[2er RPG] The Lesser Evil [Winterhauch & NicolasDarkwood]


    • And now I’m looking at you and you’re asking me if I still want you.
      As if I would want to give up the thing that makes me stronger than
      anything else ever has
      . I never dared give much of myself to anyone.
      Since the first time I saw you
      , I have belonged to you completely.

      Viola

      Obwohl die Worte beinahe beiläufig klangen, bildete sich Viola ein unterschwellige Sorge darin zu hören. Bereute sie es?
      "Nicht eine Sekunde...", wisperte sie gegen seine Haut und schloss kurz die Augen, während sie ihre Wange gegen seine Brust schmiegte.
      Als er sich bewegte, gab sie ein unwilliges Murren von sich und sah ihn mit spielerischen Vorwurf in den Augen an.
      Was er danach sagte, ließ sie verlegen den Blick senken. Wirklich glauben konnte sie ihm das nicht, aber es ließ dennoch eine glückliche Wärme in ihrem Herzen blühen. Dabei wusste sie gar nicht so recht, was sie eigentlich tat. Wie sollte sie auch.
      Andvari so gelöst zu sehen, so herrlich zufrieden, war ein Bild für die Götter.
      Nichts erinnerte an den grimmigen Elfenkrieger, der sie wie ein eingesperrten Raubtier beäugt hatte, als sie sich das erste Mal trafen.
      Seltsam, wie das Schicksal manchmal mit ihnen spielte.
      Als sie ihn daraufhin wieder ansah, verdrehte sie leicht die Augen und versetzte ihm einen verspielten aber sanften Klaps auf den Brustkorb.
      "Setzt Ritterlichkeit nicht vorraus, dass man nicht lügen darf?"
      Das Grinsen auf ihren Lippen verblasste zu einem seeligen Lächeln, als sein Mund sich zart auf ihren drückte.
      Es war keine Hitze dahinter, sondern eine Zärtlichkeit, die sie wohlig erschaudern ließ. Es war perfekt.
      Vorsichtig erhob sie sich auf ihre Ellbogen, um einen besseren Winkel für den Kuss zu bekommen, ohne ihren Nacken zu überstrecken.
      Ein Meer aus leuchtend roten Haar fiel über ihre Schulter auf den Elf, streifte seine Haut wie eine Liebkosung.
      Die Bewegung ihrer Lippen war ohne Eile, ein wenig träge von den letzten Spuren der Müdigkeit.
      Ihre Beine verschlangen sich mit seinen, als sie erneut näher an ihn heranrückte.
      Und während sie sich küssten, streckte die Sonne ihre ersten Strahlen in den kühlen Raum und wärmte ihren Rücken.

      (The Mortal Instruments - Cassandra Clare]
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Winterhauch ()

    • Andvari und der Partycrasher

      Andvari ergab sich dem Kuss liebevoll und drückte sie an sich, während eine Hand nach ihren Beinen griff und sie näher zu sich heranzog. Nachdem ihre Lippen sich wieder entwunden hatten (was ihn mehr Beherrschung kostete als nicht über sie herzufallen) blickte er sie feixend an und grinste.
      "Ich habe nicht eine Minute gelogen", sagte er und fuhr ihr durchs Haar. "Im Gegenteil, Ritterlichkeit setzt manchmal sogar noble Lügen voraus. Aber ich brauche nicht zu lügen, wenn ich das sage!"
      Zärtlich strich er eine störrische Strähne feuerroten Haares zurück und hinter ihr Ohr, als die Sonne ihm ins Gesicht schien. Es hätte ewig so weitergehen können, wenn es nach ihm ginge. Andvari lehnte sich etwas zu ihr hinüber und spitzte bereits die Lippen für eine weitere Liebkosung ihrer Lippen, da er eine Verzerrung im Raum bemerkte.
      Summend und sirrend schien der Raum neben ihrem Bett, kurz vor dem Kamin sich in sich selbst zurückzuziehen. Das Summen kündigte sich normalerweise etwas länger aus, aber nach wenigen Sekunden bereits stolperte Sylvar in wallenden weißen Gewändern und schwer auf seinen Stock gestützt in das Zimmer. Das Haar des Elfen war schmutzig und stank regelrecht nach Dreck, während der Schnitt auf seiner Wange mittlerweile verheilt war. Das Gewand des Zauberers hing an einigen Stellen nur noch in Fetzen an seinem Leib und wütend stapfte er durch den Raum. Andvari warf in einer reflexartigen Bewegung den Rest der Decke über Violas entblößten Körper, während er sich mit dem Rücken zu ihr drehte, um Sylvar anzusehen.
      "Rotz und Galle! Schmutz und Staub!", keifte er mit hoher Stimme und stampfte den Schlamm von den Füßen. "Ich sage dir, es ist eine Plage, diese verdammten Demonstran...Oh, Ihr Bäume, zieh dir doch was an, du Bauer! Du bist ein Königss- Oh, guten Morgen Viola!"
      Er neigte leicht den Kopf, um sich anschließend weiter zu beschweren.
      "VErmaledeite Demonstranten, sage ich euch! Mittlerweile brennen wieder die Straßen weil irgendwer mal wieder herausposaunt hat, dass wir die Schwerter reaktivieren!"
      "Und wer hätte das tun sollen?", seufzte Andvari und rieb sich durch die Augen.
      "Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung!"; keifte der Zauberer erneut und schien erst jetzt die Situation zu begreifen.
      Ein Blick zu Viola, ein Blick zu Andvari, erneut zurück und wieder hin. In Kombination mit dem stechenden Geruch im Raum und der Frühe des Tages seufzte er schließlich.
      "Na, das wurde auch Zeit..."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • "It's not natural for someone to be as stupid
      as he is tall, and yet there you stand.”


      Viola

      Der Ernst seiner Belehrung über die Tugenden der Ritterlichkeit brachten sie beinahe dazu in schallenden Gelächter auzubrechen.
      "Du bist unmöglich...", kicherte sie amüsiert und ließ zu, dass er sie näher an sich zog. Und in einem Anflug von Überflug hätte Viola fast schon ihr Bein, dass er umfasst hatte, gänzlich über seinen Schoß zu werfen. Die Leichtigkeit des Augenblicks verzauberte die junge Frau und es war einfach zu verlockend zwischen den weichen Kissen und seinem warmen Körper zu versinken.
      Viola neigte sich seinen Lippen entgegen, die Augen geschlossen und den Kuss sehnlichst erwartend, als Andvari inne hielt.
      Verwirrt öffnete sie die Augen und blickte ihn fragend an, nur um festzustellen, dass sein Fokus zu einem Fleck hinter ihr gewandert war.
      Gerade wollte sie den Mund zu einer neckenden Stichelei öffnen, als ein Ruck durch das Bett ging und der Elf ihr plötzlich die Decke überwarf. "Was zum...?!", hektisch schälte sie sich die Decke vom Kopf, wobei ihr ein guter Schwall röter Haare ins Gesicht fiel. Fahrig strich sie sich die Strähnen aus dem Gesicht und wirkte danach herrlich zerzaust.
      Das nächste, was sie sah, war der fluchende Erzmagier, der aufgebracht im Raum auf und abschritt. Er hatte es tatsächlich fertig gebracht sei Portal mitten im Schlafzimmer zu öffnen. Jetzt war er tatsächlich verrückt geworden.
      Viola kammerte sich in die Decke und bedeckte eilig ihren entblösten Körper, wobei der breite Rücken Andvaris das meiste vor Sylvar abschirmte.
      Undgläubig und mit weit aufgerissenen Augen starrte sie Sylvar schockiert an. Sie hatte nicht einmal Gelegenheit sich für ihre Nacktheit zu schämen.
      "Gu..Guten Morgen...", brachte sie perplex hervor und starrte einfach nur die völlig absurde Situation.
      Syvlar schien nicht einmal zu bemerken, in welchen Augenblick er da gerade hineingeplatzt war wie ein wilder Stier im Porzellanladen.
      Obwohl seine Worte vermutlich beunruhigend sein sollten, nahm Viola nicht eine Silbe davon war.
      Langsam kroch ihr doch die Röte den Nacken hinauf, über ihr Gesicht bis in den Haaransatz. Beinahe genauso tiefrot wie ihr Haarschopf.
      Es kam Regung in ihren Körper und empört schnappte die junge Frau nach Luft.
      Mit Schwung riss sie einen Arm hoch. Der Wasserkrug auf Kaminsims wackelte bedrohlich, ehe ein Schwall Wasser wie ein Fontäne daraus hervor schoss. Das kalte Nass traf den Erzmagier mitten ins Gesicht, während er sie noch mit selbstzufriedenen Blick betrachtete und keine Anstalten machte ein wenig den Anstand zu waren.
      "Raus hier. Habt Ihr jetzt endgültig den Verstand verloren?" Ihre Stimme hatte ein peinlich hohe Tonlage bekommen. Von allen respektierter und geehrter Zauberer hin oder her..."Wartet gefälligst unten!" Mit hochrotem Kopf blickte sie ihren Lehrmeister und Mentor an.
      "Weisheit des Erzmagiers...", grummelte sie entrüstet. "Beim bärtigen Hintern eines Zwerges..."

      (Six of Crows - Leigh Bardugo]
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Andvari und der begossene Pudel


      Der Schwall Wasser, der explosionsartig durch den Raum schoss, traf den Zauberer völlig unvorbereitet und unmittelbar ins Gesicht. Das blonde Haar wurde von der Wucht des Schwalls nach hinten geweht und glich einem merkwürdigen Windtanz, der sich aber in Nässe durch den Raum bewegte. Zart werhte es noch kurz im Wasser ehe es klatschnass auf den Rücken des Elfens schlug und dieser mit einem bedröppelten Gesicht in den Raum starrte.
      „Zeahahahahahahahahahaha!“
      Andvaris Gelächter war nicht mehr als schön zu betrachten. Es stieß gewaltig und rauer als je zuvor aus seinem Gesicht und klang eher wie ein müdes Reibeisen. Aber die Röte und Anstrengung in seinem Gesicht bezeugte, dass er es wirklich und wahrhaftig lustig fand, dass sein angesehener Bruder klatschnass im Raum stand und die Augen verdrehte.
      „Ist ja schon gut, ist ja schon gut“, murmelte er und zupfte an seinem Gewand. „Ich warte unten.“
      Oh, er würde dieser vorlauten Schülerin schon einschenken, dachte er sich während er grummelnd und lamentierend die Treppen hinunterstieg.
      „He, hier ist die Tür auf!“, rief er nach oben.
      „Halt den Rand, du altes Knitterohr!“, lachte Andvari und ließ sich wieder rücklings ins Bett fallen, um seinen Lachanfall unter Kontrolle zu bekommen. Und während die warme Sonne auf seine Brust schien fing er sich langsam wieder und sah Viola an.
      „Zwergen haben bärtige Hintern?“, fragte er kichernd. „Das war jetzt mit Abstand der beste Morgen aller Zeiten. Aber dennoch sollten wir hinab gehen…“

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola


      Die Schritte auf der Treppe holten Viola langsam zurück in die Realität.
      Die Erleichterung darüber, dass der Erzmagiers fürs erste den Rückzig angetreten hatte wärte nicht lange.
      Peinlich berührt schlug sich Viola die Hände vor das glühende Gesicht. Seit wann fuhr sie so leicht aus der Haut? Es musste der Schock über Sylvars rüde Störung gewesen sein. Andvaris Lachen machte die ganze Situation nicht besser und sie vergrub das Gesicht regelrecht in ihren Händen.
      "Bei den Göttern, ich habe keine Ahnung, was da gerade in mich gefahren ist", sprach sie fassungslos
      Viola, eine Menschenfrau mit deutlichem Anfängerglück, hatte den meist geachteten Erzmagier der Weißen Hand mit einem Schwall Wasser überschüttet und ihn dar stehen lassen, wie einen begossenen Welpen. Das würde ein Nachspiel haben, sicherlich.
      Wenn es eine Eigenschaft gab, die sich die junge Heilerin nicht zuschreiben würde, war es aufbrausendes Temperament.
      Das Gesicht noch immer tiefrot wie eine überreife Tomate, senkte sie die Hände und blickte zu dem Elf, der sich köstlich über die Situation amüsierte.
      "Das ist nicht komisch...Ich...Ich weiß nicht, wo das jetzt herkam", jammerte Viola halbherzig.
      Und konnte sich doch ein schiefes Grinsen nicht verkneifen.
      Zugegeben, der Anblick des Elfenzauberers und der fassungslose Gesichtsausdruck bargen schon eine gewisse Komik.
      Seufzend schlug Viola die Decke zurück und streckte im Sonnenschein die Arme über den Kopf, um den letzten Rest Schlaf aus ihren Gliedern zu vertreiben. Ein letztes Mal beugte sich Viola hinab, um einen zarten Kuss von seinen Lippen zu stehlen. Die Finger noch einmal in dem weißen Haar vergrabend. Sollte Sylvar noch ein paar Minuten länger warten.
      Erst als sie keinen Atem mehr in ihren Lungen hatte, löste sie sich und stand endgültig auf und sich mit den Händen über die kühlen Arme rieb. Viola seufzte leise und versuchte etwas passendes in dem Stapel aus Kleidung zu finden.
      Es lenkte sie auch ein wenig von der Tatsache ab, dass Andvari sie das erste Mal gänzlich bei Tageslicht betrachten konnte. Die Brandnarbe und auch die Zwillingsnarbe an der Innenseite ihres Schenkels deutlich sichtbar. Sie würde dieses Gefühl nie ganz ablegen können, nicht genug zu sein. Sie drehte sich herum und warf Andvari einen neuen Wams zu.
      "Wir sollten Sylvar nicht länger warten lassen...", murmelte sie.


      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
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      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Viola bemerkte gar nicht, dass sie selbst errötet und voller Scham noch immer unwiderstehlich für den Elfen war. Er musste wirklich an sich halten, da tat das grauenhafte Lachen, das sich seiner Kehle entrang wirklich gut. Und auch wenn es ihr peinlich war, wusste er zum einen, dass Sylvar es ihr nicht übel nahm und zum anderen war es eine gekonnte Art, einen störenden Besucher zu entfernen. Er musste es sich merken.
      "Nicht weiter schlimm", kicherte er und wischte sich eine Lachträne aus den Augenwinkeln. "Egal, was es war, ich liebe es!"
      Er hatte schneller gesprochen als er wirklich denken konnte und bemerkte erst eine gute Minute später, was er da eigentlich gesagt hatte. Sicherlich hatte er nur eine EIgenschaft von ihr gemeint, aber das erst Mal seit Jahren lag das Wort Liebe auf seinen Lippen. Er fuhr sich durchs Gesicht und wischte den Rest des morgendlichen Lachanfalls von dannen, ehe er Viola beobachtete wie sie sich aus dem Bett erhob. Noch immer quälte ihn der Gedanke, was sie nun füreinander waren. Liebende, Freunde, Im Schicksal verbundene? Er versuchte, dem ganzen keinen Buchrücken zu verpassen, jedoch drehte sich sein Verstand darum. Dahibgehend war er recht einfach gestrickt. Er erwiderte den zarten Kuss von ihr und leckte sich danach über die Lippen, als habe er am Honig genascht.
      Schamlos beobachtete er sie, wie sie sich streckte und gleichsam in grazilen Bewegungen zu dem Klamottenstapel am Ende des Raumes ging. Ihre Art zu gehen und ihr Körper waren selbst im Tageslicht atemberaubend. Die Narben machten das ganze erst perfekt, da sie wie sie eine Geschichte erzählten. Eine Geschichte der Frau, an der ironischerweise sein Herz hing. Er schluckte und wollte etwas sagen, da ihn ein schweres stück Stoff ins Gesicht traf.
      Er war so abgelenkt gewesen, dass er nicht einmal zeitig ein Hemd fangen konnte.
      "Du hast Recht", murmelte er und brachte sich von dem Gedanken ab.
      Athletisch schwang er die Beine aus dem Bett und Warf sich das Wams über, ehe er zu ihr trat. Er fischte eine grobe Lederhose aus dem Stapel heraus, die er sich eilig überzog und über der Hüfte verschnürte. Das weiße Haar ließ er ungekämmt und sah mehr wie ein Wilder aus denn je. Aber er fühlte sich fantastisch.
      Anschließend machte er sich auf, die Treppe nach unten herab zu klettern.

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      The more you drag me to hell
    • Viola

      Ein Wort brachte Viola beinahe aus dem Gleichgewicht. Sicherlich war es anders gemeint, aber zuhören, das es etwas an ihr gab das jemand wie Andvari lieben konnte, machte sie glücklich. Sehr sogar. Eine zarte Wärme füllte ihr Herz, zart und neu, wie die ersten Blütenknospen im Frühling.
      Viola spürte die Blicke auf ihre Haut so deutlich, als wären es nicht seine Augen sondern seine Hände auf ihrem Körper. Nachdem sie gefühlt hatte zu welcher Leidenschaft er fähig war, wie sicher und fest der Elf sie gehalten hatte, nahm sie jeden Blick und jede Regung überdeutlich war. Alle ihre Sinne liefen bei diesem einen Mann als Zentrum zusammen. Die Heilerin wusste, welches Gefühl ihr Herz fliegen ließ, aber sie wagte nicht einmal daran zu denken. Die Zeit dafür war noch nicht gekommen. Es war zu neu und so zerbrechlich.
      Sie beobachtete ihn mit einem Lächeln, amüsiert darüber das sie ihn so spielend leicht ablenken konnte, und nickte schließlich.
      "Ich komme gleich nach...", antwortete sie schlicht und atmete tief durch, als Andvari das Schlafgemach verlassen hatte.
      Seufzend blickte sie auf die Kleidungsstücke, ließ die langen Kleider durch ihre Finger gleiten und griff dennoch entschlossen nach etwas anderem. Wenige Augenblicke später sah sie an sich herab. Die schlanken Beine in weiches, hellbraunes Leder gehüllt, dass sich perfekt an ihre Haut schmiegte, dazu eine einfache Bluse, die sie in den Bund der Hose steckte. Die Art des Stoffes war ihr unbekannt, aber herrlich leicht.
      Kurz presste sie die Hand auf ihren Bauch. Daran hatte keiner von ihnen einen Gedanken verschwendet, aber am Ende spielte es keine Rolle. Viola seufzte. Auch das hatte Vaeril ihr genommen.
      Mit einem Kopfschütteln verbannte sie den Gedanken und kam schon kurz darauf barfuß die Treppe hinunter, das herbstrote Haar locker und wie eine leuchtende Flut über ihren Schultern. Entschuldigend blickte Viola in Richtung des Magiers.
      "Es tut mir furchtbar leid...", sprach sie schuldbewusst und ehrlich. Aber irgendwo, hatte Sylvar auch verdient.

      “We all change, when you think about it.
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      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Schweigend trat der Elf die Treppe hinab und band noch die letzten Bünde der Lederhose über seiner Hüfte, als er einen Blick in den Wohnraum warf.
      Sylvar hatte sich offenbar ein wenig getrocknet und auch wenn das blonde Haar noch immer in klammen Strähnen in seinem Gesicht lag, wirkte er mehr amüsiert denn verärgert.
      "Du bist unmöglich", murmelte Andvari und setzte sich zu ihm an den Tisch. "Du hättest wie ein normaler Elf unten klopfen können."
      "Hätte ich. Aber das wäre nur halb so lustig gewesen und zum anderen hätte ich hier regelrecht einbrechen können. In eurem Liebesspiel habt ihr vergessen, die Tür zu schließen."
      Andvari warf einen schuldbewussten Blick zur schweren Holztür und zuckte die Ahcseln.
      "Es weiß keiner von diesem Ort. Ich fühlte mich sicher."
      "Du weißt, dass es gefährlich ist?", fragte Sylvar sodann eindringlich, die Stimme verändernd. "Sie zu lieben meine ich. Ein Nachkomme von dir, sei er auch noch so gering, ist in Gefahr, sobald Vater davon erfährt."
      "Wir haben darauf geachtet", log Andvari und war einen Moment lang besorgt. Er hatte nicht einen Gedanken daran verschwendet, dass Viola schwanger werden würde. Und vielleicht gab es da einen Funken in seinem Herzen, der sich über die Aussciht freute...
      Andvari fuhr sich durchs Haar und lächelte selig, während Sylvar sich zurücklehnte und sein Haar auswrang.
      "Ihr habt also endlich die Schwelle des nahenden Vergessens genommen?", fragte er. "War es wenigstens so wie ihr es erhofft hattet?"
      Erhofft hatten sie gar nichts. Es war einfach passiert, obgleich es sich Stunden oder Tage davor bereits angekündigt hatte. Und so nickte der Weißhaarige und grinste, wöhrend Sylvar ebenfalls in Lächeln verfiel.
      Beide blickte auf, als Viola, schön wie der junge Morgen, die Treppe hinab kam. Seit ihrer Nacht nahm Andvari sie anders war und so war ihre Kleidung, obgleich praktisch, für ihn ein aufreizendes Memento ihrer vergangenen Nacht. Er erhob sich, um ihr den Stuhl anzubieten, auf dem er gesessen hatte.
      Sylvar indes kicherte vor sich hin.
      "Schon gut schon gut", sagte er und winkte ab. "Macht Euch mehr Sorgen um Eure neue Liebschaft als meinen alten Hintern. Nichtsdestoweniger: Telerin wartet auf uns. Ich habe Pferde besorgt, die am Rande des Tals stehen und mit denen wir reisen können. Viola sollte durch den Illusionszauber geschützt sein. Auf der Reise werden wir sie als dein Weib ausgeben."
      Er blickte kurz zu ihr, ob der Plan Anklang fand, wärhnd Andvari sofort nickte.
      "Wir müssen uns eilen. Die Häscher sind nah..:", sagte Sylvar unheilsschwanger.

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      The more you drag me to hell
    • Viola

      Fragend hob Viola eine Augenbraue an, als der Elf ihr höflich den Stuhl anbot und wusste nicht so recht, was sie im ersten Augenblick davon halten sollte. Schmunzelnd nahm sie Platz und sah den Magier vor sich mit dankbarer Miene an. Sylvar schien es ihr nicht nachzutragen, was eine Erleichterung für sie war.
      Zartes Rosa schimmerte auf ihren Wangen, während der Elfenmagier selbstverständlich über seine morgentliche Entdeckung sprach.
      Vermutlich sollte sie sich daran gewöhnen, dass Sylvar in diesem Punkt kein Blatt vor den Mund nehmen würde.
      Die Erzählung ließ sie aufhorchen. Wie befürchtet würde man Andvari und ihr keinen weitere Aufschub gewähren. Insgeheim hatte Viola gehofft, dass Sylvar ihnen eine weitere Schonfrist einräumen würde.
      Beinahe hatte sie die hübsche Silberkette schon vergessen, die nicht nur durch ihre feine Handwerkskunst bestach. Natürlich, der Illusionszauber des Anhängers. Vorsichtig zog sie das Schmuckstück aus der Hosentasche hervor und drehte den kleinen, silbernen Vogel nachdenklich zwischen den Fingern.
      Viola hob das Kinn an und hielt dem Weißhaarigen die Kette entgegen, damit er ihr diese aus den Händen nahm.
      "Würdest du...?", fragte sie ruhig und strich sich mit der freien Hand die Haare aus dem Nacken nach vorn über die Schulter. Mit geübten Handgriffen begann sie die widerspenstigen Strähnen in einem geflochteten Zopf zu bändigen. So konnte sich die filigrane Kette nicht in ihren Haaren verfangen und während sie auf einem Pferd saß, würde es ihr nicht ständig ins Gesicht fliegen.
      Sichtlich überrascht blickte die junge Frau von einem Elf zum anderen. Damit hatte sie tatsächlich nicht gerechnet. Obwohl es im Nachhinein Sinn ergab, sich als die Angetraute des Elfen zu zeigen. Und wenn sie ehrlich war, gefiel ihr der Gedanke ein wenig zu sehr. Dabei Das Lächeln auf ihren Lippen ließ sich unmöglich verbergen, dennoch, Viola wusste wie gefährlich es werden würden mit ihm zu reisen.
      Einverstanden mit dem Plan nickt sie Slyvar zu.
      Wirklich beunruhigt, zeigte sich die Heilerin erst, als sie die nächsten Worte hörte. Ihre Hände hielten in ihrem Tun inne.
      "Ist es Faolan?", wagte sie kaum zu fragen und spürte, wie sich ihre Nackenhaare unter einem eiskalten Schauer sträubten.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
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    • Andvari und der nasse Liebestöter


      Andvari nahm die Kette der jungen Frau entgegen und fuhr während des Anlegens mit den Fingerspitzen über die weiche, blasse Haut ihres Nackens. Noch vor wenigen Stunden hatte er sich dort festgehalten, um nicht von Lust übermannt zu werden und sie zum Kuss heranzuziehen. Und nun legte er filigran eine Kette an, die er sorgsam schloss.
      „Der Zauber aktiviert sich, sobald wir das Haus verlassen“, murmelte er. „Und hält so lange an, wie meine Aura aktiv ist. Sterbe ich, so ist es das Ende des Zaubers. Also passt auf meinen alten Hintern auf.“
      Das Zwinkern, das daraufhin folgte nahm dem Satz ein wenig die Schärfe, auch wenn es nicht minder schlimm war, darüber zu reden. Andvari setzte sich neben Viola auf einen Stuhl, den er umdrehte, damit er die Lehne vor dem Bauch hatte. Das leichte Lächeln auf ihrem Gesicht bei Offenbarung ihres Plans entging ihm nicht und innerlich machte sein Herz einen Hüpfer, während das Gesicht gleichsam ausdruckslos blieb und er Sylvar wieder ansah.
      „Faolan hat sich noch nicht vollständig von seinen Verletzungen erholt“, kicherte der Magier und klopfte kurz mit dem Stab auf den Boden. „Aber seine Häscher sind auch ohne ihn aktiv. Er hat die Schlimmsten heraufbeschworen und ich fürchte, sie sind nicht halb so schlecht wie erwartet, uns zu finden. Sie fanden mich auch inmitten von Demonstranten, obgleich ich mein Antlitz und meine Aura tarnte.“
      „Also haben wir nicht nur Eile, sondern auch Umsicht walten zu lassen“, murmelte Andvari.
      „Hast du ihr bereits vom Schwert erzählt?“, fragte Sylvar.
      Andvari schüttelte den Kopf. Er hatte es nicht können. Er fürchtete sich davor. Fürchtete, dass sie ihn mit anderen Augen sah, nach dieser Nacht.
      Sylvar jedoch seufzte.
      „Nun…Dann werde ich das übernehmen, wenn du erlaubst: Viola, das Schwert, das ihr gestern geborgen habt…Es kann von Andvari nicht geführt werden. Es kann nur von Jemandem geführt werden, der ein gebrochenes Herz liebt…“
      Es war raus.
      So einfach und doch vernichtend, dass Andvari kurz den Blick senkte und Blickkontakt mit beiden vermied.

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      The more you drag me to hell
    • That's the choice. I love him, with all that,
      because of all that. On purpose. I love him on purpose.

      Viola

      Viola schloss die Augen und erlaubte sich das Gefühl seiner Fingerspitzen auf ihrer Haut einen Augenblick lang auszukosten.
      Tatsächlich empfand sie es unsagbar schwer, den Kopf nicht zurück in seine Hände zu legen. Das Silber fühlte sich erst kühl auf ihrer Haut an, ehe es sich langsam aber stetig durch ihre eigene Körpertemperatur erwärmte. Der zierliche Vogel mit den weit aufgeschlagenen Schwingen ruhte sicher in der kleinen Mulde, in der sich die Knochen ihrer Schlüsselbeine trafen. Blind fuhr sie den Schwung der Flügel nach.
      Andvari sprach und sie schlug die Augen auf, um seinen Blick zu suchen wie die Motte das Licht.
      Mit einem schweren Seufzen nickte die junge Frau und versuchte tapfer zu Lächeln. Welche Antwort hätte sie ihm darauf geben können? Die Aussicht bei diesem riskanten Unterfangen zu sterben, hatte sie bis zu diesem Zeitpunkt weit von sich geschoben. Andvari zu verlieren, machte ihr allerdings mehr Angst als der Verlust ihres eigenes Lebens. Was zwischen ihnen lag, war in so kurzer Zeit so unglaublich stark und intensiv geworden, das es schmerzte. Etwas verband sie mit dem Elf und Viola fürchtete sich vor der dunklen Stunde, in der das zerbrechliche Band riss. Sie wusste nicht, ob sie das ertragen konnte.
      "Danke...", flüsterte sie und blickte ihn aus großen, grünen Augen an. Sie vergaß für einen Augenblick den Magier am Tisch. In dem einem Wort lag mehr, also nur der simple Dank über das Anlegen der Silberkette. "Ich will glauben, dass alles gut geht..."
      Mit nun ernster Miene wandte sie sich ebenfalls Sylvar zu, wobei sie die Ellbogen auf dem Tisch abstützte.
      "Und ich danke auch Euch, Sylvar. Für den Anhänger. Dafür, dass ihr daran gedacht habt."
      Was er ihnen mitteilte, klang gefährlich und schien nicht gerade zu ihren Gunsten zu fallen.
      "Also rennt uns die Zeit davon?", murmelte sie und tippte sich nachdenklich mit dem Zeigefinger ans Kinn.
      Viola spitzte die Ohren und blickte verwirrt zwischen den Brüdern hin und her. Was hatte Andvari ihr noch zu Dandelost gesagt?
      Die Herzensklinge. Ein Schwert geschmiedet von einem Witwer aus dem Herzlut seiner ersten Liebsten. Sie hatte noch darüber nachgedacht, dass diese Klinge auf traurige Art in die Hände des Elfen passte.
      Es behagte ihr ganz und gar nicht, dass der Sylvar sie dermaßen Ernst ansah, als hätte er eine schlechte Nachricht zu überingen.
      Die Wahrheit brauchte einen Augenblick, um Viola wirklich zu erreichen. Erst fühlte sie nichts und dann viel zu viel aufeinmal.
      "Wollt ihr damit sagen, dass ich...?", wisperte sie fast lautlos. Sie, die nie ein Schwert geführt hatte. Die Zahnräder in ihrem Kopf arbeiten und kamen ruckartig zum stehen, als sie eine weitere Erkenntnis in ihren Verstand bohrte. Was sie jetzt fühlte, war ein stechender Schmerz in ihrer Brust und der bittere Geschmack auf ihrer Zunge. Sie fühlte sich hintergangen. Warum hatte Andvari ihr das nicht gesagt? Viola wusste, tief in ihrem Herzen, dass der Elf seine Gründe gehabt hatte, vor allem zu fürchten, dass sie sich ausgenutzt fühlte. Betrogen, könnte man sagen.
      "Vielleicht hättet ihr Nuala darum bitten sollen. Wenigstens weiß sie, wie ein Schwert geführt wird.", die Worte klangen bitter aus ihrem Mund und Viola bereute sie noch während sie sprach. Was sie nicht sagte, war umso bedeutungsschwerer.
      Sie liebte Andvari. Es war das erste Mal, dass sie sich diesen Gedanken erlaubte. Und sie widersprach Sylvar nicht.
      Das Lächeln auf ihren Lippen war von trauriger Schönheit.
      "Habt Ihr das geplant?", richtete sie das Wort an Sylvar. "Habt Ihr mich deshalb eingeladen in Eurem Refugium zu verweilen?" Die Idee konnte erst am Tag entstanden sein, als sie in Tirion angekommen waren. Der Magier hatte vorher nichts von ihr gewusst.
      "Ich denke ich verdiene eine ehrliche Antwort", raunte sie. "Von euch beiden. Keine falsche Ritterlichtkeit mehr."
      Sie traute sich nicht Andvari in die Augen zu sehen. Zu akzeptieren, das Schwert Dandelost zu führen, kam einer Liebeserklärung gleich.

      [Red, White and Royal Blue]
      “We all change, when you think about it.
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      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Andvari

      Sie hatte Recht. Sie hatte so Recht…
      Andvari verhüllte seinen Blick, indem er die Stirn auf die überkreuzen Arme legte und auf den schweren Dielenboden sah. Er atmete noch, aber dennoch machte es die Situation nicht leichter. Für keinen von ihnen. Selbst der Erzmagier sah ein wenig getroffen aus und als Viola Nuala an ihre Stelle setzen wollte, versetzte es Andvari einen Stich ins Herz.
      Nuala war wohl die offensichtliche Wahl…Aber würde das dann nicht heißen, dass sie das Schwert nicht führen wollte? War dies alles also nur eine Nacht, um der Hölle zu entkommen, in der sie lebte? Das wollte er nicht glauben. Er wollte das alles nicht mehr hören. Am liebsten wäre der Elf schreiend fortgelaufen und hätte so getan, als gäbe es dies Gespräch nicht.
      „Ich habe das nicht geplant“, schüttelte Sylvar den Kopf. „Ich plante gar nichts hiervon. Ich gebe zu, ich hegte Hoffnung, als ich Eure Reaktionen sah, aber geplant…nein. Ich wusste bis vor kurzem nicht einmal, dass wir die Sieben wieder reaktivieren würden. Ist es eine unglückliche Situation, wo ihr euch gerade gefunden habt? Eindeutig. Aber dennoch: Nichts davon war Planung.“
      Andvari schüttelte den Kopf.
      „Ich plante nichts dergleichen“, murmelte er. „Es geht bei diesem Schwert nicht um Kunst. Sondern vielmehr um das echte Gefühl hinter dem Führenden.“
      Andvari sah auf und sah sie das erste Mal diesen Morgen direkt und ohne Umschweife an.
      „Ich kann verstehen, wenn du es nicht führen möchtest“, murmelte er. Sein Blick wirkte fahrig, angsterfüllt. „Ich wollte nur, dass du es weißt, dass ich dies nicht vorhergesehen habe, dass ich..“
      Er unterbrach sich und verschluckte sich beinahe an seinen Worten. Er wollte sie nicht überfahren. Das wäre nicht gerecht. Nicht fair.
      „Ein wenig Zeit verbleibt uns, aber nicht viel“, bestätigte Sylvar, der die Stimmung las. Er selbst hatte den Weißhaarigen ebenfalls noch nie so erlebt,…

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • You speak of sacrifice, but it is not my sacrifice I offer. It is yours I ask of you.
      I can offer you my life, but it is a short life; I can offer you my heart,
      though I have no idea how many more beats it shall sustain.
      But I love you enough to hope that you wil not care that I am being selfish
      in trying to make the rest of my life happy, by spending it with
      you.

      Viola

      Viola ließ die Worte auf sich wirken.
      Erst ruhte ihr Blick nachdenklich auf Sylvar, als versuchte sie nach einer Lüge oder einem weiteren Geheimnis in seinen Augen zu suchen, aber sie konnte nicht dergleichen entdecken. Der Elfenmagier wirkte ehrlich getroffen von ihren Worten und der Anblick zerrte an ihrer Selbstbeherrschung. Unruhig zuckten ihre Finger über das Holz des Tisches.
      Viola war sich bewusst, wie ihre Worte klangen und fühlte sich mit jeder Sekunde, die sie ihr Schweigen aufrecht hielt, schlimmer.
      Es bereitete ihr keine Freude, Andvari mit dieser Furcht in den Augen sehen. Die Unsicherheit in seiner Stimme und die Angst darin, ließ ihre Fassade langsam aber stetig splittern. Kleine Risse zeichneten sich in der für Viola ungewöhnlich, neutralen Maske ab. Da war ein sanfter Schimmer in ihren Augen und als ein vorsichtiges Lächeln, so zart und zerbrechlich, auf ihren Lippen ruhte, wirkte sie wieder ein wenig mehr wie sie selbst.
      "Das ist nicht fair", flüsterte sie und fuhr sich mit der Hand über die Augen, die verräterisch brannten. "Ich sollte böse auf dich ein. Ich bin wütend auf dich. Ich habe jedes Recht wütend zu sein. Aber ich kann nicht, wenn du mich so ansiehst, Andvari."
      Seufzend wandte sie sich zu Andvari um und nahm die niedergeschlagene Haltung in Augenschein. Wie er so kraftlos über den Tisch gebeugt da saß...Viola blendete den Magier für ein paar Sekunden aus und sah nur den Elf vor sich an. Auch wenn sie ihm zutiefst dankbar war, dass Sylvar in diesem Moment nicht zum Aufbruch hetzte.
      "Aber ich hätte mir gewünscht, du hättest es mir selbst gesagt. Nichts für ungut, Sylvar...", sprach sie ohne den blonden Elf dabei anzusehen. Behutsam, gar zärtlich, hob sie ihre Fingerspitzen an Andvaris Gesicht und schob eine Strähne ungebändigten, weißen Haares zurück. Der Elf fürchtete sie zu verlieren, sie sah es in seinen Augen. Viola lehnte sich vor und legte hauchzart ihre Lippen auf den höchsten Punkt des Wangenknochens.
      "Ich verstehe, warum du nichts gesagt hast. Deswegen schmerzt es mich nicht weniger. Keiner von uns wusste, dass wir...dass das hier passieren würde", wisperte sie gegen seine Haut, weil sie ihn nicht ansehen konnte.
      Das Herz drohte aus ihrer Brust zu springen.
      "Ein Tag", fuhr sie leise fort. "Ein Tag und es fühlt sich für mich wie ein ganzes Leben an. Erinnerst du dich daran, was ich dir sagte? Dass ich bei dir bleibe, um die Last mit dir zu tragen? Das war keine Lüge. Ich bleibe. Und ich werde Dandelost führen."
      Viola seufzte und schloss die Augen.
      "Dandelost zu führen, bedeutet, dass du weißt wie ich empfinde. Und ich bin wütend, dass ein magisches Schwert mir die Chance nimmt, es dir zu sagen, wenn ich bereit dafür bin. Und deswegen werde ich es nicht sagen. Nicht heute."

      [Clockwork Prince - Cassandra Clare]
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Andvari

      Sylvar blickte betroffen drein, während Andvari regelrecht zerstört aussah. Die Worte lagen ihm auf den Lippen und es brauchte nur so wenig um sie in den Tag hinauszuschreien und diese Wände zu erfüllen. Doch sagen konnte er sie nicht ohne sie völlig zu überfahren. Dass sie derartig gezwungen war, ihre Gefühle auszubreiten und ein Schwert seiner Rache zu werden, fühlte sich schlimmer an als Jahre unter Faolans Folter. Sie hatte das nicht verdient. Diese Bindung, dieses Wesen des Schwerts.
      Er sah sie traurig an, die Traurigkeit von Jahren darin verborgen und auch wenn es nur einen Abend bedurfte, um sein herz zu wenden, so würde es Jahre brauchen, bis er sich dies vergeben konnte. Er fühlte ein Brennen in seinen Augen und wünschte sich das erste Mal seit lLangem an einen anderen Ort.
      "Es ist nicht fair", flüsterte er und nickte. "Du hast Recht, es ist nicht fair. Es ist ganz und gar nicht fair und ich hasse jede Minute, die ich dich darum anflehen muss...Aber ic will diesen Krieg nicht mehr. Ich möchte eines Abends in dieses oder ein anderes Haus zurückkehren und nicht mit Angst in den Augen leben. Und am liebsten würde ich dich dort sehen wollen", murmelte er und redete sich mehr und mehr in Rage. "Ich hätte dieses verdammte Schwert zerstören sollen als es ging."
      "Das geht nicht, Andvari", sagte Sylvar ruhig und stützte sich auf seinen Stab.
      "Ich weiß!", donnerte der Elf und wirkte das erste Mal wütend. Wütend auf sich selbst. Und dieses Schwert, dass ihm das wertvollste zu nehmen glaubte. Nun zwang er auch die Frau, die er...Die Frau, die...
      Ach verdammt.
      "Ich wollte es dir hundertmal sagen", sagte er schließlich und blickte an die Wand vor ihm. "Aber dann hast du gelächelt und ich habe vergessen wie ich heiße. Ich woltle es dir flüstern, aber du hast mich angesehen und ich war ganz woanders. Ich habe dieses Schwert, dieses Schicksal bereits vergessen wenn ich allein mit dir bin."
      Selbst er blendete Sylvar gänzlich aus.
      "Du musst es nicht sagen", murmelte er. "Es ist zu früh. Ich...Ich möchte dass du dir alle Zeit der Welt nimmst..."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Aber Viola hatte nicht alle Zeit der Welt.
      So schmerzlich dieses Eingeständnis war. Sie war ein zerbrechlicher Mensch zwischen die Fronten eines Krieges zweier Völker geworfen, die sich bis aufs Blut bekämpften. Von einer stillen Zeugin und Beobachterin, die versuchte den Schaden zu mildern, trat sie nun selbst in die vorderste Reihe, um das sinnlose Blutvergießen zu beenden. Und sie würde es an seiner Seite tun.
      Bedauerlicherweise konnte Viola nicht verhindern, dass sie leicht in sich zusammenfuhr, als Andvaris donnernde Stimme durch das Haus hallte. Dabei war sie mehr erschrocken darüber, als verängstigt. Furcht stand nicht in den schimmernden Augen, nur ein tiefes Verständnis.
      Mit einem schweren und langgezogenen Seufzen verflog die aufkeimende Wut im Nichts. Es war, was es war. Auch wenn sie es sich anders wünschten.
      Der Elf sah sie nicht an, sondern an einen ihr unebkannten Fleck an der Wand, und schien ihrem Blick beharrlich enfliehen zu wollen.
      "Andvari...", sprach sie sanft aber mit Nachdruck, damit er sie ansah und um ihre Bitte zu unterstreichen, versuchte sie mit dem behutsamen Druck ihrer Hand, seinen Kopf zu sich zu drehen. Beschämt gestand sie sich ein, nicht gewusst zu haben, wie groß die Last auf seinen Schultern tatsächlich war. Das die Angst in seinem Leben ebenso groß war, wie der Verlust.
      Was er sagte, erfüllte sie mit so viel Wärme und Zuneigung, das glaubte ihr Herz würde darin ertrinken. Die Zweifel vom frühen Morgen, was sie waren und was sie sein konnten, mit einem Schlag dahin. Viola war sich sicher, dass er fühlte, wie sie.
      "Sieh mich an, bitte...", bat sie ihn leise. "Ich will nicht, dass du mich anflehst. Dieser Krieg muss enden, daran lässt sich nicht rütteln. Aber ich werde nicht für dich kämpfen. Ich werde mit dir Kämpfen. Seite an Seite. Und wenn das vorbei ist, wenn alles gesagt und getan ist..." Viola lächelte, mit Liebe in den Augen, die sie nicht in Worte fassen konnte. "...dann lass uns hier her zurückkehren. Gemeinsam."
      Und Sylvars Anwesenheit wachender Blick sei verdammt, sie rutschte auf dem Stuhl nach vorn und suchte den Mund des Elfen zart mit dem ihrem. Ein Kuss ihm zu versichern, dass sie nicht zweifelte. Ein Kuss, um ihn spüren zu lassen, was sie tief in ihrem Herzen fühlte und die Worte dafür noch nicht über die Lippen brachte.
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    • Andvari

      Der Elf wirkte eine Sekunde lang leicht wirr im Kopf.
      Der Kuss kam überraschend und beinahe aus dem Nichts heraus. Selbst wenn sie sich langsam näherte schien sein Körper einer Lähmung gleich erlegen zu sein. Er erwiderte den sanften Druck ihrer Lippen und ignorierte den neugierigen und wissenden Blick des Erzmagiers, der sich an seinem Kopf zu kratzen begann. Es war zumindest höflich, dass er sich leicht abwendete, damit er nicht den Austausch der Zärtlichkeiten direkt beobachten musste.
      Nicht, dass er sich nicht für Andvari freute, aber die Liebe war nie seines. Zumeist verliebte er sich, aber die Damen kamen seinem Werben nicht nach.
      Und auch wenn es ihre Bitte gewesen war, so konnte sich Andvari nicht von ihr abwenden und blieb selbst nach dem Kuss an ihre Augen gebunden.
      Ihre Sätze waren wie Balsam auf seiner Seele und hölten den Stein seines Herzens aus. Hierhin zurückkehren. Gemeinsam...Es klang so fern dieser Tag. ferner als der nächste dräuende Morgen, der erst durch eine weitere Nacht getrennt wurde. Er seufzte und nickte, während er eine Träne im Augenwinkel verstecken musste. Sachte neigte er den Kopf und griff nach ihrer Hand, die er nach einigen schlechten Tastverscuhen unter dem Tisch fand. Es war nur ein sanfter Druck, aber genügend, um ihr zu zeigen, dass er hier war. Anwesend. Und sie ebenfalls.
      "Nachdem wir das geklärt haben", murmelte Sylvar, nun endlich wieder zum Leben erwacht und sich erhebend. "Die Pferde warten im Tal. Wir sollten uns langsam sputen. Nehmt Waffen mit und Proviant. In Telerin werden wir uns Rüstungen anschaffen und versuchen, so weit es geht unauffällig zu bleiben, bis Farryn aufgefunden wurde."
      "Was meinst du?", fragte Andvar und schien selbst wieder zum Leben zu erwachen.
      "Farryn ist verschwunden", gab der Magier zu. "Vor drei Tagen. Zuletzt sah man sie in GEsellschaft der königlichen Truppen und ich befürchte das Schlimmste."

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    • Viola

      Sanft erwiderte Viola den Druck seiner Hand und hielt den Blick in die bernsteinfarbenen Augen, bis Sylvar die Stille unterbrach. Entschlossen nickte sie Andvari zu und wandte sich dann zum Magier ihr gegenüber.
      Sie wollte schon aufstehen, um ihre wenigen Habseligkeiten zu holen, da hielt sie in der Bewegung inne. Das ihnen gleich am Anfang schon Steine in dem Weg gelegt wurden, bestätigte ihre Befürchtung, dass es ein schwieriges Unterfangen werden würde.
      "Vielleicht sollten wir ausnahmsweise nicht gleich den Teufel an die Wand malen.", seufzte Viola, ehe sie etwas zu schwungvoll aufstand und beinahe dem Stuhl umgeworfen hätte.
      "Euch beiden würde ein wenig Zuversicht nicht schaden.", sagte die junge Frau und schüttelte dabei lächelnd den Kopf. Sicherlich schätzte der blonde Elf die Lage nur realistisch ein. Wenn Farryn bereits von den königlichen Soldaten gefasst wurde, sah es wirklich unglücklich aus.
      Im Vorbeigehen legte Viola kurz die Hand auf Andvaris Schulter, ehe sie nach oben die Treppe herauf verschwand, um ihre Sachen zu holen. Es war erschreckend wenig. Sie hatte nie viel besessen, aber bis auf dem Dolch war alles in Milan zurück geblieben. Das ein oder andere Kleidungsstück wanderte in eine kleine Tasche aus grobem, robustem Stoff, die sie am Sattel befestigen konnte. Vaerils Dolch verschwand nicht voller Scham in ihrem Stiefel, sondern Viola befestigte die Waffe mit einem passenden Lederriemen an ihrem Oberschenkel. Damit konnte sie wenigstens umgehen. Außerdem würde hier niemand in Frage stellen, warum sie eine von Elfen geschmiedete Klinge bei sich trug. Mit ruhigen Schritten aber ohne zu trödeln, kehrte sie zu den Brüdern zurück.
      Sie sank auf den Stuhl zurück, um in ihre Stiefel zu schlüpfen und diese sorgsam zu schnüren.
      Viola fühlte sich verändert. Es war nicht nur die Kleidung oder das offene Tragen einer Waffe, sondern eine neugewonnene innere Stärke. Obwohl sie sich dahingehend keine Illusionen machte. Es würde schlechte Tage geben und Tage an denen sie nicht die winzigste Berührung des Elfen ertragen konnte. Hier, an diesem friedlichen Ort, war es beinahe spielend leicht gewesen zu vergessen.
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    • Andvari

      Andvari sah ihr hinterher und genoss diese kleine, zärtliche Berührung seiner Schulter schon beinahe viel zu sehr. Ein kleiner Moment der Zärtlichkeit, ehe ihn die grausame Realität wieder einholte. Und auch wenn sie von Zuversicht sprach, konnte der Weißhaarige nur bitterlich grinsen. Zuversicht in Zeiten des Krieges. Er wusste, warum er diese Frau an seiner Seite wollte. Und warum ihm der Standesdünkel seines Volks egal war.
      „Vielleicht habt Ihr Recht“, murmelte Sylvar und sah ihr wie Andvari nach als sie nach oben verschwand.
      Andvari selbst erhob sich nun aus dem Stuhl und seufzte. Es wurde Zeit. Bitterlich Zeit, die Sachen zu packen und die wohlige Wärme des Feuers und des Holzhauses zu verlassen,. Das noch immer einsam wie die Wacht am Fluss dastand. Als habe die Jahrhunderte ihm nichts anhaben können. Er griff in die schwere Truhe, die sich im Wohnraum unter einem Schrank befand und zog diese geräuschvoll über die Dielen. Der Duft von Fichtenholz und parfümierten Klamotten stieg in seine Nase und ließen ihn bitter an seine Tochter denken, deren Spielkiste dies war.
      Au der Kiste förderte er nach einem quietschenden Öffnen ein kurzes Schwert zutage, dass er sich auf die Rückseite seines Waffengurtes setzte. Angrist, das gewaltige Elfenschwert, wanderte in sein Behältnis aus schwerem dunklen Leder und an seine linke Körperseite. Seine Füße huschten in schwere ledergebundene Reitstiefel, die bis zur Mitte des Schienbeins reichten. Das lange weiße Haar band er sich ein wenig mit einem Lederbändchen zurück, dass es ihm zumindest nicht ins Gesicht fiel. Das Wams würde seine Narben aber auch den drahtigen Körper etwas kaschieren.
      Sylvar jedoch mahnte Eile, als Viola, schön wie der junge Morgen herab kam. „Kommt, kommt“, murmelte er. „Geht den Pfad durch den Wald entlang, den wir gekommen sind. Und folgt der Spur meiner Magie. Im Tal erwarten euch Pferde. Ich komme nach, nachdem ich ein paar Überraschungen vorbereitet habe,.“

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    • Viola

      Fragend blickte Viola zu Sylvar herüber, der ihr Freund und Mentor geworden war.
      "Ihr begleitet uns nicht?", fragte die junge Frau mit ein wenig Verwirrung in der Stimme, während sie den festen Sitz ihrer Stiefel prüfte.
      Vermutlich hätte es sie nicht wundern dürfen. Der Magier kam und ging, wie es ihm beliebte. Oder tauchte aus dem Nichts auf, wenn man nicht damit rechnete. Viola grinste bei dem Gedanken und erhob sich schließlich. Als Sylvar von weiteren Überraschungen sprache, hätte sie ihn beinahe gefragt, ob sie sich Sorgen machen musste. Wer wusste schon, was er mit seiner Geheimniskrämerei wieder ausheckte.
      Das Bündel mit ihren wenigen Besitztümern lag griffbereit auf dem Tisch, aber ihre Schritte führten sie erst noch in Richtung Andvari.
      Es war seltsam ihn nach so langer Zeit wieder bewaffnet und kampfbereit zu sehen. Der bittere und ernste Ausdruck in seinem Gesicht verdeutlichte ihr, wie ernst die Lage war. Sie hatte Angrist nicht mehr erblickt, seit sie aus Milan geflohen waren. Die Klinge war genauso beeindurckend, wie in ihrer Erinnerung.
      Viola sah ihn an, ehe sie ihm auffordernd die Hand entgegenhielt.
      Wenn sie dazu bestimmt war das Erstes Schwert an seiner Seite zu sein, würde sie die Herzensklinge selbst am Körper tragen.
      "Du wirst mich im Schwertkampf unterrichten müssen, fürchte ich", sprach sie ihn an und auch wenn das Elfenschwert den Gefühlen seiner Trägerin mehr Gewicht einräumte, konnte es nicht Schaden es wenigstens mit ein wenig Sicherheit führen zu können, damit es ihr nicht bei der ersten Gelegenheit aus der Hand glitt. Ganz unfähig wollte sie nicht erscheinen, wenn es ernst wurde.
      Viola war keine Kriegerin, aber sie musste sich zu verteidigen wissen.
      Sie fragte sich, naiv und ahnungslos mit ihren Erfahrungen mit der Magie der Elfen, ob sie etwas spüren würde, wenn sie das Schwert berührte. Oder würde sich das Gewicht der Klinge lediglich wie kalter Stahl in ihren Händen anfühlen.
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    • Andvari

      Der Elf nickte sie grimmig an und lächelte anschließend weich. Es erschien ihm so merkwürdig, die Frau, deren Herz er gerade erobert hatte und die seines vielleciht schon recht lange besaß, im Kampf zu schulen. Es würde nicht einfch und vor allem unangenehm, da er ihr den Frieden wünshte, en sie so ersehnte. In diesem Haus hier. Das Haus für seine Familie, das er mit eigenen Händen erbaut hatte. Doch die Königswürde nahm ihm einen Funken dieser Traumvorstellung und er seufzte, ehe er die Herzensklinge vom Tisch nahm. Noch immer war das Schwert wunderschön, wie ihre Trägerin. Die Klinge schimmerte gläsern durchscheinend und der Schaft war schneeweiß, vom Wasser gestählt. Als er das Schwert anhob, war es Federleicht und doch messerscharf, wie die Klinge bewies, als er mit dem Daumen daran kam.
      Er reichte ihr das Schwert und blickte Sylvar einen Moment lang traurig an.
      "Du wirst es niederbrennen, oder?", fragte er grimmig und in seinem Blick lag unverhohlene Drohung.
      "NEin", besätigte der Zauberer, sah ihn aber nicht an.
      In seinen Händen schimmerten bereits die ersten Zauber und sein Haar wehte im hereinkommenden Weg. "Und jetzt sputet euch! Ich möchte nicht eure Leichen von den Bäumen kratzen. Geht und eilt euch! Ich kommt zu euch und den pferden. Wir sehen uns bald!"
      Hätte Andvari gewusst, in welches Abenteuer sich diese Wahnsinnigen stürzten, wäre er vermutlich für ewig hier geblieben und hätte den Tod mit viola dankend entgegen genommen.
      Aber nun griff er zart nach ihrer Hand und begab sich nickend auf den Weg in Richtung des Tales.
      Der Wald um sie herum wurde zunächst dichter, anschließend etwas lichter, als die Baumwipfel sich für einen Kiesweg öffneten, der durch den Wald lief. Der Wald roch nch frischem Regen und Gras, während die Geräusche der Tiere sie durch das Unterholz begleiteten, dass wie wild zu ihren Seiten zu wachsen schien. Offenbar tarnte Sylvar sie selbst hier noch. Andvari hatte sich kaum nach Viola umgesehen, um ihr neues Antlitz zu studieren. Er nahm es sich vor, als sie bei den Pferden ankamen.

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