[2er RPG] The Lesser Evil [Winterhauch & NicolasDarkwood]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Andvari nickte erschöpft und unterließ die Bewegungen. Selbst seine Glieder mussten sich der Erschöpfung unterwerfen und es fiel ihm schwer, die Bewegungen aufrecht zu halten. Seufzend unterband er auch seine Bewegungen und blieb einfach ruhig liegen und genoss die Nähe zu Viola.
      "Das wäre sehr nett von dir", kicherte er vor sich hin und seufzte, während sie die Spuren seiner Adern nachfuhr.
      Tatsächlich spürte er ein Prickeln in seinem ganzen Körper, als habe dieser auf etwas reagiert, was nicht dort sein sollte. Zumindest seine Aura begriff, dass die Auswirkugnen durchaus real und nicht zu verdenken waren.
      "Ich bereue es auch nicht", murmelte er und küsste sie auf die Stirn, als sich der Kopf de rjungen Frau in Richtung des Brustbeins beugte. Sachte legte er seine Hände in ihren Nacken und auf ihren Rücken und begann, die schweren Muskeln ein wenig zu massieren.
      Als sie erneut auf die Sache der Lichtrufer zu sprechen kam, kam er nicht umhin sich ein wenig erleichtert zu fühlen. Die Aussicht, mit ihr verwandt zu sein, gestaltete es zwar nicht unmöglich aber durchaus schwierig.
      "In Ordnung, das ergibt ebenso Sinn", gab er zu und schob es auf das fehlende Blut in seinem Kopf. "Die Frage ist, wo finden wir das heraus? Ich bin immer noch dafür, die Kaiserstadt zu besuchen und in den Archiven zu forschen, was mit deiner Familie war. Es muss doch irgendetwas geben, was wir in Erfahrung bringen können..."
      Sofern sie lebend aus dieser Schlacht hervorgingen. Sofern...

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      The more you drag me to hell
    • "Sobald Prinz Lucien zurückgehrt, ob mit oder ohne Gefolge, sollten wir ihn darum ersuchen, uns einen Zugang zu den Bibliotheken zu gewähren. Ohne die Zustimmung durch den kaiserlichen Archivar oder einen Vertreter der Adelshäuser wird es allerdings schwierig. Vor allem Anderen ist es gefährlich, mein Herz.", gab Viola zu bedenken und gähnte herzhaft. "Allein dich in die Stadt zubekommen ohne das es Unruhen gibt, ist beinahe unmöglich. Erzählungen verbreiten sich wie der Wind. Jeder wird wissen wer mit dem Kronprinzen reitet. Das Königshaus und die Vertreter des Adels werden deinen Kopf fordern. Abgesehen davon, dass sie für ihren eigenen Prinzen für diese Dreistigkeit eine Schlinge knüpfen werden. Der Hass sitzt gegenüber den Elfen sitzt tief. Es gibt keine verlässliche Versicherung, dass jemand uns überhaupt anhört."
      Viola sprach nicht aus, dass sie vermutlich als Blutsverräterin ebenfalls dem Henkersbeil entgegen sah. Gemäß dem Fall, dass ihre Hilfe bei der Flucht des Elfenprinzen nicht an die Öffentlichkeit gelangt war, blieb immer noch der Verrat an ihrem Volk und ihrer Stellung innerhalb der kaiserlichen Garde. Die Heilerin hatte sich nicht lediglich mit feindlichem Blut verbündet sondern war mit einem Mörder und Mitglied der elfischen Königsfamilie ins Bett gestiegen. Die Ächtung würde auf dem Fuße folgen. Ein Schande für das Volk der Menschen.
      Sie würde Rechenschaft dafür ablegen müssen, dass sie, obgleich das sie lebte, nicht den Weg zurück gesucht hatte.
      Und ohne fähigen Magier blieb keine Möglichkeit das Äußere zu verschleiern.
      Unter den geschickten Händen entspannte sie zur Gänze und seufzte wohlig auf. Für den Rest ihres Lebens hätte die junge Frau auf diese Weise verweilen können. Mit schweren Herzen und sichtlichem Widerwillen rührte sich Viola über ihrem Liebsten und erhob sich etwas. Andvari glitt aus ihrem Körper, was Viola mit einem bedauernden Seufzer quittierte. Unzeremoniell ließ sie ihren Körper von Andvari und seitlich auf das Bett fallen, die Glieder weich und ohne Ansporn ihr Gewicht zu tragen. Ächzend streckte sie die Beine aus, die eine gefühlte Ewigkeit gebeugt gewesen waren.
      "Denkst du der Schneesturm wird eine Weile anhalten?", wisperte sie an seine Schulter und schloss die Augen, während sie die Zehen spielerisch streckte und beugte, um wieder Gefühl darin zu bekommen. Ein Bad war nach diesem Tag lange überfällig, aber sie brachte augenblicklich nicht die Energie auf, das Bett zu verlassen. Später. "Ich hoffe Lhoris erreicht die Stadt bevor der Sturm zu stark wird."
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari nickte sanft an ihrer Stirn und drückte einen Kuss auf ihren Scheitel.

      Die Erzählung seiner Liebsten regte etwas in ihm, das er nicht bedacht oder vielmehr vergessen hatte: Den Hass auf Elfen.

      Den berechtigten Hass, wenn er ehrlich war. Sie hatten Krieg über das Land gebracht und so viele der Menschen abgeschlachtet wie Vieh. Es war nur allzu verständlich, wenn das Volk und der Kaiser nicht begeistert war, einen vermeintlichen Prinzen des Reiches der Elfen unter sich zu wissen. Dies würde ein Hindernis…

      „Da magst du Recht haben“, murmelte er und seufzte laut auf. „Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, unbemerkt in die Stadt zu gelangen? Oder ich könnte michverkleiden, mir…Mir irgendein Antlitz verabreichen lassen…“

      Er wusste selbst, dass dies nur von kurzer Dauer war.

      „Oder ich lasse mich gefangen nehmen, während ihr nach Hinweisen sucht und ihr holt mich wieder heraus? Oder du reist mit Lucien allein…“, sprach er mehr zu sich selbst und seufzte., „Ich weiß nicht, was wir tun sollen, aber…Bedeutet es nicht auch, dass du ebenso in Gefahr bist? Wenn sie Elfen hassen und sie herausfinden, dass du mit mir unterwegs bist, werden sie dich nicht auch…“

      Er wagte es nicht wirklich, es auszusprechen, während er über ihren Rücken strich und merkte, wie die Müdigkeit ihn wieder einholte. Als sie von ihm herab stieg, überkam ihn überall an seinem Körper eine eisige Kälte. Als würde ihm etwas fortgenommen, was er schmerzlich misste.

      „Ich denke nicht, dass er anhält“, murmelte Andvari. „Die Luft riecht zwar feucht, aber der Wind ist zu stark. Es scheint eine Art Schauer zu sein. Vielleicht ein, zwei Tage. Aber mehr wird er nichts aufhalten können, denke ich. Ab morgen müssen wir Vorbereitungen treffen und die Bürger bewaffnen.“

      Auch wenn es ein mühseliges und verlorenes Unterfangen war. Aber zumindest durchhalten mussten sie bis Lucien zurückkehrte.

      „Ich hoffe es auch…“, murmelte er und merkte, wie seine Lider schwer wurden. „Wird es bestimmt schaffen…“

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    • Die Müdigkeit lockte Viola wie der hinreißende Gesang der Sirenen.
      Trotzdem überredete die Heilerin ihren Körper ein letztes Mal zu widerwilligem Gehorsam und tastete mit ihrem Arm über die zerwühlten Laken. Nach ein paar frustrierenden Sekunden bekam sie einen Zipfel der Decke zufassen. Die vorangegangene Hitze war verglüht und obwohl der Elf selbst genug Wärme abstrahlte, fröstelte die junge Frau unter dem Verlust der innigen Zweisamkeit. Ein Murren erfüllte den Raum, ehe sie endlich die begehrte Decke ordentlich zu fassen bekam. Mit einem energischen Ruck zog sie dünne Decke über ihre Leiber und zögerte nicht sich augenblicklich in die Seite des Elfen zu schmiegen. Ein Bein lag noch immer unbewegt und besitzergreifen über seiner Hüfte. Wobei Viola bezweifelte, dass ihr Gefährte gerade überhaupt einen Gedanken daran verschwendete das Bett zu verlassen.
      "Wir können nicht ewig weglaufen oder uns verstecken, Andvari.", flüsterte sie und drückte die Nase in seiner Schulter. "Und Lucien hat leider Recht. Du hast es selbst gesagt. Unsere Anzahl an Verbündeten ist klein. Wir werden Hilfe brauchen."
      Eine Hand fand den Weg zurück auf seiner Brust und ruhte über dem Herzen, das ruhig und gleichmäßig unter ihren Fingern schlug.
      "Vielleicht wird es Zeit, dass wir den Schatten verlassen. Es wird nicht einfach werden, aber wann war es jemals leicht, seit wir uns begegnet sind? Wir schmieden Plänen und am Ende bricht das Chaos über uns herein. Und ja, es wird schwierig und unangenehm werden, sollten wir entscheiden uns zu zeigen. Aber ich schäme mich nicht und sehe keinen Grund, dich zu verstecken. Sollen sie sich ihre gehässigen Mäuler zerreißen. Was die Gefahr betrifft, macht mir Faolan mehr Angst als ein Thronsaal voller eitler Gockel und gepuderter Hühner."
      Viola machte sich nicht die Mühe einen Blick in die stürmische Nacht vor dem Fenster zu werden. Sie konnte eh nichts sehen.
      "Wir sollten am Morgen mit Tilda und Albert sprechen. Jeder in dieser Stadt sollte zumindest die Chance haben seine Familie und sein Leben zu verteidigen."
      Die Silben des Elfen erschienen mit jeder verstreichenden Minute verschwommener und so verfiel auch Viola in Schweigen. Der Rhythmus seines Herzschlages wiegte die ermüdete Frau in den Schlaf.

      Früher Morgen, kurz vor Sonnenaufgang

      Viola träumte.
      Friedvolle Erinnerungen an längst vergangene Tage. Lang vergessene Bilder von wiegenden Kornfeldern und die malerischen Farbtupfer von rotem Mohn und blauen Kornblumen am Wegesrand. Helles Kinderlachen, das ihr Herz erwärmte und ein leuchtendroter Haarschopf, der aus dem wachsenden Getreide hervorlugte. Sie träumte von einem kristallklaren See und einer einsamen Hütte eingebettet in einen sommerlichen Wald. Von einem Mann mit weißem Haarschopf, der auf einer Bank vor dem Haus saß und kleine, kunstvolle Schnitzereien anfertigte ehe er den Kopf hob und sie ansah. Welche Worte er auch sagen wollte, vergingen unter einen lauten Knall.
      Viola schreckte ruckartig aus dem Schlaf und riss dabei die Decke mit sich. Verstört blickte die Heilerin durch den dunklen Raum, denn die Sonne versteckte sich noch hinter schweren, grauen Wolken. Das Herz in ihrer Brust galoppierte in einem beunruhigenden Tempo, während sie nach der Quelle des Lärms suchte. Als Viola sie entdeckte, hätte sie beinahe aufgelacht.
      Das alte Sprossenfenster hatte dem heulenden Wind nachgegen und war unter dem Druck aufgesprungen. Eiskalter Wind begleitet von dicken Schneeflocken wirbelte hinein und schlug des Fenster in einem erstaunlich regelmäßigen Takt gegen die vertäfelte Wand.
      Schnaubend und äußerst widerwillig kroch die Rothaarige unter der Decke hervor und huschte nackt wie am Tag ihrer Geburt zu dem knarzenden Fenster herüber. Der Riegel hatte sich gelöst und schien sie höhnisch anzustarren.
      "Du lästiges, kleines Ding...", knurrte sie und drückte das störrische Fenster zurück in den Rahmen. Es brauchte ein wenig Kraft, während der Wind eisig über ihre Haut fegte. "Mach schon..."
      Es dauerte länger als ihr lieb war, der Riegel mit zitternden Fingern wieder vorzuschieben. Erleichtert atmete sie auf und pustete sich ungehalten eine Strähne aus der Stirn. Ein paar Schneeflocken glitzerten auf dem rötlichen Haarschopf.
      Draußen war es tatsächlich noch dunkel.
      Kein Sonnenstrahl reichte über den Horizont und der Schneefall wirkte so dicht, dass sie die gegenüberliegenden Fenster kaum erkennen konnte.
      Die Arme um den Oberkörper geschlungen tapste sie fröstelnd zurück in Richtung Bett.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari bemerkte nur noch wie Viola die Decke über sie beide zog und schloss für eine Weile die Augen. Er genoß das zusätzliche Gewicht auf seiner Brust und vor allem das Bein über seiner Hüfte. Die Geste war klein, aber letztlich war es schön, Jemandes Besitz zu sein. Wenn auch nur metaphorisch.
      Er legte eine Hand auf ihr Bein und lächelte.
      "Du hast Recht", murmelte er. "Wir werden Hilfe brauchen und können nicht ewig fortlaufen. Udn ich finde es ja schön, dass du dich meiner nicht schämst, aber ich will auf keinen Fall, dass einer von euch und vor allem du gefährdet wirst."
      Er nickte grummelnd und sank bereits in den Schlaf, als er noch murmelte:
      "Morgen...Albert...Tild..."


      Der nächste Morgen

      Andvari war nie ein wirklicher Morgenelf gewesen.
      Zumeist hatte man ihn aus den Federn regelrecht zerren müssen und brachte einen Wutausbruch zumeist in die Bahn. Doch dieses Mal wurde der traumlose Schlaf, in den er aus purer Erschöpfung gesunken war, von einem jähen, kalten Hauch unterbrochen, als sich Viola aus dem Bett schälte und die Decke von seinem Leib mitriss. Mit einem grummelnden Geräusch tat der Elf seinen Unmut kund und drehte sich auf den Bauch, um seinen Kopf im Kissen zu versenken. Es war wirklich kalt in dem Raum und und zumindest Violas Knurren zauberte ein kurzes, aber ehrliches Schmunzeln auf sein Gesicht. Die Nacht war ohnehin fast vorbei und -
      Ihr Bäume, es war einfach zu komisch, die junge Heilerin darüber schimpfen zu hören, sodass er vor stummen Lachen zu zittern begann. Erst als er die SChritte wieder über den Boden tapsen hörte, angelte er mit den Füßen nach der Decke und brach in schallendes Gelächter aus.
      Halb vom Kissen erstickt, drehte er sich auf den Rücken und sah sie an.
      "Tut mir Leid!"; rief er und hielt sich vorsorglich die Hände vors Gesicht, ehe er eine Hand zweckentfremdete. Diese öffnete die Decke, um Viola willkommen zu heißen. "Aber es war einfach zu komisch...Ist alles in Ordnung?"


      Stadttor Beleriand

      Die Reise war lang gewesen, als der Große und der Kleine den schmalen Weg zum Tor erreichten.
      Der Schneesturm tobte schlimmer als eine Furie zu Mitternacht und riss den Himmel in ein tektonisch wirkendes Fiasko. Peitschend schlug der Wind um sich und Schnee fiel wie Kanonendonner danieder, als der Kleine seine Kapuze mühsam umklammerte.
      "Was'n Dreck, sach ich dir!"; keifte er. "Warum uns diese verfluchten Elfen immer in so bekloppte Käffer schick'n müssen, wa?"
      "Beruhige dich, mein Freund. Wir werden die Heilerin und den Prinzen alsbald ausfindig gemacht haben. Und danach sitzt du bald wieder schmausend im Warmen."
      "Schmausend, am Sackerillo, wennde verstehst!?"
      "Tu ich nicht, entschuldigung."
      "Lass ma dit Jeschwollene. Wir ham zu tun!"
      Ein unterdrücktes Schreien erklang von einem Bündel unter dem Arm des Großen. Das Laken war an vielen Stellen blutig und beherbergte einen Körper, wie es augenscheinlich erschien. Schwere Seile waren um die Extremitäten gebunden und das Gezappel war unerträglich, als der Große inne halten musste, ehe sie das Tor passieren konnten.
      "Nun, komm, mein Sohn", murmelte er und seufzte. Mit einem Ruck seiner gewaltigen, eisenbewärten Hand riss er das blutige Laken vom Körper und entblößte den Schädel des Feuerschwertes.
      "Lhoris...Weshalb bist du aufmüpfig. Immerhin haben wir dich am Leben gelassen, dafür, dass du uns so erschrocken hast."
      "Jenau. Hätte dir jern ein neues Loch jezimmert, verstehste?!"
      Erneut unterdrückter Protest, bedingt durch den Knebel, der seinen Mund verdeckte. Zappelnd, aber hilflos versuchte Lhoris zu schreien und fand sich nur in einer klammernden Umarmung des Großen wieder.
      "Nun ja...Wollen wir eine kurze Rast einlegen? Es lohnt ja nun nicht, wenn wir den Prinzen und die Heilerin aufwecken. Sie sollen doch bei Bewusstsein sein, wenn Sie ihre Erlösung erfahren, oder nicht?"
      Der Kleine zuckte die Achseln und brachte sich an einem Baum in Stellung. Die Lichtung dahinter sah gut und ruhig aus. Sollten sie bis zum morgen schlafen, ehe sie ihrer Erlösung entgegen sahen.

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    • Beinahe argwöhnisch blickte Viola beim überraschenden Klang eines Lachens auf.
      Der Blick löste sich von den nackten Füßen auf kühlen Holzdielen und heftete sich auf den Elf, der von seinem amüsierten Lachen förmlich durchgeschüttelt wurde. Wie angewurzelt blieb die verschlafene und fröstelnde Heilerin vor dem Bett stehen und beäugte Andvari mit missbilligender Miene. Auf die rüde Art von einem scheppernden Fenster geweckt zu werden, hätte Viola mit Freuden verzichtet. Unablässig rieb sich die Rothaarige über die entblößten Arme und fühlte eine wachsende Gänsehaut, die über ihren gesamten Leib wanderte. Die Entschuldigung kommentierte sie mit einem Schnauben, obwohl sie nur wenige Sekunden später mit sichtlicher Eile unter die angebotene Decke kroch.
      Viola war es gewohnt mit den ersten Strahlen der Sonne den Tag zu beginnen. Die Aussicht auf ein eisiges Schneegestöber und die damit verbundene unangenehme Kälte, war selbst ihr ein Graus.
      Zitternd schlüpfte sie unter die wärmende Decke und presste sich trotz missmutiger Miene augenblicklich in die Seite des Elfen, wo sie die Wärme mit jedem Zentimeter nackter Haut geradezu aufsog. Eine eiskalte Nase drückte sich unter das Kinn des Elfenprinzen.
      "Alles bestens...", grummelte Viola an seinem Hals und zupfte noch die Decke um ihren Körper zurecht, damit kein einziger unerwünschter Windzug eine Chance bekam.
      Wirklich böse war sie Andvari natürlich nicht, aber so rüde geweckt zu werden, zerrte selbst an dem sanftesten Gemüt.
      "So? Du findest das also komisch?", fragte Viola.
      Der Unterton in ihrer lieblichen - zu lieblichen - Stimme ließ nichts Gutes erahnen. Mit einem Grinsen drückte sie ihre Lippen gegen den markanten Schwung seines Kiefers. Viola wanderte zielstrebig hinauf in Richtung des geschwungenen Elfenohres, wobei sie sich nahezu verführerisch noch enger anschmiegte.
      Etwas blitzte Unheilvoll in den grünen Augen auf.
      Ohne Vorwarnung und mit einem selbstzufriedenen Grinsen auf den Lippen, schob sie ihre Beine näher zu Andvari, als wollte sie sich ernsthaft erneut über seine Hüften schwingen. Allerdings geschah gerade das nicht.
      Stattdessen presste sich eisige Füße, deren Zehen mehr Ähnlichkeit mit Eiszapfen besaßen, an seine Schenkel.
      “We all change, when you think about it.
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      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari grinste noch immer breit als sie zu ihm kam.
      Und so angenehm die kühle Haut der Heilerin war, es musste eisig draußen sein. Sachte legte er einen Arm um sie und drückte sie an sich auch wenn er kurz unter ihrer eisigen Nase zusammen zuckte.
      "Wirklich?", fragte er noch immer feixend während er nach ihr greifen wollte, hatte sich sein Körper nach den wenigen Stunden SChlaf bereit von der vorabendlichen Ertüchtigung erholt. Seine Hand legte sich markant auf ihren Hintern während er ihren kalten Körper an sich zog.
      "Ja, ein wenig finde ich das komisch ehrlich gesagt", sagte er und kratzte sich mit der Rechten an der Nase und rieb sich den Schlaf aus den Augen.
      Er bemerkte nicht einmal den lieblichen Unterton ihrer Stimme. All seine Sinne waren darauf ausgelegt, die wohlig geformten Rundungen seiner Liebsten zu erspüren und nicht einmal im Traum wäre er darauf gekommen, ihre Beine zu beachten, die einen verführerischen Gang gingen.
      "Liebste, denkst du wirklich wir soltäääääääääääääääääääääääääääänHEILIGEBÄUMEUNDVERFAULTEKLÖTEN!"
      Die Stimme brach eher aus ihm heraus als er wollte, aber bei dem Kontakt ihrer Füße fühlte er sich als tauchte er seinen Unterkörper in das Eis des Nordens. Zappelnd und ausweichend versuchte er aus der lieblichen Umarmung zu entgleiten und schaffte es nicht. Es ließ sich nichts machen. Diese Frau hatte sich wie eine Spinne um ihn gelegt und ihn an jeglicher Bewegung gehindert. Bewundernswert, wenn er nicht gerade dabei wäre, den Kältetod zu sterben.
      "Ja gut gut, ich habe es verstanden! Tut mir leid!", rief er lachend und verscuhte sie von sich zu schieben. "Bitte Gnade!"

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    • "Oh, entschuldige," säuselte Viola. "Hab ich dich unterbrochen? Sprich weiter, Liebster."
      Sprichwörtlich wurde Rache am besten kalt serviert. In diesem Fall, eiskalt durch die Zehen, die sie spielerisch krümmte und nachdrücklich in die warme Haut drückte. Während das Gefühl in die Füße zurückkehrte, betrachtete Viola äußerst amüsiert den Elf unter sich. Wie ein zappelnder Fisch auf dem Trockenen, wand sich Andvari hin und her. Der Versuch sie letztendlich abzuwerfen, blieb von wenig Erfolg gekrönt. Das glucksende Kichern der Heilerin erwuchs zu einem ausgewachsenen Lachen.
      Nach ein paar Augenblicken schien die kichernde Frau ein Einsehen zu haben und zog die Füße, unfreiwillig aufgewärmt durch den Elf, zurück. Sichtlich zufrieden mit sich und ihrem Werk wischte sich Viola eine Lachträne aus dem Auge und war mittlerweile hellwach. Ebenso wie Andvari, der sich von dem Schreck lachend erholte.
      Eigentlich sollte jeder morgen so ausgelassen beginne, dachte die Heilerin.
      Die Decke sicherheitshalber noch über ihrer beider Körper gelegt, schob Viola schließlich ein Bein über seine Hüfte und setzte sich ein wenig auf.
      Neckend gesellten sich ihre ebenso kühlen Hände in das Gewirr aus Gliedmaßen und schoben sich eindeutig über seine Rippenbögen hinauf. Es war unglaublich welche Hitze der Elf ausstrahlte. Die Verlockung sich an seiner starken Brust zu vergraben, war beinahe unwiderstehlich. Aber eben nur beinahe.
      "Aber nur, weil du mich so nett bittest.", schmunzelte Viola auf seiner Hüfte und neigte sich schließlich hinab, um einen versöhnlichen Kuss von seinen Lippen zu stehlen. Der Kuss dauerte ein wenig länger, als sie beabsichtigte. Die Versuchung war einfach zu groß.
      Der Tag war noch fern und unter den geliehenen Räumlichkeiten herrschte noch schläfrige Stille. Bei dem Wetter verirrte sich in den frühen Morgenstunden eh niemand in die Taverne.
      Seufzend lehnte sie ihre Stirn gegen Andvaris.
      "Nicht, dass ich nicht liebend gerne noch Stunden hier liegen könnte.", murmelte sie und ließ ihre Fingerspitzen von den Rippen hinab über seinen Bauch tanzen. Die Nasenflügel erbebten unter einem tiefen Atemzug. "Aber wir brauchen ein Bad. Dringend."
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    • Andvari entließ noch ein paar regelrechte Schreie, die mehr Lachen als Erschrecken waren und versuchte sich weiterhin aus der eisigen Umklammerung zu befreien.
      Die Nacht erhob sich langsam dem Tage entgegen und so langsam vergrub sich die bläuliche Kälte des Nachthimmels und wich einem zarten Rose, während er die wohlige Wärme ihres Unterleibs gegen die Kälte ihrer Beine abwog. Wahrlich ein Wechselspiel der Gefühle. Erst als sie die Füße etwas beiseite zog, blieb er mit ausgestreckten Armen auf dem Rücken liegen und grinste schwer atmend. Erst danach legte er lächelnd seine Hände auf ihre Oberschenkel und anschließend wenig ritterlich auf ihre Hinterbacken.
      Der Kuss schmeckte nach der Nacht und einer sengenden Hitze, die sich gleich weiter in seine Extremitäten ausbreitete. Es dauerte zu lange. Unwissend, dass sie den gleichen Gedanken hatte, drückte er seine Lippen weiter auf sie bis er glaubte, das Gefühl darin zu verlieren. Die Stille um sie herum und auch die Tatsache, dass sie noch zeit hatten.
      Schelmisch stahl sich ein Grinsen auf seine Wangen und er sah sie eindeutig nicht mehr schuljungenhaft an.
      "Also....", murmelte er und fuhr ihr mit einem Finger durch die Haare, um sie hinter ihren Ohren abzulegen. "Ich komme sehr gerne mit dir in den Zuber, wenn du möchtest. Aber du glaubst nicht wirklich, dass du mir nochmals entkommen kannst, oder? Außerdem..."
      Mit einer schnellen Bewegung drehte er sie auf den Bauch und schwang sich selbst recht galant über sie. Durch die Drehung presste die Decke ihre Körper enger aneinander als beabsichtigt und das feixende Grinsen wurde zu einem vielmehr anzüglichen.
      "Wenn wir es eh nötig haben...Sollten wir es auskosten, findest du nicht?"

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    • Das schelmenhafte Funkeln in den Bernsteinen verhieß nichts Gutes.
      Und das Grinsen milderte den Eindruck nicht, dass Andvari gerade etwas ausheckte. Etwas, das dafür sorgte, das keiner von ihnen tatsächlich in den nächsten Minuten einen Fuß in den Badezuber im Nebenraum setzte. Viola öffnete den Mund zu einem Protest.
      Am Ende war es ein seltsamer Laut zwischen ungläubigem Lachen und überraschtem Aufschrei, der sich den Weg auf ihrer Kehle suchte. Das altersschwache Bett ächzte und protestierte unter der ruckartigen Bewegung.
      Mühevoll zog die überrumpelte Frau die eigenen Arme unter dem Körper hervor, die bei der unerwarteten Drehung begraben worden waren. Über ihren Nacken kroch eine bezeichnende Röte, die langsam die Wangen eroberte. Das vertraute Gewicht von Andvari drückte ihren Körper bäuchlings in die von der Zeit ergrauten Laken. Der Gesichtsausdruck konnte als vorwurfsvoll gewertet werden, als Viola über die Schulter zu Andvari blickte, wobei sie das rötliche Haar bei der Kopfbewegung schwungvoll über ihre Schulter zurückwarf.
      Einzelne Strähnen fielen ihr dabei in die blitzenden Augen.
      Der durchaus selbstzufriedene und schließlich anzügliche Blick in Andvaris Gesicht sorgte für einen heißen und zugleich kalten Schauer, der die gesamte Wirbelsäule hinab lief.
      "Du! Du bist...", setzte Viola an und spürte im gleichen Augenblick, wie eindeutig sich der Elf gegen ihren Leib drückte.
      Die Heilerin schluckte trocken und die Finger gruben sich sachte in das zerwühlte Laken.
      Nun gut, dachte Viola, das Spiel konnten Zwei spielen. Obwohl sie das Gefühl nicht loswurde, dass der Elf am heutigen Morgen so oder so den Sieg davon getragen hatte. Und wenn sie wirklich ehrlich war, war das nicht die friedlichen Morgenstunden, die sie sich so oft gewünscht hatten?
      Prüfend streckte Viola in einem geschmeidigen Bogen den Rücken durch wie eine sich räkelnde Katze. Unmissverständlich reckte sie sich ihrem Liebsten entgegen. Mit jeder Sekunde, die sich sein Körper an ihren drängte, gefiel ihr dieser Alternative zu einem sofortigen Bad immer mehr.
      Unter gesenkten Augenlidern hindurch, sah sie zu ihm auf.
      "Je länger ich darüber grüble, umso verlockender klingt deine Idee..."
      “We all change, when you think about it.
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    • Zugegeben, es war nicht die beste Drehung, die er jemals angezettelt hatte.
      Der vorwurfsvolle Blick hätte ihn eigentlich einschüchtern müssen, aber stattdessen zauberte es ein Lächeln, anzüglicher als das vorige auf sein Gesicht, während seine rechte an ihre Hüfte fuhr. Die Haut war herrlich weich und warm unter seinen Händen als er seine Hand etwas fordernder in ihr Fleisch drückte.
      "Ich bin?", fragte er nun selbst mit einer süßlichen Stimme, während er sich leicht vorbeugte um ihren Nacken zu küssen.
      Er lag so herrlich entblößt vor ihm, es wäre eine Schande gewesen dies außen vor zu lassen. Seine Zunge fuhr zunächst über die zarte Haut, die sich so herrlich rötete und versiegelte die Kälte mit einem kurzen Kuss darauf erneut.
      "Ich bin...vielleicht ein ziemlich bedürftiger Elf...", murmelte und setzte einen weiteren KUss, etwas höher, genau hinter ihr Ohr. Seine linke Hand fuhr beinahe vorwitzig ihren Rücken entlang und legte sich um ihren Bauch, um gleichsam in Richtung ihrer Leibesmitte zu wandern.
      "Vielleicht bin ich auch einfach nur begeistert von dir...", flüsterte er in ihr Ohr und lächelte, ehe er bemerkte wie sich Viola ihm entgegen streckte.
      Und das war ein großer Fehler. Nicht von ihrer Seite aber als sie ihr Gesäß an seine Hüfte drückte, reagierte sein Körper wie vom Blitz getroffen und er gewann Blut an entsprechenden Stellen hinzu. Nicht, dass diese noch etwas mehr gebraucht hätten.
      "Täusche ich mich oder findest du dies tatsächlich eine gute Idee?", fragte er grinsend und schob seine Hand weiter nach unten vor, biss er die feuchte Hitze wieder fand, die er gesucht hatte.

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    • Die frostige Kälte vergaß Viola binnen von Sekunden.
      Federleichte Küsse suchten einen Weg den Hals hinauf und ihr Körper, dieser verdammte Verräter, reckte sich den zarten Berührungen willig entgegen. Eine heiße Zunge folgte ohne Umschweife und Viola schloss unter sinnlichen Liebkosung die Augen. Ein zittriger Atem verließ ihre Lippen und fast hätte sie die geflüsterten Worte völlig vergessen, die darauf folgten. Die Frage stellte sich, wer wirklich der Bedürftigere von ihnen war. Andvari, der sie mit seinem Gewicht auf verführerische Art in das Bett drückte oder Viola, die allzu sehr entgegen reckte und jeder neue Berührung sehnsüchtig erwartete.
      Die verglommene Glut der Nacht erblühte erneut zu einem schwelenden Feuer unter ihrer Haut und suchte sich einen Pfad durch ihre Venen bis zum Mittelpunkt ihres Leibes, wo sie ein erwartungsvolles Zucken verspürte. Ihr Körper erinnerte sich ohne Zweifel an die Freuden, die der Elf ihr vor wenigen Stunden bereitet hatte.
      "Du bist...", begann Viola mit der Antwort und verschluckte den Satz mit einem zarten Keuchen, als eine suchende Hand das ersehnte Ziel fand. "...sehr von dir überzeugt."
      Ein Wortlaut, der bar jeder Ernsthaftigkeit im Zusammenspiel mit ihrem beschleunigten Atem, jede neckende Wirkung augenblicklich verlor. Nicht, dass sie einen Vergleich vorweisen konnte, aber das war auch nicht von Nöten.
      Viola sah sich außerstande ihre zuckenden Beine unter sich zu bringen, da Andvari auf ihr thronte. Mit Haut und Haar war sie ihrem Geliebten ganz und gar aufgeliefert, ein Gedanke, der ein erregtes Prickeln direkt zwischen ihre Schenkel schickte.
      Früher hätte ihr der Gedanke Furcht bereitet, aber das bedingungslose Vertrauen in den Elf und die vernebelnde Lust, ließen keine Zweifel zu.
      Keuchend bog sie den Rücken durch und hob ihr Becken etwas von der Matratze, wobei sie Andvaris Hand mehr Freiraum zugestand und gleichzeitig mehr unabsichtlich ihr Gesäß fester gegen die anzügliche Härte schmiegte.
      Viola schlug die Augen auf und warf einen feurig anmutenden Blick über ihre Schulter. Erstaunlich welche Ausdrücke der Elfenprinz der gewöhnlichen besonnenen und zurückhaltenden Frau entlocken konnte.
      "Ist es das?", hauchte sie. "Eine gute Idee? Irgendwie bin ich mir noch nicht ganz sicher...",hauchte sie.
      Das wölfische Grinsen sprach Bände.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari musste zugeben, dass er kurzzeitig einen Zweifel auf die Reise schickte.
      Er begrub Violas Unterleib unter seinem und drückte ihn mit der Decke in die wohlig warmen Laken. ZWeifel stoben auf, als er an ihre Historie dachte und kurzzeitig wollte er ich erheben, um ihr Raum zu geben. Auf der anderen Seite spürte er die Resultate ihres neckischen Spieles an den Spitzen seiner Finger, als diese das weiche Fleisch ihrer Mitte erreichten. Offenbar gefiel es ihr...Er hoffte es zumindest.
      "Vielleicht bin ich das", grinste er an ihrem Ohr und kniff zart in das Ohrläppchen, ehe er sich wieder erhob und sein Spiel forttrieb.
      Auch ein Elfensoldat hatte nicht die Bauchmuskeln die ganze Zeit über nur auf seine Hüfte stützt auf ihr zu liegen. Als sie ihren Blick über die Schulter warf....
      Und ihr Teufel aus dem schwarzen Meer, was war das für ein Blick. Es war das erste Mal, dass Andvari glaubte, wenn sie ihn länger derart ansah, brauchten sie das Spiel nicht zu beginnen. Er würde sich selbst umgehend entladen und hätte nur noch schmutzige Laken zu waschen, wenn der Tag hereinbrach. Dazu fühlte er ihr Gesäß, das Wunderbare, an seiner Körpermitte und fühlte sich kurzzeitig nicht im Stande auch nur etwas zu sagen. Er öffnete den Mund und es entlockte ihm nur ein leichtes, grummelndes Atmen, als er die Hand von ihrer Mitte nahm.
      Was hatte er nur getan?
      Sachte stützte er seine linke Hand auf das Laken, nahe ihres Kopfes auf und sah sie brennend an, während er sich mit der Rechten zwischen die Leiber griff und sich selbst positionierte. DIe Hitze, die ihn empfing war sengender als die Feuer von Udun und er selbst hatte das Gefühl, dass dies nur ein schnelles Vergnügen war.
      "Vielleicht eher jetzt?", flüsterte er mit aller Contenance, die aufbringen konnte und grinste anzüglich.
      Erst danach schob er sich langsam in sie hinein, während er versuchte, ihr nicht zu viel des Atems und des Platzes zu rauben. Obwohl es schwer war, nicht nach dem ersten Eindringen direkt die Kontrolle zu verlieren.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Atemlos vergrub Viola das glühende Gesicht in der Armbeuge.
      Zuvor entlockte ihr der zarte Biss an ihrem Ohr ein überraschtes Kieksen und erstickte jegliche Erwiderung bevor der Verstand überhaupt Silben formen konnte. Ein kühler Luftzug streichelte über ihren Rücken und ließ die Heilerin erschaudern, als der Elf sich aufrichtete. Dort, wo ihre Körper förmlich ineinander verschmolzen ohne die letzte Schwelle zu überschreiten, kam ihr die Hitze umso stärker vor. Wohlig seufzend schob sich Viola den streichelnden Fingern entgegen und belohnte Andvari für seine Mühen mit den lieblichsten Lauten, zu denen ihre Stimmbänder fähig waren.
      Mit verträumten Blick schlug sie blinzelnd die Augen auf, als das Laken neben ihrem Kopf etwas unter dem Druck einer sich aufstützenden Hand neigte und blickte unter unfassbar, langen Wimpern zu ihrem Geliebten auf. Sie wusste, was als nächsten passierte und hielt erwartungsvoll die Hüften still. Der verheißungsvolle Druck zwischen ihren Schenkeln wuchs sekündlich an und die geflüsterte Frage des Elfen, ging in dem Rauschen unter, das ihre Ohren erfüllte.
      Unbewusst hielt Viola den Atem an.
      Quälend langsam schob sich Andvari in den willigen Leib und die keuchende Frau unter im drückte ihre Stirn gegen seinen Unterarm. Und sie war dankbar für sein bedächtiges Vorgehen, obwohl es ihn sicherlich jeglichen Funken Selbstbeherrschung kostete. Durch die gewölbte Haltung ihres Körper, der Rücken geformt in ein sachtes Hohlkreuz, und den nicht vertrauten Winkel seines Eindringens, presste das intensive Gefühl ihr förmlich die Luft aus den Lungen. Unruhig zuckte die Hand neben ihrem Kopf über die warmen Laken und grub sich schließlich haltsuchend in den ohnehin zerknitterten Stoff angesichts der lusterfüllten Welle, die über ihr zusammenbrach.
      Das Gefühl, das sie durchströmte, war überwältigend und mit Nichts auf der Welt zu vergleichen.
      In dem Augenblick, als die Hüften des Elfen sich fest und ohne einen Luftzug Platz dazwischen gegen die Rundungen ihres Gesäßes schmiegten, opferte Viola einen ihrer stützenden Arme und griff nach hinten. Der Arm war gerade lang genug um ihre Fingerspitzen in den festen Muskel seines Oberschenkels zudrücken.
      Der beschleunigte Herzschlag erklang selbst in den eigenen Ohren besorgniserregend, während stoßweise der Atem ihre Lippen verließ.
      Sie fühlte nichts außer Andvari, der sich tiefer den je in ihrem Leib vergraben hatte. Jedenfalls glaubte sie das.
      Als sie die schwebende Anspannung nicht mehr ertrug und ein erregtes Beben ihren Körper erfasste, schob sie die Hüften etwas zurück.
      Die seichte Bewegung entlockte Viola ein erneutes, zartes Keuchen. Auffordernd drückte ihre Hand an seinem Oberschenkel fester zu.
      Nicht fähig ein sinnvolles Wort zu formen, nickte sie und schmiegte dabei ihre glühende Wange in das Laken.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Fehler über Fehler, dachte Andvari lüstern, während er sie unter sich beobachtete.
      Diese Augen, dieser Blick...Was war mit der schüchternen Viola geschehen? Für einen Moment hatte er die Befürchtung eine unsichtbare Grenze zu überschreiten wenn er sie so nahm, aber offenbar gefiel es ihr und die Angst erschien nicht vorhanden.
      GErade als er dachte, das Gefühl könnte nicht intensiver werden übermannte ihn diese wohlige Wärme, die ihn regelrecht in den willigen, zitternden Leib unter sich zog. Einem Mahlstrome gleich fühlte er sich hineingezogen und festgehalten, als sei dieser der Ort, wo er sein sollte. Und nirgends anders.
      für einen Moment musste er die Augen schließen, denn der Anblick des zitternden, nackten RÜckens unter ihm wirkte wie eine berauschende Droge auf ihn. Er hatte ohnehin schon das Gefühl, regelrecht platzen zu müssen. Gerade wollte er sich dem brüllenden Verlangen seines Leibes hingehen und in den entsprechenden Rhythmus verfallen, da spürte er eine Hand an seinem Oberschenkel. Eine Hand die ihn um Einhalten bat. Und die seinen eigenen Leib davor rettete, sich in einer gewaltigen Explosion bereits jetzt in der Frau zu ergießen.
      Schwer atmend betrachtete er Viola und küsste ihren Nacken geduldig. Er musste sich ablenken. Aber wollte nicht an anderes denken als die Frau unter ihm. Erst als er das Nicken wahrnahm nickte er auch er ungesehen und seufzte. Schwer atmend und konzentriert zog er sich ein Stück aus ihr hinaus um sich mit einem schweren Seufzen wieder in ihr zu versenken.
      Erst langsam, dann immer wieder ein wenig schneller werdend, jedoch niemals so gewalttätig dass es ein hemmungsloses Nehmen war. Er spürte die Frau unter sich intensiver als jemals zuvor. Erst langsam und bedächtig, schließlich hart und pulsierend stoben die goldenen Venen wieder an die Oberfläche und pumpten wieder Leben durch ihn.
      Die Hand die ihn stützte suchte ihre Hand, die das Laken umkrampfte und legte sich auf sie, suchte nach den Lücken der Finger. Er wollte bei ihr sein, ganz Ihres sein.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Ein vertrautes Gefühl erfüllte Viola.
      Der lockende Ruf einer unergründlichen Magie, die sie selbst in tausend Jahren nicht vollständig begreifen würde und doch war sie zu einem wesentlichen Teil ihres sterblichen Daseins geworden. Eine raue Hand schob sich über ihre und augenblicklich entspannten sich die verkrampften Finger und erlösten das ergraute Laken von ihrem klammernden Griff. Finger, die sich zart und dennoch fest zu einer Verbindung verwoben und den Gedanken erweckten, sich nie wieder trennen zu können. Eine unscheinbare Geste, die ihr Herz vor Zuneigung überquellen ließ.
      Viola schlug die Augen auf ohne die Erinnerung, sie überhaupt geschlossen zu haben.
      Über ihren Handrücken tanzte das antwortende Echo ihrer eigenen Aura wie ein erwachendes Feuer unter der dünnen Haut. Ganz langsam sickerte die Magie an die Oberfläche, reckte und streckte sich, bis sich ihre Auren endlich berührten. Ein winziger Berührungspunkt reichte aus und die zuvor spurlosen Windungen auf ihrem Körper glühten auf, genährt durch die Kräfte des Lichtrufers.
      Verschlungene Muster wanderten über ihren gewölbten Rücken und ließen die Heilerin erbeben. Das Gefühl der vergangenen Nacht rauschte ungebrochen durch ihren Körper, die Empfindung sich auf jeglicher Ebene zu vereinen. Sie konnte das Sehnen des Elfen spüren, der Wunsch ihr nahe zu sein.
      Es war leicht seinem Rhythmus zu folgen und den schneller werdenden Bewegungen seiner Hüften mit einer geschmeidigen Wölbung ihrer eigenen entgegen zu kommen. Beinahe jeder Vorstoß entlockte Viola ein genüssliches Seufzen, bis aus den sanften Lauten ein erregtes Keuchen erwuchs. Die Hand an seinem Oberschenkel übte jedes Mal einen leichten Druck aus, sobald ein Eindringen eine heiße Welle aus Verlangen ihre Wirbelsäule hinaufschickte. Die Linien glühten und schimmerten bei jedem Spiel der zarten Muskeln in ihrem Rücken.
      Viola wisperte leise Worte, die für gespitzte Ohren verdächtig nach dem Namen des Elfenprinzen klangen.
      Der Wunsch ihn anzusehen drängte sich auf und das Verlangen ihn zu küssen.
      Ohne die Hände voneinander zu lösen, drehte Viola leicht den Oberkörper, soweit es ihr möglich war und führte die Hand von seinem Bein hinauf zu seinem Gesicht, bis ihre Fingerspitzen federleicht seine Wange berührten. Die angedeutete Drehung ihres Körper zwang ihren Rücken noch stärker in die gesenkte Wölbung ihres Kreuzes. Sie konnte ihn nicht zu sich ziehen, aber hoffte, dass ihr Blick für sie sprechen würde.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Ihr Bäume Götter und Monstren unserer Seele, dachte Andvari während er immer mehr Mühe hatte, seinen Leib zu zähmen.
      Immer wieder drückte sich seine Härte mit einer traktierenden Gewalt an ihr weiches Gesäß und versenkte sich in einem immer wiederkehrenden wundersamen Rhythmus aus wohliger Wärme und dem Gefühl einer Enge, das er nicht in tausend Zeilen hätte beschreiben können.
      Ihre Auren verschlangen einander und erneut fühlte er diese Nähe, diese wohlige Wärme und das schauernde Zittern seiner Beinmuskeln, die seinen Leib in einiger Höhe hielten, damit sie nicht auch noch sein Gewicht tragen musste. Und diese Geräusche...Er fand es bewundernswert, dass die Heilerin noch die Kraft besaß, derartige liebkosende Worte heraus zu pressen, während er nur noch in ihrem Nacken keuchte und mit seiner Aura Verbindungen knüpfte, die sich wie ein Nervenzentrum durch ihren ganzen Körper zogen.
      Der rhythmische Druck auf seinem Oberschenkel war der Kontrolle nicht förderlich, wünschte er sich mehr von ihren Berührungen. So viel mehr.
      Erst danach hörte er die leise gewisperten Worte von ihren Lippen und erstaunte nicht schlecht, als er es vernahm. Nie hatte jemals Jemand seinen Namen derart romantisch und verlangend gewispert, sodass er kaum an sich halten konnte, ehe das rhythmische Zucken seines Unterleibs ihn ablenkte. Mit jedem letzten Stoß den er setzte, schoss eine Woge seiner Aura durch beide Körper und aktivierte sämtliche Nervenenden auf seiner Seite, sodass ihn eine schwunghafte Gänsehaut überfuhr, ehe er sich der stummen Aufforderung beugend, zu ihr herabsenkte und ihren Kopf mit seiner Hand leicht stützte.
      Als sich ihre Lippen zu einem Geflecht verwoben und ein letzter, gravierender Stoß durch ihre Leiber fuhr, schoss ebenfalls ein gewaltiger Stoß der Aura durch ihre beiden Körper, ehe das Licht von seiner Seite erlosch.
      Lediglich sein zuckender Unterleib und dem was sich in Viola ergoß, zeugte noch von der Leidenschaft, die sie beide erfüllten.
      Schwerfällig und ungalant ließ er sich an ihre Seite fallen und lockerte die Decke um ihre Leiber, während er sie keuchend ansah.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Die Ley-Linien erblühten unter dem wärmenden Licht zu den wunderschönsten Mustern auf der Haut.
      Viola spürte die pulsiernde Hitze bis in den allerletzten Winkel ihres Körper. Ein durchdringende Gefühl, dass die Heilerin vergaß an welcher Stelle Andvari begann und sie aufhörte. Bruchstückhafte Fragmente von Empfindungen und Gedanken, die nicht ihrem Verstand entsprungen waren, verschmolzen mit den eigenen Gedanken zu einer seltsamen und gleichzeitig natürlichen Einheit. Ein Widerspruch, der ledigleich innerhalb der Verknüpfung ihrer Auren wirklich einen Sinn ergab.
      Zwei, die eins waren. Ein Ganzes, geformt aus Zweien.
      Jede Woge sandte einen berauschenden Schauer durch ihren gesamten Leib und Viola vergaß ein weiteres Mal an diesem Morgen, wie Atmen funktionierte. Es glich einer Erlösung, als der Elf sich bedächtig hinab beugte und dem Sehnen seiner Liebsten nachkam. Eine Hand legte sich haltend an ihren Kopf und erleichterte ihr die schwebende Haltung. Auf liebliche und vertrauende Weise drückte die seufzende Frau die Stirn an die ihres Gliebten, ehe sie endlich den ersehnten Kuss erhielt.
      Die leidenschaftliche Berührung brachte den nötigen Funken, damit ihre Lungen das Atmen wieder aufnahmen.
      Andvari verging in Zuckungen während sich spürbare Hitze in ihren Lieb ergoß. Ein letztes Mal zwang die junge Frau die angespannten und brennen Muskeln ihres Rückens Gehorsam auf und drückte sich dem finalen und erlösenden Stoß entgegen.
      Ein überwältigter Laut, die Grenze zwischen zarten Seufzern und einem gebrochenen Keuchen verschwommen, floss durch geöffnete Lippen und verging im Kuss. Andvarie Aura hüllte sie Woge um Woge ein, bis das Licht verlosch und eine angenehme Schwere ihrer Glieder zurückließ. Wie Nachhall seiner Aura, der unter ihrer Haut verglühte, flackerten die Ley-Linien wie das sterbende Licht einer Kerze noch einmal auf, ehe auch sie erloschen.
      Das Bett knarrte besorgniserregend unter dem wenig galanten Manöver des Elfen, der schwer zur Seite fiel.
      Viola drehte sich schwerfällig auf die Seite, als sie etwas aus dem Gefängnis der umschlingenden Decke befreit wurde. Ein Ächzen, das jedoch von einem zufriedenen Grinsen begleitet wurde, drückte sie ihren Rücken in die klägliche und auf der Seite liegende Version eines Katzenbuckels. Die Muskeln in ihrem Rücken protestierten und ziepten dabei.
      Die Gelegenheit am Schopfe packend, schob sie den Arm des Elfen unter ihren Kopf und benutzte den kräftigen Oberarmmuskel als bequemes Kopfkissen, ehe sie mit einem auch für sie unerwarteten Kichern die Nasenspitze in seine Schulter drückte.
      Das glückliche Hoch ebbte nur langsam ab und erfüllte Viola mit mehr überschwänglicher Glückseligkeit, als sie fassen konnte.
      Diese ganze Geschichte mit der Verknüpfung stieg ihr noch zu Kopf.
      Blind, das Gesicht noch an seiner Schulter verborgen, tanzten ihre Fingerspitzen seinen Hals hinauf und wanderten in den Nacken, wo sie ihre Finger in kreisenden Bewegungen in seinen Haaransatz schob.
      "Denkst du...", begann Viola und räusperte sich aufgrund des brüchigen Klang ihrer Stimme. Das Grinsen drückte sich gegen seine Haut, auch wenn ihre geäußerte Bitte ein Wunschtraum blieb.
      "Denkst du, jemand würde es uns übel nehmen, wenn wir den ganzen Tag einfach hier liegen bleiben?", schmunzelte sie.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Wie einfach es doch war, Glückseligkeit zu finden.
      Nur ein Hauch des Glücks, das sie umfing und das beinahe nicht mehr wirklich brüchig erschien, glitt seiner Seele entlang und ließ ihn keuchend neben ihr zur Ruhe kommen. Sein Herz schlug einen gefährlich schnellen Takt, während sein Unterleib sich auf der einen Seite nach der bisherigen Wärme sehnte, auf der anderen Seite regelrecht in empfindlichen Flammen stand. Der Körper auf seiner Seite war so wunderbar eigen und gleichsam berührenswert, dass er sich fragte warum er es nicht eher tat und griff nach ihr.
      Sein Arm unter ihrem Kopf wirkte so bedrohlich während sie wunderschön wie der Morgentau erschien. Während die Sonne langsam hereinbrach und zumindest träge Strahlen des Tages mit sich zog, fuhr Andvari ihr durch die verschwitzten Haare und rückte etwas näher heran.
      Während er über ihre Haut streichelte betrachtete er hemmungslos den nackten Körper der Frau, als sei es das rettende Wasser in der Wüste. Er wollte sie so viel mehr berühren, so oft und die ganze Zeit. Man konnte den Elfen durchaus für aktiv halten, aber er selbst kannte diese lüsternen Gedanken nicht. War er doch recht keusch und regelsam aufgewachsen, aber diese Frau holte all dies aus ihm heraus bis er sich nicht mehr im Stande fühlte, anders zu denken.
      Sachte und vorwitzig glitt seine Hand an ihren Hals und streichelte den Schwung ihrer Haut hinab bis hin zu ihrer Brust, die ihm entgegen lugte.
      "ICh denke", begann er und stockte ebenso grinsend. Seine Stimme klang wie ein tiefes Reibeisen. "Ich denke, dass sie es täten. Aber ich würde es in Kauf nehmen, wenn wir das hier noch mindestens vier mal tun."
      Götter, wie Ambitioniert.
      Als würde er das schaffen. Er fühlte sich regelrecht ausgepresst und wusste nicht einmal wie er hieß und forderte bereits die nächste Runde.
      "Ich glaube jedoch, dass wir nicht umhin kommen, uns zu säubern und alsdann ans Werk zu gehen, Liebste", flüsterte er und küsste sie auf die Stirn.
      "Und ich kann mich nicht mal bewegen", kicherte er dann und wies auf seine Oberschenkel, die wie tot auf der Seite lagen.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Eine wohltuende Trägheit umfing Viola und allein der rauchige Klang seiner Stimme zauberte ein Lächeln auf ihr Gesicht.
      Die einzigartige und tiefe Klangfarbe kroch bis unter die Haut und löste ein Gefühl von vollkommener Geborgenheit aus. Eine Tonlage, die lediglich in den frühen Morgenstunden erklang bevor die Sonne den weiten Horizont für sich eroberte. Geflüsterte Worte in der Morgendämmerung in der entspannten Wärme eines Bettes, die nur für ihre Ohren allein bestimmt waren und sie liebte jede einzelne Facette davon.
      Versteckt an seiner Schulter folgten die Augen den vorwitzigen Fingerspitzen, die über ihre Haut glitten und einem Pfad folgten, den nur Andvari kannte. Unter gelösten Atemzügen hob und sank ihre Brust in einem gleichmäßigen Takt, der einen Augenblick lang aus dem Rhythmus stolperte, als der Elf über die zarte Wölbung ihrer Brust streichelte. Viola küsste die warme Haut seiner Schulter und ließ den Kopf ein wenig in den Nacken fallen, um einen Blick in sein Gesicht erhaschen zu können.
      Ein Blick in das verglühende Feuer der bernsteinfarbenen Augen und die Frau war hilflos in ihnen gefangen. Langsam löste sie die Hand aus seinem Nacken und ließ die Fingerspitzen über den Schwung seines Kiefers wandern, von der Stelle unter dem Ohr bis hin zu seinem Kinn. Die kratzige Struktur der dezenten Bartstoppeln fühlte sich gut unter ihren Fingern an.
      Nachdenklich zog Viola die Augenbrauen zusammen und konnte das breite Grinsen auf den Lippen nicht zurückhalten. Die Vorstellung weitere - wirklich ambitionierte - viermal die ohnehin ruinierten Laken zu zerwühlen, klang durchaus sehr verlockend.
      Das Krähen eines einsamen Hahnes vor dem Fenster erinnerte die Heilerin jedoch an den Beginn des neuen Tages und die damit verbundenen Pflichten, die ihnen unfreiwillig auferlegt waren. Dennoch wollte sich das Grinsen einfach nicht aus ihrem Gesicht wischen lassen.
      "Viermal?", wiederholte sie das hochgesteckte Ziel lachend. "Danach wirst du mich tagelang von einem Ort zum anderen tragen müssen, mein Herz. Weil ich im Anschluss keinen einzigen Schritt mehr gehen kann."
      Unbeirrt folgten ihre Fingerspitzen einem ganz eigenen Weg, über das Kinn und den bebenden Adamsapfel hinab bis sie ihre Handfläche sanft auf seiner Brust ablegte. Darunter spürte sie den lebendigen Takt seines Herzschlages, der sich langsam beruhigte und einen normales Niveau erreichte. Ein Herz, dass sie mit dem letzten Funken ihres Daseins beschützen würde bis die Schattenseiten der Sterblichkeit ihr Leben einforderten.
      Viola erlaubte sich einen letzten, sehnsüchtigen Kuss von seinen Lippen zu stehlen und atmete noch einmal den wunderbaren Geruch nach Feuer und sommerlichen Laubwäldern ein. Unter dem Geruch von frischem Schweiß und der stickigen von Lust durchtränkten Luft des Zimmers, war es immer noch Andvaris ganz eigener Duft, den sie überall wiedererkannte.
      Seufzend sammelte sie mit aller Selbstbeherrschung die Kraft in ihren Armen und drückte sich in eine sitzende Position. Vorsichtig schwang sie die Beine über die Kante des Bettes und stellte zitternde Füße auf dem kalten Dielenboden ab. Über die Schulter warf sie einen warmen Blick zurück.
      "Ich befürchte, du wirst dich bewegen müssen.", schmunzelte die Heilerin. "Sonst werde ich alleine ein Bad nehmen müssen."

      Die Zeit nahm bekanntlich keine Rücksicht auf die Glücklichen.
      Mit dem Anbruch des Tages erwachte auch das Leben in den vielen Straßen und Gassen der alten Handelsstadt. Obwohl der Schnee noch tobte, hatte der Wind ein wenig nachgelassen, sodass die ersten Bürger ihre Fensterläden öffneten um den grauen Tag zu begrüßen. Ein paar klägliche Sonnenstrahlen durchbrachen das triste Grau und weckten Hoffnung auf frühlingshafte Wärme. Ein Traum, der noch in weiter Ferne lag.
      Tatsächlich wagten sich vereinzelt die mutigsten Kinder auf den Marktplatz, um sogleich noch vor dem Frühstück die erste Schneeballschlacht anzuzetteln. Die Kinder sorgten sich nicht um die Bedrohung, die hinter Dünen aus Pulverschnee lauerte. Gelächter erfüllte schon bald die klirrend kalte Luft und wurde vom Wind in die Stadt hinaus getragen.
      Vor der baufälligen Taverne kehrte eine murrende Schankwirtin bereits den frisch gefallen Schnee vor der Tür davon. Nicht, dass sich noch jemand bei einem unbedachten Schritt ein Bein brach. Das fehlte gerade noch.
      Ein verstohlener Blick glitt zu dem Fenster hinauf, dass sich mit Blick auf den Marktplatz direkt über ihr befand. Wer könnte nach allem, was passiert war einem jungen Paar wie Andvari und Viola einen friedlichen Morgen missgönnen. Wenn sie noch ein paar Jahre jünger wäre...Tilda seufzte und schüttelte grinsend den Kopf.
      Da hatten sich die zwei einfach in der vorherigen Nacht heimlich davon geschlichen. So leicht, würden die beiden ihr nicht davon kommen.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”