London -
Die Himmel wussten, wo genau
Ich bemerke fürderhin, geneigter Leser: August war wütend.
Unendlich wütend, betrachtete man die Lage, in der er sich befand. Einen Jungen zu suchen, der offenbar nichts besseres zu tun hatte, als mit irgendjemandem mitzugehen. Wie alt war er eigentlich? Fünf? Man ging nicht mit Fremden mit!
Erschöpft und abgekämpft schleppte sich der Arkana durch die Stadt und verfluchte alle paar Meter den Namen des Burschen, der ihn derartig versetzt hatte. Sollte er beten, dass er verletzt und/oder zerstückelt in einer Ecke der Straßen Whitechapels lag. Denn wenn es ihm gut ginge, würde er ihn eigenhändig zu der Chimäre in seinem Koffer sperren. Und Frank hatte tagelang nichts gegessen.
Die Kräfte verließen ihn bereits beinahe, als der Faden, dem er folgte, dicker zu werden schien. Die Aura des Jungen wurde spürbar, aber die Aura neben ihm war mächtiger. Ein genaues Kräftegleichgewicht ließ sich nicht heraus arbeiten, aber es reichte aus, um seine Schritte zu beschleunigen.
Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit zu erwähnen, dass Augusts Kopf nicht wirklich gut funktionierte. Schwummerig von der Explosion und gleichsam von den Tagen des Aufenthalts mit dem verrückten Heiler erwies sich seine Konstitution als durchaus verbesserungswürdig. So kam er auf die offensichtlichste Lösung erst nach einigen weiteren Minuten atemlosen Keuchens.
Ein Passant, der auf einem Handy tippend an ihm vorbei ging, langte er auf die Schulter und drehte diesen in einer fließenden Bewegung herum.
"He, was-"
Der Zeigefinger des Zauberers tippte an die Stirn des Mannes, dessen Gesicht sich von verärgert überrascht hin zu freudig wiedererkennend wandelte.
"Jamie! Altes Haus, wie gehts dir?"
"Gut, gut", murmelte August und wies auf das Telefon. "Darf ich mal?"
"Na klar, Jamie! Hier!"
Gute, alte Illusion. Wunderbare Magie. Wunderbare Magie.
Es hatte ihn einen Anruf von drei Minuten gekostet, um Noland übellaunig anzuranzen und anschließend von diesem verfluchten Gedankenleser den Aufenthaltsort seines vermaledeiten Neffen zu erfahren. Mit Illusionszaubern war es so eine Sache. Sicherlich hatten sie ihren Wert in der Gesellschaft, jedoch erwies sich eine Illusion bei schlichten Gemütern zumeist als hartnäckig. So folgte ihm sein Kumpan, den August liebevoll Johnny getauft hatte, durch die Straßen Londons. Immer wieder teilte er Erinnerungen aus Jamies fragwürdigem, jedoch bunten Sexualleben und August fragte sich mehr und mehr, warum er eigentlich nicht einfach dem Tod in die Arme sprang.
Seufzend betrat er nach einigen Umwegen schlussendlich das Gebäude, auf dessen Dach die Sabine Rooftop Bar lokalisiert war. Wer zum Geier baute eine Bar auf ein Dach? Briten konnten so merkwürdig sein manchmal! Mit einem ewig plappernden Begleiter im Aufzug kümmerte er sich weniger um die Mordgedanken, die er gegenüber dem Entführer seines Schützlings hegte, als um die Tatsache eines Gegenzaubers, der ihm nicht gelang.
Als die Fahrstuhltür sich öffnete, war Johnny gerade dabei.
"...und ich sage zu ihm: Nein, aber ich schlafe lieber mit dem Bären als mit deiner Mutter, hahahahahahaha! Ist das nicht lustig Jamie? Ich meine, mit einem Bären, hahahahahahaha"
"Witzig."
"Nicht wahr? Jamie, du musst unbedingt morgen zu mir und meiner Lisbeth kommen und mit uns zu Abend essen!"
"Man möchte brechen...", murmelte August und sah sich im Lokal um.
Die wenigen Gäste blickten mit Erstaunen zu dem Mann, der mit einem blutverschmierten Hemd die Bar betrat. Die Haare standen ihm zu BErge und auf seinem Gesicht stand blanker Zorn.
"Was?"
"Was muss ich blechen, sagte ich."
"Gar nichts, das wäre eine Einladung, ich-", Johnny wollte weiter sprechen da fand erneut ein Finger den Weg an seine Stirn. In derselben Sekunde verdrehte die Mann die Augen und starrte ins Leere. "Oh, ein Vogel. Schau mal Omi!"
Torkelnd und sich um sich selbst drehend wankte der Mann durch das Lokal, während August zielstrebig auf die Gruppe draußen zulief. Und er kannte diese Gesichter! Herrgott und vermaledeit nochmal!
Mit einem wütenden Schnauben riss er die Glastür auf und trat nach draußen.
"Atroska!", donnerte er kalt und sah zu der jungen Frau hinüber.
Das fehlte noch. Eine Auseinandersetzung mit einem Arkana. Ganz mieser Zeitpunkt.
Die Himmel wussten, wo genau
Ich bemerke fürderhin, geneigter Leser: August war wütend.
Unendlich wütend, betrachtete man die Lage, in der er sich befand. Einen Jungen zu suchen, der offenbar nichts besseres zu tun hatte, als mit irgendjemandem mitzugehen. Wie alt war er eigentlich? Fünf? Man ging nicht mit Fremden mit!
Erschöpft und abgekämpft schleppte sich der Arkana durch die Stadt und verfluchte alle paar Meter den Namen des Burschen, der ihn derartig versetzt hatte. Sollte er beten, dass er verletzt und/oder zerstückelt in einer Ecke der Straßen Whitechapels lag. Denn wenn es ihm gut ginge, würde er ihn eigenhändig zu der Chimäre in seinem Koffer sperren. Und Frank hatte tagelang nichts gegessen.
Die Kräfte verließen ihn bereits beinahe, als der Faden, dem er folgte, dicker zu werden schien. Die Aura des Jungen wurde spürbar, aber die Aura neben ihm war mächtiger. Ein genaues Kräftegleichgewicht ließ sich nicht heraus arbeiten, aber es reichte aus, um seine Schritte zu beschleunigen.
Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit zu erwähnen, dass Augusts Kopf nicht wirklich gut funktionierte. Schwummerig von der Explosion und gleichsam von den Tagen des Aufenthalts mit dem verrückten Heiler erwies sich seine Konstitution als durchaus verbesserungswürdig. So kam er auf die offensichtlichste Lösung erst nach einigen weiteren Minuten atemlosen Keuchens.
Ein Passant, der auf einem Handy tippend an ihm vorbei ging, langte er auf die Schulter und drehte diesen in einer fließenden Bewegung herum.
"He, was-"
Der Zeigefinger des Zauberers tippte an die Stirn des Mannes, dessen Gesicht sich von verärgert überrascht hin zu freudig wiedererkennend wandelte.
"Jamie! Altes Haus, wie gehts dir?"
"Gut, gut", murmelte August und wies auf das Telefon. "Darf ich mal?"
"Na klar, Jamie! Hier!"
Gute, alte Illusion. Wunderbare Magie. Wunderbare Magie.
Es hatte ihn einen Anruf von drei Minuten gekostet, um Noland übellaunig anzuranzen und anschließend von diesem verfluchten Gedankenleser den Aufenthaltsort seines vermaledeiten Neffen zu erfahren. Mit Illusionszaubern war es so eine Sache. Sicherlich hatten sie ihren Wert in der Gesellschaft, jedoch erwies sich eine Illusion bei schlichten Gemütern zumeist als hartnäckig. So folgte ihm sein Kumpan, den August liebevoll Johnny getauft hatte, durch die Straßen Londons. Immer wieder teilte er Erinnerungen aus Jamies fragwürdigem, jedoch bunten Sexualleben und August fragte sich mehr und mehr, warum er eigentlich nicht einfach dem Tod in die Arme sprang.
Seufzend betrat er nach einigen Umwegen schlussendlich das Gebäude, auf dessen Dach die Sabine Rooftop Bar lokalisiert war. Wer zum Geier baute eine Bar auf ein Dach? Briten konnten so merkwürdig sein manchmal! Mit einem ewig plappernden Begleiter im Aufzug kümmerte er sich weniger um die Mordgedanken, die er gegenüber dem Entführer seines Schützlings hegte, als um die Tatsache eines Gegenzaubers, der ihm nicht gelang.
Als die Fahrstuhltür sich öffnete, war Johnny gerade dabei.
"...und ich sage zu ihm: Nein, aber ich schlafe lieber mit dem Bären als mit deiner Mutter, hahahahahahaha! Ist das nicht lustig Jamie? Ich meine, mit einem Bären, hahahahahahaha"
"Witzig."
"Nicht wahr? Jamie, du musst unbedingt morgen zu mir und meiner Lisbeth kommen und mit uns zu Abend essen!"
"Man möchte brechen...", murmelte August und sah sich im Lokal um.
Die wenigen Gäste blickten mit Erstaunen zu dem Mann, der mit einem blutverschmierten Hemd die Bar betrat. Die Haare standen ihm zu BErge und auf seinem Gesicht stand blanker Zorn.
"Was?"
"Was muss ich blechen, sagte ich."
"Gar nichts, das wäre eine Einladung, ich-", Johnny wollte weiter sprechen da fand erneut ein Finger den Weg an seine Stirn. In derselben Sekunde verdrehte die Mann die Augen und starrte ins Leere. "Oh, ein Vogel. Schau mal Omi!"
Torkelnd und sich um sich selbst drehend wankte der Mann durch das Lokal, während August zielstrebig auf die Gruppe draußen zulief. Und er kannte diese Gesichter! Herrgott und vermaledeit nochmal!
Mit einem wütenden Schnauben riss er die Glastür auf und trat nach draußen.
"Atroska!", donnerte er kalt und sah zu der jungen Frau hinüber.
Das fehlte noch. Eine Auseinandersetzung mit einem Arkana. Ganz mieser Zeitpunkt.
The more that I reach out for heaven
The more you drag me to hell
