spellbound. (earinor & akira)

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      Gerade noch war die Welt, die er viel zu lange kannte, heil. Wann käme eben jener nächste Augenblick in welchem ihm erst klar wurde, wie glücklich er sich eigentlich schätzen konnte? Rikiya musste sich zwangsweise eingestehen, dass sein Herz weder Feuer noch Flamme für die Unwahrscheinlichkeiten des thrianischen Lebens war, noch, dass er sich sicher war, ob er ein solches Leben missen würde, käme es erst dazu, dass er sich wieder auf dem Boden befand, auf dem er einst gestanden hatte. Ideen, idiotische Ideen, waren solche Eingebungen. "Muss es nicht.", räusperte er sich kopfschüttelnd. Rain tat genug für sie beide, auch für Nayantai und ein kleiner Schnupfen, eine miserable Erkältung, würde ihn bei weitem nicht um die Ecke bringen. "Dann weißt du zumindest mehr als der normale Thrianer. Wir haben keine Bücher über Schlachten, keine Taktiken, die wir uns irgendwo zurechtlegen, damit wir sie wiederfinden, wenn wir müssen. Natürlich gibt es in Yaoshen eine Bibliothek, aber wer weiß schon, wie wahr das Wissen auf diesen alten Seiten ist, oder wie sehr es uns helfen würde. Du hingegen hast mehr als diese Wahrscheinlichkeiten.", lobte er den Tatendrang Rains, der so viel mehr war, als nur ein Anhängsel an seinen Sohn.

      "Na gut, da will ich dir nicht Unrecht geben." Hatten andere Menschen Angst vor ihm? Trank Rikiya seinen Tee deswegen immer öfter allein? Die Frage selbst schwirrte ihm durch den Hinterkopf als könnte ihr nichts Einhalt gebieten. "Mhm, das kann ich mir sogar vorstellen." Mei und Khojin waren nicht unbedingt im gleichen Alter, aber sie verstanden sich besser als so manch andere - Rikiya hieß es immerhin gut, wenn seine Kinder Beziehungen zu Leuten hatten, die ein Adeliger in Adrestia oftmals meiden sollte, oder eventuell sogar musste. Die Hoffnung war es, die immerhin zuletzt starb. "Hat sie das? Die beiden sind sich wirklich ähnlich." Rikiya wirkte fast verdutzt als Rain darüber berichtete. Solche Vergleiche maßte sich in den letzten Jahren kaum einer an, zumal Nayantai ohnehin als tot galt - niemand wollte alte Wunden öffnen, die ohnehin schon nicht verheilten und keiner wollte über die Toten sprechen, die womöglich noch unter den Lebenden wandelten. Der Gedanke allein verunsicherte ihn wiederum keineswegs. "Ich denke, dass du ihr ohnehin eine Hilfe bist. Sie sollte sich zumindest irgendwann noch erkenntlich zeigen, wenn sie das nicht ohnehin schon hat.", scherzte Rikiya noch, unwissend darüber, dass dieses Gespräch nun sein Ende fand. Plötzlich verschwand die aufgelockerte Stimmung, als wäre sie mit dem Stoff, der sich in den Eingang wehen ließ, aus dem Zelt in die kalte Luft gesogen worden. "Was!?", rief er lediglich empört aus, als er den Neuankömmling anstarrte. "Ich bin sofort bei euch!" Ein einziges Mal in all den Jahren reichte wohl, um angegriffen zu werden. Der jüngere Wolf nickte lediglich, als er sich aus dem Zelt zurückzog und Rikiya, nun ja, welche Wahl hatte er wohl? In Windeseile warf er sich Kleidung über, machte sich fertig, vergeudete keine Zeit. "Rain, es tut mir leid." Nichts konnte er dagegen tun und Zeit zu verschwenden hatte er keine. "Zieh dir Schuhe an und nimm dir eine Decke mit.", forderte er ihn noch auf. Khojin war ungefähr genau so waghalsig wie ihr Bruder, aber alleine würde sie es nicht schaffen, eine gesamte Siedlung zu verteidigen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
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      Ihr Gespräch wurde jäh unterbrochen und Rain sank das Herz in den Magen. Rikiya musste diese Neuigkeit am Schlimmsten treffen und er sprang auf um sich fertig zu machen. Rain nickte ihm zu. "Ich gehe zu Mei. Ich schaffe das alleine. Geh." Rikiya brauchte sich keine Sorgen um Rain machen, er konnte sich auf das konzentrieren was jetzt wichtig war, Khojin und der Rest der Siedlung. Rain konnte zwar weder reiten, noch besonders schnell oder weit laufen, aber da war er hier nicht der Einzige und Mei würde ihm schon sagen was er tun sollte. Rikiya war schnell verschwunden und Rain drehte sich um, um seine Schuhe anzuziehen. Er warf sich außerdem noch eine Schicht Kleidung über und nahm seine Handschuhe und seinen Schal, sowie eine Decke, wie Rikiya gesagt hatte. Bevor er ging sah er sich noch einmal die Papiere an und beschloss sie allesamt ins Feuer zu werfen. Adrestia war nicht dafür bekannt sich um das zu scheren was sdie Wölfe zurückließen, aber Rain spielte ihnen lieber keine Informationen in die Hand, noch dazu in ihrer eigenen Sprache.

      Eben noch hatte Rikiya Rains Wissen gelobt, aber all das half ihnen nicht unentdeckt zu bleiben, oder sich zu verteidigen. Es brachte nichts weiter darüber nachzudenken, nicht jetzt jedenfalls und als Rain gehen wollte, drehte er doch noch einmal um und griff den Mantel der wohl einst seinem Vater gehört hatte. Rikiya hatte ihn ihm geschenkt, aber er hatte wohl einen größeren Wert für den König der Wölfe als für Rain und er wollte ihn nicht zurücklassen. Dann beeilte er sich aus dem Zelt. Die Nachricht schien sich zu verbreiten und eine Menge Leute liefen durcheinander, ob sie nun eine Aufgabe hatten oder nicht. Rain bahnte sich seinen Weg zu Meis Zelt und hoffte, dass sie noch da war. Einer der Thrianer rempelte ihn so stark an, dass er beinahe umfiel, ob es nun Absicht war oder nicht, Rain versuchte niemandem im Weg zu sein. Bei Meis Zelt angekommen, trat er zügig ein. "Mei? Mei, bist du hier?", wollte er wissen. Sie würde bestimmt wissen was zu tun war und vielleicht konnte er ihr helfen die Kräuter hier zusammenzusammeln, speziell die, die sie vielleicht für die Wundheilung brauchen konnten.
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      Rikiya verflüchtigte sich und mit ihm ein ganzer Teil derjenigen, die sich auf die bittere Wahrheit vorbereiten mussten: Nun, da sie hier draußen angegriffen wurden, hieß es nun einmal auch, dass sie nie Ruhe finden würden, blieben sie an diesem Fleck kleben. Zu oft hatte sie gesehen, was passiert war, als man sich einfach dazu entschied, dort an Ort und Stelle zu verweilen, wo man zuvor alles verloren hatte. Mei wollte das nicht mehr und packte bereits hastig Sachen zusammen, die sie früher oder später brauchen würde, wenn diese Schlacht - wenn man ein Gemetzel noch so nennen konnte - bereits vorbei war. Die Heiler würden Kräuter und Salben brauchen, helfende Hände die wussten, was sie taten und die Krieger jemanden, der ihnen nicht im Weg stand, als sie versuchten, dieses jämmerliche Stück Thria vor dem ihm geweihten Untergang zu schützen. Warum musste all das eigentlich so enden? Viel lieber würde sie ihre Tag in Ruhe verbringen, mit dem Kopf in den Wolken die sich nicht zu lichten schienen, so wie vermutlich jeder andere Thrianer. Kriegstreiberei lag ihnen allesamt nicht, aber was konnte ein Volk dagegen schon ausrichten? Sie hatten keine Wahl - Friss oder Stirb war ihre einzige Option.

      Gerade noch schwelgte sie in Erinnerungen sie keineswegs brauchte, schob Dinge von einem Eck ins nächste und wühlte sich durch eingestaubte Kisten, die sie für den Notfall mit Dingen gefüllt hatte, die brauchbar waren und lange halten würden, selbst, wenn es so sein sollte, dass sie nicht mehr dazu käme, sie selbst zu benutzen. "Ja?", rief sie zurück als sie eine Stimme hörte, die der Wind hereinzuwehen schien, oder gar fast verschluckte. Rain war also hier? Was wollte er denn? "Willst du wirklich hier sein?", erkundigte sie sich im selben Atemzug. Als sie endlich einen Blick auf ihn werfen konnte, sah er noch immer matt und müde aus, aber dafür nicht so zerknautscht wie zuvor, auch, wenn er eine Decke mit sich herumzuzerren schien und allgemein eher wirkte wie das Nesthäkchen dieser Zeltstadt. Gerade als sie sich schon wieder ihren Aufgaben widmen wollte, fiel ihr ein, dass sie das Paar helfende Hände gut gebrauchen konnte. "Getrocknete Büschel sind da drüber.", Mei deutete auf eine Kiste, die sie bereits freigelegt und näher an das Feuer geschleppt hatte. "Koch sie auf, das Wasser ist schon im Kessel. Kannst du mir die Leinen daneben in Streifen reißen, während sie kochen?" Mei hatte es vorhin schon probiert und war zu dem Entschluss gekommen dass Rain ein leichtes damit hätte.
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      Mei hatte bereits alle Hände voll zu tun und Rain verstand ihre Frage nicht ganz. "Rikiya musste weg und... ich wusste ehrlich gesagt nicht wohin ich sonst gehen sollte.", antwortete er ehrlich. Er lebte nicht lange genug hier um zu wissen wie man sich in einer solchen Lage verhielt und Fhaergus wurde nur ein einziges Mal angegriffen und das hatte er verschlafen. Die Narben zeichneten Rains Rücken vermutlich noch immer, aber er hatte schon sehr lange keinen Spiegel mehr benutzt und Nayantai wollte er nicht fragen. Er sah Meis Blick und folgte ihm zu der Decke. "Rikiya sagte ich solle eine mitnehmen.", erklärte er, auch wenn er sich jetzt vorkam wie ein Kind. Mei hatte besseres zu tun als ihn zu babysitten, alle hatten das, aber jetzt war nicht der Zeitpunkt um in Selbstmitleid zu versinken. Mei hörte nicht auf zu arbeiten und Rain konnte im Moment nicht viel tun.

      Kurz darauf bekam er doch Anweisungen und beeilte sich zu der Kiste. Er ließ die Decke neben sich auf den Boden fallen bevor er sich daneben kniete. Er warf die Kräuter in den Kessel über dem Feuer, dann nahm er sich das Leinen und versuchte sein Glück es zu zerreißen. Verbände also? Was sonst sollte es werden? Er wollte Mei eigentlich nicht mit dummen Fragen belästigen, aber er wollte auch nicht wie ein Blinder durch diese Situation stolpern. In Adrestia würde man sich verschanzen, aber das funktionierte hier nicht. Die Zelte boten keinen Schutz und Rain wusste, dass der erste Angriff aus einem Hagel an Flammenpfeilen bestehen würde. "Was passiert jetzt?", fragte er also während er nicht aufhörte zu arbeiten. Er wollte sich sein Husten eigentlich verkneifen, aber schaffte es nicht ganz.
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      "Macht Sinn.", entgegnete sie Rain. Eigentlich hatte sie nicht mit Gesellschaft gerechnet, wenn sie ehrlich war, aber wer tat das hier draußen schon, wenn man sein ganzes Leben - oder sein halbes - in einer gewissen Einsamkeit fristete? Khojin kam sie besuchen, manch andere Personen spülte es auch in ihre Hände und doch konnte Mei an einer Hand abzählen, wer zurückblieb und ihr mehr als einmal Gehör und Beachtung schenkte. Rain vermochte wohl einer davon zu sein. Sie konnte keine Zeit verlieren oder stillsitzen, nicht jetzt, nicht hier, nicht heute. Nie war der richtige Zeitpunkt um einfach aufzuhören. Welcher Wolf konnte das schon? "Er meint es gut mit dir. Du hast Glück." Ihr König war ein Mann, der versuchte, alles unter einen Hut zu bringen und daran weder scheiterte, noch glückte. Mei glaubte unlängst, dass er irgendwann daran zerbrechen würde, so wie jeder hier, der ein wenig mehr Verstand besaß. Rains merkwürdige Präsenz - die Präsenz eines Schafes - brachte nicht gerade Unruhe in diese Gegend, sondern viel eher einen Ausgleich, den sie alle miteinander einfach brauchten. Nach dem sie sich sehnten.

      Wann würde sie müde werden? Wann würde lediglich ihr Geist zu den Aufgaben in der Lage sein, die ihre Finger gerade noch so mitmachten? Gab es für irgendetwas davon eine Antwort? Sie faltete Verbände auf, die definitiv schon zu lange herumgelegen hatten, versuchte, sich nochmal zu überlegen, wofür sie brauchbar sein konnten und wozu sie unnütz waren - in ihrem Eigenreich, diesem Zelt, das Feuer fangen würde, bevor er es ein anderes tat, fühlte sie sich auch gerade jetzt nicht unwohl. "Wir warten. Ich weiß nicht auf was.", erklärte sie stumpf, als wäre sie es gewohnt. Die Ungewissheit, die Kämpfe, das ewige Leid - der selbe Tanz, die selbe Musik. Nichts davon bewegte sich, die Welt die sie kannte stand seit Jahren still. Mei pochte auf nichts mehr, hatte sich damit abgefunden, wer hätte das denn nicht? "Wenn die Kräuter zerkocht sind, nimm den Kessel von der Flamme und weich die Leinen ein, ja?" Sie packte zwei größere Bündel zusammen, die sie zu den trocknenden Kräutern hing - es waren alte Verbände, die das Feuer nur anfachen würden, regnete es denn auf sie herab. Genau das war ohnehin ihr Ziel. "Nervös?"
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      "Ja ich weiß... ich werde sie wohl brauchen.", murmelte Rain der weiter damit beschäftigt war das Leinen in Streifen zu schneiden. Er legte sie vielleicht etwas zu vorsichtig auf, aber er wollte auch nicht, dass sie zu schmutzig wurden. Sie warteten also? "Was ist mit den Anderen? Machen sie sich auf den Weg zu flüchten?", wollte Rain wissen. Er wusste nicht ob er das tun wollte, oder ob er lieber hier blieb, aber er konnte es Nayantai nicht antun hier zu sterben und er konnte sich selbst nicht verteidigen, noch konnte er schnell laufen. Zumindest konnte er sich aber ein wenig nützlich machen, wenn er schon sonst nichts tat und als ihm Mei mehr Anweisungen gab folgte er ihnen. Er rührte in dem Kessel ein wenig um, dann ließ er die Verbände hinein fallen und riss noch ein paar mehr Streifen von dem Stoff die schnell folgten. Er fragte sich was Rikiya tat. Stürmte er Khojin vielleicht noch hinterher? Mit ein paar mehr Kämpfern? Wenigstens war Nayantai weit fort von hier.

      Er blickte zu Mei als sie ihm eine Frage stellte. "Ich... ja. In Adrestia haben wir Mauern hinter denen wir uns verstecken können.", erklärte er, aber selbst dann wäre er nervös gewesen. "Als sie uns dort angegriffen haben, hatte ich nicht einmal Zeit nervös zu sein... ich habe es nicht kommen sehen." So wie jetzt auch nicht, aber hätte er das können? Die letzten Tage hatte er ihm Bett verschwendet, was wenn er Rikiyas Notizen eher gelesen hätte? Aber nein, auch gestern hatte er es nicht erahnt und vermutlich war es auch dumm sich allein dafür verantwortlich zu machen, wenn es gar nicht seine Aufgabe war sich darum zu kümmern. "Was jetzt?", fragte er, nachdem der Stoff aufgebraucht war.
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      Irgendwo zwischen hier und jetzt hörte selbst Mei die ungleichen Wogen des Lebens, wie sie gegeneinander krachten, ihr Schallen durch die Länder zog. Aufregung vernahm sie seit Ewigkeiten keine mehr wenn sie angegriffen wurden, kein Kribbeln, keine Angst, selbst keine Erwartung blieb. Menschen kamen und gingen, verschwanden aus ihrem Leben so schnell wie sie aufgetaucht waren und Rain? Er hatte sich definitiv das falsche Leben und den falschen Zeitpunkt ausgesucht. Mei würde wohl die Verantwortung schultern müssen und dafür sorgen, dass Rain nicht ein weiterer Teil eines Massengrabs wurde. Wohin?”, lachte sie bitter, wusste aber, dass das zumindest eine ihrer besseren Taktiken war. Hier gibt es nichts, wo man sich verstecken könnte. Eher glaube ich, dass sie sich auf einen Kampf vorbereiten … vielleicht fangen sie ihn ab., teilte sie Rain mit. Was hatte diese Nation auch schon zu verlieren? Sie konnten von Glück reden, überhaupt etwas zu besitzen und jetzt schien es so, als ob selbst dieser Fetzen etwas wiederum in Gefahr stand. Wer konnte das alles noch mitmachen? Was, wenn Adrestia sie einfach einnahm? Aufgeben war sicherlich um so einiges leichter.

      Gedacht hatte sie sich ohnehin, dass die Situation Rain nicht ganz geheuer war. Geschehnisse wie diese waren in der verstrichenen Jahreszeit seltener, würden aber wohl einen Aufschwung erleben. “Ihr versteckt euch und wir laufen davon. Glaubst du, dass Rikiya uns eine Mauer baut?”, scherzte sie. Ein paar angespitzte Holzpflöcke halfen ihnen nicht, gleich wenig wie es das Herumjammern tat. Mei misste damit aufhören und sich an Khojin ein Beispiel nehmen. Auch leichter gesagt als getan. “Wer denkt auch an solche Situationen?” Mei war sich sicher, dass sich Niemand so etwas wünschen würde - weder sie selbst, noch ihre Angreifer. Ein zweischneidiges Schwert. So, wie sonst auch. Ihre eigenen Finger ruhten als sie Rain eines der beiden Bündel reichte, sie sie vorhin vorbereitet hatte. “Jetzt warten wir einfach ab, entweder bis man uns braucht oder alles vorbei ist. So oder so können wir Däumchen drehen, bis sie einen lebendigen Toten vorbeibringen.” Auch das schien leichter gesagt als getan. Mei ließ sich auf der anderen Seite des Feuers nieder und starrte der Flamme nach, die ihr keine inrer eigenen Fragen beantworten konnte.
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      Wohin? Was meinte sie mit wohin? "Habt ihr denn keinen Fluchtplan?", fragte Rain verdutzt, fast schon wütend, nicht seinetwegen, sondern eher weil die Wölfe doch damit rechnen mussten, dass man sie angriff und selbst wenn es nur ein Spähtrupp war den sie abfangen konnten, dann mussten sie sich spätestens danach aus dem Staub machen. Adrestia wusste doch jetzt wo sie waren. Er war auch wütend auf sich selbst, weil er nicht früher nach Taktiken dieser Art gefragt hatte. Rikiya musste es doch besser wissen, auch wenn es keinen krieg gab als er aufgewachsen war, er war der Sohn eines Fürsten, eines Kämpfers noch dazu, da musste er doch in Militärstrategie ausgebildet worden sein! "Sie kämpfen? Das ist der Plan?" Rain konnte nicht behaupten, dass er irgendetwas besser machen konnte, aber hatte er nicht genug abgewartet und seinen Mund gehalten? Vielleicht würde Nayantai Recht behalten und Rain würde sich mit Rikiya streiten. Vielleicht hatte er einen Plan, aber Khojin war einfach davon geritten, also konnte zumindest sonst keiner davon wissen.

      "Nein, aber noch mehr Wölfe in Adrestias Schwerter rennen zu lassen macht keinen Sinn. Was lässt euch glauben ihr könntet einen Kampf auf offenem Feld gewinnen?", wollte er wissen, auch wenn er vermutlich gerade die falsche Person fragte. Als Fhaergus angegriffen wurde, da konnte Rain kaum damit rechnen, aber die Wölfe mussten doch jederzeit darauf vorbereitet sein. Rain schloss die Augen für einen Moment. War das wie die Wölfe lebten? Hoffen sie wurden nicht attackiert und wenn doch liefen sie blindlings in den Tod? Plötzlich, als hätte ihn eine Biene gestochen, sprang Rain auf. Die Decke und der Mantel seines Vaters blieben auf dem Boden zurück. "Tut mir Leid, ich muss los.", teilte er Mei mit und beeilte sich damit auch schon aus dem Zelt. Er war eine jämmerliche Figur, wie er durch den Schnee humpelte, klein und schwach und krank noch dazu und dennoch schlug er den Stoff am Zelteingang des Kriegszeltes zur Seite und trat ungefragt ein. "Welches Banner tragen sie, weiß das jemand?", fragte er, ohne zu wissen ob Rikiya überhaupt noch hier war, oder ob er schon längst ausgeritten war. "Was zum-! Was fällt dir ein!", rief einer der Wölfe in dem Zelt. Rain stand selten für sich ein, aber das hier war nicht für ihn. "Ich kann helfen. Wenn ihr mir sagt welches Banner sie tragen, dann kann ich euch sagen wie groß ein Trupp ist, welche Ausrüstung sie haben, wie sie organisiert sind und wie wir eure Prinzessin vor dem Tod bewahren!"
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      Rikiya hatte bunte Ideen, sein Volk war sich über diese Tatsachen weitaus bewusst - keiner von ihnen traute sich wirklich, ihren König in Frage zu stellen, wussten sie doch allesamt, dass es sich nicht schickte, sich über ihn zu echauffieren. Über seine Kriegspläne ließ sich oft streiten, er ließ sich von der ein oder anderen Person sogar breittreten um ihn wieder über den Haufen zu werfen. Heute hatte er wohl genug von ihnen - zuerst tauchte er nicht auf, doch kaum hatten sie jemanden losgeschickt um ihn ausfindig zu machen, war er in das Kriegszelt gestürmt und hatte ihnen allesamt die Leviten gelesen. So kannten sie ihn selten, war es doch eher Khojin die die griesgrämige Art ihrer Mutter an den Tag legte und nicht ihr verbliebener Ehemann, dem laut Gesetz der ergrauten Urahnen nicht die eiserne Krone auf dem kalten Haupt blühte, sondern der Tod in einem Grab, das ihn nie wieder loslassen würde. Weder wollte Rikiya sich tatenlos die Beine in den Bauch stehen, noch wollte er den Eindruck vermitteln, dass er mit allen Wassern gewaschen sei - das würde ihm doch sowieso Niemand abkaufen, der ihn besser kannte, als Rikiya sich oft selbst wiedererkannte - wie war das noch gleich, mit Ronan und dem sich selbst nicht wiedererkennen? Wie faul seine Ausreden doch immer waren.

      Rain fand das Kriegszelt zwar nicht leer vor, Rikiya schien jedoch nicht mehr unter ihnen zu sein und einige der Leute, auf deren Verlässlichkeit er immer wieder beharrte, schienen mit ihm Khojin hinterher zu sein. Alle Faktoren schienen darauf zu deuten, dass sie dem Untergang geweiht waren und Rains bloße Präsenz schüchterte die Menge auch nicht weiter ein - stattdessen war es fast so, als hätte Rain ein Lauffeuer mit seinem Erscheinen entfacht. "Du? Was willst du schon tun? Die Farbe von einem Stück Stoff hilft dir doch auch nichts!", keifte einer von ihnen, der von Rains bloßer Existenz empört schien. "Selbst wenn du die Wahrheit sagst, wieso sollten wir dir überhaupt vertrauen?" "Woher wissen wir, dass das alles nicht sowieso dein Plan ist?" Niemand vertraute Rain so recht, wie es schien - sie alle warfen ihm Anschuldigen an den Kopf und es wirkte fast so, als wäre keiner hier, um dieses dumme Geplänkel zu unterbinden. Einige von ihnen blieben still, mischten sich nicht ein, weil ihnen die Situation wohl sichtlich unangenehm war. "Lieber sterbe ich, als mich mit einem Schaf zu verbünden!" Anstatt an einem Strick zu ziehen, sich um einander zu kümmern oder einfach zuzuhören waren sie auf Krawall gebürstet, unzufrieden darüber, dass sie nun vielleicht auf denjenigen hören mussten, den sie gemeinsam als Feind auserkoren hatten. "Wenn ich Mei wäre, dann würde im Leben nicht in Erwägung ziehen, dir zu vertrauen. Vielleicht vergiftest du uns auch noch!" "Sie wird vermutlich schon senil, wenn sie auf jemanden wie dich hört.", lachten wenige von ihnen, die den Ernst der Lage durchaus herunterspielten.

      Vor dem Tod schien diese Partie wohl wirklich keine Angst mehr zu haben, selbst wenn dieser gerade den Zelteingang hereinspazierte. Mei stapfte an Rain vorbei, an die beiden Großmäuler heran, die diese gesamte Meute anzettelten, war um einiges kleiner als die hochgewachsenen Bohnenstangen und doch - einem verpasste sie einen Schlag ins Gesicht, so fest, dass er zurücktaumelte und auf seinem Hintern sitzen blieb und den Anderen packte sie am Kragen. "Könnt ihr euch einmal zusammenreißen? Einmal? Ist das zu viel verlangt?" "Hat er dich schon um den Fingern gewickelt, huh? Das kleine Miststück. Gleich wie unsere Leiche von Kronpr-" Weit kam er nicht, nein, Mei teilte noch einen Faustschlag aus nachdem sie ihn losließ. "Welche Farbe hatten diese verdammten Banner? Könnt ihr eure Hirne einmal vor eurem Mundwerk benutzen? Wofür seid ihr eigentlich ein Kriegsrat wenn ihr nur faul auf euren Ärschen sitzt und denjenigen, die euch helfen wollen, die Arbeit erschwert? Rikiya kann sich für euch unfähiges Pack schämen, er sollte euch den Schafen zum Fraß vorwerfen! Und jetzt geht mir aus den Augen, wenn ihr euch nicht zusammenreißen könnt!" Eingeschüchtert schienen sie nun wirklich nicht, zumal Mei keine Kämpferin war, sondern irgendjemand, die sie mit Kräutern und perfiden Heilmethoden versorgte, wenn die Heiler selbst nicht weiter wussten. Gut nur, dass sie nicht alle dumm wie Brot waren, aber die Meisten von ihnen schienen es doch nicht lassen zu können. "Was willst du eigentlich hier? Du bist doch nur eine ve-" "Überleg dir zweimal, was du jetzt sagst." Stille kehrte ein, die Luft wurde so dick und greifbar, man konnte sie mit einem Messer zerschneiden. Mei war diejenige, die danach griff, als sie sich die Hand ausschüttelte und wieder ansetzte. "Also?" Jemand fing an über die Banner zu nuscheln, bekam aber das großkotzige Maul nicht auf. Mei schnaubte. "Lauter."
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