[2er RPG] The Lesser Evil [Winterhauch & NicolasDarkwood]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Viola und die Spielunke des Schreckens

      Ohne Zweifel amüsiert sah die Heilerin zu Sylvar herüber, in ihren Augen blitzte Belustigung auf. Mit einem dezenten Kopfnicken deutete sie in Richtung der Elfe hinter dem Tresen, der auch schon bessere Tage gesehen hatte. Einer der Hocker wirkte beunruhigend instabil und wackelte zum Takt der verstimmten Laute. Der Elf darauf schien sich daran wenig zu stören. Er schwankte ebenfalls.
      "Wenn Ihr glaubt, dass Ihr um diese Geschichte herum kommt, Sylvar, muss ich Euch leider enttäuschen," raunte Viola mit einem wissenden Lächeln und bemühte sich nicht einmal ihre Neugierde zu verbergen.
      Henrietta kehrte mit den Schlüsseln zurück.
      Viola beobachte den Wortwechsel der ungleichen Brüder und wollte dem Magier schon auf den Fuß treten, damit sich niemand um Kopf und Kragen redete.
      Und dann stellte die gedrungene Elfe die Frage aller Fragen. Eigentlich hatte sie sich erhofft in einem zwielichtigen Quartier wie diesem um solche Details herum zu kommen. Scheinbar war Henrietta trotzdem sehr gründlich. Finster funkelte die junge Frau Sylvar aus den grünen Augen an und verschluckt sich fast an den ersten Silben.
      "He.. Helena," stotterte sie und hätte sich am liebsten die Hand vor die Stirn geschlagen. Überrumpelt hatte sie einfach den erstbesten Namen ausgesucht, der ihr eingefallen war. Zumindest hatte sie es besser getroffen als Andvari. Da der Name der Wirtin ebenfalls unter Menschen bekannt war, hoffte sie das der Name ihrer Freundin kein Aufsehen erregen würde.
      "Mein Name ist Helena...", bekräftigte sie noch einmal und dieses Mal klang es auch weniger wie eine unsichere Frage, als hätte sie ihren eigenen Namen vergessen. Peinlich berührt blickte sie zur Seite und starrte die Schulter Andvaris an, um niemandem kn die Augen sehen zu müssen. Eines hatten der Weißhaarige und sie definitiv gemeinsam: Sie waren miserable Lügner.
      "Sehen wir uns die Zimmer an?", murmelte sie kaum hörbar. Viola wollte am liebsten im Erdboden versinken.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Anvari

      Andvari blickte zu Viola hinab und zog überrascht die Augenbrauen hoch. Helena. Der Name, den er als lezttes hier zu gehören gedachte. Aber es war irgendwie schön, einen vertrauten Namen zu hören. Auch wenn dieser eine Vertraute Violas war. Henrietta jedoch erschien zufrieden mit den Namen und lächelte breit.
      "Helena und Hengest", schlos sie. "Es freut mich euch alle kennen zu lernern. Die Zimemr sind einfach die Treppe hinauf. Ruht euch aus und kommt zum Gelage herab, wenn ihr wollt."
      Andvari nickte nur stumm, während Sylvar sie mittels sanfter Gewalt und doch bestimmend mit beiden Händen in Richtung Treppe schob. Die Treppe, ein Urbau in sich selbst, erschien mehr wackelig als massiv und mit jedem Schritt auf den dunklen Eichendielen knarrte das Holz hundserbärmlich. Und doch waren dem Magier diese Geräusche zweihundert Mal lieber als Henriettas quäkende Stimme ständig zu
      vernehmen. Grässliches Weib.
      "Die Geschichte wirst du uns defnitiv erzählen", schloss sich Andvari Violas Meinung grinsend an während sie das oberer Stockwerk erreichen. Sie Zimmer waren rund um den Baumstamm angelegt und ein runder Flur führte einmal um diesen herum. Es war eng, es war stickig und die Wände rochen nach Moder und trugen Spuren längst vergangener Zechpreller. Hier und dort hinterfragte Andvari die Flecken gar bicht, da er befürchtete, hier kein Auge zuzumachen. Mit einem Seitenblick auf Viola ertappte er sich bei ganz anderen Abendaktivitäten und drehte sich leicht errötend zu den Zimmertüren.
      "Ich werde euch die Geschichte erzählen, aber nicht vor dem Alkohol.", muremtle Sylvar und fand seinen Raum, den er knarrend aufschob. "Also: Bis gleich, meine Freunde. Ich werde mich richten."
      "Syl..."
      Ein Rufen hatte keinen Zweck. Mit einem Klacken fiel die Tür ins Schloss und die beiden standen vor der Zimmertür.
      "Wollen wir?", fragte Andvari und hielt ihr den Schlüssel hin.

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    • Viola

      Unter ihren Füßen ächzte die wenig vertrauensseelige Treppe und sie war heilfroh ohne Zwischenfall oben angekommen zu sein. Hoffentlich ließ sich die Angelegenheit mit Farryn schnell regeln, obwohl es sicherlich nicht leicht werden würde. Es war spielend leicht in ein Gefängnis hinein zu kommen, wenn man es darauf anlegte. Das Problem war, es auch wieder ungehindert zu verlassen.
      Viola versuchte erst gar nicht die Flecken zu beachten, die sich in die Holzbohlen und die Wände geätzt hatten. Dafür gab es definitv zu viele Theorien und sie befürchtete, dass sie mit jeder einzelnen ins Schwarze traf. Sie blieb dicht an der Seite des Elfen, bis sie die marode Tür erreicht hatten. Fragend sah sie ihn an und entdeckte einen Rotschimmer auf seinen Wangen. Viola senkte den Blick und biss sich auf die Unterlippe.
      MIt einem Nicken nahm sie Andvari schließlich den Schlüssel aus der Hand und schob ihn in das Schlüsselloch.
      Zumindest schien das Schloss in einem tauglichen Zustand zu sein, denn es ließ sich von Viola ohne Protest öffnen.
      Obwohl der Ort nicht gerade zum Verweilen einlud, entkam ihren Lippen ein heiseres Lachen, als Sylvar wortwörtlich die Flucht vor den neugierigen Fragen ergriff. Die Geschichte war ihm wohl unangenehm.
      Mit ein wenig Kraft schob sie die störrische Tür auf, die sich wohl im Rahmen leicht verzogen hatte und trat in das Zimmer ein.
      Der Raum war schlicht und spartanisch gehalten mit einem einfaches Bett, dass für zwei Personen fast etwas zu klein war. Ein Tisch stand am Fenster, auf dem man seine Sachen ablegen konnte. Das Fensterglas selbst war milchig und mit der Zeit blind geworden. Verwundert betrachtete sie den massiven Ast, der sich ungehindert aus der Mitte des Zimmers erhob und mit seinen Verzweifungen wieder in der Decke verschwand. Und das war es auch fast schon, was es zusehen gab. Es war staubig, aber zumindest konnte Viola keine Spuren vorheriger Gäste finden.
      "Das...ist weniger grauenvoll, als ich erwartet hatte." Allerdings warf sie doch einen skeptischen Blick auf die Laken und trat auf das Bett zu, um dieses mit spitzen Fingern zurück zu schlagen. Die Heilerin atmete erleichtert aus, als ihr nur ergrautes, aber scheinbar sauberes Weiß unter die Augen kam. Zumindest hatten sie ein Dach über dem Kopf und einen Ort an den sie sich zurückziehen konnte. Der freie Sternenhimmel war ihr aber dann doch lieber.
      Viola wandte sich ab und ging auf den Tisch zu. Sie nahm Dandelost von ihrer Hüfte und legte das Schwert auf dem spröden Holz ab, ehe sie sich mit mit wenig Mühe auf den Tisch zog.
      "Ich hatte gehofft, Farryn zu finden wäre einfacher...", murmelte sie und begann den geflochteten Zopf zu lösen, während sie zu Andvari herüber sah.
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    • Andvari

      Der Elf stimmte Viola innerlich zu.
      Sein Blick huschte in der Sekunde durch den Raum, als sie die Tür öffnete. Weshalb auch immer, es war eine Art Angewohnheit, derer er nicht Herr wurde. Hinter jeder Ecke einen Verrat vermutend, dachte er und grinste in Gedenken an seine Mutter, die ihm Vertrauen predigte. Als er hinter CViola eintrat und die Tür mit KRaft zudrückte, seufzte er erleichtert und warf sogleich den schweren Mantel vons einen Schultern. Das Wams darunter war an den entsprechenden Stellen seines Körpers durchgeschwitzt und seine bleiche Haut kam selbst unter dem Wasserspiegel des schweißgetränkten Stoffs gut sichtbar hervor. Dieser Mantel war eine reine Qual.
      Er nickte ihr zu und sah selbst zu den Laken, die sie offenherzig entblößte und schluckte. Es würde keine einfache Nacht für ihn werden, so viel war sicher. Und sicherlich erschien es ihm beinahe fremdartig, hier zu sein. Waren sie noch vor ein paar Tagen in den Laken seines Hauses gemeinsam erwacht.
      Das Bett würde eine Herausforderung, dachte er und sah Viola an.
      "Ich kann auf dem Boden schlafen", murmelte er. "Es ist ziemlich klein."
      Nicht, dass er das wollte. Er sah auf den schweren Eichendielenboden und die knarrenden Hölzer unser seinen Stiefeln und seufzte innerlich. Gleichzeitig hoffte er, dass Viola ihm eine Ohrfeige gab und es ablehnte. Er wollte wirklich nicht auf dem Boden schlafen. Aber anbieten musste er es.
      "Das hatte ich auch gehofft", sagte er und löste seinen eigenen Haarzopf, sodass die weißen Haare einem Meere gleich in das milchige Dämmerlicht der Fackeln fiel. Er blickte aus dem milchigen Fenster hhinaus in Richtung der Straße und sah betörend gar nichts. Stimmen huschten über die Wege und schemenhaft erkannte er Körper. Es wrüde für eine Nacht wohl reichen.
      Andvari legte sein Schwert neben ihres und trat ebenso an den Tisch.
      "Es wird einen Weg geben", murmelte er und blickte grimmig zu den beiden Schwertern. "Zunächst müssen wir erfahren, wo sie ist. Befreien kann sie sich beinahe selbst. Wenn sie dort im Kerker sitzt, will sie auch dort sein."

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    • Viola

      Mit den Fingern kämmte Viola durch die befremdlich, bräunlichen Strähnen ihres Haarschopfes um die geflochtenen Windungen zu teilen. Fertig mit ihrem Werk blickte sie auf die braunen Locken. Durch das geflochtene Gefängnis seit 4 Tagen, wellten sich die Strähnen in alle Richtungen. Seufzend schob sie die unfreiwilligen Locken über ihre Schulter zurück und sah Andvari obgleich seiner Worte ein wenig verständnislos an.
      Der Elf und seine selbstauferlegte Ritterlichtkeit war eine Herausforderung für sich, dachte sie still und legte den Kopf schief während sie ihn ansah, als würden ihm Äste aus dem weißen Haarschopf wachsen. Und doch wärmte es ihr Herz, wie viel Verständnis er für sie aufbrachte. Trotz allem, was zwischen ihnen in jener Nacht gewesen war. Die Zeit am See erschien ihr unendlich weit weg. Die Heilerin blickte zu dem schmalen, nein, winzigen Bett herüber. Zumindest für Andvaris Statur wirkte es lächerlich klein.
      "Sei nicht albern...", flüsterte sie gerade laut genug, dass der Elf sie hören würde, mit einem sanften Lächeln. "Hier schläft niemand auf dem Boden."
      Abgesehen davon, dass sie die letzten Nächte Seite and Seite verbracht hatten und Viola sich kaum vorstellen konnte, ohne die Wärme und die Nähe des Elfen überhaupt ein Auge schließen zu können.
      Die junge Frau hob den Blick von den schweren Holzdielen am Boden und dem Bett in der Ecke, um den Elf genauer zu betrachten. Die blasse Haut schimmerte durch den mittlerweile durchscheinen Stoff und entblöste auf verschleiernde Weise die drahtige Gestalt darunter. Er war sicher froh den schweren Umhang los zu sein, unter dem es definitiv zu heiß gewesen war. Viola blinzelte, während ihr Blick über den Schwung seiner Schulter bis zum Nacken glitt. Sie hatte sich noch nicht daran gewöhnt, keine schwarzen und rankenden Linien mehr auf seinen Schultern und seinen Oberkörper zu sehen. Aber die Abwesenheit nahm sie als gutes Zeichen, auch wenn er grimmig drein blickte.
      Viola erwischte sich dabei das sie unverhohlen den Elf anstarrte und räusperte sich mit einem zarten, rosa Schimmer auf den Wangen.
      "Es klingt danach, als würde sie unsere Hilfe gar nicht benötigen.", sprach sie leise in den Raum zwischen ihnen.
      Die Augen senkend zog sie den Beutel heran, den sie mit gebracht hatte und wühlte eher fahrig darin herum und versuchte sich von der Hitze, die Andvari in Wellen abstrahlte zu ignorieren.
      "Irgndwo müsste ich noch ein....Ah!", lachte sie triumphierend und zog einen sauberen, nicht verschwitzten Wams hervor. Und den letzten wie sie feststellte.
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    • andvari

      Andvari sah ihr noch eine Weile beim Entflechten ihres Zopfes zu und lächelte verstohlen. Sie sah mit Locken wirklich umwerfend aus. Auch wenn die vorherige Frisur mit dem brennenden Haar ihm beinahe besser gefiel. Er schüttelte nach einem weiteren Blick kurz sein Haar aus und beschloss, dass er es irgendwann einmal waschen musste. Doch die Reise hatten ihren Zoll gefordert, so viel stand fest.
      Als sie auf seine Frage antwortete wie er gehofft hatte, grinste er und sah sie an.
      "Die Götter seien gepriesen, ich hatte wirklich keine große Lust auf diesen verseuchten Dielen zu schlafen", lachte er und wedelte sich mit dem eigenen Luft zu, in dem er es im Rhythmus auf und ab hob.
      Davon abgesehen bereitete ihm die Aussicht nicht bei Viola schlafen zu können, beinahe körperliche SChmerzen. Auch wenn sie nicht lange in dieser Art von Beziehung lebten, schien es, als sei eine Ewigkeit vergangen. Und sie hatte sich wahrlich geöffnet, nicht wahr? Er blickte noch eine Weile zu den Schwertern während er über ihre Anmerkungen sinnierte, ehe er zusammen zuckte, als sie auflachte.
      Auch wenn ihre Stimme wunderschön war und voller Kraft, so nahm sie diesen Raum für einen Moment völlig ein und Andvari war diese Art von Schallwellenattakce von ihr nicht gewöhnt.
      Als sie das Wams emporhielt, musste er grinsen.
      "Das ist gut", grinste er. Es war von weißer Farbe, wie die meisten seiner Wämse, aber dieses war ein wenig enger genäht als die anderen. Man würde mehr seines Körpers und seiner Körperform sehen, aber zumindest nicht die Tätowierungen. "Danke!"
      Er nahm das Wams entgegen und zog sich seines hastig über den Kopf und legte es sorgsam auf den anderen Stuhl, während er die plötzliche Kühle um seinen Körper genoss.
      "Farryn braucht selten bei etwas Hilfe. Außer beim Kampf gegen sich selbst", bemerkte er. "Sie ist eine laute, starke Frau, aber sich selbst der größte Feind. Ich versprach ihr vor einigen Jahren, dass ich sie irgendwann töten würde, wenn sie bereit ist, gegen sich zu gehen."

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    • Viola

      Aus dem Augenwinkel huschte ihre Blick zu Andvari, als er den verschwitzten Wams über den Kopf zog. Sie konnte sich lebhaft vorstellen, dass es wesentlich angenehmer war, jetzt da der Stoff nicht mehr auf der Haut klebte. Es faszinierte Viola immer wieder, dass sie ihn ansehen durfte. Keine heimlichen Blicke oder gestohlenen Momente und trotzdem raubte der Anblick ihr immer wieder aufs Neue den Atem.
      Das frische Kleidungsstück wäre ihr fast aus der Hand gerutscht, als der Elf danach griff.
      "Aber ich befürchte, dass deine Füße nicht mehr auf das Bett passen.", kicherte sie und legte sich nachdenklich die Fingerspitzen an die Lippen, während sie auf das winzige Bett sah und fragte sich, ob Henrietta das Zimmer sonst eher an Gäste des Zwergenvolkes vermietete. Es war immer noch besser, als der fragwürdige Zustand der Holzbohlen unter ihren Füßen.
      "Ein mutige Frau," stimmte die Heilerin ihm zu und obwohl sie Farryn nicht kannte, war es sicherlich bewunderswert mit so viel Selbstvertrauen durchs Leben zu streiten. Sie bezweifelte nicht, dass auch die streitsüchtige Elfe ihr eigenes Päckchen zu tragen hatte. So wie sie alle es taten. Das sie Andvari dieses dunkle Versprechen abgenommen hatte, war sicher nicht ohne Grund, aber für Viola trotzdem erschreckend.
      Verstohlen folgten tiefgrüne Augen dem Blick des Elfen zu den beiden Schwertern, Angrist und Dandelost, die unberührt auf dem verblichenen Holz lagen. Beiläufig glitten ihre Finger über die anmutige und gläserne Klinge ihres Schwertes. Selbst in ihrem Kopf klangen die Worte noch immer seltsam. Ihr Schwert...Viola hatte in ihrem Leben noch nie eines führen müssen und der Dolch an ihrem Oberschenkel, war lediglich zur Verteidigung gedacht oder eher als ein Mahnmal nie wieder ein solches Schicksal zu erleben.
      Die Reiste nach Telerin hatte ihnen nur wenige Möglichkeiten zum Reden gelassen. Und Sylvar würde auch bald wieder auf ihre Gesellschaft warten.
      Viola zog eine aus Leder und Holz gefertige, rundliche Flasche aus dem Beutel. Darin plätscherten noch die Reste des Wassers, die sie von der letzten Rast an den Ausläufern eines Flusses übrig hatte. Vorsichtig, um nicht zu viel davon zu verschütten, tränkte sie ein Tuch damit und wandte sich immer noch auf dem Tisch sitzend Andvari zu. Es war nicht viel, aber die Aussicht auf ein Bad oder Ähnliches, lag in weiter Ferne. Und sie hatte nicht mehrere Tage unter einem viel zu warmen Umhang gesteckt.
      Zögernd streckte sie Hand aus und legte das kühle, feuchte Tuch an seinen Hals und glitt von da über seine Schulter. Die Haut fühlte sich selbst durch den Stoff heiß an.
      "Denkst du immer noch darüber nach?", flüsterte sie fast. "Dass du mir diese Bürde aufgezwungen hast? Jedes Mal wenn du Dandelost ansieht, hast du diesen grimmigen Ausdruck in den Augen."
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    • Andvari

      Andvari genoß die stumme Brise des Raumes, die kaum spürbar war auf der Haut und lächelte ein wenig, als er Viola sprechen hörte. Es war beinahe egal, was sie sagte, aber dieser karge Raum gewann an Farbe, sobald sie die Lippen öffnete und sprach. Das Holz wurde tiefer braun und das Fenster weniger milchig. Aber vielleicht bildetete er sich das auch nur aufgrund des Flüssigkeitsmangels ein. Er wusste es nicht zu sagen.
      Als ihre Hände seine Haut berührten, hatte es vermtulich den gegenteiligeren Effekt. Es brannte, je mehr Haut sie unter ihren Fingern begrub. Als würde sie mit ihren Händen Feuer auf seinem Körper legen schien er beinahe mehr zu schwitzen als er wollte. Erst nach einer Zeit merkte er, dass er es sich einbildete. Sie kühle ihn ab, mit diesem kleinen Tuch voller kaltem Wasser. Ein Schauer wohliger Freude schoss über seinen Rücken und machte ihn für eine Sekunde sprachlos, ehe er ihr zusah,w ie sie seinen Körper entlang vor und gerade vor ihr stehen blieb. Er hoffte inständig, dass er nicht zu unangenehm roch. Es waren lange Tage auf diesem verdammten Gaul gewesen.
      "Ich denke auch nicht, dass das Bett passen wird", grinste er. "Aber was soll ich sagen. Die meisten Elfen sind einw enig zierlicher gebaut. Und ob Farryn mutig ist, kann ich nicht sagen..."
      Eine Sekunde lang überlgete er und erinnerte sich an die junge Elfenfrau die lautstark polternd über die Straßen mit ihm gezogen war. Die wahrliche Kunst des Ganzen lag hier in der Wahrnehmung. Niemand der Schwerter hatte verstanden, dass selbst Farryn im HErzen nur eine Frau war, die hin und iweder gerne ein wenig Weiblichkeit in sich fühlen wollte. An der Seite der anderen Schwerter war das nur selten möglich.
      "Sie ist zumindest mutig, wenn es darum getj, sich ihren Dämonen zu stellen", schloss er und sah weiter an sich hinab. Er fragte sich...Schließlich unterbrach viola ihn in seinen GEdanken und er musste sie regelrecht überrascht ansehen.
      "Ob ich...", muremlte er und lächelte nachsichtig. Sie sah durch ihn. Als wäre er ein Buch. "Ja, ich denke tatsächlich darüber nach. Darüber, wie ich dich aus Milan entführt und deinem LEben und Freunden entrissen habe. Und jtzt drücke ich dir einS chwert in die Hand und hänge dir einen KRieg an..."

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    • Viola

      Der Geruch von Pferd und der Staub der Straßen haftete sicherlich auch an ihr. Viola war überzeugt davon, auch nicht unbedingt wie eine wohlduftende Blumenwiese zu riechen. Ein Umstand, der ihr von den langen Kriegsmärschen unter Soldaten nur allzu vertraut war. Der Geruch von Schweiß beleidigte ihre Nase schon lange nicht mehr.
      Schweigsam folgte der eigene Blick ihrer Hand, die Staub und Schweiß von seiner blassen Haut tupfte und dabei ihren Weg von der Schulter bis zum Handgelenk suchte. Grüne Augen verweilten hier und da auf alten Narben, die seine Haut schmückten.
      Die Heilerin ließ in näher kommen und sah kurz mit einem sanften Lächeln von ihrer Tätigkeit auf. So musste such Viola nicht mehr all zu sehr strecken. Die Gesten, jede Bewegung ihrer Hände wirkte auf sie seltsam vertraut. Als hätte sie dies hier schon hunderte Male zuvor getan. Spielend leicht erschien es in seiner Gegenwart die Welt vor dem milchigen Fensterglas zu vergessen.
      Sicherlich stach Andvari nicht nur mit seinem weißem Haarschopf und den bernsteinfarbenen Augen hervor, die im Schein glühten. Der Gedanke amüsierte sie sichtlich, ebenso wie die Vorstellung sich gemeinsam in das schmale Bett zu zwängen.
      "Mh...dann werden wir wohl zusammenrücken müssen", sagte sie und gespieltes Bedauern schwang in ihrer Stimme mit.
      Viola wiederholte die liebevolle Prozedur auf der anderen Seite seines Körpers, ehe sie das kühle Tuch über seine Brust schob, das Fluchmal scheinbar regungslos unter ihren Fingerspitzen.
      "Ist es nicht genug, dass ich mich entschieden habe zu bleiben, um deine Sorgen zu vertreiben? Es geht mir gut. Wirklich", bekräftigte sie und seufzte. Dabei klang sie nicht so anklagend, wie ihre Worte vielleicht vermuten ließen. "Ich vermisse meine Freunde, natürlich. Aber es fühlte sich nie wie ein Zuhause an. Es ist anders hier, mit dir."
      Das Gefühl der Verbundenheit zu Andvari und der Wunsch einer Heimat war immernoch überraschend neu. Das sie gegenüber einem Elf so stark empfand war eine wirklich seltsame Fügung. Mit neu gewonnenen Mut lehnte sie sich vor und legte ihre Lippen in einem hauchzarten Kuss über sein Herz.
      "Lass mich nicht zurück wenn es gefährlich wird. Versprich mir das."
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    • Andvari

      Der Elf beobachtete neugierig, wie sie neue Wege in seine Haut zeichnete.
      Ein wundersames Gemälde, das sich dort auf seiner BRust entfaltete und brennende Spuren hinterließ. Als wäre sie eine Künstlerin, befreite sie seinen geschundenen Leib von den Belastungen der Reise und für einen Moment fragte sich Andvari, weshalb er nicht früher auf diese Idee gekommen war. Derartig einfache Gesten und doch so kraftvoll und nährend, dass es ihm kurz die Sprache verschlug, als sie mit ihm sprach.
      Er schmunzelte kurz über ihren Einwurf und sah zum Bett.
      "Ja, eindeutig. Eine Schande...", seufzte er gespielt und grinste breit, ehe er ihre Hände kurz anhielt. Nicht, dass er bereits sauber war, aber es kam ihm komisch vor, sich säubern zu lassne, auch wenn die Geste herrlich vertraut und nahe wirkte. Als würde sich kaum etwas zwischen sie drängen können. Es war ein schönes Gefühl, aber gleichsam auch verstörend, wenn er es ehrlich sah. Es war nur eine Nacht gewesen und schon ertrug er eine Trennung nicht mehr?
      Sanft nahm er ihr das Tuch aus der Hand und griff seinerseits nach der Flasche, um das Tuch mit neuem, kalten Wasser zu tränken. Dabei sah er sie kurz an.
      "Natürlich ist es genug", sagte er und schüttelte den Kopf. "Es ist auch nicht, dass ich dir nicht glaube, aver dennoch hege ich Schuldgefühle. Auch wenn es mich freut, dass es dir gut geht und du dich Zuhause fühlst...Ich tue selbiges..."
      Die letzten Worte flüsterte er beinahe nicht hörbar, aber noch laut genug.
      Der Kuss auf seinem Herzen weckte nicht nur seine LEbensgeister, sondern auch seine Liebe erneut. Er drückte sanft ihr Kinn mit zwei Fingern nach oben, um sie sacht auf den Mund zu küssen.
      "Versprochen", murmelte er. "Du bist dran."
      Er vollzog eine GEste, mit der sie sich entkleiden sollte. Es war auch für sie Zeit, dieses behelfsmäßige Bad zu nehmen.

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    • Viola

      Den Bruchteil einer Sekunde blickte Viola fragend und mit einem Hauch Verunsicherung in den Augen zu ihrem Gefährten auf, mit der stummen Fragen darin, ob sie etwas falsch gemacht hatte? Es war alles auf so eigenartige Weise neu, dass sich die Heilerin nicht immer sicher war, ob sie nicht eine Grenze versehentlich überschritt. Hände umfassten sanft die ihren, um ihr schließlich das Tuch aus den Fingern zunehmen. Mit leeren Händen lehnte sich die junge Frau zurück und ließ die Hände ebenso in den Schoß fallen.
      Was er sagte, zauberte das Lächeln auf ihre Lippen zurück, das zuvor ein wenig verblasste. Es war beruhigend und zähmte die sich stets kreisenden Gedanken in ihrem Kopf. Zwei Finger unter ihrem Kinn, die es mit sanfter Bestimmung anhoben, holten sie vollständig in das Hier und Jetzt zurück. Flatternd, wie die zarten Flügel eines Schmetterlings, sanken ihre Augenlider unter dem sachten Druck seines Mundes auf ihrem. Viola reckte das Haupt ein wenig, um den sanften Kuss zu erwidern. Es war nur ein kurzer Moment, aber es reichte, um einen wohligen Schauer ihre Wirbelsäule hinab zu schicken.
      Das Versprechen, sie bei Gefahr nicht fortzuschicken, war ihr wichtig. Sie würde ihn beim Wort nehmen und nicht zu lassen, dass er sich seinem Schicksal allein stellte. Auch wenn sie selbst im Kampf nicht die größte Hilfe sein würde. Zumindest glaubte sie das, aber sie spürte die Kraft, die die Herzensklinge in ihren Händen austrahlte. Etwas Vergleichbares konnte sie nicht bennen. Vielleicht, wenn sie sich mehr anstrengte, noch mehr übte.
      Der Gedankenfluss stoppte ruckartig, als Andvari wieder zu sprechen begann. Blinzelnd und ein wenig entrückt, sah sie ihn aus leuchtend, grünen Augen an und es dauerte etwas länger, als ihr lieb war, bis sie den Sinn hinter seinen Worten begriff.
      Unter dem Blick des Elfen zog sie die mit Staub behaftete Bluse aus dem Bund ihrer Lederhose und zog diese langsam über ihren Kopf, ehe sie das Kleidungsstücken neben sich auf dem Tisch ablegte. Mit möglichst ruhigen Fingern schnappte sie sich das Lederband, dass noch zuvor die Haare des Elfen gehalten hatte und band die befremdliche, braune Mähne zu einem unordentlichen Knoten im Nacken zusammen. Einzelne verirrte Locken kräuselten sich um ihren schlanken Hals, um den die filigrane Silberkette ruhte.
      Viola bildete sich ein, dass man deutlich sehen konnte, wie die Halsschlagader unter ihrem Puls stärker pulsierte.
      Mit dem nackten Rücken zu dem getrübten Glas musste sie sich keine Sorgen über neugierige Blicke machen, allerdings lauschte sie in Richtung Flur, ob Sylvar bereits ungeduldig mit dem Stab über den Boden scharrte.
      "Denkst du, Sylvar wartet schon auf uns?", murmelte Viola und sah wieder zu Andvari auf.
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    • Andvari

      Selbst die filigranste Berührung ihrer beider Lippen schien bereits eine Weile her zu sein, aber trotzdem brannte es noch angenehm auf den Seinen. Als hätte er von dem scharfen Eintopf gekostet, verblieb der Hauch einer Erinnerung. Der Geschmack von Honigwein und Feuer. Er würde es nie anders beschreiben.
      Beinahe gierig, sie zu sehen, wandte er den Blick nicht anstandsgerecht ab, sondern sah ihr dabei zu, wie sie sorgsam ihre Bluse aus der Bundhose zog und über den Kopf abstreifte. Alleine diese Bewegung besaß so viel Anmut, dass er sich selbst vorkam wie ein Betrunkener. Vielleicht war Andvari auch trunken, wenn er ihren Körper ansah. Er war nie ein oberflächlicher Mensch gewesen und auch wenn sich ihr Äußeres verändert hatte, war sie noch immer Viola.
      Lediglich der Knoten ihrer Haare weckte sein Missfallen, auch wenn er nicht umhin kam, den Nutzen darin zu erkennen. Aber er mochte die Mähne aus Feuer, die sonst über ihren Rücken fiel und dieser Knoten verhinderte das. Andvari lächelte und nahm das feuchte Tuch zur Hand, ehe er es langsam und bestimmend auf ihrem Nacken niederließ.
      Auch ihre Haut war angenehm warm und trotz der Hitze die er empfand, trat er näher an sie heran.
      Seine Hand fuhr sanft ihre seitlichen Rundungen ab, um Schweiß, Staub und Dreck der Straße fort zu waschen. Als sei es eine Form der Behandlung fuhr er sachte ihren Rücken und ihre Arme entlang, die er sanft hierzu berührte, um sie vom Körper abzuheben.
      „Soll er warten“, murmelte Andvari und grinste.
      Er würde nicht zulassen, dass es noch einmal zu einem Einbruch wie neulich kam. Diese paar Minuten wollte er diese Frau nur für sich haben.
      „Wir werden uns ja gleich zu ihm gesellen…“

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    • Viola


      Ein Seufzen erfüllt mit Erleichterung erklang tief aus ihrer Kehle, als sie das kühle Wasser auf ihrer Haut spürte. Bis zu diesem Moment des Aufatmens, auch wenn es in einem eher fragwürdigen Etablissement statt fand, hatte sie kaum einen Gedanken daran verschwendet, welche Spuren eine viertägige Reise mit sich brachte. Viola hatte sich viel zu sehr und viel zu schnell an den Luxus eines festen Quartieren gewöhnt und das für Wochen.
      Amüsiert war die Heilerin zuvor dem Blick der goldenen Augen, die sie argwöhnisch beobachtet hatten, als sie die Haare zurückband.
      Er würde sich wohl an Anblick gewöhnen müssen, wenn die Temperaturen in den Wäldern und Ebenen noch weiter anstiegen. Die rote Mähne durchaus eine zu warme Last an heißen Sommertagen.
      Die Tage waren mit jeder verstrichenden Nacht wärmer geworden und manchmal fragte sich Viola, ob die Jahreszeiten in diesen Landen anderen Spielregeln folgten. Wenn sie die Zeit nicht völlig aus den Augen verloren hatte, lagen Milan und Bourgone noch im tiefsten Schnee begraben. Der Frühling würde noch ein paar Wochen auf sich warten lassen. Und selbst dann war es noch kühl und eher regnerisch.
      "Wie unhöflich...", kommentierte sie seine Worte mit einem gespielten Vorwurf darin.
      Für den Augenblick überließ sich Viola ganz seinen Händen, die über ihre Haut glitten und den Schweiß und Dreck von ihrer Haut spülten, bis die einzigen noch sichtbaren Flecken die Sommerprossen auf ihren Schultern waren. Es hatte etwas unsagbar inniges sich seinen Händen für diese, wenn auch notdürftige, Waschung zu überlassen. Jede Berührung, die die Heilerin geschehen ließ, zeugte von dem Vertrauen dass sie Andvari entgegenbrachte.
      "Hoffentlich bleiben wir nicht lange hier...", flüsterte sie mit geschlossenen Augen, als auch ihr zweiter Arm sanft angehoben wurde und in vertrauten, starken Händen lag.
      Viola blinzelte und öffnete träge die Augen, einen zarten Rotschimmer auf ihren Wangen und um die Nase.
      Als sie der Meinung war, sauber genug zu sein, nahm sie dem Elf das Tuch aus der Hand, um es achtlos neben sich auf den Tisch zu legen. Sie sollte sich gewiss etwa Frisches überziehen, aber sie gönnte sich ein paar Minuten um selbstsüchtig in seiner Nähe zu verweilen und ein wenig seiner Haut unter ihren Fingerspitzen zu fühlen. Wie aus eigenem Willen heraus, fanden sich ihre Hände auf seinen Hüften wieder. Viola neigte sich vor und ließ zu, dass sie sich sachte gegen seinen Oberkörper lehnte.
      "Ich habe ein schlechtes Gefühl was Telerin betrifft," wisperte sie gegen seine Haut gerade verständlich genug. "...als würde etwas im Schatten lauern und warten. Es klingt albern, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass wir beobachtet werden, seit wir die Straßen betreten haben. Nenn es eine böse Vorahnung, aber wir sollten schnellstmöglich fort. Sobald wir Farryn aus dem Kerker geholt haben."
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Andvari

      Die letzten Reste des Schmutzes der vergangenen Tage fielen von der jungen Frau ab und entblößten wunderbar bleiche, aber nicht unästhetische Haut. Seine Hände fuhren nur allzu gern über die Stellen ihres Körpers, die ihm in finstester Nacht eine Zuflucht boten.
      "Ich bin nicht unhöflich", sagte er ruhig und der Bass seiner Stimme korrelierte dabei mit seinem Atem. "Ich denke nur, dass er etwas warten kann, bis..."
      Ja, bis was? Sie vor sich sitzen zu sehen, selbst in den Hosen, die eigentlich klobig und unweiblich an ihrem Körper aussehen sollten, reichte bereits. Sie sah hinreißend aus, als könnte sie jeden haben und letztlich schätzte er sich glücklich, dass sie sich offenbar in einen Zimmermann verliebt hatte.
      Du bist ein König, flüsterte eine Stimme in seinem Kopf, der er nicht zähmen konnte. Er nickte zu ihrer Bemerkung. Er hoffte ebenso, dass sie nur diese Nacht hier blieben. Vom Komfort ganz zu schweigen war dies hier ein Silbertablett. Eine falsche Bewegung und sie waren erledigt. Und die Aussicht, wieder diesen Mantel tragen zu müssen, raubte ihm den Verstand.
      Seine Sorgen wurden leichter, als sich Violas schlanker Körper an seinen legte und er all das spüren konnte, was er vorher sorgsam gesäubert hatte. Seine Hände fuhren - auch ohne Tuch - weiter über ihren Körper und drückten an verschiedenen Stellen auf Muskelbahnen, um diese zu entspannen. Diese zarten Muskeln, die an den Schultern stärker geworden waren, da sie nun ein Schwert führte. Wahrhaftig, es machte sie nur noch anziehender. Seine Finger fuhren ihren nackten Rücken entlang, während er sie an sich drückte und ihre Stimme an seiner Brust fühlte. Doch was sie sagte ließ ihn aufhorchen.
      "Derlei Gefühlen sollte man nicht achtlos begegnen", murmelte er. "Seit wann hast du es? Das Gefühl meine ich...Es ist nicht so, dass wir hier lange verweilen wollen, aber wenn es eine Gefahr gibt, sag sie mir..."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Die verspannten Muskeln unter seinen kundigen Händen gaben langsam nach. Viola bemerkte erst jetzt, wie sehr das ungewohnte Training und die Übungen mit Dandelost ihre Spuren hinterlassen hatten. Verkrampfungen lösten sich unter dem sanften Druck seiner Finger und mit jeder verstreichenden Sekunde fiel sie ein wenig mehr in seiner Arme. Die Wange gegen seine Brust geschmiegt, lauschte sie dem kräftigen und vertrauten Herzschlag. Die letzten Nächten war dieses melodische Pochen gewesen, dass die Heilerin in diesem fremden Landen in den Schlaf gesungen hatte und ihr Sicherheit gab.
      Als Andvari eine besonders empfindliche Stelle auf ihrem Rücken erwischte, zwischen den geschwungenen Linien ihrer Schulterblätter, wölbte sich ihr oberer Rücken seinen Händen entgegen. Ein heiserer und überraschter Laut bahnte sich den Weg über ihre Lippen und sie drückte das Gesicht gegen seine Schulter. Unter hartnäckigen Resten von Schweiß, nahm sie den unverwechselbaren Geruch seiner Haut war. Warmer Sommerregen, der auf die Erde fiel und der Duft von frisch geschlagenem Holz.
      "Hmhm...", kam es nur undeutlich von der Heilerin und ihr Körper wurde ganz weich. Die Stimme fast verschluckt durch die Art und Weise wie Viola das Gesicht an ihn schmiegte. "Ja, Sylvar kann noch ein paar Minuten warten..."
      Viola zwang den Nebel, der ihren Verstand umfing ein wenig zurück und versuchte sich auf seine Worte zu konzentrieren. Wann hatte sie dieses unheimliche Gefühl das erste Mal verspürt?
      "Kurz bevor Sylvar den ruppigen Zwerg angesprochen hat.", murmelte sie und öffnete die Augen einen Spalt. "Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Es fühlte sich an, als würden sich Blicke in meine Nacken bohren. Zu dem Zeitpunkt habe ich dem nicht viel Bedeutung beigemessen. Viele haben uns angestarrt."
      Neuankömmlinge wurden überalls neugierig oder misstrauisch beäugt. Also warum sollte es auf den Straßen von Telerin anders sein. Gerade hier, wo jeder stets nach potentieller Kundschaft oder einer vollern Geldbörse Ausschau hielt.
      Während sie sprach wanderten ihre Hände um seine Seiten nur um tief in seinem unteren Rücken zu verweilen. Sie gnoss die Wärme unter ihren Fingern, als würde ein warmes Licht unter der Haut glimmen.
      Viola hob den Kopf ein wenig mühevoll an, weit in den Nacken gelegt und stützte da Kinn dabei auf seiner Brust ab, um ihn ansehen zu können. Einzelne Strähnen löste sich bereits aus dem fahrigen Haarknoten.
      "Vielleicht bin ich einfach zu misstrausich. Oder paranoid." , versuchte sie Andvari mit einem Lächeln zu beschwichtigen.
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    • Andvari

      Das Geräusch der jungen Frau verwunderte den Elf aufs Angenehmste. Es schien als wölbe sich nicht nur ihr Körper, sondern eine ganze Welt ihm entgegen und wenn sie nur ein wenig mehr Zeit hätten, würde er sie auf das Bett schleudern und dem nachgeben, was so tief in seiner Seele rumohrte. Als würde man ein Biest an die Leine legen, das sich nunmehr über seine Gefangenschaft beschwerte.
      Er genoß ihre Bewegungen und das Streifen ihres Körpers und ihrer Haut an seiner. Wenn er ehrlich war, musste er sich die Stelle merken, die derart verspannt war. Er würde diese Bewegung bei mehr Zeit und weniger Druck definiti wiederfinden wollen.
      "Ja, er kann wohl warten...", flüsterte er und nutzte die Gunst der Stunde, ihren nach oben geneigten Kopf zu beobachten.
      Er kam ihr ein kleines Stück entgegen indem er in eine breite Hocke ging, um sie gierig zu küssen. Viel fordernder hätte er nicht sein können, da er sonst jegliche BEherrschung verlor und dafür war das Thema zu ernst. Aber alleine dieser Laut, der ungewohnt durch den Raum hallte, ließ ihn schon fast an seinem Geist zweifeln. Während er ihre Lippen wie ein Ertrinkender das rettende Land erforschte, mahnte er sich alsbald zur Ordnung, als er merkte, dass er seine Hände nicht mher unter Kontrolle hatte.
      Schwer atmend löste sich der Elf von ihr und richtete sich auf, um scih zu räuspern.
      "Ich...Entschuldige", flüsterte er. "Also...Das GEfühl erschien kurz vor dem Zwerg...Kannst du sagen, ob es hier bereits geschehen ist?"
      Die Frage war berechnend, auch wenn sein GEsicht noch glühte. Aber sofern Gefahr drohte, mussten sie achtsam sein.
      "ICh denke das nicht", sagte er und sah sie ernst an. "Vielleicht sollten wir Sylvar um ein wenig magische Unterstützung bitten..."

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      The more you drag me to hell
    • Viola

      Warmer Atem liebkoste die Haut, bevor sich ein suchender Mund fordernd auf ihren drückte. Und Viola vergaß für einen Augenblick zu atmen. Ein elektrisierender Schlaf, wie ein winziger Blitz, zuckte durch ihren Körper und ihre Arme schlangen sich augenblicklich fester um seine Rippen. Erstaunlich, welche Wirkung ein einziger Laut auf den Elfen hatte. Beide waren still gewesen, während sie sich im Wasser des Sees geliebt hatten, nur schweres Atmen und lustvolle Seufzer. Die junge Frau presste ihre Finger in die festen Muskeln seines Rückens und brachte ihn unmöglich näher an sich.
      Ohne darüber nachzudenken öffnete sie sich erneut für ihn und ließ ihn zwischen ihren Knie treten, während sie sich sehnsüchtig den Hals nach dem Kuss streckte. Sie genoss jeder Sekunde, in der seine Hände ihre Haut erkundeten. Ihre Atmung schwer, als sich Andvari zu besinnen schien und sich von ihre löste. Widerwillig, wie sie zu erkennen glaubte. Gierig nahm sie einen Atemzug und der Schwindel in ihrem Kopf legte sich ein wenig. Sie durften nicht vergessen, wo sie sich befanden. Und selbst Viola war bewusst, dass dies weder der richtige Zeitpunkt noch der beste Ort war.
      Die Heilerin schüttelte den Kopf und ließ die Stirn gegen sein Brustbein fallen.
      "Entschuldige dich nicht.", flüsterte sie ebenso zurück und schluckte schwer. "Ich wünschte nur, wir wären...wir hätten mehr Zeit..."
      Ihre Schultern hoben sich unter einen Seufzen, die Haut erhitzt und brennend, wo der Elf sie berührt hatte. Ein tiefes und verlangendes Summen dicht unter ihrer Haut. Die Röte kroch ihr bis in den Nacken.
      Viola besann sich und lehnte sich schweren Herzens ein wenig von dem Weißhaarigen weg. Ein kühler Luftzug streichelte ihre Haut, als der Abstand zwischen ihnen stetig wuchs.
      "Nein, seit wir die Straße verlassen haben, ist es, als wäre nichts gewesen. Es war nur ein kurzer Moment auf der Straße.", begann sie mit einem unsicheren Ton in der Stimme, während sie versuchte sich zu erinnern. Dabei war nur so wenig Zeit vergangen. "Es fühlte sich so kalt an," schauderte sie.
      Ohne den Blick von Andvari zu nehmen, fischte sie blind eine saubere Hemdbluse, weit und bequem, aus dem Beutel. Sie hatte nicht viel gepackt und so war die Auswahl gerring. Aber immerhin befanden sie sich auf der Reise oder auf der Flucht. Ganz je nachdem wie man es drehte und wendete.
      "Vielleicht ist das gar keine schlechte Idee...", stimmte sie ihm zu und nestelte an dem Stoff in ihren Händen. "Besser wir wissen, wenn uns jemand auflauert. Und...Denkst du wir könnten die Mahlzeit und das Gespräch in eines unserer Zimmer verlegen. Weg von neugierigen Ohren und Augen. Und du müsstest dich nicht wieder unter dem Mantel verstecken."
      “We all change, when you think about it.
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    • Andavri




      Sich nicht entschuldigen…
      Ein Luxus, den er so nicht gewohnt war. Gerne hätte sie einfach noch länger angesehen (nun, starren würde es vielleicht besser treffen) und sich an dem Wunderland in seinen Augen ergötzt, jedoch drängte nicht nur die Zeit sondern auch das Gewissen des Elfen, dass Sylvar sicherlich noch wartend vor der Tür scharrte.
      Während sie sich eine Bluse überzog, nahm er ein wenig Abstand zu ihr und griff ebenfalls nach dem sauberen Wams, das sie ihm vormals gereicht hatte. Seine Haut fühlte sich noch immer klamm und beinahe nass an, aber letztlich wurde sein Leib mehr von Erregung denn Anstrengung durchzogen. Er schluckte die Begierde wie einen unliebsamen Kloß herab und sah sie an.
      „Wünschte ich auch…“, flüsterte er, während er sich das Wams überwarf und die Haare erneut ausschüttelte.
      „Wir sollten Vorsicht walten lassen solange wie hier sind…Ich meine, es könnte an jeder Ecke…“
      Ein Klopfen unterbrach seinen Redefluss und mit einem Mal war jegliche Behaglichkeit und Erregung verschwunden. Andvaris Instinkte setzten schlagartig ein und beinahe lautlos glitt er durch den Raum, um sein Schwert mit nur leichten Geräuschen vom Boden aufzulesen. Es kam einer fließenden Bewegung gleich, wie sich der Tür näherte und sich an den Türrahmen stellte, das Schwert im Anschlag.
      „Wer ist dort?“, fragte er bedrohlich und zog Angrist ein Stück aus seiner Scheide.

      „Ich bin es. Macht auf!“, zischte Sylvars Stimme durch das Holz und seufzend öffnete Andvari die Tür um den Erzmagier einzulassen, der ein wenig zerzausts wirkte.

      „Spuck und Donner!“, schimpfte er als er die Tür schloss. „Dieser Laden ist noch schlimmer als ich ihn in meiner Erinnerung hatte.“
      „Wir haben gerade überlegt, ob wir das Essen nicht hier oben einnehmen. Immerhin scheinen die Wände ein paar Ohren zu haben.“
      Er wies mit dem Kinn zu Viola, die der Erzmagier erstaunt anblickte und seine Robe richtete.

      „Was ist geschehen?“

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    • Viola


      Weniger grazil als zuvor und mehr fahrig zog Viola das saubere Kleidungsstück über ihren Kopf, ehe sie halbherzig mit den Schultern zuckte und die Schnürung am Kragen sorgsam schloss. Davon abgesehen, war zu erahnen gewesen, dass das Unterfangen nicht leicht werden würde. Von dem Mangel an sicheren Orten und ein paar gestohlener Minuten der Zweisamkeit ganz zu schweigen.
      Viola sah auf und wollte gerade etwas sagen, als das Klopfen vor der Tür ihre Ohren erreichte. Das Lächeln auf ihren Lippen verblasste und verzog sich zu einer schmalen Linie. So still wie sie vermochte, ihr fehlte das lautlose Geschick des Elfen sich fast ohne jedes Geräusch zu bewegen, glitt sie von dem Tisch hinunter. Die Hand wanderte an ihrem Körper herab, bis sich ihre Finger um den kühlen Griff des Dolches legten. Ihre Erfahrungen im Umgang mit Dandelost waren noch zu frisch und ungeübt, als im Ernstfall wirklich hilfreich zu sein. Die Klinge an ihrem Oberschenkel, so düster die Geschichte des Dolches auch war, wusste sie wenigestens zu nutzen.
      Allerdings blieb sie der Tür fern und bewegte sich seitlich durch den Raum in Richtung des knorrigen Astes, der ihr die einzige Deckung im Raum bot.
      Die Stimme des Mageries ließ sie hörbar aufatmen und sie trat hinter ihrer spärlichen Deckung hervor. Mit einem kaum hörbaren Klicken sackte der Dolch Vaerils wieder in seine Halterung. Viola schob eine Strähne hinter ihr Ohr und wartete bis die Tür sich wieder hinter Sylvar geschlossen hatte.
      "Nichts ist geschehen. Ich habe nur erzählt, dass ich für einen kurzen Augenblick das Gefühl hatte, beobachtet zu werden.", seufzte sie und lehnte sich wieder gegen den etwas wackeligen Tisch am Fenster. "Kurz bevor wir den Zwerg angesprochen haben spürte ich Blicke im Nacken."
      Nachdenklich verschränkte die junge Frau die Arme vor dem Körper und warf einen Blick zurück durch das getrübte Glas des maroden Fensters.
      "Erst habe ich mir nichts dabei gedacht, bis gerade eben. Andvari hält es für bedenklich. Ich kenne das Gefühl beobachtete zu werden, aber das hier war anders, als verberge sich etwas in den Schatten. Wir dachten Ihr könntet vielleicht versuchen, dieser Ahnung auf den Grund zu gehen, Sylvar. In dem ihr..." Viola machte eine wedelnde Bewegung mit einer Hand, eine halbherzige Imitation einer wohl magischen Geste. Dabei sah sie den Elfenmagier fragend an.
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    • Andvari / Sylvar

      Beide Elfen sahen sie an als Viola ihre Geschichte wiederholte. Selbst Sylvar kam nicht umhin, das wachsame Blitzen Andvaris Augen zu beobachten, während der weißhaarige Elf sich entspannte und in Richtung des Milchglasfensters ging. Er warf einen vorsichtigen Blick hinaus in die Nacht, die für einige zumindest recht kurz zu werden schien. Aber nichts erschien ihm auffällig, wenn man die grundsätzliche Auffälligkeit dieser Straße betrachtete. Aber niemand der anhielt oder das Gebäude ungewöhnlich lang musterte. Es war vielmehr viel zu ruhig.
      Sylvar hingegen trat ein paar Schritte mehr in den Raum hinein und sah Viola an.
      "Gehen wri davon aus, dass wir recht unbemerkt gereist sind und die Blicke erst bmit Ansprechen des Zwerges immanent wurden, so beschränkt sich das Einflussgebiet des Zaubers auf die ganze Stadt. Das wird nicht nur eine Weile dauern, ein derartiges Netz an Überwachung einzurichten, es wird vielmeh unmöglich zu halten..."
      "Wie meinst du das?", fragte Andvari und sah den Erzmagier an, der seine blonden Haare zurückwarf und ihn ebenso fixierte.
      "Ich meine damit, dass wir die Auren von drei Erzmagiern bräuchten. Oder die deiner Mutter. Aber ich alleine werde das nicht halten können...Was ich machen kann, ist Viola mit einen Schutzinsignien auszustatten, dass selbst wenn diesr Jemand sich heranwagen sollte, sie sich schützen kann...Vielleicht eine kleine Explosion?"
      "Se soll nicht verletzt werden..."
      Andvari war einen Schritt näher gekommen und hatte eine Augenbraue hochgezogen.
      "gut, dann vielleicht keine Explosion. Aber es gibt ein paar Möglichkeiten, die wir ausführen können, um uns zu schützen. Nur brauchen diese ZEit, die wir nicht haben..."

      The more that I reach out for heaven
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