Das Gespräch endete zu einem Zeitpunkt, zu dem es sicherlich angebracht war.
Nicht, dass August begeistert war, aber er musste es hinnehmen, dass es einfach Dinge gab, die sie sich nicht mehr sagen würden. Ob er nun wollte oder nicht. Noch eine ganze Weile lang stand er da und betrachtete die geschlossene Ausgangstür zur Detektei und hieß sich einen Narren. Hatte er jemals wirklich geglaubt, dass es wieder so werden würde wie früher? Nun, mit noch mehr Ballast auf den Schultern als vorher? Lächerlicher Idiot, dachte er und schüttelte den Kopf.
Als er sich endlich von der Tür loseisen konnte, schmerzten seine Beine und ließen ihn beinahe kraftlos zusammensinken. Er schleppte sich gerade noch bis zur Tür, die in den Raum der Tausend Treppen führten, als ein sanftes Pochen seine Willensstärke auf die Probe stellte. Mit einer schwungvollen Bewegung riss er die kleine Zwischentür auf und starrte Hakim ins Gesicht, der ihn wie immer freundlich lächelnd empfing. Dieser verteufelte Bastard.
"Guten Abend", sagte der Arzt und neigte leicht den Kopf.
"Eher gute Nacht."
"Wollen wir beginnen? Du siehst gut aus, heute. Ist etwas Gutes geschehen?"
"Zumindest nichts schlechtes", murmelte August und seufzte. "Bringen wir es hinter uns, mein Körper ist geschwächt und ich stehe kurz vor einem Einbruch."
"Aber natürlich, Sadiq. Lass uns beginnen."
Ein paar Stunden später endete die schmerzhafte Behandlung des arkanen Arztes und August saß in seinem Sessel zu später Stunde. Das Feuer im Raum war zwischenzeitlich heruntergebrannt und hatte das Wohnzimmer mit dem Geruch nach Rauch und kaltem Holz erfüllt. Die Augen waren ihm schwer und seine Gedanken kreisten immer noch um das Gespräch, dass Ember und er geführt hatten. Das erste wirkliche Gespräch seit langem und eigentlich hätte er froh sein müssen. Aber was sollte er machen? Die Bitternis so mancher Erkenntnis wog schwer im eigenen Geiste, hieß es doch. Zumindest wenn man diesem Bekloppten von Dichter glauben mochte. Aber wer glaubte schon Dichtern?
Idioten, dachte August stinkig und leerte das Glas Whiskey, das er sich nach der Behandlung gegönnt hatte. Es gab Tage, da konnte ihn die Welt einfach mal kreuzweise. Und dann gab es Tage, da wünschte er sich, empathischer zu sein und sich nicht aufzuführen wie das was er eben war: Ein Arkana, der einen Bürgerkrieg verhindern wollte.
Als sein Telefon zu klingeln begann, las der Arkana gerade einen interessanten Artikel aus einer Frauenzeitschrift ("Serial Girls Merit") mit der Überschrift "Was SIE IHM sagen möchte, wenn sie ... sagt" und schüttelte über so manche Auffassung der jungen Damen herzlichst den Kopf. Gerade wollte er einen gesalzenen Kommentar unter einem Pseudonym "Mr D. Cember" als das Telefon grässlich zu vibrieren begann und ihm beinahe aus der Hand fiel. Als Embers Kennung auf dem Bildschirm erschien, hob er erstaunt die Augenbrauen udn suchte nach einer Uhr. Erstaunlich. Es war doch so spät?
"Ja, was kann i-"
Das Keuchen im Telefon alarmierte ihn beinahe sekündlich. Entweder bekam er einen Mitschnitt aus grässlichen Bettgeschichten von Sallow, oder sie steckte wirklich in Schwierigkeiten. Als sie ihm ihre kurzen Worte ins Telefon hauchte und danach das Chaos in der Wohnung los zu brechen schien, hörte August das "Hilf mir" bereits nicht mehr.
Derwischgleich katapultierte er aus dem Sessel und versuchte, seine Wut im Zaum zu halten, die sich überfallartig auf seine Seele legte. Mit einem ungeahnten Schwall schien seine Aura ein Eigenleben zu entwickeln, weshalb er nicht einmal daran dachte, dass er Menschen damit aufwecken konnte. Wie Flammen hüllte seine Aura alleine durch Wut den ganzen Raum ein und ließ alles Magische darin beinahe verblassen, als er mit glühenden Augen auf seine Jacke schiss.
Raummagie, dachte er und befreite Rems Seele aus seiner. er brauchte ihre Kraft.
Mit einem Mal wurde seine Aura kühl und anschmiegsam wie eine zweite Haut, als er mit einer schlagenden Bewegung in die Luft fuhr. Nur die wenigsten hätten wohl erkannt, dass er vier komplizierte Fingerzeichen mit der Hand vollzog, ehe sich die Tür leicht öffnen ließ und er hindurch wanderte.
Exakt siebzehn Sekunden nach dem Anruf riss die Luft vor Embers Haus ein und er stand vor der Eingangstür. Die kalte Luft peitschte ihm um die Nase, doch der Arkana bemerkte nicht einmal etwas davon. Die Augen voll glühender Wut sah er hinauf zu Embers Fenstern und entdeckte noch Licht in ihrer Wohnung. Es wäre ein Leichtes, einfach in die Wohnung zu platzen und sich den Raum zu verschaffen, den er brauchte. Ember sicherte ihre Wohnung nicht sehr gut.
Mit einem zweiten Schritt verschwand er wieder in der Nichtigkeit des Daseins und bemerkte diesmal nicht die junge Frau, die sich aus dem Schatten eines Baumes schälte, unweit der Stelle wo er eben gestanden hatte.
Das schulterlange Haar fiel ihr glatt über die Schultern und im Mund trug sie einen Lolli, an dem sie eifrig zugange war. Grinsend betrachtete, sie die Wohnung, wo gleich die Hölle losbrechen würde und legte den Kopf schief.
"Ei ei ei, was seh ich da...", murmelte sie und begann zu summen. "Armer, schwacher August..."
Erst danach verschwand sie wieder in den Schatten und nur ein kurzes Aufleuchten blassroter Augen ließen erahnen, wo sie noch eben gestanden hatte.
Als August Embers Wohnung betrat, veränderte sich die Atmosphäre.
Selten war er mit voller Kraft in eine Wohnung getreten und hatte sich derart produziert, aber etwas sagte ihm, dass es notwendig war. Er materialisierte im Eingangsbereich und warf einen Blick durch die kalte Wohnung. Licht brannte im Wohnzimmer.
Die Aura des Arkana schien sich wie eine Welle von Wut durch die Wohnung zu drücken und verpasste selbst den Fensterscheiben bedrohliche Schwingungen. Er nutzte das volle Potenzial jeder Seele, die er besaß, um mögliche Eindringlinge zu unterdrücken. Jeder MAgische, der diese Aura zu spüren bekam, würde gleichsam das Verlangen haben, zu knien und um Gnade zu winseln. August fühlte sich wie ein Flammen, als er das Wohnzimmer betrat.
Mit einem neugierigen Auge erfasste er Ember als Urheberin dieser Unruhen am Telefon, wie sie beinahe völlig durchgedreht vor etwas davon lief, was es nicht gab. Wie hatte sie es gesagt? Haptische Illusionen?
Es war ein leichtes Trugbilder zu lösen, aber irgendetwas sagte August, dass es damit nicht getan war. MIt einem schnellen Blick auf den Tisch entdeckte er eine magische Quelle, die zumindest der Aura ähnlich war, die den Raum beherrschte, wenn August seine nicht darüber legte.
"Ember!", rief er laut, doch die junge Frau reagierte nicht oder bemerkte ihn nicht. Vielleicht sah sie ihn auch als etwas Anderes an.
Realität. SIe brauchte Reales.
Mit einer schnellen Bewegung nahm er den Brief an sich und stopfte ihn in die Hosentasche. Als er auf Ember zulief, schien eine fremde Aura sich auf ihr platziert zu haben. Hatte diese Närrin etwa...Natürlich hatte sie, dachte August und in seinem Gesicht spiegelte sich Sorge und gleichsam die Wut, zu spät zu sein. Erst zu spät gerufen worden zu sein?
"Ember!", rief er nochmals und trat an sie heran. "Hörst du mich?"
Sie, die sich mit Leibeskräften wehrte, würde einem weiteren Trugbild ihrer Meinung nach nicht glauben. Nur kurzzeitig musste sie etwas anderes sehen.
Mit rasenden Augen fuhr er über ihren Körper hinab und bemerkte, dass die Aura wie eine Flüssigkeit versuchte, mit ihr zu verschmelzen, gerade zu in sie einzudringen. UNd mit diesem Wissen war es um August geschehen. Niemand tat dieser Frau etwas! NIEMAND!
Mit einem Knurren drückte er Embers Hand beiseite und legte seine Hand auf ihre Stirn. Es würde das Problem nicht lösen, aber sie zumindest etwas beruhigen.
"Schlaf!", flüsterte er und gab eine gewaltige Menge seiner Aura in ihren Körper.
Sofern Menschenauren und Zaubererauren aufeinander trafen, gab es eine recht lustige Wechselwirkung. Zumeist laugten sie einander aus und hoben sich auf, wenn die Menge gleich war. Aber in diesem Falle war Embers Aura von der ihres Angreifers dominiert, weshalb es eine Wirkung gab, die August zwar berechnet, aber nicht für möglich gehalten hätte. Kurzzeitig würde die Illusionen aus ihrem Blickfeld verschwinden und Ember tatsächlich in eine Art Dämmerschlaf fallen. Mehr gab es nicht zu tun. Die Aura musste gelöst werden. Und August wusste bereits, wie.
MIt einer weiteren Handbewegung öffnete er erneut ein Tor in ihrer Wohnung verfluchte den Umstand, dass die wenige Deko, die hier war, durch den Raumriss durcheinander gewirbelt wurde. Aber es war die einzige Möglichkeit, die kaum bekleidete Dame aus ihrer Wohnung zu kriegen. Behände griff August unter sie und hob sie an.
Sein linker Arm schrie vor Schmerzen regelrecht in sein Bewusst und wieder und wieder hörte er sich sagen, dass es nur wenige Sekunden seien.
Als sie durch das Tor stiegen, zog der Mahlstrom von Aura an ihren Leibern. Beinahe hätte er die Kontrolle verloren und konnte sich gerade so beherrschen um Ember auf dem Holzboden des Dusk and Dawn abzulegen, ehe er sich keuchend erhob und wütenden Auges die Treppe hinauf blickte.
"JASPER!"; donnerte seine Stimme durch die Etagen. "JASPER, HERRGOTT! SCHWING DEINEN HINTERN HIER RUNTER! ICH BRAUCH DEINE HILFE"
Mit einer achtlosen Bewegung riss er den Brief aus seiner Hosentasche und warf ihn in Embers Nähe. Jetzt hieß es warten. Gleich würde der Zauber sich lösen und Ember erwachen.
Als er die bedächtigen Schritte des Jungen (des vermeintlichen Jungen) zu hören glaubte, sah er nicht hin, sondern legte seine Hände um Embers Kopf.
"Komm ran, Junge!", sagte er und winkte in seine Richtung. Aus seinem Arm troff Blut. Sorge und Wut wischten die Stimme beiseite und was blieb war eine enorme Aura, die sich wie ein Kokon um Ember hüllte.
"Sallow sieht haptische Trugbilder!", erläuterte er. "Da ist eine Aura. Lös diese Aura von ihr, schnell!"
Nicht, dass August begeistert war, aber er musste es hinnehmen, dass es einfach Dinge gab, die sie sich nicht mehr sagen würden. Ob er nun wollte oder nicht. Noch eine ganze Weile lang stand er da und betrachtete die geschlossene Ausgangstür zur Detektei und hieß sich einen Narren. Hatte er jemals wirklich geglaubt, dass es wieder so werden würde wie früher? Nun, mit noch mehr Ballast auf den Schultern als vorher? Lächerlicher Idiot, dachte er und schüttelte den Kopf.
Als er sich endlich von der Tür loseisen konnte, schmerzten seine Beine und ließen ihn beinahe kraftlos zusammensinken. Er schleppte sich gerade noch bis zur Tür, die in den Raum der Tausend Treppen führten, als ein sanftes Pochen seine Willensstärke auf die Probe stellte. Mit einer schwungvollen Bewegung riss er die kleine Zwischentür auf und starrte Hakim ins Gesicht, der ihn wie immer freundlich lächelnd empfing. Dieser verteufelte Bastard.
"Guten Abend", sagte der Arzt und neigte leicht den Kopf.
"Eher gute Nacht."
"Wollen wir beginnen? Du siehst gut aus, heute. Ist etwas Gutes geschehen?"
"Zumindest nichts schlechtes", murmelte August und seufzte. "Bringen wir es hinter uns, mein Körper ist geschwächt und ich stehe kurz vor einem Einbruch."
"Aber natürlich, Sadiq. Lass uns beginnen."
Ein paar Stunden später endete die schmerzhafte Behandlung des arkanen Arztes und August saß in seinem Sessel zu später Stunde. Das Feuer im Raum war zwischenzeitlich heruntergebrannt und hatte das Wohnzimmer mit dem Geruch nach Rauch und kaltem Holz erfüllt. Die Augen waren ihm schwer und seine Gedanken kreisten immer noch um das Gespräch, dass Ember und er geführt hatten. Das erste wirkliche Gespräch seit langem und eigentlich hätte er froh sein müssen. Aber was sollte er machen? Die Bitternis so mancher Erkenntnis wog schwer im eigenen Geiste, hieß es doch. Zumindest wenn man diesem Bekloppten von Dichter glauben mochte. Aber wer glaubte schon Dichtern?
Idioten, dachte August stinkig und leerte das Glas Whiskey, das er sich nach der Behandlung gegönnt hatte. Es gab Tage, da konnte ihn die Welt einfach mal kreuzweise. Und dann gab es Tage, da wünschte er sich, empathischer zu sein und sich nicht aufzuführen wie das was er eben war: Ein Arkana, der einen Bürgerkrieg verhindern wollte.
Als sein Telefon zu klingeln begann, las der Arkana gerade einen interessanten Artikel aus einer Frauenzeitschrift ("Serial Girls Merit") mit der Überschrift "Was SIE IHM sagen möchte, wenn sie ... sagt" und schüttelte über so manche Auffassung der jungen Damen herzlichst den Kopf. Gerade wollte er einen gesalzenen Kommentar unter einem Pseudonym "Mr D. Cember" als das Telefon grässlich zu vibrieren begann und ihm beinahe aus der Hand fiel. Als Embers Kennung auf dem Bildschirm erschien, hob er erstaunt die Augenbrauen udn suchte nach einer Uhr. Erstaunlich. Es war doch so spät?
"Ja, was kann i-"
Das Keuchen im Telefon alarmierte ihn beinahe sekündlich. Entweder bekam er einen Mitschnitt aus grässlichen Bettgeschichten von Sallow, oder sie steckte wirklich in Schwierigkeiten. Als sie ihm ihre kurzen Worte ins Telefon hauchte und danach das Chaos in der Wohnung los zu brechen schien, hörte August das "Hilf mir" bereits nicht mehr.
Derwischgleich katapultierte er aus dem Sessel und versuchte, seine Wut im Zaum zu halten, die sich überfallartig auf seine Seele legte. Mit einem ungeahnten Schwall schien seine Aura ein Eigenleben zu entwickeln, weshalb er nicht einmal daran dachte, dass er Menschen damit aufwecken konnte. Wie Flammen hüllte seine Aura alleine durch Wut den ganzen Raum ein und ließ alles Magische darin beinahe verblassen, als er mit glühenden Augen auf seine Jacke schiss.
Raummagie, dachte er und befreite Rems Seele aus seiner. er brauchte ihre Kraft.
Mit einem Mal wurde seine Aura kühl und anschmiegsam wie eine zweite Haut, als er mit einer schlagenden Bewegung in die Luft fuhr. Nur die wenigsten hätten wohl erkannt, dass er vier komplizierte Fingerzeichen mit der Hand vollzog, ehe sich die Tür leicht öffnen ließ und er hindurch wanderte.
Exakt siebzehn Sekunden nach dem Anruf riss die Luft vor Embers Haus ein und er stand vor der Eingangstür. Die kalte Luft peitschte ihm um die Nase, doch der Arkana bemerkte nicht einmal etwas davon. Die Augen voll glühender Wut sah er hinauf zu Embers Fenstern und entdeckte noch Licht in ihrer Wohnung. Es wäre ein Leichtes, einfach in die Wohnung zu platzen und sich den Raum zu verschaffen, den er brauchte. Ember sicherte ihre Wohnung nicht sehr gut.
Mit einem zweiten Schritt verschwand er wieder in der Nichtigkeit des Daseins und bemerkte diesmal nicht die junge Frau, die sich aus dem Schatten eines Baumes schälte, unweit der Stelle wo er eben gestanden hatte.
Das schulterlange Haar fiel ihr glatt über die Schultern und im Mund trug sie einen Lolli, an dem sie eifrig zugange war. Grinsend betrachtete, sie die Wohnung, wo gleich die Hölle losbrechen würde und legte den Kopf schief.
"Ei ei ei, was seh ich da...", murmelte sie und begann zu summen. "Armer, schwacher August..."
Erst danach verschwand sie wieder in den Schatten und nur ein kurzes Aufleuchten blassroter Augen ließen erahnen, wo sie noch eben gestanden hatte.
Als August Embers Wohnung betrat, veränderte sich die Atmosphäre.
Selten war er mit voller Kraft in eine Wohnung getreten und hatte sich derart produziert, aber etwas sagte ihm, dass es notwendig war. Er materialisierte im Eingangsbereich und warf einen Blick durch die kalte Wohnung. Licht brannte im Wohnzimmer.
Die Aura des Arkana schien sich wie eine Welle von Wut durch die Wohnung zu drücken und verpasste selbst den Fensterscheiben bedrohliche Schwingungen. Er nutzte das volle Potenzial jeder Seele, die er besaß, um mögliche Eindringlinge zu unterdrücken. Jeder MAgische, der diese Aura zu spüren bekam, würde gleichsam das Verlangen haben, zu knien und um Gnade zu winseln. August fühlte sich wie ein Flammen, als er das Wohnzimmer betrat.
Mit einem neugierigen Auge erfasste er Ember als Urheberin dieser Unruhen am Telefon, wie sie beinahe völlig durchgedreht vor etwas davon lief, was es nicht gab. Wie hatte sie es gesagt? Haptische Illusionen?
Es war ein leichtes Trugbilder zu lösen, aber irgendetwas sagte August, dass es damit nicht getan war. MIt einem schnellen Blick auf den Tisch entdeckte er eine magische Quelle, die zumindest der Aura ähnlich war, die den Raum beherrschte, wenn August seine nicht darüber legte.
"Ember!", rief er laut, doch die junge Frau reagierte nicht oder bemerkte ihn nicht. Vielleicht sah sie ihn auch als etwas Anderes an.
Realität. SIe brauchte Reales.
Mit einer schnellen Bewegung nahm er den Brief an sich und stopfte ihn in die Hosentasche. Als er auf Ember zulief, schien eine fremde Aura sich auf ihr platziert zu haben. Hatte diese Närrin etwa...Natürlich hatte sie, dachte August und in seinem Gesicht spiegelte sich Sorge und gleichsam die Wut, zu spät zu sein. Erst zu spät gerufen worden zu sein?
"Ember!", rief er nochmals und trat an sie heran. "Hörst du mich?"
Sie, die sich mit Leibeskräften wehrte, würde einem weiteren Trugbild ihrer Meinung nach nicht glauben. Nur kurzzeitig musste sie etwas anderes sehen.
Mit rasenden Augen fuhr er über ihren Körper hinab und bemerkte, dass die Aura wie eine Flüssigkeit versuchte, mit ihr zu verschmelzen, gerade zu in sie einzudringen. UNd mit diesem Wissen war es um August geschehen. Niemand tat dieser Frau etwas! NIEMAND!
Mit einem Knurren drückte er Embers Hand beiseite und legte seine Hand auf ihre Stirn. Es würde das Problem nicht lösen, aber sie zumindest etwas beruhigen.
"Schlaf!", flüsterte er und gab eine gewaltige Menge seiner Aura in ihren Körper.
Sofern Menschenauren und Zaubererauren aufeinander trafen, gab es eine recht lustige Wechselwirkung. Zumeist laugten sie einander aus und hoben sich auf, wenn die Menge gleich war. Aber in diesem Falle war Embers Aura von der ihres Angreifers dominiert, weshalb es eine Wirkung gab, die August zwar berechnet, aber nicht für möglich gehalten hätte. Kurzzeitig würde die Illusionen aus ihrem Blickfeld verschwinden und Ember tatsächlich in eine Art Dämmerschlaf fallen. Mehr gab es nicht zu tun. Die Aura musste gelöst werden. Und August wusste bereits, wie.
MIt einer weiteren Handbewegung öffnete er erneut ein Tor in ihrer Wohnung verfluchte den Umstand, dass die wenige Deko, die hier war, durch den Raumriss durcheinander gewirbelt wurde. Aber es war die einzige Möglichkeit, die kaum bekleidete Dame aus ihrer Wohnung zu kriegen. Behände griff August unter sie und hob sie an.
Sein linker Arm schrie vor Schmerzen regelrecht in sein Bewusst und wieder und wieder hörte er sich sagen, dass es nur wenige Sekunden seien.
Als sie durch das Tor stiegen, zog der Mahlstrom von Aura an ihren Leibern. Beinahe hätte er die Kontrolle verloren und konnte sich gerade so beherrschen um Ember auf dem Holzboden des Dusk and Dawn abzulegen, ehe er sich keuchend erhob und wütenden Auges die Treppe hinauf blickte.
"JASPER!"; donnerte seine Stimme durch die Etagen. "JASPER, HERRGOTT! SCHWING DEINEN HINTERN HIER RUNTER! ICH BRAUCH DEINE HILFE"
Mit einer achtlosen Bewegung riss er den Brief aus seiner Hosentasche und warf ihn in Embers Nähe. Jetzt hieß es warten. Gleich würde der Zauber sich lösen und Ember erwachen.
Als er die bedächtigen Schritte des Jungen (des vermeintlichen Jungen) zu hören glaubte, sah er nicht hin, sondern legte seine Hände um Embers Kopf.
"Komm ran, Junge!", sagte er und winkte in seine Richtung. Aus seinem Arm troff Blut. Sorge und Wut wischten die Stimme beiseite und was blieb war eine enorme Aura, die sich wie ein Kokon um Ember hüllte.
"Sallow sieht haptische Trugbilder!", erläuterte er. "Da ist eine Aura. Lös diese Aura von ihr, schnell!"
The more that I reach out for heaven
The more you drag me to hell
