Atem spürte sie als Ankündigung zuerst, dann waren seine Lippen bereits auf ihrer Haut und die Luft verließ ihre Lungen wie ein verzweifeltes letztes Stoßgebet. Erneut stellten sich ihre Finger leicht auf, erneut spannte sich ihr Rücken an. Der erste Kontakt seiner Zunge schickte prompt ein eindeutiges Signal zu ihrer Körpermitte und entlockte ihr damit ein gedehntes Seufzen. Für gewöhnlich ließ sie sich beim Sex gerne mal gehen und ließ sich gerne dabei auch ein bisschen necken, aber sie konnte sich nicht daran erinnern, dass das Spielen an ihren Brüsten jemals ausgereicht hätte, damit sie nur noch an Eines dachte. Oder dass es sich so intensiv angefühlt hatte und sie ernsthaft Sorge hatte, was geschehen mochte, wenn er sie zwischen ihren Schenkel anfasste.
      Ember schluckte, ihre Lider waren mittlerweile geschlossen. „Ich glaub, weiter als das geht nicht....“, murmelte sie leise und zuckte kurz, als sie eine Andeutung von Zahn spürte. „Sonst vergesse ich, was das Wort zum Aufhalten war.“

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    • Das Salz auf ihrer Haut glich einem Aphrodisiakum auf seiner Zunge, während er das Gefühl zwischen seinen Lippen genoß.
      Es gab ein merkwürdiges Duo, dass er diese Empfindung selbst auch empfinden konnte, auch wenn es ihm ausreichte, seine leblos gedachten Körperglieder wieder zu aktivieren.
      Er konnte nicht mehr reden, nicht mehr denken und so vergaß er auch die Erschöpfung, die er spürte. Und doch. Ein Letztes...Ein allerletztes. Er spürte bereits bevor sie es sagte, was sie sagen würde und so überschnitt sich ihr Gesagtes mit seinem vorhaben als er seine Zähne sanft, aber dennoch spürbar in ihre Brustwarze schlug.
      Bevor er jedoch vollständig sein Vorhaben durchsetzen konnte, glitten die Worte an sein Ohr und er verfluchte den Umstand, dass er sein Wort gegeben hatte. Wie von einem unsichtbaren Befehl gesteuert öffnete er den Mund und zog seinen Kopf zurück, bis dieser in das Kissen zurücksank.
      Er spürte die warmen Daunen nicht wirklich sondern nur noch ihren Pulsschlag und Hitze zwischen ihren Beinen. August wusste nicht mal, ob es eigentlich seine war.
      Wie ermattet legte er seine Hände auf der Decke ab und sah zu ihr hinauf. Lächelnd und mit schweißverzerrtem Gesicht.
      "Das Wort war "Stop", murmelte er und legte seine Hand kurz auf ihre Wange. "Und du hast es praktisch gesagt, also brauchst du dich nicht zu erinnern."
      August atmete tief durch und versuchte seinen Puls ein wenig zu beruhigen. Er musste die Verbindung auflösen, um sie zu entlassen und doch war ein innerer Drang dort, der ihn daran hinderte. Aber er würde. Sicherlich. Nachdem er die Hitze zwischen ihnen beiden genoßen hatte.
      Wer wusste, wann er es nochmals konnte?
      "Du hast dich tapfer gehalten", bemerkte er. "An deiner Stelle würde ich ja nicht einmal mehr denken können, geschweige denn überhaupt noch wissen, was ich wollte oder nicht. Erneut beeindruckst du mich, Ember Sallow."
      Mit einem kurzen Kichern brach das Lachen aus ihm hervor ehe er sich regelrecht schüttelte. Blanke Freude schossen durch seine Nervenbahnen und brachten zumindest wieder etwas Blut in die oberen Regionen.
      "Tschuldige, tschuldige!", kicherte er lachend. "Ich konnte nicht anders."
      Seufzend ließ er sich wieder mit vollem Gewicht nieder und sah sie an.
      "Hey, widerspricht es deinen Grundsätzen nach "nicht in die Vollen gehen", wenn ich um eine Umarmung bitte?", fragte er und öffnete die Arme. "Ich schwöre, ich berühre keine kritischen Punkte!"

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    • Eigentlich hatte Ember unlängst das Wort aus ihrem Sprachschatz gestrichen, das dazu geführt hätte, dass es aufhörte. Doch August hielt sich grausam genau an sein gegebenes Wort und interpretierte eine Umschreibung als genau dieses vermaledeite Wort. Am liebsten hätte sie ihre Worte revidiert, möglich war es nun leider nicht mehr. Und so musste sie mit ansehen, wie er sich von ihr löste, seine Hände kraftlos zur Seite fallen ließ und sie einfach nur betrachtete. In dem Moment war sie sich sicher, etwas in sich reißen zu hören.
      „Danke für die Erinnerung“, quittierte sie seine Aussage hörbar unzufrieden bevor sie sich auf ihn niedersinken ließ und ihre Oberkörper aneinander brachte. Eigentlich mehr als nur das. Am liebsten hätte sie sich einfach komplett auf ihm niedergelassen, den Kopf an seiner Brust und wäre einfach vor sich hin vegetiert. Nur dem Herzschlag lauschen, solange er noch da war. Den Austausch ihrer Körperwärme spüren, so lange es noch möglich war.
      „Lobst du mich gerade dafür, ein Kopfmensch zu sein? Ich hoffe ja wohl nicht.“ Sie kicherte kurz und wurde sofort von ihm erschüttert, als er in ein deutlicheres Lachen ausbrach als sie es tat. „Hör auf zu lachen! Was kann ich denn dafür, wenn mein Körper bei dem Bisschen schon dachte, er explodiert gleich? Hab ich mir nicht ausgesucht!“
      Aber genau das war die einzige Rettung gewesen, die sie davor bewahrt hatte, gedankenlos über August herzufallen. Beweis genug war noch immer das gelegentliche Zucken zwischen ihren Beinen, das sie so gut es ging zu ignorieren suchte. Stattdessen fischte sie nach seinen Händen und warf sie blind über ihren Rücken.
      „Vielleicht hätte ich mich ein bisschen konkreter ausdrücken sollen. Ich fürchte, dass meine Nerven noch so blank liegen, dass mich Sex mit dir völlig aus der Bahn geworfen hätte. Frittierte Nerven und so, du verstehst?“ Sie grinste an seiner Brust, ohne dass er es sah. „Von daher darfst du diese Umarmung hier gerne annehmen. Du darfst sogar alles anfassen, was du berühren kannst und sich nicht zwischen meinen Beinen befindet.“
      Das Grinsen wuchs bis sie das Gefühl hatte, ihr Gesicht müsste bald einreißen. Welch wahnsinns Kontrolle dieser Mann ebenfalls haben musste. Er riss sich doch tatsächlich zusammen und versuchte nicht, sie zu bezirzen. Was er, und das realisierte sie schmerzlich genau, nicht hätte abschlagen können. Nur deswegen hatte sie vorhin einen Satz fallen gelassen und nach dem letzten Seil griff bevor sie endlos tief gefallen wäre.
      „Wird es wieder anders sein, wenn ich dich nach heute treffe?“, fragte sie irgendwann scheinbar zusammenhangslos nach einer Pause. „Ich mag dich so offen eigentlich ganz gern. Außerdem möchte ich nicht, dass du dich genötigt fühlst, dich zu verstellen. Dafür genieße ich das hier viel zu sehr.“

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August schlang die Arme um sie und verging sich regelrecht in einem breiten Grinsen während er an ihr vorbei an die Decke sah.
      Diese Frau wusste einfach nicht genau, was sie wollte. Die Unzufriedenheit war deutlich hörbar gewesen, sodass selbst ein Tauber mitkriegen musste, dass sie am liebsten ganz andere Töne angeschlagen hätte. Doch was sollte er machen? Sie hatte die Regeln gefordert.
      "Nein, ich lobe dich nicht ein Kopfmensch zu sein", grinste er mit leichtem Kichern. "Ehrlich gesagt ging es mir genauso und ich hatte gehofft und gebetet, dass du das Wort nicht sagst. Oder eben andeutest."
      Schweigsam streichelte er ihren Rücken die volle Länge entlang bis hinab zu ihrem Hintern, ehe er wieder hinauf fuhr bis zu ihrem Schulterblättern. Und das Gefühl war trotz des störenden Slips der reine Wahnsinn. AUch wenn er alles kannte, was er berührte, erschien es ihm wie die Landschaft eines neu entdeckten Planeten.
      "Du hast dich schon verständlich ausgedrückt", nickte er und grinste. "Ich war nur in der Hoffnung, mich verhört zu haben. Meinen Leib hat es nämlich auch beinahe gegrillt."
      Grinsens ignorierte auch er das verräterische Zucken in seinen Lendenmuskeln und verfluchte die Tatsache, dass er ihr das Wort gegeben hatte. Sicherlich wäre aus einer sinnlosen Verführung auch nicht mehr entstanden, aber sein Leib sehnte sich nach ihrer Wärme, ihrem Leib, ihrer Verzehrung und beinahe hätte er diese Bitten allesamt geäußert. Doch manches war besser, es unter Verschluss zu halten.
      Nach einer gefühlten Unendlichkeit des Wartens und beinahe Versinkens ineinander ohne intime Berührungen vernahm er ihre Frage und musste lautlos kichern.
      "Ganz gern?", fragte er und eine winzige, kaum merkliche Spur von Enttäuschung mischte sich unter. "Schweig still, mein Herz. Was sollte sich ändern? Ich war nicht immer so grantig und verloren wie du mich kennen gelernt hast. Eigentlich verstelle ich mich recht selten. Vielleicht ist es auch die Todesangst, ich weiß nicht. VIelleicht bin ich einfach nur klüger geworden."
      Eine Weile lang wieder nichts, ehe diesmal er Luft holte.
      "Weißt du, was Schade ist?", fragte er und warf einen Blick zu ihrem Scheitel. "Dass wir keine normalen Dates haben können. Also ganz klassisch. Essen, Kino und dann einen Absacker, um sich nicht eingestehen zu wollen, dass man den jeweils anderen schon lange will. ICh brauche nur vor die Tür zu gehen und mich beobachten gefühlt alle Zauberer und Polizisten. Ob sich so Popstars fühlen?`"

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    • Wie fühlte es sich eigentlich an, wirklich verloren zu sein? Das war etwas, das Ember in ihrem doch recht jungen Leben noch nicht nachvollziehen konnte und im Angesicht des über hundert Jahre alten Rogues, der gar nicht danach aussah, erkannte sie, dass sie in ihren schlimmsten Momenten bisher nur im Nebel gewandert war. Doch Nebel war vergänglich und irgendwann würde sich zweifellos die Sonne durchsetzen können und ihren Weg erhellen. Doch August hatte man in ein dunkles Loch geworfen, aus dem er aus eigener Kraft nicht mehr herauskam. Herausgekommen war bis sie wie der Funke in der Nacht gekommen und ihn herausgerissen hatte. Zu gut hatte sie noch in Erinnerung, wie fertig er im Koffer in diesem versteckten Abteil gewesen war. Wie er mit einem Spiegel oder sich selbst gesprochen hatte und dermaßen zugedröhnt gewesen war, dass er sich von ihr einfach hatte leiten lassen. Oder wie er in dem Zimmer gewesen war und den wahllosen Haufen an Kleidern begutachtet hatte von dem sie sich ein Kleid genommen hatte. Oder die Lieder, die er im Twisted Mind gespielt hatte...
      „Ich wette mit dir, dass Perley ein ganz fantastisches Abendessen kredenzen würde, wenn du ihn nur danach fragst.“ Ember drehte den Kopf zur Seite, sodass ihr Mund nicht unweit von Augusts Ohr zum Liegen kam. Er würde sie atmen hören, ihren Atem an seinem Ohr spüren können. „Und ich könnte aus der Bar meines Vertrauens was Schönes mitgehen lassen. Dann kommst du mal in den Genuss von meinem Geschmack.“ Sie schmunzelte wortlos. „Aber ich weiß, was du meinst. Du bist eben eine Person des öffentlichen Interesses. Das wirst du wohl schlecht ändern können, aber ja, damit scheinen sich auch Popstars rumschlagen zu müssen. Vielleicht muss man einfach dazu geboren sein, sich dermaßen im Rampenlicht wohlzufühlen. Meine Wahl wäre es auch nicht.“
      Leise seufzte Ember, dann kämpfte sie sich auf ihre Ellbogen. Stillschweigend ließ sie ihre Augen über das Gesicht des Arkana wandern, so als müsse sie sich jeden Zentimeter genauestens einprägen. Etwas stand in ihrer Mimik, man konnte nur keinen Finger darauf legen. Schweren Herzens rollte sie sich von August herunter und kletterte aus dem Bett. Ihre Beine schienen unter ihrem eigenen Gewicht zu vibrieren, so als sprächen sie die leise Warnung aus, dass doch noch Ruhe geboten sei. Nur hatte sie langsam ihr Limit erreicht. Flinke Finger hatten das geliehene Oberteil wiedergefunden und so verhüllte sie ihren Torso größtenteils. Auf einem der Sessel lag das blutige Nachthemd, das sie sich über den Arm warf ehe sie sich August wieder zuwandte.
      „Wärst du so gütig und bringst mich Heim? Ich kann unmöglich so ins PD gehen und ich muss da noch einen gewissen Mörder ausfindig machen lassen.“ Leicht schmunzelnd tippte sie sich an die Schläfe. „Und das wirst du leider wohl auch wieder lösen müssen. Und dein Hemd muss ich wohl leider als Pfand mitnehmen. Aber Pfand bringt man ja bekanntlich wieder zurück.... Richtig?“
      Das Schmunzeln wurde sichtbar breiter und eine ganze Spur wärmer. Was auch immer das hier geworden war, es würde nicht nach dieser verquerten Nacht enden. Das wusste Ember mit Sicherheit.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Das Glitzern der Sterne war ein Dreck gegen das Gefühl, das ihn an seinem Ohr heimsuchte, als Ember sich umpositionierte.
      Sanft und beinahe seidenglatt rauschte ihr regelmäßiger Atem an sein Ohr und jagte ihm immer wieder einen Schauer zwischen die Schulterblätter. Beinahe hätte er sich geregt und sich gekratzt, so sehr kitzelte es ihn, aber August blieb danieder liegen. Er woltle diese Zeit, diese kostbare warme Zeit, so lange genießen wie er konnte.
      Erst danach würde er ein Ende akzeptieren, so es denn kommen sollte.
      August nickte langsam.
      "Ja, das würde er wohl", sprach er leise und seltsam ruhig. "Und auch wenn es nur ein halbes Date wäre, ich würde es nehmen. Eines Tages..."
      Es schien langsam opportun, das Ende einzuleiten. Die Zeit würde sich alsbald gegen sie wenden und schweigsam konnte er nur zusehen, wie sie sich aufsetzte und ihn ansah. Mit diesem komischen Funkeln in den Augen. Diesem unbestimmten Begriff, den er nicht greifen konnte und den er doch besser besser verstand als jeder Andere, wie es erschien. Denn er trug denselben Ausdruck in den Augen, als sie sich erhob und ihre Sachen zusammen packte. Ihren Körper verhüllte, der ihm so wunderbar, so voller Leben erschien. Es war, als nähme man einem Verdurstenden das rettende Wasser fort und August fühlte eine Kälte, die er ihr nicht preisgeben wollte. Noch nicht.
      Schweigsam vollzog der Zauberer eine Handbewegung und ihrer Beider Verbindung riss mit einem sanften Klingeln in ihren Ohren ab.
      "Schon geschehen, schöne Frau", murmelte er lächelnd und erhob sich ebenso. Ein Hemd musste es zumindest sein, auch wenn er Niemandem zu begegnen hoffte. "Natürlich bringe ich dich heim."
      Mit zwei schnellen Schritten war er an seinem Schrank angelangt und zog ein schlichtes schwarzes T-Shirt hervor. Ein Modestück, dass er normalerweise verabscheute, was ihn aber um Jahrzehnte jünger machte, wie es erschien. Sorgsam zog er seine Brille wieder auf und fuhr sich einmal durch die noch immer klammen Haare, die er zurückschlug.
      Seine Finger vollzogen eine Art invertierten Kreis und die Zeigefinger und Daumen schlugen aneinander, ehe sich ein Riss im Raum durchzog. Dahinter lagen die Schimmer von Embers Wohnung.
      "Ich gehe zuerst", kündigte er grimmig an und trat durch das Tor.
      Nur um sich gleich darauf in der klinischen Atmosphäre, dem Altbekannten, wieder zu finden. Kurz sah der Zauberer sich um und wanderte drei, vier Schritte in der Wohnung. Noch immer lag der Haufen Briefe dort, die Spuren des Kampfes noch immer ersichtlich. Er stellte auf, was aufzustellen war und drehte sich zum Portal.
      "Es ist sicher", rief er hindurch und reichte ihr die Hand, um sie zu leiten.
      Erst als Ember wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte, sah er sie grinsend an.
      "Den Pfand nehme ich an", nickte er lächelnd und wandte sich gen Tor. "Ich weiß, normalerweise tut man es nicht, aber wäre es zu viel nach einem Kuss zu fragen? Als Abschied für heute. Danach halte ich dich nicht mehr ab, die bösen Jungs zu fangen."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Noch während sich August eigenmächtig etwas suchte, was er sich überwerfen konnte, spazierte Ember hinüber zu der Stelle, wo sie den Brief achtlos zu Boden hatte fallen lassen. Langsam beugte sie sich nach dem Papier, hob es mit zwei Fingern auf und betrachtete es einen kurzen Moment. Wie unwirklich es erschien, dass ein Stück Papier solche Macht ausüben konnte. Leicht kopfschüttelnd schloss sie die Finger noch fester um den Brief ehe sie sich wieder dem Rogue zuwandte, der offensichtlich fündig geworden war. Wie gut, dass sie ihr eigenes Gesicht nicht sehen konnte, denn die Überraschung stand ihr dick hinein geschrieben. Sie kannte August ohne Klamotten, wahlweise mit vollständigem oder zerrissenem Hemd. Manchmal sogar mit Weste. Aber nie hatte sie ihn in einem schlichten T-Shirt gesehen. Dieser Anblick war dermaßen irritierend – wer hätte auch ahnen können, dass ein einfaches T-Shirt eine Person derart verändern konnte - , dass sie sich nicht einmal über den Riss im Raum wunderte, hinter dem ihre Wohnung flackerte. Kein Einwand entstand als sich der Arkana zuerst hindurch wagte und damit kategorisch ausschloss, dass es eine Gefahr in ihren vier Wänden geben mochte. Für ein paar Sekunden verarbeitete ihr Gehirn den soeben erhaltenen Anblick, dann fiel ihr die Hand auf, die man ihr durch den Riss entgegen streckte.
      „Eigentlich hab ich auch nichts anderes erwartet....“, murmelte Ember leise als sie nach der Hand griff und durch den Riss stieg. Wie bei dem Mal, wo er sie samt Auto geportet hatte, verlor sie kurz das Schweregefühl aus ihren Beinen und hätte schwören können, nach oben anstelle von unten gezogen zu werden. Der Moment war jedoch so kurz, dass sie nicht wirklich weiter daran dachte.
      Wie August zuvor ließ sie einen prüfenden Blick durch die Wohnung und ihr eigens geschaffenes Chaos wandern, nur um anschließend zu seufzen. Das Aufräumen war mit Zeit verbunden, die sie nicht wirklich gewillt war zu investieren. Eine Wahl hatte sie dennoch nicht. Noch während sie den Haufen an Briefen nieder starrte, wandte sich August bereits wieder von ihr ab. Er richtete Worte an sie. Worte, die sie so von ihm ebenfalls nicht erwartet hätte und ihm einen undeutsamen Blick von ihr bescherte. Überdeutlich hörte man heraus, dass er ihre Zeit nicht beenden wollte. Dass er die spärliche Nähe, die sich zwischen ihnen aufgebaut hatte, nicht beenden wollte. Vielleicht hatte er ebenfalls Angst, dass sie beide diese Stimmung nie wieder replizieren können würden. Er stahl sich diesen gewünschten Kuss nicht einfach von ihr; er gab ihr die Option dazu. Noch immer hielt er sich an Regeln und eine Grenze, die er ihr mit diesen Worten indirekt aufzeigte. Vieles in ihrem Verstand sah die Grenze und wollte sie einhalten. Doch das Stimmchen in ihrem Kopf und auch ihrem Bauch wollte sie einfach ignorieren. Sie ließ es zu, dass ein sanftes Lächeln auf ihre Lippen trat und näherte sich August wieder an. Ihr war so, als könnte sie eine unsichtbare Spannung zwischen ihnen bereits greifen und das sanfte Lächeln bekam eine verschmitzte Note. Per se hatte er nicht gesagt, wosie ihn küssen sollte. Ein einfacher Kuss auf die Wange hätte es auch getan. Leider war einfach nicht unbedingt das Motto, nach dem sie lebte.
      „Wieso fragt man nicht danach? Ich persönlich mag Fragen ganz gerne. Dann weiß ich, was du eigentlich möchtest...“, meinte Ember leise, legte August eine Hand auf die Schulter und drückte ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen. Nichts, das etwas anfeuern konnte, was noch immer tief vergraben in ihrem Inneren wartete. Nichts, das nicht bestätigte, dass sie eine Schwäche für August übrig hatte. Es war Bestätigung und Vertröstung zugleich und eine Mischung, von der sie dachte, sie nicht beherrschen zu können. „Ich sag dir Bescheid, wenn ich den Mistkerl hab.“
      Damit entließ sie August wieder und sah ihm noch nach, nachdem sich der Riss bereits längst geschlossen hatte.


      Kapitel II
      Finaler Akt
      Resignation

      Mittwoch – 7:03 Uhr
      PD


      Ember hatte alles an Makeup-Künsten auffahren müssen, damit man die Spuren der vergangenen Nacht nicht mehr an ihr sehen würde. Sie fühlte sich, als hätte sie ihr Gesicht unter einer Maske versteckt und der Coffee-to-go in ihrer Hand trug nicht unbedingt zur Besserung ihrer Laune bei. Wie ein Derwisch war sie im Präsidium erschienen und direkt zu ihrem Büro marschiert, wo sie den gut eingetüteten Brief als Beweismittel sicherte und noch im Stehen damit begann, ihre Untergebenen anzurufen. Sie beauftragte ihre Abteilung damit, alle Oliver Browns in dem Einzugsgebiet zu identifizieren, die in dem Bereich der Poststation waren, von der der Brief abgestempelt worden war. Sie brauchte keine Genehmigung von Knight, um einen Verdächtigen hierher bringen zu lassen. Sie brauchte allerdings Unterstützung bei der Festnahme. Wer wusste schon, was für ein Mensch sie erwarten würde, wenn ein Aufgebot der Polizei plötzlich vor seiner Tür stand.
      Es dauerte vielleicht eine halbe Stunde, dann bekam Ember den Bericht bereits zurück. Es gab exakt einen Oliver Brown im Einzugsgebiet. Einen einzigen, der auf die Beschreibungen passte und zufälligerweise nicht als Rogue gelistet worden war. Einen einzigen, der jetzt in das direkte Feld des Verdächtigen rutschte.
      Mit einem zufriedenen Grunzen erhob sich Ember von ihrem Platz. Das wäre die Gelegenheit, um mit Ruairi zusammenzuarbeiten. Sie hatte ihn den ganzen Morgen noch nicht zu Gesicht bekommen und ein klein bisschen Reue und Unsicherheit schlich sich in ihr empor. Das Bild von ihm, wie er ihr diverse Anschuldigungen an den Kopf geworfen hatte, war noch immer nicht verzogen. Zu frisch waren die Eindrücke, die sich nicht so einfach aus ihrer Erinnerung hatten löschen lassen. Und so steckte sie den Kopf aus ihrer Tür herüber zu ihrem Nachbar, der scheinbar gerade erst gekommen war und sich an seinem Schreibtisch noch einrichtete.
      „Hey“, grüßte sie ihn und lehnte im Türrahmen während sie dabei zusah, wie er seine Jacke auszog und sie über den Stuhl hängte. Unweigerlich stieg die Reue weiter. „Ich hab da einen Durchbruch mit meinem Fall, denke ich. Mein Täter hat jetzt einen Namen, schätze ich.“ Sie hielt den Beweismittelbeutel mit dem Brief darin hoch. „Ich hab Post bekommen und... hm... hätte wohl sein nächstes Ziel werden sollen. Hat leider nicht ganz so gut geklappt. Meinst du, du kannst mir von deinen Leuten welche mitgeben, die ich zu dem Kerl schicken kann, damit die den herbringen?“
      Noch immer hing der Brief zwischen ihren Fingern, zwischen Ruairi und ihr. Sie war sich nicht sicher, wie sie seinen Blick deuten sollte, den er ihr gerade zuwarf, aber sie stellte sich gedanklich schon auf eine Standpauke ein. Eine, die sie sicherlich nicht hier im Büro mit ihm austragen würde. Sorge würde sich vermutlich auf seinem Gesicht widerspiegeln. Damit konnte sie umgehen, zumindest noch. Ihn hier jetzt live zu sehen verdeutlichte ihr allerdings nur noch, wie real die Illusionen wirklich gewesen waren. Nahezu perfekt, wenn man es so betrachtete.

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