[2er RPG] Dusk & Dawn [Asuna & Nico]

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    • Unter gewöhnlichen Umständen hätte Ember höchstwahrscheinlich einen Kommentar dazu abgelassen, dass da jemand Unterwäsche scheinbar unterbewertete. Nun aber spielte es keine Rolle. Es wäre eine Lüge gewesen zu behaupten, man starre nicht auf die intimsten Bereiche, wenn sie sich einem offenbarten. Genauso wenig wie sich Ember für ihren Körper schämte hielt sie sich auch nicht an gesellschaftliche Normen. Ob es sich nicht ziemte, einem Mann auf sein bestes Stück zu starren war ihr herrlichst egal.
      Trotzdem... es wurmte sie, dass eine körperliche Reaktion des Rogues nicht zu übersehen war, sein Gesichtsausdruck aber erstaunlich gefasst war. Ein kleines Stück ihrer Seele hatte sich erhofft, dass er sie nicht nur als irgendeine Frau sah, die sich ihm gerade anbot. Und doch stand er nun vor ihr und sah mit diesem Blick auf sie herab, den sie nur all zu gut aus längst vergangener Zeit kannte. Er wollte sie - das stand außer Frage. Doch die Art, wie er sie ansah schien das Verlangen in ihrer Auffassung nur auf die körperliche Ebene zu beschränken. Und diese kleine Verwerfung in ihrem sonst so spiegelglatten See der Gefühlswelt war nicht einfach abzuschütteln.
      "Bitte sehr. Nur keine Scheu", erwiderte Ember und erhob keinerlei Widerstand, als August ihre Schenkel auseinander drückte.
      Über die Jahre schien die Detective verdrängt zu haben, wie sich die Zweisamkeit anfühlte. Es reichte schon sein Atem aus, dass sie scharf die Luft einsog und sich versteifte. Ganz der Kontrollfreak ließ sie keinen Laut ungehindert über ihre Lippen flüchten und verzichtete dafür auf die absolute Kontrolle ihres Körpers. Unter seinen Berührungen zuckte ihr Leib unwillkürlich bis sich seine Lippen von ihrer Mitte lösten und einen Weg aufwärts über ihren Bauch beschrieben.
      Bereits jetzt beschlich Ember das Gefühl, die alte Couch würde viel zu schmal sein.
      Ihre Hände wanderten über Augusts Rücken, fühlten die harten Vernarbungen auf seiner Haut und verleitete sie dazu, den Erhebungen zu folgen. Sie drehte ihren Oberkörper leicht, damit der Rogue von seinem gerade Pfad abweichte und einen Umweg über ihre Brust beschrieb. Auch so stand ihr Körper ab der Sekunde in Flammen, in der Augusts Hände sie berührt hatten. Buchstäblich magisch.
      Ember zog ihre Hände zurück um sie in Augusts Haaren zu vergraben und seinen Kopf vielleicht etwas zu grob von ihrer Brust zu ziehen. Eine Hand wanderte in seinen Nacken damit sie ihn zu ihren Lippen führen und endlich wieder küssen konnte. Sein Gewicht lag auf ihr, eine zeitgleich beruhigende und aufputschende Empfindung in einem.
      Und wäre Ember jünger und naiver gewesen, dann hätte sie sich ihm ohne Nachzudenken entgegen geschoben und ihn ohne zu fragen in sich aufgenommen. So allerdings rieselte noch der kleinste Funken Verstand in ihren Geist, als sie ihre Lippen voneinander löste und atemlos zum Badezimmer nickte. "Kondom."
      Wie immer war die gute Frau für alle Fälle gerüstet. Seien sie noch so unwahrscheinlich.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"

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    • Der gerade Weg war nicht immer der Beste, wie ihm schien. Er bemerkte ihre Körperdrehung zu spät, wohl aber nicht das Zucken unter ihm, während er mit seinen Händen bestimmt, aber gleichsam zärtlich über ihre Flanken strich. Als suchte er einen Weg, einen verborgenen Pfad zu seinem Schatz, den er zu bergen gedachte. August hatte bereits zu Beginn ihres Stelldichein beschlossen, nicht einen Funken seiner Magie zu nutzen. Sicherlich hätte er elektrische Stöße provozieren können, aber was brachte das. War das Natürliche nicht viel schöner?
      Er ließ sich führen. Seine Lippen fuhren über ihre Brust. Das weiche Fleisch dieser geschaffenen Perfektion gab leicht unter seinen Küssen nach und er fühlte den eitlen Drang, sie wie ein dahergelaufener Gemeiner zu berühren. Doch diesem gab er nicht nach. Stattdessen kniff er auch hier zart in die Brustwarze der Polizistin und betäubte den Schmerz sogleich mit der Zunge, die er darüber schweifen ließ. Gerade hatte er sich für den weiteren Weg entschieden, da wurde er an seinen Haaren hinauf gerissen.
      Und wenn sie hinsah, würde sie das Lächeln erblicken, was sich auf sein Gesicht stahl. Er mochte nicht gut darin sein, Emotionen zuzulassen oder zu zeigen. Aber die geifernde Freude, als sie ihn hinaufzog und seine Lippen mit einem Kuss versiegelte, konnte er nicht mehr verbergen. Er konnte auch nicht mehr verbergen, wie sehr er das hier wollte.
      Nicht die Tatsache der Penetration , auch wenn diese das durchaus reizvollste an dieser Sache war. Sondern vielmehr die körperliche Nähe, die er spürte. Die weiche Haut an seiner, ihre Hitze und ihre Lippen, die immer noch nach süßem, heißen Honigwein schmeckten. Als habe er eine Frau aus Feuer unter sich, die sich an ihn drückte, während er Schwierigkeiten hatte, nicht seinen beinahe animalischen Trieben nachzugeben, während sie sich die Lippen wund küssten. Seine fahrigen Hände wurden schneller und fordernder und beinahe zielsicher griff August unter ihr Gesäß, um dieses unter bestimmendem Druck anzuheben, damit er es leichter hatte, zu ihr zu kommen.
      Ehe er plötzlich inne hielt und keuchend in ihr Gesicht sah.
      Es dauerte eine Weile bis sein Verstand das Wort prozessiert hatte, das sie ausgesprochen hatte. Wie hätte August es ihr sagen sollen...Ein kurzer Anflug von Traurigkeit nebst Bitternis schlich sich in sein Gesicht und er senkte kurz den Blick, ehe er sich nickend zurückzog.
      "Eigentlich...", murmelte er und kratzte sich am Kinn, während seine Hände tiefer und tiefer rutschten, ehe sie ihren Schritt erreichten und sich auf das pulsierende Fleisch legten und es langsam zu massieren begannen.
      Dummkopf, schalt er sich und schüttelte den Kopf, während er sacht ihren Unterschenkel küsste und sich erhob.
      Mit schnellen Schritten rannte er geradezu ins Badezimmer und fischte aus einem Schrank die Kondome aus einer Packung. Anstatt eines herauszusuchen nahm er die ganze Packung mit und huschte ebenso eilig wieder zu ihr.
      Erstaunlich, wie einfach dies Unterfangen war, wenn man ohnehin schon gedankenverloren bei dieser Frau war. Und endlich wurde der Blick des Rogues sanfter und hinter dem Schleier seiner Augen fand sich etwas anderes, das man vielleicht nicht wirklich gedacht hätte. Welches Gefühl es war, vermochte er selbst nicht zu sagen...Aber es reichte, um sich auszurüsten und ihre Beine wieder auseinander zu drücken.
      Er hielt sich nicht mehr mit den Liebkosungen der umliegenden Gebiete auf. Seine Hand wanderte wieder unter ihr Gesäß und hob sie leicht an, ehe er sich in sie hinein schob. Währenddessen versiegelte diesmal er ihre Lippen mit einem Kuss und schlug einen Rhythmus an, der vermutlich viel zu zärtlich war. Aber was nicht war, konnte ja werden...

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Für einen kleinen Moment fiel Ember aus ihrem Gedankenkonstrukt. Eigentlich?
      Leicht zog sie ihre Stirn in Falten als sie sah, wie sich August dabei am Kinn kratzte und den Blick senkte. Vermutlich um zu verhindern, dass sie diesen delikaten Funken Trauer in seinen Augen lesen konnte. Allerdings war die Detective zu aufmerksam, als dass ihr dieses kleine Detail nicht aufgefallen wäre. Der kurzweilige Aufenthalt seiner Hand zwischen ihren Beinen war zwar verlockend, reichte allerdings nicht vollständig aus, um das Gesehene wieder zu vergessen.
      Doch dann kam er ihrem Wunsch endlich nach, trollte sich ins Badezimmer und brachte einfach die komplette Packung mit. Schlauer Mann. Da sparte man sich den Weg für später. In der Zwischenzeit hatte sich die Frau ein bisschen aufgerichtet, nur damit ihr die Beine wieder auseinander klappten und den Rogue dazwischen empfingen. Auch davor hatte sie den wechselnden Ausdruck in seinen Augen erkannt, doch dieses Mal war er deutlich weniger leicht zu interpretieren gewesen. Als er schlussendlich ihr Becken hob und sie ausfüllte, verloren sich ihre angestrengten Gedanken diesbezüglich einfach.
      Der nächste Kuss ging von Augusts Seite aus und sorgte dafür, dass er jegliche Geräusche ihrerseits fast im Ansatz erstickte. Ihre Finger krallten sich in seine Oberarme während er sich in Bewegung setzte und Ember sich die Zeit nahm, sich an das Gefühl zu gewöhnen. Als sie es getan hatte, begann sie unter ihm gegen ihn zu arbeiten. Das ging vielleicht eine Minute gut, dann warf sie einen flüchtigen Blick zu Seite und befand den kleinen Beistelltisch als weit genug weg.
      Ember wäre nicht sie, wenn sie sich nicht die Oberhand zurückholte. Sie setzte ihren linken Fuß neben der Couch auf den Boden auf, quetschte den Rechten zwischen Augusts und der Rückenlehne und brach ihren Kuss ab. In ihren Augen lag ein Feuer, dessen Existenz sie lange genug geleugnet hatte, sodass es nun ihren Verstand zu verzehren drohte. Ein Grinsen legte sich auf ihre Lippen, das fast schon höhnisch aussah.
      "Nimm's nicht persönlich", flüsterte sie und warf den Zauberer eiskalt seitlich von sich ab.
      Mit einem dumpfen Laut kam er neben dem Sofa auf dem Rücken auf. Ember hatte sich nicht verkalkuliert, sodass er nicht schmerzhaft auf den Tisch geknallt war. Einen Wimpernschlag später war die Detective schon wieder bei August. Sie hatte sich rittlings auf ihn gesetzt und ihn zeitgleich wieder vereinnahmt. Dies war der Bereich, in dem man sich ihren Respekt erst erarbeiten musste. Kerzengerade saß sie auf August und schenkte ihm einen ruhigen Blick von oben herab, der jedem bedeutete, wie sehr sie um ihre Macht, ihre Wirkung jetzt gerade wusste. Erst dann schloss sie die Lider und begann, ihre Hüften zu rollen.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Hatte er zu Anfang noch gedacht, die junge Frau zu schonen, so wurde er bereits in den ersten Sekunden ihres Stelldicheins eines Besseren belehrt. Nach einer kurzen Eingewöhnung an den Rhythmus begann sie bereits ihren Unterkörper gegen seinen zu stoßen. Und noch ehe er selbst zu sich fand und versuchte, seine Kraft ein wenig zu limitieren, huschte ein beinahe schelmisches wie interessiertes Lächeln über sein Gesicht.
      DAs würde Spaß machen...Weit über den Status der sexuellen Befriedigung hinaus.
      Der nächste Blick, den sie warf, hätte ihn warnen sollen. Für einen Moment hielt er inne, um die Augenbrauen kraus zu ziehen, und fand sich in der nächsten Sekunde neben dem Sofa wieder.
      August kam hart auf den Boden auf und grunzte unzufrieden, als er schräg auf seine Schulter fiel, nur um anschließend verklärt zu ihr hinaufzusehen, nachdem sie sich wieder auf seinen Schoß gesenkt hatte. Oh, das würde wirklich Spaß machen. Die Hitze um seine Körpermitte schien ihn beinahe aufzufressen und dennoch fand er die Zeit, ihre Hinterbacken zu umgreifen und sie vielleicht einen Hauch stärker an sich zu drücken als es gut gewesen wäre.
      "Du hast echt ein Problem", murmelte er und grinste auf dieselbe Art und Weise, ehe er sich der Bewegung der jungen Frau ergab.
      Es war zu schön und letztlich gleichsam schwierig bei dem Tempo, das sie anschlug, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Wieder und wieder drückte er seinen Unterleib nach oben, als sie sich auf ihn zurückfallen ließ und genoss den Druck, den er dabei entfachte. Und beinahe hätte vergessen, in welcher Lage er sich eigentlich befand. Zu schwer war das Denken bei den Gedanken um seine Körpermitte, die ihn Flammen zu stehen schien. Selbst ihren Blick von vorhin.
      Die meisten Männer würde ein derartiger Blick vermutlich verunsichern. Eine Frau, die die Kontrolle übernahm? Niemals. WIeder und wieder schlugen ihre Unterkörper in ihrem hemmungslosen Ringkampf aneinander. Als würden sie sich nicht Freude, sondern eher Schmerzen bereiten wollen, wurde der Rhythmus intensiver und wilder, ehe es August reichte.
      Es war genug Kontrolle für sie. Nun war er an der Reihe.
      Mit beinahe schlangenhafter Präzision (wobei er darauf achtete den Tisch unauffällig ein Stück nach links zu schieben, während sie sich an ihm regelrecht verging), drückte er sie seitlich von sich, um sich in einer fließenden Bewegung über sie zu schwingen und sie mit rhythmischen Stößen unten zu halten. August griff nach ihren Knöcheln und drückte diese hoch, sodass er tiefer vordringen konnte, ejjedoch nur bezweckend, dass sie sich ihre Gegenwehr sparen konnte.
      Und doch...
      einmal musste er inne halten und entfernte sich kurz von ihr, ehe er ihre Beine sachte überschlug und ihre Hüfte beinahe zum Drehen zwang.
      "Dreh dich um", raunte er und wieder war dort dieser Ton.

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    • Es hätte nicht mehr viel gefehlt und Ember wäre mit Anlauf über die Klippe gesprungen. Doch bevor sie den Abgrund auch nur sehen konnte, schien August wieder nach dem Zepter zu greifen. Sie hatte gar nicht gesehen, dass er den Tisch leicht verschoben hatte, um nun sie an seiner Stelle von sich zu rollen. Egal, wie sehr sie ein Grinsen auch hätte verstecken wollen - sie konnte es nicht.
      Obzwar sie sich ihres Höhepunktes beraubt fühlte, hielt sie es August nicht vor. Das Zusammenspiel zwischen ihnen jetzt gerade war schon dermaßen intensiv, dass sie jede Verlängerung mit Kusshand inkauf nahm. Als er zu allem Überfluss ihre Knöchel hoch drückte und somit den Winkel veränderte, bog sich ihr Rücken von ganz allein durch. Reflexartig schlang sie ihre Finger um seine Handgelenke während ihr die ersten süßen Laute entflohen.
      Wieder unterbrach August den Moment und sorgte somit dafür, dass Ember leise fluchte. Konnte der Mann nicht einmal bei einer Stellung bleiben?!
      Ihr Blick war fernab jeder Verklärtheit kaum hatte sie Augusts Aufforderung gehört. Mühsam schob sie ihre Unterarme unter sich, um sich etwas aufzurichten und den Rogue vor sich anzusehen. Er sah mittlerweile genauso wild aus wie sie selbst, ihrer beide Atmung schien gleichmäßig herrlich verzerrt.
      "Kannst du nicht einmal eine Stellung beibehalten?", fragte sie ihn atemlos, ein wildes Lächeln umspielte ihre Lippen.
      Dann seufzte sie laut, theatralisch, als sie seinen Worten Folge leistete und sich auf alle Viere begab. Danach angelte sie nach einem der Couchkissen, um es vor sich auf den Boden zu legen. Für den Fall. Man wusste schließlich nie.
      In einer geschmeidigen Bewegung warf sie ihren Kopf schräg in den Nacken, um dem Mann hinter ihr einen halbherzigen Blick zu zuwerfen. Dann sollte er sie für ihre Gehorsamkeit belohnen. Oft genug hatte sie schon zu hören bekommen, dass der Sex mit Magiern unglaublich gut ausfallen konnte. Bisher hatte sie keinen Zweifel daran, dass der mit August gut war. Aber diese kleine Priese Extra, die man den magischen nachsagte, hatte er nicht mal angedeutet. Auch das würde sie später einmal nachfragen müssen.
      Viel später.

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    • Dieses leise Fluchen zu hören, machte das Ganze noch reizvoller. Fast so sehr wie die wunderbare Selbstkontrolle dieser Person langsam brechen zu sehen. Auf ihre Anmerkung konnte er nicht anders und kurz kehlig lachen.
      Als würde auch bei ihm eine Art Damm brechen, denn wenn er ehrlich war, musste er hin und wieder die Stellungen unterbrechen, da sie sonst die Kondome austauschen mussten.
      Noch während sie sich in Stellung brachte und schlauerweise ein Kissen an sich heran zog, wurde das Lächeln breiter. Und auch wenn sie ihn so ansah und nach einer Belohnung zu schreien schien, war es noch nicht an der Zeit. Alles hatte seine Zeit. Auch eine derartige Belohnung wollte gut gewählt sein.
      Statt sich wieder mit ihr zu vereinen nutzte er den kurzen Moment, den sie beide in Trennung verbrachten, um ihr hemmungslos aufs Gesäß zu starren. Auch August war nur ein Mann. Und zuweilen ein recht Einfacher.
      Stattdessen schob er sich über sie und nutzte seine Finger, ihre warme, pulsierende Körpermitte zu erkunden. Er hielt sich nicht mit Einfachheiten wie einer Gewöhnung auf, immerhin war dies bereits eine Stufe weiter. So schob er zwei Finger in sie hinein und beugte sich gleichsam über ihren Rücken an ihr Ohr, während er glaubte, seine Finger würden schmelzen. Vielleicht ein wenig ruppiger als erwartet, wühlte er sich regelrecht durch ihr Innerstes, bis seine Finger die raue Stelle unter seinen Fingerkuppen fanden und darüber glitten.
      "Nun mal nicht so ungeduldig...Wir wollen doch nicht, dass dies Ganze hier zu einfach für dich wird."
      Grinsend zog er sich wieder hinter sie zurück und seine Finger wieder in die Freiheit. Sollte sie ihre Belohnung haben. Seine Hände legten sich fordernd an ihre Hüften und anstatt es bei einem stoßenden Rhythmus zu belassen, zog er ihre Hüfte in gleichem Ausmaß auf seine Mitte zu, sodass die vorherige Wildheit wieder hergestellt wurde. Man wollte ja nichts verpassen.

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    • Wie lange wollte der Mann eigentlich noch auf ihren Arsch starren?
      Mit jeder verstreichenden Sekunde zogen sich Embers Augenbrauen minimal weiter zusammen. Wenn er die Zeit damit totschlagen wollte, sie einfach nur anzustarren, dann war er bei ihr an der falschen Adresse. Sie hatte ihre Lippen schon geöffnet, um eine spitzen Kommentar abzulassen, da spürte sie seine Finger. Augenblicklich klappte sie brav ihren Mund wieder zu. Tatsächlich war sie ein wenig überrascht, wie zielsicher er einen bestimmten Punkt ansteuerte und sie dort reizte.
      "Zu einfach für mich? Wer musste hier mittendrin bitte mehrfach aufhören?"
      Der scharfzüngige Ton war einer sirupartigen Sanftheit gewichen, die sie nur ausgewählte Menschen hören ließ. Viel zu sehr war sie gerade darauf fokussiert, sich auf ihren Unterleib zu konzentrieren. Zumindest bis sich August wieder zurückzog und sie einen Augenblick lang wieder allein ließ. Ein weiteres leises Seufzen bahnte sich seinen Weg aus Embers Kehle als er endlich zu ihr zurückkehrte und umgehend in einen ruppigeren Rhythmus verfiel.
      Selbstredend lernte die Frau aus ihren 'Fehlern', hielt ihre Stimme dieses Mal im Zaum. Nichts sollte verraten, dass sie die Klippe bereits sehen konnte und sie war dankbar, dass sie ihr Gesicht nicht auch noch unter Kontrolle halten musste. Dankbar dafür, und dass August das genau richtige Tempo für sie beibehielt. Ember knickten auf einmal die Arme vorne weg als sie ihr Gesicht rigoros im Kissen vergrub, das sie sicherheitshalber vor sich platziert hatte. Mit voller Geschwindigkeit hatte der Rogue sie über die Klippe getrieben und nun befand sich die Frau buchstäblich im freien Fall. Ihr kompletter Körper verfiel in unregelmäßigen Zuckungen, die Stimme gedämpft durch das Kissen.

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    • Das Sprechen erstarb auch ihm in dem Moment, wo er den ruppigen Rhythmus beibehielt.
      Über die Jahre hinweg hatte er nicht viel Zärtlichkeiten erfahren, doch was er aus seinem Erfahrungsschatz abzurufen vermochte, wollte er auch tun. Und eine Sache hatte er sich immer wieder gefallen lassen müssen. Wenn sich die Nuance von Stöhnen, Atmen oder Keuchen veränderte und lustvoller wurde, hatte er das Tempo zu halten.
      Gleichsames tat er obwohl sie beide auf die Klippe hinzu galoppierten wie wilde Tiere. Als würde eine Welle unaufhaltsam über ihn hinweg fahren, übersah er beinahe seinen Höhepunkt, so mechanisch verblieb der Bewegungsrhythmus mit ihm. Als er ihre gedämpfte Stimme hörte, wollte er grinsen, aber zu mehr als einem merkwürdigen Verzug des Gesichts kam es nicht, als er seinesgleichen endlich bemerkte, dass er schon viel zu weit war, um noch weiter zu machen.
      Drei, vier letzte Stöße, ehe er sich regelrecht in ihr vergrub und versuchte, sich tiefer in sie hineinzudrücken als es vormals bereits geschehen war. Und mit einem beinahe entlastenden - ja man konnte es beinahe Stöhnen nennen - entlud er sich über ihr und sackte regelrecht zusammen.
      Seine Hände verblieben auf ihrem verlängerten Rücken, während er ihren verschwitzten Rücken hinab sah und schließlich doch mit einer Hand die sich abzeichnenden Muskelstränge nachfuhr. Erneut war es nicht mehr als ein Hauch von nichts, ehe er bemerkte, dass er seine magische Aura nicht mehr unter Kontrolle hatte. Es kam mitunter vor, dass sich Aura auf merkwürdige Arten entlud, wenn der Anwender sich beinahe nicht mehr unter Kontrolle befand. So fuhren mit jedem Zentimeter, den er auf der Haut zurücklegte, kleine Blitze von seinem Finger in ihre Muskeln und ließen sie sanft zucken. Als würde man mit einem Massagebecken herüber streichen. Mit einem letzten Atemzug beugte er sich vor und küsste die verschwitzte Stelle zwischen ihren Schultern, um sich schlussendlich aus ihr zurück zu ziehen und sich von dem lästigen Latexzeug zu befreien, dass er beinahe achtlos mit einem Hauch von Magie im Nichts verschwinden ließ.
      Erschöpft und schwer atmend ließ er sich seitlich neben sie fallen und sah an die Decke, einen Arm auf der Brust und einen unter dem Kopf, ehe er zu ihr sah.
      Und aus irgendeinem Grund, er wusste nicht einmal wieso, begann er zu schmunzeln und sah damit um Jahre jünger aus. Gleich bevor er in leichtes Kichern verfiel, ehe seine Hand über ihren Kiefer fuhr.
      "Was für eine Nacht...", flüsterte er und grinste sie an.

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    • Einen Wimpernschlag lang befürchtete Ember, ein Monster mit endloser Konstitution an sich herangelassen zu haben. Wie ein Tier hatte August das Tempo beibehalten, da hatte sie ihr Gesicht schon lange im Kissen vergraben gehabt. Dann wurde verlor sein Rhythmus an Gleichmäßigkeit wodurch sie wusste, dass er doch sein Limit hatte. Die Art, wie die Männer klangen wenn sie kamen, hörte sich meist anders an und war doch immer gleich. Und ein ganz kleiner Teil in ihr war froh, dass er ihr endlich ein wenig Ruhe gönnte.
      Embers Beine zitterten während sie noch immer angestrengt ins Kissen atmete und darauf wartete, dass sich August von ihr entfernte. Seine Hand an ihrem Rücken erschreckte sie sogar ein wenig. Die Berührung seinerseits war so sanft, dass sie kurz zweifelte, ob es immer noch der gleiche Rogue war. Zumindest bis die elektrischen Impulse einsetzten. Ein paar Sekunden lang fühlte sie einfach nur leicht irritiert, was auch immer er da gerade anstellte. Dann waren da plötzlich seine Lippen zwischen ihren Schulterblättern, so kurzweilig wie der Flügelschlag eine Kolibris.
      Schlussendlich gab August Ember endlich frei und sie sackte platt auf dem Bauch liegend auf den Boden. Das Gesicht hatte sie noch immer im Kissen vergraben. Es half nichts wenn sie jetzt leugnen wollte, was da gerade in den letzten Minuten zwischen ihnen passiert war. Sie musste es subtil betrachten - da hatte sich einfach angestaute Spannung entladen. Ihre fleischlichen Gelüste haben kurzzeitig auf einer Wellenlänge gelegen und nun gab es keinerlei Grund, dem hinterher zu weinen.
      Ein unglaublich langgezogener Seufzer drang dumpf durch das Kissen, als Ember ihren kopf seitlich drehte und August neben sich und dem Sofa liegen sah. Träge blinzelte sie ihn aus kleinen Augen an als er sie anschmunzelte und seine Hand nach ihr ausstreckte, um den Schwung ihres Kiefers nachzufahren. Eine ebenfalls unfassbar sanfte Berührungen, die man gerne schnell missverstehen konnte.
      "In der Tat. Ich glaube, wir haben innerhalb einer Stunde so ziemlich alle Emotionen mitgemacht, die der Mensch zu bieten hat", bemerkte Ember mit erstaunlicher Nüchternheit, so als hätte die Aktion die Objektivität in ihr Hirn zurückgeblasen.
      Ein weiterer Moment verging, in dem sie sich nur ansahen und anschwiegen. Früher hätte sie ihm noch einen zärtlichen Kuss gegeben ehe sie ins Bad verschwunden wäre. Aber das war für denjenigen bestimmt, den sie liebte. Alles, was August bekam, waren die Finger ihrer rechten Hand an seiner, die Finger fuhren sanft seine Glieder nach bevor sie die Hand auf dem Boden aufstemmte. Als sie saß strich sie sich zuerst sämtliche Haare aus dem Gesicht, die kreuz und quer darin gehangen hatten. Dann sah sie sich um.
      Immerhin war das Mobilar noch heile und die Umgebung sauber geblieben.
      Schlussendlich rappelte sich die Detective etwas wackelig auf und bedachte August mit einem weiteren ruhigen Blick.
      "Wenn du mir ab morgen nur spitze Kommentare dazu abgibst, war's das erste und letzte Mal", erklärte sie ihm und starkste ins Badezimmer.
      Wenigstens ein bisschen Katzenwäsche musste drin sein. So konnte sich doch kein Schwein ins Bett legen. Das war genau ihre Denkweise als sie sich einen Waschlappen nass machte und den gröbsten Schweiß von sich wusch.
      "Nach der Aktion willst du echt noch zu den Flittchen?", rief sie viel zu laut aus dem Badezimmer und grinste schamlos vor sich hin. Er sah sie ja jetzt immerhin nicht. Obwohl... Was für ein Gesicht hatte sie denn noch, was sich zu wahren lohnte? Nach der Aktion bestimmt keines mehr.
      "Und du solltest dir mal Unterwäsche anschaffen. Verhindert böse Überraschungen."

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    • Zugegeben, es wurmte ihn ein wenig, dass sie ihn beinahe nüchtern betrachtete, nachdem sie gerade miteinander geschlafen hatten. SIcherlich waren sie sich beide einig, dass diese Aktion im Eifer des Gefechtes und dem Wein zu schulden waren, der noch immer seinen Blick leicht vernebelte, während sie seine Hände nachfuhr. Erstaunlich, wie objektiv man eine derartige Gefühlsäußerung sehen konnte, dachte er und sah zur Decke, während sie sich langsam aufrappelte. Sein Brustkorb hob und senkte sich in noch immer recht schnellem Rhythmus, auch wenn sich dieser langsam beruhigte.
      Er spürte beinahe wie seine Aura wieder ins Gleichgewicht kam und sein Blick selbst ein wenig objektiver wurde.
      "Ja, das ist wahr..."; bestätigte er ihre Aussage. Sie hatten wirklich beinahe jedes Gefühl des menschlichen Spektrums durchgemacht. Es war erstaunlich, dass sie einander nicht gefressen hatten. Und wenn August ehrlich war, wäre es von seiner Seite beinahe dazu gekommen, was ihn schlucken ließ.
      Als sie ihn von oben herab beobachtete, starrte er ihr zunächst hemmungslos auf die Beine, dann in den Schritt und erst dann in die Augen, ehe er feixend grinste.
      "Kein Nachhalten", sagte er. "Aber deine Formulierung sagt durchaus, dass du dir ein weiteres Mal mit mir vorstellen kannst. Schon interessant, Ms Eisberg!"
      Das breite Grinsen als er den Kopf zurückfallen ließ um noch einen letzten lüsternen Blick auf ihren Hintern zu werfen, sah sie nicht mehr, ehe er den Kopf schüttelte. Beiernde Erschöpfung fuhr durch seine GLieder und ließen ihn schwer werden. Als verlangte sein Körper nach der wohlverdienten Ruhepause.
      Gerade war er ein wenig fortgedämmert, ehe er ihm einfiel, dass er sich vielleicht auch etwas waschen sollte, ehe er zu Bett ging. Ein erstaunlicher Abend. Zunächst die schwere Enttäuschung bishin zur süßen Erlösung. Ein einziger emotionaler Ritt auf dem Vulkan, wenn man es so sah.
      Langsam erhob er sich, ehe er ihre Stimme hörte, die aus dem Bad erklang und ein breites Grinsen erneut auf seinem Gesicht erschien. Langsam schlurfte er zum Bad und lehnte sich in den Türrahmen, die Arme vor der Brust verschränkt.
      "Ist da Jemand eifersüchtig?", fragte er und lächelte wie blöde. Anschließend verschwand das Grinsen aus seinem Gesicht und August sah Ember ernst an. "Ich gehe nicht zum Vögeln dort hin. Ich besuche eine Freundin, deren Schwester ich etwas versprach. Also mach dir keine Sorgen. Noch hast du die Exklusivrechte."
      Er wusste selbst, dass es ein dummer Satz war. Es gab nichts exklusives an ihnen. Sie waren praktisch zwei Matrosen auf demselben Boot die sich in einem Moment der Schwäche Erleichterung verschafft hatten.
      "Und welche bösen Überraschungen?"

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    • Ember zuckte ein wenig zusammen, als August plötzlich im Türrahmen auftauchte und sie somit zwang, das schamlose Lächeln schnell wieder abzulegen. Einen flüchtigen Seitenblick warf sie ihm zu während sie sich nicht von ihrer Tätigkeit abhalten ließ. Gerade war sie dabei, ihre Brust betont sorgfältig zu säubern.
      "Hab mir schon gedacht, dass du direkt drauf anspringst, wenn ich mich nicht eindeutig ausdrücke", erwiderte Ember und wusste, dass sie diesen einen Satz absichtlich so gesagt hatte. Ja, sie schlug ein weiteres Zusammentreffen auf dieser Art und Weise nicht gänzlich aus. Der Sex war durchaus gut gewesen. Kein Grund es zu leugnen, schließlich waren sie beide erwachsen und konnten tun, was auch immer sie wollten.
      "Ach, so eine Bekanntschaft über Ecken, die an seltsamen Orten endet ist das? Alles klar... und was heißt hier noch? Seh' ich so aus, als würde ich dir den Kontakt zu anderen Frauen? Männern? Keine Ahnung, was auch immer, verbieten? Pfft, soweit kommt's noch. Das hier", sie drehte ihren Oberkörper frontal zu August und wedelte mit dem Waschlappen zwischen ihnen, "war weder ein Unfall noch das Beste, was uns hätte passieren können. Darauf können wir uns ja einigen, richtig? Gut."
      Erpicht wandte sich Ember wieder dem Spiegel zu und kam derweil an ihrem Unterbauch an. Ihr Kopf war immer noch zu voll als dass sie ihre sonst so schnellen Verknüpfungen anstellen konnte. Müsste sie wohl morgen alles festhalten, wenn sie es denn so wollte. Jetzt schrie nur noch ihr Bett nach ihr.
      Als sie fertig war, schwang sie den Waschlappen über die Tür der Dusche, holte ein großes Handtuch aus dem Schrank unter dem Waschbecken und trat zurück, um August Platz zu schaffen. Anschließend begann sie sich zu trocknen. Ihr Blick lag dabei höchst aufmerksam auf dem Rogue, so als könne sie etwas verpassen.
      "Na ja, sollten wir nochmal in Bredoullie geraten und man zerfetzt dir deine Hose bleibt kein Platz mehr für Fantasien zum Beispiel", grinste Ember schließlich doch. "Willst du jetzt noch duschen oder nimmst du auch einen Lappen? Sind auch da unterm Waschbecken."

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August wusste nicht genau, weshalb, aber auf eine gewisse Art ärgerte ihn das, was Ember sagte.
      SIcherlich, sein Verstand mochte ihm sagen, dass dieses Gehabe lediglich der Überforderung resultierend aus der Situation heraus geschuldet war, aber dennoch verhielt sie sich gerade wie eine Abrissbirne.
      Er lauschte ihr schweigend, während er nicht einen Blick auf ihren Körper warf, der gereinigt wurde. Seine Augen hafteten an ihren, als suchte er etwas, das sie verbergen wollte. Doch wie so oft, fand er nichts.
      "Diese Bekanntschaft über Ecken ist eine alte Freundschaft, die bereits Jahrzehnte hält. Und sie endete nicfht an seltsamen Orten. Sie endet genau da, wo diese Person sein möchte, Sherlock", murmelte er und sah sie ruhig an. "Davon abgesehen glaube ich nicht, dass Eifersucht zwingend etwas mit Verboten zu tun hat."
      Er stieß sich leicht von der Tür ab, fischte ein Handtuch von dem Halter und und breitete es aus, während er über ihr kurz in den Spiegel sah. Sein Blick erschien dabei als eine Art kryptisches Rätsel. Keine Gefühlsregung war darin zu erkennen, obgleich es in ihm brodelte. Was hatte er erwartet?
      Die großen Gefühle. Wohl kaum. Aber ein wenig Wertschätzung seiner Person? War das zu viel? Dass er nicht angesehen oder behandelt würde, als wäre er ein ekelhaftes Stück Fleisch, dass man für sein Vergnügen nutzte und danach wegzuschmeißen gedachte? Auch wenn man durchaus ein weiteres Mal ins Auge fasste?
      "Weder Unfall, noch das Beste", bestätigte er nickend und sah zur Dusche, wo er die Tür zurückschob. Der Waschlappen blieb an Ort und Stelle, da er auch dieses Möbelstück mit großer Umsicht behandelte. Immerhin hatte er nicht vor Beschädigungen zurückzulassen.
      "Ich denke ferner, dass es in einem Kampf nicht wichtig ist, ob ich eine Hose trage oder nicht. Von daher ist es mir gleich", sagte er und wies mit dem Kinn auf die Dusche. "Ich würde eine Dusche nehmen. Geh ruhig schon schlafen. Du hast es nötiger als ich."
      Glatt gelogen.
      Aber es fiel selbst einem Mistkerl wie ihm schwer, nach einer derartigen Aktion wieder zum Alltag zurückzufinden. Er würde das Wasser brauchen und zumindest drei Stunden Schlaf, ehe sie weiter suchten.
      Langsam stieg er ohne auf Antwort zu warten in die DUsche und begann, das Wasser aufzudrehen. Erst heiß, um den Schweiß abzuwaschen und anschließend kalt, um die Wärme zu halten, damit er nicht den Verstand verlor. Selbst für seinen Verstand war heute viel zu viel passiert, dass er nicht gut verarbeiten konnte.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Erst, als das Wasser hinter Ember aufgedreht wurde, erlaubte sie es sich, die Schultern tief sacken zu lassen. Wie erschlagen stand sie vor dem Spiegel, in dem sich Augusts Rücken in der Dusche spiegelte. Aufmerksam sah sie dabei zu, wie er den Wasserhahn von heiß nach kalt drehte und sich durch die Haare fuhr.
      Auch wenn sie aus seinen Worten nicht viel hatte lesen können - die Art, wie er ihre Augen kurzzeitig fokussiert hatte, bedeuteten etwas. Sie wusste, dass er etwas gesucht hatte und war sich ziemlich sicher, dass er es nicht in ihren Augen gefunden hatte. Ein flaues Gefühl breitete sich in ihrem Magen aus, als ob sie gerade etwas Wichtiges übersehen hatte.
      Oder der Wein schlug ihr doch auf den Magen.
      Schließlich trennte sie ihren Blick von der Reflexion im Spiegel und warf dem echten Rogue in ihrer Dusche einen Blick über die Schulter zu. Sie war es, die ihm versprochen hatte, ihre Nussschale zu verlassen. Und jetzt ertappte sie sich selbst dabei, wie sie genau auf diesem Versprechen herumtrampelte und die kleinen Sprösslinge unter ihren Füßen zerquetschte. Darum würde sie sich kümmern, wenn sie keinen Blutalkohol mehr vorweisen konnte. Zumindest, wenn ihr dann noch der Sinn danach stand.
      Leise ließ sie August im Bad zurück und verzog sie in ihr Schlafzimmer.

      Mittwoch, 6:07 Uhr

      Ember lag schon eine halbe Stunde wach in ihrem Bett und starrte die Decke an. Nachdem sie endlich wieder ihre uneingeschränkte Urteilsfähigkeit zurückerlangt hatte, kam ihr die Aktion um Mitternacht wie ein schlechter Scherz vor. Lebhaft erinnerte sie sich noch an alles, ebenso wie ihre Worte, die sie mal mehr, mal weniger bedacht gewählt hatte. Egal, welchen Hintergrund der Mann in ihrem Wohnzimmer auch gehabt haben mochte - das rechtfertigte noch lange nicht ihr Verhalten ihm gegenüber.
      "Ich fass' nie wieder diesen Wein da an", grollte die Detective als sie ihre Füße aus dem Bett schwang und leise in den Flur trat.
      Wie bereits vermutet hörte sie schon Geräusche aus dem Wohnzimmer. Er war also noch da und wach. Sie würde einen ruhigen Moment abpassen, um ein Wort über letzte Nacht zu verlieren. Erst einmal musste sie sich unter die Dusche stellen, um ihren zerknautschten Körper wieder glatt zu bekommen.

      6:29 Uhr

      In ein großes Handtuch gewickelt trat Ember aus dem Badezimmer und ging ins Wohnzimmer, wo ihr Blick direkt auf August fiel, der sich gerade an seinem Koffer zu schaffen machte. Wie befürchtet war da wieder dieses ungute Gefühl, das einem schlechten Gewissen verdammt ähnlich kam. Bitter schluckte sie es herunter.
      "Morgen", grüßte sie den Rogue und bedachte ihn mit einem schmalen Lächeln. Ein Lächeln, das bedeutete, dass etwas nicht so gelaufen war wie geplant. "Die Nacht gut überstanden?"
      Bei der Gelegenheit lief sie an ihrem Handy vorbei, das einsam und verlassen auf eine Schrank liegen geblieben war. Das Lämpchen signalisierte ihr, dass sie eine Nachricht hatte. Geschwind tippte sie auf den Bildschirm und erstarrte einen Augenblick, als sie Hawthornes Nummer erkannte. Der Betreff war lediglich Neues Opfer.
      Embers Lippen waren kaum mehr als ein dünner Strich als sie das Handy entsperrte und die Nachricht überflog. Im nächsten Moment hatte sie das Handy bereits am Ohr und wartete darauf, dass Hawthorne den Anruf beantwortete. Die Nachricht war schon Stunden her. Vermutlich würde er ihr den Kopf abreißen weil sie nicht sofort reagiert hatte.
      Dann wurde abgehoben und Ember verfiel in angespanntes Schweigen.
      "Wir alle haben doch gehört, was für ein Zeitfenster er vorgegeben hat. Es fällt genau darunter. Wir haben eine Spur, aber das wird dauern."
      ...
      "Ja, er ist immer noch hier. Wie Sie hören, lebe ich auch noch. Ich hab' alles unter Kontrolle." Ein, allen ernstes, entschuldigender Blick glitt zu August, der dem einseitigen Gespräch lauschte.
      ...
      "Ich bringe ihn mit. Er wird den Tatort wieder auflösen müssen. Tun Sie mir bitte den Gefallen und schaffen Sie die ganzen Caster da dann weg. Niemand kann die dort gebrauchen."
      ...
      "Alles klar. Bis gleich."
      Ember legte das Telefon zur Seite und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder ganz auf den Arcana.
      "Wir müssen los. Das zweite Opfer ist gefunden worden."

      7:24 Uhr

      Da Ember August schlecht in die öffentlichen Verkehrsmittel schleifen konnte, waren sie gezwungen, die Strecke via Auto zurückzulegen. Das bedeutete eine gute Stunde Fahrt zu dieser Uhrzeit und eine Menge Zeit, um gewisse Dinge zu besprechen.
      Sie hatten sich fertig gemacht und nur eine Kleinigkeit gegessen, dann saßen Detective und Rogue bereits in Embers Wagen und befanden sich auf der Straße. Im Vergleich zu den letzten Malen fuhr sie dieses Mal wie ein normaler Mensch ohne halsbrecherische Manöver. Entspannt und konzentriert hatte sie ihren Kopf an die Kopfstütze gelehnt und ihre Aufmerksamkeit dem Verkehr zugewandt.
      "Ich verstehe nicht ganz, warum er jetzt in Croydon zuschlägt. Wie groß ist denn der Radius von so einem Angelus?", fragte Ember nachdenklich als sie im nächsten Kreisverkehr die dritte Abfahrt nahm.
      Sie hatte damit gerechnet, dass das nächste Opfer tatsächlich bei Bisham liegen würde. Mit so einem Umkreis hatte Ember nicht gerechnet, und das verwarf etliche ihrer Anhaltspunkte. Im schlimmsten Falle fegte das Vieh wie eine Pestwolke über ganz England hinweg. Wenn nicht sogar noch weiter.
      "Eigentlich wollte ich die Fahrt für etwas anderes nutzen", begann sie, nachdem sie etliche Minuten in Schweigen verfallen war, um die richtige Auffahrt nicht zu verpassen. Jetzt, mit gerader Strecke vor ihren Augen, konnte sie gedanklich etwas abdriften.
      "Das letzte Nacht ist ein bisschen unglücklich gelaufen." Umgehend fluchte sie leise als ihr auffiel, dass sie wieder missverständlich sprach. "Wie ich mit dir umgegangen bin ist ein bisschen unglücklich gelaufen. Es ist mein Ernst, dass mir ein bisschen mehr Vertrauen von dir wünsche. Und mein Ernst, dass ich versuchen werde, nicht mehr so verkapselt zu sein."
      Ember setzten den Blinker, um einen schleichenden Kleinwagen zu überholen. Nach dem Manöver scherte sie wieder ein und setzte ihren Weg unbehelligt fort.
      "Ich war ein bisschen... überfordert, fürchte ich. Deswegen sorry, wenn du dich abgefrühstückt gefühlt hast. Das war nicht so angedacht. Und ja, ich wäre eine Wiederholung nicht abgeneigt. Sofern du das auch so siehst und wir vielleicht den Wein aus dem Spiel lassen."
      Embers Stimme war ruhig, fast schon sanft und trug eine Vertraulichkeit mit sich, die sie bei ihm bisher nur selten an den Tag gelegt hatte. Ein Beweis, dass sie wirklich an ihren Worten hing.
      Eine Front nach der anderen. Erst mal musste sie dieses Boot kitten bevor sie direkt das nächste bodenlose Loch zu stopfen versuchte.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Mittwoch 5:33

      Der Morgen brach nicht nur früh, sondern für August unbarmherzig laut an.
      Mit dröhnenden Kopfschmerzen, denen er mit einem kleinen Schluck des Weines beikam. Der Morgen brachte nicht viel ansonsten mit sich, außer der Stille, die diese lieblose Wohnung erfüllte. Eine Stille, die er gut kannte. Innerlich brodelte eine Wut, die er kaum bezähmen konnte, als er an die gescheiterten Versuche der letzten Nacht dachte.
      Die letzte Nacht...
      Wieder sah er Ember vor sich, während ihre Leiber miteinander rangen, grenzenlos fortgespült von Wellen unhaltbarer Lust, die sich nicht in Worte fassen ließ. Und doch...So ganz ohne Gefühle.
      Oder?
      Schweigsam erhob er sich vom Sofa und zog sich, zu seinem Erstaunen, neben einer Boxershorts auch direkt einen schwarzen Dreiteiler an. Er entschied sich für ein schlichtes, rotes Hemd, eine schwarze Anzughose und eine dazu passende schwarze Weste. DIe Ärmel seines Hemdes rollte er unschön nach oben und richtete sich die Haare, die er versuchte, nach hinten zu bugsieren, was ihm mehr schlecht als recht gelang.
      SOllte der Tag kommen.

      7:24
      Und auch wenn er kommen sollte, so war der Tag mehr hereingeplatzt. Wie ein unliebsamer Verwandter hatte sie einen merkwürdigen Anruf von Hawthorne bekommen, den sie sogar am Tatort treffen würden. Wie lange war es wohl her, fragte sich August und lächelte, als sie gemeinsam ins Auto stiegen, beinahe bösartig vor sich hin.
      James Hawthorne...Wer hätte das gedacht? Der Polizist, der damals so merkwürdige und beinahe ambivalente Entscheidungen traf war nunmehr der Chief of Police der Met. Sehr dubios...Aber faszinierend.
      Eine Weile fuhren sie durch den Londoner Morgenverkehr und August machte sich so seine GEdanken, denn gerade stand er keine Todesängste aus, wenn Ember fuhr. Im Bett mochte sie mehr als ausreichende Fähigkeiten besitzen, aber als Autofahrerin fand er sie lebensgefährlich. Doch jetzt schien sie entspannt und so plätscherte die Fahrt daher, bis sie das Wort ergriff.
      Ihre Frage war nicht unberechtigt. Croydon bot einem ANgelus eigentlich nichts...
      "Es hängt von ihrem Jagdzyklus und gleichsam ihrer Rasse ab. Auch Angeli haben entsprechende Volksgruppen, die sich Clans nennen. Es gibt einen Clan, der beinahe auf dem ganzen Kontinent jagen kann. Es kommt immer darauf an, wie viel Kraft er wo sieht. Normalerweise ist Croydon nicht der Ort, an dem ich ein solches Aufkommen vermuten würde, aber dafür müssten wir das Opfer kennen...", murmelte er und sah aus dem Fenster. "Ich hatte nicht mit Bisham gerechnet, aber auch nicht mit Croydon. Dass er bereits beim zweiten Opfer derartig weit hinaus geht, ist mehr als ungewöhnlich..."
      Und gefährlich...Es bedeutete, dass das Wesen bereits stärker als gedacht war.
      Seufzend sah er sie von der Seite an, als sie zu sprechen begann. Ihre Worte klangen gut, nicht wahr? Worte, deren Ernsthaftigkeit August spüren und hören konnte, so viel stand fest.
      "Es ist schon gut", sagte er schließlich und sah ebenfalls auf die vor ihnen liegende Strecke. "Wir waren beide denke berauscht und haben uns hingegeben. Da macht man Fehler. Sei es auf die eine oder andere Art und Weise."
      Seine Stimme klang ruhig und fest, als könnte sie nichts erschüttern, obgleich er es nicht mochte, über das Thema zu reden. Es war nicht so, als würde er es nicht wollen und nicht wünschen, dass sie ihm vertraute und er ihr. Es war vielmehr die Tatsache, dass es dafür wesentlich mehr bedurft, als die Nusschale nur mit einem BEin zu verlassen.
      Auf beiden Seiten.
      "Ich vertraue dir", bekannte er. "Andernfalls hätte ich weder mit dir geschlafen, trotz Alkohol, noch dir von gewissen Dingen erzählt oder dir diese Dinge gezeigt. Aber ja, ich stimme dir zu, dass wir noch ein paar Schritte aufeinander zugehen könnten. Und wer weiß...vielleicht wiederholen wir das ein oder andere."
      Das breite Grinsen auf seinem Gesicht drehte er von ihr weg und schwieg die restliche Fahrt.

      Croydon, 8:03

      Das provinziale Antlitz der Reihenhaussiedlung, die von den Sirenen der Polizei umzäunt wurde, wirkte beianhe wie gemalt. Enge, kleine Reihenhäuser kuschelten sich Wand an Wand und gaben ein merlwürdig symbiontisches Bild ab, als Ember den Wagen an der Straße parkte. Die Polizisten hinter der Absperrung, die durch zwei Caster gesichert wurde - die Anweisung hatte man offenbar gut umgesetzt -, winkten sie ohne Rückhalt durch, während die Caster wachsame Blicke auf August warfen.
      Dieser winkte ihnen fröhlich zu und folgte einem kleineren Hilfspolizisten in die Ferne des Tatortes, der vor einem der Häuser lag. Erneut lag die Leiche des Mannes nicht normal auf der Straße. Streng genommen lag sie nur halb dort.
      Auf dem Gehweg, der von unzähligen Polizisten, Beamten der Spurensicherung und weiteren gesäumt wurde, lag ein Unterkörper in kurzen, bunten Hosen, grausig entstellt. Oberhalb des Nabels fehlte der restliche Rumpf und auf dem Steinboden der Straße lagen die Eingeweide verteilt, die eine rosarote, wundersam schöne Pfütze bildeten.
      August wolte bereits protestieren, als er den eigentlichen Grund für den Aufriss sah:
      Der Rest des Oberkörpers hing wie eine lustige Voodoo-Puppe an der Wand des Reihenhauses. Als hätte man ihn angenagelt versenkten sich Stifte aus schimmerndem KRistall in die GElenke der Schultern und des Halses, während ein leeres Gesicht mit heraushängender Zunge ihnen entgegen starrte.
      Aus der Brust, so erschien es, wuchs der Baum diesmal nicht. Dafür jedoch auf dem abgeplatzten Schädeldach, das sich merkwürdig symmetrisch an der Hauswand ausgebreitet hatte.
      "Sallow!", donnerte eine kehlige, rasselnde Stimme und August begann zu lächeln.
      Wurde auch Zeit.
      "Ich warte schon Stunden! Was, zum Geier, hat sie aufgehalten?"
      "Ich, James!"
      Augusts Stimme war bedrohlich geworden, beinahe schlangenhaf, während sich die Männer in die Augen sahen. Hawthorne trug erneut seine übliche Kluft. Fleckiges, ungebügeltes Hemd, verwaschenes Gesicht und eine Prise Galgenhumor, gepaart mit einem dunklen Trenchcoat. Seine Augen fixierten den Rogue und ließen ihn beinahe kleiner werden.
      "August."
      "Schön, dich mal wieder zu sehen. Hast dich ja wirklich gemacht, Jimmy."
      Hawthorne wandte sich zu Sallow und ignorierte diesen Sohn einer Hündin, wähend er zu SPrechen anhob.
      "Das Opfer ist 45 Jahre alt, männlich, weiß. Wurde heute Morgen von einer Passantin aufgefunden. Nach den gefundenen Ausweisdokumenten handelt es sich um einen Rogue-Zauberer namens..."
      "Emmett White", sagte August und starrte wie gebannt in das GEsicht des Toten.
      "Woher, zum Donner..."
      "Weil ich ihn nunmal kenne, Jimmy", sagte August. "Das ist der Arcana mit der Nummer 0. Emmett White, der Narr."

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      The more you drag me to hell
    • Croydon war ein idyllisches Fleckchen. So ziemlich das Sinnbild von Kleinstadtleben, das man im Sinn hatte, wenn man an eine kleine Familie mit Haus und Garten dachte. Wären da nicht die bunten Sirenen, das Flatterband und das Aufgebot an Beamten, die das Bild zu sehr verzerrten.
      Als Ember im Gleichschritt mit August am Geschehen auftauchten, ernteten sie Blicke, die ihr neu waren. Eine seltsame Mischung aus Sorgfalt, Argwohn und... Anerkennung? Weil sie noch lebte oder weil sie es geschafft hatte, dass ein Arcana ihr ohne offensichtliche Fesseln folgte? Folgen war hier nicht der treffende Punkt, denn August machte sich schon selbst aus dem Staub und folgte einem jungen Mann, der scheinbar keine Ahnung hatte, wer August Foremar war und ihn wie jeden anderen behandelte.
      Ember hingegen wartete einen Augenblick während sie in ihrer mitgeführten Tasche nach etwas suchte. Als sie es gefunden hatte, schloss sie es in ihre Faust und schloss zu dem Mob auf, der sich um den zerrissenen Unterkörper angesammelt hatte. Wie erwartet flippte das Kettchen an ihrer Fessel regelrecht aus. Schweigend setzte sie die schmale Lesebrille, die sie in ihrer Faust gehalten hatte, auf und ließ den Blick einmal schweifen. Nachdem sie sich ein Bild gemacht hatte, ließ sie die harmlos wirkende Lesehilfe wieder in ihrer Tasche verschwinden. Erst anschließend suchte sie wieder August, dessen Blick auf die Fassade eines Hauses gerichtet war und ihr die andere Hälfte des Körpers demonstrierte.
      Es kostete die Detective nur einen genaueren Blick, dann erkannte sie den Mann, der dort aufgespießt hing. Nicht persönlich, aber die Bilder aus den Akten waren ihr mehr als present. Nach dem Zwischenfall mit Bones hatte sie ihre Hausaufgaben gemacht, und die bestanden in der Sichtung von allen Infos, die über Arcana aktuell im Umlauf waren. Emmett White war keine Ausnahme gewesen.
      "Sallow!"
      Reflexartig rollte Ember mit den Augen als sie sich umdrehte, um dem Commissioner einen Spruch zu drücken. Allerdings kam August ihr galant zuvor weshalb sie das Grinsen nicht völlig von ihrem Gesicht wischen konnte. Herrlich, wenn man selbst nicht ständig den guten Mann zurechtweisen musste. Es wuchs sogar ein bisschen als sie sah, wie Hawthorne den Rogue bewusst ignorierte.
      "Morgen, Hawthorne. Es ist, wie du gehört hast. Man kann den guten Mann nicht einfach an die Leine legen und mit sich zerren."
      Anschließend lauschte sie der kurzen Erläuterung zu dem Fund ehe August ihm ins Wort fiel. Er bestätigte Embers Annahme lediglich, was ihre schlechte Vorahnung nicht unbedingt milder stimmte. Sie gab dem Commissioner ein Zeichen, dann schlenderte sie zu ihrem Arcana herüber. Schulter an Schulter standen sie nebeneinander und sahen das grosteke Gemälde eines irren Künstlers an.
      "Immerhin wissen wir, was den Angelus hierher verschlagen hat. Spätestens jetzt glaube ich dir, was seine Kraft angeht. Aber wie dämmen wir etwas ein, dass sogar Arcana tötet?", fragte Ember leise und verlor sich an den Kristallen, die wie Pfähle im Leib des Toten steckten.
      "Meinst du, es gab einen Kampf und daher der halbierte Körper? Diese Kristalle da sind auch neu..."
      Geistesgegenwärtig kramte sie ihr Notizbuch hervor und begann die markanten Stellen zu skizzieren. Alles, was sich als irgendwie nützlich herausstellen konnte, musste dokumentiert werden.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Als ob Ember Sallow jemals die Berechtigung besäße, ihn einfach stehen zu lassen, dachte Hawthorne und ignorierte das Zeichen gekonnt. Die Gute hatte sich schon viel geleistet und die Aktion mit dem Rogue war eine Sache. Aber dass sie sich ausgerechnet dieses arrogante Arschloch auch noch an die Hacken heftete.
      Während die beiden Schulter an Schulter standen und August hinauf zu dem Mann starrte, den er als den Narren kannte, schluckte er einmal kurz bittere Galle hinunter. Rogues waren untereinander nicht immer gut aufeinander zu sprechen. Schon gar nicht die Arcana. Und vor allem nicht jene, die sich in Großbritannien fanden. Aber Emmett war immer das weiße Lamm unter ihnen gewesen. Ein Spinner, ja, aber durchaus nicht unangenehm im Umgang. Und keiner verdiente so einen widerwärtigen Tod, während August ihm in die leeren Augen sah.
      "Dämmen werden wir ihn gar nicht können", murmelte er vor sich hin und wischte sich einen Schweißtropfen von der Stirn, obgleich es nicht heiß war. "Ein Angelus, der eine derartige Kraft aufbringen kann, ist kein normaler Angelus..."
      GErade wollte er Luft holen, um ihre Frage zu beantworten, da stand Hawthorne bereits neben ihm und zog an einer frisch angezündeten Zigarette. Dieser Mann hatte nicht den Hauch von Taktgefühl. August blickte ihn starr an, während der Chief zum Leichnam sah.
      "Natürlich war es ein Kampf", sagte dieser und wies mit dem KInn auf die KRistalle. "Die nutzen die Viecher wohl kaum als Dekoration, nicht wahr?"
      August verdrehte die Augen.
      "Falsch", konstatierte er. "Ein Kampf ist der gleiche oder ungleiche Schlagabtausch zwischen zwei Wesen. Das, was du hier siehst, ist eher ein Schlachtfest oder ein Festmahl, Jimbo."
      "Hör auf mich so zu nennen, du fragiler, kleiner..."
      "Na, na", mahnte Foremar und wedelte mit einem Finger vor seiner Nase. "Nicht in diesem Ton...Ich bin offizieller Berater!"
      "Nur so lange, wie ich die Geduld dafür habe!"
      "Ach, so wie bei Janine?", fragte August bösartig und sah Hawthorne an, der schlagartig erbleichte und seine Zigarette achtlos zu Boden warf.
      "Du wagst es..."
      "Ich wage eine ganze Menge, du fauler Abklatsch eines Polizisten! Du hast deine Leute zu einem Tatort geführt, den du bereits besser erkennen müsstest als wir alle. Wir alle wissen,d ass es kein normaler Angelus, sondern ein Sharokh ist!"
      Hawthorne schnaubte und nahm Abstand von den beiden.
      "Die sind ausgestorben."
      "Bull und ich wiederhole nochmals-shit!", bemerkte August und wandte sich zu Ember, ehe HAwthorne einen kurzen Anruf tätigte.
      Währenddessen beugte er sich herüber und murmelte:
      "Zu deiner Frage von vorhin: Ein direkter Kampf nur mit uns beiden wird nicht zum Erfolg führen...Aber vielleicht gibt es da Jemanden, der entsprechende Waffen baut...Ich könnte mir vorstellen, dass es allerdings Jimmys Misstrauen erregen könnte..."

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    • Sehr ambitioniert umkreiste Ember mit ihrem Stift bestimmte Schlagwörter mehrfach. So stark, dass sich das Papier sicherlich bis auf die nächste Seite durchdrücken würde. Aber das war ihr einerlei. Dass das kein normaler Angelus sein konnte, war offensichtlich. Dass die Dinger sogar einen Namen hatten und scheinbar jeder außer ihr etwas damit anzufangen wusste, wurmte sie ungemein.
      Dass Hawthorne neben ihr schon wieder paffte wie ein Schlot machte es nicht wirklich besser. Er wusste genau wie sehr sie es hasste, wenn er es in ihrer direkten Nähe tat. Aber lieber dieses Laster als dem Alkohol zu verfallen. Immerhin rauchte er gegen den Wind und nicht mit ihm. Lange musste sich die Detective nicht über den Rauch sorgen, denn auf Augusts Kommentar hin flog der Glimmstängel achtlos auf den Boden. Embers Blick ging zu Hawthorne der so wenig Farbe im Gesicht hatte, dass es selbst bei ihm kränklich erschien.
      Nicht mehr ganz so interessiert hörte sie dem Austausch bis sie schließlich ihr Notizbuch wieder in ihrer unauffälligen Handtasche verschwinden ließ. Sollte Hawthorne ruhig mit irgendwem telefonieren. Seit einem gewissen Zwischenfall schien die Frau weniger darauf zu geben, was die Kollegen und Vorgesetzten von ihr hielten. Ob sie es wollte oder nicht - sie kupferte sich bereits kleinste Verhaltensmuster von August ab. Vermutlich war es das auch gewesen, warum der Commissioner so erpicht ihr hinterher gestiefelt war und die Zweisamkeit aus Detective und Arcana nicht ertragen konnte.
      Auf Augusts Gemurmel hin neigte Ember ihren Kopf leicht, sodass sie beide fast zusammenstießen. "Mhm", ein nachdenkliches Summen ihrerseits während sie ihr Handy zückte und durch ihr Telefonbuch zu scrollen begann, "ich könnte da auch jemanden kennen. Vielleicht kennen wir ja sogar die gleiche Person. Obwohl ich bezweifle, dass du gut gestellt mit einem Techniker der Met bist."
      Als sie die richtige Nummer gefunden hatte, zeigte sie August den Bildschirm ihres Handys. Als Name leuchtete Hayden auf. Dann sperrte die den Bildschirm wieder und ließ es in ihre Tasche zurücksinken. Dieser Anruf hatte noch Zeit.
      "Kannst du das auflösen?", fragte Ember unverwandt und deutete auf die Voodoo-Puppe, die mal ein Arcana gewesen war.
      Irgendwie mussten sie den Tatort bereinigen. Sonst hätte die beschauliche Stadt demnächst eine unliebsame Attraktion mehr zu bieten.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August blickte eine Weile vor sich hin und versuchte zu begreifen, dass einer seiner engsten Vertrauten dort an der Wand hing. er hatte es niemandem wirklich berichtet, dass er diesen Mann nicht nur kannte, sondern sogar ziemlich gut. August wäre vielleicht so weit gegangen und hätte ihn als Freund bezeichnet, wenn sie sich nicht vor seiner Inhaftierung überworfen hätten.
      Wachsam blickte er Hawthorne hinterher, während Ember sich Notizen machte. Ein Thema, über das sie zu reden hatten, wenn sich die Zeit ergab, aber derzeit war die Leiche an der Hauswand wesentlich wichtiger.
      Als sie ihm das Handy zeigte, schüttelte er nur den Kopf. Der Name sagte ihm nichts. Aber sofern er gute Waffen bauen konnte, war es letztlich gleich. Und vielleicht ließ sich aus den Reihen der Arcana noch Jemand vertrauenswürdiges rekrutieren.
      "Nein, kenne ich nicht", murmelte er. "dann nimm ihn. Lass dir eine Waffe bauen, die einen Arcana zumindest verletzen könnte. Ich denke, darunter brauchen wri nicht anzufangen. Ich denke nicht, dass ein Mensch die Mittel kennt um einen Angelus zu töten, aber zumindest könnten wir ihn so in Schach halten, sofern es zum Zusammentreffen kommt."
      Auf ihre Frage hin zuckte er mit den Achseln.
      Die Kristalle in den Gelenken des Toten leuchteten in einem sanften Rotton und wirkten beinahe überirdisch schön. Ihre Kanten waren spitz zulaufend und scharf wie Messer. Dennoch strahlten auch diese Gebilde eine gewaltige Energie ab, die er nicht einzuordnen vermochte.
      "Ich bin mir nicht sicher", gab er schließlich zu und seufzte. "Ein Sharokh ist ein Mitglied der Königsrasse der Angeli. Ein normaler Angelus besitzt bereits einen außergewöhnlichen Magievorrat, aber dieser hier wird vermutlich noch mächtiger sein als eure Magieabteilung. Selbst mit den stärksten Arcana würde ich Probleme bekommen, dieses Monstrum in Schach zu halten. Sie gelten als ausgestorben..."
      Während er vor sich hin murmelte, umrundete er die Leiche und betrachtete die Einschlagstellen. "Aber dieser ist eindeutig ein Sharokh. Keinen Zweifel. Das bedeutet jedoch nur, dass..."
      "Dass wir noch schneller suchen müssen!", bemerkte Hawthorne der zurückgekehrt war.
      Sein haar war wirr und seine Augen beinahe fahrig, während er zu den beiden Ermittlern sah.
      "Nur zur Info: Ich habe die Magische angefordert. Sie werden unterstützen wo sie können!"
      August verzog das Gesicht. Die Leiterin der Magischen war eindeutig keine Person, die er kennen wollte. Zumal sie für seine Verurteilung verantwortlich war.
      "Ich arbeite nicht mit Julia Cunningham."
      "Und mir ist das gleich", grinste Hawthorne, während er anschließend zu Sallow sah. "Cunningham wird sich bei dir melden. Und du wirst sie wie einen Menschen behandeln, klar? Sonst ziehe ich demnächst nicht mehr die Disziplinarverfahren zurück!"
      Jedermann wusste, dass die leiterin der Magischen eine schreckliche Person war. Skrupellos, kalt und beinahe zerschmetternd direkt. Sie hatte sich ihren Weg durch die Verhaftung nahmhafter Rogues gepflastert, mit August und einem weiteren als Prunkstücke. Es kursierten diverse Gerüchte, dass sie mit einem Rogue eine Affäre begonnen hatte und kurzzeitig kurz davor war, zu den Arcana überzulaufen.
      Hawthorne war sich sicher: wenn jemand August in Schach halten konnte, dann dieses Miststück.

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    • Aus dem Augenwinkel konnte Ember beobachten, wie August den Toten ausgiebig anstarrte. Es war nicht sein übliches, neugierig interessiertes Starren. Auch bezweifelte sie, jemals Schock in dem Blick des Arcana gesehen zu haben. Allerdings war Bestürzung immer eindeutig zu lesen, selbst wenn sie sie das erste Mal in den Augen eines Fremden sah.
      "Das Ding ist, dass er sowas nicht einfach so baut. Wenn er weiß, dass ich dich im Schlepptau habe, dann will er dich persönlich treffen. Heyden baut nicht auf Geheiß sondern eher mit demjenigen zusammen. Sofern du was potentes haben willst."
      Alles an Ausstattung, die Ember mit dem Techniker zusammengestellt hatte, sprengte den legalen Rahmen der Ausrüstung der Polizei. Heyden war Bastler durch und durch - was gerne dazu führte, dass er Grenzen nicht wirklich als solche betrachtete und lieber seinen Entwürfen nachging. Leider war er dermaßen talentiert, dass er trotz seiner Verstöße, die einen ganzen Aktenschrank in Anspruch nahmen, nie auch nur eine Abmahnung bekommen hatte.
      Dass August zugab, sich nicht sicher zu sein, ob er das Konstrukt gelöst bekam, ließ Embers Miene nur finsterer werden. Das Wesen verhielt sich exponentiell, hatte zuerst nur einen dahergelaufenen Menschen getötet und nun einen der Arcana auf seinem Speiseplan gehabt. Die Detective kam nicht drum herum einen besorgten Blick in Augusts Richtung zu werfen. Vielleicht mussten sie dem Angelus gar nicht nachstellen. Vielleicht kam der Angelus auch von selbst zu ihnen.
      Hawthorns Einwurf riss jedoch auch Ember aus ihren Gedanken. Seine frohe Kunde war in ihren Ohren eher eine Drohung als alles andere. Als schließlich der Name Cunningham fiel wurde Embers Gesicht eisern. Es gab diese Menschen, von denen hatte man etwas gehört und machte sich hinter deren Rücken über sie lustig. Dann gab es jene, über die man Dinge hörte und direkt wusste, dass man mit ihnen niemals auf einer Wellenlänge arbeiten könnte. Cunnigham zählte in letztere Kategorie. Bisher hatte Ember das Glück gehabt, der Leiterin der Magischen noch nie über den Weg zu laufen. Nach den Geschichten, die ihr zu Ohren getragen wurden, wollte sie das auch gar nicht.
      "Wieso sollte ich eine menschliche Frau nicht auch wie eine behandeln?", erwiderte Ember völlig nüchtern und umschiffte somit die gereizte Nachfrage, warum sie sich ausgerechnet bei ihr melden würde.
      Mit einem Mal war das Smartphone in ihrer Tasche ihr aktuell größter Feind.
      Ihr nächster Blick galt August. "Du bist, ich zitiere, nur Berater. Was bedeutet, dass du mit der Leiterin der Magischen rein gar nichts zu tun haben musst. Die hat sich primär mit mir auseinander zu setzen." Sie meinte es nicht als Spitze oder um den Rogue in seine Schranken zu weisen. Viel mehr gab sie ihm damit den nötigen Spielraum, den er brauchte, wenn er sich noch frei bewegen wollte.
      Bereits jetzt ignorierte Ember Hawthorne wieder gekonnt während sie mit verschränkten Armen dabei zusah, wie August das Umfeld inspizierte.
      "Nun? Willst du es versuchen oder fliegt uns alles um die Ohren, wenn's nicht klappt?"

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Hawthorne nahm mit einem bitteren Geräusch die Ungehorsamkeit seiner Untergebenen zur Kenntnis. Beziehungsweise die kommende Ungehorsamkeit. Es war nicht so, dass der Chief seine Pappenheimer nicht kannte. Und auch wenn Sallow durchaus das größte Potenzial aller Detectives besaß, würde sie nie über diesen Posten hinauskommen, da sie sich Befehlen derart verweigerte. Auch wenn es nur unterschwellig war.
      "Weil du Cunningham vermutlich so behandeln wirst wie mich und ich sage dir eines Ember: Sollte diese ganze Aktion mit diesem Spinner da schiefgehen, rollt dein Kopf als Erster!", murmelte Hawthorne an sie gewandt, sodass August es nicht hören konnte. "Berater oder nicht, aber ihr beide geht gemeinsam unter, wenn ihr euch nicht benehmt."
      "Jimbo, wenn du entschuldigst?"
      August war aufgrund Embers Frage hinzugetreten und ein Schweißtropfen stand ihm auf der Stirn.
      "Ich wäre dir dankbar, wenn du alle Caster und alle Menschen schwacher WIllenskraft aus einer Reichweite von dreißig Metern bringst", sagte er an Hawthorne gewandt, während dieser nur schnaubte.
      "Wenn du glaubst, dass ich dich hier..."
      "Du hast mir vor dreißig Jahren auch nicht vertraut und sieh, wo uns das hingebracht hat!", sagte August eindringlich und legte den Kopf schief. "Also bring sie fort."
      "Du kannst mich mal!"
      Foremar zuckte die Achseln und seufzte. Anschließend fischte er ein Amulett aus seiner Hosentasche und gab es Ember. Es war ein kleines, rundes Gebilde, in dessen vergoldeter Mitte ein schwach leuchtender Amethyst glühte. Auf den goldenen Umrandungen befanden sich Runen in verschiedenster Schrift sachte ließ er es in ihre HAnd gleiten.
      "Trag das", flüsterte er, während Hawthorne sich entfernte. "Wenn ich diese Dinger löse, wird eine große Menge an magischer Energie nötig sein...Das bedeutet, alle mit einem schwachen Willen oder unter dem A-Grad werden vermutlich ohnmächtig..."
      Mehr Warnung konnte er nicht geben, denn letztlich hatte Ember recht. Der Tatort musste gesäubert und diese Kristalle beseitigt werden. Schweigsam wandte er sich der Wand zu und sah mit BElustigung, wie einige Caster näher rückten und Schildzauber sprachen. Durchsichtige Wälle von magischer Energie bildeten sich und schienen die Häuser und Straße abzuschirmen. Armen Idioten.
      August löste den obersten Knopf seines Hemdes und atmete tief durch. Das hier konnte schief gehen.

      Mit einem kurzen Flimmern der Luft begann es.
      Erst kam ein Grummeln aus der Erde als August begann, seine Aura zu sammeln und aus den Tiefen seines Körpers hervorzuholen. Bereits der erste Impuls seiner Aura, ließ die Glasscherben der Häuser um ihn herum schwingen. Ein Brillenglas eines Polizisten neben Ember zersprang und er hielt sich schreiend die Augen.
      Als zweites begann die Luft um ihn herum zu flimmern. Bereits jetzt wurde das Doppel-S-Level überschritten, was einer der Caster zu rufen begann. UNd diese Idioten kamen näher! Das Grummeln im Boden verstärkte sich zu einem Rumpeln, während er näher an Emmetts Leiche ging und seine Hände auf die Kristalle legte. Sie waren heiß und scharf und schnitten wie Messer in sein Fleisch während er veruschte, bei Sinnen zu bleiben. Unweigerlich verwandelten sich seine Hände in die weißen Formen, die Ember kannte. Die fünf Finger seiner linken Hand schienen länger zu werden, gewannen ein Fingerglied hinzu und die Nägel färbten sich schwarz. Seine Haut wirkte in dieser Form schuppen- und panzerartig fest und ein leises Knirschen ging durch die ruhige Straße, als er den Kristall mit einem Ruck heraus riss.
      Der magische Impuls, der sodann folgte, legte die Straße kurzzeitig lahm. Die Fenster der Häuser zersprangen klirrend und reihenweise, die nächsten Caster brachen erst schreiend zusammen, ehe sie leblos am Boden zum Liegen kamen. Die Welle an magischer Energie pumpte durch die Straße und löschte Lampen und ließ Autoalarmanlagen losgehen, ehe diese gleichsam auch an einer Störung verstummten.
      August betrachtete den Kristall, der in seiner Hand zu Staub zerfiel und betrachtete die blutenden Wunden, die sich öffneten. Als hätte ein Sturm aus Schwertern über seine Haut gefegt, blickte er beinahe interessiert darauf und dankte still dem Herrn, dass sein Magievorrat groß genug war. Doch der zweite Impuls würde mächtiger. Der Baum war mit dem zweiten KRistall verwurzelt.
      "Der nächste wird heftig...", rief er über die SChulter hinweg und grinste. Möge der Spaß beginnen!

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
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