[2er RPG] The Lesser Evil [Winterhauch & NicolasDarkwood]

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    • Sylvar grinste verschmitzt und winkte.
      "Als ob ich mir eure Liebeshudelei anhören werde", kicherte er und stemmte sich hinauf. Schwer klackernd stützte er sich auf den Stab und begann seinen Abstieg in die Taverne. Mal sehen was die schöne Wirtin zu trinken zu kredenzen wusste. Immerhin musste er sich daran erinnern, dass er noch eine weitere Aufgabe zu verfolgen hatte, wie er mit grimmigem Blick kundtat, als die beiden anderen in das Zimmer verschwunden waren.
      Sachte schloss er die Holztür hinter sich und seufzte, ehe er eine kleine Kugel mit letzter Kraft aus dem Nichts holte. Sie trug ein rötliches Nebelgewand unter dem Glas und seufzend blickte er in sie hinein.
      "Faolan...", flüsterte er.
      Mit einem Ruck verzog sich der Nebel sacht und ein Gesicht erschien auf dem Glas, während Sylvar sich weiter vom Raum entfernte ohne den Schankraum zu betreten.
      "Bruder...", zischte die Kugel und das jugendliche Gesicht seines Bruders strahlte ihn regelrecht entgegen. "Wie wunderbar von dir zu hören..."
      "Spar dir das!", wisperte Sylvar und blickte grimmig in die Kugel. "Steht unser Handel noch?"
      "Ein Leben für ein Leben", bestätigte Faolan und verzog seinen Mund zu einem Lächeln, das seine dunklen Augen aber nicht erreichte.
      "Beleriand."
      Das letzte Wort war gesprochen und er ließ die Kugel wieder verschwinden, ehe er zum Zimmer zurück sah. Seufzend atmete er aus und setzte seinen Weg nach unten fort.


      Andvari indes betrat an der Hand seiner Liebsten den Raum.
      Und selbst wenn seine Lebensgeister kurz vor Versagen des Dienstes standen, so musste er doch anzüglich grinsen, während Viola Klamotten ablegte. Auch wenn es noch keinem Reiz entsprang.
      Freiwillig ließ er sich das Wams vom verschwitzten Leib ziehen und sah lächelnd auf sie hinab, während seine Hände an der Verschnürung ihres Kleides zu Werke gingen. Sachte gab er darauf acht, sie immer wieder mit den Fingern zu streifen und die Haut unter dem Stoff zu spüren. Die sanfte Wärme...
      Während seiner innigen Umarmung legte er das Gesicht auf ihrem Scheitel ab und sog ihren Geruch ein.
      "Mir geht es gut", murmelte er nuschelnd an ihrem Kopf und lächelte. "Jetzt geht es mir gut...Und du?"

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    • Ohne jeglichen Protest ließ Viola sich an die starke, vernarbte Brust ziehen.
      Die Wange schmiegte sie gegen warme Haut und schloss flatternd die Augenlider während sie den vertraute Note Andvaris einatmete, verborgen unter einem Hauch Schweiß und dem anhaltenden Geruch von Feuer.
      Die Fingerspitzen auf ihrer Haut hinterließen ein Spur aus verheißungsvoller Wärme, die sich durch Hautschichten und Muskeln tief in ihren Körper brannte. Sie wurde nicht müde seine Berührungen auf ihrem Körper zu spüren und gab sich der Sicherheit seiner innigen Umarmung hin. Das anzügliche Grinsen auf seinem Gesicht lösten einen heißkalten Schauer aus, der ihre Wirbelsäule entlang kroch.
      Die Schnüre des Kleides waren gelockert und es bedurfte nur ein kleines Zupfen an der einen Seite und ein leichter Ruck an der anderen, ehe der schwere aber warmhaltende Stoff von ihrem Leib zu Boden glitt. Mit einem leisen Rascheln sammelte sich ein Knäul aus Wolle und Leinen um ihre Füße. Ein schlichtes und hauchdünnes Unterkleid, das nur wenig der Fantasie überließ, verblieb als einziges an ihrem zierlichen Leib, ohne Träger und nur gehalten durch seinen enganliegenden Schnitt.
      Andvaris alter Wams glitt ihr achtlos aus den Fingern, als sie die Arme hob und um seine Rippen schlang. Dabei wanderten ihre Hände zunächst über den Schwung seiner Rippenbögen und schoben sich in seinen Rücken bis sie zwischen den Schulterblättern zu liegen kamen. Ihre Fingerkuppen ertasteten die bereits bekannten Erhebungen und Unregelmäßigkeiten seiner Narben, die zahlreich seinen Körper zierten. Was in den Augen anderer ein Makel war, erzählte Viola die Geschichte eines bewegten Lebens. Jede Einzelne hatte den Elf zu dem Mann geformt, den Viola zu lieben gelernt hatte.
      Unter ihrer Wange pochte das starke Herz und Atem streifte ihren Haarschopf. Sie lächelte obgleich seiner Worte.
      Viola lehnte das Haupt ein kleines Stückchen zurück und hauchte einen Kuss auf eine der beiden neu gewonnen Narben auf seiner Brust. Passend zu ihrer eigenen, deren Verlauf erst tief unter dem dünnen Stoff knapp über ihrer Brust endete.
      "Es geht mir gut, Andvari. Ich bin nicht vor wenigen Stunden fast gestorben. Erneut.", murmelte sie an seiner Brust und doch schwang kein Vorwurf in ihrer Stimme mit. "Ich hab das hier vermisst."
      Sowie ihr Blick sich zu seinem hob, sanken ihre Hände seinen Rücken hinab bis ihre Fingerkuppen den Bund seiner Hose gemächlich entlangfuhren.
      "Vielleicht können wir wirklich eine Weile hier bleiben.", sagte sie. "Ich weiß, dass die Zeit uns davon rennt. Aber Tilda scheint sehr freundlich zu sein und unsere Hilfe hier ist sicherlich etwas Gutes. Und wir könnten einfach ein wenig...leben."
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Der Elf blickte sie an, als sie die Augen und lächelte ein wenig steif. Er war noch nie gut darin gewesen, GEfühle preiszugeben. Es war schwierig, alle Konventionen zu erfüllen, wenn man nicht wusste, was recht war.
      Aber die Aussicht auf eine kurze Atempause brachte ihn auf eine ungeheuer glückliche Art zum Grinsen, auch wenn er es nicht beschreiben konnte.
      Sachte hob er sie kurz aus ihrem Klamottenknäuel zu Boden und setzte sie ein paar Zentimeter daneben wieder ab. Eine unnötige Geste, aber sie brachte den zierlichen, zarten und dennoch weichen Körper näher an seinen und er spürte ihren Leib durch den dünnen Faserstoff des Unterkleides, als läge sie nackt auf ihm.
      Schließlich nickte der Elf, während er seine Hand wie beiläufig an die Verschnürung seiner schweren Lederhose legte. Die Stiefel hatte er bereits abgetreten und halb durch den Raum gefeuert, was wesentlich uneleganter war, als man annehmen mochte.
      "Ja...", murmelte er und nickte. "Das klingt nach einer fabelhaften Idee. Wir könnten eine Atempause gut gebrauchen..."
      Oder eine atemlose Pause. Wie man es auch nahm. Mit zwei schnellen Zügen an der Verschnürung löste sich die Höse und rutschte bis zu seinen Knien hinab, ehe er sie umständlich von sich trat. Sämtliche Stoffe wirkten wie angeklebt, als er sich davon befreite und sich auf das Bett setzte.
      "Ich habe es auch vermisst...", raunte er und nickte. "Sehr sogar..."

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    • Die spielende Leichtigkeit, mit der Andvari ihren Körper vom Boden hob, versetzte sie jedes Mal auf Neue in Erstaunen.
      Als wäre ihr Gewicht nicht mehr als das eines Blattes an einem Zweig. Zumindest lief sie so nicht Gefahr sich in dem Berg aus Kleidungsstücken zu verheddern.
      Die gesamte Länge ihres Leibes schmiegte sich für einen Augenblick an seinen und sie genoss die Hitze seiner Haut durch den zarten Stoff. Bedächtig berührten ihre nackten Füße erneut den alten Dielenboden. Das laute Poltern schweren Schuhwerks erfüllte den Raum und Viola sah den Stiefeln nach, die sich in entgegengesetzten Richtungen im Raum verteilten. Wenig elegant, aber sicherlich eine effektive Methode. Sie trat ein winziges Stück zurück, gerade so viel wie nötig, damit seine Hände den notwendigen Freiraum hatten.
      Grüne Augen verfolgten den Weg des Leders über seine Hüften hinab bis das lästige Kleidungsstück den Boden berührte. Nun konnte sie das Grinsen nicht mehr unterdrücken, als Andvari sichtliche mühe hatte, das unnachgiebige Material von seinen Beinen zu bekommen.
      Der Blick wanderte den Weg zurück seine Beine hinauf, über seinen nackten Leib, den er ohne Scham zur Schau stellte. Erst als der Elf sich von ihr entfernte, schnellten ihre Augen ruckartig nach oben nur um mit der verlockenden Rückansicht begrüßt zu werden. Sie beobachtete das Spiel der sehnigen Muskeln in seinem Rücken und spürte die Hitze ihren Nacken hinauf kriechen, als ihr Blick erneut tiefer fiel. Vermutlich sollte sie endlich damit aufhören, ihn jedes Mal förmlich anzustarren, als würde sie ihn zum ersten Mal nackt sehen.
      Viola reckte das Kinn entschlossen empor und folgte Andvari nur den Bruchteil einer Sekunde später.
      Ihre Beine stießen sachte an seine Knie, als sie direkt vor dem Elf anhielt und auf ihn hinabblickte. Eine Hand fand den Weg zurück in sein schneeweißes Haar. Mit der anderen fasste sie den Saum des Unterkleides und raffte den anliegenden Stoff gerade hoch genug über ihre Oberschenkel, um ein Knie bequem neben Andvaris Hüfte in die Matratze zu drücken. Viola zog das andere Bein nach um sich rittlings in seinen Schoß sinken zu lassen.
      Mit dem Zeigefinger zeichnete sie unschuldig anmutende Kreise auf seiner Brust, ehe sie eine der Narben mit der Fingerspitze Richtung Süden folgte.
      "Was denkst du...wie lange es dauert bis Sylvar den Versuch, Tilda für sich zu gewinnen, für heute Nacht aufgibt?", murmelte sie und blickte unter langen, geschwungenen Wimpern zu ihm auf.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari genoß das Spiel ihrer Leiber.
      Er genoß es genauso, zu wissen, dass sie ihm hinterherstarrte, während er sich auszog und gleichsam zum Bett ging. Als würde er es bewusst darauf anlegen betrachtete er sie grinsend wie sie auf ihn zukam, voll der Eleganz, die ihr inne wohnte. Als wäre sie geboren, eine Königin zu sein, selbst in diesen einfachen Dingen.
      Er sah sie an wie sie vor ihm stand und ihr Kleid raffte. Auch wenn es nur Fetzen der blassen Haut waren, trieben sie ihm die Hitze in die Glieder. Er schluckte einmal und versuchte, seinen Blick gerade zu halten, als sie auf ihm hernieder sank und seine Hände wie automatisch an ihren Oberschenkeln hinauf unter ihr Kleid fuhren.
      "Oh...Ich denke, er wird eine Weile brauchen. Ich glaube nicht, dass Tilda es nicht mochte, dass er sie ansprach. Sonst hätte sie derlei Hinweise nicht gegeben", murmelte ANdvari vor sich hin während seine Hände die weiche Haut entlang fuhren.
      Sachte streichelte er über ihr Gesäß hinfort und blieb an ihrer Hüfte hängen, wo er seine Hände ablegte. Die Frage war nicht wie lange Sylvar brauchte, um von Tilda abgewiesen zu werden. Wenn das überhaupt der Fall war. Es war vielmehr die Frage, wie lange sie brauchten.

      Sylvar indes war die Treppe herab geklommen und hatte sich an einen der freien Plätze an der Theke gesetzt. Es waren immer noch einige Menschen und andere Wesenheiten zugegen. Er nickte einem freundlichen Zwerg zu, ehe er sich zur Bardame wandte, die wie immer die Schönheit in Person zu sein schien.
      "Tilda", rief er und winkte schwach. Eigentlich hätte er fröhlich klingen sollen, doch schwang Bitternis in der Stimme mit. "Bitte...Ein Getränk der Stadt für mich."

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    • Geschäftig eilte Tilda hinter der Theke von einem Ende zum anderen.
      Bei jedem Weg trug sie randgefüllte Krüge und Gläser in den Händen, um diese den durstigen Gästen zu präsentieren. Beleriand mochte ein glanzloses Abbild seiner einstigen Schönheit sein, die belebten Straßen leer und schlammig, aber die Kundschaft blieb nie aus. Allerdings floss der Alkohol zu Hochzeiten um die Laune zu heben und nicht den Kummer darin zu ertränken. Auch das legte sich mit der Zeit. Die Schankdame hatte viele Menschen, Elfen und andere Völkchen kommen und gehen sehen. Viele blieben. Und am heutigen Abend schien die Stimmung freudig und ausgelassen zu sein. Die Ankunft neuer Vorräte trugen sicherlich ihren Teil dazu bei. Die Nachricht über die Neuankömmlinge hatte sich ebenfalls schnell herum gesprochen. Klatsch und Tratsch genoss man am besten zu einem guten Umtrunk.
      Tilda füllte eine ominöse klare Flüssigkeit in kleine Gläser und platzierte diese mit einem lautstarken Knall auf der hölzernen Theke.
      Die Männer, der Kleidung nach scheinbar Jäger, verzogen angewidert die Gesichter. Die Frau mit den graugesträhnten Haaren lachte herzlich, wobei die Lachfältchen an ihren Augen sich noch tiefer in die Haut gruben.
      "Seid ihr Männer oder Mäuse? Runter damit!", rief sie und schlug mit der flachen Hand auf den Tresen. Die Männer gehorchten unter Murren und Grinsen und kippten den Schnaps herunter. Lachend entfernte sich Tilda von den hustenden Jägern. Dem Jüngsten unter ihnen traten sogar die Tränen in die Augen. Im Hintergrund zupfte ein Musiker etwas lustlos auf seiner Laute, was auf den Turm an Krügen zurückzuführen war, die sich als wackliges Konstrukt vor ihm stapelten.
      In ihrem Augenwinkel entdeckte Tilda den Elfenzauberer, der sich einen freien Platz an der Theke gesichert hatte. Die Frau nickte und hob den Zeigefinger, um ihm zu signalisieren, dass er kurz warten musste. Die Hände schnell an ihrer Schürze getrocknet, zog sie eine Flasche aus dunklem Glas aus einem Schrank in ihrem Rücken. Damit kam sie schließlich zu Sylvar herüber.
      "Ah, der Herr Zauberer!", lachte sie und stellte einen einfachen Tonbecher vor ihm ab. "Habt ihr vor den Turteltäubchen reißaus genommen?" Die dunklen Augen funkelten amüsiert im Schein des flackernden Feuers im Zentrum des Schankraumes, ehe sich nachdenkliche Furchen zwischen ihren Augen bildeten. Während sie Sylvars Miene betrachtete, goss sie etwas von dem Inhalt der Falsche in seinen Becher.
      "Beleriand war früher bekannt für seine unzähligen Apfelhaine und für seinen Apfelwein.", lächelte sie, ehe sie sich mit der Hüfte an die Theke lehnte und einen Ellbogen darauf abstützte.
      "Ihr habt einen vollen Magen, ein Dach über dem Kopf und etwas zu trinken. Warum also dieser bittere Ausdruck auf Eurem Gesicht?"

      Viola blickte in leuchtend bernsteinfarbene Augen, die ihr Gesicht fixierten.
      Keine Sekunde lang wanderte sein Blick tiefer, als es seine Selbstbeherrschung gebot. Andvari und seine hochgepriesene Ritterlichkeit strapazierten durchaus die Geduldsfäden. Andererseits gaben die zarten Berührungen seiner Hände und der tiefe Blickkontakt der jungen Frau das Gefühl, mehr zu sein als nur ein zur Schau gestellten Stück Fleisch. Genießend schloss Viola die Augen und wölbte ihren Leib den liebkosenden Händen entgegen. Der hauchzarte Stoff blieb an den Handgelenken hängen und schob sich ganz von allein weiter hinauf, während starke Hände über ihr Gesäß wanderte.
      Viola öffnete die Augen mit flatternden Lidern und sah dem erhitzten Blick ihres Gefährten entgegen.
      Andvari berührte und betrachtete sie wie etwas Kostbares und Zerbrechliches. Ein falscher Blick oder eine zu forsche Berührung und die Frau in seinem Schoß löste sich in Luft auf. Zumindest kam es der Heilerin so vor. Vielleicht war es auch eine tiefverankerte Sorge, dass sie vor ihm zurückschreckte und eine alten Furcht wachrief.
      Die Hand in seinem Haar löste sich aus den seidigen Strähnen und wanderte den angespannten Muskelstrang an seinem Hals herab, über seine Schulter bis beide Hände auf seinem Brustkorb zu liegen kamen. Minimal krümmte sie die Finger, dass ihre Nägel mit sanften Druck über die Haut glitten. Gehalten von den starken Händen um ihre Hüfte lehnte sich Viola vor und hielt wenige Millimeter vor seinem Gesicht inne. Warmer Atem schlug sich auf seinen Lippen nieder, während sie die gleiche Luft teilten. Die Nasenspitze fuhr seitlich an seiner entlang und brachte ihre Münder noch näher zusammen, aber Viola behielt den quälenden Abstand bei.
      "Ich denke nicht, dass gestandene Frau wie Tilda so leicht zu überzeugen ist.", murmelte sie und ein Schmunzeln kräuselte sich auf ihren Lippen.
      “We all change, when you think about it.
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    • Der Erzmagier grinste fesch und hob den Krug, den sie ihm gefüllt hatte. Was auch immer es war, das sie ihm eingeschenkt hatte, es schmeckte wie tausend Morgen unter einem Eichenhain. Und der sanfte Geschmack des Weines kräuselte sich um seine Zunge, während er sie schwach grisnend ansah.
      „Manchmal…“, murmelte er und sah sie offen an, während er kurz darauf wieder in den Becher sah. „Manchmal muss man unliebsame Dinge tun, nicht wahr? Und so ist es auch manches Mal bei mir. Und ja, ich nahm Reißaus vor diesen Liebestollen. Das hält man im Kopf nicht aus…“
      Eine Vorstellung entbehrte sich vollends, da sie ihre Namen mitbekommen hatte und dennoch wirkte das ganze hier so surreal, als hätte er nicht vor ein paar Minuten ihren Aufenthaltsort an den vermutlich grausamsten Zauberer des Nordens verraten. Wie sollte er all die Opfer erklären und vor sich selbst rechtfertigen wenn er kam? Die Raben würden nicht lange brauchen und was tat er dann?
      das alles für ein Leben…
      Kurz schüttelte der Zauberer den Kopf und betrachtete neugierig Tildas Gesicht.
      „Sagt mir…“, begann er erneut und nahm einen weiteren tiefen Schluck. „Lebt Ihr bereits lange hier in Beleriand? Mir erscheint, Euch liegen nicht nur die Einwohner am Herzen, sondern die Stadt selbst.“


      Andvari indes begann zu grinsen als er Violas Worte vernahm, die mit ihren Lippen so nahe bei seinen war. Und doch zögerte er den Moment der Vereinigung ihrer Lippen weiter heraus indem er mit seinen Händen tiefer in ihr weiches Fleisch griff und es bestimmt, aber nicht schmerzend an sich heranzog, direkt auf seine Mitte hin zu.
      Ritterlichkeit in allen Ehren dachte er, aber tief in seinem Inneren sehnte sich eine Bestie nach der Nähe dieser Frau, auf die er bereits so lange verzichten musste.
      Seine Hände fuhren ihren Rücken hinauf und nutzten die Umständlichkeit des Unterkleides aus, es nach oben zu führen und sachte über ihren Kopf regelrecht verschwinden zu lassen, ehe er sich grinsend zu ihr beugte und ihre Lippen endlich mit einem Kuss versiegelte.

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    • "Geboren und aufgewachsen.", verkündete Tilda mit unverfälschtem Stolz und warf das ebenholzfarbe Haar über die Schulter zurück, aus dem die silbernen Strähnen hervorstachen."Dieses bescheidene Etablissement liegt seit Generationen im Besitz meiner Familie. Beleriand ist mein Zuhause und kein Krieg vertreibt mich aus der Heimat. An den Haaren müssten sie mich fortzerren."
      Freimütig zog die Schankdame ein weiteren Becher aus dem Schatten der Theke hervor und goss sich ebenfalls eine großzügigen Schwung von dem betörenden Apfelwein ein. Genüsslich schnupperte sie den Rand ihres Bechers, ehe sie daran nippte.
      "Es leben viele gute Menschen in Beleriand. Und Elfen. Eigentlich mehr Heimatlose Völker, als ich an meinen Fingern abzählen kann. Und ihr habt Recht, es sind nicht nur die fleißsigen und raubeinigen Leute, die mir ans Herz gewachsen sind. Ich bin hier verwurzelte. Es gibt keinen anderen Ort, an den ich gehen könnte.", lächelte Tilda und leerte den halbgefüllten Becher in einem großen Zug.
      Hin und wieder glitt ihr Blick über den gefüllten Gastraum, wie zwei weitere Aushilfen mit gefüllten Krügen und Tabletts von Tisch zu Tisch eilten, um die hungrigen und durstigen Gäste zu bedienen.
      Suefzend wandte sie sich wieder zu Sylvar.
      "Um auf Eure erste Frage zurückzukommen.", begann sie und tippte mit dem Finger auf den Rand ihres Tonbechers. "Ich verstehe Euch, Sylvar. Ich darf Euch doch beim Namen nennen? Aber tun wir diese unliebsamen Dinge nicht oft genug aus dem Grund heraus, die zu beschützen, die uns im Leben wichtig sind?"
      Tilda stützte das Kinn in die Hand und sah Sylvar offen an. Ihr Blick hatte etwas Suchendes, als würde sie hinter seinen Worten eine tiefere Bedeutung vermuten. Jahrzehnte hatten ihr die nötige Erfahrung beschert, das Verborgene zu erblicken.
      "Und dennoch.", sagte sie mit einem schwierig zu deutenden Lächeln auf den Lippen als ahnte sie bereits, dass sie das Ende Beleriands unter ihr Dach gelassen hatte. "Der Weg ins Verberben ist oftmals mit guten Absichten gepflastert."

      Viola spiegelte das Grinsen auf ihren eigenen Lippen und lauerte auf seinen nächsten Zug.
      Sein Atem kitzelte ihr Gesicht und doch rührte sich der Elf keinen einzigen Millimeter, sondern verharrte wie eine in Stein gemeißelte Statue. Nur war sein Leib wesentlich wärmer und nachgiebiger als kalter Fels.
      Die Heilerin schnappte nach Luft, als sich seine Hände tiefer bewegten und fest in ihre Rundungen griffen. Mit spielender Einfachheit hatte Andvari ihren Körper fest gegen seinen gezogen. Ganz von selbst wölbten sich ihre Hüften seinem Leib entgegen und sie drückte die Knie fester in den weichen Untergrund des Bettes. Außerhalb ihre Sichtfeldes verschwand der unliebsame Stoff im Nichts, nachdem sie die Arme beinahe gehorsam über den Kopf gehoben hatte.
      Ein leidenschaftlicher Kuss emfping sie, kaum war der Stoff über ihr Haupt verschwunden. Beide Hände vergrub sie in den weißen Haarschopf und zog Andvari unmöglich noch näher an sich. Atemlos lehnte sie sich etwas zurück und bedachte seine Unterlippe mit einem zarten Biss.
      Einem Rausch gleich fühlte es sich an, deutlich zu spüren, wie sehr der Elf sich nach ihr verzehrte. Gefangen zwischen ihren Körper und der lodernden Wärme zwischen ihren geöffneten Schenkeln. Viola versuchte hörbare Worte zu formulieren, während sie ihre glühende Mitte mit jeder rollenden Wölbung ihrer Hüfte über das erregte Fleisch zwischen ihren Leibern rieb.
      Andvari wartete. Viola spürte die Spannung.
      Die Sehnsucht entflammte mit der Erinnerung an forschende und liebkosende Hände umgeben von dampfendem Wasser.
      Mit einem hoffentlich selbstsicheren Lächeln auf den Lippen, zog sie seine Hand von ihrem Rücken und sah Andvari für einen Augenblick zögernd an, dann schob sie seine Hand ihren Oberkörper hinab, über den Bauch und den Vernushügel hinweg.
      “We all change, when you think about it.
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    • Eine Weile lang hörte Sylvar der durchaus ansprechenden Bardame lächelnd zu während er wieder und wieder den Holzbecher an seine Lippen führte. Der Wein ergänzte den holzigen Geschmack auf eine wundersame Weise und wirkte nicht aufdringlich. Beinahe so wie die Schankdame, die sich ihm so freimütig mit Information zeigte.
      Schließlich lächelte der Elf und mit einem Mal, schien die Haut wie Borke von ihm abzufallen. Elfen besaßen viele Fähigkeiten doch ein jugendliches Äußeres kam mit einem Preis daher. Die Anwendung von Magie erforderte einen hohen Zoll und beinahe wispernd sah er die Frau an.
      "Vergebt mir...ich kann dieses Antlitz nicht mehr aufrecht erhalten..."
      Das Haar wurde grau, beinahe schimmernd grau, während sich die Falten auf seinem Gesicht vertieften und die Augen in ihre Höhlen zurück rutschten. Mit einem Mal blickte ein wesentlich älter dreinschauender Elf zu TIlda hinauf und lächelte schwach. Das Schöne Volk, nicht wahr? Er prostete der Bardame zu und seufzte.
      "Ihr habt Euch ein fantastisches Leben aufgebaut, Tilda. Und ich stimme Euch zu. DAs Dorf ist voll guter Menschen und anderer Völker...Ich hoffe, es wird dies noch lange beibehalten..."
      Er sah ihr offen in die Augen und auch in seinen erkannte man nicht nur Jahrzehnte der Erfahrung. Schweigsam betrachtete er jede Falte in ihrem Gesicht und hätte ihr zu gern geraten, alles Hab und Gut zu packen. Denn bereits in ein paar Tagen würden die Häscher des Dornenprinzen vor der Tür stehen und wie hungrige Hunde über die Stadt herfallen.
      "Manchmal...", murmelte er während er austrank. "Ist eine gute Absicht nicht besser als eine Schlechte."

      Andvari indes betrachtete seine LIebste mit ganz neuen Augen.
      Sicherlich war ihr Körper anregend und die rollenden Bewegungen ihrer Hüfte auf seinem Fleisch wirkten nicht minder anregend für seinen Körper. Es war, als wandele sich sämtliche Muskelstärke mit ein paar Bewegungen an eine gänzlich andere Stelle und ließ diese aufblühen. Während er versuchte, seine Länge in den Griff und damit noch außer Reichweite ihres Zentrums zu halten, führte sie ihn in einen Sinnesrausch, der ihm beinahe das Bett unter dem Hintern fortriss.
      Der Biss in die LIppe und dieses gottverdammte Lächeln im Anschluss ließen ihn wolfsgleich knurren, während sie seine Hand frech zu ihrem Zentrum führte. Als er über ihren Venushügel fuhr (oder besser, gefahren wurde) spürte er anschließen das weiche und warm pulsierende Fleisch ihres Zentrums. Beinahe genauso gierig, wie er ihre Lippen suchte um einen Kuss zu erhaschen, erforschten seine Finger die Wärme ihres Unterleibs, während er beinahe dreist nach einer Zeit des Tastens und Massierends einen Finger in sie schob. Selbst für ihn war dies Neuland.
      Er war nie einer Frau derart nahe gewesen und hatte diese Fantasien ausleben können. Unter Elfen galt es als unschicklich. Und dennoch spürte er, wie sein Unterleib in Zuckungen erging, als er es ihr grinsend gleichtat und eine ihrer Hände nahm und an seine Mitte führte.

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    • Tilda musste durchaus zugute gehalten werden, dass sie nicht einmal überrascht mit der Wimper zuckte.
      Das herzliche Lächeln auf ihrem Gesicht veränderte sich nicht, während der Elf vor ihr mit jeder verstreichenden Sekunde an Jugendlichkeit verlor und sich sein Antlitz dem Alter seiner Augen annäherte. Tilda anfangs oft über die Tatsache gestolpert, dass die Augene eines Elfen oftmals viel Älter wirkten als ihr äußeres Erscheinungsbild. Die wahre Lebensspanne in einem Blick abzulesen, war eine Kunst, die sie selbst in einem Jahrzehnt noch nicht gemeistert hatte.
      Die Frau musste viele wundersame Dinge erblickt haben, denn sie griff mit der freien Hand selbstverständlich nach der Weinflasche und goss Sylvar ohne Auffoderung nach. Das Lächeln auf ihren Lippen wurde breiter und verwandelte sich in ein amüsiertes Grinsen, obgleich sie den Schwermut wahrnahm, der den Zauberer wie eine düstere Wolke umgab.
      "Macht Euch keine Gedanke...", sagte sie und vollführte eine abwinkende Geste mit der Hand. "Von einem jungen Burschen schöne Augen gemacht zu bekommen, der äußerlich mein Sohn sein könnte, war ohnehin recht seltsam. Aber schmeichelhaft."
      Schließlich richtete sich Tilda wieder auf, um sich selbst daran zu erinnern, dass es noch Arbeit zu erledigen gab. Kurz huschte sie davon, um letztendlich mit einem schweren Tablett voller Krüge und Gläser zurückzukehren.
      Während Sylvar sprach begann sie mit routinierter Fingerfertigkeit die Gläser zu polieren. Offenbar hatte sie in ihrer Abwesenheit auch eines der Mädchen hinter die Theke beordert. Mit aller Seelenruhe blickte sie den Elf über den Tresen hinweg an. Es schien nicht Vieles zu geben, dass die erfahrene Frau aus der Ruhe brachte. Weder eine beachtliche Zahl von durstigen Gästen noch ein Elf, der offensichtlich etwas verheimlichte.
      "Die Menschen vertrauen auf mein Urteil und meine Erfahrung.", begann sie ernster. "Ich habe nicht darum gebeten, aber mit den Jahren kamen immer mehr Leute mit Fragen und Problemen zu mir. Die Verantwortung hat mich zu Anfang erschreckt, aber ich weiß, wie wichtig diese Aufgabe ist. Und das Vertrauen ehrt mich. Wir leben hier in Frieden. Einem brüchigen und wackeligen Frieden, aber es ist ein Leben."
      Mit einem dezenten Klirren, stellte sie das saubere Glas zu den anderen und stützte sich mit den Händen auf dem glatt, polierten Holz der Oberfläche ab.
      "Ich weiß nicht, was ihr getan habt, Sylvar. Und um ganz offen zu sein, ich will es auch nicht wissen.", sagte Tilda und senkte mit jeder Silbe ihre Stimme. Die freundliche und offenherzige Schankdame hatte die starke und unerschütterliche Miene einer Anführerin aufgelegt. "Aber sollte sich herausstellen, dass es ein Fehler war Euch und Eure Freunde aufzunehmen, dann lernt ihr mich kennen, Sylvar."
      Sie sagte das nicht aus dem Zwecke der Drohung hinaus. Jemandem zu drohen, der in einem winzige Fingerschnippen mehr Macht besaß, als sie sich vorstellen konnte, war sinnlos. Aber ihr Standpunkt dürfte glasklar sein.

      Ein raubtierhaftes Grollen erfüllte ihre Sinne und den gesamten Raum.
      Der knurrende Laut erzeugte ein erwartungsvolles Beben und zauberte einen verspielten Funken in die grünen Augen. Der Elf, der mit jeder kreisenden Bewegung ihrer Hüfte ein wenig mehr von seiner kostbaren Selbstbeherrschung verlor, war ein Anblick für die Götter. Es beflügelte Viola auf die erregenste Art und Weise, dass gerade sie diese Risse in seiner Maske verursachte.
      Endlich fühlte sie die erlösende Berührung seiner Hand zwischen ihren Schenkeln, die die Spannung in ihrem Unterleib ein wenig minderte. Die erste forsche Erkundung entlockte Viola einen zaghaften Laut, der sogleich von einem paar gieriger Lippen erstickt wurde. Haltsuchend klammerte sich die junge Frau mit einer Hand an seine starke Schulter und nutzte die gewonnene Stabilität, um ihr pochendes und verglühendes Zentrum fest gegen seine Hand zu schmiegen. Ein unkontrolliertes Zucken durchfuhr ihren Unterleib, als Andvari mit Hilfe eines Fingers forschend und mit brennender Neugierde ihr Innerstes erkundete.
      Der Elf kündigte sich an wie ein stürmisches Sommergewitter, das drohte Viola einfach fortzureißen. Die Kälte des zähen Winters war längst in der Erinnerung verblasst. Erst als ihre Lungen förmlich um einen Atemzug bettelten, konnte sich Viola von dem leidenschaftlichen und schwindelerregenden Kuss trennen. Lediglich wenige Millimeter entfernte sich ihr erhhitztes Gesicht und ihre Stirn lag schlussendlich atemlos an seiner. Die Augen zu öffnen erschien ein Ding der Unmöglichkeit.
      Blind ließ Viola ihre Hand führen und befühlte mit wachsender Faszination die pochende Länge unter ihren Fingerspitzen. Was zu Beginn einer zaghaften Liebkosung ihrer Fingerkippen glich, verwandelte sich in einen festen Griff, als sich ihre Hand um Andvari schloss.
      Viola zwang sich die Augen zu öffnen und ihrem Gefährten offen ins Gesicht zu sehen, um keinen der wunderbaren Eindrücke zu verpassen, während sie sich seiner Hand wohlig seufzend entgegenwölbte und gleichzeitg einen sanften aber bestimmenden Rhythmus mit der eigenen begann.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Schweigsam blickte Sylvar die Wirtin an, als diese abwinkte und ihre Anmerkung tätigte. Lächelnd schüttelte er den grauhaarigen Kopf und seufzte schwer, als er den neuen vollen Becher Wein an seine Lippen führen wollte.
      "Ich hätte Euch auch schöne Augen gemacht, wenn ich zwanzig gewesen wäre."
      Und nicht viele, viele Winter älter. Und während sie von ihrem Leben berichtete, fragte er sich, warum er immer wieder das gleiche tat. Warum war der Frieden auf der Welt mit so vielen Opfern gepflastert? Warum musste es die guten MEnschen von Beleriand treffen und warum musste er immer wieder seiner Natur nachkommen...
      Als sich Tilda vor ihm aufbaute, senkte er den Becher respektvoll und sah ihr glatt in die Augen. Und auch wenn sich ihre Miene veränderte, auch wenn sich ihr Ton veränderte, schwang Sorge in ihrer Stimme mit. Sicherlich machte sie ihren Standpunkt mehr als deutlich, wenn er es so betrachtete. Und er wusste nicht, was schlimmer war. Seinen BRuder zu verraten oder aber von einer Frau Drohungen zu erhalten, die er vermutlich mit einem Schnippen seines Fingers hätte verschwinden lassen können.
      "Ich habe Euch verstanden."
      Seine Stimme war selbst fester als sonst und nickend erhob sich der Elf von seinem Stuhl. Beinahe übersorgfältig legte er zwei Goldstücke aus Tirion auf den Tresen, ein Preis, den man hier nicht für Apfelwein zahlte, und sah sie an.
      "DAnke für den Wein. Er war köstlich."'
      Es war ein Fehler gewesen, heute Abend herzukommen. So viel wusste er. Und bereits morgen...Der Zauberer schüttelte den Kopf und ging zum Ausgang der Taverne. Ein wenig frische Luft vielleicht...


      Andvaris Verstand war zu einem Klumpen Nerven zusammengeschmolzen.
      Ihre pochende Wärme und ihr Innerstes in der einen Hand, die sich lustvoll an ihren Unterleib presste, wenn immer sie mit ihrer rollenden Bewegung gegen seine Hand ging und gleichsam ihre Hand an seinem Unterleib, das ihm einen Schauer elektrischer Stöße durch den Körper jagte. Erst durch ihre Fingerspitzen, die sich wie wirr auf rutschigem Parkett bewegten und anschließend festen Halt fanden. Ein schleichender, langsam fester und schneller werdender Rhythmus, der ihn dazu zwang, seine Augen aufzureißen und mit allem was er hatte gegen die herannahende Klippe zu rennen. Er versuchte sich fernzuhalten, doch die Verlockung war zu groß, als dass er auch nur eine Sekunde Hemmung hätte abbauen können.
      Nach einer kurzen Weile schob er einen zweiten Finger in sie hinein, da ihm das Abknicken Schmerzen bereitete, die er nicht haben wolte. Doch konnte sich zu dem verzückten Gesichtsausdruck seinerseits auch ein Biss auf seine eigenen Lippen gesellen, als er sich Mühe gab, die Klippe zu vermeiden, die unaufhaltsam näher rückte.
      Nach einer weiteren kurzen Zeit, die sie keuchend voreinander verbrachten, hielt er ihre Hand an und zog sich aus ihr zurück. Die verlorene Wärme ließ seine Finger eiskalt anfühlen, als er nach ihrem Gesäß griff und sie puppenartig beinahe auf den Rücken warf, um sich sogleich zwischen ihre BEine zu drängen und diese mit den Hüften auseinander zu drücken.
      Andvaris Ritterlichgkeit hatte seinen MEister gefunden, denn er fragte nicht und wartete nicht. Mit einem sanften Ziehen und Drücken seiner Hüfte fand er schließlich den Eingang und schob sich in sie. Vermutlich ruppiger als gedacht, aber er konnte sich einfach nicht mehr zügeln, weshalb der Rhyhtmus, den er anschlug, eine schnellere Gangart beinhaltete.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Mit einem Seufzen blickte Tilda ihm nach.
      Etwas umgab den Zauberer, das ihr ganz und gar nicht gefiel. Ein Funken ehrliches Mitgefühl konnte die resolute Frau dennoch nicht verhindern. Sylvar trug eine schwere Bürde auf seinen Schultern. Eine Last deren Bedeutung sie nicht einmal in tausend Jahren hätte greifen können.
      Tilda blickte auf die glattpolierten Münzen, die der Elf hinterlassen hatte und pickte die Geldstücke mit den Fingerspitzen auf. Wertvolles Gold, weit mehr als der Wert des gesamten des gesamten Weines im Keller der Schenke, lag kühl in ihrer Handfläche. Bevor sie jedoch ihren Protest lautstark Kund tun konnte, denn Almosen nahm sie nicht, war die Tür hinter dem Zauberer bereits schwer ins Schloss gefallen.
      Das Geld verschwand unauffällig in der kleinen, eingenähten Tasche ihrer Schürze. Ein solche Kostbarkeit sollte auch in Beleriand vor allzu neugierigen Blicken verborgen werden. Mit einem wenig damenhaften Schnauben verschränkte die lebenserfahrene Frau die Arme vor der Brust und starrte für einen Augenblick auf das spröde Holz der Tür.
      "Ich habe ein ungutes Gefühl...", erklang ein Flüstern zur ihrer Linken.
      "Du hast immer ein ungutes Gefühl, Meliorn. Aber ich befürchte dieses Mal könnte sich deine Vorahnung bewahrheiten.", gab Tilda fast beiläufig zurück, ehe sie sich auf dem Absatz umdrehte und den Elf mit den kastanienbraunen Haaren ein Lächeln schenkte.
      Meliorn hatte das widerspenstige Haar, das sich durch die Feuchte des Schnees leicht wellte, hinter sein malträtiertes Ohr geschoben von dem gute die Hälfte fehlte. Die Züge wirkten durch den Krieg verhärtet und wiesen kaum die sanften Schwünge auf, die unter dem Menschenvolk den Elfen nachgesagt wurden. Das intakte Ohr zierten mehrerer silberne, filigrane Ringe. Er tippte mit einem langen Finger auf den Tresen und schenkte Tilda ein schmales Lächeln.
      "Ich habe meistens Recht, meine Gute.", beharrte er und nahm die Krüge entgegen, die die Bardame ihm reichte.
      "Bitte sag mir, dass du unseren Falkner an einem Stück gelassen hast.", flüsterte Tilda verschwörerisch über die Theke.
      "Mehr oder weniger...", raunte er zurück und duckte sich gekonnt unter ihrer Hand weg, die ihm einen Schlag in den Nacken verpassen wollte.
      Mit einem Lachen verschwand er durch den Hinterausgang, so flink, wie er die Schenke betreten hatte.

      Hinter den Bernsteinen glühte ein ungezügeltes Feuer und Viola drohte darin zu vergehen.
      Der Atem stockte und eine Welle unendlicher Eindrücke überflutete ihren zitternden Leib, als ein zweiter Finger sich hinzugesellte und jede Reibung und jedes Zucken seiner Hand umso intensiver gestaltete. Die Fingernägel an seiner Schulter drückten sich in seine Haut und hinterließen kleine, halbmondförmige Spuren in seinem Fleisch. Ein ersticktes, lustvolles Stöhnen entrang sich ihrer Kehle und erfüllte den kleinen Raum gänzlich.
      Gleichzeitig versuchte sie keine noch so winzige Veränderung in seinem Blick und seiner Mimik zu verpassen. Jede verzückte Regung spiegelte sich in dem zärtlichen aber bestimmten Griff um seine Länge wieder. Sah sie Gefallen, intensivierte sie ihre Bemühungen und legte binnen kurzer Zeit jeden Zweifel ab, dass ihre unerfahrenen und neugierigen Berührungen ihn nicht betörten.
      Andvari biss sich auf die eigenen Unterlippen und die junge Frau in seinem Schoß spürte, wie der verzückte Anblick sich direkt in flüssiger Lava durch ihren Unterleib ergoss.
      Viola verlor jegliches Zeitgefühl und gab sich ganz den Wünschen und dem Verlangen ihres Körper hin, sich rhythmisch gegen seine Hand zu pressen. Ein fester Griff umschloss ihr Handgelenk und zog sie von dem Quell seiner Erregung fort.
      Ein eindeutiger Laut des Missfallens stolperte über ihre Lippen, als sich auch Andvari von ihr zurück zog und ein Gefühl der Leere zurückließ. Der Widerspruch erstickte bereits in ihrer Brust, als starke Arme sie mühelos anhoben und wenig elegant auf den Rücken warfen. Im Gegensatz zu Telerin war diese Matratze fast schon luxuriös.
      Einem Raubtier gleich glitt Andvari geschmeidig zwischen ihre Beine. Vergessen war das Zögern oder der prüfende Blick in das Gesicht der Heilerin, um sich zu vergewissern. Die ungestüme Art ließ Viola erwartungsvoll erbeben. Und lange warten, musste sie nicht.
      Vollständig und mit einem schnellen Vorstoß seiner Hüften ausgefüllt, blieb Viola keine Zeit das neue Gefühl der Fülle zu verarbeiten. Ihre Knie drückte sich reflexartig ein seine Seiten, um den unbeherrschten Rhythmus des Elfen ein wenig Halt entgegen zu setzen.
      Viola konnte nichts anderes tun, als den Kopf in Nacken zu werfen und sich Andvari entgegen zu drücken. Ihre Hände umklammerte seine Schultern, ehe sie ihre Finger in seinen weißen Haarschopf schob und seinen Kopf zu ihrem Gesicht führte.
      Der Kuss war fahrig und unpräzise, erfüllt von keuchenden Atemzügen.
      Schweiß brach auf ihrer Haut aus, verursacht durch die Reibung ihrer glühenden Leiber.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Für den geneigten Beobachter würde sich dies Liebesspiel darstellen, als hege man keine Gefühle füreinander. Das Zusammenprallen der Unterleiber der beiden Liebenden war beinahe fahrig und unpräzise, wie die Küsse, die sie heiser keuchend teilten. Man konnte beinahe der Vermutung erliegen, dass dieses Zusammensein von gewaltätigen Zuständen geprägt war, während sich die Leiber immer wieder im Ringkampf miteinander maßen.
      Für ein Stöhnen verblieb dem Elfen nicht mehr genügend Luft, hatte sich der Rhythmus bereits in den ersten Minuten ihres vollen Beisammenseins beschleunigt. Gerade so konnte er sein eigenes Gewicht auf dem Körper der jungen Heilerin halten und genoß das warme Gefühl um seine Lenden herum, wenn er sich an sie presste. Was er jedoch nicht bedachte, war die Tastache, dass er der Klippe nicht nur nahe kam, sondern sie beinahe galoppartig zu überschreiten drohte, ehe er kurz inne hielt und seine Bewegungen anhielt. Gierig küsste er die heißen Lippen unter sich, einfach um einen anderen Puls zu spüren als seinen viel zu schnellen. Seine Ohren pulsierten regelrecht und seine Körpermitte fühlte sich wie ein Nervenbündel an.
      Keuchend sah er zu ihr hinab und grinste schelmisch, ehe er sich aufrichtete und ihren Beinen den Halt nahm.
      Sachte hob er ihre Knöchel an und nahm ihr damit die Möglichkeit, gegen ihn zu arbeiten. Dennoch gab er sich damit die volle Kontrolle über ihre Bewegungen, indem er nur sacht die Beine gegen ihre Körperrichtung in Richtung Bauch drückte. Als er sich wieder in sie hinein schob, erschien es ihm als habe er ein bodenloses Fass geöffnet und beinahe schwallartig begann sein Unterleib zu zucken, während er nach einigen - für einen objektiven Beobachter - heftig anzunehmenden Stößen gerade ruckartig über die Klippe sprang.

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      The more you drag me to hell
    • Der Verstand fühlte sich wunderbar leer an und ließ einzig und allein Freiraum für das lodernde Verlangen.
      Viola spürte nichts außer des dröhnenden Herzschlages in Ohren und die heiße, flüssige Glut in ihren Adern. Der stoßende Rhythmus des Elfen über ihrem Leib glich einer wilden und erbarmungslosen Jagd nach der süßen Erlösung. Der Höhenflug ihrer Sinne schaukelte sich ohne Gnade weiter empor, bis Andvari völlig unerwartet in Stille verfiel. Viola schlug die von Lust verklärten Augen auf, während ein gieriger Atemzug ihre Lungen mit dem dringend benötigten Sauerstoff füllte. Die verkrampften Finger in den seidigen, weißen Haaren lösten sich ein wenig aus ihrem ohne Zweifel etwas schmerzhaften Griff. Eine stumme Frage zeichnete sich in ihrem Gesicht ab, das von einem wundervollen, lebendigen Rotschimmer geziert wurde. Für ein klares, gesprochenes Wort fehlte ihr allerdings gänzlich die Energie.
      Keuchend bäumte sie sich Andvari entgegen und verging in einem alles verzehrenden Kuss.
      Ein Hauch der eisigen Nachtluft streichtel über ihren verschwitzten Leib hinweg und ließ Viola erschaudern, als Andvari sich ihr vollständig entzog und sich zwischen ihren Beinen aufrichtete. Die Mimik entglitt ihr während sie unter der Kühle erschauderte und den Elf vorwurfsvoll ansah. Selbst ihr Unterleib zuckte aufgrund der plötzlichen Leere, die ihrem Körper viel zu grausam erschien.
      Viola öffnete die Lippen zu einem Protest und klappte doch den Mund gleich wieder zu, als sich raue Finger um ihre Knöchel schlangen. Das Grinsen in seinem Gesicht jagte den nächsten bebenden Schauer durch die junge Frau, nicht vor Kälte sondern aus Vorfreude. Auch wenn sie anfangs nicht den blassesten Schimmer davon hatte, welche Vorstellung sich unter dem weißen Haarschopf manifestierte.
      Mit sanften Druck, der gegensätzlicher nicht sein konnte zu der vorangegangenen Härte, beugte der Elf ihre Knie und drückte ihre Beine soweit zurück, dass ihr Gesäß den stützenden Untergrund des Bettes verlor. Viola begriff eine Sekunde zu spät, dass der Elf ihr jegliche Bewegungsfreiheit geraubt hatte. Die Röte ihrer Wangen verfärbte sich ein paar Nuancen dunkle, sich bewusst, wie offenherzig sich ihr Leib in dieser Haltung präsentierte.
      Andvari kehrte wie ein aufkommender Sturm zurück und riss Viola mit sich. Fahrig und ziellos suchten ihre Hände nach einem winzigen Bisschen Halt auf den Laken. Die Finger gruben sich fest in das Leinen, dass die Knöchel weiß unter der Haut hervortraten, als der Elf erneut ihren Körper für sich eroberte und die Leere in ihrem Inneren füllte. Bereits der erste hemmungslose Stoß entfachte in dieser Stellung eine solche intensive Welle der Lust, dass ihr Rücken sich vom Laken bog und eine sinnliche Kurve beschrieb.
      Eine gänzliche neue Erfahrung fegte über die Heilerin hinweg, als sie mit verzücktem und überraschtem Blick Andvari ansah. Etwas berürhte er, das ihre Leidenschaft auf eine neue Ebene hob.
      Es waren nur wenige Stöße, unglaublich tief und den Rhythmus völlig verloren, da überrollte sie eine heftige Welle und ihrer Kehle entrang sich ein ersticktes Stöhnen. Viola fiel und Andvari mit ihr. Fast augenblicklich entlud sich jeglich Spannung in ihrem Körper, während sie hilflos um Andvari in den Tiefen ihres Unterleibes zuckte. Die Beine in seinem festen Griff erbebten unter den selben rhythmischen Zuckungen.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari hätte dies Liebesspiel gerne noch Stunden beibehalten und sich an und ihr regelrecht vergangen. Ihr Leib war ein Quell ständiger Freude und gleichsamer Erfüllung, sodass es ihm schwerfiel, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, während sie zuckend unter ihm lag.
      Sachte nahm er die Hände von ihren Beinen fort, sodass sie wieder Halt finden konnte und setzte ihre Füße auf das Laken auf, das sie gemeinsam entweiht und gleichsam erobert hatten.
      Ein kleiner Windstoß wehte durch den Raum, auch wenn er sich noch nicht in der Lage sah, sich aus ihr zurück zu ziehen. Es war, als verlangte sein Körper die Nähe und Wärme ihres Körpers und er fürchtete drakonische Strafen, sofern er sich entfernte. Sachte stützte er sich auf die Ellenbogen aus und suchte ihren warmen Mund.
      Als er seine blutrauschenden Lippen auf ihre drückte und diese regelrecht einfing und gefangennahm, wirkte es wie eine Erlösung. Ein Ertrinkender, der endlich die rettende Luft zu atmen wusste. Ein Verdurstender, der Wasser bekam.
      Dieses Mal wob er seine Ritterlichkeit nicht mehr ein und grinste sie nur an. Zum Teufel damit. Er hatte gerade den Gipfel einer neuen Art der Lust beschritten und würde sich nicht dafür schämen. Dennoch inspizierte er sorgsam und unauffällig ihren Körper, als er sich schlussendlich aus ihr zurückzog und neben sie fallen ließ.
      "Das war...", begann er und verlor den Atem für seine Worte wieder. "Das war...einfach unglaublich..."
      ANschließend begann er kurz und kehlig zu kichern, ehe er sich auf den Rücken drehte und nach ihr suchte, um sie an sich zu ziehen. Die Süße Schwere der Müdigkeit überfiel ihn geradezu und wirkte wie ein Anker, der ihn in die Tiefe zog.

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      The more you drag me to hell
    • Ein Augenblick verstrich, ehe Viola bewusst das zerknitterte Laken aus den verkrampften Fingern freigab.
      Der aberwitzige Gedanke jeglichen Halt zu verlieren, wirkte erschreckend real und gleichzeitig wie eine freudige Erfüllung. Ewigkeiten unter wonnigen Nachwellen vergingen als Viola wieder einen festen Untergrund unter den Füßen spürte. Selbst wenn ihr Leben davon abhinge, sie wäre nicht dazu in der Lage gewesen die nötige Balance zu finden. Das unkontrollierte Zucken ihrer Schenkel verklang nur gemächlich. Ohne Andvari, der weiterhin zwischen ihren Beinen ruhte, wären diese völlig nutzlos zur Seite gesunken.
      Das alles verschlingende Feuer unter ihrer Haut verging zu einer wärmenden Glut und mit offenen Armen empfing sie ihren Gefährten. Der Kopf ruhte schwer in den zerwühlten Laken und Viola schaffte es ihn ein wenig anzuheben. Der Kuss raubte ihr den mühsam gewonnenen Atem und ließ sie wunderbar benebelt und verzückt zurück. Federleicht wanderten ihre Fingerspitzen über seinen Rücken, ehe die junge Heilerin ihren Liebsten freigeben musste. Das Bett ächzte zum ersten Mal prostierend, als Andvari sich wenig galant auf die Matratze fallen ließ. Sofort klappten ihre Beine seitlich weg, als wäre ihre Muskeln darin nicht mehr vorhanden. Nein, an Aufstehen war kaum zu denken. Für eine notdürftige Wäsche hätte der Elf sie tragen müssen und dieser machte nicht den Eindruck, sich noch einmal erheben zu wollen.
      Träge rollte Viola sich auf die Seite und wischte mit unsteten Fingern die feuchten, roten Strähnen aus ihrem Gesicht. Sollte ihr Recht sein, denn auch sie verspürte nicht den Wunsch das Bett noch einmal zu verlassen.
      Sie hatte keinen Schaden davon getragen und auch wenn ein innerer Impuls diese Versicherung laut aussprechen wollte, befand die Heilerin es für unnötig. Stattdessen zauberte das kehlige und glückliche Kichern ein Lächeln auf ihre Lippen. Es erfüllte sie mit Stolz und Liebe, dass nur sie allein ihn dermaßen gelöst zu Gesicht bekam. Dieses Seite gehörte nur ihr.
      Viola ließ sich all zu gern an seine Seite ziehen und bettete das Kinn auf seiner Brust, um in sein erschöpftes Gesicht blickten zu können.
      Die Frage lag ihr auf der Zunge, warum er so überwältig von ihrem Liebesspiel wirkte.
      Bei ihr erklärte sich die Tatsache in der Unerfahrenheit, aber er? Viola runzelte nachdenklich die Stirn und schob die Neugierde für einen späteren Zeitpunkt zurück. Als seine Augen sich vor Müdigkeit bereits schlossen, hauchte sie einen Kuss auf das Fluchmal über seinem Herzen.
      "Das war es...", murmelte um bessere, schönere Worte verlegen durch die wattige Leere in ihrem Kopf.
      Viola schmiegte die Wange an sein Brust und ließ sich an ihn geschmiegt von dem gleichmäßigen Herzschlag in den Schlaf geleiten.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Die Nacht war kurz und der neue Morgen wenig geruhsam.
      Die Sonne warf ihr fahles Wintersommerlicht in den Raum und zarte Staubflusen erhoben sich vom Bett, als Andvari sich sacht drehte und sie beide noch immer nackt und in der Position wiederfand, in die sie am Vorabend gerutscht waren.
      Erstaunlich war die Tatsache, dass er sich nicht mehr erinnern konnte, eingeschlafen zu sein. DIe Frau an seiner Seite schlief noch immer den Schlaf der Gerechten, während er sich aus ihrer liebevollen Umarmung schälte und sich aus dem Bett erhob. Schlafend sah sie göttlich aus. Beinahe zu schön, um war zu sein.
      Zärtlich küsste er ihre Stirn und wischte ihre Strähnen aus dem Gesicht, ehe er in anliegende Waschzimmer schlenderte. Noch immer stand der Zuber mit dem Wasser von gestern dort. Sie hatten ihn nicht genutzt und nunmehr war es beinahe nötig.
      Sachte grinste er und hielt eine Hand ins Wasser, ehe dieses nach einer kurzen Weile zu blubbern begann und sich aufwärmte. Auch wenn seine KRaft noch nicht ganz zurück war, zumindest einen grioßen Teil konnte er zurückholen.
      LAngsam wanderte er durch den Rauzm zurück und nahm das Wams vom Vortag und auch die Lederhose vom Boden, ehe er zu Viola sah.
      "Liebes", flüsterte er und berührte sie sacht an der Schulter, nachdem er sich auf dem BEtt zu ihr gebeugt hatte. "Ich nehme ein Bad. Ruh dich aus und schlaf."
      Immerhin wollte er heute den Handwerkern ein wenig zur Hand gehen und die Aussicht auf Holz und dessen BEarbeitung freute ihn auf biestige Weise.
      Beinahe lautlos ging er zurück und ließ sich nach kurzer Probe in das Wasser des Zubers nieder. Eindeutig war es an der Zeit hierfür, dachte er und tauchte den Kopf in das beinahe heiße Wasser.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Das blasse Licht der Morgensonne kitzelte Viola an der Nase. Davon wecken ließ sich die Träumende aber nicht.
      Eingehüllt in die geborgene Wärme eines vertrautes Körpers und dem weichen Bett unter ihr, lag es selbst ihrem Unterbewusstsein fern sich allzubald der Wirklichkeit außerhalb dieses wunderbaren Kokons zu stellen.
      Die junge Frau verzog mit einem unverständlichen Murmeln das Gesicht, wobei sich ihre Nase missfallend kräuselte, als der Elf es tatsächlich wagte sich langsam unter ihr zu bewegen. Der feste Schlaf störte sich daran allerdings wenig, das sich dreisterweise aus ihren Armen löste. Augenblicklich krümmte sich ihr nackter Körper in Richtung des verwaisten Lakens, um die letzte flüchtige Restwärme Andvaris zu bewahren. Wie magisch angezogen, schmiegte sich ihre Gesicht seiner rauen Hand unbewusst entgegen, ehe sie die Nase geradzu in den Laken vergrub.
      Die flüchtige Berürhung an der Schulter hauchte endlich ein wenig Leben in die erschöpften Glieder und Viola schaffte es für eine Sekunde verschlafen und herrlich zerwühlt ihren Gefährten anzusehen. Ein träges Nicken war alles, was er an Antwort bekommen sollte, da waren ihre grünen Augen bereits wieder hinter den Lidern verschwunden. Ein verträumtes Lächeln ruhte auf ihren Lippen und sanfter Atem zeugte davon, dass sie längst wieder in den Schlaf gesunken war.

      Unter den Räumlichenkeiten, die neuen Gäste bewohnten, eilte Tilda geschäftig durch den großzügigen Schankraum.
      Der Lärm hielt sich in diesen frühen Morgenstunden in Grenzen, aber draußen erwachte Beleriand aus seinem Dämmerschlaf. Fenster wurden geöffnet, um die frische des neuen Tages willkommen zu heißen. Die ersten Bewohner richteten sich darauf ein ihr Tagwerk zubeginnen und hier und dort roch es nach den ersten, frischgebackenen Brotlaiben. Alles in Allem hätte es ein wunderschöner Morgen in einer friedlichen Stadt sein können, wenn man von den Spuren des Krieges absah. Zerstörte Zäune, verkohlte und verrußte Dächer, tiefe Löcher in den Straßen prägten das Bild der Stadt.
      Wer keine Familie hatte, um mit ihr den Tag zu beginnen, suchte gerne Gesellschaft am Morgen in der Schenke. Die Schankfrau hieß jeden Gast gerne willkommen und ging voll und ganz in der Arbeit auf. Tee und ein leichtes Frühstück aus noch warmen Brot wurde gereicht. Trotz der vielen Besucher vom Vorabend wirkte alles sauber und aufgeräumt. Tilda hatte die Ärmel ihres Hemdes bis zu den Ellbogen hochgekrempelt und blickte durch die offene Tür der Küche, während sie einen weiteren Brotteig mit kräftigen Händen bearbeitete. Viele Mäuler wollten gestopft werden.
      Das Gespräch und die kryptsichen Worte des Zauberers beschäftigten sie auch jetzt noch. Ein Kind, ein Junge von fünf Jahren mit einem wilden braunen Lockenkopf, rannte stürmisch an der geöffneten Tür vorbei und hätte beinahe eines der Mädchen, das ein volles Tabelett trug, umgerannt.
      "Janosh!", rief Tilda aus der Küche. "Was hab ich gesagt?! Nicht rennen!"
      Sie liebte ihren Neffen, aber diese Ungestümtheit trieb sie noch irgendwann in den Wahnsinn. An dem alten Holztisch in der Nähe des Ofens ertönte ein raues Kichern. Meliorn und Lucien saßen grinsend am Tisch und beobachteten Tilda.
      "Und ihr zwei!", ihr Kopf ruckte in Richtung der beiden Männer. Die Männer brachen nun in schallendes Gelächter aus. Auch wenn Tilda versuchte mit säuerlicher Miene dreinzublicken, wusste sie, dass sie mit Mehl im Gesicht und der morgentlichen Vogelnest Frisur wenig bedrohlich aussah.
      "Wie lange wollt ihr noch in meiner Küche herumlungern? Macht euch nützlich."
      "Also wirklich, meine liebste Tilda, redet man so mit seinem künftigen Regenten?", lachte Lucien amüsiert, hielt die Stimme aber gesenkt, aus dem Gastraum war er nicht zusehen, aber man wusste ja nie. Meliorn lehnte sich leicht zu dem Kronprinzen herüber.
      "Ich bezweifle das ein Kronprinz...", die Worte verliefen sich in ein verschwörerrischen Flüstern. Tilda versuchte das Kichern zu ignorieren und fasste sich sichtlich genervt an die Nasenwurzel.
      "Was mach ich nur mit euch...", murmelte sie vor sich hin.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari nahm sich Zeit, während er sich lächelnd im Zuber wärmte und säuberte. Die Luft, die er von draußen hereingelassen hatte, roch kalt und ein wenig verrußt und der Blick aus dem offenen Fenster zeigte ein Bild der Verwüstung. Während er aus dem Zuber stieg und leicht in der Kälte fröstelte, zog er sich die schwere Lederhose über. Ohne abzutrocknen zog er das Wams über den Leib und stellte sich ans Fenster um das morgendliche Treiben zu beobachten. Beinahe erstaunlich, wie viele MEnschen bereits auf den Beinen waren und gen Taverne stoben.
      Seufzend genoß er den kalten Zug auf seinem Körper für einen Moment, ehe er die Läden wieder schloss und sich nach einem kurzen Blick zu Viola rückversicherte, dass sie noch schlief, ehe er er sachte die Tür hinter sich schloss.
      Die schweren Stiefel zog er erst dahinter auf dem Flur an, damit sie nicht erwachte. Sylvars Zimmer war leer geblieben, wie er mit einem kurzen Seitenblick bestätigt hatte und den Weißhaarigen überkam die Sorge, dass etwas nicht stimmte. Etwas ganz gewaltig nicht stimmte.
      Kopfschüttelnd betrat er den Schankraum des Hauses und wunderte sich ob des mannigfaltigen Treibens, das hier stattfand. Männer wie Frauen saßen an den Tischen und genoßen ein Frühstück oder Getränke. Die Luft roch nach frischem Brot und wenn er recht sah, konnte man Tilda in der Küche erblicken, wie sie Brotteig knetete. Kinder liefen durch den Schankraum und schrien hier und da umher, sodass es Andvari ein schwaches Grinsen auf die Lippen trieb, ehe er sich sorgsam an die Theke begab.
      "Guten Morgen", sagte er ruhig und nickte zu den Übrigen dort am Tresen. Ein kleiner ZWerg erwiderte sogar den Gruß.
      SChließlich wandte er den Blick zu Tilda.
      "Sagt, gibt es eine Möglichkeit, ein gutes Frühstück zu erhalten? Und habt Ihr meinen Bruder gesehen?"

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    • "Kommt in die Küche!", ertönte die Antwort der Wirtin aus der Küche. "Keine Scheu!"
      Ein wenig unwirsch klopfte sie den mehligen Hände an der Schürze ab und bettete den Brotlaib in einer Holzschüssel, um ihn zum Ruhen in die dunkle Speisekammer zustellen. Mit frisch gewaschenen und sauberen Fingern angelte Tilda nach einer dampfenden Kanne über dem Kochfeuer und füllte eine großzügige Menge in einen Becher. Mit einem metallischen Quietschen schwang die Kanne an ihrer Halterung zurück über die wärmende Flamme.
      Ein herzlichen Lächeln erhellte das mit Mehlstaub befleckte Gesicht der Frau, die Andvari beim Hereinkommen in die Wirtsküche den Becher heißen, belebenden Tee in die Hand drückte.
      "Habt ihr Ruhe gefunden?", fragte sie. "Ich nehme an Eure...", ein kurzes Zögern. "...Gefährtin schläft noch?"
      Tilda deutete auf den Tisch, an dem Lucien und Meliorn endlich schweigend ihr Frühstück verschlangen. Der Elf mit den kastanienbraunen Haaren blickte flüchtig zu Lucien, aber da die Wirtin den Neuankömmling wohl als vertrauenswert genug erachtete, um ihn in die Küche zu bitten, sah er sich nicht beunruhigt.
      "Bedient Euch, sofern die beiden Gierschlunde noch einen Krümel übrig gelassen haben.", schnaubte Tilda und schob Andvari förmlich in Richtung Tisch. Die Dame hatte wirklich keine Berürhungsängste, Prinz hin oder her, unter ihrem Dach machte sie da keinen Unterschied.
      Meliorn lachte kehlig und hob das erste Mal den Blick vom Tisch. Begrüßt wurde er mit dem Anblick schneeweißen Haares und bernsteinfarbener Augen. Er hätte sich beinahe an dem Stück Trockenobst in seinem Hals verschluckt.
      Der Kronprinz klopfte dem hustenden Elfen beherzt auf den Rücken und grinste unschuldig.
      "Verzeih mir, mein Freund. Habe ich vergessen Dir zu erzählen, wen ich auf der Straße aufgelesen habe?", sprach Lucien beiläufig, wobei Meliorn ihm einen mordlüsternen Blick zuwarf.
      Der Elf, der langsam wieder zu Atem kam, erhob sich vom Tisch und deutete eine dezente, aber respektvolle Verbeugung an.
      Dann streckte er die Hand zur Bergüßung aus, eine Angewohnheit, die er sich bei den Menschen abgeschaut hatte.
      "Meliorn," stellte er sich knapp vor. "Ich diente unter Euch in der Schlacht von Erynn Vâr. Nach Eurer Gefangennahme haben sich die Überlebenden in alle Himmelrichtungen verstreut. Mich und ein paar Kameraden hat es hier her verschlagen. Seitdem lausche ich im Flüstern des Windes auf Neugigkeiten aus der Heimant."
      Das Wort Heimat hatte einen bitteren Beigeschmack für Meliorn. Er war ein Kriegsflüchtiger und ein Fuß über die Grenze in das Elfenreich würde ihm seiner Hinrichtung näher bringen. Die braunen Strähnen seines Haarschopfes, wogen in einem sachten Windhauch, obwohl kein einziges Fenster geöffnet war.
      "Die Gerüchte stimmen also.", murmelte er.
      "Meliorn! Wo sind deine Manieren!", tadelte die Wirtin. "Lass den Mann sich setzen und frühstücken!"
      Angesprochener rollte mit den Augen und ließ sich wieder neben Lucien auf der Bank nieder.
      "Das hab ich gesehen...", rief Tilda herüber, obwohl sie ihnen den Rücken zugewandt hatte und das Augenrollen kaum hätte sehen können. Sie kannte ihre Schützlinge.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”