[2er RPG] The Lesser Evil [Winterhauch & NicolasDarkwood]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Viola


      Die Heilerin zeigte sich von den Worten des Magiers wenig überzeugt. Gut war nicht die Beschreibung die Viola benutzen würde, um sein blasses Gesicht und die gebeugte Haltung zu beschreiben. Aber sie war nicht in der Position, um ihn zu belehren. Jeder Einzelne war mit dem Bewusstsein diese Reise angetreten, das ihn der Weg bis an den Rand der Kräfte bringen konnte. Wobei es immer wieder ein kleiner Schock war, Sylvar in dieser Verfassung zu sehen. Viola konnte sich kaum erinnern, wann sie in das letzten Mal derart geschwächt gesehen hatte. Sie widerstand dem Wunsch an seine Seite gehen, aber sie wollte dem Magier nicht zu nahe treten.
      "Wenn das unsere einzige Chance ist, haben wir vielleicht keine andere Wahl.", flüsterte sie in das heruntergekommene Zimmer. Sylvar musste mit dem Schlimmsten rechnen, wenn er von seinen Freunden forderte, ohne einen Blick zurück die Flucht zu ergreifen. Der Trotz in ihren Augen sprach Bände. Die Heilerin war mit der Tatsache ganz und gar nicht einverstanden.
      "Mir gefällt das nicht.", fügte sie noch leise hinzu. "Ihr sprecht, als müssten wir Euch zurücklassen."
      Damit glitt ihre Hand von Andvaris Arm, nur damit sie wieder auf dem wackeligen Tisch Platz nehmen konnte, von dort aus hatten sie einen besseren Blick auf die beiden ohne sich Nacken dabei zu verenken.
      Gerade als sie die Hände in den Schoß legen wollte, hörte sie den Weihaarigen die Frage stellen.
      "Welche Zeit?", sprach sie, bevor sie darüber nachdenken konnte und blickte beide schuldbewusst sein.
      "Verzeihung. Es geht mich nichts an." Es gab so viele Dinge die sie nicht wusste, und vermutlich nie begreifen würde.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari/Sylvar


      Für einen kurzen Moment sahen die beiden Elfen die Heilerin an, ehe sie beide zu lächeln begannen. Andvari suchte ihre Nähe wie die Motte das Licht und vermochte nicht, seine Hand aus ihrer zu lösen, während er sie ansah. Ungeachtet der Augen des Erzmagiers beugte er sich leicht vor, um seinen Arm ganz um sie zu legen. Bald schon mussten sie wieder in die Welt hinaus und sich dem Ernst stellen. Da konnten sie jetzt auch etwas Zärtlichkeit austauschen, ehe die Realität sie einholte.
      Sylvar hingegen blickte einen Moment ins Leere, ehe er Viola ansah.
      „Nicht doch, meine Liebe“, beruhigte er sie grinsend und hob die Hand. „Es ist ein Geheimnis, aber eines, das meine engsten Freunde wissen. Somit weiß es so gut wie Jeder, nicht wahr? Wie es eben mit Geheimnissen ist. Vor ein paar Jahren habe ich einen Zauber von Andvaris Mutter gewirkt, der meine Kräfte überstieg. Ich zeigte Hybris der schlimmsten Sorte und sah nicht ein, dass es meine Fähigkeiten überstieg. Und was soll ich sagen…Der Zauber korrumpierte mich und band mich an meine Körperliche Gestalt, während er mir stetig Aura absaugte wie ein kleiner Egel.

      Ich suche seither ein Heilmittel, kann aber keines finden, egal wie weit ich reise. Zur Betäubung der Schmerzen und zur Bekämpfung der Schwäche nutze ich eine Art Getränk, das aus destilliertem Blut eines Anderswesens, eines Schattenläufers und einer Art Kraut hergestellt wird. Dies hat den Nachteil, das meine Kräfte von Tag zu Tag schwinden…“
      Andvari nickte die ganze Zeit, während er den Erzmagier ansah.
      „Und zurücklassen werdet Ihr mich nicht. Ich hänge an meinem Leben! Aber ich werde etwas Abstand zur Explosion brauchen, wenn ich durch den Raum reise. Daher müsst ihr voranreiten!“

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    • Viola

      Liebevoll verwoben sich ihre Finger mit Andvaris, der scheinbar noch nicht gewillt war die junge Frau gehen zu lassen geschweige denn von ihrer Seite zu weichen. Lächelnd aber mit stummer Verwirrung in den Augen blickte Viola von ihrem Sitzplatz auf dem Tisch zu dem Elf hoch. Ihr Daumen zog sanfte Kreise auf seinem Handrücken, während sie sich bereitwillig gegen den starken Körper lehnte und den Kopf an seiner Schulter bettete. Die Heilerin war nie vor eine Aufgabe davon gelaufen, wie schwer sie auch war. Der Wunsch mit Andvari in sichere Gefilde davon zu laufen, wuchs jedoch mit jedem verstreichenden Augenblick.
      Die Erzählung des Magiers ließ Verständnis in ihren Augen schimmern, vertrieb aber die Sorge nicht aus ihnen.
      "Es tut mir leid," sprach sie sanft, auch wenn Sylvar sicherlich sein Unglück selbst herauf beschworen hatte. "Ich wünschte es gäbe etwas, dass wir tun könnten."
      Erleichtert, dass der Erzmagier der weißen Hand wohl nicht vorhatte das Schicksal eines Märtyrers anzustreben, entspannte sich die straffe Haltung ihrer Schultern und sie sank etwas mehr in den tröstlichen Halt des Weißhaarigen. Als Heilkundige schmeckte es ihr überhaupt nicht, dass sie machtlos gegen den Zustand des Magiers war. Aber ihr bescheidenes Talent erreichte hier ihre Grenzen. Es war kein Fieber, das es zu lindern galt oder ein Knochen, der gerichtet werden musste. Und die Zeit war nicht auf ihrer Seite.
      Mit der freien Hand tastete Viola neben sich und zog die gläsern erscheinende Klinge von Dandelost entschlossen an ihre Seite. Obwohl sie ehrlich hoffte, nicht in einen Nahkampf zu geraten. Ihr Fortschritt war in ihren Augen mehr als dürftig und sie wollte keinesfalls jemandem im Weg stehen.
      "Also gut...", begann Viola wieder, nickte Sylvar bestätigen zu und legte den Kopf ein wenig zurück in dem Nacken um Andvari anzusehen. "Wie werden wir vorgehen? Ich befürchte uns bleibt nicht all zu viel Zeit."
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    • Andvari/Sylvar

      Der Erzmagier winkte ab und blickte einen Moment verträumt in die Verlorenheit des Raumes, während er nicht wikrlich ein Ziel fixierte. Der Stab an seiner Seite stützte den schmächtigen Körper ab, während er wie ein Geisteskranker vor sich hin murmelte und zeiten berechnete.
      Derweil drückte Andvari sie sanft an sich und seufzte tief, während Sylvar noch in sich versunken schien.
      "Nun, ich denke...", murmelte der Erzmagier und sah die beiden mit glühenden Augen an. "Ich denke, wir werden ein wenig diplomatisches Geschick und Finesse brauchen, um in das Gefängnis herein zu gelangen. Der KErker befindet sich am Fürstenpalast und wird schwer bewacht, also sollten wir mehr denn je darauf achten, niccht allzu sehr aufzufallen..."
      "Du willst dich einfach hinein teleportieren", schloss Andvari mit genervtem Blick.
      "Exakt!", sagte Sylvbar und erhob sich schwungvoller als sein schwächliches Aussehen vermuten ließ.
      Der Weißhaarige rollte mit den Augen während der Erzmagier durch den Raum spazierte. Hierbei bewegte er sich von einer Ecke des Raumes in die andere und duchmaß das Zimmer immer wieder mit langen Schritten,.
      "Ich werde uns mit ziemlicher GEnauigkeit in die Mitte des Kerkers bringen. Von da aus müssen wir Farryn nur finden und entsprechend bewaffnen. Das wäre deine Aufgabe, Andvari."
      "Warum meine?"
      "Weil man nur dir den wahnsinnigen Ehemann abnimmt derzeit. Und die Wachen sind einfache Elfen, die sich von einem heranstürmenden Irren mit gezogenem Schwert ablenken lassen. Wir brauchen ihren Hammer, damit wir eine Chance haben. Finde den Hammer und ich und Viola finden Farryn. Anschließend ist es alles sehr einfach."

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    • Viola

      Obwohl die Lage äußerst ernst war und ihr Vorhaben nicht minder gefährlich, beobachte Viola die Brüder mit einem amüsierten Grinsen auf den Lippen. Ein Funken Hoffnung blühte auf, dass sie dieses Mal ohne weitere Schwierigkeiten davon kamen. Wenn alles reibungslos verlief, würde die Unruhe, die Sylvar als ihre Ablenkung kalkulierte, ihnen den Rücken decken.
      Interessiert folgte die Heilerin den Schritten des Magiers, als würde er den gesamten Raum abmessen. Der wahnsinnige Ehemann? Viola brachte es tatsächlich fertig in dem Moment leise zu lachen und drückte ihr Gesicht gegen die Schulter ihres Gefährten. Der Gedanke, dass sie sich gerade als vermählte Geliebte ausgaben, wirkte immer noch ein wenig befremdlich. Und doch war es so spielend einfach, als müsste es so sein. Behutsam hob sie ihre verschlungenen Hände an und hauchte einen Kuss auf die mit blassen Narben verzierten Knöchel seiner Finger.
      Anschließend löste sie sich endgültig aus seinen Armen, um vom Tisch herunter zu gleiten. Beiläufig schob die den Saum ihrer weiten Bluse in den Bund ihrer Hose, damit der flatternde Stoff ihr nicht im Weg war. Beinahe routiniert prüfte sie den Halt des Dolches an ihrem Schenkel und befestigte Dandelost an der linken Seite ihrer Hüfte. Das Gefühl des Aufbruchs hatte sie erfasst. Unter ihrer Haut summte ihre Magie, obwohl sie diesem Umstand eher der Herzensklinge an ihrer Seite zuschrieb. Es fühlte sich an, als wäre das Schwert über kurze Zeit ein Teil ihrer selbst geworden.
      "Wie stellen wir sicher, dass wir uns wiederfinden, wenn wir Farryn gefunden haben?", fragte sie in den Raum. Womöglich war der Kerker gar nicht so groß. Sie hatte nur das Bild der langwierigen Gänge des Verlieses in Tirion im Kopf.
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    • Andvari

      Hätte Viola ihn nicht in dem Moment geküsst, wäre er beinahe empört gewesen. So musste er sich eingestehen, dass die Situation durchaus ein wenig Humor vertragen konnte. Und so tippte er mit einem Finger gespielt ärgerlich an ihre Schulter und murmelte: "Hey!" udn drückte sie leicht zur Seite, während er beinahe genauso breit grinste wie Viola selbst.
      Er genoß das süße Brennen des Kusses auf seiner Haut und sah sie lächelnd an, während Sylvar weiter und weiter sprach. Viola erfasste offenbar der Tatendrang und während Andvari ihre Schritte unbemerkt durch den Raum verfolgte, Sylvar jedoch blieb steen und rieb sich nachdenklich das Kinn. Der Erzmagier blickte Viola während ihrer Vorberietungen an und schien eine Weile in GEdanken versunken, ehe er erschrocken Luft holte und mit dem Finger in die Luft zeigte.
      "Ich habe eine Idee!", sagte er und sah Andvari an. "Ein Wiederfinden im Kerker ist beinahe unmöglich...Es sei denn, wir kennzeichnen dich, Andvari."
      "Nein!"
      "Ach, jetzt zier dich nicht so!"
      "Ich sagte Nein! Das letzte Mal musste ich acht Tage ein dämliches Armband tragen."
      "Es war wunderbarer Schmuck."
      "Es war in grell rose Farbe und selbst die Dirnen haben mich ausgelacht."
      "Soltlest du gewohnt sein. Jetzt zier dich nicht, ich schwöre dir, es ist kein Armband."
      Andvari zog eine Augenbraue hoch. Sylvar seufzte.
      "Es wäre ein Halsband, aber: ein Modisches!"

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    • Viola

      Mit einem mehr warmen Kichern, das nicht wirklich danach klang, als würde sie sich über Andvari lustig machen, war sie in der leicht stupsenden Bewegung etwas mit geschwungen.
      Das Gespräch nahm definitv eine merkwürdige Richtung und Viola war erschrocken beim Ausruf des Magiers zusammen gezuckt. Das Funkeln in seinen Augen verriet nichts Gutes. Zumindest nicht für den Weißhaarigen, der trotzig wie ein Jüngling seinen Bruder ansah. Bei jeder Silbe, die gesprochen wurde, schien die Neugierde in ihren Augen nur zuwachsen.
      Mit funkelnden Augen sah sie zu Andvari herüber. Und ja, sie sehnte sich nach ein paar kurzen Augenblicke des Friedens. Wären ihnen doch nur mehr Tage auf der friedvollen Lichtung geblieben. Sie wollte nicht einen Moment von seiner Seite sein, aber es blieb keine andere Wahl. Und bald würde zu Sylvar sich auch noch Farryn zur ihrer Unternehmung gesellen. Die Furcht und Sorge um den Unbekannten in den finsteren Schatten verklang für den Moment zu einem dumpfen Hintergrundrauschen.
      Zur vermutlichen Schmach Andvaris wandte sich Viola nun ganz seinem Bruder zu und trat ein wenig an die Seite des Magiers.
      "Diese Geschichte würde mich ebenfalls interessieren.", murmelte sie mit einem Grinsen, ehe sie den Haarknoten in ihrem Nacken löste um die rot bräunliche Mähne über ihren Schultern auzuschütteln. Die meisten Strähnen hatten sich eh bereits gelöst. "Und falls Ihr denkst, ich hätte es vergessen...Wenn das hier geschafft ist, schuldet Ihr mir immer noch eine Erklärung, woher Ihr Henrietta kennt."
      Schmunzelnd tippte sie sich gegen die Stirn. "Ich habe ein sehr gutes Gedächtnis für derlei Dinge."
      Bei der Erwähnung des Halsbandes stutzte die Heilerin merklich und zog die Stirn kraus.
      "Das müsst Ihr mir genauer erklären...", flüsterte sie Sylver fast verschwörerisch zu.
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    • Andvari/Sylvar

      Andvari blickte beinahe entsetzt zu seinem Bruder und anschließend zu Viola, auch wenn er gegen das Funkeln ihrer Augen nichts machen konnte. Selbst wenn sie ihn hier und jetzt um eine Tanzeinlage gebeten hätte, hätte er nicht widerstehen können. Dafür war das Leben, was durch ihre Augen pulsierte, zu groß und zu übermächtig.
      Schweigend verschränkte er die Arme vor der Brust und blies sich eine Strähne aus dem Gesicht.
      "ICh verstehe nicht, warum immer ich die dusseligen Artefakte tragen muss", grummelte er und setzte sich auf das Bett in seinem Rücken.
      "Erstens sind sie nicht dusselig", begann Sylvar und blcikte ihn böse an, ehe er sich zu Viola herüber beugte. "Nun, es ist ganz einfach. Um Jemandes Aura wiederfinden zu können, versieht man ein Kleidungsstück, Schmuckstück oder sonstiges geeignetes Mittel mit einem simplen Aufspürzauber. Dieser wird durch einen Fetzen Eurer eigenen Aura ermöglicht und ist daher für Euch immer aufspürbar, sofern sich das Stück nicht in vielen Meilen Entfernung aufhält."
      Der Erzmagier grinste schelmisch und lehnte sich etwas zurück. Jedch verschwand der Ausdruck der niederträchtigen Schadenfreude in dem Augenblick, als ihn Viola an das Treffen mit Henrietta erinnerte.
      "Ja, nun...Wie soll ich sagen...Henrietta und ich, wir lernten uns vor geraumer ZEit kennen, als ich den Zauber verwirkte..."
      "Lüge", konstatierte Andvari und zog eine Augenbraue hoch. "Ihr kanntet euch schon vorher. "
      "Halt den Rand, du Schandmaul, sie hat mich gefragt!", keifte der Erzmagier und seufzte. "Also wie mein Bruder - den ich gleich ermorden werde - bereits mitteilte, lernte ich Henrietta auf einem meiner Streifzüge durch die Lande kennen. Ich war ein junger Zauberer, just der Lehre entsprungen und befand mich auf der Straße des Lebens, um meinen Sinn zu finden..."
      "In Hurerei und Trank."
      "Bei den verfaulten Bäumen von Amendyll, Andvari!", donnerte Sylvar und sah sie böse funkelnd an. "Es war nicht meine Glanzstunde ja, aber was soll ich sagen. Ich war jung und benötigte die Erfahrung. ICh zog denn durch die LAnde und lernte hier in Telerin eine junge Frau kennen. Ich lernte an diesem Abend noch zwei weitere Weiber kennen und wurde zum Trunke eingeladen. Ich traf sie im Schankhaus und nun ja. Wir pfiffen auf Vernunft und Moral und tranken gemeinsam. Und stets auf mich, dumm wie ich war. Und mit allen Dreien hatte ich so mein Stelldichein. Die Erste zeigte mir neue Welten der Erlösung..."
      Andvari machte ein Würgegeräusch.
      "Banause! Jedenfalls, die ZWeite jedoch fügte mir Wellen wohligen Schmerzes zu, währnd die Dritte - Henrietta - nach dem Aufwachen aussah wie ein alter Hund und mein Becken sich anfühlte, als habe ein altmerisches Rhinozeros seine Hörner darin vergraben. Was soll ichs agen..."
      "Manche nennen es Geschlechtskrankheit."

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    • Viola

      Vermutlich könnte die Erzählung des Magiers als beschämende Jugendsünde verbucht werden, zumindest Henrietta hatte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Heilerin kicherte hinter vorgehaltener Hand und schien sich prächtig über den Wortabschlag der Brüder zu amüsieren. Am Ende war aus dem erstickten Kichern ein ausgewachsenen Lachen geworden, dessen Klang den spärlichen Raum erfüllte, als wäre gerade Sie Sonne über die Telerin aufgegangen. Mittlerweile war sich Viola ziemlich sicher, dass sie seit ihrer Ankunft im Königreich der Elfen mehr gelacht hatte, als je zuvor in ihrem Leben. Seltsam, wie sich die Gelegenheiten manchmal entwickelten.
      Viola wischte sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln und nahm einen tiefen, beruhigenden Atemzug. Sie schämte sich beinahe ein wenig, über Sylvars Erfahrung mit der resoluten Elfendame zu lachen. Als Heilkundige hatte sie schon den ein oder anderen Soldaten in mit einem ähnlichen Problemchen gesehen. Aber sie schämte sich eben nur fast.
      "Als Heilerin sollte ich Euch vermutlich belehren, aber damit wäre ich wohl ein paar Jahre zu spät...", brachte sie hervor und hatte sich noch kaum von ihrem Lachanfall erholt.
      "Was Euren Aufspührzauber angeht", schmunzelte die junge Frau und blickte nun von Sylvar zu Andvari herüber. "Hätte ich womöglich eine Lösung mit der auch Andvari leben könnte." Jedenfalls würde sie ihm so das Tragen des angedrohten Halsbandes ersparen.
      Mit geschickten Fingern zog Viola eine dicke Strähne der rebellischen Haarmähne über ihre Schulter. Mit der freien Hand zog sie den Dolch von ihrem Oberschenkel und bevor jemand etwas sagen konnte, hatte sie die ausgewählte Strähne vom Rest ihres Schopfes getrennt. Der Illusionszauber verklang und das Haar zwischen ihren Fingern nahm seine ursprüngliche, herbstrote Farbe wieder an.
      Mit einem dem dünnen Lederband band sie die Strähne an einem Ende zusammen und nahm kurz am Tisch Platz um die Strähne mit geübten Handgriffen zu flechten. Als sie fertig war und auch das zweite Ende verknotet hatte, hielt sie eine geflochtene, rote Haarsträhne von der Dicke ihres Daumens in der Hand.
      Mit einem Knarren auf den alten Holzdielen, schob sie den Stuhl zurück und ging zu Andvari herüber, um sich neben ihn auf das Bett zu setzen. Viola nahm seine rechte Hand in ihre und wickelte die geflochtene Strähne wie ein Armband um sein Handgelenk.
      "Zwar kein edles Schmuckstück für einen Prinzen..." murmelte sie und knotete die beiden Enden mit dem Lederband fest zusammen. "...aber jedenfalls ist es nicht in rosé."
      Über die Schulter warf sie einen fragenden Blick zu Sylvar.
      "Wir das für den Aufspürzauber ausreichen?" Viola hätte gerne etwas Passenders beigesteuert, aber ihr gefiel der Gedanke, dass Andvari ein Stück von ihr bei sich trug. Und wenn es nur eine simple Strähne ihres Haares war.
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    • Andvari

      Andvari begann seinerseits zu lachen, als Violas Kichern zu einem ausgewachsenen Lachen wurde. Es war herrlich, diesen glockenhellen Ton durch das Zimmer laufen zu hören und doch erschien der Erzmagier nicht erpicht, fies Gelächter länger als notwendig zu hören. Er winkte während seiner Erzählung ab und seufzte.
      "Paperlapapp!", keifte er. "Geschlehtskrankheit. Von wegen. Diese Frau hat mich einfach schlimmer geritten wie einen Zuchtbullen. Man konnte machen was man wollte, sie verschlang einen mit Haut und Haaren."
      Ala der Weisshaarige noch immer würgegeräusche von sich gab, seufzte Sylvar komplett und schüttelte den Kopf. Diese Jugend....Diese verdammte Jugend. Wobei andvari technisch gesehen der Ältere der beiden Brüder war.
      "Ich befürchte, für eine Belehrung wie Sylvar es braucht, bist du zu spät", kicherte der elf noch immer währnd der sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel wischte. Er wollte mit Viola alleine sein, so viel konnte er an Gefühlen noch formulieren, aber viel eher überraschend ihn ihre plötzliche Reaktion zum Aufspürzauber. Als sie sich eine Strähne ihres wunderschönen Haares Abschnitt, zuckte Andvari beinahe zusammen. Dass man etwas so prächtiges beschnitten besaß einen Hauch von Verbrechen. Schweigend sah er ihr zu, wie sie ihr abgeschnittenen Haar zu eine Art armband Flucht und ihm umlegte. Mit ihrer Bemerkung hatte sie recht. Es war kein Schmuckstück für einen Prinzen oder König. Es war so viel wertvoller, dass er nicht sprechen konnte und mit offenem Mund da stand. Sylvar hingegen grinste und sah die beiden an.
      "Jetzt habt Ihr ihn kaputt gemacht", murmelte er und griff sich nachdenklich ans Kinn. " Ja, diese Strähne könnte funktionieren. Also kein Halsband..."
      Andvari sah sie staunend an und hielt seinen Arm ein wenig hoch.
      "Das...Das ist wunderschön..."

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    • Viola

      Für einen Augenblick sah Viola ihren Gefährten mit einem fragenden Ausdruck in den grünen Augen an und schließlich zauberten die Worte ein liebliches Lächeln auf ihre Gesicht. Die Tatsache, dass etwas sie Einfaches und Gewöhnliches den Elf in wunderliches Erstaunen versetzte, erfüllte ihr Herz mit Freude. Und wäre das Herz nicht längst an ihn verloren, so hätte sich Viola spätestens in dieser Sekunde hoffnungslos in ihn verliebt. Lächelnd betrachtete die Heilerin das schlichte Kunstwerk um das Hangelenk, wie sich das leuchtende Rot von der blassen Haut abhob.
      "Danke..", flüsterte sie in den Raum zwischen ihnen. "...aber es nichts Besonderes. Ich wünschte, ich hätte Zeit etwas Passenderes zu finden. Sei's drum, es macht mich glücklich zu sehen, dass du etwas von mir bei dir trägst." Nichts lag ihr ferner als einen Besitzanspruch zu stellen oder Andvari mit diesem simplen Schmuckstück eine Fessel anzulegen. Sobald der Illusionszauber nicht länger von Nöten war, würde jeder der sie ansah, augenblicklich Gewissheit haben von wem die herbstrote Haarsträhne stammte. Die Heilerin berührte ein letztes Mal mit nachdenklicher Miene das Armband, als würde sie den festen Knoten prüfen.
      "Etwas, das dich an mich erinnern wird.", fügte sie noch hinzu und die Worte waren so leise, dass sie fast von der nächtlichen Geräuschkulisse aus der Taverne unter ihnen verschluckt wurden. Der Gedanke, dass Andvari in vielen Jahren dieses Kleinod betrachtete und sich hoffentlich mit einem Lächeln, nicht mit Trauer an ihr kurzes Leben und an die Spuren, die sie hinterließ, erinnerte, hinterließ keine Verbitterung sondern nur Dankbarkeit und Glück.
      Viola verspürte den kaum zu bändigenden Wunsch Andavari besinnungslos zu küssen, während er sie mit Wunder in den goldenen Augen ansah. Sehnsucht war für sie vor wenigen Tagen noch ein Fremdwort gewesen. Schweren Herzens blickte sie erneut zu Sylvar, und hoffte dass ihr Blick nicht so verräterisch ihre Gefühle spiegelte. Der zarte Rotschimmer auf ihren Wangen war sicherlich Beweis genug.
      "Ich hoffe nicht...:, murmelte Viola und räusperte sich, ehe ihre Stimme wieder ein wenig an Kraft gewann. "Ihr seid dran großer Magier." Sie deutete auf das Armband.
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    • Sylvar/Andvari

      Natürlich hatte der Erzmagier den Blick der beiden bemerkt und innerlich bereits eine Salve von Sprüchen vorbereitet, die er Andvari bei nächster Gelegenheit um die Ohren hauen wollte.
      "NUn...", begann er grinsend und trat auf Andvari zu, schwer auf den Stab gestützt. "Davon abgesehen, dass ihr beide nicht voneinander lassen könnt, haben wir eine lange Reise hinter uns. Vielleicht ist es weiser, diese Nacht hier zu verbringen und morgen unserer Infiltration zu beginnen, wenn niemand erwartet, dass wir es tun."
      Er griff nach Andvaris am und murmelte seinen kleinen Zauber erneut, während seine Finger tanzende Figuren in den formlosen Himmel schrieben. Eine kurze Hitzewelle kroch über die Haut des Weißhaarigen und stellte alle Haare auf dem Arm auf, die sich dort fanden. Das Amrband, selbstgeflochten wunderschön, wies mit einem Mal leuchtende Runenn auf, die im Pulsschlag des Erzmagiers aufleuchteten. Einen kurzen Moment verzog der Elf das Gesicht, während Sylvar die letzten Windungen des Zaubers wob. Es brannte ein wenig und schien sich darunter in die Haut zu brennen, während er rote Haarschopf unverändert auf seinem Arm zum Liegen kam.
      "In Ordnung", flüsterte der Elf. "Das sollte reichen. Ich...Ich bin..."
      "Du wirst erschöpft", muremlte Andvari und stützte den Erzmagier im letzten Moment, als dieser auf seinen Schemel kippte. Sein Gesicht war bleich wie der Tod und das Ornament auf seiner Stirn besaß keine Leuchtkraft mehr.
      "Ich brauche nur Schlaf."
      "Den sollst du haben", nickte Andvari und wies mit einem kurzen Kinnvorstoß Viola an, die Tür zu öffnen. "Kannst du laufen, alter Mann?"
      Sylvar gab einen empörenden LAut von sich.
      "Laufen. Als ob ich jemals nicht laufen konnte. Nein, nein, nimm deine Finger weg und bleib bei deinem Weib! Es ist verdächtig, eine Frau alleine in ihrem Zimmer zurückzulassen, wenn sie keine Dirne ist."

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    • Viola

      Als Sylvar sich langsam näherte und sich dabei schwer auf seinen Stab stützte, senkte Viola ertappt den Blick. Dem Magier konnte wohl niemand etwas vormachen. Dazu gesellte sich das schlechte Gewissen, ihrem Freund und Mentor trotz der bleiernden Erschöpfung einen weiteren Zauber abzuverlangen.
      Die Heilerin beobachtete mehr das müde Gesicht des Elfen, als die grazilen Bewegungen seiner Hände. Das allgegenwärtige Leuchten der Insignie auf seiner Stirn war erloschen. Für Viola wirkte es, als wäre alle Magie fort und das bis auf den letzten Tropfen. Als Sylvar schwankte und Andvari an seine Seite eilte, erwachte auch die junge Frau aus ihrer Starre und beeilte sich die störrische Tür zu öffnen.
      "Seid doch vernünftig. Ihr habt bereits so viel für uns auf Euch genommen. Lasst uns dieses eine Mal helfen." gab sie ruhig zu bedenken und trat mit einem wachsamen Blick zu allen Seiten auf den leeren Gang. Nichts erschien ihr verdächtig und vielleicht war die Schwäche des Magiers in diesem Moment Fluch und Segen zugleich. Überstürzt in einen Kerker einzubrechen, ohne zu wissen was sie erwartete, erschien beim zweiten Nachdenken äußerst töricht. Besorgt richtete sich ihr Blick auf Sylvar, der wieder einmal viel zu viel für sie auf sich genommen hatte. Vor der gesuchten Tür blieb sie stehen und streckte auffordernd ihre Hand aus. Das Gezeter des Elfen hatte sie dabei gekonnt ignoriert.
      "Der Schlüssel. Bitte?", sagte sie bestimmt. Eindeutig der Ton einer Heilkundigen, die sich nicht auf eine Diskussion mit ihrem Patienten einließ. "Ich könnte auch Henrietta um Unterstützung bitten, wenn Euch das lieber ist. Ich bin sicher sie wäre begeistert Euch Gesellschaft zu leisten, Sylvar."
      Herausfordernd sah Viola den Magier an und war sich sehr wohl bewusst, dass mit unfairen Mitteln spielte.
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    • Sylvar/Andvari

      Andvari seufzte und blieb genau wie Viola an seiner Seite. Doch schien die junge Heilerin in ihrer Art und Weise nicht nur wesentlich bedächtiger sondern auch effektiver zu sein. as Gewicht des Erzmagiers lastete ein wenig schwerer als erwartet auf seinen Armen, während Sylvar sich noch immer mit Händen und Füßen wehrte.
      "Lass das Andvari! Es ist ja wirklichf reundlich, dass ihr beide mir helfen wollt, aber ich bin ein erwachsener Elf und dieser Krankheit bereits seit Jahrzehnten erlegen. Glaubt mir, wenn ich Euch sage", er sah zu Viola. "Wenn ich Euch sage, dass ich alles unter vollster Kontrolle habe."
      Der MAgier tat einen weiteren Schritt in Richtung Tür und trat sich auf den Saum seines weißen Gewandes, was ihn kurzerhand ins Schleudern brachte. Andvari verfestigte seinen Griff und find die schmale Gestalt Sylvars ein wenig auf, während sich dieser an seinem Stab erneut hochstemmte. Das blonde Haar hing ihm verwirrt ins GEsicht, als er gegen seinen Willen und unter deutlichem Protest aus em Raum geschliffen wurde. Beschimpfungen derart, die wir hier nicht wiederholen wollen, flogen gerade zu an Andvaris lächelndes Gesicht und den stoischen Blick des Elfen zu Viola, die bereits die gesuchte TÜr ausgemacht hatte.
      "Also wirklich! Ich bin doch kein Kleinkind!", keifte er als Viola ihn um den Schlüssel bat. Er verschränkte die Arme vor der Brust und drehte den Kopf mürrisch zur Seite. "Vergesst es!"
      Auf ihre zweite Bemerkung hin flog ein HAuch von Angst über sein Gesicht. Das bereits bleiche Gesicht glich mittlerweile der weiß-gräulichen Wand neben ihnen und ein gewaltiger Kloß wurde herunter geschluckt.
      "Hier bitte", murmelte er und neigte leicht den Kopf, als er den Schlüssel für seinen Raum präsentierte.
      Andvari kam nicht umhin, ein breites Grinsen aufzulegen. Er würde jeden Tag verrückter nach dieser Frau.

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    • Viola

      Der kleine Zwischenfall, es war nur ein unvorsichtiger Schritt gewesen, der Sylvar aus dem Gleichgewicht brachte, überzeugte Viola mehr denn je davon an dieser Stelle richtig zu handeln. Der Magier würde ihrem Gedanken wohl entrüstet widersprechen. Die farbigsten Beschimpfungen und Flüche ließen ihre Ohren klingeln. Der bunte Wortschatz war wirklich beeindruckend. Mit einem triumphierenden Grinsen nahm die Heilerin den knöchernen Schlüssel entgegen, um die schwere Holztür unter ächzendem Protest des Holzes aufschwingen zu lassen.
      "Das ist doch jetzt wirklich kein Weltuntergang. Und ich behandle Euch solange wie ein Kleinkind, wie ihr Euch wie eines aufführt. Erzmagier hin und her.", sprach sie mahnend, aber nun wieder mit einem sanften Lächeln. Viola wollte Sylvar keinesfalls bevormunden, dies stand ihr nicht zu, aber manchmal war ein energischen Durchgreifen einfach notwendig. Besonders bei dickköpfigen Elfenmännern. Bei dem Gedanken funkelte es amüsiert in den grünen Augen. Die Brüder waren beide nicht gut darin, Hilfe zuzulassen. Die junge Frau hatte nicht vor den blonden Elf zu bemuttern, sie wollte nur sicher gehen, dass er heile und ohne Schwierigkeiten sein Bett erreichte.
      Die Tür hielt Viola für Andvari und dem geschwächten Sylvar auf und ließ die beiden eintreten, ehe sie ebenfalls in das ziemlich winzige Zimmer trat. Den Schlüssel legte sie umsichtig und in Sylvars Reichweite auf dem kleinen Tisch neben dem Bett ab.
      "Ob Ihr es wollt oder nicht. Ihr seid mein Freund, Sylvar. Gewöhnt Euch daran, dass meine Sorge Euch mit einschließt", sagte Viola und sah ihm dabei mit eigener Sturheit in Augen. Kurz berührte sie ihn federleicht an der Schulter. Die ihr innewohnende Magie war zu schwach, um bei diesem Problem zu helfen. Anschließend zog sie sich respektvoll in dem Türrahmen zurück und wartete geduldig auf Andvari.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Andvari griff die Schultern des störrischen Elfen und bugsierte ihn in aller Vorsicht, aber mit genügend Bestimmtheit in den Raum, sodass es keinen Widerspruch duldete. Sicherlich hielt dies nicht den Magier davon ab, sich hier und da ein wenig zu wehren oder mit allem Feuereifer grummelnd und murrend in den Raum geleitet zu werden.
      "Wie ein Kleinkind...Was fällt Euch ein....", murrte Sylvar, allerdings mit keinerlei NAchdruck in der Stimme. Er war der jungen Heilerin nicht böse, aber die Lage seiner Erkrankung war leider hoffnungslos. Selbst wusste er sich keinen Ausweg, aber die Hoffnung, irgendwann ein Heilmittel zu finden, starb bekanntlich zuletzt. Bis dahin musste er sich auf seinen Trunk verlassen, der in seinem Gepäck ruhte.
      Als hätte der Weißhaarige seine Gedanken gelesen, durchmaß er den winzigen Raum mit zwei großen Schritten und griff nach dem BEutel, den Sylvar immer mit sich herumschleppte. Darin befand sich ein Wechselgewand (nur eines???) und diverse Untensilien und kleine Bücher. Als wäre sein Reisegepäck nicht schon unnötig schwer genug, raschelte und klackerte es, während er den kleinen Flakon aus dem schweren Beutel zutage förderte. In dem winzigen Fläschchen befand sich eine schwarze, dickflüssige MAsse, die offenbar zum Trinken geeignet war. Zumindest hofte Andvari es, als er die Flasche auf das Beistelltischchen stellte.
      "Schon gut, schon gut, ich hab es begriffen!", murmelte er und legte sich auf den Rücken. "Und jetzt macht, dass ihr herauskommt!"
      Andvari grinste breit und nickte, während er zu Viola trat und die Tür sachte hinter sich schloss.
      "Er war schon immer sturer als ein Maultier", murmelte er. "Da wundert es nicht, dass er es im hohen Alter immer noch ist."
      Anschließend legte er lächelnd eine Hand federleicht in ihren Rücken. Nicht, um sie fortzuschieben, sondern vielmehr, weil er das Gefühl ihrer Haut fühlen wollte.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Kopfschüttelnd verließ Viola ihre Position im Türrahmen, um dem Weißhaarigen Platz zu machen. Mit einem Ächzen schloss sich die Tür in ihrem Rücken. Viola lauschte der Musik und dem Stimmengewirr, welche die Treppe herauf drangen. Irgendwo dem Durcheinander aus verschiedensten Geräuschen polterte die Stimme von Henrietta durch den Schankraum. Eine Tür flog scheppernd und mit einem lauten Knall wieder in Schloss. Vermutlich ein armer Tropf, der zu später Stunde von der resoluten Wirtin glatt vor die Tür gesetzt wurde.
      "Schon gut. Ich nehme es Sylvar nicht übel.", antwortete Viola mit einem sanften Flüstern, dabei würde sie hier kaum jemand belauschen können. Bei der Bemerkung über das Alter schmunzelte die Heilerin leicht und blickte Andvari mit einem Funkeln den Augen an. "Wenn ich mich recht erinnere, ist bist du der Ältere von beiden. Wächst die Sturheit der Elfen gleichsam mit den Lebenjahren? Das würde einiges erklären..." murmelte Viola mit einem Grinsen.
      Das Gewicht der Hand in ihrem Rücken erdete die junge Frau und schie sie gleichzeitig aufrecht zu halten, während sie sich leicht gegen die Berührung lehnte und die Wärme genoss. Zart griffen ihre Finger nach seiner freien Hand, ehe Viola sich langsam in Bewegung setzte und den Elf über die wenigen Meter bis zu ihrem Zimmer mit sich zog. Zur ihrer Schande bemerkte sie, dass sie ihre Tür offen gelassen hatte. Aber die Nachlässigkeit schien angesichts der Situation entschuldbar. Mit einem letzten Blick in den spärlich beleuchteten Korridor führte sie Andvari in das Zimmer und zog die Tür zu. Mit einem leisen Klicken hatte sie den Schlüssel in dem rostigen Schloss umgedreht und den Raum versperrt.
      Die Heilerin lehnte sich zurück gegen das gealterte Türblatt und blickte zu ihrem Gefährten herüber. Das flackernde Licht im Raum, spiegelte sich glühend in den grünen Iren. Ohne den Blick von Andvari abzuwenden, löste sie die Riemen vom ihren Oberschenkel, an denen der Dolch befestigt war. Die Klinge fiel mit einem dumpfen Poltern auf die Holzdielen. Dandelost, wohl umsonst erneut angelegt an ihre Hüfte wurde mit mehr Sorgfalt gelöst und achtsam an die Wand neben der Tür gelehnt.
      Viola zögerte für den Bruchteil einer Sekunde, ehe sie sich in den Nacken griff und den filigranen Verschluss der Kette öffnete. Der silberne Vogel landete sicher in ihrer Handfläche. Vom Scheitel breitete sich das leuchtende Herbstrot bis über ihre Schultern zur letzten Haarspitze aus. Sie verspürte nichts, als die Narben wie durch Zauberhand wieder ihre Haut schmückten. Sie würde die Silberkette wieder anlegen, sobald sie am Morgen den Raum verließen. Das Schmuckstück verschwand in ihrer Hosentasche.
      Und auch, wenn die Illusion körperlich nicht spürbar war, hatte sie das Gefühl eine Maske abzunehmen.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      "Ich befürchte, die Sturheit der Elfen ist legendär, wenn man es so betrachtet. Und ja, ich befürchte ebenfalls, dass sie mit dem Alter wächst", grinste er und ließ sich von ihr mitziehen.
      Es war das erste Mal, dass er derartigen Drang bei ihr spürte. Wenn er es recht besah, war es selten, dass sie derart fordernd seine Gesellschaft vorzog. Ein schönes Gefühl, gemessen an der Seltenheit des Aufkommens. Die Geräusche, die sie auf dem Flur erwarteten, waren nicht mit den normalen des Schankbetriebes zu vergleichen. Die Musik schien langsam ruhiger und schwerer zu werden, die Gespärche dafür lauter und zahlreicher. Zwar verstand Andvari nicht einmal ein Drittel des Gesagten, doch schien es ihm, als tauschten sich einige Elfen recht lebhaft darüber aus, wie man sich am besten mit anderen Völkern verständigte. Zumindest wollte er das glauben, als die beiden über den Flur huschten.
      Wieder im Raum angekommen, wollte er sich gerade herumdrehen und zu sprechen beginnen, als ihm das Wort im Halse stecken blieb. Viola schloss den Schlüssel herum und das Nächste, was er neben den wunderschönen Augen seiner Gefährtin wahrnahm, war das laute Poltern des Dolches, der zu Boden fiel.
      Als sie sich sodann auch noch des Tarnzaubers entledigte, der sie in eine Andere verwandelte, seufzte Andvari lächelnd und lehnte sich an das Bettgestell.
      "So gefällst du mir eindeutig am Besten", murmelte er wie zu sich selbst und betrachtete mit ebenso leuchtenden Augen ihre herbstroten Haare und das leuchtende Grün oihrer Augen.
      Selbst die weißlich schimmernden Narben hieß er willkommen, da sie diese Frau erst zu dem machten, was sie war. Andvari selbst grinste breit und begann seinerseits, seinen Waffengurt zu lösen und legte sein Schwert neben das Bett. Zumindest an die Seite, die er als seine Seite auserkoren hatte. Die Luft stand still in diesem Raum. Nicht durch Schwere oder Schweiß, sonern vielmehr bedingt durch die Spannung, die er empfand. Ob es Viola auch so ging?

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Die Spannung in dem kargen Raum wirkte für Viola beinahe greifbar. Die Luft schien sich förmlich aufzuladen, während sie jeder Bewegung des Elfen mit den Augen verfolgte. Die Fingerspitzen zuckten über das spröde Holz, wo sie ihre Hände flach gegen die Tür neben sich gelegt hatte. Schmale Schultern erzitterten unter einem tiefen Atemzug und für einen Augeblick schien auch der zierliche Körper der Heilerin vollständig unter Anspannung zu stehen. Viola wirkte beinahe wie eine Frau, die zwischen der Entscheidung stand zu flüchten oder in die Konfronation zu gehen. Aber das unervechselbare Feuer in ihren Augen sprach für sich. Von der eigenen Courage überwältig, denn für die junge Frau war es noch immer überraschend, wie spielend einfach es sein konnte, den Wünschen und dem Begehren ihres Herzens nach zugeben. Und doch tat sie es so selten, aus dem tief verankerten Angst heraus, irgendwann auf eine Grenze in ihrem Kopf zu stoßen.
      Die Worte zauberten ein Lächeln auf ihre Lippen und es klang immer noch wunderlich in ihren Ohren, dass er ihre gezeichnete Gestalt dem ebenmäßigen Gesicht vorzog. Etwas blitzte in den tiefgrünen Augen auf.
      In einer fließenden und grazilen Bewegung stieß sich Viola mit den Hände von der Tür ab und durchquerte den Raum mit wenigen Schritten. Kein Zögern lag in ihrem Handeln, als sie vor Andvari zum stehen kam. So nah, dass sie die Hitze seines Körper durch ihre Kleidung spüren konnte und umfasste mit den Händen seine Gesicht. Das Gefühl der warmen Haut unter ihren Fingerspitzen, schickte eine stetig geschürte Glut durch das Blut in ihren Adern. Sanft aber nicht minder bestimmt zog sie sein Haupt zu sich herunter. Von Verlangen erfüllt, das seit Tagen unter ihrer Haut brannte, legten sich ihre Lippen auf seine während sie ihr Gewicht auf die Fußballen verlagerte, um sich ihm entgegen zu strecken. Es war gleichsam aufregend wie beängstigt, dem flammenden Wunsch in ihrer Brust nachzugeben.
      Der Verstand holte zähfließend mit ihren Handlungen auf und Viola löste sich einen winzigen Hauch lang aus dem Kuss.
      "Entschuldige. Ich wollte das schon eine ganze Weile lang tun...", wisperte sie und fühlte seinen Atem auf ihrem Gesicht.
      Die Fingerspitzen wanderten über den Schwung der Elfenohren in die weiße Haarmähne. Und Viola hoffte, dass die verlegene Röte auf ihren Wangen nicht so intensiv war, wie es sich anfühlte.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Winterhauch ()

    • Andvari

      Überwältigung war das falsche Wort.
      Zumindest das falsche, um diesen "Angriff" zu ebschreiben, der gerade über ihn hinweg rauschte. GErade eben noch hatte Viola an der Tür gestandne und ihn mit flammendem Blick angesehen, unschlüssig, ob sie eine Scheu überwinden mochte oder nicht. Nunmehr lag sie in seinen Armen, den zarten Körper an seinen gepresst, und küsste ihn mit einer Urgewalt an Begierde, das er nicht umhin kam, seine Arme ebenfalls um sie zu schlingen.
      So vorsichtig er hatte sein wollen, so aufopfernd er versuchte, ihr Raum zu schenken, damit sie langsam ihre Traumata loswurde, umso mehr war er sicher, dass er sie wollte. Hier und jetzt. Diese junge Faru, deren Haut wie Schneegestöber, der Blick wie Smaragde im Gegenlicht und deren Haar wie Herbstlaub im Widerschein der Kerzenflamme schien.
      Alles in ihm schrie danach, sie aus den Fetzen ihrer Kleidung zu reißen und einfach unter sich zu begraben wie ein...
      Er bremste sich spürbar, als er bemerkte, dass sie leicht anhob und wieder absetzte.
      Schwer atmend blickte der Elf seine Gefährtin an und selbst in seinen bernsteinfarbenen Augen glühte nichts anderes als Lust und VErlangen, gepaart mit einer trauten Zuneigung, die ihn selbst schmerzte.
      "Das war...", flüsterte er mit rauer Stimme und leckte sich über die Lippen. "Ich habe darauf gewartet..."
      Er ließ es sich nicht zweimal sagen, sie erneut zu küssen. Er ignorierte die noble Wärme ihrer Wangen und wollte ihre heißen Lippen erneut schmecken. Erneut das Feuer kosten und in dem Geschmack von Honigwein und Feuer versinken, ehe ihm der Herzschlag zuwider wurde.
      durch ein Missgeschick verhakte sich ein Fuß im Bettgestell und er kam zu fall. Beinahe laut plumpste er auf die Matratze und zog sie ungeschickt mit sich, ehe er zu grinsen anfing.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell