Jeanne
Keinem anderen Typen hätte Jeanne diese zwielichtige Ausrede, weshalb er seinen Weg in ihr Zimmer gefunden hatte, abgekauft, aber Otfrid .. war nicht der Typ dafür, so eine Lüge zu erfinden. Die Katze also ..
Oh man. Am Ende war sie also selbst Schuld daran gewesen, weshalb der Diener hier aufgeschlagen war. Hätte sie das Tier nicht verletzt, wäre es gar nicht dazu gekommen. Das bewies wieder einmal, was solche Kleinigkeiten alles bewirkten - ob man wollte oder nicht. Es waren immer die Situationen, bei denen man dachte, dass sie nichts ausmachen würden. So wie Louisa, die im Garten gelegen und Äpfel gegessen hatte, obwohl sie abgesprochen hatten, nicht nach draußen zu gehen. Das war genau das selbe .. und wegen der Autorin war das ganze überhaupt erst ins Rollen geraten! Hätte sie Mikael zu dem Zeitpunkt nicht getroffen, wäre auch Jae-Yejin nicht nach draußen gegangen und so weiter und so weiter. Louisa hatte solche Schneeballeffekte sowieso nie richtig auf dem Schirm gehabt - weder für ihre Deadlines, noch hier in dieser Welt!
Das war alles einfach ihre Schuld!
Es geschah ihr verdammt nochmal recht, umgebracht zu wer-
'Ich bedauere wenn ich zu weit gegangen bin...'
Die einfühlsamen Worte des Dieners unterbrachen Jeannes plötzliches Gedankengewirr, der sie für einen kurzen Augenblick in Rage getrieben hatte.
Moment .. worüber hatte sie da gerade überhaupt nachgedacht?
Leicht perplex öffnete Jeanne wieder ihre Augen.
'Aber ihr müsst wissen das Wohl der Königlichen Familie liegt mir sehr am Herzen..'
Ah ..
Ach Scheiße.
Erschlagen legte sich die damalige Illustratorin eine Hand auf die Stirn. So, wie es klang, nahm Otfrid diese ganze Situation sehr ernst. Auch, wenn er davon sprach, dass sie angeblich gute Dinge hier bewirkt hatte und dabei wieder dieses Lächeln aufsetzte. Sie beide wussten, was solche paranormalen Geschehnisse bedeuteten. Und es schien nicht so, als würde er es einfach vergessen. Eher so, als würde er mit aller Kraft versuchen, Jeanne zu helfen - auch wenn es bedeutete, anderen dieses Phänomen weiterzugeben.
Ein Seufzen entwich ihren Lippen.
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Es hatte keinen zweck mehr, es vor ihm zu verstecken.
Am besten war es jetzt, ihn an sich zu binden, auch, wenn es ihm nicht gefiel. Auf der anderen Seite wollte Jeanne dem gutherzigen Diener nicht direkt drohen. Eine andere Wahl blieb ihr aber kaum .. nun, außer ..
"Otfrid.", begann sie ernst und drehte sich zu ihm herum, um ihm direkt in die Augen schauen zu können.
Welche Farbe ihre Augen nun hatten, war irrelevant - sie wussten beide, dass er es gesehen hatte und nicht an seiner Wahrnehmung zweifelte.
"Wenn du mir wirklich helfen willst, würdest du dann mein persönlicher Diener werden wollen?"
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Erwartungsvoll blickte die Blondine zu ihm hoch und erklärte dabei,
"Ich denke nicht, dass ich medizinische Hilfe für meine Kopfschmerzen brauche, sondern jemanden, der mich so schnell beruhigen kann wie du. Es ist, als würde deine Stimme die Schmerzen besänftigen. Leonardo und ich haben gestern schon darüber geredet, ob es sowieso nicht eine gute Idee wäre, wenn du an meiner Seite stehen würdest. Mit den anderen Bediensteten habe ich keinen guten Draht .. nun, außer mit Emma, aber sie ist ebenso neu hier im Schloss, wie ich. Diese Kombination wäre sicherlich nicht vorteilhaft und außerdem.."
Sie ließ ihren Blick nun leichten nach unten wandern,
"... hast du es gesehen. Ich weiß selber nicht, wieso ich das habe oder was es zu bedeuten hat, nur, dass es nicht gut ist, wenn es jemand erfährt. Wenn du mein persönlicher Diener wärst, hättest du allen Recht dazu, es den anderen gegenüber zu verschweigen. Du würdest nicht verurteilt werden, wenn es rauskäme, weil es deine Pflicht wäre, meinen Worten zu gehorchen."
Erstaunlicherweise war keines ihrer Worte gelogen. Sie fragte sich, ob es eine gute Idee war, so ehrlich mit Otfrid zu sprechen .. aber wenn das nicht funktionierte, musste sie ihn eben zwingen, ihr persönlicher Diener zu werden.
Die Blondine könnte ihm damit drohen, zu verraten, dass er des Nachts ihr Schlafgemach aufgesucht hatte und ein paar Lügen dazu zu spinnen. Es wäre ein riesiger Skandal, niemand würde Otfrids Worten Glauben schenken und er würde geköpft werden.
Aber .. so weit wollte sie es nicht kommen lassen. Einmal, weil man Jeanne dann auch nach Otfrids Tod genau im Auge behalten würde, um sicherzugehen, dass sie keine roten Augen hatte und andererseits, weil .. es einfach viel zu Schade um ihn wäre.
Jeanne biss sich leicht auf die Unterlippe.
Bitte .. sei einfach freiwillig mein Diener..!
Murasaki
Gespannt wartete der verwandelte Kater, bis seine Herrin eine Idee für seinen Namen hatte. Mit großen Augen musterte er dieses wundervolle Mädchen .. sie gab sich so viel Mühe, sich etwas für ihn auszudenken!
Und dann ..
'Wie wäre es mit Murasaki?'
Da war es wieder! Dieses Kribbeln, welches sich durch seinen ganzen Körper zog! Es war elektrisch, aufregend, wie Adrenalin, Dopamin, einfach alles und es fühlte sich so unfassbar ... unbeschreiblich an!!
Er brauchte einen Moment, ehe er seine Stimme wiederfand.
"Murasaki..", wiederholte er leise, nahezu verträumt .. dann streckte der Junge plötzlich energisch seinen Daumen aus und verkündete,
"Ich heiße Murasaki!"
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Als seine Herrin ihm dann befahl, sie Mary zu nennen, empfand der Kater es als eine große Ehre.
"Und ich werde dich Mary nennen, ohne Herrin davor.", bestätigte er brav.
Wie sie lächelte .. ja, so musste das sein. Es war, als würde er dafür leben.
Sie sollte immer so schön lächeln!
Aufeinmal ergriff Mary Murasakis Hand und führte ihn nach draußen in den Gang.
"Dir muss niemals etwas Leid tun.", versicherte er ihr lächelnd.
Mary lag niemals falsch. Alles, was sie tat, war und musste perfekt sein!
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So folgte der Braunhaarige dem Mädchen gehorsam und genoss die Wärme ihrer Hand.
Er hinterfragte gar nicht, wohin sie ihn brachte. Dennoch war er ein wenig neugierig.
Vielleicht ja zu einem der anderen Schlafräume, aus denen er leise und ruhige Atmungen vernahm? Oder womöglich zu dieser großen Tür dahinten, die so aussah, als würde sie in eine Bibliothek führen? Murasaki war sich sicher, auch Geräusche aus diesem Raum zu hören.
Jetzt gerade schien sich auch die Öffnung des Verstecks zu öffnen .. ob jemand hinein kam? Wollte Mary vielleicht dorthin gehen?
Keinem anderen Typen hätte Jeanne diese zwielichtige Ausrede, weshalb er seinen Weg in ihr Zimmer gefunden hatte, abgekauft, aber Otfrid .. war nicht der Typ dafür, so eine Lüge zu erfinden. Die Katze also ..
Oh man. Am Ende war sie also selbst Schuld daran gewesen, weshalb der Diener hier aufgeschlagen war. Hätte sie das Tier nicht verletzt, wäre es gar nicht dazu gekommen. Das bewies wieder einmal, was solche Kleinigkeiten alles bewirkten - ob man wollte oder nicht. Es waren immer die Situationen, bei denen man dachte, dass sie nichts ausmachen würden. So wie Louisa, die im Garten gelegen und Äpfel gegessen hatte, obwohl sie abgesprochen hatten, nicht nach draußen zu gehen. Das war genau das selbe .. und wegen der Autorin war das ganze überhaupt erst ins Rollen geraten! Hätte sie Mikael zu dem Zeitpunkt nicht getroffen, wäre auch Jae-Yejin nicht nach draußen gegangen und so weiter und so weiter. Louisa hatte solche Schneeballeffekte sowieso nie richtig auf dem Schirm gehabt - weder für ihre Deadlines, noch hier in dieser Welt!
Das war alles einfach ihre Schuld!
Es geschah ihr verdammt nochmal recht, umgebracht zu wer-
'Ich bedauere wenn ich zu weit gegangen bin...'
Die einfühlsamen Worte des Dieners unterbrachen Jeannes plötzliches Gedankengewirr, der sie für einen kurzen Augenblick in Rage getrieben hatte.
Moment .. worüber hatte sie da gerade überhaupt nachgedacht?
Leicht perplex öffnete Jeanne wieder ihre Augen.
'Aber ihr müsst wissen das Wohl der Königlichen Familie liegt mir sehr am Herzen..'
Ah ..
Ach Scheiße.
Erschlagen legte sich die damalige Illustratorin eine Hand auf die Stirn. So, wie es klang, nahm Otfrid diese ganze Situation sehr ernst. Auch, wenn er davon sprach, dass sie angeblich gute Dinge hier bewirkt hatte und dabei wieder dieses Lächeln aufsetzte. Sie beide wussten, was solche paranormalen Geschehnisse bedeuteten. Und es schien nicht so, als würde er es einfach vergessen. Eher so, als würde er mit aller Kraft versuchen, Jeanne zu helfen - auch wenn es bedeutete, anderen dieses Phänomen weiterzugeben.
Ein Seufzen entwich ihren Lippen.
!ExtraKind105.jpg
Es hatte keinen zweck mehr, es vor ihm zu verstecken.
Am besten war es jetzt, ihn an sich zu binden, auch, wenn es ihm nicht gefiel. Auf der anderen Seite wollte Jeanne dem gutherzigen Diener nicht direkt drohen. Eine andere Wahl blieb ihr aber kaum .. nun, außer ..
"Otfrid.", begann sie ernst und drehte sich zu ihm herum, um ihm direkt in die Augen schauen zu können.
Welche Farbe ihre Augen nun hatten, war irrelevant - sie wussten beide, dass er es gesehen hatte und nicht an seiner Wahrnehmung zweifelte.
"Wenn du mir wirklich helfen willst, würdest du dann mein persönlicher Diener werden wollen?"
!ExtraKind106.jpg
Erwartungsvoll blickte die Blondine zu ihm hoch und erklärte dabei,
"Ich denke nicht, dass ich medizinische Hilfe für meine Kopfschmerzen brauche, sondern jemanden, der mich so schnell beruhigen kann wie du. Es ist, als würde deine Stimme die Schmerzen besänftigen. Leonardo und ich haben gestern schon darüber geredet, ob es sowieso nicht eine gute Idee wäre, wenn du an meiner Seite stehen würdest. Mit den anderen Bediensteten habe ich keinen guten Draht .. nun, außer mit Emma, aber sie ist ebenso neu hier im Schloss, wie ich. Diese Kombination wäre sicherlich nicht vorteilhaft und außerdem.."
Sie ließ ihren Blick nun leichten nach unten wandern,
"... hast du es gesehen. Ich weiß selber nicht, wieso ich das habe oder was es zu bedeuten hat, nur, dass es nicht gut ist, wenn es jemand erfährt. Wenn du mein persönlicher Diener wärst, hättest du allen Recht dazu, es den anderen gegenüber zu verschweigen. Du würdest nicht verurteilt werden, wenn es rauskäme, weil es deine Pflicht wäre, meinen Worten zu gehorchen."
Erstaunlicherweise war keines ihrer Worte gelogen. Sie fragte sich, ob es eine gute Idee war, so ehrlich mit Otfrid zu sprechen .. aber wenn das nicht funktionierte, musste sie ihn eben zwingen, ihr persönlicher Diener zu werden.
Die Blondine könnte ihm damit drohen, zu verraten, dass er des Nachts ihr Schlafgemach aufgesucht hatte und ein paar Lügen dazu zu spinnen. Es wäre ein riesiger Skandal, niemand würde Otfrids Worten Glauben schenken und er würde geköpft werden.
Aber .. so weit wollte sie es nicht kommen lassen. Einmal, weil man Jeanne dann auch nach Otfrids Tod genau im Auge behalten würde, um sicherzugehen, dass sie keine roten Augen hatte und andererseits, weil .. es einfach viel zu Schade um ihn wäre.
Jeanne biss sich leicht auf die Unterlippe.
Bitte .. sei einfach freiwillig mein Diener..!
Murasaki
Gespannt wartete der verwandelte Kater, bis seine Herrin eine Idee für seinen Namen hatte. Mit großen Augen musterte er dieses wundervolle Mädchen .. sie gab sich so viel Mühe, sich etwas für ihn auszudenken!
Und dann ..
'Wie wäre es mit Murasaki?'
Da war es wieder! Dieses Kribbeln, welches sich durch seinen ganzen Körper zog! Es war elektrisch, aufregend, wie Adrenalin, Dopamin, einfach alles und es fühlte sich so unfassbar ... unbeschreiblich an!!
Er brauchte einen Moment, ehe er seine Stimme wiederfand.
"Murasaki..", wiederholte er leise, nahezu verträumt .. dann streckte der Junge plötzlich energisch seinen Daumen aus und verkündete,
"Ich heiße Murasaki!"
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Als seine Herrin ihm dann befahl, sie Mary zu nennen, empfand der Kater es als eine große Ehre.
"Und ich werde dich Mary nennen, ohne Herrin davor.", bestätigte er brav.
Wie sie lächelte .. ja, so musste das sein. Es war, als würde er dafür leben.
Sie sollte immer so schön lächeln!
Aufeinmal ergriff Mary Murasakis Hand und führte ihn nach draußen in den Gang.
"Dir muss niemals etwas Leid tun.", versicherte er ihr lächelnd.
Mary lag niemals falsch. Alles, was sie tat, war und musste perfekt sein!
katze14.jpg
So folgte der Braunhaarige dem Mädchen gehorsam und genoss die Wärme ihrer Hand.
Er hinterfragte gar nicht, wohin sie ihn brachte. Dennoch war er ein wenig neugierig.
Vielleicht ja zu einem der anderen Schlafräume, aus denen er leise und ruhige Atmungen vernahm? Oder womöglich zu dieser großen Tür dahinten, die so aussah, als würde sie in eine Bibliothek führen? Murasaki war sich sicher, auch Geräusche aus diesem Raum zu hören.
Jetzt gerade schien sich auch die Öffnung des Verstecks zu öffnen .. ob jemand hinein kam? Wollte Mary vielleicht dorthin gehen?









