“Every myth, every fable must have some roots. Something lies among those roots.
It does. Most often a dream, a wish, a desire, a yearning.
Faith that there are no limits to possibility. And occasionally chance.”
Viola
Ein paar Stunden später...
Viola kniete am seichten Ufer des Sees und blickte hinauf auf die ruhige Wasseroberfläche, in der sich das glühende Licht der ungergehenden Sonne spiegelte und die Illussion hinterließ, es würde unter der Spiegelung brennen. Bald würden die ersten Sterne am Firmament zu sehen sein. Langsam senkte sie den Blick auf die beiden Gegenstände direkt vor ihren Knien.
Ihre Hand schwebte über den beiden Gebilden, die sich bei näherem hinsehen als kleine Windlichter herausstellten, die sie aus jeweils vier möglichst gerade Zweigen und dem weißen, beinahe transparenten Stoff zusammengesetzt hatte. Umrahmt wurden die würfelartigen Gebilde von den farbenfrohen Blütenkränzen, die Viola am Nachmittag mit aller Sorgfalt geflochten hatte. Die Windlichter waren ein wenig schief und sicherlich nicht die hübschesten Exemplare ihrer Art, aber sie würden schwimmen.
Prüfend nahm sie eines der Lichter in die Hand, der Blütenkranz bestand aus einfachen Farben, zartem Rosa und dem krautigen Weiß von Schleierkraut. Er war schlicht und simpel gehalten. Zugegeben ihre Mutter hätte es besser hinbekommen und war wesentlich geschickter in derlei Kleinigkeiten. Viola war schon glücklich überhaupt etwas Ansehnliches hervorgebracht zu haben. Das zweite Windlicht war von einem Kranz umrahmt, dessen Farben in der Abendsonne leuchteten. Wunderschöne, blaue Kornblumen von der Wiese, leuchtendes Gelb und frisches Efeu verwoben mit rotem Klee.
Ein Funken alter Traurigkeit schimmerte in den Augen, ein Schmerz der immer ein Teil ihres Lebens sein würde, aber es nicht länger überschattete. Sie würde ihre Familie verabschieden, wie es der Tradition ihrer Gemeinschaft und Familie entsprochen hatte. Auch wenn es Jahre zu spät war. Ein schwaches Lächeln hob ihre Mundwinkel. Noch brannte keine Licht in den kleinen Laternen und sie wirkten auch nicht, als könnten sie das Gewicht einer Kerze halten, aber Viola hoffte auch, keine zu benötigen. Es war beinahe eigenwillig, dass die Heilerin gerade einem Elf diese Bitte stellen würde, die ihr auf der Zunge lag. Einem Angehörigen des Volkes, dass ihre Familie erst ausgelöscht hatte. Viola blieb dabei, es lag nicht an ihr ihm Absolution für seine Taten zu erteilen, aber sie machte ihn nicht verantwortlich für den Tod ihrer Familie. Vielleicht war ihm das ein kleiner Trost.
Etwas kitzelte sie am Ohr und verwundert zog sie in kleines Blatt aus ihren roten Haaren. Vielleicht hätte sie doch einen Blick auf ihr Spiegelbild werfen sollen., nachdem sie die letzten Stunden zwischen den weitläufigen Wiesen und der schützenden Umarmung des Waldes verbracht hatte. Seufzend wandte sie den Blick auf die stille Oberfläche des Sees. Sie dachte an ihren Vater, der mit ernster Miene, von der harten Arbeit auf dem Feld gezeichnet, aber mit einem warmen Lächeln den Arm um seine Frau legte. Das Lachen Varls hallte in ihrer Erinnerung wieder, während er die armen Hühner über den Hof scheuchte.
Viola schloss die Augen und lauschte.
[Sword of Destiny - Andrzej Sapkowski]
“We all change, when you think about it.
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Winterhauch ()