[2er RPG] Dusk & Dawn [Asuna & Nico]

    • Die Stimmung hatte sich verändert, fand Ruairi.
      Ihr Lächeln war nicht mehr ausgelassen, das Leuchten der Augen ein wenig verebbt und irgendwie war die Stimmung im Raum düster geworden. Der Umstand, den es aufwarf, wenn man ein derart trauriges Lied zum Besten gab. Sicherlich gab es auch einige Damen und Herren, die sich anlächelten und ihre Hände enger verschränkten, aber für Ruairi hatte es einen negativen Beigeschmack, was Ember sagte.
      Er lächelte schwach, leerte sein Glas in einem Zug und seufzte.
      "Danke", sagte er. "Immerhin nicht ganz blamiert. Er ist zufrieden mit sich, das stimmt. Er hat lange gekämpft um diese Stimmung zu erreichen und ich bin sehr dankbar dafür, aber heute kann er gelöst und fröhlich darüber nachdenken und muss es nicht mehr durchleben."
      Eine Trennung war grausam, befand Ruairi und aus irgdendeinem Grund wollte die gelassene stimmung des Polizisten nicht zurück kehren. Er fühlte sich unsagbar schuldig, auf diesen dummen Vorschlag eingegangen zu sein und jetzt dies erzeugt zu haben. Schweigend blickte er wieder auf die Bühne, während die TÄnzerinnen wieder ihr Bestes gaben.

      Zwei Stunden später

      Das Programm endete mit einem kurzen Song von Logan, der sich an seine schottischen Wurzeln richtete. Ein kleiner, gälischer Song mit kleinen Ausflügen in das Theatralische udn Ruairi konnte nicht anders, als leise mitzusummen. Das Lied hatte ihnen ihre Mutter immer vorgesungen. Und mit einem Mal fühlte er sich wieder ein wenig allein in dieser Welt, die ihn merkwürdig zu beäugen schien.
      Als der Vorhang sich das letzte Mal endete und das letzte Glas geleert worden war, brandete noch einmal Applaus durch den Saal, ehe die einzelnen Herrschaften sich zu erheben begannen.
      Ruairi atmete aus und lehnte sich in den Sessel zurück, während er Ember ansah.
      "Hattest du Spaß?", fragte er lächelnd, ehe er wieder zur leeren Bühne sah. "Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Kraft Musik hat, nicht wahr? Nimm zum Beispiel die Nocturne von Chopin. Es ist erstaunlich, was eine einfache Melodie zu leisten vermag, wenn man sich ihr nur ergibt. So fühle ich mich manchmal, wenn ich mit dir zusammen bin. Auch wenn es noch nicht oft war, zugegeben. Aber es gibt mir so eine Leichtigkeit, die mich schwindeln lässt. Und dann habe ich das Gefühl zu träumen und der Realität zu entgleiten..."
      Er sah weiterhin zur Bühne und lächelte.
      "Früher hatte ich dann eine Regel", berichtete er. "Zunächst: Kneifen. Anschließend die Finger ansehen. Dann die Finger zählen. Und zum Schluss auf die Uhr sehen. DAnn wegschauen und nochmal hinsehen. Erst dann wusste ich was real war. Merkwürdig, oder?"

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • "Schön, wenn die Zeit wirklich in der Lage ist, manche Ereignisse zu überdecken", murmelte Ember und schwenkte ihr Glas in ihrer Hand.
      Bei manchen Erfahrungen war selbst sie noch nicht so weit. Sie fragte sich sogar eher, ob Zeit wirklich ausreichte, um die tiefklaffenden Wunden zu schließen und zumindest eine dünne Schicht darüber wachsen zu lassen. Nun tat sie es ihrer Begleitung gleich und richtete den Blick wieder zur Bühne, um der Darbietung den nötigen Respekt zu zollen.

      Zwei Stunden später

      Über die Dauer der Show hatte sich Embers Stimmung wieder ein wenig gebessert. Fort waren die deprimierenden Gedanken und machten einer gesünderen Haltung Platz. Das letzte Lied, das Logan anstimmte, verstand sie nicht, allerdings summte Ruairi es mit. Möglichst unauffällig setzte sie sich so hin, dass sie ihre Begleitung statt der Bühnenschau ständig im Auge hatte. So wie es aussah hatte er einen besonderne Bezug zu diesem Stück, denn eine etwas andere Stimmung schien sie seitens Ruairi zu erreichen. Ein leicht verzücktes Lächeln umspielte ihre Mundwinkel während sie versuchte, ihn nicht hirnlos anzulächeln.
      So bekam sie gar nicht mit, wie sich der Vorhang zuzog. Erst als der Applaus aufbrandete und Ruairi sich zurücklehnte, um sie anzuschauen, ließ sie das versteckte Lächeln in ein offenherziges entarten. Gerade wollte sie ihm mitteilen, wie viel Spaß es ihr hier wirklich bereitet hatte, da fuhr er mit seinen Worten fort und entlockte Ember das erste Mal eine leichte Röte im Gesicht, als sie fast schon peinlich berührt seinem Blick zur Bühne folgte. Sie hatte fast augenblicklich die delikate Melodie in den Ohren, aber mit so etwas verglichen zu werden, oder eher gesagt dem Gefühl, das sie auslöste, war sagenhaft.
      "Es hat mir sehr gut gefallen, wirklich. Du hast nicht zu viel versprochen, dass Logan ein begnadeter Künstler ist. Wobei mir dein kleiner Ausflug auch gefallen hat, selbst wenn du ein bisschen eingerostet bist. Aber so ein ausschweifendes Ritual zu haben, muss wahnsinnig anstrengend sein...", sagte sie nachdenklich, trennte sich von ihrem leeren Weinglas und rückte noch ein kleines Stück näher an den Mann an ihrer Seite heran, "wie gut, dass du mit mir eine deutlich kürzere Probe haben kannst."
      Ember wandte sich Ruairi zu, legte ihre Hand an seine Wange und zog ihn zu einem kurzen, wenn auch liebevollen Kuss herüber. Als sie ihre Augen wieder aufschlug, lächelte sie ihn spitzbübisch an und lugte ein wenig an ihm vorbei.
      "Also wenn du nicht mit deinem Bruder an der Bar versacken möchtest würde ich sagen, dass wir uns unter die verschwindenden Gäste mischen sollten..."
      Fast augenblicklich begann ihr Herz wieder in einem rasanten Tempo zu schlagen. Sie hatte bis jetzt ausgeblendet, was nach diesem Besuch anstehen könnte, dass sie ihn mit in ihre Wohnung nehmen und einfach für diese Nacht vergessen könnte, dass er die Grenzen definieren würde. Dass alles hier nur das Vorgeplänkel war und sie eigentlich wirklich auf die zweisamen Stunden aus war und keine Unterhaltung über den ganzen Abend. Sicher, sie hatte einiges von ihm hier erfahren können, aber es gab noch so viel mehr, was es zu erfahren galt.

      copyright by Vertify


      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Ruairi

      Konnte ein Kuss elektrisieren? Vermutlich ja.
      Beinahe ruckartig wurde er in einen wunderbaren, wenngleich viel zu kurzen Kuss gezogen. Und doch: Mehr Gefühl war beinahe nicht erfahrbar, wenn man die Umgebung betrachtete. Beinahe war ihm dass er Jules enttäuschtes Gesicht spüren konnte, die sich ungleich darauf näherte.
      "Er ist wirklich ein begnadeter Künstler", flüsterte Ruairi nach dem Kuss beinahe träumerisch langsam, während er sich an ihren Augen satt sah. "Und an diese Probe könnte ich mich beinahe dauerhaft gewöhnen.."
      Langsam, Django, dachte er. Es ist der zweite Abend und du sattelst das Pferd bereits zum Kurzsprint.
      Ihren Blick danach hätte er beinahe auffressen können. Es lag zwar etwas spitzbübisches dahinter aber kein Mann der Welt wäre nicht dankbar gewesen, diesen Blick bei einer Frau sehen zu können. Grinsend schob er sein Gesicht nahe zu ihres, ehe er ihren Atem auf seiner Haut spürte.
      "Ich glaube, ich schreibe ihm eine SMS", grinste er und erhob sich anschließend mit einer rasanten Geschwindigkeit.
      Gleichsam griff er zart nach ihrer Hand, ehe er sich die Jacke über die Schulter warf. Es war genug Zeit in diesem wunderbaren Etablissement verbracht worden. Es gab nichts mehr, was er jetzt wollte, als mit dieser Göttin von Frau alleine zu sein. Jeden Zentimeter dieser Zeit die sie noch hatten, auszukosten.
      Sie glitt wie eine wunderbare Symbiose von Eleganz und Verführung aus dem Sessel heraus und beinahe mit hypnotischer Traglast zog er sie hinter sich her. Als würde ihn der Deibel selbst jagen, ging er recht flotten Schrittes und mit einem breiten Grinsen zur Garderobière, die ihnen nach kurzem Kommando Embers Jacke herausgab.
      Während er ihr beim Hineinschlüfen half, fand er sich hilflos und sinnlos verguckt in diese Frau wieder.
      Er konnte es ihr nicht sagen. Das war zu früh. Aber gegen ein wenig Verschossenheit konnte man doch nichts sagen oder? Als sie ihre Jacke um die Schultern geworfen hatte, griff er wieder nach ihrer wunderbar weichen, warmen Hand und zog sie mit sich hinaus in die recht kühle Nacht.
      Man verabschiedete sie überschwänglich und Ruairi war freudnlich zu Jedermann, auch wenn er in sich eine gewisse Unruhe und einen Puls jenseits der Norm verspürte. Der Himmel möge ihm gnädig sein...

      Wenig später - Bei Embers Wohnung

      Der Weg zu Embers Wohnung war geprägt vom Abendverkehr in London. Mehr Taxen auf den Straßen als Menschen, wenn man es genau nehmen wollte. Und Ruairi hasste es. DIe ganze Fahrt über verspürte er den Drang, die Frau zu berühren, die ihm den Abend versüßt hatte. Also hatte er seine Hand ohne ihre Einwilligung auf ihren Oberschenkel gelegt. Nicht, um dreist zu sein oder gar frivol. Beinahe friedfertig und ruhig lag sie auf dem Strickkleid und innerlich tastete er diesen Schenkel die ganze Nacht ab.
      Als er den Wagen abstellte und sie ansah, konnte er selbst kaum an sich halten.
      "Es ... Es war ein wunderbarer Abend", flüsterte er und beugte sich anschließend selbst im Auto zu ihr.
      Ihre Lippen schmeckten wie ein Waldbrand, heiß und begierig, die Beute die sie vor sich sah, zu verbrennen. Doch Ruairi genoß den Brand auf seinen Lippen, während er alles was er an Begehren, Lust und beinahe auch so etwas wie Gefühl in diesen wundersamen Kuss legte, der den Abend besiegelte.
      Als sie sich trennten, atmete er etwas schwerer als vorher, aber grinste noch.
      "Zeig mir wie du lebst", sagte er und ließ erst dann seine Finger von ihrem Kieferknochen gleiten. "Bitte..."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Und an diese Probe könnte ich mich beinahe dauerhaft gewöhnen...
      Ember verlor sich regelecht in Ruairis Augen als er dies so sagte. Eigentlich war es nur eine Floskel, die man gerne daher sagte, wenn einem etwas überaus gut gefiel. Aber irgendwie konnte sie das Gefühl nicht abschütteln, dass er versteckt damit mehr ausdrücken wollte, als es den Anschein machte. Dass für ihn eine tiefere Bedeutung in dem Wort dauerhaft lag.
      Er gab ihr jedoch nicht die Möglichkeit sich weiter den Kopf darüber zu zerbrechen. In Windeseile war er aufgestanden, als hätte man ihn mit einem Startschuss ein Signal zum Sprint gegeben. Das amüsierte Lächeln wich nicht einen Moment von ihren Lippen als sie sich höchst grazil von ihrem Sitzplatz erhob und Ruairi folgte, der sie an der Hand gefasst hatte und zielsicher zur Garderobe manövrierte. Dankbar ließ sie sich in ihren Mantel von ihm helfen und warf ihm einen flüchtigen Blick über die Schulter zu. Und sie hätte schwören können, dass sie da etwas in seinen Augen hatte sehen können, das vorher noch nicht da gewesen war. Wenn auch nur für einen winzigen Augenblick lang.
      Viel spannender war allerdings, dass sie es heile bis zum Auto schafften. Immer wieder bedachte Ember Ruairi mit einem kurzen Blick um ja nicht den Moment zu verpassen, wenn er doch wieder Anstalten machte. Doch entgegen ihrer Annahme durfte sie ohne Zwischenfall ins Auto steigen und schnallte sich an während ihre Begleitung um den Wagen sprintete, um sich auf den Fahrersitz zu setzen. Ein weiterer Blick ging hinüber zu dem Mann am Steuer, der leicht unruhig wirkte. Doch sie sagte nichts und öffnete stattdessen ihre Handtasche, um nach ihrem Handy zu sehen.
      Der Wagen setzte sich in Bewegung und fädelte sich in den Londoner Abendverkehr ein, der größtenteils von Taxen bestimmt war. Es floß zäh, sodass Ember in aller Ruhe das Anrufprotokoll ihres Handys abscrollen konnte. Sie hatte mehrere Anrufe von Tallburn über die vergangenen Stunden erhalten, was sie die Stirn runzeln ließ.
      Die Falten verschwanden allerdings, kaum spürte sie eine Hand auf ihrem Oberschenkel. Ruairi hatte sie einfach dort abgelegt, wo sie still und unscheinbar verweilte, als würde er sich lediglich an der Wärme und Weichheit ergötzen. Sie quittierte die Hand nur mit einem Blick, dann wählte sie die Wahlwiederholung und wartete mit dem Handy am Ohr ab. Nach einiger Zeit sprang die Mailbox an und die Detective steckte das Gerät wieder in ihre Tasche zurück. Vermutlich war es jetzt einfach schon zu spät gewesen.

      Eine gewisse Spannung kehrte in jenem Moment wieder in Embers Glieder ein, als Ruairi den Wagen vor ihrer Wohnung parkte und den Motor abstellte. Die plötzliche Stille war fast zum Schneiden als sie sich abschnallte und seinem Blick begegnete. Sein Flüstern war in der absoluten Stille immer noch unglaublich laut und sie kam ihm ein Stück entgegen, als er sich über die Mittelkonsole zur ihr lehnte. Wie erwartet war dieser Kuss geprägt von einem Feuer, das ihrem Namen alle Ehre machen würde. Es war schon fast zu viel in diesem einzigen, lächerlichen Kuss verpackt, unfähig, jedes Detail wirklich zu bennenen. Nichts davon spielte jedoch eine Rolle, zumindest bis sich ihre Lippen nach einer gefühlten Ewigkeit trennten und sie sich beide etwas betagter anatmeten. Seine Finger rutschten kühl über ihren Kieferknochen, als er sich von ihr trennte und ihr das Zepter in die Hand legte.
      Wie konnte sie nach nach dieser Bitte noch Nein sagen? Er wollte ihren Abend an dieser Stelle noch nicht beenden. Sie ebenfalls nicht. Allerdings wussten sie beide, wohin es führen konnte, wenn sie ihn nun mit in ihre Wohnung nahm. Ihr Puls raste. In ihrem Magen herrschte ein flaues Gefühl. Sogar das Atmen fiel ihr schwer.
      "Dann schnapp dir deine Tasche und kommt mit", antwortete Ember bevor sie die Tür öffnete und die kalte Nachtluft als willkommene Abwechslung auf ihrem brennenden Gesicht spürte.
      Sie schickte ein kurzes Stoßgebet in den Himmel, dass sie auch ja das richtige tat. Und keine neugierige Nachbarin gleich im Flur stehen möge und im schlimmsten Fall noch einen Kommentar zu ihrem letzten männlichen Besucher abgab. Ruairi hatte so schnell seine Tasche aus dem Wagen gerissen und abgeschlossen, dass sie gar nicht mitbekommen hatte, wie er plötzlich wieder an ihrer Seite stand. Schuldbewusst zuckte sie kurz zusammen ehe sie ihren Schlüssel herauskramte und sich auf den Weg zur Tür machte.
      Krieg deinen Puls wieder unter Kontrolle, Madame. Du bist keine 16 Jahre alt.
      Möglichst leise schloss sie die Tür auf und lugte in den dunklen Flur bevor sie den Lichtschalter betätigte. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass niemand dort war, ließ sie Ruairi herein und schloss die Tür hinter ihm.
      "Hab ich schon mal erwähnt, dass ich sehr neugierige Nachbarn habe?", flüsterte Ember und grinste ein bisschen als sie sich zu ihrer Wohnungstür aufmachte, sie aufschloss, herein trat und hinter dem Caster die Tür wieder schloss. In weiser Voraussicht hatte sie besonders ausgiebig gelüftet, sämtliche Schundblätter aus dem Weg geräumt und sogar ein zusätzliches Set an Handtüchtern bereits im Bad herausgelegt. So viel zum Thema sie wusste nicht, wie sich der Abend entwickelte.
      "Schuhe bitte hier vorne ausziehen. Stell deine Tasche erstmal einfach dort ab."
      Sie würden ganz sicherlich nicht wie frühreife Teenies übereinander herfallen. Dachte Ember immerhin als sie ihren Mantel auf einem Bügel weghing und selbst aus ihren Ankleboots stieg. Kaum hörbar ging sie so ins direkt angrenzende Wohnzimmer, wo sie den Lichtschalter betätigte und man direkt das volle Ausmaß der sagenumwobenen Krankenhausattitüde zu spüren bekam. Sie hatte von den letzten beiden Fällen alle Erkenntnisse auf ihren Whiteboards notiert und sortiert, die ihre weißen Wände zierten.
      Ihr Blick fiel dabei unweigerlich auf das alte, treue Sofa. Wie sie es auch drehte und wendete; dort würde ein Mann in Ruairis Körpergröße eher schlecht schlafen können. Selbst mit August war es schon ein Akt gewesen. Das führte dazu, dass sie einen verstohlenen Blick zu der geschlossenen Tür ihres Schlafzimmers warf. Also musste sie ihn schon in ihre heilige Kammer lassen...
      "Na, habe ich zu viel versprochen, was die Atmosphäre betrifft?", schmunzelte Ember nachem Ruairi sich brav von seinen Schuhen und seinem Jackett getrennt hatte. "Kleine offene Küche, da schräg hinter dir ist das Bad... gegenüber mein Schlafzimmer..."
      Doch sie hatte jetzt nur noch Augen für den Mann im Raum, der ein seiner Meinung nach zu enges Hemd trug und gerade an ihre Seite trat. Es war ein Ding der Unmöglichkeit, ihn nicht anzufassen. Nicht zu fühlen, wie sich der Stoff über seiner Brust spannte und das schnell schlagende Herz darunter zu spüren. Wie von Geisterhand gelenkt wanderten ihre Hände von seiner Brust aufwärts, den Hals hinauf bis sie sein Gesicht wieder in ihren Händen hielt. Einen Augenblick lang sah sie ihn einfach nur an, so als würde sie sich gewahr, wem sie gerade ins Gesicht sah. Dann zog sie ihn zu sich hinunter, küsste seinen Mundwinkel, seine Unterlippe. Schließlich zwickte sie ihn kurz in seine Lippe ehe sie ihn freigab und zu ihm aufsah.
      "Wenn ich dich fragen würde, ob dir heute Nacht es auch einfach nur reicht, nebeneinander zu liegen, was wäre da deine Antwort?"

      copyright by Vertify


      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Die Tasche locker über die Schulter geschwungen betraten die beiden das Wohnhaus, das vom Äußeren her durchaus den alten Industriebauten zu ähneln schien. Es wäre wohl zu viel gesagt gewesen, wenn sich Ruairi hier sonderlich wohl gefühlt hätte, weshalb er auch ihrem spielerischen Hinweis auf die Nachbarn ein Lächeln schenkte. Ohne einen Laut zu machen, konnte man ein spitzbübisches Funkeln in den Augen erkennen, ehe er verständig nickte und leise hinter Ember die Treppen hinauf ging.
      Als sie vor ihrer Tür standen, konnte Ruairi beinahe wieder die Nocturne hören und er atmete sachte ein und aus, um seinen Puls zu verlangsamen. Beinahe erschien es ihm, als würde man sein Herz laut schlagen hören, denn er wusste wie Ember vermutlich, was hinter dieser Tür geschehen konnte.
      Und wenn er ehrlich war, konnte er es debil grinsend kaum erwarten.
      Was für eine Woche. Was für eine verflucht geniale Woche!; dachte er und wäre beinahe in Gelächter ausgebrochen als sie die Tür hinter ihm schloss.
      "Aye, Captain!", sagte er grinsend und riss sich die Schuhe von den Füßen. In der gleichen fließenden Bewegung hing er das Jackett an einen der offenen Haken und sah sich in dem Vorraum um. Dieser war nicht wirklich erstaunlich, aber zumindest gab er den Geschmack auf das Wohnzi-
      Ja, eindeutig. Er wusste, was sie mit Krankenhausstil meinte. Als Ruairi ins Wohnzimmer trat und einen Blick auf die kargen, weißen Wände und die spärliche Möblierung warf, kam er sich unpassend vor. ALs wäre er ein Möbelstück, was zu viel im Raum war. Alles hieran schrie: Geh weg!, wenn er ehrlich war. Er ließ die Tasche an dem prädestinierten Ort nieder und trat zu ihr ins Zimmer.
      Sie blickte auf das alte, leicht abgeranzt wirkende Sofa und Ruairi ertappte sich beim Starren, als er so etwas wie Zuneigung darin las. Das Möbelstück musste einen großen emotionalen Wert haben.
      Er warf einen Blick auf die Whiteboards, während er langsam durch den Raum schritt und grisnte, als er sich umdrehte.
      "Nein, ich gebe zu, die Atmosphäre in deiner Wohnung ist etwas besonders", lachte er. "Was hat es mit dem Sofa auf sich? Du schaust es an wie einen alten Freund."
      Während sie ihn derart feurig ansah, hatte er kaum Augen für die Wohnung. Wohl aber für die Betonung irhes Schlafzimmers. Dort lag ein Fokus, soviel stand fest, aber sein eigener wanderte an ihr herauf und herab, als sie näher kam. Zu nah. Viel zu nah, ehe er ihre Hand auf seiner Brust, auf seinem Hals und seinem Kiefer spürte. Und Gott, war diese Berührung gut! Ruairi kam sich lächerlich vor, aber er hätte von so viel Zärtlichkeit weinen können...Wie lange war es her?
      Glücklich grinste er sie an als sie ihn herab zog und in einen Kuss verfing, der begierig und gleichsam unendlich zärtlich war. Die ersten Küsste tat er gar nichts, ließ sie gewähren, sich Zeit nehmen. Erst als sie seine Unterlippe traf, erwiederte er leicht den Kuss und zuckte, als sie ihn hinein kniff.
      Seine Hände waren wie automatisch zu ihren Hüften gewandert und hielten sie genauso dort, ehe er sich über die Lippen leckte. Es blutete nicht wirklich, aber es erschien ihm dennoch passend.
      NAch ihrer Fragen lächelte Ruairi weiter und beugte sich ebenso hinab, um einen hauchzarten Kuss auf ihre beiden Mundwinkel und ihre Stirn zu drücken.
      "Ich würde antworten, dass sich dies mit dem Begehren, dass ich hier schmecke, nicht überein stimmt", murmelte er und fuhr mit der Zunge leicht über ihre Lippen, ehe er sie an sich band und mit ihnen zu verschmelzen drohte.
      "Und ich würde sagen, dass es mir natürlich reichen würde", flüsterte er, während seine Küsse tiefer wanderten, ihren Kieferknochen und ihren Hals entlang.
      Seine Hände fuhren entlang ihrer Flanke und beinahe ganz zärtlich drückte er sie an eine der Wände im Wohnzimmer oder im Flur,. Er wusste nicht mehr wo er war.
      "Sag mir, dass ich aufhören soll"; flüsterte er zwischen zwei Küssen, als er ihre Schlagader mit der Zunge hinauf fuhr und ihr einen Kuss hinter ihr Ohr setzte.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Die Atmosphäre in ihrem Wohnzimmer als besonders zu umschreiben war wirklich nett gemeint. Es war Ember klar, dass keiner ihrer Besucher sich jemals hätte vorstellen können, dass hier jemand heimelig leben konnte. Gerade wenn sie so darüber nachdachte, konnte sie diese Annahme nur unterschreiben. Als gemütlichen Rückzugsort hatte sie ihre Wohnung nie wirklich wahrgenommen. Ein Indiz dafür, dass sie trotz der Jahre in London noch gar nicht wirklich angekommen war. Was genau es mit der Couch auf sich hatte würde sie ihm am nächsten Tag erklären - sofern er dann noch da war und nicht geflüchtet war.
      "Vielleicht ist dein Geschmackssinn auch nur verwirrt", murmelte sie zwischen Ruairis Küssen bevor sie einmal kurz auflachte als er behauptete, dass es ihm auch reichen würde. "Erzähl mir nicht, dass du es noch eine weitere Nacht aushalten kannst."
      Eigentlich wollte sie noch mehr dazu sagen. Ihn noch ein wenig triezen und andeuten, dass sie dafür sorgen würde, dass er es definitiv nicht aushalten würde. Doch seine Hände verfolgten eine andere Agenda, lagen an ihren Seiten und drängte sie rückwärts. Bis sie mit dem Rücken an die kalte Wand neben ihrem Sideboard gedrückt wurde. Zu keinem Zeitpunkt hatte sie den Eindruck, nicht in der Lage zu sein, ihn zu unterbrechen, sich wehren zu können. Als hätte sie trotz seiner Selbstbestimmtheit immer noch das Zepter in der Hand.
      Wie seltsam.
      "Sag mir, dass ich aufhören soll."
      Etliche Male holte Ember Luft um darauf zu antworten, doch jedes Mal verließ ihr Atem verfrüht ihre Lungen. Jeden Quadratzentimeter, den Ruairi liebkoste, hinterließ ein Prickeln, das ihr die Luft zum Sprechen nahm. Sie war sich sicher, dass er selbst mit seiner Zunge spüren dürfte, dass ihr Puls gerade durch die Decke ging. Sie die Augen schließen musste weil sie das Gefühl ereilte, die Welt vor ihren Augen würde sich zu drehen beginnen.
      Ihr Hinterkopf lag an der harten Wand, deren Kälte vollständig von der Hitze ihrer beiden Körper ausgeblendet wurde. Ihre Hände hatten unterdessen ihren Weg zu seinem Hemd zurückgefunden, wo sich ihre Finger zu verselbstständigen suchten. Mit leicht zittrigen Fingern, zur Hölle, sie wusste nicht einmal warum sie überhaupt zitterten, fand sie den untersten Knopf seines Hemdes und öffnete ihn. Ein Stückchen weiter oben verfuhr sie mit dem nächsten Knopf ähnlich.
      "Ich kann nicht", schaffte sie es schließlich an sein Ohr zu hauchen nachdem sie die Hälfte der Knöpfe geöffnet hatte.
      Ember konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann sie sich so sehr nach einem Mann verzehrt hatte. Wann einfache Küsse das letzte Mal solch eine Empfindung bei ihr ausgelöst hatten. Das hier überstieg die einfache Lust, die Gier nach der Befriedigung der niedersten Triebe. Jede Berührung, jeder Kuss und jeder Blick war begleitet von einem tieferen Sinn, dem sie beide noch keinen Namen geben konnten. Es reizte sie gerade selbst so sehr, dass sie ernsthafte Bedenken hatte, sich noch länger auf den Beinen halten zu können.
      "Ich will's nicht. Du auch nicht", fügte sie hinzu als sie für die letzten Knöpfe ihre Augen öffnen musste und sich selbst dafür fast geohrfeigt hätte.
      Ihr Blick wurde direkt zu Ruairis Gesicht verleitet, wo sie sich in seinem Blick verlor. In dem Eismeer brannte ein Feuer, das sie unweigerlich mit in Brand gesteckt hätte, würde sie sich nicht selbst bereits fühlen, als würde sie von innen heraus verglühen. Dann waren die letzten Knöpfe Geschichte, doch anstatt ihm sein Hemd förmlich vom Leib zu reißen streifte sie es ihm langsam, zärtlich von den Schultern bis es mit einem leisen Rascheln zu Boden fiel. Sie würde jede verdammte Minute genießen, in der sie sich in diesem Traum befand.

      copyright by Vertify


      "I rather trust and regret than doubt and regret"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Asuna ()

    • Konnte man zu einem Menschen sagen,. dass er gut schmeckte?
      Als er mit seiner Zunge die zarte Salznote von ihrer zarten Haut leckte fragte er sich gleichzeitig, warum er sie nicht längst entkleidet hatte.
      "Nicht mal eine halbe Stunde würde ich noch aushalten", flüsterte er zwischen zwei Küssen während er ihre zittrigen Finger an seinem Hemd bemerkte.
      Herrgott, zitterte sie oder er selbst? Ruairi wusste es nicht einzuschätzen als er auf die flinken Finger hinab sah. Ihm selbst blieb nichts weiter als sie kurz ins Ohrläppchen zu kneifen, ehe er ihre Lippen wiederfand. Erneut zwei bis drei Küsse später keuchte sie ihm ins Ohr, was ihn schmerzlich seine heutige Hosenwahl bereuen ließ. Ay verflucht, dachte er. Widerstand gab es da nicht wirklich...Und das, was dort das Blut in Empfang nahm, war in diesen Hosen deutlich weniger schlecht zu übersehen als in Jeans.
      "Nein", nickte er und grinste breit, als er auf seine nackte Brust herab sah. "Ich wills auch nicht."
      Als hätte Ruairi nur auf das Startsignal gewartet, griff er behutsam, aber gleichsam bestimmt an ihre Oberschenkel, um ihr Strickkleid ein wenig über ihren Hintern hinauf zu schieben. Zum einen konnten seine Hände sehr legan und beinahe beiläufig ihren Hintern berühren (der wunderbar fest und gleichsam mehr als anregend war; um nicht zu sagen: perfekt, in seinen Augen) und zum anderen hatte sie die Bewegungsfreiheit die sie brauchte, als er die junge Polizistin beinahe leichtfertig anhob und gegen die Wand lehnte. Wie mechanisch legte er ihre Beine auf seine Hüften, um sich selbst ein wenig abzukühlen.
      Der Puls des Polizisten ging beinahe durch die Decke und jede Sekunde hatte er das Gefühl, es geschah ein Unglück und das Ganze wäre vorbei.
      Ruhig, Django...Ihr habt die ganze Na-
      Halt den Rand.
      Für heute war es genug Moralpredigt. Seine Küsse wurden wilder, wärhend seine Hände sie an der Wand stützten und sich in ihre Hinterbacken vergruben.
      Erst nach einer gefühlten Ewigkeit ließ er sie hinab und sah sie an.
      "Wollen wir es an einem angenehmeren Ort verlegen?", fragte er atemlos und zog sich bereits den Gürtel aus der Hose, ehe er sie öffnete.
      Sie hietl sich wie von geisterhand noch auf seiner Hüfte, als er Ember erneut zu einem Kuss heran zog und das hochgerutschte Strickkleid mit einem bestimmten Ruck in Richtung ihres Oberkörpers führte.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Ember hatte damit gerechnet, dass Ruairi ihr das Kleid direkt einfach über den Kopf auszog. Stattdessen schob er es nur etwas hoch, um sie von ihren Füßen zu holen und ihre Beine um seine Hüfte zu legen. Ihre Körper waren so nah aneinander und doch noch viel zu weit entfernt als sie sich wild küssten und sie geistesgegenwertig ihre Hand in seinem Haar vergrub. Sie konnte schwören, dass sie dort bereits etwas fühlte wo ihr Becken sich an ihm abstützte.
      Fast hätte sie ihm anzügliche Worte an seine Ohren geworfen und ihm ungestüm auf seine Schultern geklopft, damit er sie endlich runterließ. Als hätte er ihre Gedanken gehört löste er sich von ihr und setzte sicher auf ihre Füße ab. Sie hatte gerade genug Zeit, um einmal ordentlich durchzuatmen, da zog er sich bereits seinen Gürtel raus und nötigte sie beinahe dazu, den Blick abwärts zu richten.
      Offensichtlich hatte das hier seine Wirkung nicht verfehlt.
      "Schaffst du es etwa nicht im Stehen?", spottete sie und biss sich fast aus Versehen auf die Zunge als Ruairi sie zu sich zog und abermals küsste.
      Dann ruckte er ihr Kleid etwas höher. Fast augenblicklich schoss Embers Hand nach oben, legte sich auf seine Brust und schob den Caster ein Stück von sich. In ihren Augen glitzerte etwas, als sie selbst den Saum ihres Kleides ergriff und es sich über den Kopf auszog. Ihr Dutt lockerte sich ein wenig als sie das Kleidungsstück achtlos zu Boden gleiten ließ und es mit seinem Hemd auf dem Boden eine rote Lache zu bilden schien. Nun stand sie mit wildem Blicke vor ihm, die schwarze Leggins ging ihr weit über die Hüftknochen hinaus. Der schwarze Spitzen-BH bildete einen starken Kontrast zu ihrem hellen Hautton und betonte nur, wie stark sich ihre Brust immer wieder hob und senkte.
      Erst dann griff Ember nach Ruairis Hand, um ihn hinter sich her zu ihrem Schlafzimmer zu führen. Sie würde ihm morgen noch erklären, warum es so aussah, wie es das tat. Warum die Tür üblicherweise verschlossen war und nicht wie jetzt nur einfach zugezogen. Für einen kleinen Moment gefror ihre Hand auf der Klinke der Schlafzimmertür, um sie schließlich doch hinunter zu drücken und sie beide in ihr kleines Schlafzimmer zu lassen.
      Es war der einzige Raum, den sie in einem leichten Sandton gestrichen hatte. Als Mobilar passte gerade so ihr Kleiderschrank, das Bett und ein Nachttisch hinein. Mehr gaben die meist kleingeschnittenen alten Wohnungen in Marylbone nicht her. An den Wänden hingen etliche Bilderrahmen, die meisten in einem dunklen Braun. In allen lächelten verschiedene Personen in die Kameras, keine fachmännishc aufgenommenen Bilder sondern eher Zufallsschnappschüsse. Darunter waren teilweise sehr alte Bilder, wie von Emily, Shawn und sie als Kind sowie ein einziges Familienbild der Sallows. Es war schon leicht vergilbt und zeigte die Familie in ihren jüngsten Jahren. Der Rahmen von Emily war der einzige, der deutlich dicker war als alle anderen. Wenn man genau vor ihm stand sah man, dass Ember eine blonde Haarsträhne hinter das Glas gesperrt hatte. Auf der anderen Seite, ein wenig versteckt neben ihrem Kleiderschrank, hingen zwei größere Rahmen mit Silberrand. Einer war vollgestopft mit den errungenen Titeln im Laufe ihrer Karriere, der andere wies Schnippsel aus Zeitungen auf, die damals Shawn für sie gesammelt hatte.
      Ember hielt sich daran nicht länger auf. Sie steuerte direkt das Bett an, setzte sich auf die Bettkannte und ließ Ruairi vor sich stehen. Langsam schob sie ihre Daumen unter den Bund seiner Hose und schob sie langsam abwärts.
      "Ich erzähl dir morgen, warum es hier so anders aussieht, ja? Es gibt da andere Dinge, die meiner Aufmerksamkeit bedürfen."

      copyright by Vertify


      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Ruairi musste kichern, atemlos und beinahe rau, als sie ihre Bemerkung machte.
      Diese Frau...Gab es sie eigentlich ohne spitze Bemerkungen? Kopfschüttelnd wusste Ruairi nicht, ober sich dann noch so zu ihr hingezogen fühlen würde. Es war gerade diese Schrotflintenart, die er so mochte und die ihm passend erschien.
      "Ich würde es sogar im Stehen schaffen, aber ich denke da eine Hüfte, meine Liebe", sagte er und hielt sie noch einmal fest, um ihr sacht in den Nacken zu kneifen.
      Jedoch als sie endlich den unnötigen Stoff von den Hüften gleiten ließ und er auf eine Lache blutroten Stoffs starrte, wusste er, warum er nicht standhalten würde. SIe würde ihn brechen. Ember würde ihn süchtig machen wie eine Droge, die man besser nicht berührte. Als sie so vor ihm stand, nur noch in Unterwäsche und dieser leidigen Strumpfhose, die ihm den Blick auf so Wunderbares nahm, fühlte er sich einen Moment lang...
      Atmen, nicht denken, du Idiot!
      "Aber du bist wunderschön...", flüsterte er mehr zu sich als zu ihr und noch bewegten sich seine Lippen nur zitternd.
      Nur zu gern ließ er sich von ihr in den nächsten Raum führen und achtete, darauf, nicht auf das Kleid zu treten, das sich am Boden befand. Es brauchte schon einiges an Ignoranz, um das sachte Zögern ihrer Gestalt nicht zu bemerken, als sie die Hand auf die Klinke legte. Es musste Überwindung bedeuten.
      Ruairi drückte leicht ihre Hand und legte ihr eine Hand in den Rücken, jedoch ohne den führenden Druck. Er wollte nur, dass sie wusste, dass er bei ihr war. Und egal was ihn erwartete, er würde es anstandslos hinne-
      UNd das Zimmer war wundersam.
      Wundersam auf eine gute Weise, sodass der Zauberer kurz innehielt, um einen schnellen Blick über die Bilder und die liebevolle Einrichtung zu werfen. Es war so erschreckend wohnlich, dass er gerade nichts anderes konnte, als zu grinsen. Als sie ihn in Richtung Bett zog, fiel sein Blick auf den Rahmen, der deutlich dicker war als die anderen. Eine Sekunde lang brandete die ihm innewohnende Neugierde auf und er hatte bereits den Mund geöffnet, nur um ihn nach ihrem Satz zu schließend und zu lächeln, als er ihre Daumen im Bund seiner Hose bemerkte.
      "Du hast Recht", murmelte er. "Morgen."
      Das Lächeln, das sich über seine Züge legte, war warm und beinahe nachsichtig, als er seine Daumen neben ihre schon und die Hose mit einem Ruck verabschiedete. Und natürlich achtete Ruairi in Zeiten großer Erregung nicht auf die magische Imbalance in ihm. Was zur Folge hatte, dass er seine Daumen tiefer vergrub und sich die Boxershorts darunter direkt mit herunter riss.
      Eine Sekunde lang wunderte er sich noch, warum es so viel Widerstand gab, ehe er mit einem leichten Schmerz über die Erhebung hinaus glitt und erst an der Kühle seiner Körpermitte bemerkte, was er da getan hatte.
      "D-das...Das war nicht geplant!", seufzte er und schlug sich die Hand vor die Stirn.
      Gott, was tat er hier eigentlich? Warum war er so nervös?
      Ruairi atmete aus und beugte sich sacht über Ember um ihr Gesicht ins eine Hände zu nehmen. Sachte küsste er die sich ihm darbietenden Lippen und hoffte, ein Lachen im Keim zu ersticken. WÄhrenddessen glitten seine Hände ebenso vorwitzig über ihren sanften Körper, streiften ihre Brust und ihren Bauch und die weiche Haut darunter, die sich leicht elektrisierend anfühlte, ehe er seine Finger mit ihrer Strumpfhose verhakte und diese ebenfalls begierid nach unten zog.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Selbstredend entging es Ember nicht, wie Ruairi seinen Mund bereits aufgeklappt hatte, um Fragen zu stellen. Es war schon famos zu sehen, wie sie normalerweise gegenüber anderen reagierte und es nun einmal aus der anderen Perspektive betrachten zu können. Dankbar sah sie zu ihm auf als er ein warmes Lächeln aufsetzte und seine Daumen nebst ihre platzierte. Eigentlich hätte sie ihn am liebsten direkt wieder abgeschüttelt, auspacken konnte sie schließlich auch allein. Dass er kurz darauf aber sämtliche Kleidung von sich riss, überraschte sie hingegen schon deutlich. So deutlich, dass sich ihre Augenbrauen erstaunt hoben als sie geradewegs auf das starrte, was er darunter zu verstecken gehabt hatte.
      SIe glaubte ihm inständig jedes einzelne Wort.
      Seine Händen brachen ihr Starren ab, als er ihr Gesicht einfasste und ihren Blick weg von seiner Mitte hinauf zu seinem Gesicht lenkte. Er versiegelte ihre Lippen miteinander, doch Ember war nicht wirklich zum Lachen zumute. Wenn sie jetzt lachte nachdem sie den ersten Blick auf sein bestes Stück geworfen hatte, wäre der Mann für den Rest seines Lebens gekränkt, wenn nicht sogar geschädigt. Stattdessen richtete sie sich ein wenig gerade auf als seine Hände auf Wanderschaft gingen und sich an ihrer Leggins zu schaffen machten.
      "Hättest mir sagen können, dass du es so eilig hast", merkte sie an während sie sich etwas nach hinten fallen ließ, damit Ruairi ihr die Leggins über die Hüfte weiter abwärts ziehen konnte. "Muss ich jetzt Angst haben, dass du noch andere Dinge aus Versehen vertauscht? Oder fester packst als geplant?"
      Mit einem süffisanten Grinsen verfolgten Embers Augen wie Ruairi erst ihr eines Bein vom schwarzen Stoff befreite, dann das zweite. Widererwartend hatte er ihren Slip nicht mit runter gerissen, sodass sie sich nun in ihrer Unterwäsche auf ihrem Bett räkeln durfte. Tatsächlich rutschte sie ein Stück weiter zurück und symbolisierte ihm damit, zu ihr zu kommen.
      Das Bett knarzte, als sich zwei Personen an dem Gestell zu schaffen machten anstelle einer. Sie stellte die Beine für ihn auseinander, lud ihn förmlich ein, sich zwischen ihre Beine zu begeben. Selbstredend war dies nicht ohne Hintergedanke - so konnte er ihr den Slip nicht einfach ausziehen.
      "Und du bist immer noch der Meinung, mir standhalten zu können?", zog sie ihn weiterhin auf nachdem sie sich auf den Rücken hatte fallen lassen, um den über ihr aufragenden Ruairi verzückt zu betrachten.
      Er musste sich abstützen, um nicht mit seinem vollen Gewicht auf ihr zu liegen. Diesen Umstand nutzte Ember gnadenlos aus, um ihre rechte Hand über seine Flanke abwärts wandern zu lassen. Ihre Finger folgten den Muskelsträngen bis ihre Fingerspitzen auf ein hartes Stück Fleisch trafen. Ihr Grinsen schien sich noch ein wenig weiter zu verbreitern als sie ihre Fingerkuppen über die empfindliche Spitze tanzen ließ.

      copyright by Vertify


      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Ruairi konnte nicht in Worte fassen, wie eilig er es hatte.
      Normalerweise schrumpften die meisten Männer wenn man derart glühend ihr bestes Stück betrachtete. Und bis heute hatte er sich für denselben Typus gehalten. Doch unter dem Blick von Ember, die ihn beinahe brennend neugierig betrachtete, fühlte er, dass sein Hirn noch einmal mehr Blutbahnen umzuleiten schien. ALs würde man eine Schleuse öffnen, die es anatomisch nicht gab.
      Als sie sich ihm auf dem Bett so prominent darbot, lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Das weiche, runde Fleisch ihrer Kehrseite und die wunderbar durchtrainierten Schenkel wirkten wie ein allzu herrlicher Kontrast, den er berühren wollte. Seine Hände fuhren, ehe er sich über sie legte und vergaß, dass er bereits der Nackte Mann war, über ihre Flanken und griffen zärtlich fordernd in das weiche Fleisch ihrer Schenkel und ihrer Hüften, ehe er sich über sie stützte.
      Als er ihre Beine von dem lästigen Stoff erlöste, hatte er er bereits Küsse auf ihre Unterschenkel gehaucht, wähend er sie jetzt auseinander schob, um sich an ihrer warmen Körpermitte zu reiben, die sich ihm so wundersam darbot.
      Seine Lippen suchten ihre und zogen sie beinahe mit sich hinauf, während er sich mühevoll auf dem Bett aufstützte. Sachte kniff er in ihre Unterlippe und forderte beinahe mühsam Einlass mit seiner Zunge. Man konnte es eine Art gewaltsames Eindringen beschreiben, als seine Zunge sich den Weg in ihren Mund bahnte und dort mit der Ihren rang. Beinahe schwerwiegend falsch löste er den Kuss und woltle gerade auf ihre Frage antworten, ehe er bemerkte, weshalb die Eroberung ihres Körpers so einfach war.
      "Verstehe", flüserte er mit erhitztem Gesicht. Sein Atem ging sogleich schwerer als er ihre Finger an seiner empfindlichen Körpermitte spürte.
      Doch anstatt dagegen zu ringen oder sich gar zu entziehen, drückte er seine noch immer wachsende Körpermitte ihrer Hand entgegen und genoß das warme Gefühl um seine Spitze.
      "Ein taktisch kluger Schachzug, Miss Sallow", grinste er spitzbübisch. "Aber ja...Ich denke nach wie vor, dass ich standhalte. Und im Gegenteil erwarte ich sogar noch viel mehr von dir und deiner Verführungskunst..."
      Er drückte seinen Unterleib ihrer Hand entgegen und beugte isch leicht herab, um ihren Hals zu liebkosen, der sich ihm ebenfalls darbot.
      "Davon abgesehen", flüsterte er ihr ins Ohr. "Ist der Vergleich sehr ungerecht , findest du nicht auch. DIe Kleidung ist im Ungleichgewicht und das mag ich nicht..."
      Zart biss er ihr ins Ohrläppchen und fuhr mit der Zunge ihren Hals hinab, ehe er auf das Schlüsselbein traf. Tiefer kam er nicht, ohne sich ihr auf der Mitte zu entziehen und er würde die Sieben Teufel begatten, wenn er das tun würde.
      "Also...Ich sage es ehrlich. Wenn du dich nicht freiwillig ausziehst, lasse ich dieses Höschen und den BH verschwinden", wisperte er erneut an ihrem Ohr und grinste. "Und anschließend, wenn wir beide nackt sind...Können wir nochmals vergleichen, wer wem stand hält...Was meinst du?"

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Tatsächlich hatte Ember erwartet, dass sich Ruairi zurückzog sobald sie einen forschen Vorstoß wagte und sein bestes Stück berührte. Folglich war sie etwas überrascht, als sie auf einmal viel zu viel in der Hand hatte und er eher noch den Kontakt suchte als sich zurückzuziehen. Wollte er etwa riskieren, dass es so schnell schon vorbei war?
      "Wie viel von meiner Kunst willst du denn noch sehen? Irgendwann platzt du", kicherte sie leise und wusste nicht, ob es an dem Gedanken oder seinen Lippen lag, die sich an ihrem Hals vergingen.
      Ehrlich gesagt bot er ihr zur Zeit ganz gut Paroli. Wenn sie ihm jetzt offenbarte, dass sie seine Hände an eindeutigeren Körperstellen spüren wollte, dann hätte er einen Punkt gewonnen. Den sie ihm natürlich nicht so einfach schenken wollte. Sie musste ihn anders dazu kriegen. Allerdings setzte kurz ihr Hirn aus als er ihr ins Ohrläppchen zwickte und mit der Zunge ihren Hals abwärts fuhr. Allein die Vorstellung, die Zunge auf anderen Stellen als ihrem Hals oder ihren Lippen zu spüren ließ sie kurz erschaudern.
      "Das klingt doch nach einer Drohung, die ich irgendwann mal ausprobieren muss", entgegnete Ember leise nachdem ihre Gedanken endlich wieder einem ordentlichen Gang folgten und sie einen Moment bekam, den Mann über ihr anzusehen.
      "Ich kann mich aber nur ausziehen, wenn du mich freigibst?..."
      Sie ließ sämtliche Muskeln erschlaffen als Andeutung, dass sie ihn vollkommen freigab. Er musste nur noch von ihr abrücken, damit sie genug Platz bekam um seinen Worten nachzukommen. Es dauerte einen Moment ehe er dies tat und eine kalte Leere in ihrer Hand zurückließ. Leise seufzte sie, als sie noch ein Stück weiter von ihm wegrobbte, um schließlich sogar vom Bett aufzustehen. Das Licht aus dem Flur fiel nun frontal auf ihren Körper als sie sich vor der Seite des Bettes aufrichtete und Ruairi musterte. Nach einem Moment der Stille beugte sie sich zu ihrem Nachtschränkchen, zog die oberste Schublade auf und förderte die kleine quadratische Plastikverpackung zutage, die sie kommentarlos in Griffweite auf das Kopfkissen warf.
      So viel zum Thema sie wusste nicht, wie sich der Abend entwickelte.
      Als sie sich wieder aufgerichtet hatte, fixierte sie Ruairis Gesicht. Sie wusste genau, wie das Licht auf ihrem Körper wirkte als sie in schier unendlicher Geduld und Langsamkeit mit ihrer linken Hand hinter sich griff und den BH öffnete. Keine einzige Sekunde ließ sie den Mann auf ihrem Bett aus dem Blick als sie sich gänzlich von dem Kleidungsstück trennte und es als Erstes seiner Art ordentlich zusammen auf den Nachttisch legte.
      "Wenn es darum geht, wem man es eher ansieht, hast du schon mal verloren", merkte sie an nachdem sie sich kurz aufgerichtet hatte und genau sah, wie sein Blick abwärts driftete.
      Ein Lächeln umspielte ihre Mundwinkel als sie die Daumen unter den Saum ihres Slips schob.
      "Und ich bin mir sicher, dass du gleich deine Finger nicht mehr von mir lassen kannst."
      Als wäre diese Aussage überhaupt nötig gewesen. Den ganzen Abend über hatte er bei jeder Gelegenheit den Kontakt zu ihr gesucht und würde nun ganz bestimmt nicht damit aufhören. Doch noch immer schwang ein wenig unterbewusste Sorge mit. Was, wenn das hier eine einmalige Sache sein würde? Wenn er das bekam, wonach es ihm gelüstete und sie dann langweilig für ihn wurde? Harsch musste sie sich an seine Worte erinnern. An die Art, wie sie miteinander umgingen. Die letzte Nacht, in der sie einfach nur die Präsenz des jeweils Anderen so sehr genossen hatten.
      Es dauerte eine schiere Ewigkeit ehe sich Ember auch von ihrem Slip verabschiedet hatte und ihn gemächlich faltete, um ihn zu dem BH auf den Nachtschrank zu legen. Erst dann kam sie zurück zum Bett, gesellte sich zu ihm bis sie auf ihren Knien vor ihm saß und seine Hände einfing. Sie schloss einmal die Augen, kaum berührten seine Hände ihren Brustkorb an den Seiten ehe sie seine Hände über ihre Haut abwärts führte bis sie auf ihren Hüftknochen zum Ruhen kamen. Dort gab sie seine Hände frei, schlug die Augen auf und verfiel wieder in den Untiefen seiner blauen Augen.

      copyright by Vertify


      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Es gab Momente im Leben eines jeden Menschen, da man seine niederen Instinkte in Frage stellen musste.
      Dieser war nicht heute. Jetzt war es nur wichtig, diese Göttin von einer Frau anzusehen, die sich gerade im Lichte des Zimmers geradezu produzierte. Und dabei nicht eine Sekunde lang aufdringlich oder gar überzogen wirkte. Schweigsam hatte er sich von ihr herabgerollt und war auf dem Rücken liegen geblieben. Lediglich Stütze erfuhr er durch aufgestellte Ellenbogen, die sich wie Schwerter in die weichen Decken bohrten.
      "Ich halte schon einiges aus", sagte er grinsend und versuchte sich selbst ein wenig zu verrücken, damit man die rote Färbung seines Halses nicht sah. Es war schwer, sich beisammen zu halten, wenn man diese Frau erst nackt gesehen hatte. Angezogen wirkte sie bereits wie eine Meisterin der Verfügung und nun, nackt wie irgendeine Gottheit sie geschaffen hatte, erschien sie ihm wie eine Offenbarung. Dabei war es nicht mal die Perfektion, die ihn derart ansprach. Es waren vielmehr die kleinen Ecken und Kanten, die er erkennen konnte, die ihn auf einem derart emotionalen Level ansprachen, dass sein Körper mit Lust reagierte.
      Beinahe emotionslos betrachtete er die quadratische Verpackung auf dem Kopfkissen und musste lachen.
      "Es sieht ganz danach aus, als hättest du ja eine genaue Vorstellung gehabt, wie dieser Abend ausging, nicht wahr?", fragte er mit einer heraufgezogenen Augenbraue, während er schamlos ihren Körper ansah.
      "Warum sollte ich auch meine Finger von so viel Schönheit lassen?"
      Das war Blasphemie!
      Er nahm jede ihrer Bewegungen regelrecht wie ein Schwamm in sich auf und beobachtete sie, wie sie wieder zu ihm aufs Bett kam und sich auf den Knien zu ihm gesellte. Es war wunderbar, ihre Wärme zu spüren, ihre beinahe spürbare Hitze zwischen den Beinen und auf der Höhe ihres Schlüsselbeines. Als würden die zwei Zentren ihres Körpers die Motoren anwerfen und eine unsichtbare Heizung in Gang setzen. Nicht, dass es ihm anders ginge.
      Als sie seine Hände nahm, richtete er sich etwas auf und winkelte die Beine an, damit er nicht umfiel. Die schwelende Hitze zwischen seinen Beinen ließ sich ebenfalls nicht mehr ignorieren und seine Länge bereite ihm durchaus Schwierigkeiten in der Positionswahl. Schweigsam ließ er seine Hände über ihren Brustkorb nach unten führen und lächelte leise.
      "Wenn es nach dem Aussehen geht, ja. Aber ich glaube, du bist hier nur biologisch im Vorteil, nicht wahr?", flüsterte er und küsste sie erneut. Keine Wildheit lag daran, sondern vielmehr die Ruhe und Gewissheit einer wunderbaren Erfahrung, die ihn erwartete. Und die er diesmal nicht verstoßen würde.
      "Fass mich an", murmelte er kurz an ihren Lippen und führte eine ihrer Hände an seine Hüfte. Sie sollte selbst entscheiden, was zu tun war.
      Sachte glitt er mit einer Hand an ihren Hintern, während die andere zu ihrem wunderbaren Brustkorb und zu ihrer Brust und Hals zurückkehrte. Einen letzten noch..., dachte er und senkte seine Lippen erneut auf ihre.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • "Ich hatte keine genaue Vorstellung. Ich mag nur auf alles vorbereitet sein."
      Ember musste sich ein wenig umpositionieren als Ruairi seine Beine anzog und sie damit in potenziell gefährliches Terretorium bugsierte. Ihre Knie gruben sich tiefer in die Decke als sie mehr Kraft in die Beine steckte, um nicht auf seiner Hüfte zu sitzen und somit ein Malheur zu provozieren. Obwohl sie schwören konnte, dass seine Hitze bereits so schon bis zu ihr hinaufreichte.
      War sie wirklich biologisch im Vorteil? Sofern er diesen Punkt nicht eigenmächtig untersuchte, mochte dem vielleicht so sein. Sobald seine Finger allerdings bestimmte Stellen berührten, würde er ihr ihren Vorteil direkt aberkennen und es zu einem Gleichstand ausrufen lassen. So jedoch konnte niemand etwas dergleichen erwidern als er sie abermals küsste. Leise seufzte Ember bei dem Gefühl seiner weichen Lippen auf ihren, die mehr als eine Nacht voll Spielerei versprachen. Mittlerweile hatte sie aufgehört zu zählen, wie oft sie sich eigentlich schon geküsst hatten. Sicher war sie nur, dass diese Frequenz in so kurzer Zeit ungewohnt neu für sie war. Wie Ruairi schien sie allerdings nie genug zu bekommen, bekam mit jedem Kontakt ihrer Lippen den Eindruck, etwas Neues über ihn zu erfahren.
      Sie brummte zustimmend als der Zauberer ihr eine neue Aufgabe für ihre Hand übertrug. Nichts lieber als das, waren ihre Gedanken während sie etwas zurückwich, um auf seinen Oberschenkeln Platz zu nehmen und die neugewonnene Freiheit nach vorn auszunutzen. Langsam begab sich ihre Hand von seinen Hüftknochen auf Wanderschaft zur Mitte hin bis sie wiederfand, was sich vorhin bereits brennend in ihre Hand geschmiegt hatte. Dieses Mal schloss sie jedoch ihre Finger vollkommen um ihn und bewegte ihre Hand gemächlich auf- und abwärts, um sich ein besseres Bild über die Dimensionen zu machen. Wenn sie es nicht besser wüsste würde sie sogar behaupten, ihre Augen hätten sie vorhin getäuscht.
      "Wie lange ist es bei dir her?", hauchte sie ihm die Worte auf die Lippen als sie einen ihrer zahllosen Küsse unterbrach. "Oder fragt man das jetzt lieber nicht?"
      Sie musste sich dazu zwingen, andere Sätze zu bilden als jene, die ihr aktuell den Verstand zu fluten drohten. Er sollte sie anfassen, ihr endlich etwas von dieser Qual nehmen, die sich Lust schimpfte. Nach außen hin wirkte sie relativ gefasst, aber in ihr kochte es bereits. Die Plastikverpackung auf ihrem Kopfkissen rückte wieder stärker in den Vordergrund ihrer Gedanken während sie langsam aber sicher von ihrem gemächlichen Tempo ihrer Hand absah. Aber sie wollte ihn dazu bringen, danach zu greifen, es einzuleiten. Diesen kleinen Sieg wollte sie ihm nun doch nicht gönnen.

      copyright by Vertify


      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Das weiche Gefühl ihrer Lippen auf seinen und das Drängen seines Unterleibs als sich ihre warme Hand wieder um seine Länge schloss, raubten ihm beinahe jegliche Form des Verstandes. Einen Moment musste sich Ruairi in die Realität zurück mahnen, ehe sein Geist förmlich mit ihrem verschwand. DIe Hand, die Bewegungen und gleichsam das weiche, zarte Fleisch unter seinen Fingern, ehe sich auch seine Finger stetig und langsam über das Tal ihrer Brüste hinab über den wunderbaren Bauch hin zu ihrer Körpermitte bewegte. Es erschien einem Geißelweg gleich, musste er seine Hände doch mehrmals zur Ruhe rufen und Ordnung herrschen lassen. Beinahe zärtlich ertasteten seine Finger das Ziel ihrer Reise und genoßen die sengende Hitze als sich seine Handfläche auf ihren Venushügel legte. Gerade so ertasteten die Finger eine süße, beinahe brennende Feuchtigkeit, die er mit einem Teekessel hätte gleichsetzen können. Vorteil war also nicht mehr gegeben, dachte er grinsend, während er sich löste und sie ansah.
      "Nein, eigentlich nicht", flüsterte er. "Aber ich habe versprochen, dass ich antworte, wenn du fragst. Also...Es ist lange her. Und ich habe gut daran getan, zu warten. UNd bei dir?"
      Während er seine Finger, zwei an der Zahl, schamlos und vorwitzig forschend in ihr versenkte, schielte sein Blick unnachgiebig nach dem Kondom auf dem Kopfkissen. Er spürte, dass es schwerer wurde, dem Drang zu widerstehen. Auch wenn er diese Latexhüllen nicht wirklich mochte, war über deren Nutzen nicht zu streiten. Eine ganze Weile lang liebte er das Gefühl an seinen Fingern und suchte nach dieser merkwürdig rauen Stelle in dem weichen Fleisch. Diesen einen sagenumwobenen Punkt, den kein Mann so recht begreifen wollte. Bis er ihn fand.
      Sachte zog er seine Finger kurz danach aus ihr heraus und rollte sie, beinahe liebevoll und zärtlich, auf ihren Rücken, während er sich zwischen ihre Beine schwang. DIeser wunderbaren, elfenbeinfarbenen Beine, von denen er nicht die Finger lassen wollte.
      "Tschuldige", flüsterte er und griff nach dem Kondom. "Ich glaube, du gewinnst."
      MIt einem raschen Riss hatte er das Latexkonstrukt aus der Hülle befreit und vermutlich mit magischer Unterstützung über sein bestes Stück gestreift. Erst als es richtig sah begab er sich zwischen ihre Beine zurück und stützte sich mit den Armen neben ihr ab, ehe er sich zu einem letzten, begierigen Kuss herab begab und sich selbst ausrichtete. Ehe er sachte zustieß. Vielleicht mochte es an der langen Zeitdauer liegen, aber er tat sich doch schwerer als gedacht. Zumindest was das durchhalten anging. Aber sie fühlte sich so wunderbar, so lebendig und gleichsam so komplett...passend...an, als er sich Zentimeter um Zentimeter mehr in sie versenkte und kurz innehielt. Nicht so schnell, dachte er, ehe er zunächst einen langsamen Rhythmus anschlug, während er kurz die Augen schloss, um nicht von der unter ihm liegenden Nacktheit dieser Göttin völlig um den Verstand gebracht zu werden.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Es war einfach unmöglich. Wie sollte man auch in der Lage sein sich einem Kuss zu entziehen wenn man das Gefühl hatte, es war das einzige, das gerade zählte? Fast schon überdeutlich spürte Ember Ruaris Hände über ihre Haut gleiten und konnte eine Gänsehaut nicht verhindern. Nein, sie wollte sie auch gar nicht verhindern als seine Hand noch tiefer glitt und er feststellen dürfte, dass es nun einen Gleichstand gab.
      "Wahrscheinlich nicht so lange wie bei dir", hauchte sie ihm die Antwort auf die Lippen und musste sich jäh auf die Unterlippe beißen, als er einfach zwei Finger in ihr versenkte.
      Er bekam von ihr lediglich einen tiefen Atemzug, zu mehr Worten war sie gerade nicht fähig. Allein der Gedanke daran, dass sich bald etwas anderes an Stelle seiner Finger in ihr vergraben würde, drohte ihr den nächsten vorfreudigen Schauer über den Rücken zu jagen. Sie fühlte, wie er sich zu orientieren sucht und ließ ihn gewähren. Sie richtete sich sogar noch ein wenig weiter auf, damit er noch mehr Freiheit bekam und dadurch fast goldrichtig landete. Ember scheute sich nicht davor ihn wissen zu lassen, dass er die richtige Stelle erwischt hatte und rollte ihr Becken in einer eindeutigen Bewegung seiner Hand entgegen. Behielt er dieses Spiel ein wenig länger bei hätte er sie vermutlich schon zu weit getrieben. Aber auch das wäre ihr völlig egal gewesen wenn er es war, der sie dies fühlen ließ.
      Doch bevor es soweit kommen konnte, verflüchtigte sich seine Hand zwischen ihren Beinen und hinterließ nur ein sengend pulsierendes Gefühl, dem sie fast schon selbst nachgeholfen hätte. Doch Ruairi unterbrach den Gedankengang indem er sie auf den Rücken rollte und sich zwischen ihren Beinen postierte.
      Das reichte, damit Ember wieder einen halbwegs klaren Kopf bekam, die Beine links und rechts von ihm anwinkelte und sich auf die Ellbogen aufstützte. Abermals zeigte sie absolut keine Hemmungen, so offenherzig wie sie gerade vor diesem Mann lag. Sollte er ruhig jeden Zentimeter sehen, jedes Fleckchen erröteter Haut für die er verantwortlich war.
      Sie lächelte ihn leicht kokett an als sie über seinen Kommentar nachdachte und zusah, wie er sich nach dem Kondom streckte. "Ich glaube eher, wir gewinnen beide wenn das so weitergeht."
      Dann war er wieder über ihr, sorgte dafür, dass sie sich wieder fallen ließ und ihn mit offenen Armen empfing. Ihre Hände wanderten über seine Schultern hinauf zu seinen Schulterblättern, wo sie geistesabwesend die Konturen der Knochen nachfuhr. Wieder küssten sie sich, doch Ember ließ ihn sich nicht zurückziehen. Sie beide mussten sich adjustieren bis sie sich gegenseitig gefunden hatten und er sich langsam, so unendlich vorsichtig in sie schob.
      Sie musste sich hart zusammenreißen, ihn nicht anzubrüllen und diese vermaledeite Zärtlichkeit über Bord zu werfen. Dass sie sonst wahnsinnig würde und dem nicht weiter standhielt. Diese langsame Bewegung war die größtmöglichste Qual für sie, ließ sie niemals wirklich abkühlen aber reichte bei Weitem nicht aus, um ihr Glückseligkeit zu bescheren.
      Allerdings konnte sie nicht anders, als ihr Becken ihm jedes Mal entgegen zu drücken. Das bisschen Luft zwischen ihnen auszumerzen und ihm zu zeigen, wie sehr sie es wollte. Wie sehr sie es gerade mit ihm genoss und sich innigst wünschte, dass er es ähnlich sehen würde. Ihre Hände glitten nur noch ruckartig über seinen Rücken und driftete schlussendlich zu seinen kräftigen Oberarmen ab, wo sie hemmungslos ihre Finger in sein Fleisch schlug.
      Ihr Blick fokussierte nach einer gefühlten Ewigkeit wieder Ruairis Gesicht, das durch das schwache Licht aus dem Flur markante Schatten warf. Er sah sie jedoch nicht an, hatte die Augen geschlossen und für einen Moment überschattete Sorge alles andere.
      "Alles....okay?", fragte sie leise nach, stellte ihre Bewegungen notgedrungen ein und löste eine Hand von seinem Arm um sie sanft an seine Wange zu legen.

      copyright by Vertify


      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Ruairis Körper fühlte sich brennend an, beinahe unirdisch gut.
      Seine Körpermitte, dort wo ihrer beider Körper in die Vereinigung übergingen, fühlte sich beinahe flüssig und heiß an, wie kochende Lava aus der Mitte eines Vulkans.
      Ihre Stimme erreichte seinen Körper gefühlt einige Sekunden später, durch den Nebelschleier seiner eigenen Begierde hindurch. Die Wände des Zimmers wirkten beinahe gummiartig und von gallertartiger Konsistenz. Ihre Finger an seinen Oberarmen bemerkte er erst spät und gleichsam eine Art Drängen in seinem Inneren, das er zurückhielt wie ein Monstrum, das er an eine Kette legen musste. Bei allen sieben Göttern der Zwielichtebene, er wollte diese Frau. Hatte Ruairi jemals eine Frau derart begehrt? Er geriet in Zweifel, selbst wenn er an Melissa zurückdachte und doch war er hier. Jeder Kuss, jede Berührung ihrerseits löste Schauer von ungeahnter Kraft in seinem Nervenkostüm aus und er bemerkte, wie seine Stöße gieriger, schneller und härter wurden, noch ehe er keuchend Luft holte und die Augen öffnete. Um die Iren lag ein goldener Schimmer, der sich in Embers Augen bohrte.
      "Es ist alles bestens", flüsterte er und grinste schelmisch. "Ich musste mir gerade für einen Moment alle Sinne beisammen holen, damit ich nicht wie ein Teenager reagiere, sobald ich mit einer schönen Frau Sex habe."
      Ein Lachen lag in seiner Stimme, wie schon lange nicht mehr. Eine Art unterschwelliger Puls, der sich grinsend durch seinen Körper in die Freiheit bahnte.
      Zwischenzeitlich verkrampften seine Hände in dem Kissen, auf das er sich stützte. Ruairi hatte nicht bemerkt, dass er Ember mit beinahe jedem Stoß ein wenig vor sich her trieb und ihre Leiber eher aufeinander prallten, als liebevoll miteinander umgingen. Jedes Mal vermeinte er, eine Art schmatzendes Geräusch zu vernehmen, das die Stille einnahm. Die Bestie in seinem Leib brüllte zufrieden, als er es sich nicht nehmen ließ, den Körper der Frau unter sich schamlos zu betrachten. Als würde er etwas suchen und es sogar finden. Es lag kein animalisches Treiben in seinem Blick. Vielmehr eine tiefe Zufriedenheit, die sich ihrer Bahn brach als er sich wieder über sie legte, um ihre Lippen zu suchen. ALs wäre es Manna vom Himmel. Und genau das was er brauchte.
      Schneller, härter und immer wilder kam er sich vor, während sein Unterleib mit ihrem kollidierte. Innerlich sorgte er sich, vielleicht zu druckvoll zu agieren oder ihr Schmerzen zuzufügen. Aber gleichsam konnte er nicht anders, wann immer er hinunter sah und sich kurz von ihr löste. Was hatte er für ein unverschämtes Glück? Durfte er dieses Glück empfinden, während er mit einer Frau schlief, die er kaum kannte, aber dennoch nicht die Finger von ihr lassen konnte?

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Man mochte es durchaus Unaufmerksamkeit nennen, aber Ember hatte keinerlei Augen übrig für ihre Umgebung. Dass die Wände nicht mehr das waren, wie man sie eigentlich kannte. Nein, sie hatte einzig und allein Augen für Ruairi, der sich unachtete ihrer Nachfrage immer weiter steigerte und dafür sorgte, dass sich ihre Hand von seiner Wange verabschiedete und sich in seine Schulter krallte. Erst dann schienen ihre Worte bei ihm Gehör zu finden, denn er hielt kurz inne und sah sie endlich an. Fast augenblicklich erschauderte Ember als die glühenden Iren nur noch deutlicher im Halbdunkel hervortraten.
      Auf Ruairis Kommentar hin wich die Sorge aus ihrem Gesicht einer fast schon warmen Zufriedenheit. Wenn sie ganz tief in sich hineinhorchte, dann konnte sie eine leise, subtile Stimme wahrnehmen, die sich wünschte, er würde nicht nur über ihren Sex so denken. Dass er mehr als nur eine körperliche Anziehung zwischen ihnen spürte und sie sich nicht einfach einem weiteren Abenteuer hingab.
      Jegliche Gedanken dieser Art verabschiedeten sich kurz darauf allerdings im Nichts als er sie hemmungslos nahm. Mit einem Mal verteufelte sie ihr loses Mundwerk und ihre Großspurigkeit, aber seine zügellose Wildheit steckte die schlichtweg mit an. Wo Ember vor Stunden oder gar Minuten noch behauptet hätte, es würde eine ganze Weile dauern bis sie kam war es jetzt nur noch eine Frage der Zeit. Aktiv musste sie dagegen ankämpfen nicht in dem Gefühl und dem Moment unterzugehen während ihre Fingernägel sich in sein Fleisch gruben und er morgen ihre Spuren tragen würde. Vielleicht war sie ja doch schon viel zu gereizt gewesen, viel zu animiert, als dass sie länger ausgehalten hätte. Unter anderen Umständen hätte sie sich nach oben gekämpft, die Positionen gewechselt, ihren Partner nicht allein die Arbeit machen lassen. Doch in diesem Moment ließ sie sich einfach fallen, vergaß die Gleichberechtigung und ließ sich einfach von den Wellen mitreißen, die sich heiß durch ihren gesamten Körper ergossen.
      Ruairis Kuss milderte das Gefühl nicht sondern befeuerte es nur noch. Ember kippte ihr Becken ein wenig ab, damit sie ein bisschen mehr Reibung an genau der richtigen Stelle erzeugte. Kurz darauf keuchte sie auf, schlang ihre Beine um seine Hüfte und presste sich an ihn als sie kam. Gnadenlos trieb er sie weiter auf der Welle, die nicht abzuebben schien.
      "Hör nicht auf. Hör bloß nicht auf", wimmerte sie an sein Ohr, zerrissen von der Ekstase, die er ihr bescherte.

      copyright by Vertify


      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • WIe vermochte man ein Gefühl zu beschreiben, das jeder Beschreibung entwich?
      Wie Sand in einer alten Hand entglitt es ihm wieder und wieder obgleich er wirklich versuchte, dieses Gefühl in Worte zu fassen. Er musste nachdenken, da er sonst bereits nach zwei Minuten vermutlich dieses wunderbare Intermezzo beendet hätte. Ruairi bemerkte die zarten Finger, diese wunderbaren schlanken Glieder dieser atemberaubenden Frau, die sich in seine Schultern gruben und die Haut darunter durchstießen.
      Mit einem sachten Knurren quittierte er den süßen Schmerz, der ihn nur noch weiter dem Rande entgegen trieb. Unter normalen Umständen und wenn er sich nicht bereits nach ihr verzehren würde, hätte er sie noch weiter umher geworfen und sicherlich auch anderen Stellungen den Vorzug eingeräumt. Aber die Nacht war noch jung, nicht wahr?
      Während er sich immer wieder in sie hinein schob und das Keuchen an seinem Ohr genoß, spürte er die lauernde Hitze in seinem Körper und das verräterische Ziehen in seiner Körpermitte. Lange würde das hier nicht mehr möglich sein, ehe seine Muskeln ihm in den Dienst quittierten. Mit jedem Stoß fühlte er sich ihr merkwürdigerweise näher als vorher und genoß das Gefühl. Als würde er etwas finden, das er lange gesucht hatte.
      Als Ember ihre Beine um seine Hüften schlang, war er so überrascht, dass er beinahe aus dem Rhythmuss geriet und doch liebte er das Gefühl jetzt schon. Während sie Worte an seinem Ohr wimmerte, die er durch den Blutfluss in seinem Ohr nicht mehr wahrnahm dachte er nicht mal daran, aufzuhören. Wenn er etwas aus vergangenen Abenteuern gelernt hatte, dann dass man in einer solchen Situation seinen Rhythmus beibehielt. Sachte trieb er Ember über die Klippe, die sich ihr offenbarte, während er seiner unaufhaltsam näher kam. Während sie sich an ihn drückte und seine Hüfte in Position hielt, bemerkte er einen kurzen Bruch im Rhythmus, als er selbst kam. Nicht, dass es ihn abgehalten hätte, noch ein paar weitere Stöße ihrer Hüfte entgegen zu werfen, ehe selbst seine Muskelspannung auf dem Höhepunkt langsam verebbte und er sich schwer auf seine Ellenbogen stützte.
      Eine kurze Weile holte er Atem, ehe ihm das Kondom einfiel und er sich seufzend und bedauernd aus ihr hinaus zog. Die plötzliche Kälte um seine Mitte erschreckte ihn und gleichsam nahm er es missbilligend zur Kenntnis. Auch wenn Schutz notwendig war, wäre er gern länger dort verharrt. Mit einem lästigen Bewegung riss er das Latex von seinem besten Stück und verknotete es sicher, ehe er es in den nächsten Papierkorb warf.
      Nur um sich anschließend wieder auf das Bett zu legen und ihre Beine erneut zu teilen. Ruairi drang nicht mehr ein, aber legte seinen Unterkörper wieder über ihren und küsste die Frau unter sich lange und liebevoll, ehe er sich erhob und sachte zur Seite gleiten ließ.
      "Wir haben beide gewonnen, definitiv", flüsterte er grinsend und fuhr sich mit der Hand über die Stirn. "Ich würde gern noch viel mehr gewinnen..."
      Er lachte kurz, ehe sein keuchender Atem jegliches Geräusch überdeckte.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Vermutlich hätte Ember Ruairi noch minutenlang so festhalten können. Wie ein eisernes Gefängnis hatten sich ihre Beine um seine Hüfte geschlungen, ihr ganzer Körper war ein einziger angespannter Muskel. Trotzdem spürte sie, wie auch er seinen Höhepunkt fand und sich schwer auf seine Ellbogen aufstützen musste. Sie gab ihn nicht umgehend frei, sehnte sich noch ein wenig der Welle hinterher ehe sie ihre verkrampften Beine löste und sie leise stöhnend seitlich von ihm abstellte.
      Einen Moment lang schnauften sie sich gegenseitig nur schwer an, ihre Hände streichelten noch immer seine Flanken während sie die langweilige Decke begutachtete. Was für ein Monster hatte sie sich in ihr Schlafzimmer nur geholt? Bei dem Gedanken schmunzelte sie nur als Bewegung durch Ruairis Leib ging und er sich von ihr löste. Am liebsten hätte sie ihm nachgegriffen und seine spektakuläre Wärme wieder zurück an ihren Körper gezogen. Allerdings musste er zunächst noch die Zeugen ihres Aktes aus dem Wege räumen und war dann schon wieder zurück bei ihr.
      Ember würde nie davon genug bekommen, wie sein ganzer Körper sie regelrecht zu verschlucken drohte. Ohne Gegenwehr ließ sie ihn ihre Beine teilen, damit er sich wieder dazwischen schieben und sich über sie beugen konnte. Ein Seufzen bahnte sich über ihre Lippen seinen Weg hinüber zu seinen als sie in dem Kuss zu schmelzen schien. Ihre Hände wanderten ganz automatisch zu seinem Kopf, seine Haare, seinen Nacken, wo ihre Fingerspitzen sanft seine Haut kraulten.
      "Ich sagte ja, wenn ich einmal mit dir schlafe bekommst du nie genug davon", erwiederte sie sein Grinsen im gleichen Maße nachdem sie sich auf die Seite gerollt hatte und so den Mann neben sich besser begutachten konnte. "Aber ich habe mir schon gedacht, dass dir ein Sieg nicht reichen wird. Ich bin auch seeeehr motiviert, muss ich gestehen."
      Eine sehr selbstsüchtige Stimme in ihre flüsterte ihr zähe, gifte Worte zu. Dass sie froh war, dass seine Frau gestorben war und nun sie Platz in seinem Leben finden könnte. Dass er keine Kinder mit ihr bekommen hatte, die ihn immer wieder an diese andere Frau erinnern würden. Dass er so frei war, wie er wollte und es ihr zustand, sich in sein Leben einzumischen, wenn er das denn wollte.
      "Sag mal Ruairi", begann Ember sachte nach einem Moment der Stille, "du hast schon mal erwähnt gehabt, dass du Sorge hast, dass es nur bei diesem einen Abend bleiben würde. Dass wir lediglich einmal Sex haben und unsere Wege dann wieder auseinanderführen. Ist das immer noch so?"
      Sie fasste ihn nicht an aber musterte ihn aufmerksam im Halbdunkel.
      "Ich glaube, mir reicht das nicht. Dieser Abend, dieser Sex. Das kann ich von jedem anderen haben, aber was ich nicht haben kann, ist deine Zuneigung, deine Wärme. Ich möchte nicht, dass es nur eine Affäre war, Ruairi."

      copyright by Vertify


      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Benutzer online 4

      4 Besucher