Zurück im Gasthaus bot sich ihnen ein Bild der totalen Verwüstung. Das Zimmer war regelrecht auf den Kopf gestellt worden und es dauerte nicht lange, ehe Aradan und Renera das Verschwinden ihrer Waffen beklagen mussten. Wenn sie nicht bereits so ausgelaugt gewesen wäre, wäre Renera außer sich gewesen. Die Klingen waren eine Maßfertigung vom Kaiserhof gewesen!
Auch das Zimmer von Valterri und Daikata war verwüstet und sogar noch mehr als das: Reshli lag tot in der Ecke. Renera japste nach Luft und wollte sich zu ihm knien, aber es war sehr offensichtlich, dass er nicht überlebt hatte. Die Blutlache unter ihm war Beweis genug, dass er gar nicht mehr leben konnte - außerdem brauchten sie die Überlebenden gerade mehr als die Toten. So vergewisserten sich beide, dass die Zwillinge noch in Ordnung waren und das waren sie auch. Die Erleichterung stand Aradan förmlich ins Gesicht geschrieben.
Den letzten Punkt dieser langen Liste an Verlusten beschrieb schließlich die Truhe: Sie war verschwunden. Renera blieb im Türrahmen stehen, während Aradan sich vergewisserte, dass sie tatsächlich nicht mehr hier war. Seine Bemerkung schockierte sie.
"Du denkst doch nicht etwa...?"
Khil in der Stadt? Nun, es wäre schon möglich, auch wenn sie der Gruppe äußerst gut entgangen war. Aber wieso sollte sie ihre Geheimnisse ausplaudern? Außer...
"Was, wenn sie Khil haben?! Was, wenn sie sie gefunden und gefangen genommen haben?! Sie sieht selbst wie eine Gelehrte aus und sie kann sich doch kaum verteidigen! Was, wenn sie die Informationen aus ihr herausgepresst haben?!"
Die Vorstellung versetzte Renera einen Stich in ihrem Brustkorb, als hätte man einen Dolch in ihr Herz gerammt. Sie war Schuld daran, dass es erst soweit gekommen war, wenn sie doch nur mehr aufgepasst hätte, wäre nichts von alledem passiert. Wenn Khil noch an ihrer Seite wäre, hätte es gar keine Schwierigkeiten gegeben.
"Wir müssen sie da rausholen!"
Aber ohne Waffen? In ihrem Zustand? Mit keinerlei Anhaltspunkten? Renera raufte sich durch die Haare. Es musste doch eine Möglichkeit geben, etwas, das sie tun konnten! Wie viel hatte Khil ihnen erzählt? Würden sie bei der Truhe Halt machen oder erst, wenn sie jedes Goldstück von ihnen bekommen hatten? Da erinnerte sie sich erst an den Rest der Truppe.
"Valterri, Daikata und Jarku sind noch bei dem Mann, was, wenn das nur ein riesiges Ablenkungsmanöver war? Wir müssen wieder zusammenkommen, als Gruppe, bevor sie es noch ausnutzen, dass wir alle aufgespalten sind!"
Der erste Treffer saß perfekt, der zweite hätte nicht schlimmer sein können. Der Mann unter Elraya wirbelte herum, entging dem Messer, als hätte er die ganze Zeit schon nur darauf gewartet, und warf sein eigenes Geschoss nach oben. Es verfehlte Elraya, die sich gerade durch das Fenster hangelte, bei weitem und zerschellte stattdessen an der Fensterkante. Sie interessierte das Gas herzlich wenig, das an ihrem linken Arm entlang leckte und schwang sich in den Raum hinein. Ihre Seite protestierte schmerzhaft auf, als sie auf dem Gebilde aus Möbeln landete und von dort aus auf den Boden sprang - wo sie verdutzt stehenblieb. Ein scharfer Schmerz schoss durch ihren Arm und als sie hinabstarrte, konnte sie beobachten, wie ihre Haut sich schälte und Blasen schlug. Es dauerte der Herzschlag, da wurde der Schmerz beinahe unerträglich.
"Au! Verdammte scheiße, was ist das?!"
Zum Glück war sie Rechtshänderin. Sie versuchte den Schmerz einigermaßen zu ignorieren und stürzte sich nach vorne. Allerdings zielte sie nicht den Mann mit dem lächerlichen Tuch vor dem Gesicht an, sie zielte auch nicht ihren Bruder an, sondern den Giftmann, der bereits strauchelte. Sie packte ihn mit der freien Hand an der Schulter und, nachdem der aufkommende Schmerz in ihrem Arm sie gequält zischen ließ, steckte sie sich die Klinge zwischen die Zähne und nahm den Mann mit ihrem gesunden Arm in einen Würgegriff. Er versuchte sich sofort gegen sie zu wehren, allerdings schwächte das Gift bereits seine Muskeln und so konnte sie schließlich die Überhand gewinnen. Sie hielt den Giftmann zwischen sich und den anderen Kerl.
"Keine Beuegung oder er stir't! Au' der Klinge uar Gift!"
Soviel konnte sie verraten, die Männer schienen ja schließlich Ahnung von sowas zu haben.
"Lodoz?!"
Sie wagte einen knappen Blick über die Schulter. Der Kerl in ihrem Arm wurde ganz schön schwer und sie griff zwei Mal reflexartig mit der anderen Hand nach ihm, was den Schmerz nur überdeutlich erhöhte. Sie knurrte und zog die Last ein Stück mit sich nach hinten, bis sie mit dem geschundenen Arm ihr Messer ergriff und blind an Lodoz' Fesseln herumschnitt, bis sie ihn freibekommen hatte. Der Schmerz in ihrem Arm raste förmlich und brachte sie zum Schwitzen.
"Bleib uach du Mistkerl! Nimm das Seil und geh hoch au's Dach! He, bleib uach!"
Sie trat ihm gegen das Schienbein, während sie den anderen Mann und die Tür im Auge behielt. Jetzt mussten sie es nur noch beide rechtzeitig rausschaffen.
Auch das Zimmer von Valterri und Daikata war verwüstet und sogar noch mehr als das: Reshli lag tot in der Ecke. Renera japste nach Luft und wollte sich zu ihm knien, aber es war sehr offensichtlich, dass er nicht überlebt hatte. Die Blutlache unter ihm war Beweis genug, dass er gar nicht mehr leben konnte - außerdem brauchten sie die Überlebenden gerade mehr als die Toten. So vergewisserten sich beide, dass die Zwillinge noch in Ordnung waren und das waren sie auch. Die Erleichterung stand Aradan förmlich ins Gesicht geschrieben.
Den letzten Punkt dieser langen Liste an Verlusten beschrieb schließlich die Truhe: Sie war verschwunden. Renera blieb im Türrahmen stehen, während Aradan sich vergewisserte, dass sie tatsächlich nicht mehr hier war. Seine Bemerkung schockierte sie.
"Du denkst doch nicht etwa...?"
Khil in der Stadt? Nun, es wäre schon möglich, auch wenn sie der Gruppe äußerst gut entgangen war. Aber wieso sollte sie ihre Geheimnisse ausplaudern? Außer...
"Was, wenn sie Khil haben?! Was, wenn sie sie gefunden und gefangen genommen haben?! Sie sieht selbst wie eine Gelehrte aus und sie kann sich doch kaum verteidigen! Was, wenn sie die Informationen aus ihr herausgepresst haben?!"
Die Vorstellung versetzte Renera einen Stich in ihrem Brustkorb, als hätte man einen Dolch in ihr Herz gerammt. Sie war Schuld daran, dass es erst soweit gekommen war, wenn sie doch nur mehr aufgepasst hätte, wäre nichts von alledem passiert. Wenn Khil noch an ihrer Seite wäre, hätte es gar keine Schwierigkeiten gegeben.
"Wir müssen sie da rausholen!"
Aber ohne Waffen? In ihrem Zustand? Mit keinerlei Anhaltspunkten? Renera raufte sich durch die Haare. Es musste doch eine Möglichkeit geben, etwas, das sie tun konnten! Wie viel hatte Khil ihnen erzählt? Würden sie bei der Truhe Halt machen oder erst, wenn sie jedes Goldstück von ihnen bekommen hatten? Da erinnerte sie sich erst an den Rest der Truppe.
"Valterri, Daikata und Jarku sind noch bei dem Mann, was, wenn das nur ein riesiges Ablenkungsmanöver war? Wir müssen wieder zusammenkommen, als Gruppe, bevor sie es noch ausnutzen, dass wir alle aufgespalten sind!"
Der erste Treffer saß perfekt, der zweite hätte nicht schlimmer sein können. Der Mann unter Elraya wirbelte herum, entging dem Messer, als hätte er die ganze Zeit schon nur darauf gewartet, und warf sein eigenes Geschoss nach oben. Es verfehlte Elraya, die sich gerade durch das Fenster hangelte, bei weitem und zerschellte stattdessen an der Fensterkante. Sie interessierte das Gas herzlich wenig, das an ihrem linken Arm entlang leckte und schwang sich in den Raum hinein. Ihre Seite protestierte schmerzhaft auf, als sie auf dem Gebilde aus Möbeln landete und von dort aus auf den Boden sprang - wo sie verdutzt stehenblieb. Ein scharfer Schmerz schoss durch ihren Arm und als sie hinabstarrte, konnte sie beobachten, wie ihre Haut sich schälte und Blasen schlug. Es dauerte der Herzschlag, da wurde der Schmerz beinahe unerträglich.
"Au! Verdammte scheiße, was ist das?!"
Zum Glück war sie Rechtshänderin. Sie versuchte den Schmerz einigermaßen zu ignorieren und stürzte sich nach vorne. Allerdings zielte sie nicht den Mann mit dem lächerlichen Tuch vor dem Gesicht an, sie zielte auch nicht ihren Bruder an, sondern den Giftmann, der bereits strauchelte. Sie packte ihn mit der freien Hand an der Schulter und, nachdem der aufkommende Schmerz in ihrem Arm sie gequält zischen ließ, steckte sie sich die Klinge zwischen die Zähne und nahm den Mann mit ihrem gesunden Arm in einen Würgegriff. Er versuchte sich sofort gegen sie zu wehren, allerdings schwächte das Gift bereits seine Muskeln und so konnte sie schließlich die Überhand gewinnen. Sie hielt den Giftmann zwischen sich und den anderen Kerl.
"Keine Beuegung oder er stir't! Au' der Klinge uar Gift!"
Soviel konnte sie verraten, die Männer schienen ja schließlich Ahnung von sowas zu haben.
"Lodoz?!"
Sie wagte einen knappen Blick über die Schulter. Der Kerl in ihrem Arm wurde ganz schön schwer und sie griff zwei Mal reflexartig mit der anderen Hand nach ihm, was den Schmerz nur überdeutlich erhöhte. Sie knurrte und zog die Last ein Stück mit sich nach hinten, bis sie mit dem geschundenen Arm ihr Messer ergriff und blind an Lodoz' Fesseln herumschnitt, bis sie ihn freibekommen hatte. Der Schmerz in ihrem Arm raste förmlich und brachte sie zum Schwitzen.
"Bleib uach du Mistkerl! Nimm das Seil und geh hoch au's Dach! He, bleib uach!"
Sie trat ihm gegen das Schienbein, während sie den anderen Mann und die Tür im Auge behielt. Jetzt mussten sie es nur noch beide rechtzeitig rausschaffen.

