[2er RPG] The Curse of Time {TobiMcCloud & Codren}

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    • Renera drehte sich zu Aradan um.
      "Vihris, sagst du? Das ist ja ein Zufall, da wollten wir ursprünglich auch hin."
      Ihr Blick begegnete dem von Khil, die ganz schnell wieder weg sah. Das war etwas verdächtig.
      "Ich hatte überlegt in die Berge zu ziehen. Aber..."
      Aber eigentlich war es doch keine schlechte Idee mit Aradan zu ziehen, oder? Sie könnten ihre Forschungsstände austauschen, wie er schon sagte, und sie müsste sich keine Sorgen darum machen, dass Khil etwas zustieß. Und wenn sie erstmal in Vihris waren, könnte sie auch eine Nachricht für ihre Mutter hinterlassen, irgendwo, wo es nicht zu viele Soldaten gab.
      "... Ich werde es mir überlegen."
      Zu ihrem Ärgernis war Khil natürlich sofort dabei, als sie von der Möglichkeit hörte Jarku das Gift abzuschwatzen. Es war ja fast schon so, als wäre sie auf dieses Angebot vorbereitet gewesen.
      Zu allem Überfluss kam Jarku auch genau in diesem Moment an und berichtete von der Kiste, die sie gefunden hatten. Das hatte doch auch etwas mit Aradans Studien zu tun, oder etwa nicht?
      "Jetzt bin ich doch neugierig auf deine Ausgrabung. Ich sag' dir später, ob wir mitkommen."
      Und so schloss sie sich der kleinen Gruppe an, die sich auf zur Kiste machte.
    • Alle machten sich auf zum Grabungsplatz, wo auch schon die große, viel zu schwere Kiste stand. Val hob diese ohne Hilfe hoch und wuchtete sie auf einen abgetrennten Baumstumpf als sich grade alle versammelt hatten. Daikata wischte sich noch den Schweiß von der Stirn als ihm Kiliak schon einen nassen Lappen hin hielt. Die Zwillinge kümmerten sich um das dreckige Geschirr und die drei übrigen, noch immer mit der Kapuze ins Gesicht gezogenen Personen, schienen auch recht geschafft zu sein.
      Aradan wartete bis Val ihm platz machte als er einen Schlüssel aus seiner Tasche zog, welcher perfekt in das Schloss der Truhe passte.
      "Mensch die Kiste allein dürfte schon mindestens 2 Pferde wert sein. Selbst wenn nichts mehr drin ist, hat sich die Reise schon gelohnt oder?"
      Noch das Schloss entwirrend, blickte Aradan kurz zu Jarku, welcher seinem Drang nach Reichtum wieder etwas verfallen zu sein schien.
      "Ja ja ich weiß schon, wir sind nicht wegen dem Gold hier... Trotzdem schade"
      "Hätten wir einen Karren wäre es mir Recht. So würde uns die Kiste nur zur Last fallen..."
      Aradan war mehr auf das Schloss konzentriert als auf die Konversation mit Jarku. Das Schloss war das einzige was wohl nicht so wollte wie Aradan. Dann knackte es kurz. Der Schlüssel war gebrochen...
      "Na super. Gut wir haben es friedlich versucht... Val?"
      Als hätte dieser schon drauf gewartet, schnitt seine riesen Axt den Wind in Begleitung seiner rauen kriegerischen Stimme. Die Schneide zerfetzte das Schloss regelrecht und doch brach eine Kante aus der Axt hinaus. Es war die Schnalle der Kiste, welche härter zu sein schien als die Axt selbst. Val sah die Schneide verblüfft an, danach sah er ebenso zu Aradan
      "Deines Vaters Schmiedekunst in allen Ehren."
      Aradan war aber kritischer als er seine Hände an die Seiten der Kiste legte
      "Naja. Schmieden konnte er, das kann ihm wohl keiner nehmen. Wäre aber wohl etwas schlauer gewesen auch das Schloss selbst zu schmieden, statt eines vom Markt nu nehmen oder?"
      Dann riss er den Deckel hoch. Es zischte als würde die Kiste tief einatmen.. ehe sie ihren Inhalt präsentierte.
      Jarku trat näher ehe sich seine Augen weit öffneten.
      "Das ist ja... Unglaublich! Das ist... Vollkommen nutzloser Müll.."
      Jarku griff zu. Ein alter Schmiedehammer in der Hand haltend, ergriff seine zweite Hand ein verwittertes altes Buch.
      "Das kann doch nicht ernsthaft alles gewesen sein."
      Aradan schüttelte den Kopf. Seine Finger glitten die Verzierungen der Kiste ab, dabei fand er an der linken Seite ein kleines, kaum erkennbares Loch, ebenso an der rechten, nur an einer anderen Stelle.
      "Okay alter Mann.. Darum also kein hochwertiges Schloss."
      Flüsterte er eher zu sich selbst sprechend. Zur Erklärung aller sprach er dann aber etwas lauter
      "Eine Banditen sichere Truhe. Mein Vater war wohl geschickter als man ihm heute nach sagt."
      Anschließend bemerkte er dass eine Verzierung, welche mittig des Truhendeckels war, einen Bären zierte. Erst bei genauer Betrachtung schienen die Augen sich ein kleines bisschen hervor zu heben. Und so waren es diese, welche das Rätsel lösten. Man konnte die Augäpfel hervor heraus ziehen, welche dann lediglich die Greifknöpfe von langen Nähnadeln waren. Sie passten perfekt in die gefundenen Öffnungen hinein, ehe die Kiste ein hörbares Klacksen von sich gab und der Inhalt sichtlich um einen guten Zentimeter nach oben schnappte. Nun konnte ein jeder erkennen, dass das Gerümpel darin nur dazu da war um die Kiste unscheinbar zu machen, denn konnte man den von oben eingelegten Korb nun hinaus nehmen, was zur folge hatte, dass sich der wahre Inhalt zeigte.
      Schon die geringsten Lichtstrahlen ließen die roten Kristalle erstrahlen. Knapp 11 an der Zahl und glatt als wären sie gestern erst geschliffen und poliert worden.
      "Da haben wir sie. Kryss in roher Form. Selten und Wertvoll genug um jeden von uns in Wohlstand baden zu lassen."
      Jarku's Augen funkelten beinahe wie die Kristalle selbst. Anders als erwartet trat Aradan dann aber einen Schritt zurück und nickte Jarku zu. Und nicht nur ihm.
      "Nimm dir einen Jarku. Und ihr alle bitte auch."
      Sein Blick fiel danach auch auf Renera und Khil
      "Nehmt euch bitte auch einen. Wir werden sie nicht zum Handel nutzen. Sie dienen einen wesentlich größerem Zweck als simpler Wohlstand. Aber lasst es mich euch zeigen."
      Er wartete ab bis sich alle einen der Kristalle genommen hatten ehe Aradan mit guten 5 Metern Abstand zur Truppe stehen blieb und sich sein Oberteil auszog, was einen von peitschen vernarbten Rücken preis gab, anders war seine Vorderseite. Da sah er aus wie aus Stein gemeißelt. Durch und durch gestählt und beinahe wie ein gebautes Gefängnis wirkend, für alle die wussten was in ihm lauerte.
      "Bitte stellt euch in einer Reihe auf. Jarku? Würdest du bitte?"
      Alle stellten sich auf ehe Jarku eine Schüssel zwischen der Truppe und Aradan aufstellte, Lampenöl hinein goss und diese entflammte.
      "Gut. Nun haltet den Kristall nahe an eurem Herzen und schließt die Augen. Versucht euch vorzustellen dass ihr mit eurem Atemzug Kraft aus dem kleinen Feuer tanken würdet. Stell euch vor ihr seid in mitten einer trockenen Wüste und findet nach ermattender Reise endlich einen Trinkschlauch gefüllt mit frischem Wasser. Ihr könnt den ersten Schluck spüren als würde er euch mit purem Leben und Erleichterung durchfluten. Kein Problem der Welt scheint noch Bedeutung zu haben. Kein Übel macht euch noch Angst. Einzig und allein das Gefühl des Wassers existiert. Und nun stellt euch vor dass dieses Feuer hier, dieser ersehnte Schluck Wasser ist. Lasst euch Zeit. Stellt es euch genau vor."

      Val, Jarku, Kiliak und Daikata stellten sich ebenso in der Reihe auf, taten aber nicht was Aradan sagte. Sie hatten diesen Test schon hinter sich und warteten gespannt ab ob sich etwas bei den anderen tun würde.
    • Die ganze Truppe versammelte sich, um der Bergung einer Kiste zuzusehen, die vom Zahn der Zeit verschont geblieben zu sein schien. Aradan musste sich der Hilfe von Valterri annehmen, um sie erst aufzukriegen, und dann öffnete er erst den richtigen Inhalt der Truhe, indem er ein geheimes Schloss betätigte. Renera sah aus dem Augenwinkeln, wie Khils Augen immer größer wurden, als sie Aradan bei der Öffnung beobachtete. Sie würde ihn sicher später danach fragen, was für ein Mechanismus dahinter steckte.
      Aber zuerst galt es für alle Anwesenden, über den Inhalt der Kiste zu stauen. Ein Haufen ungeschliffener Kryss, genug wert um wahrscheinlich ein ganzes Dorf zu kaufen und Aradan legte sie frei, als wären sie nichts weiter als ein vergessenes Andenken, das er hier zurückgelassen hatte. Renera konnte sich selbst nicht davon abhalten recht zu staunen. Nur ein einziger Kryss davon könnte wahrscheinlich genug sein, um ihre finanziellen Sorgen zu lösen. Bei den Kreaturen, sie könnte sich wahrscheinlich von ihrem Kopfgeld freikaufen, wenn sie nur einen davon hätte! Dieser Gedanke weitete sich in Sekunden in einen Drang aus, der sie zu beherrschen drohte. Wenn einer fehlte würde doch nichts auffallen, oder? Aber - was dachte sie sich überhaupt? Sie hatte doch nicht ernsthaft vor Aradan zu bestehlen? Sie bekam eine Gänsehaut. War sie schon so tief gesunken?
      Aradan fing an die Kryss tatsächlich zu verteilen und Renera sträubte sich für einen Moment dagegen, ehe sie einen in die Hand nahm. Er schien das Licht in sich aufzusaugen und wieder zu verstrahlen in tausend verschiedene Winkel, die jeden Diamanten in den Schatten stellen würden. Er war wunderschön. Sie glaubte, noch nie etwas so reines in der Hand gehalten zu haben.
      In einiger Entfernung hatte Aradan damit begonnen sich seines Oberteils zu entledigen und sie sah hinüber, gerade im richtigen Augenblick, um einen Blick auf seinen vernarbten Rücken zu erhaschen. Der Anblick schockierte sie, er stand im direkten Kontrast zu der Brust, die selbst nicht gerade gesund aussah. Vorstellungen wirbelten durch ihren Kopf von Aradan, wie er diese Wunden erhalten hatte und wie sie sich vernarbt hatten und sie musste sich davon abhalten, es sich allzu bildlich vorzustellen. Sie hatte Mitleid mit ihm. Sicherlich hatte er mehr durchgemacht, als er ihr zu verstehen gegeben hatte.
      Er fing an sie in die Benutzung des Kryss einzuweisen und Renera wandte ihren Blick nur sehr widerwillig von seinem Oberkörper ab, um den Kristall in ihrer Hand zu begutachten. Khil neben ihr saugte jedes einzelne Wort von Aradan ein und schaffte es dabei, ihre Aufmerksamkeit dabei gleichzeitig auf ihn und das Kryss zu teilen. Renera war da langsamer. Sie schloss die Augen, wie von ihm gehießen, stellte sich einen Strom vor, von dem sie zu trinken versuchte, als wäre es das letzte in der Welt, was sie jemals versuchen würde, als hätte nichts anderes mehr eine Bedeutung. Keine Kreaturen, kein Kopfgeld, kein vernarbter Aradan. Nur das Wasser vor ihr und eine Leere um sie herum. Und dieses Wasser war das Feuer.
      Khil jauchzte kurz darauf neben ihr auf und hielt ihren Kryss verblüfft in die Höhe, der einen Teil des Feuers eingefangen zu haben schien. Es war zwar nicht mehr als ein Funken, aber es genügte schon um Khil in völlige Begeisterung zu versetzen.
      Bei Renera dauerte es länger. Sie kniff die Augen zusammen und schließlich schien ein Teil des Feuers sich in ihre Richtung zu biegen, aber die Flammen zuckten nur ein wenig und wurden dann wieder ruhig. Als sie die Augen wieder öffnete, war sie aufrichtig enttäuscht.
    • Aradan beobachtet zusätzlich alle Beteiligten, war schon gewohnt dass wohl keiner in der Lage war für sein großes Ziel geeignet zu sein, doch als dann ein kleines Stück der Flamme anfing sich in die Richtung der Truppe zu tänzeln, weiteten sich seine Augen voller Hoffnung. Nur noch ein kleines Stück und er hatte endlich, nach so vielen Jahren eine Person gefunden die geeignet war unter ruhigen Umständen Magie zu wirken.
      Sein Blick wanderte bereits zu Renera, da er fest davon überzeugt war, dass diese in der Lage sein würde. Doch wanderte die Flamme nicht zu ihr. Sie wanderte tatsächlich nach Khil, dieser verstreuten, merkwürdigen Frau. Aradan sah verblüfft zu ihr, wie sie sich freute und doch tatsächlich die Flamme gefangen hatte, wenn auch nur eine kleine.
      Sofort blickte er Khil aus der Entfernung in die Augen, auch wenn er am liebsten sofort auf sie zu gerannt wäre um sie zu stabilisieren.
      "Khil. Hör mir zu. Du trägst gerade die Macht des Feuers in diesem Kristall. Es gehorcht nur dir. Atme tief durch und betrachte es wie einen alten Freund, der immer bei dir ist.. Nein. Betrachte es als wäre es Renera. Hab keine Angst davor, lass es nicht deine Emotionen beherrschen."
      Einen Moment lang wartete Aradan ab.
      "Wenn du glaubst dass dir die Flamme gehorcht, öffne die Augen und betrachte mich als wäre ich..."
      Kurz blickte er Renera an, ehe er wieder Khil fokussierte.
      "... Jemand den du bereust nicht getötet zu haben! Und dann lass einfach los."
    • Khil sah erst Aradan mit riesigen Augen an und dann das Kryss in ihren Händen, als hätte es gerade erst entdeckt, was sie überhaupt dort vor sich hatte. Sie gehorchte ihm nur allzu bereitwillig, schloss die Augen erneut, drückte das Kryss an sich als wäre es das kostbarste, was sie jemals berühren durfte, und konzentrierte sich. Es dauerte nicht lang, ehe sie die Augen bereits wieder öffnete und Aradan erneut anstarrte. Sie fixierte ihn mit ihrem Blick, sodass man glauben könnte, dass sie für einen Moment nichts anderes sah - aber es passierte nichts. Da räkelte Renera sich neben ihr.
      "Äh, wenn ich etwas vorschlagen dürfte... Ich denke, ich weiß, worauf du hinaus willst."
      Sie dachte an den Vorfall mit der Spinnenmutter, als sie nichts anderes auf der Welt gewollt hatte als Aradan zu helfen.
      "Stell dir lieber vor... hm. Stell dir vor, er verkörpert alles Wissen auf dieser Welt, das du nicht besitzen kannst und nur diese Flamme dort ist der einzige Weg, um dieses Wissen zu erlangen. Einen anderen gibt es nicht."
      Da schloss Khil brav wieder die Augen, konzentrierte sich, öffnete sie wieder und starrte Aradan dann mit einem Blick an, der sämtliche Leidenschaften ihrer Seele widerspiegeln zu schien. Ihre Augen loderten beinahe, als sie ihn so fixierte und da schien auch das Kryss aufzulodern, als wolle es sich ihrer Leidenschaften bedienen. Es dauerte nur einen Moment, in dem es so wirkte, als würden die beiden miteinander verschmelzen, als wären sie beide der Meinung, dass es nichts wichtigeres als diese Unternehmung gab, und dann veränderte sich die Luft für einen Moment, ehe die Flamme in Form einer Kugel aus dem Kryss sprang und durch die Luft auf Aradan zuraste. Khil erschrak sich quiekend, ließ das Kryss fallen und sprang zurück, ehe sie sich von Renera ranziehen ließ, die verblüfft der Flamme nachstarrte.
    • Aradan's Worte trafen bei Khil leider ins Leere, es schien einfach nicht zu wirken. Gott wie sehr wünschte er sich in diesem Moment mehr über die Frau vor ihm zu wissen. Doch dann sprang Renera ein. Verblüfft sah er zu ihr und verstand bei ihrer Erklärung selbst so viel mehr über das Kryss und dessen Wirkung durch einen Katalysator, welcher von Menschen genutzt wurde. In seiner Truppe war keiner auch nur minimal dazu in der Lage einen zu nutzen, doch hätte er niemals geglaubt dass es sich so anders auf die Gefühle auswirken würde als bei ihm selbst. Mit einem nicken bedankte er sich zutiefst bei Renera, nachdem sie ihm so ausgeholfen hatte, ehe er sich wieder voll auf Khil einstellen musste. Der Feuerball schoss beinahe überraschend schnell aus ihr heraus und mit direktem Weg auf ihn zu.
      Nun musste er lediglich seinen Instinkten nachgeben. Zumindest für den ersten Schritt.

      Punkt 1. Sieh es als Bedrohung deiner Existenz.
      Aradan tat es. Alles in ihm straffte sich, spannte sich an als würde er einen Bolzen auf sich zu fliegen sehen.
      Punkt 2. Empfange es wie die Liebe deiner Mutter.
      Sofort dachte er an all die Momente in welchen er von seiner umarmt, versorgt, gepflegt oder geschützt wurde. Es sorgte dafür dass er mit geschlossenen Augen selbst seine Arme öffnete als würde er eine Umarmung erwarten.
      Punkt 3. Akzeptiere es.
      Der Feuerball traf Aradan mit einem Knall. Schon dieser kleine Ball schaffte es Aradan ganze 3 Meter nach hinten zu pressen, dabei waren die gezogenen Fußabdrücke klar sichtbar, bis Punkt 4 folgte.
      Punkt 4. Lass es hinein.
      Der wohl schwerste. In den Büchern wurde es als der leichteste beschrieben... Doch war es gar nicht so leicht dieses Brennen auf der Brust als etwas wahrzunehmen, was man freiwillig durchdringen lassen wollte. Es fiel ihm ja sogar schon schwer zu Atmen bei diesem Druck auf der Brust und der Hitze die er mit jedem Atemzug aufsaugte.
      Für einen Moment drückte ihn die Flamme sogar so sehr, dass er beinahe sein Gleichgewicht verlor. Val und Daikata wollten in diesem Moment schon zu Aradan eilen, wurden aber von Aradan selbst gestoppt als dieser seine Hand hob um zu zeigen dass er alles unter Kontrolle hatte.
      Daraufhin fing Aradan an seine Hände zu ballen und schrie laut auf. Seine Augen färbten sich weiß und seine Haare wirkten, als würde er sich unter Wasser befinden. Seine Stimme hallte ein wenig und zugleich verschwand die Flamme langsam aber sicher in seiner Brust, bis er am Ende zusammen sackte und sich grade noch so auf dem Boden, auf allen vieren auffing.
      Er hustete einen Moment lang und schnappte nach Luft, ehe er seine Hände flach auf den Boden legte und die Augen schloss.
      Erneut spannte sich sein ganzer Körper an, was zur Folge hatte... Dass all die tote Erde in einem Umkreis um Aradan herum, bis hin zur Truppe selbst, zu einer blühenden Wiese samt Blumen heran wuchs, was sonst ein ganzes Quartal gebraucht hätte.

      Als Aradan wieder seine Hände vom Boden hebte, atmete er Schwer, kam kaum zu Luft und triefte geradezu vor Schweiß.
    • Aradan tat genau das Gegenteil von dem, was man wohl bei einem anfliegendem Feuerball tun würde: Er streckte die Arme aus und ließ zu, dass der Feuerball ihn genau in der Brust traf. Dabei wurde er durch diese kleine Menge bereits nach hinten gedrückt, was für ihn keineswegs angenehm sein dürfte, was der darauffolgende Schrei bestätigte.
      Renera überkam ein Kälteschauer, der sich in ihre Knochen fraß. Sie beobachtete, wie der Feuerball scheins Aradans Kräfte zu erwecken schien, als sich seine Augen weiß färbten und sich seine Haare nach hinten wellten, als er seinen Schmerz rausbrüllte - oder war es auch etwas anderes? War es seine Anstrengung, die er hineinpackte, während er wohl die Macht des Feuers in sich aufsaugte? War es der Feuerball, der ihn zum Brüllen brachte?
      Renera war für den Moment überwältigt von dem, was Aradan tat und gleichzeitig, wie sie seinen Schrei wegstecken konnte. Hatte ihr Fluch sich etwa aufgelöst? Sie hatte lange einen Menschen nicht mehr schreien gehört, aber es fühlte sich nicht mehr so schlimm an. Zumindest dachte sie das, bis sie ihn auf die Knie sinken sah. Bis sie sah, wie seine Schultern zu fallen schienen und seine Beine unter ihm nachgaben, wie der aufrechte und unerschütterliche Aradan sich mit zittrigen Armen abfing, um nicht auf den Boden zu fallen. Da spürte sie erst einen Stich in ihrer Brust, sie spürte wie die Kälte ihre Gliedmaßen betäubte und ihr Gehirn abschaltete, kurz bevor sie glaubte, dass auch noch andere neben ihr schrien, dass sie den gleichen Schmerz zu spüren schien, der ganz eindeutig durch Aradan zuckte. Sie glaubte seinen Schmerz zu spüren, der sich in ihr ausbreitete wie ein Parasit, der sie von innen zerfraß. In ihren Ohren klingelte es.
      Sie lief los, ohne in der Lage zu sein darüber nachzudenken. Hinter ihr schälten sich Valterri und Jarku ebenfalls aus der Reihe, wie um die Verfolgung aufzunehmen und sie rannten alle drei zu Aradan. Renera war mit einigem Abstand die erste die sich vor ihn kniete und ihn bei den Schultern packte. Sie konnte nicht denken, aber in ihrem Kopf hatte sich ein undeutliches Bild von Aradan eingefügt und damit ein Gefühl, das sich an die Oberfläche zu drängen versuchte, an der sie im Moment nur Taubheit fühlte. Und erst die Schreie; Sie sorgten dafür, dass sie sich nicht einmal selbst hörte, als ihre Lippen "Zum Wasser" formten und sie sich kurz darauf Aradans Arm packte, während der Riese an seine andere Seite trat. Gemeinsam halfen sie Aradan auf die Beine, ehe sie ihn zum naheliegenden Fluss eskortierten, während er sich schwer auf beide stützte. Sie setzten ihn am Ufer ab und Renera konnte dumpf ihre eigenen Worte hören, als sie sagte "Trink, ganz vorsichtig". Sie benetzte selbst ihre Hände und wischte ihm damit etwas Scheiß vom Gesicht und die Haare aus der Stirn. In ihrem Kopf tobte es. Wo war Khil?
      Khil war von den aufgeblühten Blumen so fasziniert gewesen, dass sie den Aufruhr kaum mitbekommen hatte. Sie kniete im Gras, berührte die Blumen ehrfürchtig und murmelte zu sich selbst, während die anderen am Fluss saßen. Khil würde kaum eine Hilfe sein.
    • Kaum am Wasser angekommen, regulierte sich die Atmung schon wieder deutlich und nachdem Aradan ein paar Schlücke des frischen Flusswassers getrunken hatte, richtete er sich auch schon von selbst wieder auf und atmete noch mal tief durch.
      "Danke. Es geht schon wieder. Puh.."
      Er klopfte Val dankend ab und nickte Renera auch dankend zu.
      "Das ist schon etwas ganz anderes gewesen als ich es gewohnt bin."
      Er blickte auf den Kristall den Renera noch bei sich trug.
      "Das muss ich mir definitiv aufschreiben."
      Er wischte sich noch kurz das Wasser aus seinem Gesicht und rieb sich daraufhin kurz über die Stelle auf seiner Brust, welche vom Feuerball getroffen wurde.
      "Fühlt sich taub an. Ein unreiner roher Kryss Kristall kann die aufgesogene Magie also nicht im gleichen Wert wiedergeben. Das deckt sich mit den Studien aus dem Kloster in Liurasch. Irgendwie... fühlte es sich Dreckig an."
      "Dreckig?"
      Fragte Jarku neugierig und blickte seinen Kristall an.
      "Die Kristalle sollen unrein sein? Die sehen für mich aus wie veredelte rote Diamanten."
      Aradan schüttelte den Kopf.
      "Nein nein. Dieser Kryss ist zwar hoch konzentriert aber absolut roh in seiner Form. Man muss sie in einen Hochofen legen, dessen Hitze die von einem normalen weit übersteigt. Dabei verliert ein Rohkristall all seine Unreinheiten und gibt die Magie genau so hinaus wie man sie gespeichert hat. Stell dir ein Schwert vor. Der rohe Stahl ist hart und kann sicher auch schlecht verarbeitet seinen Zweck erfüllen. Wenn man aber jede Unreinheit hinaus schmiedet, ist es wesentlich widerstandsfähiger und bekommt seinen charakteristischen Glanz. Oder eine Rüstung. Schlecht oder gar nicht veredelt, bricht sie deutlich schneller."
      Jarku nickte als hätte er es verstanden. Doch hatte Val noch eine Frage
      "Und warum hattest du solche Schwierigkeiten die kleine Flamme aufzunehmen? Aus dem gleichen Grund?"
      Aradan nickte
      "Genau. Oder.. Ich schätze schon. Damals in meiner Kindheit, als ich eine Flamme aus einem Katalysator ab bekam, welcher aus der Hochkultur stammte, war es als würde ich einfach nur einatmen. Bei dieser Flamme hier war es eher... ich weiß auch nicht... Als hätte ich meinen Körper zwingen müssen. In etwa so als würde man sehr ekelhafte Medizin schlucken müssen. Ich kann dieses Gefühl nur schwer beschreiben."
      Dann legte Aradan seinen Kopf in den Nacken und atmete tief durch. Er fühlte sich vollkommen erfrischt, als hätte er in der Nacht einen neuen Körper erhalten samt einer kleinen Feuer Spülung.
      "Es ist ein Jammer dass wir keine Person finden können, welche mit Magie umgehen kann beziehungsweise empfänglich genug ist."
      "Tja.. Ich sag ja du hättest Anniera überreden sollen uns zu begleiten"
      Aradan sah Renera an nachdem Jarku diesen für Renera fremden Namen erwähnte
      "Anniera war sowas wie eine Priesterin im fernen Osten. Genauer gesagt in der Stadt in welcher ich studiert habe. Die Stadt heißt Liurasch und existiert in völliger politischer Immunität. Anniera ist eine der letzten Magier. Ihr Stammbaum geht zurück bis in die Hochkultur. Sie hat mich vieles gelehrt. Unter anderem wie ich die Magie umwandeln kann, wie du unter dir erkennen kannst. Ich habe die brennende Hitze des Feuers in das Zwielicht gebracht und in seiner Natur angepasst. Die Kraft des Lebens steckt in jeder Magie, vollkommen egal in welcher. Mit sehr viel Übung war ich in der Lage die Natur.. sagen wir das Feuer selbst, neutral zu machen und eben so neutral wieder aus mir heraus zu lassen. In der jetzigen Form habe ich dem Boden all die Lebensenergie des Feuers geschenkt, wodurch das Gras wachsen konnte."
      Nun wandte sich der Blick wieder nach Jarku
      "Und du weißt genau warum Anniera nicht mit gekommen ist."
      "Schon gut schon gut."
    • Es war schwierig der Unterhaltung zu folgen, wenn es in Renera's Ohren immer noch klingelte. Sie spürte die zweite Kältewelle über sich hinwegschwappen, die immer nach der ersten kam, und dann folgte auch schon das Zittern in ihren Händen, die sie in die Taschen ihrer Hose stopfte. Das war stets der lästige Part, die Reaktion, die sie beim Kämpfen behinderte. Wie sollte sie ihre Schwerter führen, wenn sie ihre eigenen Hände nicht unter Kontrolle hatte? Es war ihr schon einmal zum Verhängnis geworden.
      Zum Glück hatte sich Khil mittlerweile an den Blumen sattgesehen und war herübergerannt um den Zuhör-Teil zu übernehmen, den sie wie immer meisterte. Sie ging bei Aradan in die Hocke und verschlang ihn mit ihrem Blick, während sie seiner Ausführung lauschte. Renera schoss ein dumpfer Gedanke durch den Kopf, dass sie ihr mal wieder ein Notizbuch besorgen musste, damit sie wieder schreiben konnte. Aber Bücher waren teuer, ganz zu schweigen von Papier.
      Khil nickte Aradan zu, so als würde sie alles verstehen. Natürlich tat sie das.
      "Unrein sind beim Kryss nur die Bestandteile, die nicht vollständig für Magie empfänglich sein. Durch das Verschmelzen in einer extremen Hitze soll eine Energiezufuhr wie bei Magie simuliert werden und wenn das lange genug anhält, lösen sich die "unreinen" Teile und lassen den vollständigen Magieteil zurück. Das ist eigentlich ein sehr einfacher Prozess, aber die Schwierigkeit besteht darin einen Ofen zu finden, der eine solche Hitze produzieren kann, ohne sich dabei selbst zu zerstören. Die Alten Magier haben Öfen aus Kryss verwendet, aber das ist natürlich ein Teufelskreislauf, wenn man kein reines Kryss hat um erst damit anzufangen."
      Sie lauschte dem Rest des Gesprächs schweigend wobei man ihr ansehen konnte, dass sie sich gedanklich Notizen machte. Sie würde wahrscheinlich niemals ihr Gelehrten-Gehabe ablegen, egal wie oft sie ihr Schwert führte und wie wenig sie zum Lesen kam. Das war vermutlich so, als würde man ihr das Atmen verbieten.
      "Im Osten gibt es noch echte Magier?", konnte sie sich dann doch nicht verkneifen und machte noch größere Augen. "Welche, die richtige Magie betreiben? So wie du? Du könntest doch auch ein Magier sein, oder nicht? Du solltest bei Anniera in die Lehre gehen. Wieso ist sie denn nicht mitgekommen?"
      Sie sah in ihrer wartenden Haltung von Aradan zu Jarku, dann zu Valterri und wieder zurück.
      "Das scheint mir eine verpasste Gelegenheit zu sein. Sie hätte dir das mit dem Feuerball erklären können."
    • In Khil fand Aradan langsam aber sicher ein angenehmes Gehör. So fand er direkten Anschluss und wandte sich auch eher ihr zu um all ihr Zutun des Gesprächs zu verfeinern.
      "Du kennst die Lehre von Bolk Kar?"
      Aradan musste lachen. Dieses Werk war so staub trocken geschrieben wie kaum ein anderes Buch.
      "Ich hätte nicht gedacht je auf Jemanden zu treffen der sich freiwillig ein Bolk Kar Buch anlesen und verstehen würde. Aber ja. In gewisser Form hatte er Recht. Es benötigt enorme Hitze um das Kryss rein zu bekommen, doch hat er sich in seiner frühen Lehre leider geirrt... was allerdings kaum einen Unterschied am ende des Tages macht. Denn werden bei der enormen Hitze lediglich die kaum erkennbaren Bläschen im Kryss nach außen gedrängt. Nur bei enormer Hitze kann ein roher Kryss die Eigenschaft annehmen sich selbst von Unreinheiten zu befreien. Als würde sich ein Kuchen voller Sand selbst vom Sand befreien. Diese kleinen Bläschen im Kryss sind wie Stolpersteine auf einer Brücke. Betrachte es mal so.. Der Kryss den du in der Hand hältst, er ist eine Brücke in eine zweite Welt, genannt wird diese das Zwielicht. Und nun stell dir vor dass du eine Brücke überqueren willst welche mit allerlei Kram belegt ist. Steine, rutschigem Öl, Schrott und was auch immer dir sonst noch einfällt. Du kannst ein Pferd niemals im vollen Lauf über diese Brücke bekommen. Nur langsam und bedächtig. Wenn die Brücke aber frei geräumt ist, kannst du einfach so mit deinem schnellen Pferd darüber hinweg laufen. Und genau diese frei geräumte Brücke ist ein veredelter Kryss Kristall. Jene die ihr in euren Händen tragt, sind ziemlich baufällige Brücken auf denen unsagbar viel Kram steht.
      Du siehst also, die Lehren des Bolk haben nur vermutet dass sie einen Kryss mit der Flamme speisen und die Magie in sich ihn reinigt. Doch habe ich in den Büchern in Liurasch und ebenso von Anniera erfahren, dass es unmöglich ist Kryss Magie ziehen zu lassen wenn dieser keinen geeigneten Menschen bei sich hat. Ein Kryss Kristall ist also mehr oder weniger wie ein normales Erz, wenn dieser im Hochofen liegt. Nur dessen Konsistenz ist so unglaublich hoch, dass es eine enorme Hitze benötigt. Mit Magie hat das Reinigen somit nichts zu tun."
      Anschließend sah er kurz zu Renera. Seine Frage verstand sich in diesem Moment von selbst als Khil fragte warum Aradan nicht selbst Magie anwenden konnte.
      "Hast es ihr nicht erzählt oder?"
      Nachdem Renera mit dem Kopf geschüttelt hatte, wandte er sich wieder nach Khil
      "Ich nutze keine Magie. Nicht im eigentlichen Sinne. Ich bin nicht in der Lage einen Kryss Kristall anzufassen. Es ist nämlich so... Nunja. Ich bin ein lebender Kryss Katalysator. Meine Eltern haben ein paar verwerfliche Dinge getan um mich zu dem zu machen was ich bin. Ich kann keinerlei Magie wirken wie du es beispielsweise getan hast. Ich bin lediglich eine verstärkende Brücke zwischen der erwähnten zwei Welten. Ich kann alles an Magie absorbieren und vervielfacht wiedergeben. So konnte ich die Flamme von dir auch in Lebensenergie wandeln und in den Boden verstärkt zurück geben. Ohne deinen gewirkten Feuerball, wäre mir das niemals möglich. Wie ich Renera schon erzählte.. bin ich viel eher so etwas wie eine Waffe. Ein Werkzeug, welches nicht in falsche Hände oder Machthaber gelangen darf. Anniera hat mich gelehrt wie ich Magie in mir umwandeln kann, mehr konnte sie nicht tun, da ich der einzige meiner Art bin. Natürlich hätte sie mit kommen können um in gefährlichen Momenten meine Verstärkung zu nutzen, doch stell dir mal vor es gäbe überlebende. Wie schnell würde man nach mir jagen, meinem Leben auf den Grund gehen, mich als Versuchskaninchen missbrauchen oder gar Medizinisch bis unter die Haut erforschen. Ganz zu schweigen von meinen Eltern.. Die Folter wäre ihnen Sicher. Abgesehen davon ist Anniera schon alt. Ebenso einer der Gründe weshalb sie auf diese lange Reise nicht mit konnte."
    • Khil hörte Aradan ausgesprochen aufmerksam und gespannt zu, während die anderen beiden wohl eher versuchten dem Gespräch zu folgen. Renera war bei der Erläuterung von den Öfen ausgestiegen und beschäftigte sich mit Vögel Zählen, um ihr Zittern zu unterdrücken.
      Khil nickte eindringlich.
      "Die Überlieferungen der Hochzeit sind sehr vage gehalten und damit ist es nicht verwunderlich, dass sie den Vorgang nicht richtig beschreiben können. Mir gefällt Bolk Kar aber besser als, zum Beispiel, Vin Gresh, der behauptet, dass Kryss auf die Hitze reagiert, als sei es ein eigenständiges Lebewesen. Das stützt sich viel zu sehr auf den Akrezismus, der sich beim Untergang der Magier hervorgehoben hatte, bei dem verbreitet wurde, dass Magie ein Wesen ist, das denken und agieren kann. Heute hat man schon längst nachgewesen, dass Magie nicht mehr als Energie ist, die zu nutzen wir durch Katalysatoren versuchen, aber ich glaube Gresh war noch ein überzeugter Akrezist. Deswegen wundert es mich auch nicht, dass Kar nicht ganz richtig liegt, aber es kommt der Realität schon am nächsten, wenn es stimmt, was du in Liurasch gelernt hast. Du hast die Bücher nicht zufällig dabei, oder? Ich sollte mich besser in dieses Thema reinlesen, aber es gibt so viele Quellen, dass ich es nicht einmal schaffen würde, wenn ich den Rest meines Lebens nur noch lesen würde."
      Sie hörte sich auch seine darauffolgende Erklärung über sein eigenes Wirken aufmerksam an und knetete dann an ihrer Lippe herum.
      "Du bist also so etwas wie ein lebender Katalysator? Das ist natürlich etwas anderes. Ein Kryss-Stein kann auch keinen Feuerball erschaffen, also kannst du es auch nicht. Aber man könnte dich als Magieträger nutzen, so wie vorhin. Dann bräuchtest du nur noch einen Magier, der durch dich hindurch wirken kann. Aber, die eigentliche Frage ist doch hier eher: Wieso bist du? Du bestehst nicht aus Kryss und ich wage zu behaupten, dass deine Eltern keine Magier waren, die dir Magie eingeflöst haben, also wieso bist du? Und ist das deine endgültige Form, so wie das Kryss auch erst geschmolzen werden muss? Bist du vollständig oder unvollständig? Roh oder geschliffen? Hast du mal versucht dich selbst zu reinigen, um das volle Potential herauszuholen? Wobei man natürlich keinen Menschen reinigen kann. Hm. Ich muss mir das unbedingt aufschreiben, ich kann mir das sicherlich nicht merken. Und du solltest herauszufinden versuchen, ob du schon endgültig bist. Womöglich kannst du keine Magie im traditionellen Sinn wirken, aber allein die Tatsache, dass du eine Verbindung zum Magiefluss herstellen und dabei auch noch die Fähigkeit zum Denken und Handeln besitzt, birgt Möglichkeiten, die mit gewöhnlichen Katalysatoren nicht zu ergreifen wären - wenn du denn herausfindest, was das für Möglichkeiten sind."
      Sie wirkte völlig begeistert von dieser Idee.
    • Das Gespräch hatte schon dafür gesorgt dass Renera wohl kaum noch anwesend war. Bei Jarku und Val, war es nicht ganz anders. Zwar waren sie immerzu daran interessiert gewesen alles zu erfahren um besser helfen zu können, doch als es um Bücher und dessen Schreiber ging, schalteten beide ab. Val selbst konnte nur die Runenschrift seines Landes lesen und Jarku war gut im Zeichnen. So fühlten sie sich genau so abseits wie Renera. Den beiden Gelehrten sahen sie nur zu wie sie beinahe zu strahlen schienen über all ihr gelesenen Kram reden zu können.

      "Ob ich vollständig bin?"
      Diese Frage traf Aradan und regte ordentlich zum nachdenken an. Im ersten Moment blickte er flüchtig Renera an, doch dann setzte Khil ihre Erklärung fort, was unglaublicher weise tatsächlich ein sehr interessanter Gedanke war. Langsam aber Sicher hatte Aradan einen anderen Eindruck von Khil. Erst kam sie ihm beinahe wie eine klugscheißende Leseratte vor, etwas merkwürdig obendrein doch... War ihre Denkweise nun scheinbar ziemlich nützlich. Nicht mal ein Tag war es her dass er sie kennen lernte und schon brachte sie ihn auf Gedanken, die er sich selbst das ganze Leben noch nie gestellt hatte.
      "Das ist ein äußerst interessanter Gedanke Khil."
      Er verschränkte nachdenklich die Arme und hörte vorerst weiter zu.
      "Nun also ich weiß es selbst nicht genau wie meine Eltern mich zu dem machten was ich bin. Ich weiß nur dass meine Mutter als sie mich noch in sich hatte, Kryss gereicherte Nahrung zu sich nahm. In ganz kleinen Dosierungen. Und obendrein war ich nicht das erste Experiment.. Ich hatte wohl einen Bruder, welcher aber in frühen Jahren verstarb. Ich glaube als er zwei Jahre alt war. Er hatte Fehlbildungen und am Ende hörte sein Herz einfach auf zu schlagen. Ich habe in Erfahrung bringen können dass sie es schon an ihm ausprobiert haben.. Ihm Kryss Nahrung zu geben, jedoch nicht schon im Mutterleib. Und ich weiß auch nicht wie sie es verarbeitet haben aber scheinbar hat es bei mir funktioniert. Ich bin ein reiner Mensch aber durch meine Adern fließt anderes Blut. Kryss angereichert. Anniera hatte mir mal Blut abgenommen und es unter einem starken Vergrößerungsglas beobachtet. Es war beinahe unvorstellbar wie viel man damit erkennen konnte. Eine wahnsinns Erfindung. Sie erzählte mir dass mein Blut unter starker vergrößerung zu schimmern scheint. Und da ich schon im Mutterleib damit aufwuchs, produziert mein Körper exakt das selbe Blut von sich aus neu, so wie eures euer eigenes, normales Blut erneuert."
      Aradan rieb sich den Hinterkopf, wie er es öfter tat wenn ihm etwas nicht erklärbar war
      "Aber ich habe von Biologie nun wirklich keine Ahnung. Das ist alles nur Halbwissen dass mir selbst so erzählt wurde. Aber... Wenn du Recht hast... Könnte ich mich tatsächlich noch in der Entwicklung befinden. Eventuell muss ich nur raus finden wie ich mein Potential vergrößern kann."
      In der Theorie versunken, kam er auf eine Idee, welche ihm nur schwer über die Lippen kam.
      "Hmm.. Ist mir zwar unangenehm aber ich fürchte dass mir darüber Jemand etwas erzählen könnte... Jemand spezielles..."
      Val wusste sofort wer gemeint war. Sofort stampfte er das Ende seiner Axt auf den Boden um für Aufmerksamkeit zu sorgen.
      "Vergiss das! Sie hat dir ein mal den Körper geraubt. Du weißt wo das hin geführt hat. Finde einen eigenen Weg. Dieses Ding wird dich in die Irre führen nur um an ihr eigenes Ziel zu kommen!"
      Renera wusste wovon die Rede war. Val hatte ihr am Lagerfeuer davon erzählt wie Aradan ein mal von einem mächtigen Geisterwesen der Körper übernommen wurde und was für folgen das hatte.
      Aradan selbst sah nur zu Val. Er verstand sehr wohl was für ein Risiko das war. Dass er Val aber nichts erwiderte, sagte wohl eher aus dass Aradan das Thema nicht einfach vom Tisch fegen würde.
    • "Hm. Du solltest mit deinen Eltern sprechen, womöglich haben sie dir nicht alles mitgeteilt. Wie viel Kryss war es und wie oft? Wie hat sich das Kryss auf deine Mutter ausgewirkt? Soweit ich weiß, reagiert es nicht sehr positiv auf den blanken menschlichen Körper, ganz zu schweigen von seinen Innereien. Womöglich ist es etwas genetisches, aber ich habe genauso wenig von Genen gehört, die sich unter dem Einfluss von Kryss entwickeln. In diesem Sinne wird es vielleicht nötig sein, wenn du dich einer weiteren körperlichen Untersuchung hingibst, die auch weitere Fragen beantwortet. Was genau bringt dein Blut zum schimmern, sind es die Bestandteile des Kryss selbst oder ist es die Reaktion deines Blutes auf seine Umwelt? Und unter welchem Einfluss stehen, in Verbindung damit, deine Haut, deine Knochen - dein Herz? Was würde wohl passieren, wenn man jemand anderem dein Blut injiziert? Wenn ich mehr darüber nachdenke, fallen mir sicher mehr Versuche ein, die es durchzuführen gelte. Aber natürlich nicht von der Magierin, auch wenn sie ein gutes Verständnis von der Materie selbst haben wird. Ich würde lizenzierte Ärzte vorschlagen, oder sogar einen Chirurgen, wenn es um die Untersuchung deines Herzens geht."
      Khils Blick bewegte sich von Aradan weg und fixierte sich auf eine undefinierte Stelle, als sie sich in ihrem Gedankengang verlor. Sie runzelte die Stirn und vergaß bei ihrer Konzentration die Finger an ihren Lippen.
      Dafür horchte Renera auf, deren Kopf sich langsam wieder geklärt hatte. Sie hatte drei Schwalben miteinander fliegen sehen, hatte eine Krähe im Gras beobachtet, die die Gruppe misstrauisch beäugt hatte und hatte einen Specht gehört, auch wenn sie ihn nicht gesehen hatte. Das war eine gute Anzahl an Vögeln, eine starke Anzahl, die von der Lebendigkeit der Gegend zeugte. Bei so vielen Vögeln konnte es nicht sehr viele Kreaturen in der Nähe geben.
      "Ist es etwa -", ihr Blick begegnete dem von Valterri und sie stutzte. "Ist es etwa eins dieser Wesen? Du solltest dich lieber nicht mit ihnen abgeben. Je weniger, desto besser."
      Sie blickte in die Runde und für einen Moment herrschte Schweigen, als die anderen ihren Blick erwiderten. Dann verfinsterte sich ihre Miene.
      "Was? Denkt ihr etwa, ich geb' so einen geistreichen Beitrag wie Khil? Ich kenn' mich weder mit Biologie, noch mit Kryss gut aus. Solang es nicht um Kreaturen geht, werd' ich mich raushalten."
      "Oh!" Das brachte Khil aus ihrer Starre. "Aber es geht durchaus um Kreaturen, wenn auch nicht um die uns bekannten. Ich weiß zwar nicht worum es genau geht, aber wenn du "Wesen" sagst, ist es bestimmt etwas, worum Renera sich kümmern kann."
      "Darum kann ich mich ganz nicht kümmern. Das ist was... anderes."
      "Wieso nicht? Was ist es denn?"
    • "Mit meinen Eltern sprechen.. Wenn das mal so leicht wäre. Meine Eltern verleugnen mich um mir Schutz zu bieten. Sie wurden zu Renera's und meiner Kindheit regelrecht entführt und müssen nun für den König schuften. Damit ich nicht in des König's Visier gerate, haben sie geschworen keine Kinder zu besitzen. Einfach so an den Königshof zu spazieren bräuchte also einen verdammt guten Grund. Anschleichen ist nahezu unmöglich, ich hab oft drüber nachgedacht als ich in den Gossen der Stadt klar kommen musste. Aber vertrau mir.. Dort sind Tag und Nacht wachen aufgestellt. Sie wollen vermutlich nicht mal den Hauch einer Chance durch gehen lassen dass ein Spion die Schmiedekunst meiner Eltern in Erfahrung bringt. Du musst verstehen.. Mein Vater war schon zu unserer Kindheit in der Lage Rüstungen und Waffen mit Kryss zu kombinieren. Zwar nicht effektiv genug um sie im Kampf zu nutzen, doch war die Rüstung selbst schon so gehärtet, dass Läufer sie nicht durchbeißen konnten. Ganz im Gegenteil sogar. Ihre Zähne brachen bei dem Versuch ab."
      Alles weitere traf bei Aradan nur auf mehrere Schulterzucken. Er hatte von Biologie einfach keinerlei Ahnung, wodurch sein Blut für ihn ebenfalls ein Rätsel war. Jedoch kümmerte es ihn nicht so sehr wie Khil. Ihre Vorschläge dazu, ein paar spezielle Ärzte aufzusuchen war dann aber doch etwas zu viel des guten.
      "Khil nein. Ich sagte doch, wenn davon außenstehende erfahren, kann das schnell in einer Katastrophe enden. Das Dorf von Renera und mir ist an genau so etwas zu Grunde gegangen. Eine einzige Person muss etwas falschen äußern und schon geht alles den Bach runter. Unser Dorf galt als eines der fähigsten in seiner Verteidigung gegen Monster. Wir hatten Kampferprobte und fähige Leute unter uns und dennoch hatte man wegen bloßer Gier veranlasst uns alles zu nehmen. Und da war ich nicht mal auf dessen Plan. Stell dir vor ein Arzt würde seine Informationen verkaufen. Das käme einem Selbstmord gleich."

      Renera reagierte dann arg auf Val's Seite als es um die Wesen in Aradan ging. Zum ersten mal seit der Wiedervereinigung blickte Aradan etwas genervt drein. Als fühlte er sich angegriffen.
      "Ihr wisst aber schon dass ich diese Wesen seit langem unter Kontrolle habe, oder? Sogar nach unserer Reise in den vergangenen zwei Wochen haben sie es nicht geschafft mich mit ihren Worten in die Irre zu führen."
      Val ergriff sofort das Wort um Aradan zu besänftigen
      "Das meinten wir anders. Wir sagen du sollst dir mehr Ruhe gönnen. Das Wesen wird alles sagen was du hören willst. Vermutlich nur lügen."
      "Nah.. Ihr versteht das nicht..."
      Aradan drehte sich um, der Situation entsprechend beinahe etwas zu genervt und blickte ins Wasser. Was wusste die Truppe schon wie es in ihm aussieht. Was wussten sie schon über das Wesen welcher er seine Fragen stellen würde.
      "Khil. Nimm meine Hand."
      Es klang fast wie ein Befehl als er seinen Arm hob. So wie zuvor bei Renera, fing dieser an sich bis zum Ellbogen zu röten, kurz darauf zu dampfen.
      "Nimm sie und du wirst in der Spiegelung des Wassers sehen von welchen Wesen wir sprechen. Diese Wesen existieren in der Welt die wir Zwielicht nennen. Die Welt der Magie."
      Dass sie ihn ausnutzen wollten und eher wie kreischende Plagegeister waren, erwähnte Aradan nicht.
    • Aradan hielt Khil dieselbe Hand hin, die er bereits Renera hingehalten hatte und die hatte gleich etwas dazu zu sagen.
      "Nein, das machst du nicht, Khil. Sie muss das nicht sehen, um es verstehen zu können, Aradan, du kannst es ihr auch ganz einfach erklären."
      Als ob Aradans zunehmend gereizte Stimmung sich auf sie übertragen hätte, wurde jetzt auch Renera angespannt und zog sogar die Hände wieder aus ihren Taschen, um damit auf seine eigene Hand zu zeigen.
      "Das geht weit über alles hinaus, woran wir hier teilnehmen durften. Ich hab' mich gerne mit dir ausgetauscht, aber Khil musst du nicht mit reinziehen."
      Die Gelehrte hatte allerdings klare andere Pläne. Sie sah aufmerksam zu Renera auf, hörte sich an, was sie zu sagen hatte, schien dann abzuwarten, ob noch etwas kommen würde und ergriff dann ohne zu zögern seine Hand. Renera, deren eigene Hände noch immer bebten, warf die Arme in die Luft, drehte sich weg und brummte: "Verfluchte Frau", ehe sie die Arme verschränkte und auf den unweigerlichen Überraschungslaut von Khil wartete.
      Doch der kam nicht. Khil folgte Aradans Anweisung und sah ins Wasser und beobachtete die Oberfläche mit unverholener Neugier. Sie richtete sich sogar ein wenig auf und ging näher zum Fluss heran, wobei sie seine Hand losließ, ihren Fehler sofort bemerkte und sie aus größter Reichweite wieder ergriff, ehe sie das Wasser studierte. Für einige Zeit regte sie sich gar nicht, während sie die Gestalten im Wasser betrachtete. Sie wirkten wie Fische, nur unnatürlich und irgendwie falsch. Solche Kreaturen würden nichtmal im tiefsten Ozean hausen.
      "Hm."
      Sie stand auf, stellte sich auf die Zehenspitzen, neigte sich nach vorne und dann auch zu den Seiten, während sie das Wasser aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtete. Dann drehte sie sich wieder zu Aradan um und zuckte nun doch zusammen, als sie das Wesen sah, das sich hinter Aradan manifestiert zu haben schien.
      "Oh!"
      Es war zwar da, oder zumindest musste es sich nicht an die Begrenzungen des Flusses halten, aber das Sonnenlicht fiel durch es hindurch, als besäße sein Körper keine Substanz. Es hatte ihre Hände auf Aradan gelegt, die äußerst menschlich aussahen, und rührte sich kaum. Khil hatte sich an dem ruhigen Blick erschrocken, der auf sie gerichtet war, auch wenn sie nun der Ansicht war, dass der Blick kaum ihr persönlich galt und mehr der allgemeinen Umgebung. Das Wesen sah überraschend menschlich aus.
      "Hm. Verzeihung."
      Dann verneigte sie sich vor dem Wesen in einem perfekten Winkel, wodurch sie auch wieder Reneras Aufmerksamkeit erhaschte, die von dieser Geste definitiv nicht glücklich war. Ihre Miene verfinsterte sich mit jeder verstreichenden Sekunde mehr.
      "Das reicht, Aradan. Lass sie los. Jetzt."
      Khil kam ihm zuvor, indem sie selbst die Verbindung trennte. Sie nahm die Hand zurück, richtete sich auf, sah dann noch immer auf den Bereich hinter Aradan und ging schließlich um ihn herum, um sich auf denselben Platz zu stellen, an dem das Wesen gestanden hatte. Dann richtete sie sich entsprechend aus, sah einmal auf das Wasser, dann zu den anderen und schließlich in den Himmel. Sie ahmte sogar die Geste nach, indem sie Aradan die Hände an den Kopf legte.
      "Hm."
      "Die Kreaturen sollen dich holen kommen Khil, lass ihn los!"
      "Jawohl."
      Sie verließ wieder ihre Position und knetete ihre Lippe.
      "Das war interessant. Ein interessantes Wesen. Allerdings besitzt es keinen Körper, dann kann es doch auch schlecht eine Bedrohung sein. Das ist es doch, wovor ihr so vorsichtig seid, oder etwa nicht? Dass es eine Bedrohung darstellt?"
      "Es?"
    • Alle beobachteten Khil haar genau als sie die Hand von Aradan nahm. Sie erwarteten eine geschockte Reaktion all der laut schreienden Wesen, doch sah Khil doch etwas zu entspannt dabei aus. Wobei das auch der Natur dieser Frau entsprechen konnte. Zumindest war weder Val, Jarku oder Daikata sonderlich beunruhigt als diese viel zu neugierig alle Winkel erforschte. Vielleicht würde sie ja sogar etwas erkennen, was noch keiner zuvor bemerkt hatte.
      Aber dann wechselte sich die Stimmung als wäre in mitten eines hitzigen Sommers, plötzlich eine Schneefront hereingebrochen als Khil sich hinter Aradan stellte und ihre Hände an seinen Kopf legte. Alle Anwesenden fühlten sich als wären sie im freien Fall der bösen Vorahnungen, doch was Khil dann auch noch sagte, bestätigte ihre Ängste. Val war der Erste der reagierte als wäre es ein Reflex gewesen. Er griff seine Axt mit beiden Händen und holte weit aus.
      "Dieses mal nicht Hexe!!!"
      Er brüllte als er weit ausholte. Das Ziel war Aradan, welchen er mit der flachen Seite seiner Axt treffen würde, wäre Aradan nur nicht schon zu einer Puppe geworden, dessen Kopf unnatürlich ruckartig nach hinten gerissen wurde und ein grauenhaft lüsterndes Grinsen auflegte.
      "Dieses mal ganz bestimmt, Nordmann!"
      Sprach Aradan in einer welligen, deutlich weiblicheren Stimme, ehe der Körper Aradan's mit einem Satz die Schultern von Renera packte. Regelrecht verrückt grinste er Renera an ehe er seine Arme um sie schlang und ihr sogar einen Kuss auf ihre Lippen presste ehe er in der fremden Stimme hinzufügte
      "Das war lecker! Mehr davon!"
      Direkt sprang er Khil an und grinste ebenso irrsinnig, ehe Daikata die Nähe ausnutzte um Aradan den Arm um den Hals zu legen, ihn zu sich zu zerren und letztendlich von Khil weg zu bewegen.
      "Du wirst wohl nie aufgeben huh? Sieh es ein, du hast in dieser Welt keinen Platz! Du hast in deiner Zeit den Tod gefunden, komm damit klar!"
      Der übernommene Körper lachte wild und drehte den Kopf unnatürlich weit an die Grenze des menschlichen Skeletts um Daikata knapp in die Augen sehen zu können.
      "Kihihi, ich hab gar nichts versucht. Unser Freund war es der zu viel wagte. Na? Soll ich seinen Kopf weiter drehen?"
      Augenblicklich preschte Val heran und packte den Kopf von Aradan und spannte all seine übergroßen Muskeln an um dem Ziel des Wesen's entgegen zu wirken. Dem Hünen gelang es grade so der Kraft des Wesen's entgegen zu wirken.
      "Lass ihn gehen! Wir haben dich schon einmal besiegt. Das gelingt uns wieder!"
      "Hmmmmm~~~"
      Das grinsen wurde breiter, als kurz darauf Blut auf dem Boden auf kam. Es war das Blut von Val, welcher an sich hinunter blickte. In seiner Seite ein Messer, welches ihm vom Gurt Daikata's hinein gerammt wurde. Trotzend verfinsterte sich sein Blick.
      "Du glaubst das reicht?"
      Zugleich holte er weit mit seinem Kopf nach hinten aus um seinen harten Schädel auf den von Aradan knallen zu lassen.
      Es reichte aus. Aradan verlor das Bewusstsein und klappte in sich zusammen als Val seinen Kopf und Daikata den Rest des Körpers los lies. Val zog das Messer anschließend aus seiner Seite hinaus und hielt seine große Hand auf die Wunde, welche in seinem Maßstab tatsächlich beinahe trivial wirkte.
      "Darf ich vorstellen? Das war Minerva.."
      Anschließend sorgte Val dafür dass seine Wunde ordentlich umbunden wurde. Daikata hingegen beugte sich zu Aradan runter und prüfte dessen Pupillen.
      "Entwarnung. Sie hat keine Kontrolle mehr. Seine Temperatur ist aber noch sehr hoch. Wir müssen den Körper kühlen."
    • Valterri reagierte schneller, als Renera überhaupt begriff was los war. In der einen Sekunde ärgerte sie sich noch über Aradans Frechheit Khil so weit mit hineinzuziehen, dann konnte sie beobachten, wie der Riese seine Axt ergriff und Aradan angriff. Aber der schien auch nicht mehr ganz bei Sinnen zu sein - geschweige denn überhaupt menschlich. Er bewegte sich mit einer unnatürlichen Schnelligkeit, gefolgt von einer Stimme, die ganz sicher nicht die seine war, und überraschte mit beidem, als er sich damit plötzlich zu Renera beförderte. Sie hatte gar keine Chance zu reagieren, geschweige denn überhaupt etwas zu tun, als er sie ruckartig an sich zog und in ihrem puren Entsetzen ihr einen Kuss aufdrückte. Sie spürte die blanke Panik in ihr aufsteigen, aber bevor sie überhaupt ihre Schwerter ziehen konnte, war er schon wieder weg und auf dem Weg zu Khil, die nun selbst in Panik geriet, aufquiekte und dabei einen Satz nach hinten machte. Doch so weit kam er erst gar nicht - zum Glück; Wie langsam Renera doch war! - ehe Diakata dazwischen ging und es schaffte ihn wegzuzerren. Renera hatte nun ihre Schwerter gezogen und zielte unbewusst auf Aradans Kopf, in Gedanken noch nicht bei der Entscheidung angekommen, ob sie wirklich werfen würde. Aber, bei allen Kreaturen, was war nur los mit ihm?! War er doch nicht, was er vorgab zu sein? Wenn er sich Khil wieder nähern würde, würde sie ihr Schwert werfen, dessen war sie sich dann doch sicher. Khil, diese naive Frau, war noch gar nicht auf die Idee gekommen ihre Waffen zur Verteidigung zu ziehen.
      Aradan wandte sich Diakata auf groteske Weise zu, bei der einem schlecht werden konnte. Sein Hals verdrehte sich so weit, dass man meinen sollte das knackende Genick zu hören, aber er lebte dennoch und sprach sogar. Der Anblick verursachte wahrscheinlich jedem Anwesendem eine Gänsehaut. Nur Valterri handelte genauso schnell wie Renera und war zur Stelle, um Aradan von was - oder wem? - auch immer zu befreien. Er fing sich für diesen Versuch einen gefährlichen Dolchstich in der Seite ein, den er allerdings mit höchst bewundernswerter Disziplin ertrug und nicht von Aradan abwich. Er brachte es sogar dennoch zustande ihn ins Jenseits zu befördern, womit sich die Situation anscheinend zu klären schien - nur nicht für Renera, die noch immer auf seinen Kopf zielte. Khil starrte ihn ebenso mit schreckensgeweiteten Augen an und erholte sich wohl selbst von dem Schock.
      "Minerva? Das ist ein menschlicher Name."
      "Minerva?! Das war Aradan! Einer von euch wird mir jetzt erklären, was hier vor sich geht! Khil, geh da weg!"
      Khil starrte Aradan noch für einen Moment an, dann schien auch sie es für richtig zu empfinden, Abstand zu den Dreien zu nehmen. Allerdings empfand sie es immer noch nicht für notwendig ihre Waffen zu ziehen, diese verfluchte Frau.
    • "Habt ihr mich nicht gehört?! Wir müssen ihn kühlen!"
      Brüllte Daikata als er Aradan's Arme packte und ihn in Richtung des Flusses zu schleppen versuchte. Schnell war Kiliak zur Stelle und half Daikata indem er einen Arm übernahm. So konnten beide Aradan in das Flusswasser befördern, welches augenblicklich so erhitzte, dass es zu zischen und dampfen begann.
      "Das war nicht mehr Aradan.."
      Meinte Val als er seinen Verband fest zog.
      "Das war die Person von der ich dir erzählt habe. Ihr Name ist Minerva. Magierin aus der Hochkultur nahe Shegar. Angeblich war sie einer der 3 stärksten. Sie zerrt ständig jeden schwachen Moment an Aradan. So schnell wie heute, hat sie es aber noch nie geschafft. Verfluchte Hexe."
      Val war klar nicht gut auf Minerva zu sprechen. Jarku war ebenfalls selten still bei dem Thema und steckte seine Dolche vorerst beruhig wieder ein. Wäre er zu nahe gekommen, hätten es vermutlich seine Dolche sein können die Val im schlimmsten Fall sogar dahin gerafft hätten.
      "Wir müssen uns überlegen wie wir mit dieser Situation umgehen. Wenn Minerva es so schnell schafft seine Vorkehrungen lahm zu legen, müssen wir davon ausgehen dass er jeder Zeit seine Kontrolle verlieren kann."
      Val stimmte Jarku klar zu. Zumindest solange sie noch nicht mit Aradan reden konnten, holte Val eine lange Kette hervor und wickelte Aradan's Körper stark darin ein.
      Währenddessen wandte sich Daikata an die beiden Frauen.
      "Geht es euch beiden gut? Es tut ihm ganz sicher Leid wenn er wieder bei Bewusstsein ist. Bitte nehmt es ihm nicht übel. Für ihn ist Minerva eine größere Plage als ihr euch vorstellen könnt. Normal hat er sie unter Kontrolle.. Irgendetwas in ihm scheint nicht ganz zu stimmen."
      Seine Sorge zu Aradan wandte sich dann aber mehr zu den Frauen.
      "Ich kann euch etwas für eure Nerven geben, sollte euch das zu viel sein. Ihr seht ziemlich verstört aus, was unter diesen Umständen wohl mehr als gerechtfertigt ist. Ich kann euch ein paar Lavendel Kapseln anbieten. Sie beruhigen und beeinträchtigen euch in keinster Weise."
    • Die Männer beförderten Aradan mitten in den Fluss, während Valterri ihnen wohl erklärte, was genau vorgefallen war. Es war also das Wesen, das ihn auch damals ergriffen hatte und seitdem wohl nicht mehr von seiner Seite gewichen war. Nun, das erklärte wohl seine übernatürlichen Bewegungen und die Stimme, aber es rechtfertigt nicht, dass er über sie hergefallen war. Und bei Khil hatte er es auch versucht - oder sie - oder was auch immer. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, was hätte passieren können, wenn Diakata nicht eingeschritten wäre. Wenn er zu langsam gewesen wäre oder... es gar nicht erst versucht hätte. Nun wickelten sie Aradan in eine Kette ein, was zumindest etwas zur Linderung ihrer Gefühle beitrug, aber sie blieb dennoch angespannt und gereizt.
      "Irgendetwas scheint ja noch ein bisschen untertrieben zu sein, meinst du nicht auch?!", fauchte sie Diakata an, bei dem es ihr fast schon wieder leid tat. Aradan verdiente ihre Wut, nicht Diakata. Sie hätte sich gegen ihn wehren können, ein gezielter Tritt in die Beine hätte schon alles verhindert, aber sie war zu langsam gewesen. Zu langsam. Der Gedanke fraß sie von innen auf. Sie war zu langsam gewesen.
      Sie ließ ihre Schwerter zurück in ihre Hefte gleiten, um ihre erneut zitternden Hände nicht zu offenbaren und funkelte Diakata an.
      "Wir brauchen nichts von dir."
      Sie nickte zu Aradan, der so verschnürt wie ein Gefangener aussah.
      "Wir können reden, wenn er wieder aufgewacht ist. Vorher macht das wohl keinen Sinn."
      Sie schenkte auch Jarku einen giftigen Blick, den er eigentlich nicht verdient hatte, der es aber abbekam, weil er ihr am nächsten stand, dann marschierte sie in Richtung ihres Lagers davon.
      Khil beobachtete Aradan schockiert, aber doch wieder mehr neugierig als ängstlich.
      "... Hm."
      Reneras gereizte Stimme ließ sie dann aber aufblicken und ihren Aufbruch beobachten, ehe sie wieder kurz zu Aradan sah und dann an Diakata herantrat.
      "Ich nehme eine Kapsel für sie mit", sagte sie mit gesenkter Stimme und ließ sie sich von Diakata geben, ehe sie ihn etwas aufgeweckter anlächelte.
      "Das war eine interessante Erfahrung. Sehr interessant. Sie sollte aufgezeichnet werden. Vielleicht beantwortet Minerva ja Fragen, wenn sie sich erstmal abreagiert hat. Oh, oder ihr Verstand hat durch das andere Reich ziemlich nachgelassen, das wäre natürlich auch eine Möglichkeit. In dem Fall sollte man sie wahrscheinlich von Aradan trennen. Hm. Ich werde darüber nachdenken. Renera, warte auf mich!" Sie lief ihr nach. "Lass uns darüber reden!"
      "Die Kreaturen sollen dich holen, verfluchte Frau", knurrte Renera ihr aus der Entfernung zu und die beiden verschwanden in ihrem Lager, wo sie sich außerhalb der Sichtweite der anderen angeregt unterhielten, wobei Renera hauptsächlich Flüche ausstieß und mit den Armen gestikulierte, während Khil gleichmäßig und beinah unablässig sprach. Renera gab schließlich nach und sackte auf den Boden, wo sie sich ihren schlotternden Händen hingab, während Khil sich neben sie setzte und den Arm um ihre Schulter legte. Sie spielte mit einer von Reneras Strähnen, während sie sanfter und im Plauderton weitersprach und Renera stumpf ihre Hände anstarrte.
    • Es verging eine ganze Weile nachdem die Truppe Aradan zurück in dessen Lager gebracht hatte und ihn dort vorsichtig auf den Boden abgelegt hatten, mit dem einer Jacke zum Kissen gerollt unter seinem Kopf. Er war blass wie eine Leiche und hatte eine so flache Atmung, dass man schnell hätte übersehen können das er noch am Atmen war. Es war ein Zustand der tiefen Ohnmacht, welchen Val gerne den beiden Frauen erklärt hätte, wären diese nicht davon gestampft. Aber er, sowie wohl alle in der Truppe konnten das nachvollziehen. Sie selbst hatten auch keine schöne Zeit mit Minerva durchlebt.
      Als Aradan dann langsam wieder seine Augen öffnete und recht schnell bemerkte wie schwer es ihm fiel sich zu bewegen, wusste er direkt dass etwas passiert war. Schwach und mit blasser Sicht sah er die Ketten die ihn umschlungen hatten. Das war kein gutes Zeichen. Obendrein dröhnte sein Kopf. Diesen dröhnenden Kopf konnte er sofort zurück verfolgen. Sein Körperliches Empfinden und die Ketten... das war genau wie damals. Vorsichtig legte Aradan seinen Kopf wieder nach hinten ab, was Jarku mitbekam und sich neben ihm hin beugte.
      "Na wieder wach?"
      Aradan nickte schwach.
      "War Sie es?"
      Dieses mal nickte Jarku schwach.
      "Gab es verletzte? Geht es Renera und Khil gut?"
      Jarku zog seinen Ton etwas um zu verdeutlichen dass er das gar nicht so genau wusste
      "Naja. Körperlich gehts denen blendend aber Renera schien wie von einer Tarantel gestochen und bebte regelrecht als sie Khil hinter sich her riss."
      Aradan seufzte. Die Enttäuschung war ihm anzusehen.
      "Bitte geh zu ihr und frag ob es ihr auch wirklich gut geht und erklär ihr bitte dass ich nicht ich selbst war."
      Jarku schüttelte den Kopf und winkte mit seiner Hand ab.
      "Das ist nicht nötig. Hat Daikata schon getan. Hat aber nicht dazu beigetragen dass sich Renera beruhigt. War immerhin ne bittere Pille die sie aus dem nichts schlucken musste."
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