[2er RPG] Dusk & Dawn [Asuna & Nico]

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    • August mochte betrunken sein und den Nebel vor seinem Sichtfeld nicht mehr ignorieren können, aber niemand konnte ihm glaubhaft versichern, dass das Streifen seiner Wange auf dem Rückzug von seinen Haaren Zufall gewesen war. Beinahe hätte er sich zu einer Bemerkung herabgelassen, aber wie konnte diese Frau es nachvollziehen? Sie hatte ja nicht jahrelang in einem drei mal drei Meter großem Scheißhaus von Behausung gelebt. Dennoch trank sie zu hektisch. Konnte es also sein, dass sie selbst ein wenig nervös war? Beinahe merkwürdig, wenn man ihre sonst kühle Art betrachtete.
      Auch dies ließ der Rogue unkommentiert, sondern schwenkte sein Glas ein wenig.
      "Mag sein. Trotzdem mag ich Gefühle lieber, die man benennen kann...", murmelte er und sah sie anschließend an. "Habe ich das getan? dich aus dem Keller gezogen? Ha, ich hatte schon bessere Anmachen auf dem Kasten. Aber was soll man machen, nich wahr? Und zum Thema Besuch: Mach dir mal keine Sorgen. Ich bin ein großer Junge, ich glaube, bisher konnte sich nie Jemand über meine PErformances jedweder Art beschweren, wenn du verstehst."
      Auch wenn sie keine Ahnung hatte, was ihm dieser besuch bedeutete. Es war viel zu lange her, dass er die Wärme und Nähe von Jemandem gespürt hatte. Und was war dafür besser, als ein Hurenhaus voller williger Damen, die sich nur für ein wenig Geld zu allem überreden ließen?
      Anschließend blickte er grinsend und leicht überrascht auf seine Brust, wo ihr Finger eine Zeit lang verweilte und begann anschließend zu kichern.
      "Tihihihi, vermutlich hast du Recht, nicht wahr?", seufzte er. "Irgendwann werde ich daran zugrunde gehen, aber wenn es soweit ist, werde ich den Tod wie einen alten Freund willkommen heißen."
      Anschließend blickte er sie eine Weile ziem eindringlich an und dachte über das nach,w as sie gesagt hatte. Freilich hatte sie ihn nie verteufelt, das war zutreffend. Zutreffend war aber auch, dass sie nur die Hälfte von allem wusste. Und dies konnte vieles verändern.
      "Nein, das ist wahr. Du hast mich nie verteufelt. es ist auf eine bestimmte Art lustig, dass gerade Jemand wie du von Vertrauen spricht, wenn beinahe alles von MIsstrauen nur so strotzt. Selbst das hier", sagte er und wies auf sie beide und wie sie wieder hastig Abstand von ihm nahm. "Slebst dies zeugt nicht von vollem Vertrauen nicht wahr? Auf beiden Seiten...Die Frage ist nur: Was tun wir dagegen? Oder tun wir nicht sdagegen?"
      Er lehnte sich auf dem Sofa zurück und schlug die Beine übereinander, ehe er sein Glas erneut leerte und langsam einen schwirrenden Kopf davon erhielt. Worauf wollte diese Frau eigentlich hinaus?

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • "Du glaubst doch nicht im Ernst, dass es auch nur einen Menschen auf Erden gibt, der nach drei Tagen einer wildfremden Person sein vollstes Vertrauen schenkt", lachte Ember leise.
      Zumindest glaubte sie selbst nicht daran. Sicher, sie zählte zu denjenigen, die sparsam mit ihrem Vertrauen umgingen. Jedoch konnte sie nicht leugnen, dass sie ihre ursprünglich so feindselige Einstellung ihm gegenüber abgelegt hatte. Spätestens seit der Aktion im Untergrund konnte sie ihm beim besten Willen nicht mehr freindselig gegenüber stehen. August hätte sie dort mit Leichtigkeit ins Gras beißen lassen können. Tatsächlich war er stets darauf bedacht, sie vor allem zu warnen. Wenn auch auf seine ganz spezielle Art und Weise. Er saß also vermutlich im gleichen Boot wie sie selbst. Wie Sand war ihnen ein wenig Vertrauen durch die Finger geronnen, doch der größte Brocken blieb fest in ihren Fäusten zurück.
      Mit einem Seufzen kam Ember schließlich wieder auf die Beine. Von oben herab musterte sie den Mann auf ihrer Couch kurz, dann rollte sie einmal den Kopf im Nacken so als müsse sie sich entspannen.
      "Wir sollten was dagegen unternehmen", eröffnete sie ihm langsam und überlegte kurz, ob sie ihm das Glas aus den Fingern winden sollte. "Wenn diese Zusammenarbeit funktionieren soll, dann geht's nicht ohne ein bisschen Vertrauen. Du findest, mein Zurückweichen zeugt von mangelndem Vertrauen?" Sie machte ein schnalzendes, ungehaltenes Geräusch mit ihrer Zunge. "Das liegt eher daran, dass du mich irritierst, wie es schon lange nicht mehr vorgekommen ist."
      Einen Moment lang entstand ein Schweigen, in dem die Detective August einfach nur ansah. Ohne irgendwelche Rückschlüsse in den Augen, keine Wertung lag in ihrem Blick. Das Einzige, was man vielleicht aus ihren Augen lesen konnte, war eine Prise Unsicherheit und Zweifel sich selbst gegenüber.
      "Eigentlich baut sich das Vertrauen, was du gerne hättest, nur über Zeit auf. Aber schön, ziehen wir das anders auf. Ich würde dir gerne helfen. Wenn du mich lässt. Dafür musst du mir aber sagen, wie. Sag mir, wie kann ich dafür sorgen, dass du etwas mehr vertraust ohne die Zeit für mich arbeiten zu lassen?"
      Es lag eine erstaunliche nüchterne Ehrlichkeit in ihrer Stimme. Gänzlich hatte Ember ihre Stimme nicht mehr unter Kontrolle, sodass eine Nuance Zerbrechlichkeit in ihr mitschwang, die sie sonst sorgsam unter Verschluss hielt. Vielleicht gerade weil sie ihn so gut verstand wollte sie ihm helfen, sich von seiner alten Schale zu lösen. Denn alles, was sie bisher von ihm gesehen hatte, unterschied sich nicht im Geringsten von allen anderen Menschen auf diesem Planeten.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August begann erneut zu kichern und schüttelte den Kopf.
      "Nein, das denke ich nicht. Kenne Jemanden, der mir bis heute nicht wirklicj vetraut und wir kennen uns bereits seit zwanzig Jahren. Aber was soll man machen? Es ist ein kostbares Gut, nicht wahr?"
      Für einen Moment hing er seinen Gedanken nach und blickte zu Boden, ehe er einen Schatten aus dem Augenwinkel wahrnahm, der sich urplötzlich erhob. Na Respekt dafür, dachte er. Er würde sich vermutlich auf sein GEsicht lege würde er das versuchen. Ob sie eigentlich wusste, welche Wirkung sie auf einen Mann haben konnte, wenn sie sich derart herrisch vor ihm aufbaute. Er musste beinahe an sich halten, nicht gleichsam aufzustehen und...
      Wein!
      Er leerte das Glas in einem Zug und genoß wieder den Nebel der in ihm aufstieg. Sie sprach von Irritation und er horchte auf wie ein Schuljunge. Sprich von Irritation, dachte er und grinste verhalten während er sich durch die Haare fuhr.
      "Weshalb sollte ich dich irritieren?", fragte er. "Aber ich stimme dir zu. Ohne Vertrauen wird es nicht gehen und ich fürchte, einen Weg zu finden, wie wir es schnell aufbauen können, gibt es nicht. Man kann nichts, was Jahre braucht, in zwei Stunden erzwingen, auch wenn man es manchmal gerne so hätte. Also bleibt nur eine Sache..."
      Er sah sie von unten herab an und zuckte die Achseln beinahe gleichgültig, obgleich das erste Mal wahre Ehrlichkeit aus ihrer Stimme las. Seufzend atmete er durch, ehe er sich selbst erhob und zu ihr kam.
      Kurz vor ihr blieb er stehen und sah zu ihr hinab, ehe er eine Hand in ihren Nacken legte (vorsichtiger diesmal) und sie sachte zu sich heranzog. Ihre Gesichter blieben zwei ganze Sekunden lang auf Kollisionskurs und wären beinahe an den Mündern zusammen gestoßen, ehe er ihr Kinn mit der Hand im Nacken leicht daneben steuerte und seine Lippen an ihrem Ohr platzierte.
      "Zeig mir wer du bist und versprich mir, mich nach dem Fall nicht ins Evenstar zurückzubringen. Udn ich will glauben und vertrauen, wie ich es schon einmal tat", flüsterte er und entließ sie anschließend wieder.
      Es war das einzige, was ihr Vertrauen behinderte und das Wachsen blockierte. Und wenn sie in der Lage war ihm dies zu versprechen, konnte er vielleicht auch mehr als derselbe Rogue sein.

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    • Irritation ließ sich leicht erzeugen. Widersprüchliche Aussagen, gänzlich anderes Verhalten als gewohnt oder auch nur ein völlig neuer Anblick von etwas Altbekanntem. August erfüllte zeitweise alle drei dieser Kriterien und sorgte somit dafür, dass sich die Detective gefühlt jedes Mal neu einstellen musste.
      Folglich blinzelte Ember August auch nur irritiert an, als dieser seufzte und sich selbst erhob. Eigentlich hatte sie damit gerechnet, dass er ihr irgendwelche unwirklichen Aufgaben stellen mochte. Das alles mit Witz und spitzen Bemerkungen kaschieren würde oder sogar in Selbstmitleid versinken würde. Aber ganz bestimmt nicht, dass sich seine größere Gestalt vor sie schob. Als er zu allem Überfluss auch noch seine Hand an ihren Nacken legte, stellten sich sämtliche Härchen an ihrem Körper auf. Liebend gern hätte sie später behauptet, sich nicht aus seinem Griff hätte befreien zu können, aber das war glatt gelogen.
      Instinktiv hielt sie den Atem an während ihr Geist schon vor ihrem inneren Augen projezierte, wohin dies hier führen mochte. Die Erwartungshaltung machte einer Enttäuschung Platz, als August den vorherbestimmten Weg einfach ablenkte, um ihr etwas ins Ohr zu flüstern. Prompt überrollte sie die nächste Gänsehaut während sie seine Stimme viel zu deutlich hörte, zu aufdringlich das Gemisch von seinem Körpergeruch und ihrem Waschmittel roch und seine Körperwärme vage spürte. Hätte er diesen Moment länger hinausgezögert, wären Dämme gebrochen von denen Ember behauptet hätte, sie würden nie auch nur Risse bekommen.
      Dann gab August Ember frei. Alles, was sie gerade zustande brachte, war den halbnackten Mann vor sich anzustarren. Offensichtlich im Zwiespalt darüber, ob sie ihre Enttäuschung verteufeln oder unterstützen sollte. Als endlich wieder ein wenig Leben in ihren stocksteifen Körper zurückkehrte, machte sie auf dem Absatz kehrt, ging fünf Schritte und kam wieder zur genau der gleichen Stelle auf dem Teppich zurück. Sie musste ihren Körper bewegen wenn ihr Geist festgefahren war.
      "Okay. Ich bring dich nicht ins Evenstar zurück." Konnte sie sowieso nicht. "Und was das andere betrifft..." Sie runzelte leicht die Stirn. "Du wirst es im Laufe des Falles sehen, denke ich. Zumindest werd' ich's versuchen, ein bisschen aus meiner Nussschale zu klettern."
      Ein bisschen. Mit ein bisschen konnte sie anfangen. Wenn sich unter ihnen wirklich eine Vertrauensbasis aufbauen sollte, dann würde er so oder so jegliche Facetten ihrer Selbst erleben. Er hatte schon zu viele Knöpfchen gedrückt, zu viele Risse im Damm verursacht als dass er nur die professionelle Detective zu kennen glaubte.
      August wollte Offenheit von ihr? Konnte er bekommen. Quasi ein direktes Zeichen von guten Willen für ihr Versprechen. Demonstatriv verschränkte Ember die Arme vor der Brust und fokussierte ihren Blick auf das Gesicht des Rogues. Kein Abdriften, kein Ablenken.
      "Du willst wissen, warum du mich irritierst. Ein Beispiel? Das gerade", sie löste einen Zeigefinger und deutete aufwärts zu ihren Lippen, "hätten die meisten anderen Männer eiskalt ausgenutzt. Du stattdessen flüsterst mir was ins Ohr. Das nicht mal Dirty-Talk war." Es folgte ein sehr kurzes, spöttisches Kichern. "Sowas irritiert."
      Und die Tatsache, dass Ember es vermutlich zugelassen hätte. Wenn auch nur im Eifer des Gefechts, versteht sich.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • [Ich lösche dein Licht, Herz!
      Ich lösche dein Lichtherz
      Wenn mein Welt danach auch in den Schatten fällt
      Ich lösche dein Lichtherz
      Ich lösche dein Licht, Herz!
      Selbst wenn dann nichts mehr unsren dunklen Pfad erhellt]



      Beinahe amüsiert betrachtete August ihr Herumlaufen und verkniff sich im benebelten Kopf ein Grinsen. Sieh an, sieh an...Was für einfache Gesten eine derartige Frau um den Verstand zu bringen drohten. Nun, es war nicht so, als würde er nichts empfinden, wenn er sie ansah. Er war ein Mann, jedwedes Nichtinteresse an ihrem Körper oder ihrer Schönheit wäre mehr Lüge denn Wahrheit.
      Aber immerhin gab sie ihm das Versprechen, das er hörten wollte und ein breites Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. Die freiheit, nach der er sich sehnte, war näher als gedacht, wenn er ehrlichw ar. Sicherlich hätte er keinen Widerstand der es taugte zu erwarten, aber letztlich hätte er sich mit Ember anlegen müssen. Und verletzen konnte er sie noch nicht.
      "Ein bisschen ist in Ordnung", nickte er und sah sie gespannt an.
      Ein bisschen aus der Nusschale zu kommen war schon mehr als er erwarten konnte, nicht wahr?
      Das Lächeln setzte sich fort, nachdem er sich über die Lippen leckte und die letzten Tropfen des Feenweins von ihnen nahm. Eins üßlicher Geschmack breitete sich in seinem Mund aus, als er die Geste von Ember bewusst imitierte und die Arme vor der Brust verschränkte. BEide standen sie sich gegenüber wie zwei Kämpfende vor einem großen Gongschlag. Im Grunde erwartete man einen Showdown, wenn derartiges geschah, aber das Gesagte brachte ihn eher zum Schmunzeln.
      Und er hatte wahrlich Mühe, sich zusammen zu reißen und nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Während sie sprach biss er sich auf die Lippe, um sich kurz darauf wieder zu entspannen und sie durchdringend und ohne umschweife anzusehen.
      "Ich bin ncith wie die meisten Männer", bemerkte er spitzfindig und tat einen Schritt auf sie zu. Drei Schritte entfernt.
      "Ich bin anders, fürchte ich. Und Dirty-Talk..."
      Ein weiterer Schritt. Zwei Schritte entfernt.
      "Ich wusste nicht, dass du darauf stehst. Sonst hätte ich bereits ganz anders und viel direkter mit dir kommuniziert. Sowas musst du doch sagen, Liebes..."
      Seine Stimme war nicht mehr als ein heiseres, tiefes Grollen, das einem Rumpeln in einer tiefen Höhle glich, während er den letzten Schritt vor tat und direkt vor ihr stand.
      "Die Frage ist nur: Was ist schlimmer? Dass ich es nicht tat, oder du es zugelassen hättest?"
      Ein feixendes Grinsen stand auf seinem Gesicht während er durch die Brillengläser in ihre Augen spähte. Nase an Nase mit einer Frau zu stehen hatte etwas, auch wenn es nicht im streit war, musste er zugeben.


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    • DIe paar Sekunden Ruhe reichten der Detective, um sich zu erden und neu auf den Mann vor sich einzustellen. Als wäre ein blankes Tuch durch ihren Geist gewischt betrachtete sie August so beiläufig wie zurvor. Oder redete es sich zumindest ein. Denn sie kam nicht drumherum zu merken, wie er sie gezielt spiegelte. Und das ärgerte sie in einer Art, die sie nicht benennen konnte.
      Jetzt hatte Ember keine Schwierigkeiten mehr, seinem durchdringenden Blick standzuhalten. Wie angekündigt hatte sie sich auf den neuen Umstand eingestellt, die Lage neu bewertet und bereits vermutet, dass er sich nun einen Spaß daraus machen würde, das Distanzspielchen auszupacken. Allerdings klang das in ihren Ohren mehr nach einer Herausforderung als Sticheleien.
      Ihr Blick huschte nur für den Bruchteil einer Sekunde auf seine Füße während der Rogue einen Schritt auf sie zutrat. Selbstredend warf sie ihn nicht mit all den anderen Männern, die sie kannte, in einen gemeinsamen Topf. Auch bei seinem zweiten Schritt blieb Ember eisern in ihrer Haltung und bewegte sich keinen Zentimeter. Stattdessen strahlte sie eine Selbstsicherheit aus, die mit jeder verstrichenen Sekunde zunahm.
      "Liebes? Seit wann nennst du mich bitte Liebes?"
      Bewusst ging Ember nicht auf den Rest seiner Wörter ein. Ihre Worte hingegen waren fern jeglicher Unsicherheit, jeglichen Angriffpunktes. Dieses Spielchen beherrschte sie solange man sie nicht aus dem Hinterhalt angriff. Ein weiterer Grund, warum einige Liebeleien auch nur dabei geblieben waren. Ihr Typus war schlicht und ergreifend nicht für jedermann etwas.
      Ganz leicht kippte die Detective ihren Kopf, um einen Hauch in seine Richtung aufzublicken. Sie war sich nicht ganz sicher, aber es erschien ihr plötzlich als reizvoll, sein feixendes Gesicht im Teppich zu ihren Füßen zu sehen. Sicher, sie könnte jegliche Raison einfach über Bord verwerfen und für eine Stunde vergessen, wie sie beide hießen und woher sie eigentlich stammten. Leider war das nur nicht ihr Stil.
      Schließlich löste sich Ember aus ihrer Abwehrhaltung. Demonstrativ stemmte sie ihre linke Hand in ihre Hüfte. Die Fingerspitzen ihren rechten Hand hingegen legten sich knapp unterhalb der Stelle, wo die Schlüsselbeine zusammenliefen. Sie hielt den Kontakt nur gerade so aufrecht während sie mit ihren Fingern kaum merkliche Kreise zog.
      "Vermutlich, dass ich es zugelassen hätte. Immerhin hast du morgen deinen Termin", sie zog das Wort absichtlich in den Dreck, "und die Damen dort erfüllen dir jeden Wunsch für das richtige Kleingeld. Ich... leider nicht."
      Noch nie hatte Ember alles mitgemacht, was von ihr gewünscht worden war. Sie hatte immer die Kontrolle gehabt, war diejenige gewesen, die den Ton angab. Deshalb reizte der Arcana sie ein ganz kleines bisschen. Sie schätzte ihn so ein, dass er genauso wenig kleinbei geben würde wie sie selbst.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
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      1. Chris Cornell - You Know My Name (Opener)
      2. The Night Flight Orchestra - Divinyls
      3. Bob Moses - Believe
      4. ASP - Raise Some Hell Now
      5. Daniela Andrade - Crazy
      6. Tomee Profit feat. Brooke - Can't Help Falling In Love



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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von NicolasDarkwood ()

    • August Foremar hatte Erfahrung mit derlei brüchigem Selbstbewusstsein.
      Auch wenn sich die Frau vor ihm um jede Form der Selbsterhaltung bemühte und zugebeenerweise nicht einmal wegsah, während er ihr näher am und sie ansah, als würden seine Augen sie jeden Moment fressen wollen. Sie besaß eine ungeheure innere Stärke und wenn sie diese einmal gewinnbringend einsetzen konnte, so würde sie eine furchterregende Gegnerin sein. Doch heute schien sie mehr um Fassung bemüht als er annahm. Zumindest insoweit, dass er sein Lächeln nicht verlor, sondern ihr beinahe noch näher kam, bis er den Wein in ihrem Atem riechen konnte.
      "Ich nenne dich seit heute so", murmelte er und legte den Kopf schief. "Sag nicht, dass es dich stört. Das würde mich treffen. Ich gebe mir so Mühe...Und glaube nicht, dass ich nicht merke, dass du nicht auf den Rest reagierst...Manchmal sind die Dinge, die wir nicht sagen bedeutsamer als die, die wir sagen."
      Er stand mit seiner Nase wirklich beinahe vor der Ihren und sah ihr direkt in die Augen. Es war ein merkwürdiges Gefühl, sodass er sich zumindest wieder ansatzweise zurückzog, da er kurzzeitig den Gedanken erhielt, dass es so sein musste. Es brachte nichts umeinander herumzutigern wie Fremde.
      Jedoch die Herkunft dieses Gedankens ließ ihn beinahe unbeeindruckt. Trotz der aufgelösten Abwehrhaltung wirkte sie nicht eine Spur unsicher. BEeindruckend, Miss Sallow, dachte August und lächelte weniger feixend, dafür ehrlicher und wahrlich beeindruckt, obgleich er die Geste mit ihrem Finger an ihrer Brust bemerkte.
      Da war sie doch...Diese kleine Nervosität...Dieser winzige Funken...
      Noch während es den Anschein machte, als zöge er sich zurück, löste auch er die Arme vor der Brust und versenkte sie in den Hosentaschen um seine Größe auszunutzen und sich plötzlich vorzubeugen. Die Bewegung war nicht bedrohlich gemeint oder gar schnell, nur kam sie zielstrebig. Erneut peilte er ihren Mund augenscheinlich an, um im letzten Moment wieder abzudrehen und seine Stimme an ihrem Ohr zu platzieren.
      "Du bist süß, wenn du eifersüchtig bist", murmelte er dort und schickte ein kurzes Kichern hinterher, ehe er sich diesmal wirklich zurückzog und vor ihr stehen blieb.
      "Es ist wahr. Für genügend Kleingeld tun diese Damen alles"; gab er zu und grinste wieder schmunzelnd, aber nicht spöttisch. Es amüsierte ihn wirklich und er hätte es noch stundenlang so weitertreiben können. "Nur noch nie habe ich erlebt, dass eine Frau mich verabscheut, die mich doch eigentlich gar nicht in dieser Art von Relevanz sieht, nicht wahr?"

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    • Dieses Mal war Ember vorbereitet. Dieses Mal verfiel sie nicht in eine Starre sondern funkelte den Arcana regelrecht an als er das gleiche Spielchen wie vor ein paar Minuten mit ihr trieb. Fast hätte sie gelacht, wäre da nicht die Bedeutung in seinen Worten gewesen. Als sich August von ihr zurückzog bekam er einen bitterbösen Blick ihrerseits ab. Mit einer leicht zu übersehenen Prise Schalk.
      "Ich bin ganz bestimmt nicht eifersüchtig auf die Arbeit der der Flittchen", grinste Ember wohlwissend, dass sie das eigentliche Thema schon wieder umschiffte. "Und süß ist mein Gesicht jetzt gerade auch nicht."
      Sie war wirklich nicht eifersüchtig. Für sie existierte Eifersucht nur dann, wenn man etwas verlieren konnte, das man kannte. Und da sie bis jetzt nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet hatte, August in einem etwas anderen Licht zu sehen, ergab sich für die Frau keine Eifersucht. Aber ja, er hatte Recht in dem Punkt. Es störte sie, dass er ins Bordell ging. Sie brauchte einen Moment bis sie feststellte, warum es so war.
      Bei seinem letzten Punkt hielt die Detective schließlich inne. Ein paar nachdenkliche Blinzler später reagierte sie: "Warte, was? Wer verabscheut wen? Täte ich das, hättest du nicht einen Fuß in meiner Wohnung." Sie löste ihre Finger von ihrer Brust und deutete durch den Raum. "Dann hätten wir ganz bestimmt keinen Wein aus dubiosen Quellen getrunken und du ganz bestimmt nicht meine Dusche benutzt."
      Die Worte verklungen in der so schrecklich stillen Wohnung, wo sich die nullte Stunde immer weiter annäherte. Vermutlich sah August in Embers Augen, dass sie über etwas nachdachte, etwas abwägte. Dann sprang der Ausdruck in ihren Augen zur Entschlossenheit um, als sie einen Schritt auf ihn zu machte, die Hand ausstreckte und die gleiche Stelle an seiner Brust berührte, wie sie es zuvor bei sich getan hatte. Selbst durch diese zarte Berührung mit ihren Fingerspitzen spürte sie bereits -
      "Ich streck mal ein Bein aus meiner Nussschale. Von Anfang an hab ich dich nicht verabscheut sondern mit Vorsicht genossen. Du hast dich selbst als verbotene Frucht beschrieben. Würde ich so unterschreiben, der Gedanke ist reizvoll, aber ich würde nicht wagen dadurch den Erfolg in diesem Fall zu gefährden."
      Würde sie das wirklich nicht? Es sich erlauben, ein einziges Mal selbstsüchtig zu sein? August war in viel zu vielen Hinsichten eine verbotene Frucht in ihren Augen. Seit wann faszinierte er die Frau denn bitte so sehr?
      Embers Augen waren die ganze Zeit über auf ihre Finger gerichtet ehe sie ihren Blick hob und dem des Rogues begegnete. Es musste am Umstand liegen, dass sie seit einer gefühlten Ewigkeit mit ihren Gedanken in eine gänzlich unprofessionelle Richtung abdriftete. Alkohol, eine verbotene Frucht, lange Abstinenz... eine durchaus brisante Mischung.
      "Immerhin hab ich dich ein bisschen aufgeheitert wie es aussieht", lächelte sie vage, hinter den zuckenden Mundwinkel versteckte sich jedoch die Wahrheit hinter diesen Worten.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Erstaunlich an der Tatsache dieser Begegnung zwischen den beiden war für Foremar jedoch nur eine Sache:
      Mit den Worten ging Ember auf Abstand. Sie versuchte, Distanz zwischen sie beide zu bringen, obgleich August noch nicht abschätzen konnte, ob sie es wirklich wollte oder nicht. Mit ihrem Körper jedoch strahlte sie das Gegenteil aus, wie er anhand der Finger auf seiner BRust deutlich wahrnehmen konnte.
      "Lass die Beurteilung deines Gesichts in meinen Augen bei mir", sagte er kichernd. "Und ich sage du bist es. Sonst würdest du sie nicht Flittchen nennen. Also was genau stört dich daran?"
      Es wäre vermessen und verlogen gewesen, auch nur ansatzweise zu behaupten, dass die ihn erreichende Wärme ihrer Haut nicht in irgendeiner Wiese anregend wäre. Und vielleicht wäre August auch auf diesen Zug aufgesprungen, wenn sie nicht wieder diesen Satz gesagt hätte.
      Er behielt sein Lächeln bei, verschob nicht einmal einen Mikrometer seiner Mimik, während er ihre Finger auf seiner BRust ruhen ließ.
      "Der Fall...", murmelte er und ein Hauch von Enttäuschung schwang mit. Vielleicht nur eine Nuance, aber sie war da. "Natürlich. Natürlich würdest du deine Arbeit nicht gefährden. Das kann ich gut verstehen."
      AUch wenn seine Stimme ruhig war, erschien ihm die Spannung der Szene von dannen gezogen zu sein. Wie ein Satz sämtliche Spannung vernichten konnte, obgleich sie es sagen musste. Immerhin war er der Verbrecher und sie die Polizistin. Es geziemte sich nicht...
      Worüber dachte er hier eigentlich nach?
      Kopfschüttelnd trat er einen halben Schritt zurück und nahm die Hand von seiner Brust. In einem Anflug von Höhenluft so ercshien es ihm, neigte er den Kopf hinab und küsste den Rücken der beinahe verschwindend zarten Hand in seiner, ehe er sie entließ und aufsah.
      "Hast du, wie es scheint", bestätigte er. "Es war mir ein inneres Blumenpflücken, meine Liebe...Aber ehe noch Dinge tue, die du später bereust, sollten wir uns vielleicht hinlegen. Immerhin wird morgen ein harter Tag, nicht wahr?"
      Ein kurzes Lächeln durchlief ihn und er griff nach der offenen Flasche Wein, ehe er sich abwandte und Richtung Koffer drehte.
      "Aber damit das klar ist:", sagte er noch und drehte sich über die Schulter zurück. "Ich bin eine verbotene Frucht. Und verdammt lecker, wenn ich das so sagen darf."
      Arrogantes Schwein, hörte er Thomas' Stimme in seinem Kopf und konnte nicht anders als grinsen, als er den Koffer vom Sofa nahm.

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    • Wieso noch gleich kämpfte sie plötzlich mit allen Mitteln darum, Augusts Vertrauen zu bekommen? Das hier ging über unverfänglichen Spaß weit hinaus und es dauerte einen Augenblick ehe Ember diese Tatsache wirklich bewusst wurde. Dieses Geplänkel mit ihm sorgte dafür, dass sie aufhörte alles um sich herum unter die Lupe zu nehmen und einmal den Focus auf sich selbst zu richten. Zu schauen, was hinter ihren Worten an eigentlicher Bedeutung steckte.
      Seine Lippen brannten noch auf ihrem Handrücken nach als sie ganz offensichtlich die Stimmung völlig gekillt hatte. Auch wenn er sie bereits wieder aufzog... so konnte sie die Angelegenheit nicht stehen lassen. Als Reaktion darauf seufzte Ember leise in den abgedunkelten Raum hinein ehe sie sich nach ihrem Glas bückte und es August hinhielt. Auffordernd wedelte sie mit ihrer Hand bis der Rogue den Wink gesehen, verstanden und ihr nachgefüllt hatte. Vielleicht ein bisschen zu viel, aber sei es drum.
      "Danke", sagte sie knapp und quetschte sich an August vorbei, um sich auf den gerade frei gewordenen Platz auf ihrer Couch zu setzen.
      Nach einem ordentlichen Schluck schüttelte sie leicht den Kopf und murmelte etwas, das sich verdächtig nach Was mach ich eigentlich anhörte.
      Dann sah sie zu dem Mann, der neben ihr aufragte, hoch. "Punkt eins: Lass dir den Titel nicht zu Kopf steigen, das hält ja keiner aus. Vor meinem Handtuch sahst du alles andere als lecker aus."
      Das stimmte, lag aber eher an der Tatsache, dass er so deprimiert ausgesehen hatte, das nichts anderes von Belang gewesen war.
      "Punkt zwei", eine kurze Pause entstand, in der sie noch einen Schluck hinterher jagte, "bin ich über den Punkt des Bereuens schon längst hinaus. Ich hab's bereut, dich aus Evenstar zu holen - vor, wann war das? Drei Tagen? Seitdem bereue ich nicht eine. Einzige. Minute."
      Sie driftete ins Schwafeln ab. Langsam aber sicher wurde ihr auch warm ums Herz, allerdings ließ sich das zum größten Teil auf den Wein zurückführen.
      "Pass auf. Problem ist folgendes. Ich greif mal deine Worte auf. Sollte ich Gefallen an der verbotenen Frucht finden, in welchem Kontext auch immer, hast du mir vorausgesagt, dass du nach diesem einen Fall weg bist." Langsam kam Ember am wirklich kritischen Punkt an. So kritisch, dass sie lieber der schwappenden Bewegung in ihrem Glas folgte als zu August zu schauen. "Ich hätte es nie gedacht, aber diese drei Tage haben mich in so vielen Aspekten schon weitergebracht wie all die Jahre zuvor. Ich will mich nicht an etwas verlieren, das seinen Abgang bereits angekündigt hat."
      Ember sah sich als Insel, als jemand, der sicherer funktionierte wenn er sich auf niemanden verlassen musste. Verlassen konnte. Ihre Bedenken waren im Prinzip nichts anderes als Verlustängste, die sie immer wieder unter falschen Namen von sich schob.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August hielt inne in der Bewegung, die er gerade verrichtete. Langsam stellte er die Flasche Feenwein wieder auf den Tisch, nur um kurz danach erneut danach zu greifen und sein eigenes Glas wieder zu befüllen. Nur um gleichsam wieder zu bemerken, dass sich Ember zwischenzeitlich an ihm vorbeigeschoben und auf das Sofa gesetzt hatte.
      Schweigsam und mit Erstaunen, dass er beinahe denselben Gedankengang wie die junge Frau erlebte, setzte er sich neben sie und balancierte sein Weinglas in der Hand, während er sie ansah und zuhörte.
      "Ich lasse mir den Titel nicht zu Kopf steigen, keine Sorge. Wer könnte dein magisches Handtuch vergessen, das aus einem besoffenen Idioten einen Menschen machte?", grinste er schwach und stieß kurz mit dem Weinglas an ihres.
      Die Flüssigkeiten schwappten leicht und er nahm einen gewaltigen Schluck der Flüssigkeit, die ihm gleichsam wieder den Verstand in Nebel setzte. August konnte nicht umhin, seiner Sitzpartnerin einen verdächtigen Seitenblick zuzuwerfen, da er noch immer nicht wusste, welches Ziel sie mit dieser Aktion verfolgte.
      "Weißt du, was an deiner Argumentation krumm ist?", fragte er schließlich und drehte sich leicht zu ihr und nahm einen Schluck des Weines.
      "Lieber ziehst du dich komplett von jedweder Form von Fortkommen zurück, aus Angst, dass der Grund dir abhanden kommt, anstelle der Tatsache, dass du den Grund dafür suchst. Denn der Gedanke, den du hegst, ist leider falsch."
      August blickte sie eindringlich an und in seinem Blick lag nichts mehr als blanke Ehrlichkeit und vermutlich eine Spur des Weines, den er kalt vernichtete und das Glas auf den Tisch setzte.
      "Ich bin nicht der Grund für dein Vorankommen. Ich bin auch nicht der Auslöser", sagte er und drehte sich wieder zu ihr. "Ich bin nur die Chance, die du ergriffen hast, endlich über deinen Tellerrand hinwegzusehen und das in Kleinstschritten aus dir herauszuholen, was bereits immer dort war, Ember Sallow. Du bist der Grund! Du bist der Antrieb! Ich bin sozusagen nur die Ausrede, die du in dies Gewand kleidest, weil dein Verstand nicht begreifen möchte, dass du diese Stärke bereits immer hattest."
      Während er sprach war es diesmal an ihm, seinen Finger an die Stelle zu legen, wo sich ihre Schlüsselbeine trafen. Die Haut darunter fühlte sich warm und zart an. Als habe sie noch nie ein Mensch berührt, weshalb selbst August das Gefühl erhielt, sie nicht zu lange zu berühren. Also zog er die Hand zurück und lehnte sich in das Sofa zu rück und legte den Kopf auf die Kopfleiste.
      "Und nur weil etwas geht, wird es nicht verloren. Manchmal muss man die Chancen, die sich ergeben im Leben am Schopfe greifen. Glaube Jemandem, der 1000 Chancen in den Wind geblasen hat: Es lohnt sich. Es lohnt sich immer!"

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    • Ember zweifelte an Augusts Urteil, dass sie sich selbst am meisten beschränkte. Wäre dem so, dann hatte sich die Frau all die Jahre um die eigene Achse gedreht und nichts von alldem hätte jemals Früchte getragen. Jegliche Aufopferung bis dahin waren zwar Teil des Weges aber nie die Lösung gewesen. Keine innere Barrikade der Welt würde sie davon abhalten, sich dem Angelus zu stellen. Wäre August nicht gewesen wüsste sie heute noch nicht einmal, was die Frau in der Seitenstraße umgebracht hatte.
      Es lohnt sich immer?
      Nachdenklich schwenkte die Detective das fast leere Weinglas in der Hand. Ihr Blick lag auf der nun leeren Flasche, die einsam auf dem Tisch verweilte. Wenn sie wirklich jede Chance ergreifen würde, die sich ihr offenbarten, dann stünde sie mit Sicherheit nicht da, wo sie jetzt war. Vielleicht wäre sie sogar am anderen Ende der Welt, glücklich mit einer Familie und abgeschieden von dem Drama, das sich Weltschmerz nannte.
      Ein gedehntes Seufzen kam aus Embers Richtung bevor sie ihr Glas in einem Zug leerte und sich vorbeugte, um das Glas neben die Flasche auf den Tisch zu stellen. Dann drehte sie ihren Oberkörper in Augusts Richtung.
      "Sieh mich an."
      Ember wartete einen Moment bis August erst seinen Kopf nur in ihre Richtung drehte, sich dann aber in eine aufrechte Position brachte, als sie ihn noch immer stoisch anstarrte. Einige weitere Sekunden lang sah sie ihm einfach nur in die Augen. Ember war zwar trinkfest - gänzlich unbeeindruckt blieb sie davon aber auch nicht. Das zeigte sich nun.
      Im nächsten Augenblick hatte sie ihre Hand nach dem Rogue ausgestreckt. Es folgte keine Andeutung, stattdessen streiften ihre Finger seine Wange bis ihre Hand komplett an seiner Wange auflag. Das Gefühl von Bartstoppeln fühlte sich so angenehm rau unter ihren Fingern an, dass sie sich fragte, wie sie es vergessen konnte. Dann beugte sie sich zu ihm, spielte das gleiche Spiel mit ihm wie er zuvor zweimal mit ihr. Nur dass sie nicht zu seinem Ohr abdriftete sondern lediglich wenige Zentimeter Luft zwischen ihren Lippen offen ließ.
      "Ich bin seeeehr von mir überzeugt, was bestimmte Dinge angeht", flüsterte sie leise, die Lider gesenkt ehe sie sich von ihm zurückzog und auch ihre Hand wieder zu sich holte.
      Würde Ember jede Chance ergreifen, dann würde ihr die Welt längst gehören. Dessen war sie sich in ihrem verklärten Zustand absolut sicher.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Für einen Moment lang schien die Zeit für ihn still zu stehen.
      Auf das Kommando hin, sie anzusehen bemerkte der Rogue beinahe erschrocken, wie leicht er der Aufforderung nachkam und sie fokussierte. Ihre Augen, das Gesicht drum herum. Dennoch sah er neben dem fokussierten Blick auch noch die Tatsache in ihren Augen funkeln, dass der Feenwein offenbar sein Übrigstes tat.
      Er konnte nicht einmal reagieren, als sie die Hand nach ihm ausstreckte und wie ein seidener Windstoß über seine Wange strich. So wie sie das Gefühl seiner Bartstoppeln mochte, sogleich mochte er das gefühl ihrer zarten Hand auf seiner Haut. Lange war es her, dass er derartige Wärme an sich spürte und widerstand kurz dem Drang, die Hand noch mehr an sich zu drücken.
      Mein Gott, wie viel hatte er getrunken, dass er sich as wirklich vorstellte?
      Umso erstaunlicher war die folgende Aktion, für die er lediglich eine Form der Verwunderung übrig hatte. Während ihre Lippen kurz vor seinen anhielten und süße Versuchungen aussprachen, umkam ihm nicht mehr als ein sachtes Schmunzeln. Erneut tat sie einenS chritt vorwärts und zog sich wieder zurück. So langsam wurde es anstrengend und mit Verlaub, ein wenig langweilig.
      "Mein Großvater sagte früher immer: Gib mit deinem Mund keine Versprechen, die dein Arsch nicht halten kann", sagte er und grinste breiter denn je, hielt sich aber förmlich zurück.
      "Und sicherlich magst du überzeugend sein in mannigfaltigen Dingen, aber wenn du es nur ankündigst, wird es niemals Jemand auch nur ansatzweise begreifen, dass du Menschen vielleicht sogar die Wahrheit sagst."
      Er lehnte sich wieder zurück und sah zu der Flasche, die sie geleert hatten. Erstuanlich, dass er immer noch sprechen konnte, selbst nach beinahe zwei Flaschen Wein.
      Vielleicht war es auch ganz gut so, dachte er. Wenn sie jetzt schon Zweifel hatte, wie kompliziert wurde es erst, wenn sie...
      August schüttelte kurz den KOpf und seufzte, ehe er sich die Augen rieb, da diese vor Anstrengung bereits brannten. Der Tag war lang gewesen und irgendwie fühlte er langsam eine beiernde Müdigkeit in sich aufsteigen. Eine Müdigkeit, die einer gähnenden Leere Platz zu machen schien, wenn er an die nächsten Tage dachte.

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    • Unaufhaltsam glitt der Blick der Frau zur Uhr an der ihnen gegenüberliegenden Wand. Es war schon Mitternacht durch, ein neuer Tag war angebrochen. Von der ursprünglichen Erschlagenheit fühlte sie nicht mehr viel, denn eine Grundspannung hatte sich in ihren Gliedern festgebrannt. Wie viel musste sie denn noch anzeigen, damit sie den Mann endlich aus der Reserve lockte?
      Aus dem Augenwinkel sah Ember, wie sich August die Augen rieb. Sie war sich sicher, dass sie seine Reaktionen nicht falsch gedeutet hatte. Seine Worte nicht nur Schikane waren. Trotzdem bekam sie ihn ebenso wenig dazu über seinen Schatten zu springen wie er sie. Eine Zwickmühle, im wahrsten Sinne des Wortes.
      Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis ein Ruck durch ihren Körper ging und sie sich erhob. Noch immer verließ kein Wort ihre Lippen während ein beiläufig wirkender Blick ihrerseits von oben herab auf August lag. Eigentlich hatte sie ja den Wink mit dem Zaunpfahl bekommen. Er hatte ihr gerade, Chancen zu nutzen, selbst wenn sie irgendwann vergingen wie eine Flamme am letzten Rest eines Kerzendochts.
      Sie brauchte nicht mal einen Schritt machen, da stießen ihre Knie bereits an die von August. Der Ausdruck in ihrem Gesicht glich jenem, wenn sie eingehend ein wichtiges Detail für einen ihrer Fälle unter die Lupe nahm. Das hier war allerdings weder nur ein Detail noch Bestandteil eines Falles. Das war ihr Gesicht, wenn sie sich zu etwas entschlossen hatte.
      Es dauerte nur eine lächerliche Sekunde, da hatte Ember ihr linkes Knie im Sofa neben Augusts Hüfte platziert und zog das rechte Knie direkt hinterher. Rittlings saß sie nun auf seinem Schoß ehe sie mit beiden Händen sein Gesicht einrahmte und gerade mal einen Atemzug schaffte bevor sie ihre Andeutung von vorhin in die Tat umsetzte. Ember verschwendete keine weitere Sekunde und versiegelte ihrer beider Lippen in einem Kuss. Die überschwängliche Süße vom Rest des Feenweins war das Erste, das sie schmeckte. Dann hörte sie nur noch das Blut in ihren Ohren rauschen. Eigentlich wollte sie ihm noch einen Spruch drücken, doch dafür fehlte ihr gerade die Luft.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Als August die Hände wieder niedersinken ließ, wirkte die Welt für einen Moment stumpf. Sein Kopf fühlte sich an, als habe man eine Nebelwand darin gezündet und sich ausbreiten lassen. Der Zauberer sah nicht mehr klar, so viel konnte bestätigt werden, ehe er den Drang hatte sich zu bewegen. Doch ehe er auch nur daran denken konnte, sich zu erheben, tat es die junge Frau zu seiner Linken. Vielleicht war es dem Alkohol geschuldet, aber er würde seiner Natur Unrecht tun, wenn er ihr nicht auf den Allerwertesten gestarrt hätte, während der Raum mehr an Dichte zuzunehmen schien.

      Schweigsam lehnte er sich wieder zurück und wollte gerade Luft holen, um den Abend ein weiteres Mal zu beenden, da er ein Gewicht auf seinem Schoß bemerkte. Gerade als seine Augen die Scharfstellung wieder entdeckten und er den Mund öffnete, um etwas zu sagen, begann sich das Gefühl zu verändern.

      Sie schmeckte nach heißem Feenwein und frischem Sommerregen.

      Als sich Embers Lippen auf seine legten, wirkte das Gefühl für einen Moment so surreal, dass er nicht mal zu atmen vermochte. Die Süße des Weines machten den Kuss auf eine Weise weich, dass er froh war, dass er bereits saß, während gleichsam ein Wesen in ihm zu brüllen begann. Ein Wesen, dass er lange angekettet und vergessen hatte.

      August hatte nicht einmal seine Hände bewegen können, ehe sie sich nach gefühlten Stunden auf Embers Hüften legten. Zu mehr war er nicht fähig, wenn er ehrlich war. Und es kam selten vor, dass Foremar von etwas derartig überrascht wurde.
      Wie lange sie dort so saßen und immer wieder und wieder mit den Lippen des jeweils anderen rangen, konnte er nicht mehr sagen. Sein Kopf fühlte sich an wie ein einziges geflutetes Becken. Seine Ohren rauschten und sämtliche Extremitäten schienen ihm den Dienst zu versagen. Selbst die zarten Hände um sein Gesicht herum wirkten wie ein Verstärker dieser Emotionen sodass es ihm beinahe elektrische Stöße durch den Körper jagte.
      Nach weiteren Jahren, die er gefühlt in dieser Bewegung verharrte und nur seine Lippen und sein Gesicht bewegen konnte, trennte er sich plötzlich von ihr und sah sie schwer atmend an. Es dauerte eine Weile, bis sein vernebelter Blick ihm eine Art von Kontrolle suggerierte und zu einem Lächeln umschaltete.

      „Nicht schlecht, Sallow“, flüsterte er, da er für eine normale Erwiderung keine Energie hatte.
      Und doch wäre er nicht er selbst, wenn er nicht zumindest ein wenig nachgeben würde…
      Mit einer Kraft, die er selbst nicht mehr in seinem Körper finden konnte, griff er entschlossen unter ihre Beine und hob sie kurz von seinen Hüften auf. Freilich, um sie seitlich von sich auf das Sofa zu legen.
      In der nächsten Sekunde war er wieder über ihr und blickte hinab zu ihr, ehe sein Verstand auf „vernünftig“ umschalten konnte. Er stützte sich seitlich auf seine Ellenbogen auf, während er ihre Beine vorsichtig auseinander drückte, um sie anzusehen.

      „Was hat es geändert?“, fragte er wispernd an ihrem Ohr.

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    • Eine Sache irritierte Ember maßgeblich. Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit ehe eine Reaktion seitens August kam und er seine Hände an ihre Hüfte gelegt hatte. Selbstverständlich hatte sie keinerlei Einblick darüber, was er fühlte oder dachte, und so konnte sie nur mit dem arbeiten, was er ihr als physische Rückmeldung gab. Erstaunlicherweise war das erschreckend wenig.
      Folglich runzelte sie die Stirn als er sich von ihr trennte und es einen Moment dauerte ehe sich das Lächeln in sein Gesicht zurückfand, das sie so gut kannte. Es war einzig sein geflüsterter Satz der verriet, dass sie immerhin ein wenig Wirkung auf ihn gehabt haben mochte.
      Doch dann verlagerte der Rogue ihre Positionen, griff der Detective unter die Beine und beförderte sie auf die Sitzfläche ihrer geschundenen Couch. Für einen kleinen Augenblick erschien ein völlig unverfangenes Grinsen in ihrem Gesicht, das sogleich wieder verschwunden war, als sich der Mann zwischen ihre Beine schob und sich seitlich von ihr abstützte.
      "Bedank' dich bei deinen Feen", erwiderte Ember leicht amüsiert während sie den Kopf ein ganz klein wenig drehte, damit er besser an ihr Ohr kam. "Und mein Geduldsfaden ist gerissen."
      Ein Faden, der eigentlich schon seit Jahren überstrapaziert worden und dank Wein und Worten gerissen war. In ihrem Geist war der Zug nun abgefahren und es hätte keinen Sinn mehr, auf ihre reservierte Art zurückzufahren. Lang genug hatte er ihr Honig ums Maul geschmiert, dass sie sich einfach gehen lassen sollte. Dass er hinter die Nussschale sehen wollte. Genau das bekam der Zauberer nun.
      In der Zwischenzeit hatte Ember ihre Hände an Augusts Oberarme gelegt, um von dort aus zu seinen Schultern hoch und anschließend über seine Seiten den hageren Körper entlang zu streichen. Was in der Zelle noch in der Kleidung der Insassen verschluckt worden war, zeichnete sich umso deutlicher unter ihren tastenden Fingerspitzen ab. Sie konnte jede Rippe deutlich erfühlen und hatte fast schon ein bisschen Mitleid mit ihm.
      "Sorry, wenn ich dich ein bisschen überrumpelt hab. Aber du hast meine Nerven strapaziert", fügte sie leise hinzu wobei man deutlich hören konnte, dass sie die Entschuldigung nicht ernsthaft so meinte.

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    • Gerade noch erschien es im ausweglos, wenn er bedachte wie lange sie sich wie Raubtiere abgetastet und beschnuppert hatten. Aus einem harmlosen Kommentar erschien aus dem Rogue ein Hunger zu erwachsen, dass er sich kaum zu bänden wusste. Erstaunlich war die Tatsache, dass sie dem Ganzen zumindest nichtmehr abgeneigt war.
      Das unvergangene Grinsen hatte er bereits gesehen und war leiht enttäuscht, dass es so schnell wieder verschwunden war. Die Haut zu seinen Lippen war weich und zart, als er sachte ihren Hals küsste, während er ihr mit einem Ohr zuhörte.
      "Ein Hoch auf die Feen", murmelte er an ihrem Hals und kniff mit den Zähnen hinein, als wollte er ein Stück aus ihrer Haut befördern. "Und auf den Geduldsfaden."
      Ihre Hände an seinen Armen und seinen Rippen wirkten aus einem unverständlichen Grund wie Balsam für ihn, auch wenn es ihn schmerzlich an die Zeit der Entbehrung erinnerte, die er hinter sich hatte. Umso erstaunlicher war jedoch die Tatsache, dass sein Körper trotz der Trunkenheit immer noch die Energie fand, das Blut aus der Vernunftsregion in ganz andere zu leiten.
      Seine Hände fuhren über ihre Seite, striffen ihre Brust und fanden ihren Weg vorwitzig unter ihr Oberteil, hin zu der warmen, weichen Haut ihres Bauches, die ihm wie ein verborgenes Wunderland vorkam.
      "Mach dir keine Gedanken", sagte er und richtete sich auf die Knie auf während er schwer atmend auf sie hinab sah. Anschließend wies er mit dem Finger auf ihr Oberteil udn die darunter liegende Wäsche.
      "Zieh das aus", murmelte er und kein Befehl lag dahinter. Und dennoch wirkte der Ton mehr als deutlich, wenn man bedachte, in welcher Lage sie waren. Und er duldetete keinen Aufschub.
      "Zieh alles aus", verschärfte er das Ganze und versuchte auf dieser kleinen Couch ein wenig Platz zu schaffen, obgleich er es nicht mehr wollte.

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    • Embers Reaktion auf Augusts Biss an ihrem Hals waren Fingernägel, die sie ein stückweit über seine Haut zog. Als sich seine Hand schließlich unter ihr Oberteil schob, holte sie einmal betont tief Luft. Sie konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, wann zuletzt eine fremde Hand so über ihren Bauch gestrichen war. Solch eine Zärtlichkeit hatte sie dem Rogue gar nicht zugeschrieben. Aber wie sollte sie auch, immerhin kannte sie ihn gar nicht.
      Was das Ganze vielleicht nur umso reizvoller gestaltete.
      Als sich August aufrichtete, betrachtete Ember seine hagere Gestalt. Die Tättowierungen auf seiner Brust, wie sich sein Brustkorb schwer hob bei jedem Atemzug, den er tat. Sie sollte sich keine Gedanken machen? Sie sah den Mann einfach nur an, der auch ohne Worte Geschichten erzählte, die fernab von Gedankenlosigkeit waren.
      Am Ende waren es seine Worte, die ihr wirklich sämtliche Gedanken aus dem Kopf fegten. Diese kleinen Worte reichten, um ihr einen Schauer über den Rücken zu jagen. Ihr Herz schlug schmerzhaft stark in ihrer Brust, sodass sie ihn einen Augenblick lang einfach nur anstarrte. Schließlich rutschte sie ein Stückchen zurück, um sich etwas aufzurichten. Wie in Zeitlupe wanderten ihre Hände zum Saum ihres einfachen Shirts. Warum folgte sie seinen Worten eigentlich so einfach? Es spielte keine Rolle mehr.
      In einer gleichmäßigen Bewegung zog sich Ember das Shirt von unten nach oben über den Kopf und warf es neben sich auf den Boden. Hätte sie das geahnt, dann würde sich jetzt nicht ein unaufregender spitzenloser BH in Augusts Sichtfeld schieben. Aber auch das spielte keine Rolle. Als nächstes ließ sie ihre Daumen unter dem Bund ihrer Jogginghose verschwinden.
      Ein abschätzender Blick flog zu dem Arcana. Durchaus mochte Ember es, wenn man ihr Beachtung schenkte. Das hier war allerdings seine ungeteilte Aufmerksamkeit, die jede Bewegung ihrerseits nur noch prickelnder machte. Sie befreite ihre Beine aus der Jogginghose, die ebenfalls irgendwo auf dem Boden landete.
      Ein weiterer Blick ging zu August.
      "Bin ich nur die Einzige, die sich auszieht?", fragte sie wohl wissend, dass der Mann ihr gegenüber schon vorher mit weniger gestartet war.
      Embers rechte Hand glitt ihren Rücken hinauf, um die Haken zu lösen und den BH zu den restlichen Kleidungsstücken zu gesellen. Sie verdeckte nicht einen Zentimeter von ihr. Sie mochte ihren Körper, wusste, wie sie ihn einzusetzen hatte und störte sich nicht an den kleinen Makeln, die manch andere in den Wahnsinn getrieben hätten. Sie schob ihre Daumen nun unter den Saum ihres Slips. Dort hielt sie inne und warf einen vielbedeutenden Blick auf Augusts Hose.

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    • Nicht ein Blinzeln.
      Während die Polizistin sich langsam auf sein Geheiß entkleidete, blinzelte August nicht ein einziges Mal. Mit einem starren Blick, raubtiergleich, sah er ihr zu, wie sie erst langsam das Shirt über ihren Kopf zog. Die Einfachheit dieser Geste ließ ihm schon beinahe die Gedanken entweichen, auch wenn er sich sonst gut unter Kontrolle zu haben glaubte. Noch während sie das Shirt zu Boden fallen ließ und sich leicht erhob, um unter den BH zu gelangen, fuhren seine Finger erneut hernieder. Jedoch dieses Mal nur ein Zeigefinger, der wie ein Hauch von Nichts von ihren Brustbein, über den störenden Stoff des BHs fuhr und eine gerade Linie hinab zu ihrem Schambein führte, das noch immer bedeckt war. August legte während dieser Geste den Kopf leicht schief, da er selbst nicht glauben konnte, wie wunderschön sie in diesem Dämmerlicht wirkte. Man mochte es auf den Alkohol schieben, aber diese Frau konnte wahrlich viele Männer haben, wenn sie es drauf anlegte.
      Auf ihre Anmerkung hin, musste er kurz lachen, jedoch verbarg sich dieses Lächeln recht schnell wieder hinter einer konzentrierten Miene, die kaum einen Schleier der Gefühlsregungen offenbarte. Wie konnte sie ahnen, dass selbst diese einfachen Bewegungen bei ihm Schauer der Erregung in seine Körpermitte sandten. Hätte er nicht halb auf dem Sofa gesessen, wäre er kaum mehr fähig gewesen, einen festen Stand zu haben.
      Für eine Sekunde flammte der Zweifel in seinem Kopf auf, doch die schiere Erregung blies jeden Zweifel hinfort, einem Sturm gleich. Er wollte sie berühren. Ein unirdischer Zwang legte sich über ihn und hätte ihn beinahe dazu gebracht, diese ganze Ästhetik ihrer Bewegungen zu unterbrechen, doch zuckte die Hand auf ihrem Schambein kurz als Ember inne hielt.
      "Nicht aufhören", murmelte er und erneut klang der Ton sanft, aber gleichsam befehlsgewohnt.
      Gott, alleine die Tatsache, dass sie nicht beschämt die Hand über ihre Brust legte, war bereits mehr als er erwartet hätte. Sachte stand er auf, nicht ohne seine Hände vorher auf ihre Oberschenkel zu legen sich und sich mit leichtem Druck auf ihnen hinauf zu drücken. Die Hose, die er trug war recht einfach gegürtet und so brauchte es keine vier Sekunden, ehe der schädliche Stoff zu Boden fiel. In der Zeit seiner Gefangenschaft hatte er niemals Unterwäsche getragen und wenn er ehrlich war, war es mehr eine Gewohnheit denn Nutzen geworden. So auch jetzt.
      Seine Begierde dieser Frau gegenüber ließ sich nicht mehr übersehen, als er vor ihr vor dem Sofa stand und sie erneut hungrig ansah. Als das störende letzte Stoffrest fiel, blickte er schamlos an ihr herab und musste sich beinahe zurückhalten, nicht gleich wildtierartig über sie herzufallen.
      In Augusts Augen war sie von betäubender Schönheit, wie sie vor ihm lag.
      "Lass mich dich sehen", sagte er und kniete sich mit einem Knie wieder auf das Sofa, um wiederum ihre Beine sacht, aber bestimmend auseinander zu drücken.
      Anstatt eines ausufernden Vorspiels, denn zumindest von seiner Seite aus, war das mehr als unnötig, neigte er den Kopf hinab und legte seine Zunge auf die sich ihm darbietende heiß pulsierende Körpermitte. Doch anstatt diese nur zu liebkosen und zwischen seine Lippen zu nehmen, kniff er hier und dort sachte mit den Zähnen hinein, ehe er sich höher schob und in einer geraden Linie nach oben wanderte.

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