spellbound. (earinor & akira)

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    • Vogelfrei waren sie beide nicht und Rikiya würde lügen, behauptete er, er hätte nicht einen ganzen Berg voller Arbeit vor sich - es wäre nicht rechtens, sein Volk obgleich seiner Selbstsucht einfach leiden zu lassen und noch weniger wäre es in Ordnung, all diese Aufgaben an jemanden wie seine Tochter abzuwälzen. Khojin würde ihn rügen und verteufeln, käme ihm ein Wort über Caelan und seine eigene, jugendliche Unvernunft über den Mund - er wollte gar nicht dafür geahndet werden, noch weniger wollte er sich anhören müssen, wie sehr er andere leiden ließ, nur, um sich selbst ein kleines Stück besser zu fühlen und dennoch hatte er die letzten Jahre irgendwie nur das gemacht, wonach sich andere sehnten. Egal, welchen Lückenfüller es bedurfte, ihr König war es, der für sie einsprang und sich keine Lorbeeren auf seinem Haupt pflanzte, weil er nicht glaubte, dass er diese Art von Anerkennung und Liebe jemals verdient hätte, weil er nicht mehr war, als ein biegsames Stück Holz. "Und an meine Stimme, kannst du dich daran noch erinnern? An das Herumgeflüster und die eigenbrötlerische Art, wenn du mal wieder zu grob warst?", neckte er Caelan in lieblichen Tönen, als würde er selbst glauben, man könnte ihn doch gar nicht erst vergessen. Vielleicht aber konnte man das, und womöglich war das auch gar nicht so verkehrt. Rikiya wollte nie, dass man ihm Ewigkeiten nachtrauerte, gleich wenig, wie er je gewollt hatte, dass man ihm nachrannte oder um ihn trauerte, weil er nun einmal mehr nichts weiter als ein vergängliches Phantom war, das im letzten Eck eines Gedächtnisses schon Staub ansammelte. "Aber theoretisch würde ich das gar nicht noch einmal wollen - wir sollten diejenigen sein dürfen, wie wir wirklich sind."

      Sich weiter zu verstecken und darauf zu hoffen, die Sinnesflut der Gerechtigkeit würde ihnen das gebe, wonach sie verlangten und ihnen jedweden Wunsch von den müden Augen ablesen, das wäre nicht möglich. Über Darragh, bis hin zu diesem Krieg, über nichts wollte Rikiya sich so wirklich unterhalten, weil die Wunden und Kerben in seinem Inneren noch immer riesiger waren als all das, dass die Vergänglichkeit der Zeit wirklich zu heilen vermochte. "Mhm, aber mach dir darüber nicht zu viele Gedanken, sonst zerreißt du dir nur den hübschen Kopf. Sieh' es so: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm." Rain sah seinem alten Herren vielleicht in seinen Wesenszügen unähnlich und rankte nicht gerade aus grober Masse empor, noch war er so wuchtig, wie es sein ergrauender Vater war, aber im Grunde genommen schienen sie Vorlieb an derselben - oder einer ähnlichen - Art von Mann zu finden. Beinahe war das komisch und vielleicht war es irgendwie schon lustig, wenn er so bedachte, was er sich damit eigentlich alles antat. "Das denke ich auch bei weitem nicht. Ich glaube viel eher, dass jemand oder etwas Hand anlegen müsste, um diesen König vom Thron zu wissen und Fhaergus wieder zu befreien. Will ich wissen, was sie mit denjenigen anstellen, die sich nicht fügen wollen?" Caelans Männer waren wohl eher wie er - ungestüm und rau, so wie die Windböen im Winter und die eiskalten Berge zu jeder Jahreszeit. Sich einem Regime zu fügen, dem man wenig abgewinnen konnte, das würden die Wenigsten von ihnen. Vielleicht aber war es auch so, dass er sich alles wiederum schwarzmalte und Ronan konnte nicht anders, als darüber ein wenig zu kichern, als wäre er selbst noch unbesonnen - er genoss die Aufmerksamkeit seines Lieblingsmenschen, seiner besseren Hälfte, noch immer immens und jede Berührung war wie ein kleines Feuerwerk, das nur ihm zuteil werden sollte. "Wir waren noch nie gut darin, unsere Finger bei uns zu behalten.", stellte Rikiya fest, als würde das irgendeinen Unterschied machen. Tat es das denn je? Beiläufig steckte er eine seiner Hände zwischen die Schichten der Kleidung, die Caelan trug - ob er damit zu weit ging, wusste er nicht, aber er konnte sich ja darauf herausreden, dass Caelan noch immer so wohlig warm war.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Es war Jahrzehnte her seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten und Caelan hatte es immer bereut, dass ihr Abschied nicht größer und pompöser gewesen waren. Ein 'Bis bald' oder etwas Ähnliches war es, das Caelan zuletzt gesagt hatte, weil er nicht geglaubt hatte, er würde es lange alleine in Fhaergus aushalten. "Grob? War ich das?", fragte Caelan beinahe besorgt, als hätte er Ronan damals unrecht getan. Er wusste, dass seine aufbrausende Art und seine Energie oft zu viel für ihn waren und diese Dummheit hatte Ronan auch seine Narbe beschwert. "Deine Stimme ist tiefer als ich sie in Erinnerung habe... denke ich." Er war nicht gänzlich sicher, aber er hatte so lange mit dem König der Wölfe gesprochen, bis Ronan ihm die Wahrheit sagte und er hatte ihn nicht erkannt. "Ich bin nicht sicher ob ich weiß wer ich gerade bin... alles steht Kopf.", seufzte Caelan. Was war er denn? Ein Fürst war er keiner mehr, oder zumindest einer ohne Land. Er war nicht mehr der Junge von damals und ein Soldat war er auch nicht mehr. Wenn er sich so an den König der Wölfe klammerte, war er dann überhaupt noch ein Schaf?

      "Hübsch?", fragte er als nächstes, weil er sich wegen Rain wirklich noch genug Gedanken machen konnte, aber das musste nicht jetzt stattfinden. Ronan, oder wie auch immer sein Name jetzt war, hätte viel zu tun und Caelan nicht. Da konnte er sich noch genau überlegen wie er dieses Gespräch angehen sollte. "Denkst du das immer noch über mich?", fragte er mit einem leichten Lächeln. Vielleicht waren Ronans Augen auch nicht mehr die Besten. Als das Thema wieder auf Fhaergus kam konnte Caelan sich einen besorgten Gesichtsausdruck nicht verkneifen. "Adrestia toleriert im Moment keinen Ungehorsam. Ich war es nicht, naja bis auf die Sache mit deinem Sohn, aber ich glaube, dass wir so oder so angegriffen worden wäre. Männer sind in Fhaergus nur wenige übrig... wir wurden in den Norden geschickte und dort waren es nicht die Wölfe die uns überfallen haben. Ich weiß nicht ob es überhaupt jemanden außer mir gibt der überlebt hat..." Somit würde Fhaergus sich auch nicht groß wehren, oder wehren können. Ein paar alte Soldaten und Jäger, ein paar Söhne, das war alles und ohne einen Erben konnten sie nicht viel ausrichten. Caelan und Rain waren beide verschwunden. Caelan sah Ronan an, der ihm aufmunternd zulächelte. Im Moment konnte Caelan nichts tun und am Besten wäre es wohl er und Rain würden ihre Informationen miteinander teilen, um ein vollständigeres Bild zu bekommen. Ronan kicherte, wollte ihn wohl aufmuntern und Caelan lehnte sich in den Kuss, es gab zu viele trübsinnige Themen und er konnte im Moment nichts ausrichten. Es herrschte eine gewisse Spannung in der Luft, nicht wie damals, als sie zu jung waren und erst entdeckten wie es war verliebt zu sein. Vielmehr lud sie sich auf, weil etwas zwischen ihnen stand, oder vielmehr weil vieles zwischen ihnen stand, aber sie sich davon nicht abhalten lassen wollten. "Damals waren es maximal drei Monate die wir einander nicht gesehen haben...", entgegnete Caelan. Ronans Hand war immer noch kühl und einmal mehr fragte Caelan sich wie er es hier draußen ausgehalten hatte. Es störte ihn nicht, im Gegenteil, Caelan war immer schon zu heißblütig gewesen und brauchte jemanden der seine Flammen zügelte.
    • Ronan wollte sich nie wirklich an das erinnern, was Caelan ihm gesagt hatte - wollte nicht, dass aus diesen dummen Worten ein "auf Nimmerwiedersehen" wurde, oder dass die Realität sie beide eines Tages einholte. Ehrlich glaubte er nie so wirklich, sie wären dem Untergang geweiht, sondern aber, dass ihre Idiotie und Liebe sie durchfüttern würde, dass Saoirse ihnen den Rücken für all den jugendlichen Schabernack freihielt und dass Niemand jemals Fragen stellte. Ein Wunschtraum, mehr war all das nie gewesen. "Manchmal. Ich mache nur ein Späßchen mit dir.", belächelte Rikiya die Situation erneut, als wolle er diesen Mann überhaupt erst aufziehen. Nicht, dass er es sich anders vorstellen konnte. "Und du bist größer als ich die je in Erinnerung hatte." Selbst, als er noch ein Stück weit gewachsen war, schien es so, als wäre Caelan ihm einfach davongelaufen und hätte sich selbst an den Wolken dort oben sattgesehen, die Rikiya nicht einmal erreichen konnte. "Wie wäre es mit ... Caelan? Wobei, das wäre zu einfach." Eine dumme Idee nach der Nächsten folgte und Rikiya konnte sich sein eigenes Gelächter gerade noch so verkneifen - er wollte eigentlich nicht, dass er diesen Mann beleidigte oder aufzog, gleich wenig, wie er glaubte, er würde sich selbst damit Unrecht tun, wenn er ihn einfach so auf das ansprach, was er wirklich dachte. Sollte er sich dazu durchringen? Einerseits wollte er nicht noch mehr Verwirrung stiften, andererseits ... "Wie wäre es, wenn du mein Ehemann wärst?" Mit der Tür ins Haus zu fallen war eine Option, sich dabei beschämt zu zeigen eine andere, aber das Lächeln auf seinen Lippen wich keiner anderen Emotion.

      "Ja?" Eigentlich hatte er mit dieser Art von Reaktion wohl nicht Unrecht - kaum ein Mensch würde meinen, Caelan war unbedingt ein Blickfang, aber Rikiya mochte meinen, dass er das Gesicht mit oder ohne Narbe nicht missen wollte. Nicht nur fühlte er sich so vertraut an, sondern auch ... nein, das behielt er dann wohl lieber für sich. "Dass du hübsch bist? So sehr, wie die ersten Schneeflocken im Winter und die letzten neuen Blüten im Frühling - wie der Mond und die Sterne, der Sonnenuntergang im Herbst. Willst du mehr hören?" Nichts greifbares, ewig anhaltendes konnte er mit Caelans Schönheit vertreiben. Hätte er sich bereits an der Natur sattgesehen, so glaubte er doch, er würde ihre Pracht und damit die, des Mannes den er so sehr liebte, nicht weiter verstehen können. Verrückt wäre es, wenn dem doch so war. "Dann hoffen wir, dass es deinen Soldaten gut erging und sie, sollten sie noch leben, es nicht bereuen. Ich kann nicht dafür garantieren, dass sie alle ein schönes, schnelles Ableben hatten." Es war wohl kein Gesprächsthema, dem sie jemals leid wurden und doch ... "Du zerbrichst dir aber nicht wegen ihnen den Kopf und glaubst, all das wäre nur deine Schuld, ja? Du hättest nichts ändern können.", legte er dem Sturkopf dar, der noch immer in seiner eigenen, verblassenden Welt Unheil und Selbstschuld suchen sowie finden konnte, strengte er sich nur ein klein wenig mehr an. Glaubte Caelan jeder Illussion, die ihm eine Beleidigung an den Kopf warf, oder würde Ronan ihm das noch austreiben? "Und dann waren es drei Jahrzehnte ... hach, Caelan, was habe ich nur so lange ohne dich gemacht? Ich fühle mich ein wenig theatralisch, wenn ich so darüber nachdenke.", witzelte er ein wenig, angesichts der vollendeten Tatsachen. Rikiya ließ seine Hände weiter wandern, sanft über die warme Haut streicheln, die ihn mit Wärme erfüllte. "Darf ich das überhaupt?"
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    • "Ich weiß ich konnte anstrengend sein...", erwiderte Caelan und jetzt da Ronan sich diesen Mann zurückwünschte war er nicht mehr da. Caelan war nicht mehr so aufbrausend, oder war es zumindest auf andere Art und Weise. Jugendlicher Leichtsinn stand einem Mann seines Alters nicht und nachdem Ronan verschwunden war musste er so schnell erwachsen werden. Er war es nicht, er dachte er wäre es, dachte er wäre alt genug um den Titel an sich zu nehmen und seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Stattdessen war er jung und dumm gewesen und als er endlich tatsächlich alt genug war, war es zu spät und seither dachte er oft über all die Dinge nach die er falsch gemacht hatte. Es brauchte nicht Ronan dafür, nein, er bereute vieles schon seit vielen, vielen Jahren. "Ich glaube nicht, dass ich noch viel gewachsen bin.", lächelte Caelan sanft. Ronan war einfach immer schon ein wenig kleiner gewesen, aber so klein nun auch wieder nicht. "Ich war nie einfach nur Caelan. Ging es dir nicht genauso als du hier ankamst? Nicht mehr der Sohn eines Fürsten, kein Adeliger mehr... das war es was ich immer wollte, aber ich kann nicht behaupten, dass ich nicht immer noch meine Aufgaben habe..." Auch wenn er ihnen gerade nicht nachgehen konnte. Ronans nächste Worte liesen Caelan sich beinahe an seiner eigenen Spucke verschlucken. "Was?", fragte er verwirrt und überrumpelt. Eben noch diskutierten sie darüber, dass Ronan sein Geheimnis nicht preisgeben konnten und jetzt das? Abgesehen davon musste Caelan erst einmal in seinen Kopf bekommen, dass das hier mehr oder weniger normal war. Mann und Mann jedenfalls, wohl aber nicht der König der Wölfe mit einem adeligen Schaf. Niemals hätte er unter normalen Umständen ernsthaft darüber nachgedacht, in Adrestia gab es so etwas schließlich nicht.

      Ronan hörte nicht auf Caelan in Verlegenheit zu bringen. Seine Wangen färbten sich rot während er nicht wusste was er sagen sollte. "Nein bitte nicht.", antwortete er auf die Frage ob er mehr über seine angebliche Schönheit hören wollte. "Ziehst du mich gerade auf?", fragte er stattdessen. Caelan seufzte leise, wie gemein, aber das hatte er wohl verdient. Danach blickte er Ronan wieder an. "Es gibt vieles, das ich anders hätte machen sollen und ich hätte vorsichtiger sein sollen, als ich einen Befehl erhielt der durchaus seltsam war. Aber nein, ich denke nicht, dass es alleine meine Schuld ist und zumindest denke ich, dass ich für mein Land immer das Beste getan habe was ich tun konnte, nachdem der Krieg erst einmal nicht mehr zu stoppen war." Zumindest darauf konnte er stolz sein. Er zwang niemanden mit ihm hierher zu kommen, trotzdem meldeten sich einige. Die geringe Anzahl an Männern im Vergleich zu den anderen Ländern musste er mit harter Arbeit aufwiegen und die vielen Verhandlungen und Gespräche die er über Erzlieferungen, Preise und Steuern führen musste, war er schon lange leid gewesen und doch gab er nie nach, wenn es darum ging sein Volk und Land zu schützen. "Ach bitte erinnere mich nicht daran wie alt ich bereits bin..." Die Zeit war wie im Flug vergangen und Rain war mittlerweile schon lange erwachsen. Ronans Hände suchten sich ihren Weg über Caelans Haut. Er selbst war es der ein wenig zurückhaltender war, der noch nicht recht wusste was er wollte, oder wohl eher was er sich erlauben durfte. "Hm? Ah... du bist doch König. Du darfst tun was auch immer du willst..."
    • “Entschuldigst du dich gerade wirklich dafür? Caelan, mein Herz fängt noch an zu bluten. Du bist zu niedlich.” Jetzt zog er ihn wirklich auf, die süffisanten Worte bot er ihm allerdings keineswegs theatralisch an. Ronan konnte nun einmal keine Person sein, die jemandem etwas lange übel nahm, geschweige denn ihr andrehen wollte, dass ihn etwas wahrhaft so lange gestört hatte. Wenn doch, dann hätte er seinem Frust und seinem Unmut schon vor langer Zeit kund getan, das wusste er nur zu gut - dass er dafür Niemanden hatte, dem er all das aufhalsen konnte, weil die Zeiten davon schon lange vorbei waren, kam ihm zuerst gar nicht unter. Erst aber, als er länger überlegte, wurde ihm bewusst, wie einsam und durchaus dumm er die letzten Jahre gewesen war. “Vielleicht bin ich auch einfach geschrumpft - an manchen Tagen fühle ich mich wirklich uralt.”, nuschelte Rikiya gar verlegen. Nicht auszumalen war es, dass sein Rücken auch gerne einmal schmerzte und weine Hände zitterten, als wäre ihm im Leben etwas entgangen - etwas, nach dem er nicht länger greifen konnte, so sehr er es sich auch wünschen würde. “Schon, aber du … nein, ich denke, ich denke zu viel an die Version von dir, die ich kannte. Dir einfach zu sagen, dass du tun und lassen sollst, was du immer machst, wird nicht sonderlich hilfreich sein.” Wenn er so recht überlegte, dann war es allem voran eines: Richtig dumm. So konnte er seinen Geliebten nun auch nicht abstempeln, aber der Gesichtsausdruck, der er ihm bot, ließ Rikiya schmunzeln. “Willst du mich noch immer heiraten? Ronan an Caelan? Hallo?” Hatte er ihn gerade abgeschossen wie einen Vogel? Steckte der Pfeil in seiner Brust?

      Auf die Verneinung seiner Witzelei hin konnte er nicht anders, als zu prusten - er wollte nicht so sein und doch wirkte es auf ihn, als hätte er einen wunden Punkt erwischt, vielleicht sogar zurecht. “Ich würde dich nie aufziehen, aber was sich liebt das neckt sich eben - ich bin dir hoffentlich nicht zu gemein?”, wollte er sich dennoch vergewissern, Besorgnis aus seinem Blick triefend, als hätte er eingesehen, den Bogen überspannt zu haben. Rikiya fühlte sich wohl doch ein wenig zu wohl bei Caelan, nicht aber, dass er glaubte er wäre so unreif und hatte sonst nichts weiter im Hinterstübchen - er tat all das nur, weil er diesen Mann liebte und nicht teilen wollte, das musste er ihm wohl oder übel abkaufen. “Siehst du? Wenn du dir alles selbst nur zur Last legst, dann kann das nie gesund sein. Ich hoffe einfach, dass du nicht glaubst, du kannst deine Probleme in dich reinfressen und nicht darüber reden.” Nur, weil er sich allein in einer Nussschale auf dem offenen Meer treiben sah und Ronan nun einmal mehr nicht die Art von Person war, mit der man gut Kirschen essen konnte. So kratzbürstig war er gar nicht mehr und doch, er wollte nicht, dass sich jeder einzelne seiner Gefolgschaft herausnahm, ihn so familiär zu behandeln, wie sie es gerne taten. “Nur du? Du tust ja wirklich so, als wäre ich dein jüngerer Liebhaber, der dich wegen ein paar grauen Haaren aufzieht - ich habe sogar mehr als du.” Sie verkrafteten das beide schon und doch lehnte er sich nach vor um Caelan in den Hals zu beißen; nie fest, immer nur spielerisch. “Und wenn ich dich in meinem Schoß will?”, wollte Rikiya wissen, lachte danach aber nur und kratzte Caelan ein bisschen. “Das würde ich mir nie herausnehmen. Gefällt es dir?”
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    • "Hä? Du hast dich damals einfach ziemlich viel beschwert...", verteidigte Caelan sich. Ronan konnte oft nicht mit Caelans Art umgehen und Caelan musste sich selbst immer mal wieder ein wenig bremsen. Er hatte einfach viel mehr Energie gehabt als Ronan und Ronan hatte auch mehr Sorge, dass etwas schief laufen konnte, oder etwas nicht schaffen würde. Caelan konnte sich eigentlich gar nicht vorstellen, wie es für Ronan gewesen sein musste, alleine gen Westen fliehend, in die Kälte. Vermutlich hatte man ihn verfolgt und gejagt bis er endlich weit genug weg war, so weit, dass er selbst kaum überleben konnte. Caelan wusste schon immer, dass Ronan stärker war, als er es sich jemals selbst zugetraut hatte. Caelan drückte ihn näher an sich, eine Entschuldigung ihn das alleine durchstehen gelassen zu haben. "Ach hör auf...", murmelte Caelan. Sie waren beide Älter als ihre Väter damals gewesen waren als sie sich kennengelernt hatten. Ihre Kinder waren erwachsen und die Welt eine andere, aber so alt waren sie nun auch wieder nicht. "Wenn ich nur täte was ich will, dann würde ich dennoch nach Fhaergus wollen, auch wenn ich dich nicht wieder verlassen will. Zumindest hätte ich etwas wofür es sich zu überleben lohnt..." Nicht, dass er alleine viel ausrichten konnte, aber so einfach würde er hier ohnehin nicht wegkommen.

      "Wir sind uns noch nicht einmal einig was wir nach außen kommunizieren, als König kannst du doch nicht einfach einen deiner Feinde heiraten. Zu was würde mich das überhaupt ma- du bist gemein." Caelan stoppte sich selbst und seufzte. Was für ein gemeiner Witz. Nichts davon wäre möglich und es schien als wolle Ronan nur bestätigt haben, dass Caelan es immer noch ernst mit ihm meinte. "Du hast genug eigene Probleme.", erklärte er schließlich, Caelan hatte ohnehin schon zu viel gesagt. So sehr Ronan es auch wollte, er konnte nicht vergessen was er getan hatte und er konnte auch nicht so tun als wäre sein Volk nicht in Gefahr. Er konnte nicht einfach so tun als wäre er nicht der Fürst von Fhaergus und hier leben, als wäre er niemals woanders gewesen. Das konnte er genauso wenig wie Ronan seine Krone ablegen konnte. Caelan drückte Ronan sanft auf seinen Rücken, bedacht darauf ihn nicht zu verletzen, und lehnte sich über ihn. "Genug davon.", seufzte er bestimmt. Er wollte nicht daran erinnert werden, dass sie vermutlich weniger Zeit gemeinsam übrig hatten, als die Zeit die sie getrennt verbracht hatten. "Es ist einfach nur... eine Weile her.", erklärte er sein Zögern bevor er Ronan erneut küsste.
    • "Damals hätte ich aber auch Choleriker sein können und wäre vermutlich wie eine Maus gestorben, wenn mich etwas erschreckt hat.", lachte Rikiya, der nicht einmal daran denken wollte, wie flippant er damals auch gewesen war. Sein Leben hatte sich damals schon nicht um viel mehr als die Bücher, die er liebte und die Menschen, denen er konsequent aus dem Weg gehen wollte, gedreht. Einzig und allein Caelan von Fhaergus war es gewesen, der ihn gleichermaßen verrückt machte, aber auch beruhigte. Egal, wie sehr er wohl glauben wollte, er könnte sich alleine durch die Welt schlagen, so wurde ihm spätestens mit der Präsenz dieses Mannes in seiner Lebensmitte bewusst, dass er nicht bis an das Ende seiner Tage nur quacksalbern und sich auf Zufälle und prozentuelle Wahrscheinlichkeiten herausreden konnte. "Was denn? Darf ich mich nicht mehr alt fühlen?" Es klang wie ein schlechter Scherz und vielleicht war es das auch - Rikiya war noch immer wie eine klitschnasse, verzweifelnd um Aufmerksamkeit bettelnde Katze, die nichts aus ihren Fehlern gelernt hatte. Wieso denn auch? In seiner Sicht der Dinge gab es gar nicht so viel, das er eigentlich falsch gemacht hatte. "Du könntest mich auch einfach nach Fhaergus davonstehlen, dann könnten wir uns zusammen darum kümmern.", schlug er vor, aber die Art und Weise, wie Caelan damit nicht den Zorn seines Volkes auf sich ziehen würde, blieb ihm verwehrt. Es machte wohlan keinen Sinn, sich das nicht nochmals durch den Kopf gehen zu lassen.

      Aufgrund der abgebröckelten Reaktion des Blonden konnte Rikiya nicht anders, als ein wenig zu lachen und ihn anzustarren, als wäre er gerade dafür ermahnt worden, sich mit dem falschen Adelssohn anzulegen und dass das alles noch ein Nachspiel haben würde - Rikiya schien einen Gefallen daran zu finden, sich auf Caelans Kosten ins Fäustchen zu lachen. "Aw, aber ich bin doch nie gemein. Du hast mich doch trotzdem noch lieb?", fragte er und mimte dabei mit Absicht seines altes Ich - der verletzliche Gesichtsausdruck, die unsichere Stimmlage und die seichte Tonart, die beinahe so klang, als würde Ronan vielleicht doch noch in Tränen ausbrechen. Würde es Caelan gefallen? "Das würde uns zu Ehemännern machen, das hätte uns beiden schon immer gefallen. Außerdem, wer weiß, vielleicht können wir uns das als Friedensgrundlage schönreden." Fhaergus und Thria waren sich gar nicht so unähnlich und Wezette zu annexieren, das schafften auch noch ein paar geschundene Wölfe. "Nicht so viele wie du - außerdem ist geteiltes Leid halbes Leid." Oder doppeltes Leid, je nachdem wie man es nahm. Darauf stieg er aber gar nicht erst ein. Gerade wollte er nocheinmal aufmüpfig und nervig werden, Caelan ein wenig belästigen und schon fand er sich auf seinem Rücken wieder. Ronan blinzelte ein wenig verwundert, kaum hatte sich seine Welt gedreht und ein altbekanntes Gesicht nahm sein Blickfeld ein. "Also genug Kraft um mich durch die Gegend zu werfen hast du noch immer." War er wirklich so leicht oder einfach nur schwach? Rikiya wollte sich die Unsicherheit gar nicht anmerken lassen, da unterdrückte man jedwedes Wort auch schon mit einem Kuss - er konnte nicht anders, als ihn zu erwidern. Hatte er Caelan endlich zur Weißglut gebracht? "Eine ganze Weile. Vielleicht sollten wir uns weniger zieren und mehr aufholen, hm?" Andere Menschen hatten Jahrzehnte miteinander, unterdessen wusste Rikiya nicht einmal, ob sie ein Jahr - geschweige denn zehn - miteinander haben würden.
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    • "Du hast dich schon immer selbst heruntergemacht." So schlimm war Ronan gar nicht gewesen, hauptsächlich schüchtern und er hatte Angst davor gemacht etwas nicht perfekt zu schaffen, während es Caelan egal war, wenn er an etwas scheiterte. In Darraghs Augen konnte Ronan nichts richtig machen, aber er wollte es ihm wohl doch immer recht machen, während Caelan in seines Vaters Augen auch stets alles falsch machte und sich damit einfach abgefunden hatte. "Du übertreibst.", stellte Caelan fest. Ronan tat beinahe so als wäre er ein alter Greis der es kaum noch aus dem Bett schaffte. "Oder dir fehlt einfach ein bisschen Training und Bewegung, du hast dich wohl doch nicht geändert." Nun zog Caelan ihn auf. "Und wer kümmert sich dann um deine Angelegenheiten, hm? Dein Körper zerfällt beinahe, aber du benimmst dich immer noch wie ein Teeanger?", fasste er zusammen. Er hatte solch verrückte Ideen wie Caelan sie gehabt hatte, auch wenn er sie meistens nicht ernst gemeint hatte. Vielleicht hätte er seine Fantasien wahr machen und mit Ronan hierher reisen sollen.

      Ronan machte es nicht besser und erneut seufzte Caelan. "Du bist eigentlich ziemlich gemein." Hatte Caelan das auch verdient? Irgendwie fühlte es sich nicht so an. "Und wenn du stirbst wäre ein Schaf König der Wölfe, oder wie?", fragte er. Caelan fühlte sich zu alt um solche Hypothesen aufzustellen und er war nicht sicher wie ernst Ronan das alles meinte. "Ich denke du hast genügend Probleme. Das aussterben deines Volkes zum Beispiel." War Caelan zu hart und direkt? Vielleicht, aber er war nicht der Einzige mit Sorgen und es kam ihm fast so vor als wäre all das für Ronan ein Spiel, oder als kümmerte ihn die Zukunft wenig. Caelan wollte bestimmt nicht dafür verantwortlich sein, dass er seine Pflichten nicht mehr ernst nahm. "Ich würde das nicht als Werfen bezeichnen.", erklärte er nach dem Kuss. Er sah Ronan an und seufzte erneut. "Ich weiß nicht wie du das machst. So zu tun als wäre keine Zeit vergangen..." Caelan wollte die immer selben Themen nicht noch einmal heraufholen und trotzdem fragte er sich, ob sich Ronans Frau nicht gerade im Grab umdrehte. Absicht hin oder her, Caelan hatte keine Entschuldigung für seine Taten. Was Ronan in diesem Moment wollte war nicht zu übersehen, aber Caelans Körper bewegte sich dahingehend kein Stück. "Tut mir Leid... ich glaube ich brauche etwas Zeit um über alles nachzudenken...", presste er schließlich heraus und setzte sich auf.
    • "Ich musste ja immerhin gut in irgendetwas sein." Ehrlich gesagt war er das noch immer - gut darin, einfach nur dumm zu sein und dafür zu sorgen, dass man sich um ihn Sorgen machte. Caelan konnte es doch wohl verstehen, dass er damals so ungerne alleine gewesen war und doch, Ronan war mittlerweile kein aufmüpfiges Kind mehr, das um Aufmerksamkeit rangeln musste, sondern ein alter Mann, der Kinder hatte, die jetzt schon älter waren als er es damals gewesen war. "Tue ich das nicht sowieso?", erinnerte er seine andere Hälfte, im guten Glauben daran, sie würden früher oder später beide davon profitieren, erinnerten sie sich nicht an all die vergangene Zeit, die ihnen ohnehin nicht gewidmet war. "Ach, jetzt bin ich faul auch noch?", lachte Rikiya schadenfroh, als würde er sich über seine eigene Misere und Caelans gefundenes Fressen mitfreuen, auch, wenn es auf seine eigene Kappe ging. "Meine Tochter, vielleicht mein Sohn. Und tue ich das wirklich, nur, weil ich mir einen schlechten Scherz mit dir erlaube? Ich dachte eher, du wirst so, wie ich es jetzt bin, wenn wir zusammen alt sind." Nur, dass sich der Spieß gedreht hatte und sie beide nun in den Schuhen des Anderen zu stecken schienen. Für Rikiya war das vielleicht sogar in Ordnung, wollte er doch auch nie mehr als die stille und heimliche Anerkennung dieses Mannes, den er nicht mehr loslassen durfte.

      "Also hast du mich nicht mehr lieb?", wollte er wissen, als wäre das das Einzige, das er aus dieser Konversation davontrug. "Aber du hast recht, gemein konnte ich schon immer sein, aber dein nasser Hundeblick hat mich immer wieder davon abgehalten." Wovon? Naja, wirklich gemein zu ihm zu sein - das verdiente sein armes Hündchen doch gar nicht. Beinahe entkam ihm ein Prusten und er schüttelte den Kopf. "Wenn du das möchtest, ansonsten Nayantai oder Khojin und wenn die beide das nicht wollen, naja ... sagen wir, manche Traditionen haben ich noch nie gut gehalten." All die Prinzen und Prinzessinnen dieses Landes, die maßgeblich an der Krone interessiert waren, würden ihre Hände ins Feuer legen und sich gegenseitig bekriegen, als wären ihre Ressourcen unerschöpflich und der Krieg mit Adrestia zweitrangig. "Mhm, das habe ich." Wieso war Caelan nun doch wieder so erpicht darauf, ihn in seine Schranken zu weisen, ihn dazu zu zwingen, in dieser Realität zu schwelgen, der er oft und gerne entkommen wollte? Ach, vielleicht waren sie wirklich einfach nicht mehr die Alten und das hier war alles zu schnell. "Sondern? Elegant um den Finger wickeln?", wollte er wissen, erwiderte das Seufzen aber ebenso. "Wenn ich immer nur an das Schlechte und die endlose Qual denke, dann wäre ich nie anders, als ich es damals war. Vielleicht wäre ich sogar noch schlimmer." Noch trotziger, noch erschöpfter und definitiv nicht so sehr daran interessiert, dort anzusetzen wo sie aufgehört hatten. Kaum ließ Caelan aber von ihm ab, so setzte er sich ebenfalls auf und klopfte ihm auf die Schulter. "Dachte ich mir, mach dir darüber aber nicht zu viele Gedanken - ich hätte gar nicht gedacht, dass du überhaupt so weit gehst." Nun einmal mehr standen sie beide wohl vor dem gleichen Ende. Rikiya seufzte. "Willst du dich ein wenig hinlegen? Ich kann dir Platz lassen, vielleicht tut dir ja Schlaf in einem ... Bett, wenn man es so nennen kann, gut."
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    • Ronan war so fröhlich, so aufbrausend, tatsächlich wie Caelan es einmal gewesen war. Damals, als er davon sprach davon zu laufen, oder Ronans Stallknecht zu werden, damit er näher bei ihm sein konnte. Nichts davon hatte er jemals wirklich ernst gemeint, außer vielleicht Ronan mit hier her zu nehmen, zumindest für eine Weile. Trotzdem war er sich immer bewusst gewesen, dass er als einziger Sohn seins Vaters eigentlich gar keine Wahl hatte als Fhaergus eines Tages selbst zu regieren und die Menschen dort lagen ihm immer schon am Herzen. Ronan war vielleicht nicht hier unter den Wölfen aufgewachsen, aber seine Familie lebte hier und konnte nirgends anders hin. Adrestia würde sie nicht aufnehmen und selbst wen Fhaergus noch Caelans wäre, so wäre dort für sie ebenso kein Platz. Er konnte nicht verstehen wie Ronan so darüber scherzen konnte sie im Stich zu lassen und alles zu vergessen, als stünde seine Welt nicht kurz vor dem Untergang. In gewisserweise musste er das vielleicht, um in diesem Krieg nicht verrückt zu werden. Caelan hatte seine Familie immer sicher zu Hause gewusst.

      Caelan konnte sich auf all das nicht konzentrieren, er wusste nicht wie er so tun sollte als wäre sein eigener Sohn nicht ebenso in Gefahr, gleich wie sein Volk. In gewisserweise fanden sie sich in einer ähnlichen Situation wieder, nur dass Caelan nicht aufhören konnte darüber nachzudenken. "Das möchte ich nicht.", erwiderte er bezüglich des Königs sein. Er wusste auch nicht Recht was die Beziehung seines Sohnes mit dem Prinzen für Konsequenzen hatte, aber es sollte ihn im Moment nicht weiter kümmern. Jedenfalls konnte er sich gerade nicht weiter auf Witze und Stichelein einlassen. Caelan trug all seine Schuld und seine Zweifel schon so lange mit sich herum, einfach zu vergessen, das konnte er nicht. "Wieso...? Ach egal..." Caelan fragte sich wieso Ronan es so eilig hatte, wieso er Caelan zu so vielem drängen wollte, zu Liebesgeständnissen, einer gemeinsamen Nacht, einem Outing vor seinem Volk und seinen Kindern, aber er glaubte nicht, dass Ronan böswillig war. "Ich denke ich würde lieber ein wenig frische Luft schnappen. Alleine. Meinst du das kann ich tun?" Er war sich nicht sicher ob er wirklich ein Gast war, oder eher ein Gefangener.
    • Rikiya seufzte, als er bemerkte - zu spät, wie sonst auch immer - dass er gänzlich den falschen Weg eingeschlagen hatte. So sehr er Caelan auch misste, umso eher musste er sich eingestehen, dass er von Glück sprächen konnte, nicht einen Kopf kürzer gemacht zu werden - er war unvernünftig und uneinsichtig, wollte nicht, dass dieses sich anbahnende Glücksgefühl jemals legte und dann, als er glaubte, er würde für immer darin schwelgen, oder für etwa eine Nacht, zerbarst all das in seinem Gesicht, weil er wiederum übereifrig gewesen war. Bestand ihre Beziehung nicht damals schon daraus, dass er Caelan zu Sachen drängte, die er offensichtlich nicht sofort wollte, sondern auf die er lieber gewartet hätte? Jetzt die Miene zu verziehen oder sich aufzuspielen, wie ein kleines Kind das seinen Willen nicht bekam, wäre auch nicht gerade die feine Art, zumal er schon unlängst nicht mehr in diesem Alter war. "Das weiß ich, das will keiner so wirklich, außer die, die glauben, sie können noch etwas ändern." Jung und dumm, das waren sie, so wie er Caelan davor beschrieben hatte. Naiv, weil sie glaubten, die Welt bot ihnen noch einen Moment auf ihrer Bühne, bevor sie taumelnd aus den Reihen fielen und die schwere Krone, unbenutzt, wieder ablegen mussten, ohne sie jemals strahlen zu sehen.

      "Wieso was? ... Nein, warte, das musste du mir nicht beantworten wenn du willst.", erwiderte er schließlich und rappelte sich selbst aus dem Bett auf - ihm war ehrlich gesagt auch nicht mehr nach herumliegen zumute, weil er keine Zeit hatte, den lieben langen Tag mit Dummheiten zu verschwenden, oder der Vergangenheit nachzurennen. "Hm?", horchte er schließlich auf. Spaziergang, huh? Er hatte es wirklich maßlos übertrieben, wenn Caelan jetzt schon reiß aus von ihm nahm und das, obwohl er davor eigentlich nicht gewillt war, das Zelt heute noch zu verlassen. War er ehrlich, dann fühlte er sich wieder ein wenig so, als wäre er noch immer selbst jung und dumm - als würde er es versuchen, dem einen Mann recht zu machen, der ihm schon von Anfang an erläutern wollte, er könne in seinem Leben nichts erreichen und würde es mit keiner Art von Disziplin weit bringen. "Ich war wirklich zu gemein, oder?", fragte Rikiya schließlich, schien aber keineswegs enttäuscht über die Reaktion von Caelan, bevor er den Kopf schüttelte. "Wenn du mir nicht davonläufst, dann denke ich nicht, dass das ein großartiges Problem sein sollte. Lass dir Zeit. Ich weiß, dass es zu viel auf einmal ist." Bestimmt klopfte er Caelan noch einmal auf die Schulter und löste sich dann vollends von ihm.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Ronan wollte niemals König sein, da war Caelan sich sicher. Umso besser war er wohl dafür geeignet, doch jetzt schien er all das einfach so für Caelan hinwerfen zu wollen als wäre nichts dabei. Es war nicht so als könnten sie einfach vor diesem Krieg davon laufen, Ronan war immer noch verletzt und das Schlachtfeld das Caelan mit den anderen passiert hatte nicht allzu weit entfernt. Weder Ronan, noch Calean und schon gar nicht Rain konnten weiter in kältere Gebiete fliehen, zumindest nicht soweit als dass sie von dem Krieg verschont werden würden. Seine Sorge um Rain stoppte nicht, nur weil Ronan ihm sagte, dass er jetzt wahrscheinlich wohlauf war und bald zurück sein würde. Er hatte zwar offensichtlich den Weg hierher heil überstanden, das hieß aber nicht, dass an seinem Zustand alles gelogen und falsch gewesen war. Caelan konnte ihm wohl mehr zutrauen als er gedacht hatte, aber er würde wohl niemals so sein wie er. Das war etwas Gutes, aber trotzdem machte er sich Sorgen.

      Caelan schüttelte den Kopf und seufzte. "Nein, ich... es liegt nicht an dir.", versuchte er zu erklären und wie er sich auch zuvor schon mehrmals entschuldigt hatte, tat es ihm auch jetzt leid, dass er sich nicht einfach darüber freuen konnte, dass sie sich wieder gefunden haben. Stattdessen überschlugen sich seine Gedanken und Gefühle noch immer, wie Wellen in einem Sturm auf hoher See. Calean nickte langsam. "Wo sollte ich denn hin?", fragte er nur, dann stand er langsam auf und richtete sich die frische Kleidung einigermaßen zurecht. Viel mehr Zeit vertrödelte er nicht und verließ das Zelt. Draußen sah er sich erst einmal kurz um. Ronas Zelt lag in der Mitte der Siedlung, also machte es wohl keinen Unterschied welchen Weg er einschlug. Er suchte sich einfach einen aus und ging den Wölfen so weit es ging aus dem Weg. Die Sonne war bereits dabei sich langsam dem Horizont zu nähern und nachdem Caelan etwas Abstand zu der Siedlung gewonnen hatte, ließ er sich seufzend auf dem Boden nieder um gen Westen zu blicken. Die Orange-Roten Töne konnte er noch gut genug wahrnehmen, die Färbung des Himmels und die Reflektion auf dem Schnee. Was machte er hier nur? Wann immer etwas schwierig wurde lief er davon, darin war er schon immer gut gewesen. Dafür dass er sich immer so stark gegeben hatte und behauptete er wollte Ronans Ritter sein, war er eigentlich nichts davon. Als Ronan vermeintlich entführt wurde, war Caelan aus Fhaergus geflohen und hatte sich der nächstbesten Person die ihm eine Aufgabe gegeben hatte angeboten. Als Ina gestorben war, war er erneut davongelaufen und hatte seine Zeit lieber alleine in Fhaergus Wäldern verbracht und jetzt? Jetzt saß er auch hier, abseits von allem, ohne Ronan. Die ganze Situation machte ihn wahnsinnig und all die Dinge die er falsch gemacht haben spielten sich in seinem Geiste vor ihm ab, wieder und wieder und wieder. Er konnte sich nicht vorstellen ein Zelt mit Ronan zu teilen, Fragen auszuweichen oder gar die Wahrheit zu erzählen, aber viel weniger konnte er es ertragen, dass man ihm scheinbar einfach so verzieh. All die Jahre hatte er sich gewünscht Ronan wieder zu finden, auch wenn Logik ihm gesagt hatte, dass er schon längst tot sein musste. War es Teil seiner Bestrafung auch jetzt keine Ruhe zu finden? Auch jetzt noch so weit entfernt von ihm zu sein, obwohl er eben noch direkt in seinen Armen gelegen hatte? Er ließ sich zurück auf den Rücken fallen und blickte in den Himmel. Keinen einzigen Stern würde er noch erkennen können. Kümmerte Fhaergus ihn wirklich, oder war das nur eine weitere Möglichkeit vor seinen Problemen davon zu laufen? Und wie konnte er es Ronan Recht machen, ohne seinen Verstand zu verlieren? Caelan hatte keine einzige Antwort auf seine Fragen und gäbe es Rain nicht, so glaubte er, er würde Ronan tatsächlich davon laufen.
    • Lag es wirklich nicht an ihm, so wie Caelan sagte? Rikiya konnte sich das nicht so recht ausmalen, als müsste er zumindest einen Teil der Schuld auf sich rasten lassen, damit das alles überhaupt Sinn ergab. Zu übereifrig und besitzergreifend, das war er schon immer gewesen - nur, weil Caelan ihn küsste, hieß das auch noch nie, dass er ihn auch liebte. Oftmals verzweigten sich solche Wege, aber Rikiya konnte angesichts seines jungen und dummen Verhaltens nur eines machen - den Kopf schütteln und sich fragen, wieso er so dumm sein konnte. In jugendlichen Jahren wäre er himmelhoch jauchzend an seiner eigenen Misere ertrunken, hätte geglaubt, dass Ende der Welt stand vor ihm und nichts von alledem, das jemals jemand zu ihm gesagt hatte, hatte je der Wahrheit entsprochen. Stattdessen belächelte er solche Situationen heute nur krumm. "Vielleicht ist dir ja nach einem Abenteuer zumute, ich weiß nicht ... renn' mir einfach nicht davon, okay?", erwiderte er verunsichert, als hätte er schon daran gedacht, dass Caelan nicht mehr bei ihm bleiben wolle. Ronan glaubte zwar einerseits nicht, dass es das war - dass dieser Mann ihn wieder alleine lassen würde, ihm aufzeigen würde, dass er ihn nun wieder gefunden hatte, als konnte er ihn genau so gut wiederum fallen lassen, aber das wollte er nicht erwähnen. Nicht einmal wollte er sich daran dingfest machen, oder aber glauben, dass er nur ein Phantom der Vergangenheit war. Kaum verließ Caelan ihn seufzte er tief, ließ die Schultern sacken und erlaubte sich endlich, zu husten. Er fühlte sich aufgeweicht und fiebrig, erschöpft noch dazu. Rikiya hatte es wirklich übertrieben - sowohl mit Caelan, als auch mit seiner Verletzung.

      Oyu hob irgendwann den Zelteingang an und löcherte den alten König mit Fragen - zuerst über sich selbst, ohne sich davor zu zieren und danach über Caelan und wo er diesen hingesteckt hätte. Schlussendlich konnte Rikiya ihr keine zufriedenstellende Antwort geben, ohne, dass sie gleich davonrannte - also meinte er nur, Caelan wäre auf einen Spaziergang gegangen und er wüsste nicht, wo genau er sich aufhielt. Besser als nichts, oder? Allein das schien Oyu anzuspornen und das Mädchen tigerte ungeniert los, um nach Caelan zu suchen - in den schmelzenden Schneeresten und im Dreck konnte sie seine Spuren erspähen und, wie es der Zufall wohl so wollte, war Caelan gar nicht so weit, wie Oyu sich das ausgemalt hatte. War er davongerannt? Oder gab es da gar etwas anderes, wovon er weg wollte? Sie pirschte sich an und beugte sich über den alten Blinden, der so sehr nach irgendetwas am Himmel zu suchen vermochte - Oyu war dahingehend wohl eine Mondfinsternis, als sie ihren Kopf zur Seite drehte und den alten Mann ganz fromm ansah. "Siehst du da oben etwas?", wollte sie wissen, bevor sie Caelan aus dem Blick ging und sich neben ihn auf den Boden warf, um seine Sicht der Dinge genau zu erhaschen. Ehrlich gesagt gab es da oben nichts interessantes, das Oyu für sich besehen konnte. "Liegst du gerne im Dunkeln draußen herum? Hast du gar keine Angst wenn du allein bist?"
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    • Caelan wunderte es kaum als Oyu plötzlich auftauchte. Mittlerweile war die Sonne fast gänzlich verschwunden, aber er brauchte kein Licht um das Mädchen zu erkennen. Wer sonst würde sich aus der Siedlung stehlen um ihm auf die Nerven zu gehen? Egal ob die anderen nun wussten wer er war, oder nicht, sie hatten keinen Grund mit ihm zu sprechen, noch kannten sie seine Sprache. "Angst? Wovor denn? Wenn sich alle Wölfe so laut bewegen wie du, dann brauche ich mir wirklich keine Sorgen zu machen.", neckte er. Auf der Reise wollte sie Muhan und Caelan stets mit allem helfen, aber am Ende war sie immer noch ein Kind, das sich jetzt neben ihm auf den Boden warf und auch in die Sterne blickte. "Ich denke nur nach.", antwortete er ihr etwas verspätet, auch wenn er dabei kaum Fortschritte gemacht hatte. Eventuell war er einfach zu alt für so viel Aufmerksamkeit und es fiel ihm leichter Ina um Rat zu fragen, wenn er alleine war, aber was diese Sache betraf schien sie nicht antworten zu wollen. Er konnte sich nicht vorstellen was sie zu all dem gesagt hätte, was sie ihm raten würde und so saß er irgendwie fest.

      Erzählt hatte er ihr von Ronan nie, aber sie konnte eins und eins zusammenzählen. Dass er an ihrer Weiblichkeit kein großes Interesse finden konnte hatte sie schnell gemerkt und Caelan wollte sich dementsprechend erklären. Sie hatte das verstanden, ihn sogar unterstützt und Caelan hatte alles dafür getan sie dennoch glücklich zu machen. Als er ihr von dem Krieg erklärte und seinem Freund, da musste sie bereits alles verstanden haben. Er wusste eigentlich gar nicht, warum sie sich mit ihm abgegeben hatte und er hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie für ihn wohl eher so etwas wie seine beste Freundin war, während sie Caelan geliebt hatte und niemals bei einem anderen liegen wollte. Eifersüchtig war sie nie und wäre es auch jetzt nicht, das war einfach nicht wer sie war, aber Caelan hatte das Gefühl, dass er sich nicht nur zwischen ihr und Ronan entscheiden musste, sondern dass Ronan alles von ihm verlangte, während sein Herz auch bei Rain und Fhaergus war. Er konnte sich nicht vorstellen sein Land für ihn aufzugeben, oder Rain vor vollendete Tatsachen zu stellen, egal ob es fair war oder nicht. Die Welt war nicht fair und sie gehörte auch nicht mehr ihnen, sondern der nächsten Generation.

      Oyu war ungewohnt still und Caelan versuchte seine Gedanken abzuschütteln. "Gefällt es dir hier bisher?", wollte er von ihr wissen. Allemal besser als in Shurens Fängen war es wohl, aber anders war es ebenso. Hier lag beinahe kein Schnee mehr, der Boden war nicht gefroren, es war wärmer. Wie einfach es für sie wirklich war ihre Heimat zu verlassen konnte er nicht sagen und sie würde es wohl auch nicht zugeben, wenn sie Heimweh hätte, oder Angst. "Hat man dir auch gut zu Essen gegeben? Ein Dach über dem Kopf? Err... Zelt?" Dächer gab es hier nicht, das war wohl auch eine Umstellung.
    • Wirklich gesprächig war Caelan dort unten schon nicht gewesen und Oyu hatte es auch gar nicht erst hinterfragt - wenn er reden wollte, dann würde sie das mit ihm tun und wenn nicht, dann behielt sie all das eben für sich. In ihrem Leben waren einfach so viele Dinge einfacher, wenn sie nicht immer alles an den Pranger stellte oder sich zumaßen würde, sie könnte auch alleine etwas bewerkstelligen, wenn ihre Finger nicht einmal lang genug waren, um manch Dinge zu umklammern. "Das ist doch gemein, so laut war ich gar nicht! Du hast dich kein Stück bewegt bis ich bei dir war!", argumentierte das Energiebündel, das noch immer nicht ganz verstand, wonach Caelan sich dort oben sehnte. Waren es Antworten? Oder vielleicht doch irgendetwas, das Oyu einfach nicht erhaschen konnte, weil es Leuten in ihrem Alter nicht sollten. Gab es dort draußen nichts, das sie für sich selbst haben konnte? "Worüber denn? Über dein Steinhaus?", wollte Oyu wissen, als hätte sie ein Recht darauf. Für eine gewisse Prise Schabernack war sie wohl immer zu haben, aber da fiel ihr schon wieder etwas ganz anderes ein. "Der komische König war hoffentlich nicht so gemein zu dir, dass du davongelaufen bist weil du ihn nicht mehr aushaltest, oder?", nuschelte sie, als würde sie jemand überhören.

      Wer wusste das in Thria auch schon? Shuren hatte seine Augen und Ohren an jeder Zeltwand und in jeder Räumlichkeit, die von einem Wolf bewohnt wurde und sein Hauptaugenmerk lag nun einmal darauf, einen Vorteil für sich zu finden, da war Oyu sich ganz sicher. Was für ein unheimlicher Typ - aber das konnte für jeden dieser Wölfe gelten, auch für ihren heißgeliebten König, den sie nicht so recht ausstehen konnte. "Hm?" Die Stille zwischen ihnen legte sich wieder, kaum fielen Caelan die richtigen Worte ein und Oyu verzog ihr Gesicht und rümpfte die Nase. "Es ist okay ... ziemlich langweilig und eintönig, außerdem sind die Leute nicht wirklich freundlich.", murrte sie und drehte sich auf die Seite, um Caelan ein wenig besser im Auge zu behalten - sie hatte von Sternen und von Bildern in ihrem Kopf eigentlich die Schnauze voll und schlimmer noch, sie wusste, dass sie selbst dort oben nichts fand. "Das Essen war fade ... was ist mit dir? Hast du zu essen bekommen? Gefällt es dir hier? Hast du dich mit dem König zu einem Duell um Leben und Tod verabredet, damit du ihm zeigen kannst, dass du nicht mehr für die Schafe kämpfst?", wollte sie wissen, stürmisch und aufbrausend wie ihr kindliches Ich nun einmal war - irgendwas lag diesem Greis doch auf dem Herzen, sonst war er eher grantig als müde. "Ohne dich ist irgendwie alles langweilig, ich wollte dir so viel zeigen und dann braucht mich der König gar nicht!" Empört plusterte Oyu sich auf, wie eine winzige Henne, die man aus ihrem Nest scheuchte. "Er war nicht gemein zu dir, ja?"
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    • "Weil ich keine Angst vor dir habe.", erwiderte Caelan einfach nur ruhig. Das konnte Oyu nun auffassen wie sie wollte. Einerseits würde sie wohl nichts tun und andererseits, naja sie war eben ein Kind und Caelan glaubte nicht, dass er groß Probleme hätte es mit ihr aufzunehmen. "Hier ist es viel gefährlicher als in deiner Heimat. Weißt du denn wie du dich verteidigen kannst?", fragte er sie als nächstes, als müsse er wieder gut machen was er mit Rain verpasst hatte. War das Oyu gegenüber unfair? Zumal er die Reise über mit so vielen anderen Dingen beschäftigt war, dass er die Zeit dort gar nicht genutzt hatte. Er wusste eigentlich gar nicht wie das hier funktionierte. Gab es Schulen? Ausbilder? Oder war das Aufgabe der Eltern? Caelan hatte immer noch keine Ahnung von den Wölfen. "Du meinst mein Haus? Das ist nicht dasselbe wie ein Steinhaus. Ein Steinhaus ist wie ein Zelt nur größer, mein Haus ist meine Familie, alle die mit mir verwandt sind, verstehst du?", versuchte er ihr zu erklären, auch wenn es wohl kaum einen Unterschied für sie machte. "Gemein? Wie kommst du darauf?", fragte er als nächstes. Am Ende war er von Außen betrachtet nur ein weiterer Wolf dem Caelan keine Sympathien entgegen bringen musste.

      Caelan blickte weiter in den Himmel. Oyu konnte vielleicht noch ein paar Züge in Caelans Gesicht ausmachen, aber er selbst hatte da weniger Glück. Jetzt wo es dunkel wurde konnte er genauso gut wirklich blind sein, außer dass er zumindest Lichter und Feuer in der Ferne ausmachen konnte... "Sind sie nicht? Der König hat mir versichert, dass du und Muhan Gäste hier seid. Vielleicht triffst du ja noch jemanden in deinem Alter der dir alles zeigen kann." Es wäre ganz gut für sie wenn sie ein paar Freunde fände. Zumal hier wohl viele Waisenkinder lebten... "Wovon redest du denn da? Ich bin nicht hier um zu kämpfen und meinem Sohn scheint es gut zu gehen, er soll bald zurückkommen. Ich werde also auf ihn warten und ja, ich habe gegessen." Wenn auch nicht viel. Hunger hatte er jedenfalls keinen, er war zu aufgewühlt um zu essen. "Irgendwann werde ich auch nicht mehr so interessant für dich sein. Am Ende sind wir Schafe und Wölfe nicht so verschieden, ich bin auch nur ein einfacher Mann." Es stimmte aber, Ronan brauchte das Mädchen nicht um sich mit Caelan zu unterhalten und Caelan konnte Oyu auch nicht immer überallhin mitschleppen. "Nein war er nicht. Etwas zu freundlich wenn überhaupt. Es gibt einfach nur Vieles worüber ich nachdenken muss. Wie es weiter geht wenn Rain hier ist, der Krieg... und eine ganze Menge anderer Dinge.", beantwortete er ihre Frage dieses Mal.
    • “Och, nicht mal ein gaaaanz kleines bisschen?”, schmollte Oyu mit großen Kulleraugen, als würde das alte, vernarbte und ergraute Schaf sich je vor einem winzigen, halbwüchsigen Welpen fürchten, wenn dieser noch unsicher durch die Welt tapste. Sie fragte sich mehr als einmal, ob Caelan wirklich von ihrem Vater zu ihr geschickt wurde, weil die Sterne endlich in ihre Richtung standen, oder ob das nur ein dummer Zufall gewesen war - im Retrospekt war es doch egal, so lange sie nichts trennte. Wieso hing sie auch so an ihm und seiner Zustimmung? “Mich werden ein paar Schafe schon nicht aus der Bahn werfen!”, verkündete Oyu stolz mit einem Grinsen. “Aber mh, ein bisschen. wenn ich ganz lieb frage, dann zeigst du mir sicher mehr - bitte bitte?” Sie klammerte sich an Caelans Arm und sah ihn erwartungsvoll von unten herauf an, als könne sie aus seinem Gesicht irgendwann ablesen, was genau durch seinen Kopf ging - sie musste ihn nur genau genug studieren. “Hm? Ich glaube nicht ganz, aber wenn du über deine Familie nachdenkst, dann ist das in Ordnung … oder? Vermisst du sie? Ich auch … also meine.”, lenkte Oyu schließlich ein und starrte lieber wieder nach oben, zu den funkelnden Sternen, die schöner als alles andere auf dieser Welt sein konnten.

      “Naja, du liegst hier irgendwo im Schnee und Dreck allein und er wusste nicht, wo du hin bist. Ich dachte vielleicht, ihr habt euch gestritten oder so. Wenn ich mit meinem Papa gestritten habe, dann bin ich auch manchmal einfach davongerannt und wollte ein bisschen Zeit alleine.” Einmal hatte sie irgendwo in einer Ecke gewimmert, als die Dunkelheit der Nacht einzog und sie fast schon unerwartet überrollte - ihr Vater war hellauf erleichtert, als er sie deswegen endlich fand, aber gleichzeitig schien er wiederum nicht sonderlich froh darüber, dass sie sich erst davongestohlen und dann versteckt hatte. “Muhan diskutiert die ganze Zeit nur mit irgendwelchen langweiligen Typen über nichts, das mich interessiert. Es ist sooo langweilig.” Caelan schien ihr eher ans Herz gewachsen zu sein als der Ehemann ihres “Peinigers”, wenn man Shuren denn so nennen wollte - ein lästiger Floh tat es ehrlich gesagt auch. “Ich dachte nur, dass du vielleicht irgendetwas so komisches hören willst, dass es dich ablenkt … aber wenn es Rain gut geht, dann passt das ja!” Caelan freute sich bestimmt, wenn er ihn wiedersah; Oyu wusste, wie sehr er an ihm hing und ihr war auch klar, dass Rain sicher auch froh war, seinen Vater wiederzusehen - er war sicher lieb. Trotzdem wusste sie nicht, wohin mit sich; sie versteckte ihr Gesicht in Caelans Arm. “Ach was, ich mag dich! Außerdem bist du so nett zu mir wie schon lange keiner mehr und du erinnerst mich an meinen Vater. So schnell wirst du mich nicht mehr los!” Uninteressant? Dass sie nicht lachte! Caelan hatte ihr noch so viel zu erzählen. “Ah, verstehe … glaube ich. Willst du mit mir darüber reden? Also, ähm, ich will dich nicht ablenken aber du wirkst irgendwie, als ob du da oben nach einer Antwort suchst, die nur die Sterne kennen.”
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    • "Nein, du bist zu klein und zu laut.", erklärte er ihr und zerzauste ihr ein wenig die Haare. Sie hatte wirklich besseres verdient als Caelan und Caelan wiederum fühlte sich dumm, dafür, dass er Rain womöglich ohne Grund so lange aus dem Weg gegangen war. Jetzt Oyus Vater zu spielen fühlte sich unfair beiden gegenüber an. Hier gab es doch genug Wölfe und genug Waisen, da nahm man doch sicher gerne noch ein weiteres Kind auf. Caelan blickte in da dunkle, schemenhafte Gesicht. "Solltest du Schafe sehen, versteckst du dich besser." Er wurde ein wenig ernster. Dort oben in der eisigen kälte gab es keine Schafe, außer Caelan der es irgendwie überlebt hatte. Hier, so nahe an der Grenze jedoch sah dies anders aus und Caelan wäre nicht immer bei ihr, schon gar nicht wenn es nach Ronan ging. Oyu klammerte sich an ihn und Caelan seufzte erneut. "Na schön. Obwohl... ich kenne mich mit euren Waffen gar nicht so gut aus und wir müssten eine in Kindergröße finden." Caelan war sein Schwert gewohnt, aber auch wenn Darragh die Wölfe schon immer gehasst hatte, so hielt er es doch für wichtig auch andere Waffen nutzen zu können. Es war nur schon eine Weile her seit Caelan einen Speer in der Hand hatte. "Es ist wie... euer König denkt nicht nur an seine Kinder, sondern an euch alle, weil er für euch verantwortlich ist. Für mich ist es dasselbe, nur dass ich nicht für alle Schafe verantwortlich bin, sondern nur für einen Teil von ihnen aus meiner Heimat.", versuchte er ihr zu erklären. "Ich wollte das eigentlich nie als ich noch jünger war, aber jetzt... " Caelan seufzte tief. "Ich vermisse meine Heimat und ich kann sie irgendwie genauso wenig im Stich lassen wie meinen Sohn. Aber erst einmal muss ich hier auf ihn warten." Das hieß aber nicht, dass er nicht ständig an Fhaergus dachte. Caelan blickte wieder in den Himmel, so wie Oyu es auch tat. "Was mir immer Trost gespendet hat wenn ich hier draußen war, war dass wir alle dieselben Sterne betrachten. Wenn ich nach oben gesehen habe, fühlte ich mich verbunden. Zu Hause in Fhaergus hat meine Frau denselben Himmel betrachtet, womöglich zur selben Zeit und vielleicht blickt Rain gerade auch in die Sterne. Meine Frau ist tot, aber es fühlt sich trotzdem so an, als wäre sie hier, als hätte sie ihren Platz in den Sternen gefunden. Vielleicht ist es dasselbe für deine Familie." Er war nicht sicher ob das sehr aufmunternd für Oyu wäre und Caelan hatte verlernt wie man jemanden aus einem Loch zog, aber er versuchte es zumindest.

      Oyu stellte Fragen auf die Caelan nicht vollends antworten konnte. "Das ist aber etwas anderes. Du bist doch auch nicht bei Muhan und den anderen geblieben." Auch wenn Ronan und er sich kannten, so brauchte er das noch niemandem auf die Nase binden. "Es gab einfach viel worüber wir sprechen mussten, viel worüber wir uns uneinig sind und ich wollte alleine über alles nachdenken. Abgesehen davon fühle ich mich inmitten der Siedlung nicht sonderlich wohl und es fühlt sich bestimmt auch keiner Wohl in meiner Nähe." Außer Oyu natürlich. Er war es Ronan aber auch nicht schuldig ihm genau zu sagen wohin er ging, zumal er das zuerst gar nicht gewusst hatte. "Vielleicht findest du ja ein paar Kinder in deinem Alter mit denen du spielen kannst.", schlug Caelan ihr vor. Er konnte sie nicht Tag und Nacht beschäftigen und wenn er sich mit Ronan unterhielt wäre ihr bestimmt auch langweilig. Oyu hielt sich weiter an ihm fest und immer wieder musste er sich fragen, warum sich andere überhaupt mit ihm abgaben. Ina, Ronan, Oyu... "Ich denke nicht, dass ich sonderlich nett zu dir war." Er war nur nicht gemein gewesen... meistens. Wenn er es war hatte es ihm sofort Leid getan, Oyu war nur ein Kind. "Ich glaube nicht, dass mir die Sterne heute noch antworten werden...", murmelte er und fragte sich, ob er Oyu überhaupt irgendetwas erzählen könnte wenn er wollte. "Ich glaube für die meisten Themen bist du noch zu jung und du solltest dir darüber auch nicht den Kopf zerbrechen müssen. Dafür gibt es Erwachsene." Caelen setzte sich langsam wieder auf, genug mit in die Sterne blicken, die er nicht einmal erkennen konnte. Vielleicht antwortete deshalb keiner. "Wenn ich schon hier bleiben muss, dann sollte ich vielleicht ein wenig eure Sprache lernen. Wieso bringst du mir nicht ein paar einfache Phrasen bei wenn dir langweilig ist."
    • "So klein und laut kann ich gar nicht sein!", beschwerte sie sich weiter, als würde Caelan sich gerade einen Schabernack mit ihr erlauben, den Oyu niemals durchgehen ließ. Er wirkte auf sie immer mehr wie eine verworrene Vaterfigur, einen Mann den sie so nicht kannte und gleichzeitig doch erkannte, als würde er aus gerade der Asche emporsteigen, die ihr eigener alter Mann zurückgelassen hatte. Aber das war Caelan auch wieder nicht. Sie konnte es noch immer kaum fassen, dass die beiden sich überhaupt ähnlich waren. "Wo denn? Hinter dir? Ich kann dich aber auch nicht immer die ganze Arbeit machen lassen!" Selbst vor Shuren hatte Caelan sie schon beschützt, oder zumindest sich zwischen sie beide gestellt und Oyu wieder einmal aufgezeigt, dass sie nicht wirklich mehr als ein kleines, einfältiges Kind sein musste. "Dann zeigst du mir eben etwas mit einer Waffe die du kennst ... und ich bin wirklich nicht so klein!" Dass jemand wie Oyu kein Schwert, das für einen erwachsenen Mann gedacht war, halten konnte, ohne dass ihr die Arme irgendwann abfielen, schien sie gar nicht erst hören zu wollen. Was würde sie auch schon über einen Speer von jemandem lernen, der zwei Schwerter bei sich hatte? "Also sind wir alle seine Kinder? Hm, nein, ich glaube eher du meinst wie eine Herde und er ist der Hirte? Also bist du auch für deine Schafe verantwortlich?", wollte sie schließlich doch noch wissen. Für Oyu waren Schafe wirklich sonderbare Kreaturen, die wohl ein gewisses Rudelbedürfnis hatten, ohne wirklich zu wissen, wovon sie eigentlich redeten. "Also nimmst du Rain dann und gehst nach Hause? Ist das dein Plan? Kann ich mitkommen?" Ohne Caelan zu sein kam ihr ein wenig gespenstisch vor, dabei war sie noch gar nicht so lange an ihn gebunden. Ob sie sich abnabeln konnte? Oyu bezweifelte es. Ihr Blick richtete sich wieder gen Sternenhimmeln und sie kniff die Augen zusammen, um in dem verschwommenem Bild vielleicht doch noch etwas - oder jemanden - zu erkennen. "Ich weiß nicht, aber ich glaube, wenn schon, dann würde mein Papa wollen, dass ich ihm hin und wieder von meinem Tag erzähle und einfach ein wenig bei ihm bin, also, die Sterne anschaue. Ich glaube aber nicht, dass er mir wirklich viele Antworten geben würde, weißt du? Er würde schon wollen, dass ich das selbstständig schaffe." Zumindest damit sie irgendwann auf eigenen Beinen stehen konnte.

      Oyu vergrub ihr Gesicht schließlich wieder in Caelans Arm, als hätte sie sich am Sternenhimmel sattgesehen und schon die Schnauze voll davon, sich überhaupt damit herumzuschlagen, dass ihre Eltern sie alle beide verlassen hatten. "Ja, weil sie langweilig sind und über langweilige Sachen reden. Wen interessieren schon irgendwelche schönen Frauen? Igitt.", nuschelte sie in die frische Kleidung des alten Mannes hinein, der in diesem thrianischen Gewändern viel zu komisch aussah. Oyu konnte nicht gerade behaupten, sie würde sich daran jemals einen wahren Narren fressen, so viel stand fest. "Keiner? Ich bin also keiner, ja?", lachte das Mädchen und starrte Caelan erneut mit funkelnden Augen an. "Ich verstehe dich aber, ich fühle mich in der Siedlung bei diesen ganzen Fremden auch nicht wohl und das sind so viele Leute. Vielleicht lassen sie uns ja gemeinsam ein Zelt irgendwo am Rand aufschlagen? Dann hättest du mehr Zeit alleine nachzudenken und müsstest nicht im Dreck liegen.", schlug sie sogleich vor, als hätte sie gerade die beste Idee ihres Lebens gehabt. Oyu war nun einmal ein Kind, das würde sie auch für immer bleiben - unvernünftig wie eh und je, mehr war sie auch gar nicht. Ob es wohl etwas gäbe, das sie zum Einlenken umdenken ließ? Womöglich war die Zeit, die noch ins Land ziehen konnte, ein guter Wegweiser. "Bleh, nein danke. Spielen ist ziemlich langweilig ...", grummelte sie enttäuscht. Nicht, dass daran etwas auszusetzen war, und doch war Oyu es gewohnt, nicht unbedingt wie ein Kind behandelt zu werden. Wer sich als nützlich erwies, der wurde nun einmal auch zu den ein oder anderen Arbeiten genötigt. "Das warst du! Netter als so viele andere." Was nicht unbedingt bedeutete, dass es wohl viel positiven Einfluss in ihrem Leben geben konnte, wenn Caelan schon zu einem Highlight in ihrem Leben zählte. Naja, ehrlich gesagt war er das wirklich und Oyu war nun einmal auch nie leicht oder großartig nett zu irgendwelchen fremden Seelen. "Vielleicht wollen die Sterne, dass du das für dich allein herausfindest, oder sie müssen auch ein bisschen grübeln, weil sie sich selbst unsicher sind?", schlug Oyu vor, als würde sie gerade von den Sternen jedweden Klatsch und Tratsch hören, den es so zu hören gab. "Du willst also lieber mit einem Erwachsenen darüber reden?" Schien wohl so. Als der alte Mann sich aufsetzte, kullerte Oyu herum und fand ihren Kopf schließlich auf seinem Bein wieder - immerhin sah sie Caelan aus einer neuen Perspektive. "Oh! Oh, ja!", freute sie sich, kichernd. "Willst du was bestimmtes wissen?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Schleichen hört sich jedenfalls anders an.", schmunzelte er und schüttelte anschließend den Kopf. "Weit weg von jeglichem Kampf." Caelan würde sie beschützen, wenn er konnte, auch wenn er das Kämpfen langsam leid war. Noch dazu hatte er selten gekämpft während er jemanden neben sich hatte, der sich nicht selbst verteidigen konnte. Die aktuelle Situation mit seinem Sehvermögen machte die Sache auch nicht besser. Jedenfalls sollte er versuchen wieder in Form zu kommen. "Und wo bekomme ich ein Schwert für dich her?", lachte er, obwohl, Ronans Schwert war leichter als sein eigenes, vielleicht immer noch ein wenig lang für sie, aber es könnte funktionieren. "Zumindest ein Messer werden wir wohl für dich auftrieben können." Das konnte sie in ihrer Kleidung verstecken und war besser als nichts. "Seine Herde...? Hmm...also ich denke ihr habt doch mehr zu sagen als ein paar Tiere. Am Ende ist es auch viel mehr so, dass euer König euch dient und nicht umgekehrt, so wie ich meinem Volk diene." Umso schlimmer, dass er jetzt hier saß und nichts tun konnte. Oyu stellte mehr und mehr Fragen die allesamt aufzeigten wie jung sie noch war. "Adrestia ist kein Ort für eine Wölfin und so einfach ist das nicht. Wenn mein Sohn fliehen musste, dann bestätigt das meine Befürchtungen. Ein paar andere Schafe haben es uns weggenommen und Rain und ich müssen uns erst noch überlegen wie wir weiter machen. Ich würde gerne zumindest sehen was dort gerade geschieht, aber das muss ich allein tun." Es war Wunschdenken wenn er behauptete er könne nur zusehen, wenn dort wirklich etwas vor sich ging. Wenn er schon einen jungen Wolf nicht im Stich lassen konnte, wie dann sein eigenes Volk? Auch wenn er alleine nicht viel ausrichten konnte. Caelan folgte Oyus Blick in den Himmel. "Dann solltest du das tun. Ihm von deinem Tag erzählen und von deinen Sorgen, ich bin sicher darüber würde er sich freuen."

      Caelan lachte ein wenig als Oyu ihm erzählte worüber die jungen Wölfe so sprachen. Zumindest eine Zeit lang war er genauso gewesen, bis sich schließlich alles änderte, auch wenn er an den Frauen nie so wirklich interessiert war. "Irgendwann kommt die Zeit, da wirst du auch über schöne Jungs sprechen... oder Mädchen." Die Zeit verging wie im Flug, sie musste wohl gar nicht mehr so lange darauf warten. "Du bist auch seltsam.", erklärte er, nachdem sie sich von allen hier ausgerechnet Caelan aussuchte der ihre neue Familie werden sollte. "So dreckig ist es hier auch nicht. Ich bin nicht sicher ob euer König das möchte, ich glaube er will mich im Auge behalten.", wenn auch aus anderen Gründen als Oyu dachte. Caelan wäre auch lieber alleine abseits der Siedlung. "Aber ich denke nicht, dass du dir ein Zelt mit mir teilen möchtest. Bald kommt die Zeit, da willst du mit alten Leuten gar nichts mehr zu tun haben und deinen eigenen Raum haben, wo du tun und lassen kannst was du willst." Um Fehler zu machen, zu lernen auf eigenen Beinen zu stehen, obwohl es schien als hätte Oyu das schon früh lernen müssen. "Frauen sind langweilig, Spielen ist langweilig,... Gibt es eigentlich etwas das für dich nicht langweilig ist?", fragte er sie, nachdem sie immer zu allem Nein sagte. Mit Caelan über seine Probleme zu sprechen musste doch auch langweilig sein. "Ich bin sicher hier gibt es eine Menge netter Leute. Vielleicht ist es in deiner Heimat einfach zu kalt und deswegen ist jeder so griesgrämig.", versuchte er sie erneut zu motivieren doch zu versuchen hier Anschluss zu finden. Caelan lächelte ob Oyus naiven Worte die nur ein Kind finden konnte, aber wahr waren sie trotzdem. "Du hast Recht." Vielleicht musste Caelan selbst entscheiden, oder Ina würde ihm morgen antworten, wenn sie Zeit hatte selbst darüber nachzudenken. "Ich werde es morgen einfach noch einmal den Sternen erzählen." Caelan stützte sich auf seine Hände damit er sich zurück lehnen konnte. "Hm... Also Bitte und Danke wären nützlich. Guten Morgen,... solche Dinge. Ich kann aber nicht versprechen, dass ich mir alles merke."